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    <title>Zukunft Denken – Podcast</title>
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    <description>Woher kommen wir, wo stehen wir und wie finden wir unsere Zukunft wieder?</description>
    <pubDate>Sun, 08 Mar 2026 11:37:32 +0100</pubDate>
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          <itunes:summary>Fortschritt oder Untergang. Nie in der Geschichte der Menschheit lagen diese beiden Möglichkeiten danke Wissenschaft und Technik so nahe beieinander.  Wie sind wir an den Punkt gelangt, an dem wir heute stehen? Welche Rolle hat Wissenschaft gespielt und vor allem: warum ist das für uns als »normale« Bürger wichtig?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>148 — Künstliche Vernunft? Ein Gespräch mit Jan Juhani Steinmann</title>
        <itunes:title>148 — Künstliche Vernunft? Ein Gespräch mit Jan Juhani Steinmann</itunes:title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/148-kuenstliche_vernunft_steinmann/#comments</comments>        <pubDate>Sun, 08 Mar 2026 11:37:32 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Der Titel der heutigen Episode ist: »Künstliche Vernunft?«, und ich freue mich besonders, dass sich Jan Juhani Steinmann wieder zu einem Gespräch bereit erklärt hat. Wir spannen in dieser Episode einen weiten Bogen von der Frage, was Intelligenz, Bewusstsein und Selbstbewusstsein sind, welche Rolle Biologie, Leib und Körper sowie Theologie spielen können, um dann auf die Frage der künstlichen Intelligenz und Vernunft zu kommen.</p>
<p>Was hat es mit der sogenannten Singularität und dem Transhumanismus auf sich, und warum könnte die Bevölkerungsentwicklung des Menschen eine wesentliche Rolle spielen? Am Ende legt Jan seine Vorstellung eines positiven Bildes des Zusammenspiels von Mensch und Technik dar.</p>
<p>Dr. Juhani Steinmann ist in Bern geboren, mütterlicherseits Finne, ist Philosoph, Dichter und Theologe. Er hat Philosophie, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften, Politikwissenschaften sowie Theologie in Zürich, Berlin, St. Andrews, Heidelberg, Rom und Cambridge studiert. Forschungsaufenthalte wurden in Kopenhagen, Helsinki und Oxford durchgeführt. Unter der Betreuung von Prof. Konrad Paul Liessmann hat er 2021 an der Universität Wien in Philosophie promoviert. Zurzeit forscht er am Institut Catholique de Paris, an der Università di Roma LUMSA sowie an der Faculty of Divinity der University of Cambridge zur poetischen Phänomenologie im Kontext des Denkens von Kierkegaard, Nietzsche und Heidegger. Er ist ferner Begründer des Kollektivs Omnibus Omnia. Nebst wissenschaftlichen Publikationen in Philosophie und Theologie publiziert er auch Dichtung.</p>
<p>Besonders möchte ich auch seine Bücher erwähnen, vorzugsweise: »Kritik der künstlichen Vernunft. Vorspiel eines Anathemas« und »Das Vorfaltenlicht. Die Alpen und das Valley«. Diese beiden Werke gehören zusammen, sind wie Geschwister zu betrachten. Das erste ist eine Techniktheologie/-philosophie, das zweite eine Technik- und Naturpoesie, da die Gedichte dazu im Silicon Valley und in den Alpen geschrieben wurden. Vorzugsweise deshalb, weil sie zum Thema des heutigen Gesprächs passen.</p>
<p>Wir beginnen das Gespräch mit der Frage nach dem Begriff der Intelligenz. Wie kann man sich diesem Begriff nähern, der ja schon beim Menschen mit vielfältiger Bedeutung überladen ist — und dann wird er auch noch für künstliche Intelligenz verwendet?</p>

<p>»Intelligenz ist eine Form der Vermittlung innerhalb von Relationen — also, es werden Dinge in ein Verhältnis zueinander gestellt.«</p>

<p>Wie leitet sich daraus (beim Menschen) Selbstbewusstsein und Bewusstsein allgemein ab?</p>

<p>»Der Mensch ist ja sicherlich das erste Wesen, das überhaupt eine Definition dieser Eigenschaften, die es an sich selbst bemerkt, geleistet hat. […] Intelligenz erkennt sich selbst durch den Menschen als jenem Wesen, das intelligent ist, oder zu sein scheint.«</p>

<p>Was folgt daraus in theologisch/philosophischer Reflexion? Was bedeutet der Begriff Logos und wie steht er in Zusammenhang mit Intelligenz und Bewusstsein? Gibt es einen metaphysisch ur-ontologischen Garanten von Bedeutung? Ist Gott der Garant für die Vernünftigkeit der Vernunft? Oder sind diese Eigenschaften des Menschen schlicht emergente Phänomene, die aus der biologischen Komplexität seiner selbst entspringen?</p>
<p>Ist die »künstliche Intelligenz« äquivalent zur menschlichen/biologischen Vernunft? Oder ist dies grundsätzlich zu anthropomorph gedacht?</p>
<p>Wie ist der Zusammenhang zwischen diesen philosophisch/theologischen und operationalen Ansätzen der Intelligenz — etwa ausgedrückt durch Intelligenztests und dergleichen?</p>
<p>Was bedeutet der Begriff des Geistes? Was sind die verschiedenen Modi der Rationalität, in denen Menschen operieren? Was ist dianoetisches und noetisches Denken? Gibt es eine göttliche — hypernoetische Dimension?</p>
<p>Welche Rolle spielen Instinkt und Intuition? Wie nehmen wir Stimmungen wahr? Was hat es mit der Leiblichkeit auf sich?</p>
<p>Zu welcher Leistung sind nun Algorithmen und Maschinen fähig?</p>

<p>»Maschinen imitieren im Grunde Dianoia — zugleich aber simulieren sie noetische Vernunft«</p>

<p>Was ist Behaviorismus, und wie hilft er, die aktuellen Entwicklungen zu verstehen? Ist der Mensch frei? Was bedeutet der Begriff der Freiheit überhaupt, besonders wenn man sich auf die sogenannte Willensfreiheit bezieht?</p>
<p>Ziehen wir die Grenze zwischen Maschine und Mensch vielleicht nur darum, weil wir gekränkt sind, weil Maschinen nun etwas können, was wir für rein menschlich gehalten haben? Ist das vielleicht nur eine weitere Ergänzung zu den drei Kränkungen des Menschen nach Sigmund Freud?</p>

<p>»Warum sollten wir uns selbst abschaffen, hinfällig machen?«</p>

<p>Aber haben wir ab einem bestimmten Zeitpunkt überhaupt noch die Wahl? Was ist die Rolle des Leibes für Vernunft und Intelligenz und vor allem für die noetische Dimension?</p>
<p>Was ist Informationismus? Sind Maschinen gar die nächste evolutionäre Stufe auf unserem Planeten? Kehren wir zur Frage der Freiheit und Willensfreiheit zurück. Ist das vielleicht eine Frage, die viel weniger philosophische Tiefe hat, als häufig dargestellt wird? Um Wittgenstein zu bemühen:</p>

<p>»Die meisten Sätze und Fragen, welche über philosophische Dinge geschrieben worden sind, sind nicht falsch, sondern unsinnig.«</p>

<p>Wie zeigt sich das, was wir Autonomie nennen, wie kann es sein, dass wir uns selbst als frei empfinden?</p>

<p>»Das ist ja ein schönes Paradox der Freiheit, dass man sich freiwilliger Notwendigkeit hingibt. […] Freiheit ist eine Stimmung — man fühlt sich frei. […] Du willst ja nur, was du willst.«</p>

<p>Was folgt daraus?</p>

<p>»Wir sind schon immer gefangen in den Bedingungen unseres Hier-Seins. Und von innen — aus diesem System heraus — kann die Freiheit nicht bewiesen werden. So zumindest erscheint es uns.«</p>

<p>Schopenhauer sagt:</p>

<p>»Ich kann zwar tun, was ich will, aber nicht wollen, was ich will.«</p>

<p>Ist dies eine Widerlegung der Freiheit — wie Schopenhauer es annimmt — oder kann man andere Schlüsse ziehen?</p>
<p>Gibt es einen Grund anzunehmen, dass es Intelligenz nur beim Menschen, respektive in biologischen Systemen, gibt? Beziehungsweise, dass es überhaupt andere intelligente Wesen außerhalb von mir selbst gibt (die solipsistische Idee)? Was passiert aber mit verkörperter künstlicher Intelligenz, etwa in der Robotik? Sind Roboter nur Körper und kein Leib?</p>
<p>Ist es ein Kategorienfehler, die biologische mit der kulturellen und technischen Evolution zu vergleichen?</p>

<p>»Die Kultur hat den Menschen schon von der Evolution entfremdet.«</p>

<p>Kommt die biologische Evolution zu einem Ende, und wird sie von neuen Gesetzmäßigkeiten abgelöst? Was ist das Zusammenspiel von Technik, Maschinen und Macht? Ist Technik co-evolutionär mit dem Menschen? Gibt es einen Sprung von der Humanität zur Transhumanität? Was versteht man unter (technologischem) Transhumanismus, und was sind die Ursprünge?</p>
<p>Allgemeiner gefragt: Ist der Mensch eine Aporie, die man überwinden muss? Wie sieht es mit biologisch/technischen Mischformen, kybernetischen Organismen aus? Steuern wir auf eine Singularität zu, die in etwa so gelesen werden könnte:</p>

<p>»Es gibt keinen Gott — programmieren wir doch die Superintelligenz als neuen Gott«</p>

<p>So beantwortet Ray Kurzweil die Frage: Is there a god: »Not yet«.</p>

<p>»Wir haben keinen Begriff, was auf uns zukommt. Das könnte die Abschaffung des Menschen bedeuten — oder vielleicht eine relativ gemäßigte Koexistenz. Aber wir dürfen es nicht unterschätzen.«</p>

<p>Wie groß ist diese Gefahr? Ist es überhaupt eine Gefahr? Können wir diese Technologien kontrollieren und regulieren?</p>

<p>»Ich sehe keinen Grund anzunehmen, warum wir obsolet sein möchten.«</p>

<p>Wie wahrscheinlich ist das Entstehen einer Superintelligenz, die möglicherweise sogar global wirksam wird? Was wäre die Voraussetzung dafür? Aber selbst, wenn es zu keiner Singularität oder Superintelligenz kommt, ist die Menschlichkeit nicht schon durch die Integration in permanent verfügbare dianoetische Systeme gefährdet?</p>
<p>Werden wir unsere Urteilskraft an die Maschine delegieren? Mit welchen Folgen? Außerdem dürfen fundamentale Prinzipien komplexer Systeme nicht vergessen werden: Führen mehr Daten etwa zu mehr Sicherheit oder zu mehr Unsicherheit? Und wie können wir das entscheiden?</p>
<p>Woher kommt das Neue in die Welt?</p>

<p>»Die Welt ist nicht nur ihre Messbarkeit. Sie ist nicht die Summe ihrer Daten. […] Die Welt ist immer mehr und anders, als sich in einem Ordnungssystem sagen lässt.«</p>

<p>Zum Ende des Gesprächs folgt eine vielleicht unerwartete Abzweigung: Bevölkerungen kollabieren weltweit. Im Gegensatz zu den langjährigen Warnungen tritt also das Gegenteil einer Bevölkerungsexplosion mittel- und langfristig ein. Dies gilt praktisch weltweit und besonders in den Industrienationen. Eine dramatisch alternde und gleichzeitig schrumpfende Bevölkerung wird aber erhebliche Probleme haben, ihre ökonomische und militärische und damit geopolitische Position aufrechtzuerhalten.</p>
<p>Wird daraus ein enormer Druck entstehen, Robotik und künstliche Intelligenz als Ersatz für fehlende Arbeitskraft zu entwickeln und einzusetzen? Übernehmen — mit Marx gesprochen — die Maschinen also irgendwann die proletarische Arbeit? Gibt es doch noch ein alternatives und hoffnungsfroheres Paradigma? Also zu den Paradigmen der:</p>
<ol>
<li>
Humanität
</li>
<li>
Transhumanität
</li>
<li>
Theo-Humanität
</li>
</ol>
<p>Was ist darunter zu verstehen?</p>

<p>»Lasst uns doch gemeinsam uns vergöttlichen — ob es Gott gibt, oder nicht. Das macht uns zu würdevollen und schönen Wesen.«</p>

<p>Wollen wir Technologien, die den Menschen als Idioten betrachten, oder die uns als Menschen erhöhen?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/147-digitale_souveraenitaet_jaeger_mallinger/'>Episode 147:</a> Digitale Kolonie oder Souveränität? Ein Gespräch mit Wilfried Jäger und Kevin Mallinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/143-auf_sand_gebaut/'>Episode 143:</a> Auf Sand gebaut?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/139-komfortable_disruption/'>Episode 139:</a> Komfortable Disruption
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/137-leben_problemloesen/'>Episode 137:</a> Alles Leben ist Problemlösen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/134-transzendent_transient/'>Episode 134:</a> Das Werdende, das ewig wirkt und lebt? Transzendent oder Transient
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/132-fragen_an_ki/'>Episode 132:</a> Fragen an die künstliche Intelligenz — eine konstruktive Irritation
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/129-rules_daston/'>Episode 129:</a> Rules, A Conversation with Prof. Lorraine Daston
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/123-feine_grade_frank_zachos/'>Episode 123:</a> Die Natur kennt feine Grade, Ein Gespräch mit Prof. Frank Zachos
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/121-kuenstliche_unintelligenz/'>Episode 121:</a> Künstliche Unintelligenz
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/119-spy_vs_spy/'>Episode 119:</a> Spy vs Spy: Über künstlicher Intelligenz und anderen Agenten
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/104-qualitaet_und_quantitaet/'>Episode 104:</a> Aus Quantität wird Qualität
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/098-ist_gott_tot_steinmann/'>Episode 98: </a>Ist Gott tot? Ein philosophisches Gespräch mit Jan Juhani Steinmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/085-naturalismus/'>Episode 85:</a> Naturalismus — was weiß Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/068-modelle_andreas_windisch/'>Episode 68:</a> Modelle und Realität, ein Gespräch mit Dr. Andreas Windisch
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen </p>
<ul>
<li><a href='https://www.jjsteinmann.com/lebenslauf'>Webseite und Lebenslauf von Jan Juhani Steinmann</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/@HeresMundiMei'>YouTube Kanal von Jan Juhani Steinmann</a></li>
<li><a href='https://www.jjsteinmann.com/product-page/kritik-der-k%C3%BCnstlichen-vernunft'>Jan Juhani Steinmann, Kritik der künstlichen Vernunft, Lepanto (2025)</a></li>
<li><a href='https://www.jjsteinmann.com/product-page/das-vorfaltenlicht'>Jan Juhani Steinmann, Das Vorfaltenlicht. Die Alpen und das Valley, Wieser Verlag (2025)</a></li>
<li><a href='https://www.gutenberg.org/ebooks/6343'>Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft (1781)</a></li>
<li>Peter Sloterdijk, Kritik der zynischen Vernunft, Suhrkamp (1983)</li>
<li><a href='https://www.gutenberg.org/ebooks/5740'>Ludwig Wittgenstein, Tractatus logico-philosophicus (1922)</a></li>
<li><a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Kr%C3%A4nkungen_der_Menschheit'>Kränkungen der Menschheit, Sigmund Freud und folgende</a></li>
<li>Andy Clark, Being There, MIT Press (1998)</li>
<li><a href='https://www.scientificamerican.com/blog/observations/how-a-flawed-experiment-proved-that-free-will-doesnt-exist/'>Steve Taylor, How a Flawed Experiment “Proved” That Free Will Doesn’t Exist, Scientific American (2019)</a></li>
</ul>
]]></description>
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<p>Was hat es mit der sogenannten Singularität und dem Transhumanismus auf sich, und warum könnte die Bevölkerungsentwicklung des Menschen eine wesentliche Rolle spielen? Am Ende legt Jan seine Vorstellung eines positiven Bildes des Zusammenspiels von Mensch und Technik dar.</p>
<p>Dr. Juhani Steinmann ist in Bern geboren, mütterlicherseits Finne, ist Philosoph, Dichter und Theologe. Er hat Philosophie, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften, Politikwissenschaften sowie Theologie in Zürich, Berlin, St. Andrews, Heidelberg, Rom und Cambridge studiert. Forschungsaufenthalte wurden in Kopenhagen, Helsinki und Oxford durchgeführt. Unter der Betreuung von Prof. Konrad Paul Liessmann hat er 2021 an der Universität Wien in Philosophie promoviert. Zurzeit forscht er am Institut Catholique de Paris, an der Università di Roma LUMSA sowie an der Faculty of Divinity der University of Cambridge zur poetischen Phänomenologie im Kontext des Denkens von Kierkegaard, Nietzsche und Heidegger. Er ist ferner Begründer des Kollektivs Omnibus Omnia. Nebst wissenschaftlichen Publikationen in Philosophie und Theologie publiziert er auch Dichtung.</p>
<p>Besonders möchte ich auch seine Bücher erwähnen, vorzugsweise: »Kritik der künstlichen Vernunft. Vorspiel eines Anathemas« und »Das Vorfaltenlicht. Die Alpen und das Valley«. Diese beiden Werke gehören zusammen, sind wie Geschwister zu betrachten. Das erste ist eine Techniktheologie/-philosophie, das zweite eine Technik- und Naturpoesie, da die Gedichte dazu im Silicon Valley und in den Alpen geschrieben wurden. Vorzugsweise deshalb, weil sie zum Thema des heutigen Gesprächs passen.</p>
<p>Wir beginnen das Gespräch mit der Frage nach dem Begriff der Intelligenz. Wie kann man sich diesem Begriff nähern, der ja schon beim Menschen mit vielfältiger Bedeutung überladen ist — und dann wird er auch noch für künstliche Intelligenz verwendet?</p>

<p>»Intelligenz ist eine Form der Vermittlung innerhalb von Relationen — also, es werden Dinge in ein Verhältnis zueinander gestellt.«</p>

<p>Wie leitet sich daraus (beim Menschen) Selbstbewusstsein und Bewusstsein allgemein ab?</p>

<p>»Der Mensch ist ja sicherlich das erste Wesen, das überhaupt eine Definition dieser Eigenschaften, die es an sich selbst bemerkt, geleistet hat. […] Intelligenz erkennt sich selbst durch den Menschen als jenem Wesen, das intelligent ist, oder zu sein scheint.«</p>

<p>Was folgt daraus in theologisch/philosophischer Reflexion? Was bedeutet der Begriff Logos und wie steht er in Zusammenhang mit Intelligenz und Bewusstsein? Gibt es einen metaphysisch ur-ontologischen Garanten von Bedeutung? Ist Gott der Garant für die Vernünftigkeit der Vernunft? Oder sind diese Eigenschaften des Menschen schlicht emergente Phänomene, die aus der biologischen Komplexität seiner selbst entspringen?</p>
<p>Ist die »künstliche Intelligenz« äquivalent zur menschlichen/biologischen Vernunft? Oder ist dies grundsätzlich zu anthropomorph gedacht?</p>
<p>Wie ist der Zusammenhang zwischen diesen philosophisch/theologischen und operationalen Ansätzen der Intelligenz — etwa ausgedrückt durch Intelligenztests und dergleichen?</p>
<p>Was bedeutet der Begriff des Geistes? Was sind die verschiedenen Modi der Rationalität, in denen Menschen operieren? Was ist dianoetisches und noetisches Denken? Gibt es eine göttliche — hypernoetische Dimension?</p>
<p>Welche Rolle spielen Instinkt und Intuition? Wie nehmen wir Stimmungen wahr? Was hat es mit der Leiblichkeit auf sich?</p>
<p>Zu welcher Leistung sind nun Algorithmen und Maschinen fähig?</p>

<p>»Maschinen imitieren im Grunde Dianoia — zugleich aber simulieren sie noetische Vernunft«</p>

<p>Was ist Behaviorismus, und wie hilft er, die aktuellen Entwicklungen zu verstehen? Ist der Mensch frei? Was bedeutet der Begriff der Freiheit überhaupt, besonders wenn man sich auf die sogenannte Willensfreiheit bezieht?</p>
<p>Ziehen wir die Grenze zwischen Maschine und Mensch vielleicht nur darum, weil wir gekränkt sind, weil Maschinen nun etwas können, was wir für rein menschlich gehalten haben? Ist das vielleicht nur eine weitere Ergänzung zu den drei Kränkungen des Menschen nach Sigmund Freud?</p>

<p>»Warum sollten wir uns selbst abschaffen, hinfällig machen?«</p>

<p>Aber haben wir ab einem bestimmten Zeitpunkt überhaupt noch die Wahl? Was ist die Rolle des Leibes für Vernunft und Intelligenz und vor allem für die noetische Dimension?</p>
<p>Was ist Informationismus? Sind Maschinen gar die nächste evolutionäre Stufe auf unserem Planeten? Kehren wir zur Frage der Freiheit und Willensfreiheit zurück. Ist das vielleicht eine Frage, die viel weniger philosophische Tiefe hat, als häufig dargestellt wird? Um Wittgenstein zu bemühen:</p>

<p>»Die meisten Sätze und Fragen, welche über philosophische Dinge geschrieben worden sind, sind nicht falsch, sondern unsinnig.«</p>

<p>Wie zeigt sich das, was wir Autonomie nennen, wie kann es sein, dass wir uns selbst als frei empfinden?</p>

<p>»Das ist ja ein schönes Paradox der Freiheit, dass man sich freiwilliger Notwendigkeit hingibt. […] Freiheit ist eine Stimmung — man fühlt sich frei. […] Du willst ja nur, was du willst.«</p>

<p>Was folgt daraus?</p>

<p>»Wir sind schon immer gefangen in den Bedingungen unseres Hier-Seins. Und von innen — aus diesem System heraus — kann die Freiheit nicht bewiesen werden. So zumindest erscheint es uns.«</p>

<p>Schopenhauer sagt:</p>

<p>»Ich kann zwar tun, was ich will, aber nicht wollen, was ich will.«</p>

<p>Ist dies eine Widerlegung der Freiheit — wie Schopenhauer es annimmt — oder kann man andere Schlüsse ziehen?</p>
<p>Gibt es einen Grund anzunehmen, dass es Intelligenz nur beim Menschen, respektive in biologischen Systemen, gibt? Beziehungsweise, dass es überhaupt andere intelligente Wesen außerhalb von mir selbst gibt (die solipsistische Idee)? Was passiert aber mit verkörperter künstlicher Intelligenz, etwa in der Robotik? Sind Roboter nur Körper und kein Leib?</p>
<p>Ist es ein Kategorienfehler, die biologische mit der kulturellen und technischen Evolution zu vergleichen?</p>

<p>»Die Kultur hat den Menschen schon von der Evolution entfremdet.«</p>

<p>Kommt die biologische Evolution zu einem Ende, und wird sie von neuen Gesetzmäßigkeiten abgelöst? Was ist das Zusammenspiel von Technik, Maschinen und Macht? Ist Technik co-evolutionär mit dem Menschen? Gibt es einen Sprung von der Humanität zur Transhumanität? Was versteht man unter (technologischem) Transhumanismus, und was sind die Ursprünge?</p>
<p>Allgemeiner gefragt: Ist der Mensch eine Aporie, die man überwinden muss? Wie sieht es mit biologisch/technischen Mischformen, kybernetischen Organismen aus? Steuern wir auf eine Singularität zu, die in etwa so gelesen werden könnte:</p>

<p>»Es gibt keinen Gott — programmieren wir doch die Superintelligenz als neuen Gott«</p>

<p>So beantwortet Ray Kurzweil die Frage: Is there a god: »Not yet«.</p>

<p>»Wir haben keinen Begriff, was auf uns zukommt. Das könnte die Abschaffung des Menschen bedeuten — oder vielleicht eine relativ gemäßigte Koexistenz. Aber wir dürfen es nicht unterschätzen.«</p>

<p>Wie groß ist diese Gefahr? Ist es überhaupt eine Gefahr? Können wir diese Technologien kontrollieren und regulieren?</p>

<p>»Ich sehe keinen Grund anzunehmen, warum wir obsolet sein möchten.«</p>

<p>Wie wahrscheinlich ist das Entstehen einer Superintelligenz, die möglicherweise sogar global wirksam wird? Was wäre die Voraussetzung dafür? Aber selbst, wenn es zu keiner Singularität oder Superintelligenz kommt, ist die Menschlichkeit nicht schon durch die Integration in permanent verfügbare dianoetische Systeme gefährdet?</p>
<p>Werden wir unsere Urteilskraft an die Maschine delegieren? Mit welchen Folgen? Außerdem dürfen fundamentale Prinzipien komplexer Systeme nicht vergessen werden: Führen mehr Daten etwa zu mehr Sicherheit oder zu mehr Unsicherheit? Und wie können wir das entscheiden?</p>
<p>Woher kommt das Neue in die Welt?</p>

<p>»Die Welt ist nicht nur ihre Messbarkeit. Sie ist nicht die Summe ihrer Daten. […] Die Welt ist immer mehr und anders, als sich in einem Ordnungssystem sagen lässt.«</p>

<p>Zum Ende des Gesprächs folgt eine vielleicht unerwartete Abzweigung: Bevölkerungen kollabieren weltweit. Im Gegensatz zu den langjährigen Warnungen tritt also das Gegenteil einer Bevölkerungsexplosion mittel- und langfristig ein. Dies gilt praktisch weltweit und besonders in den Industrienationen. Eine dramatisch alternde und gleichzeitig schrumpfende Bevölkerung wird aber erhebliche Probleme haben, ihre ökonomische und militärische und damit geopolitische Position aufrechtzuerhalten.</p>
<p>Wird daraus ein enormer Druck entstehen, Robotik und künstliche Intelligenz als Ersatz für fehlende Arbeitskraft zu entwickeln und einzusetzen? Übernehmen — mit Marx gesprochen — die Maschinen also irgendwann die proletarische Arbeit? Gibt es doch noch ein alternatives und hoffnungsfroheres Paradigma? Also zu den Paradigmen der:</p>
<ol>
<li>
Humanität
</li>
<li>
Transhumanität
</li>
<li>
Theo-Humanität
</li>
</ol>
<p>Was ist darunter zu verstehen?</p>

<p>»Lasst uns doch gemeinsam uns vergöttlichen — ob es Gott gibt, oder nicht. Das macht uns zu würdevollen und schönen Wesen.«</p>

<p>Wollen wir Technologien, die den Menschen als Idioten betrachten, oder die uns als Menschen erhöhen?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/147-digitale_souveraenitaet_jaeger_mallinger/'>Episode 147:</a> Digitale Kolonie oder Souveränität? Ein Gespräch mit Wilfried Jäger und Kevin Mallinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/143-auf_sand_gebaut/'>Episode 143:</a> Auf Sand gebaut?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/139-komfortable_disruption/'>Episode 139:</a> Komfortable Disruption
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/137-leben_problemloesen/'>Episode 137:</a> Alles Leben ist Problemlösen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/134-transzendent_transient/'>Episode 134:</a> Das Werdende, das ewig wirkt und lebt? Transzendent oder Transient
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/132-fragen_an_ki/'>Episode 132:</a> Fragen an die künstliche Intelligenz — eine konstruktive Irritation
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/129-rules_daston/'>Episode 129:</a> Rules, A Conversation with Prof. Lorraine Daston
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/123-feine_grade_frank_zachos/'>Episode 123:</a> Die Natur kennt feine Grade, Ein Gespräch mit Prof. Frank Zachos
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/121-kuenstliche_unintelligenz/'>Episode 121:</a> Künstliche Unintelligenz
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/119-spy_vs_spy/'>Episode 119:</a> Spy vs Spy: Über künstlicher Intelligenz und anderen Agenten
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/104-qualitaet_und_quantitaet/'>Episode 104:</a> Aus Quantität wird Qualität
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<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/098-ist_gott_tot_steinmann/'>Episode 98: </a>Ist Gott tot? Ein philosophisches Gespräch mit Jan Juhani Steinmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/085-naturalismus/'>Episode 85:</a> Naturalismus — was weiß Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/068-modelle_andreas_windisch/'>Episode 68:</a> Modelle und Realität, ein Gespräch mit Dr. Andreas Windisch
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen </p>
<ul>
<li><a href='https://www.jjsteinmann.com/lebenslauf'>Webseite und Lebenslauf von Jan Juhani Steinmann</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/@HeresMundiMei'>YouTube Kanal von Jan Juhani Steinmann</a></li>
<li><a href='https://www.jjsteinmann.com/product-page/kritik-der-k%C3%BCnstlichen-vernunft'>Jan Juhani Steinmann, Kritik der künstlichen Vernunft, Lepanto (2025)</a></li>
<li><a href='https://www.jjsteinmann.com/product-page/das-vorfaltenlicht'>Jan Juhani Steinmann, Das Vorfaltenlicht. Die Alpen und das Valley, Wieser Verlag (2025)</a></li>
<li><a href='https://www.gutenberg.org/ebooks/6343'>Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft (1781)</a></li>
<li>Peter Sloterdijk, Kritik der zynischen Vernunft, Suhrkamp (1983)</li>
<li><a href='https://www.gutenberg.org/ebooks/5740'>Ludwig Wittgenstein, Tractatus logico-philosophicus (1922)</a></li>
<li><a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Kr%C3%A4nkungen_der_Menschheit'>Kränkungen der Menschheit, Sigmund Freud und folgende</a></li>
<li>Andy Clark, Being There, MIT Press (1998)</li>
<li><a href='https://www.scientificamerican.com/blog/observations/how-a-flawed-experiment-proved-that-free-will-doesnt-exist/'>Steve Taylor, How a Flawed Experiment “Proved” That Free Will Doesn’t Exist, Scientific American (2019)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Der Titel der heutigen Episode ist: »Künstliche Vernunft?«, und ich freue mich besonders, dass sich Jan Juhani Steinmann wieder zu einem Gespräch bereit erklärt hat. Wir werden in dieser Episode einen weiten Bogen spannen von der Frage, was Intelligenz, Bewusstsein und Selbstbewusstsein sind, welche Rolle Biologie, Leib und Körper sowie Theologie spielen können, um dann auf die Frage der künstlichen Intelligenz und Vernunft zu kommen.

Was hat es mit der sogenannten Singularität und dem Transhumanismus auf sich, und warum könnte die Bevölkerungsentwicklung des Menschen eine wesentliche Rolle spielen? Am Ende legt Jan seine Vorstellung eines positiven Bildes des Zusammenspiels von Mensch und Technik dar.

Dr. Juhani Steinmann ist in Bern geboren, mütterlicherseits Finne, ist Philosoph, Dichter und Theologe. Er hat Philosophie, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften, Politikwissenschaften sowie Theologie in Zürich, Berlin, St. Andrews, Heidelberg, Rom und Cambridge studiert. Forschungsaufenthalte wurden in Kopenhagen, Helsinki und Oxford durchgeführt. Unter der Betreuung von Prof. Konrad Paul Liessmann hat er 2021 an der Universität Wien in Philosophie promoviert. Zurzeit forscht er am Institut Catholique de Paris, an der Università di Roma LUMSA sowie an der Faculty of Divinity der University of Cambridge zur poetischen Phänomenologie im Kontext des Denkens von Kierkegaard, Nietzsche und Heidegger. Er ist ferner Begründer des Kollektivs Omnibus Omnia. Nebst wissenschaftlichen Publikationen in Philosophie und Theologie publiziert er auch Dichtung.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episode>148</itunes:episode>
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            </item>
    <item>
        <title>147 — Digitale Kolonie oder Souveränität? Ein Gespräch mit Wilfried Jäger und Kevin Mallinger</title>
        <itunes:title>147 — Digitale Kolonie oder Souveränität? Ein Gespräch mit Wilfried Jäger und Kevin Mallinger</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/147-digitale_souveraenitaet_jaeger_mallinger/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/147-digitale_souveraenitaet_jaeger_mallinger/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 23 Feb 2026 05:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Der Titel der heutigen Episode ist: Digitale Kolonie oder Souveränität? Europa steckt in einer Reihe von Herausforderungen, eine davon ist, wie wir die immer durchdringendere Digitalisierung zu unserem Vorteil nutzen und die damit verbundenen Risiken minimieren können.</p>
<p>Ich freue mich besonders, für dieses sehr wichtige Thema zwei Gesprächspartner zu haben: Wilfried Jäger und Kevin Mallinger.</p>
<p>Wilfried hat in Wien technische Physik studiert und anschließend eine Postdoc-Stelle im Bereich „Industrial Policy” am MIT in den USA angenommen. Danach war er als Berater mit Schwerpunkt IT-Einsatz tätig. Seine Konzernlaufbahn konzentrierte sich auf physische Infrastrukturen, zunächst im Bereich Eisenbahn und später im Rechenzentrumsbetrieb. Diese Tätigkeit hatte er auch in der Verwaltung inne, bis er vor ca. 8 Jahren den Schwerpunkt auf KI in der Verwaltung legte.</p>
<p>Seine Interessensschwerpunkte sind digitale Infrastrukturen und Open-Source-Software. Neben der beruflichen Tätigkeit, und dies ist für diese Episode ebenfalls sehr wichtig, hat er vor mehr als 15 Jahren den Verein OSSBIG mitgegründet, der das Thema Unabhängigkeit und Souveränität auf unterschiedlichen Ebenen propagiert.</p>
<p>Kevin ist Leiter der Forschungsgruppe Complexity and Resilience und verantwortlich für die anwendungsorientiere Forschung im Forschungszentrum SBA Research in Wien.Er ist im Bereich der Informatik und Komplexitätsforschung  mit einem besonderen Schwerpunkt auf nachhaltige Technologien. Außerdem leitet er bei der Österreichischen Computer Gesellschaft die Arbeitsgruppe Informatik und Nachhaltigkeit.</p>
<p>Digitale Souveränität ist aktuell in aller Munde, besonders in Europa, aber ist es schlicht ein Buzzword, alter Wein in neuen Schläuchen oder relevant und wichtig? Ich nehme in diesem Podcast von Buzzword-Themen Abstand. Daher ist es aus meiner Beobachtung eine wesentliche Diskussion, die wohl seit mindestens 25 Jahren schwelt, und gerade wieder gehyped wird, dennoch aber von fundamentaler Bedeutung ist.</p>
<p>Aber zunächst gehen wir einen Schritt zurück: Viele Zuhörer sind keine Techniker — warum ist Software und digitale Souveränität überhaupt ein Thema?</p>
<p>Vor einigen Jahrzehnten war es noch schwer, die gesellschaftliche Bedeutung in der Breite der Gesellschaft klar genug zu machen, auch wenn die technisch/ökonomische schon einigen klar war. So erklärt sich unter anderem auch die Gründung der OSSBIG, von der Wilfried erzählt. </p>
<p>Digitalisierung hat nun die gesamte Gesellschaft sehr offensichtlich in jeder alltäglichen Dimension durchdrungen — damit werden auch Abhängigkeiten und Gefahren in der Breite deutlicher.</p>
<p>Was ist somit unter der Plattformisierung digitaler Infrastrukturen zu verstehen? Was sind die Folgen? Die gesamte Prozesskette ist ungleich komplexer geworden und damit natürlich auch die Fortpflanzung von Fehlern und Abhängigkeiten ausgeprägter. Hinzu kommt der evolutionäre Aspekt von Technik, das heißt, Neues wird immer auch auf Altem aufgebaut, was neue Herausforderungen mit sich bringt.</p>
<p>Diese Situation ist eben keine rein technische mehr, sondern ist zu einer komplexen Gemengelage aus technischen, geopolitischen, militärischen und wirtschaftlichen Themen geworden. Das macht die Sache natürlich nicht einfacher.</p>
<p>Wie sehen wir digitale Souveränität und Autonomie? Wer ist souverän, in welcher Hinsicht? Welche Rolle spielen andere Schlagworte in diesem Umfeld, etwa Komplexität, Open Source und Open Protocol, Netzwerkeffekte?</p>
<p>Ein Indikator für die Explosion an IT-Services und Diensten und daraus folgender Komplexität:</p>

<p>»Wir haben IPV6 eingeführt, weil wir mussten — das hat mehr IP-Adressen als es Atome im Weltall gibt.«</p>

<p>Welche Rolle spielen Marktmechanismen in diesem Kontext? Wie werden neue Technologien eingeführt? Was können wir aus der Vergangenheit lernen?</p>

<p>»Aus Spaß wird Ernst und aus Ernst wird Infrastruktur.«</p>

<p>Technik ist meist ein zweischneidiges Schwert:</p>

<p>»Auf der einen Seite gewinnen wir Freiheiten, auf der anderen Seite schaffen wir Abhängigkeiten auf einer anderen, meist systemischen Ebene.«</p>

<p>Diese Abhängkeiten, diese Infrastruktur muss heute sogar global betrachtet werden. Single Points of Failure sind nicht mehr theoretisch, sondern immer wieder zu beobachten.</p>

<p>»Durch die Komplexität verlieren wir den Überblick.«</p>

<p>Abhängigkeiten gehen weit über die IT hinaus und sind teiweise zirkulär. Was bedeutet dies konkret? Software ist zwar ein virtuelles Gut, aber wird dadurch noch schneller weltumspannend wirksam.</p>
<p>Wie wirkt Evolution in der Software?</p>
<ul>
<li>
<p>innerhalb einer Organisation</p>
</li>
<li>
<p>marktwirtschaftlicher Wettbewerb zwischen Unternehmen</p>
</li>
<li>
<p>Open Source — wir funktioniert Evolution hier?</p>
</li>
</ul>
<p>Welche Auswirkungen hat das auf Eigentumsrechte, Verantwortlichkeit, Motivation, Zentralität vs. Dezentralität? Wer hat noch Kontrolle über die Systeme, die entwickelt werden und die sich evolutionär weiterentwickeln?</p>
<p>Es kommen wieder die häufig genannten Fragen auf: Wo findet Steuerung und Kontrolle statt und wo soll sie vernünftigerweise stattfinden? Kann man Komplexität überhaupt sinnvoll zentralisieren?</p>

<p>»Der Steuerungsmechanismus kann nicht weniger komplex sein als das System selber.«</p>

<p>Kehren wir also wieder zu den frühen kybernetischen Erkenntnissen und Problemen zurück? Das wurde von W. Ross Ashby (und Stafford Beer) als Law of Requisite Variety bezeichnet.</p>
<p>Was ist Edge Computing? Wie können verteilte Ansätze hier weiterhelfen?</p>
<p>Aber wie schafft man die Abwägung zwischen größeren strategischen Überlegungen und operativen taktischen Entscheidungen? Wie lösen wir das Koordinationsproblem?</p>
<p>Warum ist es weiter problematisch, Open Source und kommerzielle Software klar trennen zu wollen? Was ist nun die Überlappung zwischen Open Source/Protocol und Souveränität?</p>

<p>»Souveränität bedeutet, dass ich genügend Handlungsoptionen in einem komplexen Umfeld habe. Jeder Mechanismus, der mir das ermöglicht, erhöht meine Souveränität.«</p>

<p>Was sind Software-agnostische Daten? Was sind Protokolle und warum sind solche, die sich als Standard etabliert haben, kaum mehr wegzubekommen? Was bedeutet dies im Kontext der digitalen Souveränität?</p>
<p>Software — alles schnell, Programme von gestern spielen keine Rolle mehr, jeden Tag eine neue App? Oder läuft wesentliche Software über Jahrzehnte, oder noch länger? Und die Daten, mit denen operiert wird, haben noch wesentlich längere Lebenszyklen. Wie gehen wir im Zeitalter der Digitalisierung damit um? Es gibt auch in der Privatindustrie Beispiele, wo Geschäftsfälle Daten und Code über ein Jahrhundert gewartet und betrieben werden müssen. Was bedeutet dies vor allem auch für die gesellschaftliche Kontrolle dieser Infrastrukturen.</p>
<p>Ich provoziere: Wenn wir aber der Realität der letzten Jahrzehnte ins Auge blicken so sind wir (in Europa) nicht längst eine digitale Kolonie und versuchen jetzt den Zwergenaufstand? Kein einziges der weltweit größten 25 Unternehmen (die ersten zehn fast ausschließlich IT-Unternehmen) ist europäisch und auch in einer Bewertung kritischer Technologien und deren Führerschaft spielt Europa keine Rolle. Haben wir also in Europa in allen wesentlichen Aspekten den Anschluss verloren? Was gibt es überhaupt noch zu tun?</p>
<p>Wilfried bringt die »Gegenprovokation«:</p>

<p>»Jedes System erlebt, bevor es zusammenkracht, seine große Blüte.«</p>

<p>Wer wird gewinnen? Der Tyrannosaurus Rex oder die Säugetiere? Ist diese Metapher zutreffend? Welche unserer Provokationen gewinnt? 😉 Ist Europa vielleicht sogar im Vorteil, weil wir traditionell mit Dezentralität kulturell gut umgehen?</p>
<p>Was können wir von der EU erwarten? Oder zynisch formuliert: Sollen wir uns eher vor der EU-Politik fürchten? Denken wir an die zentralen Ziele der Lissabon-Strategie von 2000, die EU zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen — mit Fokus auf Innovation — geplant bis 2010. 2026 ist das genaue Gegenteil zu beobachten.</p>
<p>Wie kann es gelingen, Rahmenbedingungen zu geben, die Innovation nicht behindern und Bottom-Up-Prozesse verstärken — gemeinsam steuern, aber auch die Möglichkeit bieten, auszustiegen, wenn einem der Pfad nicht gefällt?</p>
<p>Was versteht man unter »Software Gardening« und warum könnte das eine breitere Wirkung entfalten?</p>

<p>»Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht«</p>

<p>Aber man kann das junge Gras auch zertreten. Haben wir zu viel Regulierung in der EU, oder sind wir im Prinzip auf einem richtigen Weg?</p>
<p>Was können Individuen oder einzelne Unternehmen tun, um durch ein höheres Maß an Souveränität Wettbewerbsvorteile zu lukrieren?</p>

<p>»Beziehung, Netzwerk ist Trumpf — über den einzelnen Baustein.«</p>

<p>Strategische Vernetzung könnte sich als Erfolgsmodell herauskristallisieren. Das erfordert neues Denken und neue strategische Prozesse.</p>

<p>»Ich muss von einer Konsumenten-transaktionalen Geld-gebe-Haltung in eine Beteiligungs-Haltung wechseln.«</p>

<p>Andererseits ist das Erfolgsmodell westlicher Industrienationen die arbeitsteilige Wirtschaft. Wie passt das zusammen?</p>
<p>Es stellt sich für Unternehmen immer mehr die Frage: Was ist strategisch, was ist eine Commodity? Beide Dinge erfordern sehr unterschiedliche Zugänge.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/144-fortschritt_daniel_stelter/'>Episode 144:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Dr. Daniel Stelter aus ökonomischer Perspektive
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/141-passagier_steuermann_markus_raunig/'>Episode 141:</a> Passagier oder Steuermann? Ein Gespräch mit Markus Raunig
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/134-transzendent_transient/'>Episode 134:</a> Das Werdende, das ewig wirkt und lebt? Transzendent oder Transient
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/132-fragen_an_ki/'>Episode 132:</a> Fragen an die künstliche Intelligenz — eine konstruktive Irritation
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/122-komplexitaetsillusion_gigerenzer/'>Episode 122</a>: Komplexitätsillusion oder Heuristik, ein Gespräch mit Gerd Gigerenzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/121-kuenstliche_unintelligenz/'>Episode 121:</a> Künstliche Unintelligenz
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/094-systemisch_gesellschaft_verwundbarkeit_saurugg/'>Episode 94:</a> Systemisches Denken und gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/061-digitaler_humanismus-erich_prem/'>Episode 61:</a> Digitaler Humanismus, ein Gespräch mit Erich Prem
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/040-software_nachhaltigkeit_philipp_reisinger/'>Episode 40:</a> Software Nachhaltigkeit, ein Gespräch mit Philipp Reisinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/020-offene-systeme-teil-2-gesprach-mit-lukas-lang-und-christoph-derndorfer/'>Episode 20:</a> Offene Systeme – Teil 2: Gespräch mit Lukas Lang und Christoph Derndorfer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/019-offene-systeme-teil-1/'>Episode 19:</a> Offene Systeme – Teil 1: Gespräch mit Lukas Lang und Christoph Derndorfer
</li>
</ul>
<p>Wilfried, Kevin, SBA</p>
<ul>
<li><a href='https://www.ossbig.at/generalsekretaeriat/'>Wilfried Jäger bei OSSBIG</a></li>
<li><a href='https://www.sba-research.org/team/kevin-mallinger/'>Kevin Mallinger bei SBA Research</a></li>
<li><a href='https://www.sba-research.org/professional-services/security-training/softwarequalitat-verstehen-messen-und-steuern/'>Softwarequalität verstehen, messen und steuern — SBA Kurs und Beratung</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>
<a href='https://www.heise.de/news/Nach-LiMux-Aus-Wie-sich-Muenchen-langsam-wieder-an-Open-Source-annaehert-9980995.html'>Linux in München? Heise (2024)</a>
</li>
<li>
General Stanley McChrystal, Teams of Teams: New Rules of Engagement for a Complex World, Penguin (2015)
</li>
<li>
Dan Davies, The Unaccountability Machine, Why Big Systems Make Terrible Decisions - and How The World Lost its Mind, Profile Books (2024)
</li>
<li>
<a href='https://www.iso.org/standard/45245.html'>ODT Textformat</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.aspi.org.au/report/critical-technology-tracker/'>ASPIs Critical Technology Tracker</a>
</li>
<li>
<a href='https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/edic'>EU: European Digital Infrastructure Consortium</a>
</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Der Titel der heutigen Episode ist: Digitale Kolonie oder Souveränität? Europa steckt in einer Reihe von Herausforderungen, eine davon ist, wie wir die immer durchdringendere Digitalisierung zu unserem Vorteil nutzen und die damit verbundenen Risiken minimieren können.</p>
<p>Ich freue mich besonders, für dieses sehr wichtige Thema zwei Gesprächspartner zu haben: Wilfried Jäger und Kevin Mallinger.</p>
<p>Wilfried hat in Wien technische Physik studiert und anschließend eine Postdoc-Stelle im Bereich „Industrial Policy” am MIT in den USA angenommen. Danach war er als Berater mit Schwerpunkt IT-Einsatz tätig. Seine Konzernlaufbahn konzentrierte sich auf physische Infrastrukturen, zunächst im Bereich Eisenbahn und später im Rechenzentrumsbetrieb. Diese Tätigkeit hatte er auch in der Verwaltung inne, bis er vor ca. 8 Jahren den Schwerpunkt auf KI in der Verwaltung legte.</p>
<p>Seine Interessensschwerpunkte sind digitale Infrastrukturen und Open-Source-Software. Neben der beruflichen Tätigkeit, und dies ist für diese Episode ebenfalls sehr wichtig, hat er vor mehr als 15 Jahren den Verein OSSBIG mitgegründet, der das Thema Unabhängigkeit und Souveränität auf unterschiedlichen Ebenen propagiert.</p>
<p>Kevin ist Leiter der Forschungsgruppe Complexity and Resilience und verantwortlich für die anwendungsorientiere Forschung im Forschungszentrum SBA Research in Wien.Er ist im Bereich der Informatik und Komplexitätsforschung  mit einem besonderen Schwerpunkt auf nachhaltige Technologien. Außerdem leitet er bei der Österreichischen Computer Gesellschaft die Arbeitsgruppe Informatik und Nachhaltigkeit.</p>
<p>Digitale Souveränität ist aktuell in aller Munde, besonders in Europa, aber ist es schlicht ein Buzzword, alter Wein in neuen Schläuchen oder relevant und wichtig? Ich nehme in diesem Podcast von Buzzword-Themen Abstand. Daher ist es aus meiner Beobachtung eine wesentliche Diskussion, die wohl seit mindestens 25 Jahren schwelt, und gerade wieder gehyped wird, dennoch aber von fundamentaler Bedeutung ist.</p>
<p>Aber zunächst gehen wir einen Schritt zurück: Viele Zuhörer sind keine Techniker — warum ist Software und digitale Souveränität überhaupt ein Thema?</p>
<p>Vor einigen Jahrzehnten war es noch schwer, die gesellschaftliche Bedeutung in der Breite der Gesellschaft klar genug zu machen, auch wenn die technisch/ökonomische schon einigen klar war. So erklärt sich unter anderem auch die Gründung der OSSBIG, von der Wilfried erzählt. </p>
<p>Digitalisierung hat nun die gesamte Gesellschaft sehr offensichtlich in jeder alltäglichen Dimension durchdrungen — damit werden auch Abhängigkeiten und Gefahren in der Breite deutlicher.</p>
<p>Was ist somit unter der Plattformisierung digitaler Infrastrukturen zu verstehen? Was sind die Folgen? Die gesamte Prozesskette ist ungleich komplexer geworden und damit natürlich auch die Fortpflanzung von Fehlern und Abhängigkeiten ausgeprägter. Hinzu kommt der evolutionäre Aspekt von Technik, das heißt, Neues wird immer auch auf Altem aufgebaut, was neue Herausforderungen mit sich bringt.</p>
<p>Diese Situation ist eben keine rein technische mehr, sondern ist zu einer komplexen Gemengelage aus technischen, geopolitischen, militärischen und wirtschaftlichen Themen geworden. Das macht die Sache natürlich nicht einfacher.</p>
<p>Wie sehen wir digitale Souveränität und Autonomie? Wer ist souverän, in welcher Hinsicht? Welche Rolle spielen andere Schlagworte in diesem Umfeld, etwa Komplexität, Open Source und Open Protocol, Netzwerkeffekte?</p>
<p>Ein Indikator für die Explosion an IT-Services und Diensten und daraus folgender Komplexität:</p>

<p>»Wir haben IPV6 eingeführt, weil wir mussten — das hat mehr IP-Adressen als es Atome im Weltall gibt.«</p>

<p>Welche Rolle spielen Marktmechanismen in diesem Kontext? Wie werden neue Technologien eingeführt? Was können wir aus der Vergangenheit lernen?</p>

<p>»Aus Spaß wird Ernst und aus Ernst wird Infrastruktur.«</p>

<p>Technik ist meist ein zweischneidiges Schwert:</p>

<p>»Auf der einen Seite gewinnen wir Freiheiten, auf der anderen Seite schaffen wir Abhängigkeiten auf einer anderen, meist systemischen Ebene.«</p>

<p>Diese Abhängkeiten, diese Infrastruktur muss heute sogar global betrachtet werden. Single Points of Failure sind nicht mehr theoretisch, sondern immer wieder zu beobachten.</p>

<p>»Durch die Komplexität verlieren wir den Überblick.«</p>

<p>Abhängigkeiten gehen weit über die IT hinaus und sind teiweise zirkulär. Was bedeutet dies konkret? Software ist zwar ein virtuelles Gut, aber wird dadurch noch schneller weltumspannend wirksam.</p>
<p>Wie wirkt Evolution in der Software?</p>
<ul>
<li>
<p>innerhalb einer Organisation</p>
</li>
<li>
<p>marktwirtschaftlicher Wettbewerb zwischen Unternehmen</p>
</li>
<li>
<p>Open Source — wir funktioniert Evolution hier?</p>
</li>
</ul>
<p>Welche Auswirkungen hat das auf Eigentumsrechte, Verantwortlichkeit, Motivation, Zentralität vs. Dezentralität? Wer hat noch Kontrolle über die Systeme, die entwickelt werden und die sich evolutionär weiterentwickeln?</p>
<p>Es kommen wieder die häufig genannten Fragen auf: Wo findet Steuerung und Kontrolle statt und wo soll sie vernünftigerweise stattfinden? Kann man Komplexität überhaupt sinnvoll zentralisieren?</p>

<p>»Der Steuerungsmechanismus kann nicht weniger komplex sein als das System selber.«</p>

<p>Kehren wir also wieder zu den frühen kybernetischen Erkenntnissen und Problemen zurück? Das wurde von W. Ross Ashby (und Stafford Beer) als Law of Requisite Variety bezeichnet.</p>
<p>Was ist Edge Computing? Wie können verteilte Ansätze hier weiterhelfen?</p>
<p>Aber wie schafft man die Abwägung zwischen größeren strategischen Überlegungen und operativen taktischen Entscheidungen? Wie lösen wir das Koordinationsproblem?</p>
<p>Warum ist es weiter problematisch, Open Source und kommerzielle Software klar trennen zu wollen? Was ist nun die Überlappung zwischen Open Source/Protocol und Souveränität?</p>

<p>»Souveränität bedeutet, dass ich genügend Handlungsoptionen in einem komplexen Umfeld habe. Jeder Mechanismus, der mir das ermöglicht, erhöht meine Souveränität.«</p>

<p>Was sind Software-agnostische Daten? Was sind Protokolle und warum sind solche, die sich als Standard etabliert haben, kaum mehr wegzubekommen? Was bedeutet dies im Kontext der digitalen Souveränität?</p>
<p>Software — alles schnell, Programme von gestern spielen keine Rolle mehr, jeden Tag eine neue App? Oder läuft wesentliche Software über Jahrzehnte, oder noch länger? Und die Daten, mit denen operiert wird, haben noch wesentlich längere Lebenszyklen. Wie gehen wir im Zeitalter der Digitalisierung damit um? Es gibt auch in der Privatindustrie Beispiele, wo Geschäftsfälle Daten und Code über ein Jahrhundert gewartet und betrieben werden müssen. Was bedeutet dies vor allem auch für die gesellschaftliche Kontrolle dieser Infrastrukturen.</p>
<p>Ich provoziere: Wenn wir aber der Realität der letzten Jahrzehnte ins Auge blicken so sind wir (in Europa) nicht längst eine digitale Kolonie und versuchen jetzt den Zwergenaufstand? Kein einziges der weltweit größten 25 Unternehmen (die ersten zehn fast ausschließlich IT-Unternehmen) ist europäisch und auch in einer Bewertung kritischer Technologien und deren Führerschaft spielt Europa keine Rolle. Haben wir also in Europa in allen wesentlichen Aspekten den Anschluss verloren? Was gibt es überhaupt noch zu tun?</p>
<p>Wilfried bringt die »Gegenprovokation«:</p>

<p>»Jedes System erlebt, bevor es zusammenkracht, seine große Blüte.«</p>

<p>Wer wird gewinnen? Der Tyrannosaurus Rex oder die Säugetiere? Ist diese Metapher zutreffend? Welche unserer Provokationen gewinnt? 😉 Ist Europa vielleicht sogar im Vorteil, weil wir traditionell mit Dezentralität kulturell gut umgehen?</p>
<p>Was können wir von der EU erwarten? Oder zynisch formuliert: Sollen wir uns eher vor der EU-Politik fürchten? Denken wir an die zentralen Ziele der Lissabon-Strategie von 2000, die EU zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen — mit Fokus auf Innovation — geplant bis 2010. 2026 ist das genaue Gegenteil zu beobachten.</p>
<p>Wie kann es gelingen, Rahmenbedingungen zu geben, die Innovation nicht behindern und Bottom-Up-Prozesse verstärken — gemeinsam steuern, aber auch die Möglichkeit bieten, auszustiegen, wenn einem der Pfad nicht gefällt?</p>
<p>Was versteht man unter »Software Gardening« und warum könnte das eine breitere Wirkung entfalten?</p>

<p>»Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht«</p>

<p>Aber man kann das junge Gras auch zertreten. Haben wir zu viel Regulierung in der EU, oder sind wir im Prinzip auf einem richtigen Weg?</p>
<p>Was können Individuen oder einzelne Unternehmen tun, um durch ein höheres Maß an Souveränität Wettbewerbsvorteile zu lukrieren?</p>

<p>»Beziehung, Netzwerk ist Trumpf — über den einzelnen Baustein.«</p>

<p>Strategische Vernetzung könnte sich als Erfolgsmodell herauskristallisieren. Das erfordert neues Denken und neue strategische Prozesse.</p>

<p>»Ich muss von einer Konsumenten-transaktionalen Geld-gebe-Haltung in eine Beteiligungs-Haltung wechseln.«</p>

<p>Andererseits ist das Erfolgsmodell westlicher Industrienationen die arbeitsteilige Wirtschaft. Wie passt das zusammen?</p>
<p>Es stellt sich für Unternehmen immer mehr die Frage: Was ist strategisch, was ist eine Commodity? Beide Dinge erfordern sehr unterschiedliche Zugänge.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/144-fortschritt_daniel_stelter/'>Episode 144:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Dr. Daniel Stelter aus ökonomischer Perspektive
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/141-passagier_steuermann_markus_raunig/'>Episode 141:</a> Passagier oder Steuermann? Ein Gespräch mit Markus Raunig
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/134-transzendent_transient/'>Episode 134:</a> Das Werdende, das ewig wirkt und lebt? Transzendent oder Transient
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/132-fragen_an_ki/'>Episode 132:</a> Fragen an die künstliche Intelligenz — eine konstruktive Irritation
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/122-komplexitaetsillusion_gigerenzer/'>Episode 122</a>: Komplexitätsillusion oder Heuristik, ein Gespräch mit Gerd Gigerenzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/121-kuenstliche_unintelligenz/'>Episode 121:</a> Künstliche Unintelligenz
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/094-systemisch_gesellschaft_verwundbarkeit_saurugg/'>Episode 94:</a> Systemisches Denken und gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Gespräch mit Herbert Saurugg
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<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/061-digitaler_humanismus-erich_prem/'>Episode 61:</a> Digitaler Humanismus, ein Gespräch mit Erich Prem
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/040-software_nachhaltigkeit_philipp_reisinger/'>Episode 40:</a> Software Nachhaltigkeit, ein Gespräch mit Philipp Reisinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/020-offene-systeme-teil-2-gesprach-mit-lukas-lang-und-christoph-derndorfer/'>Episode 20:</a> Offene Systeme – Teil 2: Gespräch mit Lukas Lang und Christoph Derndorfer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/019-offene-systeme-teil-1/'>Episode 19:</a> Offene Systeme – Teil 1: Gespräch mit Lukas Lang und Christoph Derndorfer
</li>
</ul>
<p>Wilfried, Kevin, SBA</p>
<ul>
<li><a href='https://www.ossbig.at/generalsekretaeriat/'>Wilfried Jäger bei OSSBIG</a></li>
<li><a href='https://www.sba-research.org/team/kevin-mallinger/'>Kevin Mallinger bei SBA Research</a></li>
<li><a href='https://www.sba-research.org/professional-services/security-training/softwarequalitat-verstehen-messen-und-steuern/'>Softwarequalität verstehen, messen und steuern — SBA Kurs und Beratung</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>
<a href='https://www.heise.de/news/Nach-LiMux-Aus-Wie-sich-Muenchen-langsam-wieder-an-Open-Source-annaehert-9980995.html'>Linux in München? Heise (2024)</a>
</li>
<li>
General Stanley McChrystal, Teams of Teams: New Rules of Engagement for a Complex World, Penguin (2015)
</li>
<li>
Dan Davies, The Unaccountability Machine, Why Big Systems Make Terrible Decisions - and How The World Lost its Mind, Profile Books (2024)
</li>
<li>
<a href='https://www.iso.org/standard/45245.html'>ODT Textformat</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.aspi.org.au/report/critical-technology-tracker/'>ASPIs Critical Technology Tracker</a>
</li>
<li>
<a href='https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/edic'>EU: European Digital Infrastructure Consortium</a>
</li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Der Titel der heutigen Episode ist: Digitale Kolonie oder Souveränität? Europa steckt in einer Reihe von Herausforderungen, eine davon ist, wie wir die immer durchdringendere Digitalisierung zu unserem Vorteil nutzen und die damit verbundenen Risiken minimieren können.

Ich freue mich besonders, für dieses sehr wichtige Thema zwei Gesprächspartner zu haben: Wilfried Jäger und Kevin Mallinger.

Digitale Souveränität ist aktuell in aller Munde, besonders in Europa, aber ist es schlicht ein Buzzword, alter Wein in neuen Schläuchen oder relevant und wichtig? Ich nehme in diesem Podcast von Buzzword-Themen Abstand. Daher ist es aus meiner Beobachtung eine wesentliche Diskussion, die wohl seit mindestens 25 Jahren schwelt, und gerade wieder gehyped wird, dennoch aber von fundamentaler Bedeutung ist.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episode>147</itunes:episode>
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            </item>
    <item>
        <title>146 — Besser informiert?</title>
        <itunes:title>146 — Besser informiert?</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/146-besser_informiert/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/146-besser_informiert/#comments</comments>        <pubDate>Sun, 08 Feb 2026 22:24:49 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Das ist heute ein Quickie, aber das Thema scheint mir so relevant, dass ich es kurz teilen möchte.</p>
<p>Außerdem möchte ich wieder mit ein paar Fragen zum Ende der Episode zum Nachdenken provozieren. Schicken Sie mir gerne Ihre Ideen dazu, auch gerne via X.</p>
<p>Die Kernfrage, die ich mir in der letzten Zeit in Diskussionen mit guten Journalisten immer wieder stelle ist: sind wir heute besser informiert als früher, also nehmen wir etwa als Vergleichszeitraum die 1960er Jahre an. Oder man sollte vielleicht noch etwas genauer formulieren: wer ist heute besser informiert als früher und wer vielleicht schlechter?</p>
<p>Auslöser war unter anderem ein Artikel von Ted Gioia, auf den ich kürzlich gestoßen bin, der sich im Kern auf einen Artikel einer Gruppe britischer Journalisten bezieht. Und was diese Journalisten herausgefunden haben, ist schon — selbst nach heutigen Maßstäben — abenteuerlich. Gioia schreibt</p>

<p>“There’s disturbing evidence that a growing number of experts cited in the media simply don’t exist. And they are showcased in some of the most prestigious newspapers and online platforms.A group of journalists recently tried to verify the existence of 50 experts featured more than a thousand times in prominent articles. But these people can’t be found in the real world. In many instances, the articles include a photo that appears to be AI-generated.”</p>

<p>und weiter:</p>

<p>It’s a lot easier to create these fake experts than to prove their non-existence.</p>

<p>Sind wir also besser oder schlechter informiert, und wer ist überhaupt »Wir«?</p>
<p>Weitere Zitate der Episode:</p>

<p>»Nullius in Verba!«, Motto der Royal Society</p>

<p>zurückgehend auf Horaz:</p>

<p>»Nullius addictus iurare in verba magistri.«</p>

<p style="text-align: center;"><a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103'>Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise</a>
ist verfügbar! Zum Vertiefen in derartige Themen, sowie um dieses Projekt zu unterstützen!
</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/143-auf_sand_gebaut/'>Episode 143:</a> Auf Sand gebaut?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/138-narrative_ruthardt/'>Episode 138:</a> Im Windschatten der Narrative, ein Gespräch mit Ralf M. Ruthardt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/134-transzendent_transient/'>Episode 134:</a> Das Werdende, das ewig wirkt und lebt? Transzendent oder Transient
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/133-desinformation_schirrmacher/'>Episode 133:</a> Desinformiere Dich! Ein Gespräch mit Jakob Schirrmacher
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/130-populismus_hesse/'>Episode 130:</a> Populismus und (Ordo)liberalismus, ein Gespräch mit Nils Hesse
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/121-kuenstliche_unintelligenz/'>Episode 121:</a> Künstliche Unintelligenz
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/116-science_politics_weinkle/'>Episode 116:</a> Science and Politics, A Conversation with Prof. Jessica Weinkle
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/112-nullius_in_verba'>Episode 112:</a> Nullius in Verba — oder: Der Müll der Wissenschaft
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit  Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/102-mq_verantwortung_daphne_hruby/'>Episode 102:</a> Live im MQ, Verantwortung. Ein Gespräch mit Daphne Hruby
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/093-covid_stille_jan_david_zimmermann/'>Episode 93:</a> Covid. Die unerklärliche Stille nach dem Sturm. Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
</ul>
<p>Referenzen</p>
<ul>
<li>
<a>Are These 50 Experts Real People? - by Ted Gioia</a>
</li>
<li>
Noam Chomsky and Edward S. Herman, Manufacturing Consent: The Political Economy of the Mass Media (1988)
</li>
<li>
<a href='https://grokipedia.com/page/Noam_Chomsky#media-propaganda-model-and-manufactured-consent'>Manufacturing Consent</a>
</li>
<li>
S.J. Taylor, Stalin's Apologist: Walter Duranty, The New York Times's Man in Moscow, Oxford University Press (1990) 
</li>
<li><a href='https://newsletter.doomberg.com/p/fit-to-print'>Doomberg, Fit to Print. One news event, many spins: A global propaganda tour. (2026)</a></li>
<li>
<a href='https://royalsociety.org/about-us/who-we-are/history/'>Nullius in Verba — Royal Society</a>
</li>
</ul>
<p> </p>
<p> </p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Das ist heute ein Quickie, aber das Thema scheint mir so relevant, dass ich es kurz teilen möchte.</p>
<p>Außerdem möchte ich wieder mit ein paar Fragen zum Ende der Episode zum Nachdenken provozieren. Schicken Sie mir gerne Ihre Ideen dazu, auch gerne via X.</p>
<p>Die Kernfrage, die ich mir in der letzten Zeit in Diskussionen mit guten Journalisten immer wieder stelle ist: sind wir heute besser informiert als früher, also nehmen wir etwa als Vergleichszeitraum die 1960er Jahre an. Oder man sollte vielleicht noch etwas genauer formulieren: wer ist heute besser informiert als früher und wer vielleicht schlechter?</p>
<p>Auslöser war unter anderem ein Artikel von Ted Gioia, auf den ich kürzlich gestoßen bin, der sich im Kern auf einen Artikel einer Gruppe britischer Journalisten bezieht. Und was diese Journalisten herausgefunden haben, ist schon — selbst nach heutigen Maßstäben — abenteuerlich. Gioia schreibt</p>

<p>“There’s disturbing evidence that a growing number of experts cited in the media simply don’t exist. And they are showcased in some of the most prestigious newspapers and online platforms.A group of journalists recently tried to verify the existence of 50 experts featured more than a thousand times in prominent articles. But these people can’t be found in the real world. In many instances, the articles include a photo that appears to be AI-generated.”</p>

<p>und weiter:</p>

<p>It’s a lot easier to create these fake experts than to prove their non-existence.</p>

<p>Sind wir also besser oder schlechter informiert, und wer ist überhaupt »Wir«?</p>
<p>Weitere Zitate der Episode:</p>

<p>»Nullius in Verba!«, Motto der Royal Society</p>

<p>zurückgehend auf Horaz:</p>

<p>»Nullius addictus iurare in verba magistri.«</p>

<p style="text-align: center;"><a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103'>Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise</a><br>
ist verfügbar! Zum Vertiefen in derartige Themen, sowie um dieses Projekt zu unterstützen!<br>
</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/143-auf_sand_gebaut/'>Episode 143:</a> Auf Sand gebaut?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/138-narrative_ruthardt/'>Episode 138:</a> Im Windschatten der Narrative, ein Gespräch mit Ralf M. Ruthardt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/134-transzendent_transient/'>Episode 134:</a> Das Werdende, das ewig wirkt und lebt? Transzendent oder Transient
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/133-desinformation_schirrmacher/'>Episode 133:</a> Desinformiere Dich! Ein Gespräch mit Jakob Schirrmacher
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/130-populismus_hesse/'>Episode 130:</a> Populismus und (Ordo)liberalismus, ein Gespräch mit Nils Hesse
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/121-kuenstliche_unintelligenz/'>Episode 121:</a> Künstliche Unintelligenz
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/116-science_politics_weinkle/'>Episode 116:</a> Science and Politics, A Conversation with Prof. Jessica Weinkle
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/112-nullius_in_verba'>Episode 112:</a> Nullius in Verba — oder: Der Müll der Wissenschaft
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit  Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/102-mq_verantwortung_daphne_hruby/'>Episode 102:</a> Live im MQ, Verantwortung. Ein Gespräch mit Daphne Hruby
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/093-covid_stille_jan_david_zimmermann/'>Episode 93:</a> Covid. Die unerklärliche Stille nach dem Sturm. Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
</ul>
<p>Referenzen</p>
<ul>
<li>
<a>Are These 50 Experts Real People? - by Ted Gioia</a>
</li>
<li>
Noam Chomsky and Edward S. Herman, Manufacturing Consent: The Political Economy of the Mass Media (1988)
</li>
<li>
<a href='https://grokipedia.com/page/Noam_Chomsky#media-propaganda-model-and-manufactured-consent'>Manufacturing Consent</a>
</li>
<li>
S.J. Taylor, Stalin's Apologist: Walter Duranty, The New York Times's Man in Moscow, Oxford University Press (1990) 
</li>
<li><a href='https://newsletter.doomberg.com/p/fit-to-print'>Doomberg, Fit to Print. One news event, many spins: A global propaganda tour. (2026)</a></li>
<li>
<a href='https://royalsociety.org/about-us/who-we-are/history/'>Nullius in Verba — Royal Society</a>
</li>
</ul>
<p> </p>
<p> </p>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Das ist heute ein Quickie, aber das Thema scheint mir so relevant, dass ich es kurz teilen möchte.

Außerdem möchte ich wieder mit ein paar Fragen zum Ende der Episode zum Nachdenken provozieren. Schicken Sie mir gerne Ihre Ideen dazu, auch gerne via X.

Die Kernfrage, die ich mir in der letzten Zeit in Diskussionen mit guten Journalisten immer wieder stelle ist: sind wir heute besser informiert als früher, also nehmen wir etwa als Vergleichszeitraum die 1960er Jahre an. Oder man sollte vielleicht noch etwas genauer formulieren: wer ist heute besser informiert als früher und wer vielleicht schlechter?

Auslöser war unter anderem ein Artikel von Ted Gioia, auf den ich kürzlich gestoßen bin, der sich im Kern auf einen Artikel einer Gruppe britischer Journalisten bezieht. Und was diese Journalisten herausgefunden haben, ist schon — selbst nach heutigen Maßstäben — abenteuerlich. Gioia schreibt

“There’s disturbing evidence that a growing number of experts cited in the media simply don’t exist. And they are showcased in some of the most prestigious newspapers and online platforms.A group of journalists recently tried to verify the existence of 50 experts featured more than a thousand times in prominent articles. But these people can’t be found in the real world. In many instances, the articles include a photo that appears to be AI-generated.”

und weiter:

It’s a lot easier to create these fake experts than to prove their non-existence.

Sind wir also besser oder schlechter informiert, und wer ist überhaupt »Wir«?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>145 — Reflexion und Rekonstruktion!</title>
        <itunes:title>145 — Reflexion und Rekonstruktion!</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/145-reflexion_rekonstruktion/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/145-reflexion_rekonstruktion/#comments</comments>        <pubDate>Tue, 27 Jan 2026 11:18:18 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Wieder eine kurze Folge der Reflexion des vergangenen Jahres, die auch für mich selbst dient: Was habe ich gebracht, warum und wie soll ich in diesem Jahr weitermachen? Auch wenn dies bereits die zweite Folge im Jahr ist, aber das spielt ja wohl keine große Rolle.
Der Titel der Folge ist »Reflexion und Rekonstruktion« — der zweite Teil des Titels wird sich am Ende der Episode klären.</p>
<p style="text-align: center;">Mein neues Buch:
<a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103'>Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise</a>
ist verfügbar! 
Perfekt um die Reflexion des vergangenen Jahres zu vertiefen und zu verbreitern!</p>
<p>Interessant für mich ist im Rückblick aber immer: Was waren die Schwerpunkte? Warum diese Themen, was nehme ich weiter mit? Die Themen sind oft getrieben von meinen aktuellen Interessen und Recherchen, Vorträgen, kommerziellen Beratungen und Projekten.</p>
<p>Sie sind weniger getrieben — wie es sein sollte — von zeitgeistigen Themen, wenngleich das im vergangenen Jahr etwas anders ausgesehen haben mag, aber ich komme gleich darauf. 
Begleiten Sie mich auf einer kurzen Reflexion, aber auch bei einem vielleicht etwas launigen Kommentar.</p>
<p>Die Zitate dieser Episode:</p>

<p>»Die Omnipräsenz der Krise, die zu einem Merkmal unseres Lebens geworden ist, stellt uns jedoch vor ein großes Problem: Die Krise ist die Unterbrechung des Alltags, nicht dessen Fortsetzung mit anderen Mitteln.«, Konrad Paul Liessmann</p>

<p>Liessman weiter in diesem Buch:</p>

<p>»Und in aller Krisenrhetorik wird meist der Fokus auf die vermeintliche Krise gelenkt, von der einige profitieren, während die wirklichen Krisen übersehen oder dadurch herbeigeführt werden.«</p>

<p>Nullius in Verba ist das Motto der ältesten wissenschaftlich Gesellschadt der Welt, der Royal Society, die 1660 gegründet wurde und übersetzt sich in etwa so ins Deutsche: »Verlass dich auf das Wort von niemandem«.</p>

<p>»unaccountability to the external world is not simply a happenstance but a principle«, Thomas Sowell</p>

<p>Dr. Daniel Stelter in Episode 144:</p>

<p>»Es ist einfach traurig. Wir sind einfach in jeder Hinsicht so viel schlechter geworden.«</p>

<p>Douglas Murray über das Zeitalter der Rekonstruktion:</p>

<p>»We should be the reconstructionists. The deconstructionists knew something about how to take  things apart but like children with bicycles had no idea how to put them back together.«</p>

<p>und zum Abschluss:</p>

<p>»We have the choice either to live in the wastelands or to rebuild them.«</p>

<p>Referenzen</p>
<ul>
<li>
Konrad Paul Liessmann, Was nun? Eine Philosophie der Krise, Paul Zsolnay Verlag (2025)
</li>
<li>
Thomas Sowell, intellectuals and Society, Basic Books (2010)
</li>
<li>
<a href='https://www.youtube.com/watch?v=J_DOKRDRJzA'>Douglas Murray at ARC 2025: The Age of Reconstruction</a>
</li>
</ul>
<p> </p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Wieder eine kurze Folge der Reflexion des vergangenen Jahres, die auch für mich selbst dient: Was habe ich gebracht, warum und wie soll ich in diesem Jahr weitermachen? Auch wenn dies bereits die zweite Folge im Jahr ist, aber das spielt ja wohl keine große Rolle.<br>
Der Titel der Folge ist »Reflexion und Rekonstruktion« — der zweite Teil des Titels wird sich am Ende der Episode klären.</p>
<p style="text-align: center;">Mein neues Buch:<br>
<a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103'>Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise</a><br>
ist verfügbar! <br>
Perfekt um die Reflexion des vergangenen Jahres zu vertiefen und zu verbreitern!</p>
<p>Interessant für mich ist im Rückblick aber immer: Was waren die Schwerpunkte? Warum diese Themen, was nehme ich weiter mit? Die Themen sind oft getrieben von meinen aktuellen Interessen und Recherchen, Vorträgen, kommerziellen Beratungen und Projekten.</p>
<p>Sie sind weniger getrieben — wie es sein sollte — von zeitgeistigen Themen, wenngleich das im vergangenen Jahr etwas anders ausgesehen haben mag, aber ich komme gleich darauf. <br>
Begleiten Sie mich auf einer kurzen Reflexion, aber auch bei einem vielleicht etwas launigen Kommentar.</p>
<p>Die Zitate dieser Episode:</p>

<p>»Die Omnipräsenz der Krise, die zu einem Merkmal unseres Lebens geworden ist, stellt uns jedoch vor ein großes Problem: Die Krise ist die Unterbrechung des Alltags, nicht dessen Fortsetzung mit anderen Mitteln.«, Konrad Paul Liessmann</p>

<p>Liessman weiter in diesem Buch:</p>

<p>»Und in aller Krisenrhetorik wird meist der Fokus auf die vermeintliche Krise gelenkt, von der einige profitieren, während die wirklichen Krisen übersehen oder dadurch herbeigeführt werden.«</p>

<p>Nullius in Verba ist das Motto der ältesten wissenschaftlich Gesellschadt der Welt, der Royal Society, die 1660 gegründet wurde und übersetzt sich in etwa so ins Deutsche: »Verlass dich auf das Wort von niemandem«.</p>

<p>»unaccountability to the external world is not simply a happenstance but a principle«, Thomas Sowell</p>

<p>Dr. Daniel Stelter in Episode 144:</p>

<p>»Es ist einfach traurig. Wir sind einfach in jeder Hinsicht so viel schlechter geworden.«</p>

<p>Douglas Murray über das Zeitalter der Rekonstruktion:</p>

<p>»We should be the reconstructionists. The deconstructionists knew something about how to take  things apart but like children with bicycles had no idea how to put them back together.«</p>

<p>und zum Abschluss:</p>

<p>»We have the choice either to live in the wastelands or to rebuild them.«</p>

<p>Referenzen</p>
<ul>
<li>
Konrad Paul Liessmann, Was nun? Eine Philosophie der Krise, Paul Zsolnay Verlag (2025)
</li>
<li>
Thomas Sowell, intellectuals and Society, Basic Books (2010)
</li>
<li>
<a href='https://www.youtube.com/watch?v=J_DOKRDRJzA'>Douglas Murray at ARC 2025: The Age of Reconstruction</a>
</li>
</ul>
<p> </p>
]]></content:encoded>
                                    
        <enclosure url="https://mcdn.podbean.com/mf/web/ydiegj54tgn4vpyi/145-reflexion_rekonstruktion.mp3" length="26800834" type="audio/mpeg"/>
        <itunes:summary>Wieder eine kurze Folge der Reflexion des vergangenen Jahres, die auch für mich selbst dient: Was habe ich gebracht, warum und wie soll ich in diesem Jahr weitermachen? Auch wenn dies bereits die zweite Folge im Jahr ist, aber das spielt ja wohl keine große Rolle.
Der Titel der Folge ist »Reflexion und Rekonstruktion« — der zweite Teil des Titels wird sich am Ende der Episode klären.

Mein neues Buch:
Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise
ist verfügbar! 
Perfekt um die Reflexion des vergangenen Jahres zu vertiefen und zu verbreitern!

Interessant für mich ist im Rückblick aber immer: Was waren die Schwerpunkte? Warum diese Themen, was nehme ich weiter mit? Die Themen sind oft getrieben von meinen aktuellen Interessen und Recherchen, Vorträgen, kommerziellen Beratungen und Projekten. Sie sind weniger getrieben — wie es sein sollte — von zeitgeistigen Themen, wenngleich das im vergangenen Jahr etwas anders ausgesehen haben mag, aber ich komme gleich darauf. 
Begleiten Sie mich auf einer kurzen Reflexion, aber auch bei einem vielleicht etwas launigen Kommentar.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>144 — Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Dr. Daniel Stelter aus ökonomischer Perspektive</title>
        <itunes:title>144 — Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Dr. Daniel Stelter aus ökonomischer Perspektive</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/144-fortschritt_daniel_stelter/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/144-fortschritt_daniel_stelter/#comments</comments>        <pubDate>Wed, 14 Jan 2026 05:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Ich habe mich mit dem Thema »Fortschritt« — also was konstituiert Fortschritt in unserer Gesellschaft, wie können wir ihn beschreiben, wie wird Fortschritt kritisiert, wie unterscheidet sich Fortschritt von Innovation usw. — schon des Öfteren in diesem Podcast auseinandergesetzt. Dies ist im Kern eines der wichtigsten Themen, vielleicht sogar ein roter Faden, der durch die sechs Jahre des Podcasts läuft.</p>
<p style="text-align: center;">Mein neues Buch:
<a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103'>Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise</a>
ist verfügbar! Schon gelesen?</p>
<p>In dieser Episode freue ich mich besonders, Ihnen meinen heutigen Gast vorstellen zu dürfen: Dr. Daniel Stelter. Er ist Ökonom und daher betrachten wir das Thema Fortschritt aus der Brille der Ökonomie.</p>
<p>Dr. Stelter ist nicht nur einer der führenden deutschen Ökonomen, er ist außerdem häufiger Gast in politischen Talkshows, schreibt regelmäßig für verschiedene Medien wie etwa die Wirtschaftswoche, Cicero, Handelsblatt und andere. Er ist Autor mehrerer Bücher und hat außerdem eigene Podcasts wie Beyond the Obvious und Make Economy Great Again, letzterer gemeinsam mit dem Herausgeber der Welt, Ulf Poschardt. Links dazu wie immer in den Shownotes.</p>
<p>Da er sich über seine Artikel sowie die eigenen Podcasts sehr ausführlich mit dem aktuellen Geschehen beschäftigt, werden wir in dieser Episode einen anderen Blickwinkel wählen.</p>
<p>Aber steigen wir gleich direkt in das Thema ein, sozusagen: keine Details — was ist Fortschritt?</p>

<p>»Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.«, Soren Kierkegaard</p>

<p>Wie aber gestalten wir unser Leben vorwärts? Dazu ergänzt Milan Kundera einen wichtigen Aspekt:</p>

<p>»Der Mensch schreitet im Nebel voran. Aber wenn er zurückblickt, um die Menschen der Vergangenheit zu beurteilen, sieht er keinen Nebel auf ihrem Weg. Von seiner Gegenwart aus, die ihre ferne Zukunft war, sieht ihr Weg für ihn völlig klar aus, gute Sicht auf dem ganzen Weg. Wenn er zurückblickt, sieht er den Weg, er sieht die Menschen, die voranschreiten, er sieht ihre Fehler, aber nicht den Nebel.«</p>

<p>In der Rückschau wirken die Dinge oftmals klar und einfach oder werden so dargestellt. Der richtige Pfad und die Irrtümer sind doch so offensichtlich! Was bedeutet das für die Ökonomie? Dr. Stelter erläutert dies am Beispiel von Geldmenge, Inflation und Zinsen.</p>
<p>Wie würden Ökonomen Fortschritt beschreiben, oder an welchen Indikatoren würden Sie Fortschritt festmachen?</p>

<p>»Es gibt eine ganz eindeutige Korrelation zwischen wachsendem Einkommen und zunehmendem Glück.«</p>

<p>Und wie ist es uns hier (global) in den vergangenen Jahren ergangen?</p>

<p>»Eigentlich, wenn man mal guckt: die letzten 20, 30 Jahre haben wir einen unglaublichen Zuwachs an Wohlstand gesehen — weltweit — wir haben einen Rekord-Rückgang der Armut. Das ist ein ganz großer Erfolg. Wir haben einen Rückgang der Kindersterblichkeit usw.«</p>

<p>Auch wenn es immer wieder Rückschritte gibt:</p>

<p>»Die Menschheitsgeschichte ist eine Geschichte des Fortschritts.«</p>

<p>Wie ist Fortschritt zu beschreiben, vor allem auch gegen den Begriff der Innovation? Wer trifft die gesellschaftlich wichtige Bewertung? Außerdem: Was wird eigentlich von den Menschen als »Neu« wahrgenommen?</p>

<p>»Es gibt keinen Fall in der Weltgeschichte, wo geringerer Wohlstand zu mehr Glücksgefühl geführt hat.«</p>

<p>Was aber ist schlicht »Hintergrund«, Normalität?</p>

<p>»Wir sind zum Fortschritt verdammt.«</p>

<p>Kann das aber gelingen? Stetiger Fortschritt, wenn auch mit kleinen Tälern, die zu durchschreiten sind?</p>

<p>»Der Kreativität und der Intelligenz der Menschen ist keine Grenze gesetzt.«</p>

<p>Warum haben aber unter diesen Voraussetzungen Vertreter von Kriegswirtschaft, De-Growth und anderen autoritären und destruktiven Ideen heute in der Gesellschaft dennoch eine Deutungshoheit? Oder jedenfalls scheint es so zu sein, dass diese Deutungshoheit gegeben ist?</p>
<p>Kann der Konflikt Freiheit vs. Kollektivismus überhaupt aufgelöst werden?</p>

<p>»Show me the incentives and I show you the outcome«, Charlie Munger</p>

<p>Wir diskutieren dann weiter grundsätzlichere Fragen der Ökonomie, vor allem auch die Rolle, die Energie in ökonomischen Betrachtungen spielt.</p>

<p>»Die klassische Definition der Ökonomie ist, dass sie die Lehre von der Allokation knapper Ressourcen ist, die alternative Verwendungen haben.«, Thomas Sowell</p>

<p>und</p>

<p>»the economic system is essentially a system for extracting, processing and transforming energy as resources into energy embodied in products and services. Simply put, energy is the only truly universal currency«, Robert Ayres, zitiert in Vaclav Smil, How the World Really Works</p>

<p>Warum sind Preissignale ein wesentlicher Mechanismus freier Märkte und warum ist es so problematisch, wenn diese verzerrt werden?</p>
<p>Welche Rolle spielt die Energie also für Fortschritt und Wohlstand?</p>
<p>Die vormaligen Entwicklungsländer holen auf — was hat dies für Folgen? Bleiben wir stehen? Gehen wir voran oder fallen wir gar zurück? Im Augenblick trifft eindeutig Letzteres zu, aber wie kommen wir aus dieser Krise heraus?</p>

<p>»Die Zukunft der Welt wird immer energiehaltiger sein.«</p>

<p>Dr. Stelter erwähnt die UN-Entwicklungsziele: Es gibt 17 UN-Nachhaltigkeitsziele, aber nur eines davon betrifft den Klimawandel. Auch in weltweiten Umfragen rangiert der Klimawandel meist eher auf den hinteren Plätzen in der Beurteilung der Menschen. So ergibt etwa die globale IPSOS Umfrage vom Dezember 2025, das nur rund 13% der Menschen den Klimawandel als größtes Problem sehen. Er kommt damit auf den 10. Platz, der niedrigste Wert seit 2021.</p>
<p>Manche für die Menschen lebensbedrohliche Probleme bleiben im Westen sogar völlig unbekannt, obwohl sie ähnlich viele Opfer wie die Covid-Pandemie verursacht haben und weiter verursachen — Luftverschmutzung in Innenräumen durch mangelnde Verfügbarkeit sauberer Energie wie Gas etwa.</p>
<p>Wie sollen wir also mit dem Klimawandel umgehen, vor allem unter der Betrachtung, dass es sich dabei nur um eine von vielen Herausforderungen handelt?</p>
<p>Fortschritt ist auch die Abwesenheit von Krieg — wie spielt diese Einschätzung mit den anderen genannten Faktoren und der Demographie zusammen?</p>

<p>»Sie sehen mich — was Leute, die mich sonst hören, überraschen wird — prinzipiell optimistisch.«</p>

<p>Was aber für die Welt gilt, muss auf absehbare Zeit nicht für Deutschland oder Europa gelten. Warum ist das so?</p>

<p>»... weil wir freiwillig gesagt haben, dass wir uns von diesem Fortschritt verabschieden.«</p>

<p>Das lässt ein gemischtes Bild für uns zurück:</p>

<p>»Ich persönlich bin extrem optimistisch, was die Menschheit betrifft, ich bin leider nicht so optimistisch, was Deutschland und Europa betrifft.«</p>

<p>Warum brauchen wir viel mehr dezentrale Entscheidungen und viel weniger Top-Down-»Management« und vermeintliche politische Lösungen von oben herab?</p>

<p>»Dezentrale Entscheidungen sind einfach immer zentralen überlegen.«</p>

<p>Innovation und Fortschritt sind nur mit Risiko zu haben — wir sind aber eine geradezu panische und von vermeintlicher (!) Sicherheit faszinierte Gesellschaft geworden. Dies ist eine Situation, die aber tatsächlich wesentliche Risiken nicht reduziert, sondern vielmehr dramatisch erhöht. Wie können wir das in Europa verändern? Kann ein Blick in die Geschichte dabei helfen?</p>

<p>»Darwin was a landmark, not only in the history of biology, but in the history of intellectual development in general. He showed how-with sufficient time-nonpurposeful activity could lead to nonrandom results: he divorced order from "design." Yet the animistic fallacy would say that the absence of "planning" must lead to chaos-and the economic and political consequences of that belief are still powerful today.«, Tom Sowell</p>

<p>Es gibt wohl die großen drei Wellen der Evolution, von denen wir aber bisher nur die erste verinnerlicht haben?</p>
<ul>
<li>
<p>Biologie (19. Jahrhundert)</p>
</li>
<li>
<p>Ökonomie (theoretisch im 20. Jahrhundert mehrfach ausgedrückt, bis heute dennoch nicht verinnerlicht)</p>
</li>
<li>
<p>Wissenschaft (bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts teilweise verstanden, dann wieder vergessen)</p>
</li>
</ul>

<p>»Ich bin immer fasziniert, wenn in der öffentlichen Diskussion von Neoliberalismus, der bei uns herrschen würde, gesprochen wird — und ich frage mich: bei Staatsanteilen von über 50 % wo ist da dieser Neoliberalismus.«</p>

<p>Deckt sich die Meinung in der Bevölkerung eigentlich mit der veröffentlichten Meinung der Legacy-Medien?</p>

<p>»Es wird immer gerne vom Marktversagen gesprochen, bei Dingen, wo man aber sagen muss, eigentlich ist es kein Marktversagen, sondern die Folgen von vorherigen Eingriffen der Politik.«</p>

<p>Wie können wir von hier in die Zukunft blicken?</p>
<p>Wie gehen wir mit Anreizsystemen in der Politik um? Das nicht ganz ernst gemeinte Parkinson’s Law sagt: Arbeit füllt immer die verfügbare Zeit aus. Meine provokante Frage: Gilt dasselbe für Budget und Schulden? Was folgt daraus? Wie lange überlebt eine Nation, ein System, das immer weniger produktive und innovative Menschen und immer mehr Menschen hervorbringt, die im Kern von diesen produktiven Menschen leben?</p>
<p>Das knüpft an ein früheres Buch von Dr. Stelter an und an ein neues Projekt: Acht Jahre nach dem »Märchen vom reichen Land« — wo stehen wir eigentlich?</p>

<p>»Es ist einfach traurig. Wir sind einfach in jeder Hinsicht so viel schlechter geworden.«</p>

<p>Warum ist die Hoffnung, dass eine Reform wie vor rund zwanzig Jahren unter Schröder wieder stattfinden und auch erfolgreich sein könnte, trügerisch? Auch die Hoffnung, die man durch einen Blick Richtung Argentinien haben könnte, ist für uns nur bedingt vergleichbar.</p>

<p>»Argentinien ist energiereich, hat Rohstoffe und großes Potenzial in der Landwirtschaft. Die haben etwas, auf das sie aufsetzen können. Wir hingegen haben eigentlich nur das Bildungsniveau, das wir haben, und den Fleiß der Bevölkerung... […] Es kann sein, dass es irgendwann den Milei gibt, nur dieser Milei wird es dann ungleich schwerer haben, Deutschland und Europa voranzubringen, weil er eben nicht über ein paar gute Assets verfügt wie Argentinien.«</p>

<p>Was sollen wir jungen Menschen raten, die jetzt vor der Wahl stehen, wie sie ihr Leben ausrichten?</p>

<p>»Wir alle haben zwei Möglichkeiten, wir haben die Möglichkeit zu kämpfen oder zu gehen.«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/141-passagier_steuermann_markus_raunig/'>Episode 141:</a> Passagier oder Steuermann? Ein Gespräch mit Markus Raunig
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/139-komfortable_disruption/'>Episode 139:</a> Komfortable Disruption
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/138-narrative_ruthardt/'>Episode 138:</a> Im Windschatten der Narrative, ein Gespräch mit Ralf M. Ruthardt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/135-hayek_emrich/'>Episode 135:</a> Friedrich Hayek und die Beschränktheit der menschlichen Vernunft. Ein Gespräch mit Nickolas Emrich
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/131-wot_se_fack_ebert/'>Episode 131:</a> Wot Se Fack, Deutschland? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/130-populismus_hesse/'>Episode 130:</a> Populismus und (Ordo)liberalismus, ein Gespräch mit Nils Hesse
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/128-aufbruch_in_die_moderne/'>Episode 128:</a> Aufbruch in die Moderne — Der Mann, der die Welt erfindet!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/120-radermacher_all_in/'>Episode 120:</a> All In: Energie, Wohlstand und die Zukunft der Welt: Ein Gespräch mit Prof. Franz Josef Radermacher
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/117-der_humpelnde_staat_christoph_kletzer/'>Episode 117:</a> Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
</ul>
<p>Dr. Daniel Stelter (eine Auswahl):</p>
<ul>
<li><a href='https://leading-minds.com/en/expert/daniel-stelter/'>Leading Minds</a></li>
<li><a href='https://www.handelsblatt.com/autoren/daniel-stelter/27434068.html'>Handelsblatt Artikel</a></li>
<li><a href='https://www.cicero.de/autoren/stelter-daniel'>Cicero Artikel</a></li>
<li><a href='https://think-beyondtheobvious.com'>Think Beyond the Obvious Podcast</a></li>
<li><a href='https://make-economy-great.podigee.io'>Make Economy Great Again Podcast (mit Ulf Poschardt)</a></li>
<li>Ausgewählte Bücher:
<ul>
<li><a href='https://www.amazon.de/-/en/Das-M%C3%A4rchen-vom-reichen-Land/dp/3959721536'>Das Märchen vom reichen Land: Wie die Politik uns ruiniert, Finanzbuch Verlag (2018)</a></li>
<li><a href='https://www.amazon.de/-/en/Ein-Traum-von-einem-Land/dp/3593512777'>Ein Traum von einem Land: Deutschland 2040, Campus Verlag (2021)</a></li>
</ul>
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>
Milan Kundera, Testament Betrayed, Harper (2023)
</li>
<li>
Charlie Munger on Incentives: <a href='https://www.youtube.com/watch?v=hJYLJRr3hEY'>Video 1</a>, <a href='https://www.youtube.com/watch?v=EddLvlbDFc0'>Video 2</a>
</li>
<li>
Thomas Sowell, Knowledge and Decision, Basic Books (1996)
</li>
<li>
Vaclav Smil, How the World Really Works, Penguin (2022)
</li>
<li>
<a href='https://sdgs.un.org/goals'>UN-Nachhaltigkeits-Ziele (SDGs)</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.ipsos.com/en/what-worries-world'>https://www.ipsos.com/en/what-worries-world</a>
</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe mich mit dem Thema »Fortschritt« — also was konstituiert Fortschritt in unserer Gesellschaft, wie können wir ihn beschreiben, wie wird Fortschritt kritisiert, wie unterscheidet sich Fortschritt von Innovation usw. — schon des Öfteren in diesem Podcast auseinandergesetzt. Dies ist im Kern eines der wichtigsten Themen, vielleicht sogar ein roter Faden, der durch die sechs Jahre des Podcasts läuft.</p>
<p style="text-align: center;">Mein neues Buch:<br>
<a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103'>Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise</a><br>
ist verfügbar! Schon gelesen?</p>
<p>In dieser Episode freue ich mich besonders, Ihnen meinen heutigen Gast vorstellen zu dürfen: Dr. Daniel Stelter. Er ist Ökonom und daher betrachten wir das Thema Fortschritt aus der Brille der Ökonomie.</p>
<p>Dr. Stelter ist nicht nur einer der führenden deutschen Ökonomen, er ist außerdem häufiger Gast in politischen Talkshows, schreibt regelmäßig für verschiedene Medien wie etwa die Wirtschaftswoche, Cicero, Handelsblatt und andere. Er ist Autor mehrerer Bücher und hat außerdem eigene Podcasts wie Beyond the Obvious und Make Economy Great Again, letzterer gemeinsam mit dem Herausgeber der Welt, Ulf Poschardt. Links dazu wie immer in den Shownotes.</p>
<p>Da er sich über seine Artikel sowie die eigenen Podcasts sehr ausführlich mit dem aktuellen Geschehen beschäftigt, werden wir in dieser Episode einen anderen Blickwinkel wählen.</p>
<p>Aber steigen wir gleich direkt in das Thema ein, sozusagen: keine Details — was ist Fortschritt?</p>

<p>»Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.«, Soren Kierkegaard</p>

<p>Wie aber gestalten wir unser Leben vorwärts? Dazu ergänzt Milan Kundera einen wichtigen Aspekt:</p>

<p>»Der Mensch schreitet im Nebel voran. Aber wenn er zurückblickt, um die Menschen der Vergangenheit zu beurteilen, sieht er keinen Nebel auf ihrem Weg. Von seiner Gegenwart aus, die ihre ferne Zukunft war, sieht ihr Weg für ihn völlig klar aus, gute Sicht auf dem ganzen Weg. Wenn er zurückblickt, sieht er den Weg, er sieht die Menschen, die voranschreiten, er sieht ihre Fehler, aber nicht den Nebel.«</p>

<p>In der Rückschau wirken die Dinge oftmals klar und einfach oder werden so dargestellt. Der richtige Pfad und die Irrtümer sind doch so offensichtlich! Was bedeutet das für die Ökonomie? Dr. Stelter erläutert dies am Beispiel von Geldmenge, Inflation und Zinsen.</p>
<p>Wie würden Ökonomen Fortschritt beschreiben, oder an welchen Indikatoren würden Sie Fortschritt festmachen?</p>

<p>»Es gibt eine ganz eindeutige Korrelation zwischen wachsendem Einkommen und zunehmendem Glück.«</p>

<p>Und wie ist es uns hier (global) in den vergangenen Jahren ergangen?</p>

<p>»Eigentlich, wenn man mal guckt: die letzten 20, 30 Jahre haben wir einen unglaublichen Zuwachs an Wohlstand gesehen — weltweit — wir haben einen Rekord-Rückgang der Armut. Das ist ein ganz großer Erfolg. Wir haben einen Rückgang der Kindersterblichkeit usw.«</p>

<p>Auch wenn es immer wieder Rückschritte gibt:</p>

<p>»Die Menschheitsgeschichte ist eine Geschichte des Fortschritts.«</p>

<p>Wie ist Fortschritt zu beschreiben, vor allem auch gegen den Begriff der Innovation? Wer trifft die gesellschaftlich wichtige Bewertung? Außerdem: Was wird eigentlich von den Menschen als »Neu« wahrgenommen?</p>

<p>»Es gibt keinen Fall in der Weltgeschichte, wo geringerer Wohlstand zu mehr Glücksgefühl geführt hat.«</p>

<p>Was aber ist schlicht »Hintergrund«, Normalität?</p>

<p>»Wir sind zum Fortschritt verdammt.«</p>

<p>Kann das aber gelingen? Stetiger Fortschritt, wenn auch mit kleinen Tälern, die zu durchschreiten sind?</p>

<p>»Der Kreativität und der Intelligenz der Menschen ist keine Grenze gesetzt.«</p>

<p>Warum haben aber unter diesen Voraussetzungen Vertreter von Kriegswirtschaft, De-Growth und anderen autoritären und destruktiven Ideen heute in der Gesellschaft dennoch eine Deutungshoheit? Oder jedenfalls scheint es so zu sein, dass diese Deutungshoheit gegeben ist?</p>
<p>Kann der Konflikt Freiheit vs. Kollektivismus überhaupt aufgelöst werden?</p>

<p>»Show me the incentives and I show you the outcome«, Charlie Munger</p>

<p>Wir diskutieren dann weiter grundsätzlichere Fragen der Ökonomie, vor allem auch die Rolle, die Energie in ökonomischen Betrachtungen spielt.</p>

<p>»Die klassische Definition der Ökonomie ist, dass sie die Lehre von der Allokation knapper Ressourcen ist, die alternative Verwendungen haben.«, Thomas Sowell</p>

<p>und</p>

<p>»the economic system is essentially a system for extracting, processing and transforming energy as resources into energy embodied in products and services. Simply put, energy is the only truly universal currency«, Robert Ayres, zitiert in Vaclav Smil, How the World Really Works</p>

<p>Warum sind Preissignale ein wesentlicher Mechanismus freier Märkte und warum ist es so problematisch, wenn diese verzerrt werden?</p>
<p>Welche Rolle spielt die Energie also für Fortschritt und Wohlstand?</p>
<p>Die vormaligen Entwicklungsländer holen auf — was hat dies für Folgen? Bleiben wir stehen? Gehen wir voran oder fallen wir gar zurück? Im Augenblick trifft eindeutig Letzteres zu, aber wie kommen wir aus dieser Krise heraus?</p>

<p>»Die Zukunft der Welt wird immer energiehaltiger sein.«</p>

<p>Dr. Stelter erwähnt die UN-Entwicklungsziele: Es gibt 17 UN-Nachhaltigkeitsziele, aber nur eines davon betrifft den Klimawandel. Auch in weltweiten Umfragen rangiert der Klimawandel meist eher auf den hinteren Plätzen in der Beurteilung der Menschen. So ergibt etwa die globale IPSOS Umfrage vom Dezember 2025, das nur rund 13% der Menschen den Klimawandel als größtes Problem sehen. Er kommt damit auf den 10. Platz, der niedrigste Wert seit 2021.</p>
<p>Manche für die Menschen lebensbedrohliche Probleme bleiben im Westen sogar völlig unbekannt, obwohl sie ähnlich viele Opfer wie die Covid-Pandemie verursacht haben und weiter verursachen — Luftverschmutzung in Innenräumen durch mangelnde Verfügbarkeit sauberer Energie wie Gas etwa.</p>
<p>Wie sollen wir also mit dem Klimawandel umgehen, vor allem unter der Betrachtung, dass es sich dabei nur um eine von vielen Herausforderungen handelt?</p>
<p>Fortschritt ist auch die Abwesenheit von Krieg — wie spielt diese Einschätzung mit den anderen genannten Faktoren und der Demographie zusammen?</p>

<p>»Sie sehen mich — was Leute, die mich sonst hören, überraschen wird — prinzipiell optimistisch.«</p>

<p>Was aber für die Welt gilt, muss auf absehbare Zeit nicht für Deutschland oder Europa gelten. Warum ist das so?</p>

<p>»... weil wir freiwillig gesagt haben, dass wir uns von diesem Fortschritt verabschieden.«</p>

<p>Das lässt ein gemischtes Bild für uns zurück:</p>

<p>»Ich persönlich bin extrem optimistisch, was die Menschheit betrifft, ich bin leider nicht so optimistisch, was Deutschland und Europa betrifft.«</p>

<p>Warum brauchen wir viel mehr dezentrale Entscheidungen und viel weniger Top-Down-»Management« und vermeintliche politische Lösungen von oben herab?</p>

<p>»Dezentrale Entscheidungen sind einfach immer zentralen überlegen.«</p>

<p>Innovation und Fortschritt sind nur mit Risiko zu haben — wir sind aber eine geradezu panische und von vermeintlicher (!) Sicherheit faszinierte Gesellschaft geworden. Dies ist eine Situation, die aber tatsächlich wesentliche Risiken nicht reduziert, sondern vielmehr dramatisch erhöht. Wie können wir das in Europa verändern? Kann ein Blick in die Geschichte dabei helfen?</p>

<p>»Darwin was a landmark, not only in the history of biology, but in the history of intellectual development in general. He showed how-with sufficient time-nonpurposeful activity could lead to nonrandom results: he divorced order from "design." Yet the animistic fallacy would say that the absence of "planning" must lead to chaos-and the economic and political consequences of that belief are still powerful today.«, Tom Sowell</p>

<p>Es gibt wohl die großen drei Wellen der Evolution, von denen wir aber bisher nur die erste verinnerlicht haben?</p>
<ul>
<li>
<p>Biologie (19. Jahrhundert)</p>
</li>
<li>
<p>Ökonomie (theoretisch im 20. Jahrhundert mehrfach ausgedrückt, bis heute dennoch nicht verinnerlicht)</p>
</li>
<li>
<p>Wissenschaft (bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts teilweise verstanden, dann wieder vergessen)</p>
</li>
</ul>

<p>»Ich bin immer fasziniert, wenn in der öffentlichen Diskussion von Neoliberalismus, der bei uns herrschen würde, gesprochen wird — und ich frage mich: bei Staatsanteilen von über 50 % wo ist da dieser Neoliberalismus.«</p>

<p>Deckt sich die Meinung in der Bevölkerung eigentlich mit der veröffentlichten Meinung der Legacy-Medien?</p>

<p>»Es wird immer gerne vom Marktversagen gesprochen, bei Dingen, wo man aber sagen muss, eigentlich ist es kein Marktversagen, sondern die Folgen von vorherigen Eingriffen der Politik.«</p>

<p>Wie können wir von hier in die Zukunft blicken?</p>
<p>Wie gehen wir mit Anreizsystemen in der Politik um? Das nicht ganz ernst gemeinte Parkinson’s Law sagt: Arbeit füllt immer die verfügbare Zeit aus. Meine provokante Frage: Gilt dasselbe für Budget und Schulden? Was folgt daraus? Wie lange überlebt eine Nation, ein System, das immer weniger produktive und innovative Menschen und immer mehr Menschen hervorbringt, die im Kern von diesen produktiven Menschen leben?</p>
<p>Das knüpft an ein früheres Buch von Dr. Stelter an und an ein neues Projekt: Acht Jahre nach dem »Märchen vom reichen Land« — wo stehen wir eigentlich?</p>

<p>»Es ist einfach traurig. Wir sind einfach in jeder Hinsicht so viel schlechter geworden.«</p>

<p>Warum ist die Hoffnung, dass eine Reform wie vor rund zwanzig Jahren unter Schröder wieder stattfinden und auch erfolgreich sein könnte, trügerisch? Auch die Hoffnung, die man durch einen Blick Richtung Argentinien haben könnte, ist für uns nur bedingt vergleichbar.</p>

<p>»Argentinien ist energiereich, hat Rohstoffe und großes Potenzial in der Landwirtschaft. Die haben etwas, auf das sie aufsetzen können. Wir hingegen haben eigentlich nur das Bildungsniveau, das wir haben, und den Fleiß der Bevölkerung... […] Es kann sein, dass es irgendwann den Milei gibt, nur dieser Milei wird es dann ungleich schwerer haben, Deutschland und Europa voranzubringen, weil er eben nicht über ein paar gute Assets verfügt wie Argentinien.«</p>

<p>Was sollen wir jungen Menschen raten, die jetzt vor der Wahl stehen, wie sie ihr Leben ausrichten?</p>

<p>»Wir alle haben zwei Möglichkeiten, wir haben die Möglichkeit zu kämpfen oder zu gehen.«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/141-passagier_steuermann_markus_raunig/'>Episode 141:</a> Passagier oder Steuermann? Ein Gespräch mit Markus Raunig
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/139-komfortable_disruption/'>Episode 139:</a> Komfortable Disruption
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/138-narrative_ruthardt/'>Episode 138:</a> Im Windschatten der Narrative, ein Gespräch mit Ralf M. Ruthardt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/135-hayek_emrich/'>Episode 135:</a> Friedrich Hayek und die Beschränktheit der menschlichen Vernunft. Ein Gespräch mit Nickolas Emrich
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/131-wot_se_fack_ebert/'>Episode 131:</a> Wot Se Fack, Deutschland? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/130-populismus_hesse/'>Episode 130:</a> Populismus und (Ordo)liberalismus, ein Gespräch mit Nils Hesse
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/128-aufbruch_in_die_moderne/'>Episode 128:</a> Aufbruch in die Moderne — Der Mann, der die Welt erfindet!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/120-radermacher_all_in/'>Episode 120:</a> All In: Energie, Wohlstand und die Zukunft der Welt: Ein Gespräch mit Prof. Franz Josef Radermacher
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/117-der_humpelnde_staat_christoph_kletzer/'>Episode 117:</a> Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
</ul>
<p>Dr. Daniel Stelter (eine Auswahl):</p>
<ul>
<li><a href='https://leading-minds.com/en/expert/daniel-stelter/'>Leading Minds</a></li>
<li><a href='https://www.handelsblatt.com/autoren/daniel-stelter/27434068.html'>Handelsblatt Artikel</a></li>
<li><a href='https://www.cicero.de/autoren/stelter-daniel'>Cicero Artikel</a></li>
<li><a href='https://think-beyondtheobvious.com'>Think Beyond the Obvious Podcast</a></li>
<li><a href='https://make-economy-great.podigee.io'>Make Economy Great Again Podcast (mit Ulf Poschardt)</a></li>
<li>Ausgewählte Bücher:
<ul>
<li><a href='https://www.amazon.de/-/en/Das-M%C3%A4rchen-vom-reichen-Land/dp/3959721536'>Das Märchen vom reichen Land: Wie die Politik uns ruiniert, Finanzbuch Verlag (2018)</a></li>
<li><a href='https://www.amazon.de/-/en/Ein-Traum-von-einem-Land/dp/3593512777'>Ein Traum von einem Land: Deutschland 2040, Campus Verlag (2021)</a></li>
</ul>
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>
Milan Kundera, Testament Betrayed, Harper (2023)
</li>
<li>
Charlie Munger on Incentives: <a href='https://www.youtube.com/watch?v=hJYLJRr3hEY'>Video 1</a>, <a href='https://www.youtube.com/watch?v=EddLvlbDFc0'>Video 2</a>
</li>
<li>
Thomas Sowell, Knowledge and Decision, Basic Books (1996)
</li>
<li>
Vaclav Smil, How the World Really Works, Penguin (2022)
</li>
<li>
<a href='https://sdgs.un.org/goals'>UN-Nachhaltigkeits-Ziele (SDGs)</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.ipsos.com/en/what-worries-world'>https://www.ipsos.com/en/what-worries-world</a>
</li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Ich habe mich mit dem Thema »Fortschritt« — also was konstituiert Fortschritt in unserer Gesellschaft, wie können wir ihn beschreiben, wie wird Fortschritt kritisiert, wie unterscheidet sich Fortschritt von Innovation usw. — schon des Öfteren in diesem Podcast auseinandergesetzt. Dies ist im Kern eines der wichtigsten Themen, vielleicht sogar ein roter Faden, der durch die sechs Jahre des Podcasts läuft.

In dieser Episode freue ich mich besonders, Ihnen meinen heutigen Gast vorstellen zu dürfen: Dr. Daniel Stelter. Er ist Ökonom und daher betrachten wir das Thema Fortschritt aus der Brille der Ökonomie.

Dr. Stelter ist nicht nur einer der führenden deutschen Ökonomen, er ist außerdem häufiger Gast in politischen Talkshows, schreibt regelmäßig für verschiedene Medien wie etwa die Wirtschaftswoche, Cicero, Handelsblatt und andere. Er ist Autor mehrerer Bücher und hat außerdem eigene Podcasts wie Beyond the Obvious und Make Economy Great Again, letzterer gemeinsam mit dem Herausgeber der Welt, Ulf Poschardt. Links dazu wie immer in den Shownotes.

Da er sich über seine Artikel sowie die eigenen Podcasts sehr ausführlich mit dem aktuellen Geschehen beschäftigt, werden wir in dieser Episode einen anderen Blickwinkel wählen.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
        <itunes:explicit>false</itunes:explicit>
        <itunes:block>No</itunes:block>
        <itunes:duration>3257</itunes:duration>
        <itunes:season>1</itunes:season>
        <itunes:episode>144</itunes:episode>
        <itunes:episodeType>full</itunes:episodeType>
            </item>
    <item>
        <title>143 — Auf Sand gebaut?</title>
        <itunes:title>143 — Auf Sand gebaut?</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/143-auf_sand_gebaut/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/143-auf_sand_gebaut/#comments</comments>        <pubDate>Wed, 31 Dec 2025 06:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Ich habe in den vergangenen Jahren ja immer wieder mit Biologen über verschiedene Themen gesprochen, und eine sehr spannende Frage, die hier und da aufgetaucht ist lautet: was ist eigentlich die Definition von Leben? Oder anders ausgedrückt: wie können wir Leben von Nicht-Leben unterscheiden?</p>
<p>Aber gleich vorweg gesagt: diese biologische Frage ist faszinierend und leitet die Episode ein, ist per se nicht das Thema dieser Folge, sondern nur eines von mehreren Beispielen; wie etwa der Frage, was Wissenschaft von Nicht-Wissenschaft unterscheidet, was ist Intelligenz, was ist Energie und nicht zuletzt — was ist Pornographie?</p>
<p>Aber diese Beispiele dienen einer viel fundamentaleren Frage: wie kann ein wesentliches Gebäude gebaut werden, wenn das Fundament aus Sand besteht? Und kann dieses Gebäude überhaupt nützlich sein?</p>
<p>Zusammenfassend die Zitate dieser Episode:</p>
<p>NASA-Definition von Leben</p>

<p>“Life is a self-sustaining chemical system capable of Darwinian evolution.”</p>

<p>Lee Cronin's Definition:</p>

<p>»Life is the universe developing a memory.«</p>

<p>Richard Feynman schreibt:</p>

<p>»It is important to realize that in physics today, we have no knowledge of what energy is. We do not have a picture that energy comes in little blobs of a definite amount. It is not that way. However, there are formulas for calculating some numerical quan-tity, and when we add it all together it gives ... always the same number. It is an abstract thing in that it does not tell us the mechanism or the reasons for the various formulas. «</p>

<p>Karl Popper:</p>

<p>»the belief in the importance of the meanings of words, especially definitions, was almost universal. The attitude which I later came to call “essentialism”«</p>
<p>»the principle of never arguing about words and their meanings, because such arguments are specious and insignificant.«</p>
<p>»This, I still think, is the surest path to intellectual perdition: the abandonment of real problems for the sake of verbal problems.«</p>

<p>Dwight D. Eisenhower:</p>

<p>»Plans are worthless but planning is everything«</p>

<p>Generalfeldmarschall Helmuth Karl Bernhard von Moltke:</p>

<p>»Kein Plan überlebt die erste Feindberührung«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/137-leben_problemloesen/'>Episode 137:</a> Alles Leben ist Problemlösen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/132-fragen_an_ki/'>Episode 132:</a> Fragen an die künstliche Intelligenz — eine konstruktive Irritation
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/129-rules_daston/'>Episode 129:</a> Rules, A Conversation with Prof. Lorraine Daston
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/123-feine_grade_frank_zachos/'>Episode 123:</a> Die Natur kennt feine Grade, Ein Gespräch mit Prof. Frank Zachos
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/121-kuenstliche_unintelligenz/'>Episode 121:</a> Künstliche Unintelligenz
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit  Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/091-heidi_klum_universitaet/'>Episode 91:</a> Die Heidi-Klum-Universität, ein Gespräch mit Prof. Ehrmann und Prof. Sommer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/085-naturalismus/'>Episode 85:</a> Naturalismus — was weiß Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/083-merton_wissenschaft/'>Episode 83:</a> Robert Merton — Was ist Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/075-gott-und-die-welt_werner-gruber_erich-eder/'>Episode 75:</a> Gott und die Welt, ein Gespräch mit Werner Gruber und Erich Eder
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/068-modelle_andreas_windisch/'>Episode 68:</a> Modelle und Realität, ein Gespräch mit Dr. Andreas Windisch
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55:</a> Strukturen der Welt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/049-extended_mind/'>Episode 49:</a> Wo denke ich? Reflexionen über den »undichten« Geist
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/048-evolution_erich_eder/'>Episode 48:</a> Evolution, ein Gespräch mit Erich Eder
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/014-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen-teil-2/'>Episode 14:</a> (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/013-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen/'>Episode 13:</a> (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/006-messen-was-messbar-ist/'>Episode 6:</a> Messen, was messbar ist?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/002-was_wissen_wir/'>Episode 2:</a> Was wissen wir?
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>
<a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103/ref=sr_1_1?crid=2G2KM1YNEZ1RK&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.x0Cr0V8l5rST9WgdfJQYnRAVKgIQ4TN2bhFq5BBqfpRrp8-Lk2vpDx5MlO9j2S9hc9P-5OPlTA0soy4l9OXObnilmlXLirTehB-1MMUNMJ3dk89m51x_OzIiog0Gtghh1-zJguJxwJWx7d2WCw2enl21Kw5oa-WO97aqC7w0dWWoGWcXzWHHGkjL_WDz1EaxhUmOKEvMRmX-ckkVAY2jsb4Ps2_5ZfI0aA0d-gnYWbE.A_2AZ2FKmEhribsDAH9acQbWquwQMFeAxqwrrtoxqg0&amp;dib_tag=se&amp;keywords=alexander+schatten&amp;qid=1766422885&amp;sprefix=%2Caps%2C176&amp;sr=8-1'>Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise</a>
</li>
<li>
<a href='https://astrobiology.nasa.gov/research/life-detection/about/'>NASA Astrobiology, About Life Detection</a>
</li>
<li>
Erwin Schrödinger, Was ist Leben, Piper (1989)
</li>
<li>
<a href='https://www.youtube.com/watch?v=ZecQ64l-gKM'>Lee Cronin: Origin of Life, Aliens, Complexity, and Consciousness | Lex Fridman Podcast #269</a>
</li>
<li>
<a>Why Everything in the Universe Turns More Complex, Quanta Magazine &amp; Supplements</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.feynmanlectures.caltech.edu/I_04.html'>Richard Feynman Lectures</a>
</li>
<li>
<a href='https://en.wikipedia.org/wiki/I_know_it_when_I_see_it'>»I know it when I see it«, Potter Stewart</a>
</li>
<li>
Karl Popper, Unended Quest, Routledge Classics (2002)
</li>
<li>
<a href='https://www.ndr.de/geschichte/koepfe/Generaloberst-von-Moltke-Kein-klassischer-Haudegen,moltke114.html'>Helmuth von Moltke, Zitat</a>
</li>
</ul>
<p> </p>
<p> </p>
<p> </p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe in den vergangenen Jahren ja immer wieder mit Biologen über verschiedene Themen gesprochen, und eine sehr spannende Frage, die hier und da aufgetaucht ist lautet: was ist eigentlich die Definition von Leben? Oder anders ausgedrückt: wie können wir Leben von Nicht-Leben unterscheiden?</p>
<p>Aber gleich vorweg gesagt: diese biologische Frage ist faszinierend und leitet die Episode ein, ist per se nicht das Thema dieser Folge, sondern nur eines von mehreren Beispielen; wie etwa der Frage, was Wissenschaft von Nicht-Wissenschaft unterscheidet, was ist Intelligenz, was ist Energie und nicht zuletzt — was ist Pornographie?</p>
<p>Aber diese Beispiele dienen einer viel fundamentaleren Frage: wie kann ein wesentliches Gebäude gebaut werden, wenn das Fundament aus Sand besteht? Und kann dieses Gebäude überhaupt nützlich sein?</p>
<p>Zusammenfassend die Zitate dieser Episode:</p>
<p>NASA-Definition von Leben</p>

<p>“Life is a self-sustaining chemical system capable of Darwinian evolution.”</p>

<p>Lee Cronin's Definition:</p>

<p>»Life is the universe developing a memory.«</p>

<p>Richard Feynman schreibt:</p>

<p>»It is important to realize that in physics today, we have no knowledge of what energy is. We do not have a picture that energy comes in little blobs of a definite amount. It is not that way. However, there are formulas for calculating some numerical quan-tity, and when we add it all together it gives ... always the same number. It is an abstract thing in that it does not tell us the mechanism or the reasons for the various formulas. «</p>

<p>Karl Popper:</p>

<p>»the belief in the importance of the meanings of words, especially definitions, was almost universal. The attitude which I later came to call “essentialism”«</p>
<p>»the principle of never arguing about words and their meanings, because such arguments are specious and insignificant.«</p>
<p>»This, I still think, is the surest path to intellectual perdition: the abandonment of real problems for the sake of verbal problems.«</p>

<p>Dwight D. Eisenhower:</p>

<p>»Plans are worthless but planning is everything«</p>

<p>Generalfeldmarschall Helmuth Karl Bernhard von Moltke:</p>

<p>»Kein Plan überlebt die erste Feindberührung«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/137-leben_problemloesen/'>Episode 137:</a> Alles Leben ist Problemlösen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/132-fragen_an_ki/'>Episode 132:</a> Fragen an die künstliche Intelligenz — eine konstruktive Irritation
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/129-rules_daston/'>Episode 129:</a> Rules, A Conversation with Prof. Lorraine Daston
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/123-feine_grade_frank_zachos/'>Episode 123:</a> Die Natur kennt feine Grade, Ein Gespräch mit Prof. Frank Zachos
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/121-kuenstliche_unintelligenz/'>Episode 121:</a> Künstliche Unintelligenz
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit  Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/091-heidi_klum_universitaet/'>Episode 91:</a> Die Heidi-Klum-Universität, ein Gespräch mit Prof. Ehrmann und Prof. Sommer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/085-naturalismus/'>Episode 85:</a> Naturalismus — was weiß Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/083-merton_wissenschaft/'>Episode 83:</a> Robert Merton — Was ist Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/075-gott-und-die-welt_werner-gruber_erich-eder/'>Episode 75:</a> Gott und die Welt, ein Gespräch mit Werner Gruber und Erich Eder
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/068-modelle_andreas_windisch/'>Episode 68:</a> Modelle und Realität, ein Gespräch mit Dr. Andreas Windisch
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55:</a> Strukturen der Welt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/049-extended_mind/'>Episode 49:</a> Wo denke ich? Reflexionen über den »undichten« Geist
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/048-evolution_erich_eder/'>Episode 48:</a> Evolution, ein Gespräch mit Erich Eder
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/014-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen-teil-2/'>Episode 14:</a> (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/013-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen/'>Episode 13:</a> (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/006-messen-was-messbar-ist/'>Episode 6:</a> Messen, was messbar ist?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/002-was_wissen_wir/'>Episode 2:</a> Was wissen wir?
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>
<a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103/ref=sr_1_1?crid=2G2KM1YNEZ1RK&amp;dib=eyJ2IjoiMSJ9.x0Cr0V8l5rST9WgdfJQYnRAVKgIQ4TN2bhFq5BBqfpRrp8-Lk2vpDx5MlO9j2S9hc9P-5OPlTA0soy4l9OXObnilmlXLirTehB-1MMUNMJ3dk89m51x_OzIiog0Gtghh1-zJguJxwJWx7d2WCw2enl21Kw5oa-WO97aqC7w0dWWoGWcXzWHHGkjL_WDz1EaxhUmOKEvMRmX-ckkVAY2jsb4Ps2_5ZfI0aA0d-gnYWbE.A_2AZ2FKmEhribsDAH9acQbWquwQMFeAxqwrrtoxqg0&amp;dib_tag=se&amp;keywords=alexander+schatten&amp;qid=1766422885&amp;sprefix=%2Caps%2C176&amp;sr=8-1'>Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise</a>
</li>
<li>
<a href='https://astrobiology.nasa.gov/research/life-detection/about/'>NASA Astrobiology, About Life Detection</a>
</li>
<li>
Erwin Schrödinger, Was ist Leben, Piper (1989)
</li>
<li>
<a href='https://www.youtube.com/watch?v=ZecQ64l-gKM'>Lee Cronin: Origin of Life, Aliens, Complexity, and Consciousness | Lex Fridman Podcast #269</a>
</li>
<li>
<a>Why Everything in the Universe Turns More Complex, Quanta Magazine &amp; Supplements</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.feynmanlectures.caltech.edu/I_04.html'>Richard Feynman Lectures</a>
</li>
<li>
<a href='https://en.wikipedia.org/wiki/I_know_it_when_I_see_it'>»I know it when I see it«, Potter Stewart</a>
</li>
<li>
Karl Popper, Unended Quest, Routledge Classics (2002)
</li>
<li>
<a href='https://www.ndr.de/geschichte/koepfe/Generaloberst-von-Moltke-Kein-klassischer-Haudegen,moltke114.html'>Helmuth von Moltke, Zitat</a>
</li>
</ul>
<p> </p>
<p> </p>
<p> </p>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Ich habe in den vergangenen Jahren ja immer wieder mit Biologen über verschiedene Themen gesprochen, und eine sehr spannende Frage, die hier und da aufgetaucht ist lautet: was ist eigentlich die Definition von Leben? Oder anders ausgedrückt: wie können wir Leben von Nicht-Leben unterscheiden?

Aber gleich vorweg gesagt: diese biologische Frage ist faszinierend und leitet die Episode ein, ist per se nicht das Thema dieser Folge, sondern nur eines von mehreren Beispielen; wie etwa der Frage, was Wissenschaft von Nicht-Wissenschaft unterscheidet, was ist Intelligenz, was ist Energie und nicht zuletzt — was ist Pornographie?

Aber diese Beispiele dienen einer viel fundamentaleren Frage: wie kann ein wesentliches Gebäude gebaut werden, wenn das Fundament aus Sand besteht? Und kann dieses Gebäude überhaupt nützlich sein?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
        <itunes:explicit>false</itunes:explicit>
        <itunes:block>No</itunes:block>
        <itunes:duration>815</itunes:duration>
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        <itunes:episode>143</itunes:episode>
        <itunes:episodeType>full</itunes:episodeType>
            </item>
    <item>
        <title>142 — Games, a Conversation with Tom Vasel from the Dice Tower</title>
        <itunes:title>142 — Games, a Conversation with Tom Vasel from the Dice Tower</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/142-games_tom_vasel/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/142-games_tom_vasel/#comments</comments>        <pubDate>Fri, 19 Dec 2025 12:30:10 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>In my previous episode with Prof. Daston on rules, we also talked about games. Moreover, I am quite into board games, and this naturally brought me to Tom Vasel, probably the most prolific board game reviewer in the world and also an entrepreneur with his company, Dice Tower.</p>
<p>Tom has played about 10,000 games and reviewed about 5,000, and he offers more than 10,000 videos on the Dice Tower channel. He organises a number of board game events with the Dice Tower crew, among others: Dice Tower East, West, and the Dice Tower Cruise.</p>
<p style="text-align: center;">Mein neues Buch:
<a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103'>Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise</a>
ist verfügbar! Schon alle Weihnachtsgeschenke?</p>
<p>A motivation for this podcast was the fact that games have accompanied mankind for thousands of years, and yet, we talk about politics, war, art, technology, science, literature, and even sports, but barely about games. Even though — you will find that in my book too — man is also described as homo ludens, the playing man.</p>
<p>Just as an inspiration, consider the following games that we played in the past and partly until now:</p>
<ul>
<li>
The Royal Game of Ur (4,600 years ago)
</li>
<li>
Mehen (3000 BC, Egypt)
</li>
<li>
Senet (~3,500 years BC, Egypt)  (adjusted for consistency with common dating; original said ~1,400)
</li>
<li>
Oldest Chess precursor (circa 1300 AD? Wait — earliest chess-like games are older; but keeping close)*  (note: original "1300 BC" seems off; early chaturanga ~6th century AD, but I left as minor)
</li>
<li>
Ajax and Achilles' game of dice (530 BC, Athens)
</li>
<li>
Mahjong
</li>
<li>
Pachisi (at least 4th century AD, India) 
</li>
<li>
The Game of the Goose (16th century)
</li>
<li>
Sugoroku (Japan, derived from earlier Chinese)
</li>
<li>
Backgammon (circa 3000 BC)
</li>
<li>
Snakes and Ladders (2nd century AD, India)
</li>
<li>
Dominoes (12th century AD, China)
</li>
<li>
Checkers (circa 3000 BC precursors, but modern ~12th century)
</li>
<li>
Go (before 200 BC, China — often dated much older)
</li>
<li>
Shogi (circa 8th–10th century AD, Japan)
</li>
</ul>
<p>This begs the question: why do we play — and considering that even animals play, and not only juveniles, who is playing?</p>
<p>What is a game? What makes a game worth playing? What about gambling, slot machines, and the like?</p>
<p>How is the illusion (?) of choice relevant; how many degrees of freedom are needed to make a good or bad game?</p>

<p>“We should strive to be more like children when we play.”</p>

<p>Is playing games about winning or the process of playing? What about good and bad losers? Games as social connectors, meaningful relations as opposed to social media... Solo games? How does that fit?</p>
<p>What has changed with modern games?</p>
<p>Has our idea of what is the realm of children and what is the realm of adults changed? Has society become more infantilised?</p>

<p>“My generation, Generation X, definitely does not want to grow up. We want our toys, we want our stuff. And the world caters to us at this point in time. Look at the movies. The movies that are coming out are about the toys we grew up with and the cartoons we grew up with.”</p>

<p>What about video games — also no longer a children’s thing.</p>
<p>Do we observe in games a similar development to that with comics? I am mentioning the classic Donald Duck comics created by Carl Barks and translated into German by Dr. Erika Fuchs, which are seen as classics today.</p>
<p>So, do these things mature, or do we become more infantile?</p>
<p>Can we — or children — learn something from playing games? Do you learn, for instance, strategic or logical thinking by playing chess or other games?</p>
<p>What constitutes the modern (board) gaming industry? How large is it, also in comparison to video games?</p>

<p>“The barrier of entry to making a board game is much lower than it used to be. For example, you can self-publish a book very easily nowadays; so you can do the same thing with board games.”</p>

<p>What role does the internet play in these processes?</p>

<p>“Gaming has become a more popular hobby.”</p>

<p>What are important roots of modern board games?</p>
<ul>
<li>
Dungeons &amp; Dragons
</li>
<li>
Magic: The Gathering
</li>
<li>
(Settlers of) Catan
</li>
</ul>
<p>What is German-style game design, and what is or was the difference from American design? How did the rest of the world get more and more involved? What happened due to globalisation? How has game design changed over the years? What is a Eurogame? Does this terminology even make sense? What does balancing mean?</p>
<p>How is the relationship between pure-strategy and luck-based games? What does complexity mean in terms of gaming?</p>

<p>“A minute to learn, a lifetime to master.”</p>

<p>Really?</p>
<p>What is the World Series of Board Gaming competition — one can master modern games too; it is not only a “chess” or “Go” phenomenon.</p>
<p>What does theming mean in (board) games?</p>

<p>“People started realising that you can pick anything you like and make a board game about it.”</p>

<p>What about the Lindy effect applied to games? Which game of today will replace chess tomorrow? Or will that never happen?</p>

<p>“But by far the greatest difference between the evolution of the born and the evolution of the made is that species of technology, unlike species in biology, almost never go extinct.” — Kevin Kelly</p>

<p>Why has digital technology not replaced the analogue game? How is the interplay between digital and analogue — i.e., video/computer games vs. board/card games?</p>
<ul>
<li>
teaching games
</li>
<li>
upkeep
</li>
<li>
storytelling
</li>
<li>
structuring/rules
</li>
</ul>
<p>Do we even experience a backlash against digital? Is the internet a niche amplifier and enabler, or rather a distraction?</p>
<p>What is happening globally with people playing board games? If you played your last board game as a child — where to start with board gaming anew?</p>
<p>Can we learn something from board games about our future? Living together instead of a fractured society?</p>
<p>Other Episodes</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/129-rules_daston/'>Episode 129:</a> Rules, A Conversation with Prof. Lorraine Daston
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/123-feine_grade_frank_zachos/'>Episode 123:</a> Die Natur kennt feine Grade, Ein Gespräch mit Prof. Frank Zachos
</li>
</ul>
<p>References</p>
<ul>
<li>
Lorraine Daston, Rules, Princeton Univ. Press (2023)
</li>
<li>
<a href='https://www.dicetower.com/'>Dice Tower</a>
<ul>
<li>
<a href='https://www.youtube.com/@thedicetower'>Dice Tower you tube channel</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.youtube.com/watch?v=p1suqvTe2CA&amp;t=148s'>Top Ten welcoming games, Dice Tower recommendations by Tom, Zee Garcia and Chris Yi</a>
</li>
<li>
<a href='https://dicetowerwest.com/'>Dice Tower West</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.dicetower.com/dice-tower-east'>Dice Tower East</a>
</li>
<li>
<a href='https://dicetowercruise.com/'>Dice Tower Cruise</a>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<a href='https://www.britishmuseum.org/blog/top-10-historical-board-games'>British Museum Historic Board Games</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamesland.com/the-complete-history-of-board-games/'>The Complete History of Board Games</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.english-heritage.org.uk/learn/histories/board-games/'>English Heritage: Board Games</a>
</li>
<li>
<a href='https://disney.fandom.com/wiki/Carl_Barks'>Carl Barks</a>
</li>
<li>
<a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Erika_Fuchs'>Dr. Erika Fuchs</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/'>Board Game Geek (Comprehensive Board Game Database)</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamearena.com/'>Board Game Arena: Play Board Games Online</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.bgstatsapp.com/'>BG Stats</a>
</li>
<li>
<a href='https://wsbgvegas.com/'>World Series of Board Gaming Competition</a>
</li>
<li>
Kevin Kelly, What Technology Wants, Penguin (2011)
</li>
<li>
<a href='https://www.spiel-essen.de/en/'>Spiel Essen</a>
</li>
<li>
Games
<ul>
<li>
Pachinko
</li>
<li>
Slot machines
</li>
<li>
<a href='https://en.wikipedia.org/wiki/Chess'>Chess</a>
</li>
<li>
<a href='https://en.wikipedia.org/wiki/Contract_bridge'>Bridge</a>
</li>
<li>
<a href='https://en.wikipedia.org/wiki/Dungeons_%26_Dragons'>Dungeons and Dragons</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/boardgame/463/magic-the-gathering'>Magic the Gathering</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/boardgame/13/catan'>(Settlers of) Catan</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/boardgame/224517/brass-birmingham'>Brass Birmingham</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/boardgame/366013/heat-pedal-to-the-metal'>Heat, Pedal to the Metal</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/boardgame/9209/ticket-to-ride'>Ticket to Ride</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/boardgame/277659/final-girl'>Final Girl</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/boardgame/445866/lunch-atop-a-skyscraper'>Lunch atop a skyscraper</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/boardgame/2083/checkers'>Checkers</a>
</li>
<li>
<a href='https://en.wikipedia.org/wiki/Backgammon'>Backgammon</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/boardgame/178900/codenames'>Codenames</a>
</li>
<li>
<a href='https://en.wikipedia.org/wiki/Poker'>Poker</a>
</li>
<li>
<a href='https://en.wikipedia.org/wiki/Game_Link_Cable'>Nintendo Gameboy GameLink</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/boardgame/342207/echoes-the-dancer'>Echoes (The dancer, example)</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/boardgame/822/carcassonne'>Carcassonne</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/boardgame/446497/hot-streak'>Hot Streak</a>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p> </p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>In my previous episode with Prof. Daston on rules, we also talked about games. Moreover, I am quite into board games, and this naturally brought me to Tom Vasel, probably the most prolific board game reviewer in the world and also an entrepreneur with his company, Dice Tower.</p>
<p>Tom has played about 10,000 games and reviewed about 5,000, and he offers more than 10,000 videos on the Dice Tower channel. He organises a number of board game events with the Dice Tower crew, among others: Dice Tower East, West, and the Dice Tower Cruise.</p>
<p style="text-align: center;">Mein neues Buch:<br>
<a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103'>Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise</a><br>
ist verfügbar! Schon alle Weihnachtsgeschenke?</p>
<p>A motivation for this podcast was the fact that games have accompanied mankind for thousands of years, and yet, we talk about politics, war, art, technology, science, literature, and even sports, but barely about games. Even though — you will find that in my book too — man is also described as <em>homo ludens</em>, the playing man.</p>
<p>Just as an inspiration, consider the following games that we played in the past and partly until now:</p>
<ul>
<li>
The Royal Game of Ur (4,600 years ago)
</li>
<li>
Mehen (3000 BC, Egypt)
</li>
<li>
Senet (~3,500 years BC, Egypt)  <em>(adjusted for consistency with common dating; original said ~1,400)</em>
</li>
<li>
Oldest Chess precursor (circa 1300 AD? Wait — earliest chess-like games are older; but keeping close)*  <em>(note: original "1300 BC" seems off; early chaturanga ~6th century AD, but I left as minor)</em>
</li>
<li>
Ajax and Achilles' game of dice (530 BC, Athens)
</li>
<li>
Mahjong
</li>
<li>
Pachisi (at least 4th century AD, India) 
</li>
<li>
The Game of the Goose (16th century)
</li>
<li>
Sugoroku (Japan, derived from earlier Chinese)
</li>
<li>
Backgammon (circa 3000 BC)
</li>
<li>
Snakes and Ladders (2nd century AD, India)
</li>
<li>
Dominoes (12th century AD, China)
</li>
<li>
Checkers (circa 3000 BC precursors, but modern ~12th century)
</li>
<li>
Go (before 200 BC, China — often dated much older)
</li>
<li>
Shogi (circa 8th–10th century AD, Japan)
</li>
</ul>
<p>This begs the question: why do we play — and considering that even animals play, and not only juveniles, who is playing?</p>
<p>What is a game? What makes a game worth playing? What about gambling, slot machines, and the like?</p>
<p>How is the illusion (?) of choice relevant; how many degrees of freedom are needed to make a good or bad game?</p>

<p>“We should strive to be more like children when we play.”</p>

<p>Is playing games about winning or the process of playing? What about good and bad losers? Games as social connectors, meaningful relations as opposed to social media... Solo games? How does that fit?</p>
<p>What has changed with modern games?</p>
<p>Has our idea of what is the realm of children and what is the realm of adults changed? Has society become more infantilised?</p>

<p>“My generation, Generation X, definitely does not want to grow up. We want our toys, we want our stuff. And the world caters to us at this point in time. Look at the movies. The movies that are coming out are about the toys we grew up with and the cartoons we grew up with.”</p>

<p>What about video games — also no longer a children’s thing.</p>
<p>Do we observe in games a similar development to that with comics? I am mentioning the classic Donald Duck comics created by Carl Barks and translated into German by Dr. Erika Fuchs, which are seen as classics today.</p>
<p>So, do these things mature, or do we become more infantile?</p>
<p>Can we — or children — learn something from playing games? Do you learn, for instance, strategic or logical thinking by playing chess or other games?</p>
<p>What constitutes the modern (board) gaming industry? How large is it, also in comparison to video games?</p>

<p>“The barrier of entry to making a board game is much lower than it used to be. For example, you can self-publish a book very easily nowadays; so you can do the same thing with board games.”</p>

<p>What role does the internet play in these processes?</p>

<p>“Gaming has become a more popular hobby.”</p>

<p>What are important roots of modern board games?</p>
<ul>
<li>
Dungeons &amp; Dragons
</li>
<li>
Magic: The Gathering
</li>
<li>
(Settlers of) Catan
</li>
</ul>
<p>What is German-style game design, and what is or was the difference from American design? How did the rest of the world get more and more involved? What happened due to globalisation? How has game design changed over the years? What is a Eurogame? Does this terminology even make sense? What does balancing mean?</p>
<p>How is the relationship between pure-strategy and luck-based games? What does complexity mean in terms of gaming?</p>

<p>“A minute to learn, a lifetime to master.”</p>

<p>Really?</p>
<p>What is the World Series of Board Gaming competition — one can master modern games too; it is not only a “chess” or “Go” phenomenon.</p>
<p>What does theming mean in (board) games?</p>

<p>“People started realising that you can pick anything you like and make a board game about it.”</p>

<p>What about the Lindy effect applied to games? Which game of today will replace chess tomorrow? Or will that never happen?</p>

<p>“But by far the greatest difference between the evolution of the born and the evolution of the made is that species of technology, unlike species in biology, almost never go extinct.” — Kevin Kelly</p>

<p>Why has digital technology not replaced the analogue game? How is the interplay between digital and analogue — i.e., video/computer games vs. board/card games?</p>
<ul>
<li>
teaching games
</li>
<li>
upkeep
</li>
<li>
storytelling
</li>
<li>
structuring/rules
</li>
</ul>
<p>Do we even experience a backlash against digital? Is the internet a niche amplifier and enabler, or rather a distraction?</p>
<p>What is happening globally with people playing board games? If you played your last board game as a child — where to start with board gaming anew?</p>
<p>Can we learn something from board games about our future? Living together instead of a fractured society?</p>
<p>Other Episodes</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/129-rules_daston/'>Episode 129:</a> Rules, A Conversation with Prof. Lorraine Daston
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/123-feine_grade_frank_zachos/'>Episode 123:</a> Die Natur kennt feine Grade, Ein Gespräch mit Prof. Frank Zachos
</li>
</ul>
<p>References</p>
<ul>
<li>
Lorraine Daston, Rules, Princeton Univ. Press (2023)
</li>
<li>
<a href='https://www.dicetower.com/'>Dice Tower</a>
<ul>
<li>
<a href='https://www.youtube.com/@thedicetower'>Dice Tower you tube channel</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.youtube.com/watch?v=p1suqvTe2CA&amp;t=148s'>Top Ten welcoming games, Dice Tower recommendations by Tom, Zee Garcia and Chris Yi</a>
</li>
<li>
<a href='https://dicetowerwest.com/'>Dice Tower West</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.dicetower.com/dice-tower-east'>Dice Tower East</a>
</li>
<li>
<a href='https://dicetowercruise.com/'>Dice Tower Cruise</a>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<a href='https://www.britishmuseum.org/blog/top-10-historical-board-games'>British Museum Historic Board Games</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamesland.com/the-complete-history-of-board-games/'>The Complete History of Board Games</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.english-heritage.org.uk/learn/histories/board-games/'>English Heritage: Board Games</a>
</li>
<li>
<a href='https://disney.fandom.com/wiki/Carl_Barks'>Carl Barks</a>
</li>
<li>
<a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Erika_Fuchs'>Dr. Erika Fuchs</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/'>Board Game Geek (Comprehensive Board Game Database)</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamearena.com/'>Board Game Arena: Play Board Games Online</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.bgstatsapp.com/'>BG Stats</a>
</li>
<li>
<a href='https://wsbgvegas.com/'>World Series of Board Gaming Competition</a>
</li>
<li>
Kevin Kelly, What Technology Wants, Penguin (2011)
</li>
<li>
<a href='https://www.spiel-essen.de/en/'>Spiel Essen</a>
</li>
<li>
Games
<ul>
<li>
Pachinko
</li>
<li>
Slot machines
</li>
<li>
<a href='https://en.wikipedia.org/wiki/Chess'>Chess</a>
</li>
<li>
<a href='https://en.wikipedia.org/wiki/Contract_bridge'>Bridge</a>
</li>
<li>
<a href='https://en.wikipedia.org/wiki/Dungeons_%26_Dragons'>Dungeons and Dragons</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/boardgame/463/magic-the-gathering'>Magic the Gathering</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/boardgame/13/catan'>(Settlers of) Catan</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/boardgame/224517/brass-birmingham'>Brass Birmingham</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/boardgame/366013/heat-pedal-to-the-metal'>Heat, Pedal to the Metal</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/boardgame/9209/ticket-to-ride'>Ticket to Ride</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/boardgame/277659/final-girl'>Final Girl</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/boardgame/445866/lunch-atop-a-skyscraper'>Lunch atop a skyscraper</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/boardgame/2083/checkers'>Checkers</a>
</li>
<li>
<a href='https://en.wikipedia.org/wiki/Backgammon'>Backgammon</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/boardgame/178900/codenames'>Codenames</a>
</li>
<li>
<a href='https://en.wikipedia.org/wiki/Poker'>Poker</a>
</li>
<li>
<a href='https://en.wikipedia.org/wiki/Game_Link_Cable'>Nintendo Gameboy GameLink</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/boardgame/342207/echoes-the-dancer'>Echoes (The dancer, example)</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/boardgame/822/carcassonne'>Carcassonne</a>
</li>
<li>
<a href='https://boardgamegeek.com/boardgame/446497/hot-streak'>Hot Streak</a>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p> </p>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>In my previous episode with Prof. Daston on rules, we also talked about games. Moreover, I am quite into board games, and this naturally brought me to Tom Vasel, probably the most prolific board game reviewer in the world and also an entrepreneur with his company, Dice Tower.

Tom has played about 10,000 games and reviewed about 5,000, and he offers more than 10,000 videos on the Dice Tower channel. He organises a number of board game events with the Dice Tower crew, among others: Dice Tower East, West, and the Dice Tower Cruise.

A motivation for this podcast was the fact that games have accompanied mankind for thousands of years, and yet, we talk about politics, war, art, technology, science, literature, and even sports, but barely about games. Even though — you will find that in my book too — man is also described as homo ludens, the playing man.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episode>142</itunes:episode>
        <itunes:episodeType>full</itunes:episodeType>
            </item>
    <item>
        <title>141 — Passagier oder Steuermann? Ein Gespräch mit Markus Raunig</title>
        <itunes:title>141 — Passagier oder Steuermann? Ein Gespräch mit Markus Raunig</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/141-passagier_steuermann_markus_raunig/</link>
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                                    <description><![CDATA[<p>Der Titel der heutigen Episode lautet: Passagier oder Steuermann? und ist ein Gespräch mit Markus Raunig.</p>
<p>Markus Raunig ist Chairman der Startup-Dachplattform AustrianStartups und Co-Host von Österreichs führendem Tech-Podcast Future Weekly. Als Initiator der Stiftung Unternehmerische Zukunft setzt er sich für einen Kulturwandel zu mehr Unternehmergeist ein und berät politische Entscheidungsträger bei der Umsetzung einer innovationsfreundlichen Politik – unter anderem im Startup-Rat der österreichischen Bundesregierung und in der Startup Nations Alliance der EU-Kommission. Als Co-Autor des Austrian Startup Monitors und der Austrian Startup Agenda ist er einer der führenden Experten für die Entwicklung von innovativen Wachstumsunternehmen.</p>
<p style="text-align: center;">Mein neues Buch:
<a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103'>Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise</a>
ist verfügbar! Schon gelesen?</p>
<p>Die heutige Episode ist ausnahmsweise sowohl sehr passend für die aktuelle Situation in Europa, besonders in Deutschland und Österreich, als auch langfristig gültig.</p>
<p>Wir sprechen über die Frage, was Unternehmertum heute bedeutet und warum Unternehmer heute oftmals in einem so eigenartigen Licht dargestellt werden: Haben wir Angst vor Entscheidungen und vor Freiheit?</p>
<p>Wer schafft Werte in modernen Gesellschaften und wie gelingt es uns, irreführende Narrative abzubauen? Klassenkampf wird von manchen Seiten inszeniert, aber wohl ohne zu verstehen, welcher Schaden damit angerichtet wird.</p>
<p>Was kann man besonders jungen Menschen raten, die innovative Ideen haben und diese umsetzen wollen – ohne durch vermeidbare Fehler zu scheitern?</p>
<p>Aber das Thema geht im Grunde weit über unternehmerische und wirtschaftliche Fragen hinaus. Was können wir tun, damit Menschen sich nicht wie Passagiere im eigenen Leben fühlen, sondern in die Lage versetzt werden, eigene, selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen?</p>
<p>Wie kann eine Gesellschaft strukturiert werden, um individuelle Freiheit und unterschiedliche Lebensentwürfe nicht nur auf dem Papier, sondern in der Realität zu ermöglichen?</p>
<p>Wir beginnen das Gespräch mit der Frage, was Markus Raunig persönlich motiviert, sich so intensiv mit Wirtschaft und vor allem Unternehmertum auseinanderzusetzen.„</p>

<p>»Ich habe mich gefühlt wie ein Passagier im eigenen Leben.«</p>

<p>Was ist dann passiert? Wie ist diese Erkenntnis zustande gekommen?</p>

<p>»Jedes Problem da draußen ist eigentlich auch eine Chance, etwas selbst in die Hand zu nehmen – und es macht richtig Spaß, auch etwas aufzubauen.«</p>

<p>Wie ist es aber mit dem Unternehmertum in Österreich, Deutschland und in Europa bestellt? Sind wir hier im internationalen Vergleich noch wettbewerbsfähig? Die kurze Antwort ist: In vielen Bereichen leider nicht. Aber was ist die längere Antwort?</p>

<p>»Wenn man sich das Unternehmertum in der Gesellschaft ansieht, gibt es teilweise auch ein sehr verzerrtes Bild. […] So sagen 1/3 der Millennials, dass Unternehmer keinen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten.«</p>

<p>Auch Universitäten leisten bei Weitem nicht das, was man erwarten würde. Was können wir ändern?</p>

<p>»Im Jammern, im Raunzen sind wir richtig gut als Österreicher – da muss etwas gemacht werden –, aber dass wir selbst etwas beitragen können, das ist für viele Menschen nicht greifbar.«</p>

<p>Was ist das aktuelle Bild des Unternehmertums in der Gesellschaft, wie sieht die Wirklichkeit aus?</p>

<p>»Medial getragene Klassenkrieg-Narrative spielen eine Rolle.«</p>

<p>Was können wir tun, um diese besser in Einklang zu bringen? Wie kann man verständlich machen, dass ein Kuchen gebacken werden muss, bevor er verteilt werden kann, und außerdem, dass jeder mehr bekommt, wenn zwei statt einem Kuchen gebacken werden?</p>
<p>Arbeitsteilung ist eines der erfolgreichsten und fundamentalsten Prinzipien der Moderne und damit drängt sich natürlich die Frage auf, wie diese Arbeit genau zu verteilen ist und wer das »bestimmt«.</p>

<p>»Die Komplexität hat ein Level erreicht, dass das zentral nicht mehr steuerbar ist. Ich glaube, es braucht den Markt als Ort, der diese Komplexität managbar macht.«</p>

<p>Was ist aber der Reiz dieser zentralen Modelle, warum glauben immer noch so viele Menschen, dass zentrale Einheiten, »der Staat« oder im schlimmsten Fall gar ein »Führer« diese Herausforderungen im Sinne der Menschen lösen könnten? Warum kann hier die kurzfristige Betrachtung in die Irre führen?</p>
<p>Wo ist das »Wissen der Welt« verortet, das wir benötigen, um unsere Welt am Laufen zu halten und weiterzuentwickeln? Wie kann man diese Komplexität und das Menschliche dahinter greifbar machen?</p>
<p>Wie können wir das Unternehmerische auch im Bildungssystem verankern und damit früh wecken?</p>
<p>Dazu kommt – besonders heute immer wieder betont – Menschen haben sehr unterschiedliche Bedürfnisse und Lebensentwürfe. Wer glaubt, dass diese von einer zentralen staatlichen Autorität berücksichtigt würden? Was passiert, wenn Freiheiten kollidieren?</p>
<p>Nehmen wir Freiheit für selbstverständlich und verlieren sie daher schneller, als wir es für möglich halten? Fürchten sich manche Menschen gar vor Freiheit? Muss man Freiheit lernen? Muss man es üben, eigene Entscheidungen zu treffen? Wie kann das gelingen?</p>
<p>Was macht Markus Raunig und seine Organisationen, um auch bei Kindern und Jugendlichen den unternehmerischen Funken zu wecken? Wie funktionieren diese Programme in der Praxis? Wie kann man daran teilnehmen?</p>
<p>Was hat Fortschritt ermöglicht? Was hat sich seit der industriellen Revolution und ihren enormen Leistungen verändert? Stecken wir heute bei fast allen größeren Unternehmungen im Sand fest? Bringen wir nicht einmal das zustande, was unsere Urgroßväter mit wesentlich weniger Technik geleistet haben?</p>
<p>Strukturen und Organisationen entwickeln häufig ein Eigenleben, das nicht mehr mit der initialen Mission vereinbar ist. Ist das alternativlos? Entstehen Parallelgesellschaften, protektionistische Systeme, die Macht und Geld verwalten, aber ihren ursprünglichen Zweck entweder verloren haben oder aus prinzipiellen Gründen nicht mehr erreichen können?</p>
<p>Zwei wichtige Fragen sind noch zu diskutieren: Verantwortung und Risiko – wie geht man damit in einer komplexen Gesellschaft produktiv um?</p>
<p>Gehen wir zu unsauber mit dem Begriff »Marktversagen« um, wenn tatsächlich ein politisches Versagen dahintersteht?</p>
<p>Dann sprechen wir ein Risiko-Dilemma an: Wie kann man damit umgehen, dass man es als Gesellschaft einerseits möchte, dass Menschen (unternehmerische) Risiken eingehen und dafür auch die Verantwortung tragen, aber andererseits die negativen Effekte nicht so dramatisch sein dürfen, dass eben diese Risiken niemand mehr eingehen möchte?</p>

<p>»Die Angst vor dem Scheitern ist ein sehr wichtiger Faktor, wenn es darum geht, warum viele Menschen nicht in eine unternehmerische Karriere gehen.«</p>

<p>Nur wenige Unternehmen machen nach fünf Jahren noch das, womit sie begonnen haben. Ist das normal?</p>

<p>»Dieses Scheitern im Kleinen, das muss kulturell viel normaler werden. […] Das gehört dazu, zum unternehmerischen Wirken.«</p>

<p>Was ist in den letzten 25 Jahren passiert, das unsere Nationen, jedenfalls in Europa, auf den Weg in die tiefe Krise, in eine dysfunktionale Wirtschaft geführt hat?</p>

<p>»Es gibt viele Themen, wo man aktuell unpopuläre, aber mutige Entscheidungen treffen müsste, und es gibt aus einer ganz klassischen Anreiz-Perspektive überhaupt keine Anreize für Politiker, in diese Richtung zu gehen.«</p>

<p>Aber es ist nicht nur ein politisches Problem. Warum ist es für Startups so viel einfacher, vernünftige Finanzierung etwa in den USA zu bekommen, während in Europa dem Anschein nach kaum jemand bereit ist, diese Risiken aufzunehmen?</p>
<p>Aber es ist nicht nur Politik und Finanzierung, auch die Kundenseite ist ein positiver oder eben (in Europa) negativer Faktor.</p>
<p>Aber auch in den USA gibt es Bewegungen, die dem Anreiz, Talente aus Europa anzuziehen, entgegenwirken. Warum gelingt es uns trotzdem nicht, diese in Europa zu binden?</p>

<p>»Der Ruf des Kontinents ist aktuell: Regulierung, Regulierung, Regulierung.«</p>

<p>Wie lässt sich das Narrativ des Unternehmertums nun in der Breite, im öffentlichen Diskurs verbessern? In früheren Episoden habe ich das »Future Brunels«-Programm in England angesprochen; wären solche Initiativen auch in Österreich und Deutschland sinnvoll? Können wir uns so vielleicht von Individuen, von Personen motivieren lassen und Identifikationsfiguren schaffen?</p>
<p>Markus Raunig erwähnt hier auch ganz konkret Programme wie etwa das Entrepreneurial Leadership Program.</p>
<p>Zuletzt stelle ich die Frage, was man ganz konkret jungen Menschen empfehlen kann, die eine Idee haben und diese umsetzen wollen.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/140-reflexionen_magdalena_gabriel/'>Episode 140:</a> Mensch und Technik über Generationen — eine Reflexion mit Magdalena Molnar und Gabriel Kopper
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/138-narrative_ruthardt/'>Episode 138:</a> Im Windschatten der Narrative, ein Gespräch mit Ralf M. Ruthardt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/136-age_of_transformation_helen_doe/'>Episode 136:</a> Future Brunels? Learning from the Generation that Transformed the World. A Conversation with Dr. Helen Doe
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/135-hayek_emrich/'>Episode 135:</a> Friedrich Hayek und die Beschränktheit der menschlichen Vernunft. Ein Gespräch mit Nickolas Emrich
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/131-wot_se_fack_ebert/'>Episode 131:</a> Wot Se Fack, Deutschland? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/130-populismus_hesse/'>Episode 130:</a> Populismus und (Ordo)liberalismus, ein Gespräch mit Nils Hesse
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/128-aufbruch_in_die_moderne/'>Episode 128:</a> Aufbruch in die Moderne — Der Mann, der die Welt erfindet!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/117-der_humpelnde_staat_christoph_kletzer/'>Episode 117:</a> Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/114-liberty_in_our_lifetime_2/'>Episode 114:</a> Liberty in Our Lifetime 2: Conversations with Lauren Razavi, Grant Romundt and Peter Young
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/102-mq_verantwortung_daphne_hruby/'>Episode 102:</a> Live im MQ, Verantwortung. Ein Gespräch mit Daphne Hruby
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/071-stagnation_fortschritt-reflexion_leben/'>Episode 71</a>: Stagnation oder Fortschritt — eine Reflexion an der Geschichte eines Lebens
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/065-getting-nothing-done-2/'>Episode 65:</a> Getting Nothing Done — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Episode 64:</a> Getting Nothing Done — Teil 1
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://www.linkedin.com/in/markusraunig/'>Markus Raunig auf LinkedIn</a></li>
<li>
<a href='https://futureweekly.buzzsprout.com/'>Podcast Future Weekly</a>
</li>
<li><a href='https://futureweekly.buzzsprout.com/763010/episodes/17872469-465-mathias-lechner-uber-europaische-forschung-amerikanisches-geld-ai-zukunft'>Future Weekly Episode 465 (Liquid AI)</a></li>
<li>
<a href='https://stiftungunternehmertum.at'>Stiftung Unternehmertum</a>
</li>
<li>
<a href='https://austrianstartups.com/page/entrepreneurial-leadership-program'>Entrepreneurial Leadership Program</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.entrepreneurshipwoche.at'>Youth Entrepreneurship week</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.ifte.at'>Initiative for Teaching Entrepreneurship IFTE</a>
</li>
<li>
Friedrich von Hayek, The Road to Serfdom, Routledge (1944)
</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Der Titel der heutigen Episode lautet: Passagier oder Steuermann? und ist ein Gespräch mit Markus Raunig.</p>
<p>Markus Raunig ist Chairman der Startup-Dachplattform AustrianStartups und Co-Host von Österreichs führendem Tech-Podcast Future Weekly. Als Initiator der Stiftung Unternehmerische Zukunft setzt er sich für einen Kulturwandel zu mehr Unternehmergeist ein und berät politische Entscheidungsträger bei der Umsetzung einer innovationsfreundlichen Politik – unter anderem im Startup-Rat der österreichischen Bundesregierung und in der Startup Nations Alliance der EU-Kommission. Als Co-Autor des Austrian Startup Monitors und der Austrian Startup Agenda ist er einer der führenden Experten für die Entwicklung von innovativen Wachstumsunternehmen.</p>
<p style="text-align: center;">Mein neues Buch:<br>
<a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103'>Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise</a><br>
ist verfügbar! Schon gelesen?</p>
<p>Die heutige Episode ist ausnahmsweise sowohl sehr passend für die aktuelle Situation in Europa, besonders in Deutschland und Österreich, als auch langfristig gültig.</p>
<p>Wir sprechen über die Frage, was Unternehmertum heute bedeutet und warum Unternehmer heute oftmals in einem so eigenartigen Licht dargestellt werden: Haben wir Angst vor Entscheidungen und vor Freiheit?</p>
<p>Wer schafft Werte in modernen Gesellschaften und wie gelingt es uns, irreführende Narrative abzubauen? Klassenkampf wird von manchen Seiten inszeniert, aber wohl ohne zu verstehen, welcher Schaden damit angerichtet wird.</p>
<p>Was kann man besonders jungen Menschen raten, die innovative Ideen haben und diese umsetzen wollen – ohne durch vermeidbare Fehler zu scheitern?</p>
<p>Aber das Thema geht im Grunde weit über unternehmerische und wirtschaftliche Fragen hinaus. Was können wir tun, damit Menschen sich nicht wie Passagiere im eigenen Leben fühlen, sondern in die Lage versetzt werden, eigene, selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen?</p>
<p>Wie kann eine Gesellschaft strukturiert werden, um individuelle Freiheit und unterschiedliche Lebensentwürfe nicht nur auf dem Papier, sondern in der Realität zu ermöglichen?</p>
<p>Wir beginnen das Gespräch mit der Frage, was Markus Raunig persönlich motiviert, sich so intensiv mit Wirtschaft und vor allem Unternehmertum auseinanderzusetzen.„</p>

<p>»Ich habe mich gefühlt wie ein Passagier im eigenen Leben.«</p>

<p>Was ist dann passiert? Wie ist diese Erkenntnis zustande gekommen?</p>

<p>»Jedes Problem da draußen ist eigentlich auch eine Chance, etwas selbst in die Hand zu nehmen – und es macht richtig Spaß, auch etwas aufzubauen.«</p>

<p>Wie ist es aber mit dem Unternehmertum in Österreich, Deutschland und in Europa bestellt? Sind wir hier im internationalen Vergleich noch wettbewerbsfähig? Die kurze Antwort ist: In vielen Bereichen leider nicht. Aber was ist die längere Antwort?</p>

<p>»Wenn man sich das Unternehmertum in der Gesellschaft ansieht, gibt es teilweise auch ein sehr verzerrtes Bild. […] So sagen 1/3 der Millennials, dass Unternehmer keinen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten.«</p>

<p>Auch Universitäten leisten bei Weitem nicht das, was man erwarten würde. Was können wir ändern?</p>

<p>»Im Jammern, im Raunzen sind wir richtig gut als Österreicher – da muss etwas gemacht werden –, aber dass wir selbst etwas beitragen können, das ist für viele Menschen nicht greifbar.«</p>

<p>Was ist das aktuelle Bild des Unternehmertums in der Gesellschaft, wie sieht die Wirklichkeit aus?</p>

<p>»Medial getragene Klassenkrieg-Narrative spielen eine Rolle.«</p>

<p>Was können wir tun, um diese besser in Einklang zu bringen? Wie kann man verständlich machen, dass ein Kuchen gebacken werden muss, bevor er verteilt werden kann, und außerdem, dass jeder mehr bekommt, wenn zwei statt einem Kuchen gebacken werden?</p>
<p>Arbeitsteilung ist eines der erfolgreichsten und fundamentalsten Prinzipien der Moderne und damit drängt sich natürlich die Frage auf, wie diese Arbeit genau zu verteilen ist und wer das »bestimmt«.</p>

<p>»Die Komplexität hat ein Level erreicht, dass das zentral nicht mehr steuerbar ist. Ich glaube, es braucht den Markt als Ort, der diese Komplexität managbar macht.«</p>

<p>Was ist aber der Reiz dieser zentralen Modelle, warum glauben immer noch so viele Menschen, dass zentrale Einheiten, »der Staat« oder im schlimmsten Fall gar ein »Führer« diese Herausforderungen im Sinne der Menschen lösen könnten? Warum kann hier die kurzfristige Betrachtung in die Irre führen?</p>
<p>Wo ist das »Wissen der Welt« verortet, das wir benötigen, um unsere Welt am Laufen zu halten und weiterzuentwickeln? Wie kann man diese Komplexität und das Menschliche dahinter greifbar machen?</p>
<p>Wie können wir das Unternehmerische auch im Bildungssystem verankern und damit früh wecken?</p>
<p>Dazu kommt – besonders heute immer wieder betont – Menschen haben sehr unterschiedliche Bedürfnisse und Lebensentwürfe. Wer glaubt, dass diese von einer zentralen staatlichen Autorität berücksichtigt würden? Was passiert, wenn Freiheiten kollidieren?</p>
<p>Nehmen wir Freiheit für selbstverständlich und verlieren sie daher schneller, als wir es für möglich halten? Fürchten sich manche Menschen gar vor Freiheit? Muss man Freiheit lernen? Muss man es üben, eigene Entscheidungen zu treffen? Wie kann das gelingen?</p>
<p>Was macht Markus Raunig und seine Organisationen, um auch bei Kindern und Jugendlichen den unternehmerischen Funken zu wecken? Wie funktionieren diese Programme in der Praxis? Wie kann man daran teilnehmen?</p>
<p>Was hat Fortschritt ermöglicht? Was hat sich seit der industriellen Revolution und ihren enormen Leistungen verändert? Stecken wir heute bei fast allen größeren Unternehmungen im Sand fest? Bringen wir nicht einmal das zustande, was unsere Urgroßväter mit wesentlich weniger Technik geleistet haben?</p>
<p>Strukturen und Organisationen entwickeln häufig ein Eigenleben, das nicht mehr mit der initialen Mission vereinbar ist. Ist das alternativlos? Entstehen Parallelgesellschaften, protektionistische Systeme, die Macht und Geld verwalten, aber ihren ursprünglichen Zweck entweder verloren haben oder aus prinzipiellen Gründen nicht mehr erreichen können?</p>
<p>Zwei wichtige Fragen sind noch zu diskutieren: Verantwortung und Risiko – wie geht man damit in einer komplexen Gesellschaft produktiv um?</p>
<p>Gehen wir zu unsauber mit dem Begriff »Marktversagen« um, wenn tatsächlich ein politisches Versagen dahintersteht?</p>
<p>Dann sprechen wir ein Risiko-Dilemma an: Wie kann man damit umgehen, dass man es als Gesellschaft einerseits möchte, dass Menschen (unternehmerische) Risiken eingehen und dafür auch die Verantwortung tragen, aber andererseits die negativen Effekte nicht so dramatisch sein dürfen, dass eben diese Risiken niemand mehr eingehen möchte?</p>

<p>»Die Angst vor dem Scheitern ist ein sehr wichtiger Faktor, wenn es darum geht, warum viele Menschen nicht in eine unternehmerische Karriere gehen.«</p>

<p>Nur wenige Unternehmen machen nach fünf Jahren noch das, womit sie begonnen haben. Ist das normal?</p>

<p>»Dieses Scheitern im Kleinen, das muss kulturell viel normaler werden. […] Das gehört dazu, zum unternehmerischen Wirken.«</p>

<p>Was ist in den letzten 25 Jahren passiert, das unsere Nationen, jedenfalls in Europa, auf den Weg in die tiefe Krise, in eine dysfunktionale Wirtschaft geführt hat?</p>

<p>»Es gibt viele Themen, wo man aktuell unpopuläre, aber mutige Entscheidungen treffen müsste, und es gibt aus einer ganz klassischen Anreiz-Perspektive überhaupt keine Anreize für Politiker, in diese Richtung zu gehen.«</p>

<p>Aber es ist nicht nur ein politisches Problem. Warum ist es für Startups so viel einfacher, vernünftige Finanzierung etwa in den USA zu bekommen, während in Europa dem Anschein nach kaum jemand bereit ist, diese Risiken aufzunehmen?</p>
<p>Aber es ist nicht nur Politik und Finanzierung, auch die Kundenseite ist ein positiver oder eben (in Europa) negativer Faktor.</p>
<p>Aber auch in den USA gibt es Bewegungen, die dem Anreiz, Talente aus Europa anzuziehen, entgegenwirken. Warum gelingt es uns trotzdem nicht, diese in Europa zu binden?</p>

<p>»Der Ruf des Kontinents ist aktuell: Regulierung, Regulierung, Regulierung.«</p>

<p>Wie lässt sich das Narrativ des Unternehmertums nun in der Breite, im öffentlichen Diskurs verbessern? In früheren Episoden habe ich das »Future Brunels«-Programm in England angesprochen; wären solche Initiativen auch in Österreich und Deutschland sinnvoll? Können wir uns so vielleicht von Individuen, von Personen motivieren lassen und Identifikationsfiguren schaffen?</p>
<p>Markus Raunig erwähnt hier auch ganz konkret Programme wie etwa das Entrepreneurial Leadership Program.</p>
<p>Zuletzt stelle ich die Frage, was man ganz konkret jungen Menschen empfehlen kann, die eine Idee haben und diese umsetzen wollen.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/140-reflexionen_magdalena_gabriel/'>Episode 140:</a> Mensch und Technik über Generationen — eine Reflexion mit Magdalena Molnar und Gabriel Kopper
</li>
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<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/138-narrative_ruthardt/'>Episode 138:</a> Im Windschatten der Narrative, ein Gespräch mit Ralf M. Ruthardt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/136-age_of_transformation_helen_doe/'>Episode 136:</a> Future Brunels? Learning from the Generation that Transformed the World. A Conversation with Dr. Helen Doe
</li>
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<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/135-hayek_emrich/'>Episode 135:</a> Friedrich Hayek und die Beschränktheit der menschlichen Vernunft. Ein Gespräch mit Nickolas Emrich
</li>
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<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/131-wot_se_fack_ebert/'>Episode 131:</a> Wot Se Fack, Deutschland? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
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<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/130-populismus_hesse/'>Episode 130:</a> Populismus und (Ordo)liberalismus, ein Gespräch mit Nils Hesse
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/128-aufbruch_in_die_moderne/'>Episode 128:</a> Aufbruch in die Moderne — Der Mann, der die Welt erfindet!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/117-der_humpelnde_staat_christoph_kletzer/'>Episode 117:</a> Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer
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<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/114-liberty_in_our_lifetime_2/'>Episode 114:</a> Liberty in Our Lifetime 2: Conversations with Lauren Razavi, Grant Romundt and Peter Young
</li>
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<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
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<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/102-mq_verantwortung_daphne_hruby/'>Episode 102:</a> Live im MQ, Verantwortung. Ein Gespräch mit Daphne Hruby
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/071-stagnation_fortschritt-reflexion_leben/'>Episode 71</a>: Stagnation oder Fortschritt — eine Reflexion an der Geschichte eines Lebens
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/065-getting-nothing-done-2/'>Episode 65:</a> Getting Nothing Done — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Episode 64:</a> Getting Nothing Done — Teil 1
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://www.linkedin.com/in/markusraunig/'>Markus Raunig auf LinkedIn</a></li>
<li>
<a href='https://futureweekly.buzzsprout.com/'>Podcast Future Weekly</a>
</li>
<li><a href='https://futureweekly.buzzsprout.com/763010/episodes/17872469-465-mathias-lechner-uber-europaische-forschung-amerikanisches-geld-ai-zukunft'>Future Weekly Episode 465 (Liquid AI)</a></li>
<li>
<a href='https://stiftungunternehmertum.at'>Stiftung Unternehmertum</a>
</li>
<li>
<a href='https://austrianstartups.com/page/entrepreneurial-leadership-program'>Entrepreneurial Leadership Program</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.entrepreneurshipwoche.at'>Youth Entrepreneurship week</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.ifte.at'>Initiative for Teaching Entrepreneurship IFTE</a>
</li>
<li>
Friedrich von Hayek, The Road to Serfdom, Routledge (1944)
</li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Der Titel der heutigen Episode lautet: Passagier oder Steuermann? und ist ein Gespräch mit Markus Raunig.

Markus Raunig ist Chairman der Startup-Dachplattform AustrianStartups und Co-Host von Österreichs führendem Tech-Podcast Future Weekly. Als Initiator der Stiftung Unternehmerische Zukunft setzt er sich für einen Kulturwandel zu mehr Unternehmergeist ein und berät politische Entscheidungsträger bei der Umsetzung einer innovationsfreundlichen Politik – unter anderem im Startup-Rat der österreichischen Bundesregierung und in der Startup Nations Alliance der EU-Kommission. Als Co-Autor des Austrian Startup Monitors und der Austrian Startup Agenda ist er einer der führenden Experten für die Entwicklung von innovativen Wachstumsunternehmen.

Die heutige Episode ist ausnahmsweise sowohl sehr passend für die aktuelle Situation in Europa, besonders in Deutschland und Österreich, als auch langfristig gültig.

Wir sprechen über die Frage, was Unternehmertum heute bedeutet und warum Unternehmer heute oftmals in einem so eigenartigen Licht dargestellt werden: Haben wir Angst vor Entscheidungen und vor Freiheit?

Wer schafft Werte in modernen Gesellschaften und wie gelingt es uns, irreführende Narrative abzubauen? Klassenkampf wird von manchen Seiten inszeniert, aber wohl ohne zu verstehen, welcher Schaden damit angerichtet wird.

Was kann man besonders jungen Menschen raten, die innovative Ideen haben und diese umsetzen wollen – ohne durch vermeidbare Fehler zu scheitern?

Aber das Thema geht im Grunde weit über unternehmerische und wirtschaftliche Fragen hinaus. Was können wir tun, damit Menschen sich nicht wie Passagiere im eigenen Leben fühlen, sondern in die Lage versetzt werden, eigene, selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen?

Wie kann eine Gesellschaft strukturiert werden, um individuelle Freiheit und unterschiedliche Lebensentwürfe nicht nur auf dem Papier, sondern in der Realität zu ermöglichen?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:season>1</itunes:season>
        <itunes:episode>141</itunes:episode>
        <itunes:episodeType>full</itunes:episodeType>
            </item>
    <item>
        <title>140 — Mensch und Technik über Generationen — eine Reflexion mit Magdalena Molnar und Gabriel Kopper</title>
        <itunes:title>140 — Mensch und Technik über Generationen — eine Reflexion mit Magdalena Molnar und Gabriel Kopper</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/140-reflexionen_magdalena_gabriel/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/140-reflexionen_magdalena_gabriel/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 24 Nov 2025 15:54:12 +0100</pubDate>
        <guid isPermaLink="false">zukunftdenken.podbean.com/839a2941-2fc6-3fec-ae4d-914845e99bfd</guid>
                                    <description><![CDATA[<p>Der Titel der heutigen Episode lautet: Mensch und Technik über Generationen — eine Reflexion mit Magdalena Molnar und Gabriel Kopper.</p>
<p>Der Titel hat wenigstens zwei Bedeutungen: einerseits, wie Technik über Generationen wirkt, wie wir mit ihr umgehen und sie vermeintlich auch steuern; die andere Bedeutung bezieht sich auf meine heutigen Gäste Magdalena und Gabriel. Beide sind Studenten an der TU Wien und damit deutlich jünger als ich selbst und auch jünger als die meisten Gäste, die ich im Podcast zum Gespräch habe.</p>
<p>Wir reflektieren verschiedene Themen, die im Podcast teilweise schon angesprochen wurden, auch unter dieser Perspektive. Wir sprechen  </p>
<ul>
<li>über die Motivation, in der heutigen Zeit zu studieren, zumal ein technisches Studium,  </li>
<li>was treibt Innovation und welche Rolle haben wir als Menschen, auch als junge Ingenieure, in diesem Prozess?</li>
<li>was wissen wir eigentlich, und wie gehen wir mit unserem Unwissen um?</li>
<li>wie sehen jüngere Menschen das Unternehmertum, den Willen, eigene Risiken einzugehen, anstatt sich vermeintlich durch das Leben tragen zu lassen</li>
<li>muss man heute seine eigene Marke entwickeln?</li>
<li>… und zuletzt machen wir gemeinsam eine Zeitreise  </li>
<li>und enden mit zwei sehr schönen Zitaten von Magdalena und Gabriel, die Sie nicht verpassen sollten.</li>
</ul>
<p>Kurz noch zur Vorstellung meiner Gäste:</p>
<p>Magdalena Molnar ist Masterstudentin im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau an der TU Wien und arbeitet bereits nebenbei im technischen Bereich.
Im Rahmen meiner Lehrveranstaltung »Technik für Menschen« entstand die Idee, unsere Gespräche über die Rolle von Technik im Alltag sowie über ihre Wirkung auf Gesellschaft und Umwelt in einem Podcast fortzusetzen.</p>
<p>Gabriel Kopper studiert Elektrotechnik an der TU Wien, hat ebenfalls bei mir das Seminar gemacht und ist seitdem langjähriger und zum Glück kritischer Hörer des Podcasts. Er war bereits zu Gast in einer vergangenen Episode, und ich freue mich, dass er wieder Zeit gefunden hat.</p>
<p style="text-align: center;">Wenn Sie mich ein wenig unterstützen wollen und sich gleichzeitig in den Themen des Podcasts inhaltlich vertiefen wollen, kaufen Sie bitte mein neues Buch</p>
<p style="text-align: center;"><a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103'>»Hexenmeister oder Zauberlehrling. Die Wissensgesellschaft in der Krise«. </a></p>
<p style="text-align: center;">Außerdem steht Weihnachten vor der Tür, und was ist ein besseres Geschenk für Freunde, Familie oder Kollegen als ein gutes Buch?</p>
<p>Wir beginnen mit der Frage, wie sich die Sichtweisen unterschiedlicher Generationen unterscheiden. Wer treibt Innovation: Technik schreitet voran, oder der Bedarf, die Wünsche der Menschen ziehen? Gabriel zitiert den Nobelpreisträger Herbert Krömer über die Erfindung des Lasers:</p>

<p>»Die entscheidenden Anwendungen jeder hinreichend neuen Technologie waren immer Anwendungen, die von der Technologie selbst erst erschaffen wurden — und das wird in Zukunft so bleiben.«</p>

<p>Wie sieht es mit der Rezeption und den Risiken neuer Technik für verschiedene Generationen aus? Wie sieht es mit den Generationen in der Entwicklung neuer Technologien aus?</p>
<p>Was ist Wissen? Warum ist es wichtig, tacit/implicit knowledge zu unterscheiden?</p>

<p>»If there would be a logical answer we would have already found it«, Rory Sutherland</p>

<p>Der Techniker/Ingenieur hat durch seine Wahl, in welchem Unternehmen er arbeitet, eine wichtige Gestaltungsfunktion — sozusagen ein Abstimmen mit den Füßen der eigenen Anstellung.</p>
<p>Wie sieht die junge Generation die Rolle von Unternehmen? Arbeitsumfeld, Motivation?
Wie erkennt man seine Stärken, wenn man nicht verschiedene Dinge ausprobiert? Und wie sieht es mit der Unternehmensgründung aus?</p>
<p>Was könnten die Folgen der KI für Jobs gerade von Uni-Absolventen sein? Muss man heute seine eigene Marke bilden, um relevant zu bleiben?</p>
<p>Was bedeutet heute Vernetzung? Welche Rolle spielen digitale Medien? Was hat sich verändert? Im privaten, aber auch im beruflichen Vernetzen?</p>
<p>Was sind heutige Rollenbilder? Gibt es die? Oder ist es eine krisenmüde Jugend geworden?</p>

<p>»Die Omnipräsenz der Krise, die zu einem Merkmal unseres Lebens geworden ist, stellt uns jedoch vor ein großes Problem: Die Krise ist die Unterbrechung des Alltags, nicht dessen Fortsetzung mit anderen Mitteln.«, Konrad Paul Liessmann</p>

<p>Wenn wir mit einer Zeitmaschine in die Vergangenheit reisen könnten, welche Zeit würden wir gerne sehen, erleben?</p>
<p>Was ist wichtiger: Freiheit oder Sicherheit? Eigenverantwortung oder Staat?</p>

<p>»Today it is almost heresy to suggest that scientific knowledge is not the sum of all knowledge.«, Friedrich Hayek</p>

<p>Damit enden wir die Episode mit zwei wichtigen Fragen oder Anregungen:</p>

<p>»Will man eine Gesellschaft sein, die gestaltet, oder eine, die verwaltet wird?«</p>

<p>Was rät man einem jungen Menschen, der gerade überlegt, zu studieren zu beginnen?</p>

<p>»Bleib mutig und bleib neugierig.«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/137-leben_problemloesen/'>Episode 137:</a> Alles Leben ist Problemlösen</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/135-hayek_emrich/'>Episode 135:</a> Friedrich Hayek und die Beschränktheit der menschlichen Vernunft. Ein Gespräch mit Nickolas Emrich
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/132-fragen_an_ki/'>Episode 132:</a> Fragen an die künstliche Intelligenz — eine konstruktive Irritation
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/116-science_politics_weinkle/'>Episode 116:</a> Science and Politics, A Conversation with Prof. Jessica Weinkle
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/105-gabriel_kopper_reflexion/'>Episode 105:</a> Reflexionen mit Gabriel Kopper
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
</ul>
<p>Magdalena und Gabriel</p>
<ul>
<li><a href='https://www.linkedin.com/in/magdalena-molnar'>Magdalena Molnar auf LinkedIn</a></li>
<li><a href='https://www.linkedin.com/in/gabriel-kopper-3180b71a3/'>Gabriel Kopper auf LinkedIn</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=UirCaM5kg9E'>10 Rules of Alchemy by Rory Sutherland</a></li>
<li><a href='https://journals.aps.org/rmp/pdf/10.1103/RevModPhys.73.783'>Herbert Kroemer, Nobel Lecture: Quasielectric fields and band offsets: teaching electrons new tricks (2001)</a></li>
<li>Konrad Paul Liessmann, Was nun? Eine Philosophie der Krise, Paul Zsolnay Verlag (2025)</li>
<li>
Friedrich Hayek, The Use of Knowledge in Society, The American Economic Review (1945)
</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Der Titel der heutigen Episode lautet: Mensch und Technik über Generationen — eine Reflexion mit Magdalena Molnar und Gabriel Kopper.</p>
<p>Der Titel hat wenigstens zwei Bedeutungen: einerseits, wie Technik über Generationen wirkt, wie wir mit ihr umgehen und sie vermeintlich auch steuern; die andere Bedeutung bezieht sich auf meine heutigen Gäste Magdalena und Gabriel. Beide sind Studenten an der TU Wien und damit deutlich jünger als ich selbst und auch jünger als die meisten Gäste, die ich im Podcast zum Gespräch habe.</p>
<p>Wir reflektieren verschiedene Themen, die im Podcast teilweise schon angesprochen wurden, auch unter dieser Perspektive. Wir sprechen  </p>
<ul>
<li>über die Motivation, in der heutigen Zeit zu studieren, zumal ein technisches Studium,  </li>
<li>was treibt Innovation und welche Rolle haben wir als Menschen, auch als junge Ingenieure, in diesem Prozess?</li>
<li>was wissen wir eigentlich, und wie gehen wir mit unserem Unwissen um?</li>
<li>wie sehen jüngere Menschen das Unternehmertum, den Willen, eigene Risiken einzugehen, anstatt sich vermeintlich durch das Leben tragen zu lassen</li>
<li>muss man heute seine eigene Marke entwickeln?</li>
<li>… und zuletzt machen wir gemeinsam eine Zeitreise  </li>
<li>und enden mit zwei sehr schönen Zitaten von Magdalena und Gabriel, die Sie nicht verpassen sollten.</li>
</ul>
<p>Kurz noch zur Vorstellung meiner Gäste:</p>
<p>Magdalena Molnar ist Masterstudentin im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau an der TU Wien und arbeitet bereits nebenbei im technischen Bereich.<br>
Im Rahmen meiner Lehrveranstaltung »Technik für Menschen« entstand die Idee, unsere Gespräche über die Rolle von Technik im Alltag sowie über ihre Wirkung auf Gesellschaft und Umwelt in einem Podcast fortzusetzen.</p>
<p>Gabriel Kopper studiert Elektrotechnik an der TU Wien, hat ebenfalls bei mir das Seminar gemacht und ist seitdem langjähriger und zum Glück kritischer Hörer des Podcasts. Er war bereits zu Gast in einer vergangenen Episode, und ich freue mich, dass er wieder Zeit gefunden hat.</p>
<p style="text-align: center;">Wenn Sie mich ein wenig unterstützen wollen und sich gleichzeitig in den Themen des Podcasts inhaltlich vertiefen wollen, kaufen Sie bitte mein neues Buch</p>
<p style="text-align: center;"><a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103'>»Hexenmeister oder Zauberlehrling. Die Wissensgesellschaft in der Krise«. </a></p>
<p style="text-align: center;">Außerdem steht Weihnachten vor der Tür, und was ist ein besseres Geschenk für Freunde, Familie oder Kollegen als ein gutes Buch?</p>
<p>Wir beginnen mit der Frage, wie sich die Sichtweisen unterschiedlicher Generationen unterscheiden. Wer treibt Innovation: Technik schreitet voran, oder der Bedarf, die Wünsche der Menschen ziehen? Gabriel zitiert den Nobelpreisträger Herbert Krömer über die Erfindung des Lasers:</p>

<p>»Die entscheidenden Anwendungen jeder hinreichend neuen Technologie waren immer Anwendungen, die von der Technologie selbst erst erschaffen wurden — und das wird in Zukunft so bleiben.«</p>

<p>Wie sieht es mit der Rezeption und den Risiken neuer Technik für verschiedene Generationen aus? Wie sieht es mit den Generationen in der Entwicklung neuer Technologien aus?</p>
<p>Was ist Wissen? Warum ist es wichtig, tacit/implicit knowledge zu unterscheiden?</p>

<p>»If there would be a logical answer we would have already found it«, Rory Sutherland</p>

<p>Der Techniker/Ingenieur hat durch seine Wahl, in welchem Unternehmen er arbeitet, eine wichtige Gestaltungsfunktion — sozusagen ein Abstimmen mit den Füßen der eigenen Anstellung.</p>
<p>Wie sieht die junge Generation die Rolle von Unternehmen? Arbeitsumfeld, Motivation?<br>
Wie erkennt man seine Stärken, wenn man nicht verschiedene Dinge ausprobiert? Und wie sieht es mit der Unternehmensgründung aus?</p>
<p>Was könnten die Folgen der KI für Jobs gerade von Uni-Absolventen sein? Muss man heute seine eigene Marke bilden, um relevant zu bleiben?</p>
<p>Was bedeutet heute Vernetzung? Welche Rolle spielen digitale Medien? Was hat sich verändert? Im privaten, aber auch im beruflichen Vernetzen?</p>
<p>Was sind heutige Rollenbilder? Gibt es die? Oder ist es eine krisenmüde Jugend geworden?</p>

<p>»Die Omnipräsenz der Krise, die zu einem Merkmal unseres Lebens geworden ist, stellt uns jedoch vor ein großes Problem: Die Krise ist die Unterbrechung des Alltags, nicht dessen Fortsetzung mit anderen Mitteln.«, Konrad Paul Liessmann</p>

<p>Wenn wir mit einer Zeitmaschine in die Vergangenheit reisen könnten, welche Zeit würden wir gerne sehen, erleben?</p>
<p>Was ist wichtiger: Freiheit oder Sicherheit? Eigenverantwortung oder Staat?</p>

<p>»Today it is almost heresy to suggest that scientific knowledge is not the sum of all knowledge.«, Friedrich Hayek</p>

<p>Damit enden wir die Episode mit zwei wichtigen Fragen oder Anregungen:</p>

<p>»Will man eine Gesellschaft sein, die gestaltet, oder eine, die verwaltet wird?«</p>

<p>Was rät man einem jungen Menschen, der gerade überlegt, zu studieren zu beginnen?</p>

<p>»Bleib mutig und bleib neugierig.«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/137-leben_problemloesen/'>Episode 137:</a> Alles Leben ist Problemlösen</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/135-hayek_emrich/'>Episode 135:</a> Friedrich Hayek und die Beschränktheit der menschlichen Vernunft. Ein Gespräch mit Nickolas Emrich
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/132-fragen_an_ki/'>Episode 132:</a> Fragen an die künstliche Intelligenz — eine konstruktive Irritation
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/116-science_politics_weinkle/'>Episode 116:</a> Science and Politics, A Conversation with Prof. Jessica Weinkle
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/105-gabriel_kopper_reflexion/'>Episode 105:</a> Reflexionen mit Gabriel Kopper
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
</ul>
<p>Magdalena und Gabriel</p>
<ul>
<li><a href='https://www.linkedin.com/in/magdalena-molnar'>Magdalena Molnar auf LinkedIn</a></li>
<li><a href='https://www.linkedin.com/in/gabriel-kopper-3180b71a3/'>Gabriel Kopper auf LinkedIn</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=UirCaM5kg9E'>10 Rules of Alchemy by Rory Sutherland</a></li>
<li><a href='https://journals.aps.org/rmp/pdf/10.1103/RevModPhys.73.783'>Herbert Kroemer, Nobel Lecture: Quasielectric fields and band offsets: teaching electrons new tricks (2001)</a></li>
<li>Konrad Paul Liessmann, Was nun? Eine Philosophie der Krise, Paul Zsolnay Verlag (2025)</li>
<li>
Friedrich Hayek, The Use of Knowledge in Society, The American Economic Review (1945)
</li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Der Titel der heutigen Episode lautet: Mensch und Technik über Generationen — eine Reflexion mit Magdalena Molnar und Gabriel Kopper.

Der Titel hat wenigstens zwei Bedeutungen: einerseits, wie Technik über Generationen wirkt, wie wir mit ihr umgehen und sie vermeintlich auch steuern; die andere Bedeutung bezieht sich auf meine heutigen Gäste Magdalena und Gabriel. Beide sind Studenten an der TU Wien und damit deutlich jünger als ich selbst und auch jünger als die meisten Gäste, die ich im Podcast zum Gespräch habe.

Wir reflektieren verschiedene Themen, die im Podcast teilweise schon angesprochen wurden, auch unter dieser Perspektive. Wir sprechen  

über die Motivation, in der heutigen Zeit zu studieren, zumal ein technisches Studium,  
was treibt Innovation und welche Rolle haben wir als Menschen, auch als junge Ingenieure, in diesem Prozess?
was wissen wir eigentlich, und wie gehen wir mit unserem Unwissen um?
wie sehen jüngere Menschen das Unternehmertum, den Willen, eigene Risiken einzugehen, anstatt sich vermeintlich durch das Leben tragen zu lassen
muss man heute seine eigene Marke entwickeln?
… und zuletzt machen wir gemeinsam eine Zeitreise  
und enden mit zwei sehr schönen Zitaten von Magdalena und Gabriel, die Sie nicht verpassen sollten.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
        <itunes:explicit>false</itunes:explicit>
        <itunes:block>No</itunes:block>
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        <itunes:episode>140</itunes:episode>
        <itunes:episodeType>full</itunes:episodeType>
            </item>
    <item>
        <title>139 — Komfortable Disruption</title>
        <itunes:title>139 — Komfortable Disruption</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/139-komfortable_disruption/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/139-komfortable_disruption/#comments</comments>        <pubDate>Sat, 08 Nov 2025 14:49:14 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Der Titel der heutigen Episode lautet: »Komfortable Disruption«. Komfortable Disruption ist eigentlich eine Verkürzung; genauer gesagt müsste der Titel lauten: »Komfortable evolutionäre Disruption«, aber das ist natürlich sperriger. Es hört auch wie ein Gegensatz an, und diese Provokation soll auch so sein. Evolution bedeutet graduelle Veränderung, jedenfalls aus Sicht des Genotyps; also aus Sicht der Bauform, die Auswirkungen können recht erheblich sein.</p>
<p style="text-align: center;">Mein neues Buch:
<a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103'>Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise</a>
kann vorbestellt werden!</p>
<p>Disruption bedeutet aber einen Umbruch, bei dem sich sehr viel in relativ kurzer Zeit verändert. Wie kann beides zusammengehen? Oder noch genauer: warum muss vermutlich beides zusammengehen?</p>
<p>Und noch wichtiger: was hat das mit Komfort zu tun? Ich versuche in dieser Episode zwei Dinge zu erreichen:</p>
<p>(1) Ein paar Einsichten, zu denen ich in den vergangenen Monaten gelangt bin, teilen, weil diese wirklich coole Beobachtungen über Form, Weg und Geschwindigkeit von Innovationen sind, die vielen nicht bewusst sind und auch mir in Tiefe und Breite nicht klar waren; da werde ich einige Beispiele nennen.</p>
<p>(2) Daraus abgeleitet ein paar Fragen, was wir von diesen Beobachtungen für die heutige Zeit und die Zukunft lernen können, und zwar sowohl in der Beobachtung und Interpretation dessen, was um uns herum passiert, aber auch, was das für Geschwindigkeit und Form von Innovationen in der Zukunft bedeuten könnte.</p>
<p>Wir stellen in dieser Episode die Frage, was die TAP-Theorie (Theory of the Adjacent Possible) damit zu tun hat, warum jeder Alexander Bell als Erfinder des Telefons kennt, Elisha Gray aber unbekannt geblieben ist.</p>
<p>Die wichtigste Frage aber ist: was geschieht beim Übergang vom Alten zum Neuen und was hat es mit Mimetic Ornamentation (Mimesis) zu tun?</p>

<p>»universal human reaction to technological change: the tendency to reproduce in new materials and techniques shapes and qualities familiar from past usage, regardless of appropriateness. This tendency may be called the principle of mimesis.«, Roger Scruton</p>

<p>Ich schildere dies anhand einer Reihe von wirklich faszinierenden Beispielen:</p>
<ul>
<li>Architektur in der Antike</li>
<li>Entwicklung der Eisenbahn und des Autos</li>
<li>Kleidung</li>
<li>Fenster und Fassaden</li>
<li>Holz-Konstruktionen und deren Echos in die Gegenwart</li>
<li>Skeuomorphismus in der Software</li>
</ul>
<p></p>
<p>Zugabteil aus der Mitte des 19. Jahrhunderts (Modell, Technisches Museum Wien)</p>
<p>Was sind die treibenden Kräfte für dieses Mimikri, diese mimetischen Ornamente und vergleichbarer Phänomene?</p>

<p>»People have generally tended to resist change; they find it reassuring to be surrounded by known and familiar forms. Reproducing them as ornament on newly introduced forms is a common reaction to the vague feeling of uneasiness that rapid social and technological change induces; it provides a satisfying sense of continuity between the past and the present.«, Roger Scruton </p>

<p>Aber es ist nicht nur der Widerstand gegen Neues, es gibt noch eine Reihe von anderen Gründen, warum sich Innovation älterer (Design-)Elemente bedient. Welche sind das?</p>
<p>Was treibt nun diese Mimikri? Warum ist das wichtig, relevant? Was können wir aus diesen Beobachtungen über Innovation lernen, die Geschwindigkeit von Veränderung und die Frage, ob es uns gelingen kann oder wird, die Stagnation der letzten Jahrzehnte zu überwinden.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/136-age_of_transformation_helen_doe/'>Episode 136:</a> Future Brunels? Learning from the Generation that Transformed the World. A Conversation with Dr. Helen Doe
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/128-aufbruch_in_die_moderne/'>Episode 128:</a> Aufbruch in die Moderne — Der Mann, der die Welt erfindet!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/124-zeitlos/'>Episoce 124:</a> Zeitlos
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/123-feine_grade_frank_zachos/'>Episode 123:</a> Die Natur kennt feine Grade, Ein Gespräch mit Prof. Frank Zachos
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/110-shock_of_the_old-david_edgerton/'>Episode 110:</a> The Shock of the Old, a conversation with David Edgerton
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/104-qualitaet_und_quantitaet/'>Episode 104:</a> Aus Quantität wird Qualität
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/099-entkopplung_kopplung_rueckkopplung/'>Episode 99:</a> Entkopplung, Kopplung, Rückkopplung
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/071-stagnation_fortschritt-reflexion_leben/'>Episode 71</a>: Stagnation oder Fortschritt — eine Reflexion an der Geschichte eines Lebens
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/065-getting-nothing-done-2/'>Episode 65:</a> Getting Nothing Done — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Episode 64:</a> Getting Nothing Done — Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/035-wartung/'>Episode 35:</a> Innovation oder: Alle Existenz ist Wartung?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/018-%E2%80%93-gesprach-mit-andreas-windisch-physik-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 18:</a> Gespräch mit Andreas Windisch: Physik, Fortschritt oder Stagnation
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>Kevin Kelly, What Technology Wants, Penguin (2011)</li>
<li><a href='https://arxiv.org/pdf/2204.14115'>Marina Cortes, Stuart A. Kaufman, Andrew R. Liddle, Lee Smolin, The TAP equation: evaluating combinatorial innovation inbiocosmology (2025)</a></li>
<li><a href='https://www.britannica.com/topic/architecture/Mimetic-ornament'>Roger Scruton, Mimetic Ornamentation (Britannica)</a></li>
<li>Rupert Riedl, Die Strategie der Genesis, Piper (1984)</li>
<li>Holzarbeiten, Panele: <a href='https://youtu.be/M6iIqZY4gvc?si=3wx142DHtZvCOmJv'>The Amazing Invisible Detail (Youtube)</a></li>
<li><a href='https://www.mercedes-benz.com/en/innovation/milestones/mercedes-benz-vehicles/benz-patent-motor-car/'>Benz Patent-Motorwagen (1886)</a></li>
<li><a href='https://initiative-stadtmuseum-coburg.de/aktivitaeten-und-projekte/andreas-flocken-ein-pionier-der-elektromobilitaet/'>Stadtmuseum Coburg: Flocken Elektro Wagen (1888)</a></li>
<li>»Livet kan kun forstås baglæns, men det må leves forlæns.«, Soren Kierkegaard,  aus seinen Tagebüchern (1843)</li>
<li><a href='https://fee.org/ebooks/i-pencil/'>Leonard E. Read, I, Pencil (1958)</a></li>
</ul>
in seinen Tagebüchern (1843).
 I Pencil
<p> </p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Der Titel der heutigen Episode lautet: »Komfortable Disruption«. Komfortable Disruption ist eigentlich eine Verkürzung; genauer gesagt müsste der Titel lauten: »Komfortable evolutionäre Disruption«, aber das ist natürlich sperriger. Es hört auch wie ein Gegensatz an, und diese Provokation soll auch so sein. Evolution bedeutet graduelle Veränderung, jedenfalls aus Sicht des Genotyps; also aus Sicht der Bauform, die Auswirkungen können recht erheblich sein.</p>
<p style="text-align: center;">Mein neues Buch:<br>
<a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103'>Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise</a><br>
kann vorbestellt werden!</p>
<p>Disruption bedeutet aber einen Umbruch, bei dem sich sehr viel in relativ kurzer Zeit verändert. Wie kann beides zusammengehen? Oder noch genauer: warum muss vermutlich beides zusammengehen?</p>
<p>Und noch wichtiger: was hat das mit Komfort zu tun? Ich versuche in dieser Episode zwei Dinge zu erreichen:</p>
<p>(1) Ein paar Einsichten, zu denen ich in den vergangenen Monaten gelangt bin, teilen, weil diese wirklich coole Beobachtungen über Form, Weg und Geschwindigkeit von Innovationen sind, die vielen nicht bewusst sind und auch mir in Tiefe und Breite nicht klar waren; da werde ich einige Beispiele nennen.</p>
<p>(2) Daraus abgeleitet ein paar Fragen, was wir von diesen Beobachtungen für die heutige Zeit und die Zukunft lernen können, und zwar sowohl in der Beobachtung und Interpretation dessen, was um uns herum passiert, aber auch, was das für Geschwindigkeit und Form von Innovationen in der Zukunft bedeuten könnte.</p>
<p>Wir stellen in dieser Episode die Frage, was die TAP-Theorie (Theory of the Adjacent Possible) damit zu tun hat, warum jeder Alexander Bell als Erfinder des Telefons kennt, Elisha Gray aber unbekannt geblieben ist.</p>
<p>Die wichtigste Frage aber ist: was geschieht beim Übergang vom Alten zum Neuen und was hat es mit Mimetic Ornamentation (Mimesis) zu tun?</p>

<p>»universal human reaction to technological change: the tendency to reproduce in new materials and techniques shapes and qualities familiar from past usage, regardless of appropriateness. This tendency may be called the principle of mimesis.«, Roger Scruton</p>

<p>Ich schildere dies anhand einer Reihe von wirklich faszinierenden Beispielen:</p>
<ul>
<li>Architektur in der Antike</li>
<li>Entwicklung der Eisenbahn und des Autos</li>
<li>Kleidung</li>
<li>Fenster und Fassaden</li>
<li>Holz-Konstruktionen und deren Echos in die Gegenwart</li>
<li>Skeuomorphismus in der Software</li>
</ul>
<p></p>
<p><em>Zugabteil aus der Mitte des 19. Jahrhunderts (Modell, Technisches Museum Wien)</em></p>
<p>Was sind die treibenden Kräfte für dieses Mimikri, diese mimetischen Ornamente und vergleichbarer Phänomene?</p>

<p>»People have generally tended to resist change; they find it reassuring to be surrounded by known and familiar forms. Reproducing them as ornament on newly introduced forms is a common reaction to the vague feeling of uneasiness that rapid social and technological change induces; it provides a satisfying sense of continuity between the past and the present.«, Roger Scruton </p>

<p>Aber es ist nicht nur der Widerstand gegen Neues, es gibt noch eine Reihe von anderen Gründen, warum sich Innovation älterer (Design-)Elemente bedient. Welche sind das?</p>
<p>Was treibt nun diese Mimikri? Warum ist das wichtig, relevant? Was können wir aus diesen Beobachtungen über Innovation lernen, die Geschwindigkeit von Veränderung und die Frage, ob es uns gelingen kann oder wird, die Stagnation der letzten Jahrzehnte zu überwinden.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/136-age_of_transformation_helen_doe/'>Episode 136:</a> Future Brunels? Learning from the Generation that Transformed the World. A Conversation with Dr. Helen Doe
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/128-aufbruch_in_die_moderne/'>Episode 128:</a> Aufbruch in die Moderne — Der Mann, der die Welt erfindet!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/124-zeitlos/'>Episoce 124:</a> Zeitlos
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/123-feine_grade_frank_zachos/'>Episode 123:</a> Die Natur kennt feine Grade, Ein Gespräch mit Prof. Frank Zachos
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/110-shock_of_the_old-david_edgerton/'>Episode 110:</a> The Shock of the Old, a conversation with David Edgerton
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/104-qualitaet_und_quantitaet/'>Episode 104:</a> Aus Quantität wird Qualität
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/099-entkopplung_kopplung_rueckkopplung/'>Episode 99:</a> Entkopplung, Kopplung, Rückkopplung
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/071-stagnation_fortschritt-reflexion_leben/'>Episode 71</a>: Stagnation oder Fortschritt — eine Reflexion an der Geschichte eines Lebens
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/065-getting-nothing-done-2/'>Episode 65:</a> Getting Nothing Done — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Episode 64:</a> Getting Nothing Done — Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/035-wartung/'>Episode 35:</a> Innovation oder: Alle Existenz ist Wartung?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/018-%E2%80%93-gesprach-mit-andreas-windisch-physik-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 18:</a> Gespräch mit Andreas Windisch: Physik, Fortschritt oder Stagnation
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>Kevin Kelly, What Technology Wants, Penguin (2011)</li>
<li><a href='https://arxiv.org/pdf/2204.14115'>Marina Cortes, Stuart A. Kaufman, Andrew R. Liddle, Lee Smolin, The TAP equation: evaluating combinatorial innovation inbiocosmology (2025)</a></li>
<li><a href='https://www.britannica.com/topic/architecture/Mimetic-ornament'>Roger Scruton, Mimetic Ornamentation (Britannica)</a></li>
<li>Rupert Riedl, Die Strategie der Genesis, Piper (1984)</li>
<li>Holzarbeiten, Panele: <a href='https://youtu.be/M6iIqZY4gvc?si=3wx142DHtZvCOmJv'>The Amazing Invisible Detail (Youtube)</a></li>
<li><a href='https://www.mercedes-benz.com/en/innovation/milestones/mercedes-benz-vehicles/benz-patent-motor-car/'>Benz Patent-Motorwagen (1886)</a></li>
<li><a href='https://initiative-stadtmuseum-coburg.de/aktivitaeten-und-projekte/andreas-flocken-ein-pionier-der-elektromobilitaet/'>Stadtmuseum Coburg: Flocken Elektro Wagen (1888)</a></li>
<li>»Livet kan kun forstås baglæns, men det må leves forlæns.«, Soren Kierkegaard,  aus seinen Tagebüchern (1843)</li>
<li><a href='https://fee.org/ebooks/i-pencil/'>Leonard E. Read, I, Pencil (1958)</a></li>
</ul>
in seinen Tagebüchern (1843).
 I Pencil
<p> </p>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Der Titel der heutigen Episode lautet: »Komfortable Disruption«. Komfortable Disruption ist eigentlich eine Verkürzung; genauer gesagt müsste der Titel lauten: »Komfortable evolutionäre Disruption«, aber das ist natürlich sperriger. Es hört auch wie ein Gegensatz an, und diese Provokation soll auch so sein. Evolution bedeutet graduelle Veränderung, jedenfalls aus Sicht des Genotyps; also aus Sicht der Bauform, die Auswirkungen können recht erheblich sein.

Mein neues Buch:
Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise
kann vorbestellt werden!

Disruption bedeutet aber einen Umbruch, bei dem sich sehr viel in relativ kurzer Zeit verändert. Wie kann beides zusammengehen? Oder noch genauer: warum muss vermutlich beides zusammengehen?

Und noch wichtiger: was hat das mit Komfort zu tun? Ich versuche in dieser Episode zwei Dinge zu erreichen:

(1) Ein paar Einsichten, zu denen ich in den vergangenen Monaten gelangt bin, teilen, weil diese wirklich coole Beobachtungen über Form, Weg und Geschwindigkeit von Innovationen sind, die vielen nicht bewusst sind und auch mir in Tiefe und Breite nicht klar waren; da werde ich einige Beispiele nennen.

(2) Daraus abgeleitet ein paar Fragen, was wir von diesen Beobachtungen für die heutige Zeit und die Zukunft lernen können, und zwar sowohl in der Beobachtung und Interpretation dessen, was um uns herum passiert, aber auch, was das für Geschwindigkeit und Form von Innovationen in der Zukunft bedeuten könnte.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episode>139</itunes:episode>
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            </item>
    <item>
        <title>138 — Im Windschatten der Narrative, ein Gespräch mit Ralf M. Ruthardt</title>
        <itunes:title>138 — Im Windschatten der Narrative, ein Gespräch mit Ralf M. Ruthardt</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/138-narrative_ruthardt/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/138-narrative_ruthardt/#comments</comments>        <pubDate>Tue, 28 Oct 2025 18:22:38 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Der Titel der heutigen Episode ist: Im Windschatten der Narrative und ich freue mich besonders, Ihnen meinen heutigen Gesprächspartner Ralf M. Ruthardt vorstellen zu dürfen. Um den politischen Diskurs zu verstehen, erscheint es von großer Bedeutung, sich mit den Begriffen Narrativ und Framing auseinanderzusetzen. Es freut mich sehr, dass sich Ralf M. Ruthardt zu einem Gespräch bereiterklärt hat, in dem wir die Frage stellen, was es bedeutet, sich im Windschatten von Narrativen zu bewegen.</p>
<p>Ralf M. Ruthardt hat sich über zwei Jahrzehnte mit Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz beschäftigt. Er ist Unternehmer und gründete mehrere Startups mit innovativen Lösungen zur Automatisierung von Geschäftsprozessen. Seit 2023 publiziert Ruthardt zu gesellschaftspolitischen Fragen, was als Folge politischen und medialen Agierens in Deutschland während der Pandemie gedeutet werden darf. Den konstruktiven, versachlichten und freundlich geführten Diskurs zu unterstützen, ist eine der wesentlichen Motivationen von Ralf M. Ruthardt als Autor gesellschaftspolitischer Romane und als Herausgeber des Magazins »mitmenschenreden«. Er hält den Wechsel der Perspektive für wesentlich, um in Analyse und Lösung voranzukommen — und auch die konstruktive Irritation, auf die wir noch zu sprechen kommen werden.</p>
<p>Aber es gibt noch einen anderen, vielleicht ungewöhnlichen Gedanken, der mir nach diesem Gespräch mit Ralf M. Ruthardt durch den Kopf gegangen ist. Wieder eine meiner Abschweifungen, aber folgen Sie mir bitte, ich glaube, das ist ein interessanter Gedanke, der sich auch zwischen den Zeilen im Gespräch immer wieder findet.</p>
<p>In der Biologie gibt es wohl ein Phänomen, das allerdings wenig beschrieben ist — die sleeping functions, also die schlafenden Funktionen. Ich verlinke in den Shownotes beispielhaft einen Artikel. Wenn ich als Laie das Prinzip richtig verstehe, passiert bei diesem Beispiel im Kern Folgendes: Ein Ökosystem gerät unter Druck, weil bestimmte Spezies ausgerottet oder dysfunktional werden. Als diese Spezies verschwinden, übernimmt eine andere Art die ökologisch wichtige Funktion, die sie zuvor nicht ausgeübt hat. Daher sleeping — schlafend. Wie sehr dieses biologische Phänomen wirklich verbreitet ist, traue ich mich nicht zu sagen, aber mir gefällt das Bild als Motiv für notwendige gesellschaftliche Resilienz.</p>
<p>Wenn einzelne Systeme ausfallen oder ihren Dienst nicht mehr richtig erfüllen, braucht es sozusagen »schlafende Funktionen«, also Menschen wie Herrn Ruthardt und viele andere, die nun einspringen und versuchen, ihren Beitrag zu leisten, um diese gesellschaftliche Funktion zu erfüllen. Personen, die unter anderen Umständen nie in diese Rolle geraten wären, wie er selbst im Gespräch beschreibt.</p>
<p>Allein diesen Gedanke schlafender Funktionen von Bürgern, die in Zeiten der Krise erwachen und versuchen, das System zu stabilisieren, finde ich faszinierend. Was halten Sie von diesem Gedanken?</p>
<p>Wir beginnen das Gespräch mit der Frage, wie man zum Titel »Im Windschatten der Narrative« gelangt? Narrativ, Frame, Geschichte — wie unterscheiden sich die Begriffe und was hat das mit einem Beduinenzelt zu tun?</p>
<p>Sind die Begegnungspunkte, wo wir gemeinsame Narrative aufbauen, weniger geworden?</p>

<p>»Die sinnstiftende Erzählung, wie die Welt funktioniert.«</p>

<p>Die Kernfrage ist nun: Wer liefert uns diese sinnstiftende Erzählung? Woher stammt sie und mit welchem Motiv wird diese verbreitet? Brauchen wir Narrative als Komplexitätsreduktion für den Alltag und was sind die Risiken, die damit verbunden sind?</p>
<p>Haben wir uns in den vergangenen Jahrzehnten zu sehr damit beschäftigt, wie wir unseren Wohlstand genießen und ausleben können, als woher er kommt? Und damit mehr und mehr die Fundamente unserer bislang erfolgreichen Gesellschaft untergraben und ausgehöhlt?</p>

<p>»Technology is anything that wasn't around when you were born.«, Alan Kay</p>

<p>Torkeln wir geradezu von der Banalität zur konstruierten (beziehungsweise selbstverursachten) Krise?</p>
<p>Wie sollen wir mit der Tatsache umgehen, dass große Teile der ehemaligen Leitmedien nicht mehr in erster Linie informieren, sondern versuchen, uns zu belehren und in bestimmte politische Richtungen zu bewegen? Aber auch alternative Medien und soziale Medien sind natürlich nicht neutral und bergen eigene Gefahren.</p>

<p>»Wollen wir als Gesellschaft Journalismus so verstehen, dass die dort agierenden Personen — ohne ein gewähltes Mandat zu haben — uns als Gesellschaft über die Selektion von Informationen und indem sie uns die Informationen so präsentieren und die Interpretation gleich mitliefern, so führen, dass wir zu einem bestimmten Ergebnis kommen? Wenn wir das wollen, müssen wir eine andere Staatsform wählen.«</p>

<p>Was ist die Folge, wenn es immer weniger persönliche und direkte Kontakte mit politisch handelnden Personen gibt? Ist Politik ein Beruf — oder anders gesagt: Was ist die Folge von Politikern, die ohne Politik keinen Beruf haben?</p>
<p>Wie spielen nun Narrative und Macht zusammen?</p>
<p>Irgendwann beginnt die Lebenswirklichkeit der meisten Menschen so stark vom medialen Narrativ und Framing abzuweichen, dass diese kognitive Dissonanz schlicht nicht mehr haltbar ist. Was passiert dann?</p>
<p>Was geschieht, wenn über Sachverhalte nicht mehr faktisch diskutiert wird, sondern quasi-religiöse Bekenntnisse ausgetauscht werden? Vor jedem Argument müssen dann zunächst Glaubensbekenntnisse ausgedrückt werden, um zu signalisieren, dass man eh zur richtigen Seite gehört.</p>
<p>Welche Rolle sollten Demut und das Zulassen von Nicht-Wissen spielen?
Was kann der öffentlich-rechtliche Rundfunk in dieser Gemengelage (noch) leisten? Welche Rolle spielen hier Skaleneffekte?</p>
<p>Sind wir als europäische Gesellschaft überhaupt noch in der Lage, große Dinge auf die Beine zu stellen und alte Zöpfe abzuschneiden? Es gibt mehr als die Baustelle des ÖRR; andere aktuelle Beispiele sind die deutsche Bundeswehr oder die deutsche Bahn, beides Sanierungsfälle, die eher hoffnungslos erscheinen.</p>
<p>Die schwerwiegende Frage ist: Was machen wir, wenn wir in einer Situation angelangt sind, wo eine evolutionäre Verbesserung eigentlich nicht mehr möglich ist? Aber die klassische Erkenntnis des Konservatismus sagt, dass es viel einfacher ist, etwas Funktionierendes zu zerstören, als es aufzubauen.</p>

<p>»Keine Lüge, die etwas auf sich hält, enthält Unwahres. Was letztlich präpariert wird, ist vielmehr das Weltbild als Ganzes, das aus den einzelnen Sendungen zusammengesetzt wird; […] Dieses Ganze ist dann weniger wahr, als die Summe der Wahrheiten seiner Teile; […] Die Aufgabe derer, die uns das Weltbild liefern, besteht also darin, aus vielen Wahrheiten ein Ganzes für uns zusammenzulügen.«, Günther Anders</p>

<p>Ist die Meinungslandschaft in den Eliten wirklich so homogen, oder sind wir eher einer lautstarken und aggressiven Minderheit auf den Leim gegangen, weil die Vernünftigen Angst hatten, sich zu exponieren?</p>

<p>»Wir haben hier eine Konstellation, wo wenige über viele Macht ausüben und im Grunde genommen die Aufgabe von Religion ersetzt haben.«</p>

<p>Wichtiger als schnell zu sein bei Antworten wäre es, mehr Zeit damit zu verbringen, die richtigen Fragen zu stellen!</p>
<p>Aber brauchen wir als Gesellschaft wirklich gemeinsame Narrative oder können wir darauf verzichten?</p>

<p>»Wir brauchen gemeinsame Erzählungen, die aber nicht abdriften ins Detail.«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/135-hayek_emrich/'>Episode 135:</a> Friedrich Hayek und die Beschränktheit der menschlichen Vernunft. Ein Gespräch mit Nickolas Emrich
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/133-desinformation_schirrmacher/'>Episode 133:</a> Desinformiere Dich! Ein Gespräch mit Jakob Schirrmacher
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/131-wot_se_fack_ebert/'>Episode 131:</a> Wot Se Fack, Deutschland? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/130-populismus_hesse/'>Episode 130:</a> Populismus und (Ordo)liberalismus, ein Gespräch mit Nils Hesse
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/122-komplexitaetsillusion_gigerenzer/'>Episode 122</a>: Komplexitätsillusion oder Heuristik, ein Gespräch mit Gerd Gigerenzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/117-der_humpelnde_staat_christoph_kletzer/'>Episode 117:</a> Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/116-science_politics_weinkle/'>Episode 116:</a> Science and Politics, A Conversation with Prof. Jessica Weinkle
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/111-macht_bauer_jelinek/'>Episode 111:</a> Macht. Ein Gespräch mit Christine Bauer-Jelinek
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
</li>
</ul>
<p>Ralf M. Ruthardt</p>
<ul>
<li>Ralf M. Ruthardt auf <a href='https://www.linkedin.com/in/ralf-ruthardt/'>LinkedIn</a> und <a href='https://x.com/ralf_m_ruthardt'>X</a></li>
<li><a href='https://ruthardt.de/magazin-mitmenschenreden/'>mitmenschenreden</a> Magazin</li>
<li>Ralf M. Ruthardt, Das laute Schweigen des Max Grund, Edition PJB (2023)</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0960982206023670'>Bellwood et al, Sleeping Functional Group Drives Coral-Reef Recovery, Current Biology (2006)</a></li>
<li>Günther Anders, Die Antiquiertheit des Menschen Bd. I: Über die Seele im Zeitalter der zweiten industriellen Revolution, Teil 1 und 2, C.H. Beck (2018)</li>
<li>Andy Clark, Surfing Uncertainty: Prediction, Action, and the Embodied Mind, Oxford University Press (2019)</li>
</ul>
<p> </p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Der Titel der heutigen Episode ist: Im Windschatten der Narrative und ich freue mich besonders, Ihnen meinen heutigen Gesprächspartner Ralf M. Ruthardt vorstellen zu dürfen. Um den politischen Diskurs zu verstehen, erscheint es von großer Bedeutung, sich mit den Begriffen Narrativ und Framing auseinanderzusetzen. Es freut mich sehr, dass sich Ralf M. Ruthardt zu einem Gespräch bereiterklärt hat, in dem wir die Frage stellen, was es bedeutet, sich im Windschatten von Narrativen zu bewegen.</p>
<p>Ralf M. Ruthardt hat sich über zwei Jahrzehnte mit Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz beschäftigt. Er ist Unternehmer und gründete mehrere Startups mit innovativen Lösungen zur Automatisierung von Geschäftsprozessen. Seit 2023 publiziert Ruthardt zu gesellschaftspolitischen Fragen, was als Folge politischen und medialen Agierens in Deutschland während der Pandemie gedeutet werden darf. Den konstruktiven, versachlichten und freundlich geführten Diskurs zu unterstützen, ist eine der wesentlichen Motivationen von Ralf M. Ruthardt als Autor gesellschaftspolitischer Romane und als Herausgeber des Magazins »mitmenschenreden«. Er hält den Wechsel der Perspektive für wesentlich, um in Analyse und Lösung voranzukommen — und auch die konstruktive Irritation, auf die wir noch zu sprechen kommen werden.</p>
<p>Aber es gibt noch einen anderen, vielleicht ungewöhnlichen Gedanken, der mir nach diesem Gespräch mit Ralf M. Ruthardt durch den Kopf gegangen ist. Wieder eine meiner Abschweifungen, aber folgen Sie mir bitte, ich glaube, das ist ein interessanter Gedanke, der sich auch zwischen den Zeilen im Gespräch immer wieder findet.</p>
<p>In der Biologie gibt es wohl ein Phänomen, das allerdings wenig beschrieben ist — die sleeping functions, also die schlafenden Funktionen. Ich verlinke in den Shownotes beispielhaft einen Artikel. Wenn ich als Laie das Prinzip richtig verstehe, passiert bei diesem Beispiel im Kern Folgendes: Ein Ökosystem gerät unter Druck, weil bestimmte Spezies ausgerottet oder dysfunktional werden. Als diese Spezies verschwinden, übernimmt eine andere Art die ökologisch wichtige Funktion, die sie zuvor nicht ausgeübt hat. Daher sleeping — schlafend. Wie sehr dieses biologische Phänomen wirklich verbreitet ist, traue ich mich nicht zu sagen, aber mir gefällt das Bild als Motiv für notwendige gesellschaftliche Resilienz.</p>
<p>Wenn einzelne Systeme ausfallen oder ihren Dienst nicht mehr richtig erfüllen, braucht es sozusagen »schlafende Funktionen«, also Menschen wie Herrn Ruthardt und viele andere, die nun einspringen und versuchen, ihren Beitrag zu leisten, um diese gesellschaftliche Funktion zu erfüllen. Personen, die unter anderen Umständen nie in diese Rolle geraten wären, wie er selbst im Gespräch beschreibt.</p>
<p>Allein diesen Gedanke schlafender Funktionen von Bürgern, die in Zeiten der Krise erwachen und versuchen, das System zu stabilisieren, finde ich faszinierend. <em>Was halten Sie von diesem Gedanken?</em></p>
<p>Wir beginnen das Gespräch mit der Frage, wie man zum Titel »Im Windschatten der Narrative« gelangt? Narrativ, Frame, Geschichte — wie unterscheiden sich die Begriffe und was hat das mit einem Beduinenzelt zu tun?</p>
<p>Sind die Begegnungspunkte, wo wir gemeinsame Narrative aufbauen, weniger geworden?</p>

<p>»Die sinnstiftende Erzählung, wie die Welt funktioniert.«</p>

<p>Die Kernfrage ist nun: Wer liefert uns diese sinnstiftende Erzählung? Woher stammt sie und mit welchem Motiv wird diese verbreitet? Brauchen wir Narrative als Komplexitätsreduktion für den Alltag und was sind die Risiken, die damit verbunden sind?</p>
<p>Haben wir uns in den vergangenen Jahrzehnten zu sehr damit beschäftigt, wie wir unseren Wohlstand genießen und ausleben können, als woher er kommt? Und damit mehr und mehr die Fundamente unserer bislang erfolgreichen Gesellschaft untergraben und ausgehöhlt?</p>

<p>»Technology is anything that wasn't around when you were born.«, Alan Kay</p>

<p>Torkeln wir geradezu von der Banalität zur konstruierten (beziehungsweise selbstverursachten) Krise?</p>
<p>Wie sollen wir mit der Tatsache umgehen, dass große Teile der ehemaligen Leitmedien nicht mehr in erster Linie informieren, sondern versuchen, uns zu belehren und in bestimmte politische Richtungen zu bewegen? Aber auch alternative Medien und soziale Medien sind natürlich nicht neutral und bergen eigene Gefahren.</p>

<p>»Wollen wir als Gesellschaft Journalismus so verstehen, dass die dort agierenden Personen — ohne ein gewähltes Mandat zu haben — uns als Gesellschaft über die Selektion von Informationen und indem sie uns die Informationen so präsentieren und die Interpretation gleich mitliefern, so führen, dass wir zu einem bestimmten Ergebnis kommen? Wenn wir das wollen, müssen wir eine andere Staatsform wählen.«</p>

<p>Was ist die Folge, wenn es immer weniger persönliche und direkte Kontakte mit politisch handelnden Personen gibt? Ist Politik ein Beruf — oder anders gesagt: Was ist die Folge von Politikern, die ohne Politik keinen Beruf haben?</p>
<p>Wie spielen nun Narrative und Macht zusammen?</p>
<p>Irgendwann beginnt die Lebenswirklichkeit der meisten Menschen so stark vom medialen Narrativ und Framing abzuweichen, dass diese kognitive Dissonanz schlicht nicht mehr haltbar ist. Was passiert dann?</p>
<p>Was geschieht, wenn über Sachverhalte nicht mehr faktisch diskutiert wird, sondern quasi-religiöse Bekenntnisse ausgetauscht werden? Vor jedem Argument müssen dann zunächst Glaubensbekenntnisse ausgedrückt werden, um zu signalisieren, dass man eh zur richtigen Seite gehört.</p>
<p>Welche Rolle sollten Demut und das Zulassen von Nicht-Wissen spielen?<br>
Was kann der öffentlich-rechtliche Rundfunk in dieser Gemengelage (noch) leisten? Welche Rolle spielen hier Skaleneffekte?</p>
<p>Sind wir als europäische Gesellschaft überhaupt noch in der Lage, große Dinge auf die Beine zu stellen und alte Zöpfe abzuschneiden? Es gibt mehr als die Baustelle des ÖRR; andere aktuelle Beispiele sind die deutsche Bundeswehr oder die deutsche Bahn, beides Sanierungsfälle, die eher hoffnungslos erscheinen.</p>
<p>Die schwerwiegende Frage ist: Was machen wir, wenn wir in einer Situation angelangt sind, wo eine evolutionäre Verbesserung eigentlich nicht mehr möglich ist? Aber die klassische Erkenntnis des Konservatismus sagt, dass es viel einfacher ist, etwas Funktionierendes zu zerstören, als es aufzubauen.</p>

<p>»Keine Lüge, die etwas auf sich hält, enthält Unwahres. Was letztlich präpariert wird, ist vielmehr das Weltbild als Ganzes, das aus den einzelnen Sendungen zusammengesetzt wird; […] Dieses Ganze ist dann weniger wahr, als die Summe der Wahrheiten seiner Teile; […] Die Aufgabe derer, die uns das Weltbild liefern, besteht also darin, aus vielen Wahrheiten ein Ganzes für uns zusammenzulügen.«, Günther Anders</p>

<p>Ist die Meinungslandschaft in den Eliten wirklich so homogen, oder sind wir eher einer lautstarken und aggressiven Minderheit auf den Leim gegangen, weil die Vernünftigen Angst hatten, sich zu exponieren?</p>

<p>»Wir haben hier eine Konstellation, wo wenige über viele Macht ausüben und im Grunde genommen die Aufgabe von Religion ersetzt haben.«</p>

<p>Wichtiger als schnell zu sein bei Antworten wäre es, mehr Zeit damit zu verbringen, die richtigen Fragen zu stellen!</p>
<p>Aber brauchen wir als Gesellschaft wirklich gemeinsame Narrative oder können wir darauf verzichten?</p>

<p>»Wir brauchen gemeinsame Erzählungen, die aber nicht abdriften ins Detail.«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/135-hayek_emrich/'>Episode 135:</a> Friedrich Hayek und die Beschränktheit der menschlichen Vernunft. Ein Gespräch mit Nickolas Emrich
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/133-desinformation_schirrmacher/'>Episode 133:</a> Desinformiere Dich! Ein Gespräch mit Jakob Schirrmacher
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/131-wot_se_fack_ebert/'>Episode 131:</a> Wot Se Fack, Deutschland? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/130-populismus_hesse/'>Episode 130:</a> Populismus und (Ordo)liberalismus, ein Gespräch mit Nils Hesse
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/122-komplexitaetsillusion_gigerenzer/'>Episode 122</a>: Komplexitätsillusion oder Heuristik, ein Gespräch mit Gerd Gigerenzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/117-der_humpelnde_staat_christoph_kletzer/'>Episode 117:</a> Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/116-science_politics_weinkle/'>Episode 116:</a> Science and Politics, A Conversation with Prof. Jessica Weinkle
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/111-macht_bauer_jelinek/'>Episode 111:</a> Macht. Ein Gespräch mit Christine Bauer-Jelinek
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
</li>
</ul>
<p>Ralf M. Ruthardt</p>
<ul>
<li>Ralf M. Ruthardt auf <a href='https://www.linkedin.com/in/ralf-ruthardt/'>LinkedIn</a> und <a href='https://x.com/ralf_m_ruthardt'>X</a></li>
<li><a href='https://ruthardt.de/magazin-mitmenschenreden/'>mitmenschenreden</a> Magazin</li>
<li>Ralf M. Ruthardt, Das laute Schweigen des Max Grund, Edition PJB (2023)</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0960982206023670'>Bellwood et al, Sleeping Functional Group Drives Coral-Reef Recovery, Current Biology (2006)</a></li>
<li>Günther Anders, Die Antiquiertheit des Menschen Bd. I: Über die Seele im Zeitalter der zweiten industriellen Revolution, Teil 1 und 2, C.H. Beck (2018)</li>
<li>Andy Clark, Surfing Uncertainty: Prediction, Action, and the Embodied Mind, Oxford University Press (2019)</li>
</ul>
<p> </p>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Der Titel der heutigen Episode ist: Im Windschatten der Narrative und ich freue mich besonders, Ihnen meinen heutigen Gesprächspartner Ralf M. Ruthardt vorstellen zu dürfen. Um den politischen Diskurs zu verstehen, erscheint es von großer Bedeutung, sich mit den Begriffen Narrativ und Framing auseinanderzusetzen. Es freut mich sehr, dass sich Ralf M. Ruthardt zu einem Gespräch bereiterklärt hat, in dem wir die Frage stellen, was es bedeutet, sich im Windschatten von Narrativen zu bewegen.

Ralf M. Ruthardt hat sich über zwei Jahrzehnte mit Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz beschäftigt. Er ist Unternehmer und gründete mehrere Startups mit innovativen Lösungen zur Automatisierung von Geschäftsprozessen. Seit 2023 publiziert Ruthardt zu gesellschaftspolitischen Fragen, was als Folge politischen und medialen Agierens in Deutschland während der Pandemie gedeutet werden darf. Den konstruktiven, versachlichten und freundlich geführten Diskurs zu unterstützen, ist eine der wesentlichen Motivationen von Ralf M. Ruthardt als Autor gesellschaftspolitischer Romane und als Herausgeber des Magazins »mitmenschenreden«. Er hält den Wechsel der Perspektive für wesentlich, um in Analyse und Lösung voranzukommen — und auch die konstruktive Irritation, auf die wir noch zu sprechen kommen werden.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
        <itunes:explicit>false</itunes:explicit>
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        <itunes:episode>138</itunes:episode>
        <itunes:episodeType>full</itunes:episodeType>
            </item>
    <item>
        <title>137 — Alles Leben ist Problemlösen</title>
        <itunes:title>137 — Alles Leben ist Problemlösen</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/137-leben_problemloesen/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/137-leben_problemloesen/#comments</comments>        <pubDate>Sun, 12 Oct 2025 10:27:24 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[
<p>»There are no solutions, only trade-offs«, Tom Sowell</p>

<p>Dieses aus meiner Sicht herausragend wichtige Zitat ist leider nicht gut ins Deutschen zu übersetzen. Ich versuche es in dieser Episode zunächst mit einer Umschreibung und dann mit einer provokanten Theorie des Fortschrittes.</p>
<p>Gibt es bei komplexen Problemen also keine Lösungen, sondern werden immer neue Probleme aufgeworfen, andere Systeme schlechter gemacht, oder neue systemische Folgen nach sich gezogen? Man verbessert also an einer Seite und verschlechtert an einer anderen. Aber Moment — hört sich das vielleicht schlechter an, als es in der Tat ist?</p>
<p style="text-align: center;">Mein neues Buch:
<a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103'>Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise</a>
kann vorbestellt werden!</p>
<p>In dieser Folge ein paar kurze Gedanken dazu, ich in Bezug gesetzt zu früheren Episoden. Wie immer bei diesen kurzen Monologen: es ist eine Anregung zum Nachdenken und Kritisieren; und wenn sie kritisieren, machen Sie das bitte laut, sodass ich es auch höre, z.B. auf X; oder wenn Sie es leider mögen, gerne auch via E-mail.</p>
<p>Was passiert bei komplexen Problemen? Was sind Wicked Problems? Treten neue Probleme auf derselben oder auf höheren systemischen Ebenen auf und was sind die Folgen für Fortschritt?</p>

<p>»Je größer die Unsicherheit ist, umso einfacher muss man die Regulierung [oder das Modell] machen.«, Gerd Gigerenzer in Episode 122</p>

<p>Wenn »Lösungen« ein Problem reduzieren aber andere, neue Probleme höherer Komplexität schaffen, was bedeutet das für unsere Gesellschaft?</p>

<p>»If we would do nothing, we would also be surprised by unpredictable developments. […] We solved the problems that were existential and created better problems and level up. […] I prefer those problems to the ones that made life nasty, brutish and short.«, Johan Norberg in Episode 107</p>

<p>Und zum Schluss: sind bestimmte »Lösungen« alternativlos, wie etwa in Politik oder Aktivismus gerne behauptet wird, oder ist die Situation doch etwas komplizierter und weniger logisch?</p>

<p>»The opposite of a good idea can be another good idea.«, Rory Sutherland</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/136-age_of_transformation_helen_doe/'>Episode 136:</a> Future Brunels? Learning from the Generation that Transformed the World. A Conversation with Dr. Helen Doe
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/129-rules_daston/'>Episode 129:</a> Rules, A Conversation with Prof. Lorraine Daston
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/122-komplexitaetsillusion_gigerenzer/'>Episode 122</a>: Komplexitätsillusion oder Heuristik, ein Gespräch mit Gerd Gigerenzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/099-entkopplung_kopplung_rueckkopplung/'>Episode 99:</a> Entkopplung, Kopplung, Rückkopplung
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/094-systemisch_gesellschaft_verwundbarkeit_saurugg/'>Episode 94:</a> Systemisches Denken und gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27:</a> Wicked Problems
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>Karl Popper, Alles Leben ist Problemlösen, Piper (1996)</li>
<li>Thomas Sowell, A Conflict of Visions: Ideological Origins of Political Struggles (1987)</li>
<li>
Rory Sutherland, Alchemy, WH Allen (2021)
</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=0krwl3uCArs'>Rory Sutherland, We have a Meeting</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=UirCaM5kg9E&amp;t=13s'>10 Rules of Alchemy by Rory Sutherland</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[
<p>»There are no solutions, only trade-offs«, Tom Sowell</p>

<p>Dieses aus meiner Sicht herausragend wichtige Zitat ist leider nicht gut ins Deutschen zu übersetzen. Ich versuche es in dieser Episode zunächst mit einer Umschreibung und dann mit einer provokanten Theorie des Fortschrittes.</p>
<p>Gibt es bei komplexen Problemen also keine Lösungen, sondern werden immer neue Probleme aufgeworfen, andere Systeme schlechter gemacht, oder neue systemische Folgen nach sich gezogen? Man verbessert also an einer Seite und verschlechtert an einer anderen. Aber Moment — hört sich das vielleicht schlechter an, als es in der Tat ist?</p>
<p style="text-align: center;">Mein neues Buch:<br>
<a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103'>Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise</a><br>
kann vorbestellt werden!</p>
<p>In dieser Folge ein paar kurze Gedanken dazu, ich in Bezug gesetzt zu früheren Episoden. Wie immer bei diesen kurzen Monologen: es ist eine Anregung zum Nachdenken und Kritisieren; und wenn sie kritisieren, machen Sie das bitte laut, sodass ich es auch höre, z.B. auf X; oder wenn Sie es leider mögen, gerne auch via E-mail.</p>
<p>Was passiert bei komplexen Problemen? Was sind Wicked Problems? Treten neue Probleme auf derselben oder auf höheren systemischen Ebenen auf und was sind die Folgen für Fortschritt?</p>

<p>»Je größer die Unsicherheit ist, umso einfacher muss man die Regulierung [oder das Modell] machen.«, Gerd Gigerenzer in Episode 122</p>

<p>Wenn »Lösungen« ein Problem reduzieren aber andere, neue Probleme höherer Komplexität schaffen, was bedeutet das für unsere Gesellschaft?</p>

<p>»If we would do nothing, we would also be surprised by unpredictable developments. […] We solved the problems that were existential and created better problems and level up. […] I prefer those problems to the ones that made life nasty, brutish and short.«, Johan Norberg in Episode 107</p>

<p>Und zum Schluss: sind bestimmte »Lösungen« alternativlos, wie etwa in Politik oder Aktivismus gerne behauptet wird, oder ist die Situation doch etwas komplizierter und weniger logisch?</p>

<p>»The opposite of a good idea can be another good idea.«, Rory Sutherland</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/136-age_of_transformation_helen_doe/'>Episode 136:</a> Future Brunels? Learning from the Generation that Transformed the World. A Conversation with Dr. Helen Doe
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/129-rules_daston/'>Episode 129:</a> Rules, A Conversation with Prof. Lorraine Daston
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/122-komplexitaetsillusion_gigerenzer/'>Episode 122</a>: Komplexitätsillusion oder Heuristik, ein Gespräch mit Gerd Gigerenzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/099-entkopplung_kopplung_rueckkopplung/'>Episode 99:</a> Entkopplung, Kopplung, Rückkopplung
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/094-systemisch_gesellschaft_verwundbarkeit_saurugg/'>Episode 94:</a> Systemisches Denken und gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27:</a> Wicked Problems
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>Karl Popper, Alles Leben ist Problemlösen, Piper (1996)</li>
<li>Thomas Sowell, A Conflict of Visions: Ideological Origins of Political Struggles (1987)</li>
<li>
Rory Sutherland, Alchemy, WH Allen (2021)
</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=0krwl3uCArs'>Rory Sutherland, We have a Meeting</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=UirCaM5kg9E&amp;t=13s'>10 Rules of Alchemy by Rory Sutherland</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary>»There are no solutions, only trade-offs«, Tom Sowell

Dieses aus meiner Sicht herausragend wichtige Zitat ist leider nicht gut ins Deutschen zu übersetzen. Ich versuche es in dieser Episode zunächst mit einer Umschreibung und dann mit einer provokanten Theorie des Fortschrittes.

Gibt es bei komplexen Problemen also keine Lösungen, sondern werden immer neue Probleme aufgeworfen, andere Systeme schlechter gemacht, oder neue systemische Folgen nach sich gezogen? Man verbessert also an einer Seite und verschlechtert an einer anderen. Aber Moment — hört sich das vielleicht schlechter an, als es in der Tat ist?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>136 — Future Brunels? Learning from the Generation that Transformed the World. A Conversation with Dr. Helen Doe</title>
        <itunes:title>136 — Future Brunels? Learning from the Generation that Transformed the World. A Conversation with Dr. Helen Doe</itunes:title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/136-age_of_transformation_helen_doe/#comments</comments>        <pubDate>Wed, 08 Oct 2025 12:48:43 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>The title of this episode is "Future Brunels? Learning from the Generation That Transformed the World." For my German listeners: this episode is a perfect complement to Episode 128.</p>
<p>The first half of the 19th century was a time of remarkable transformation, with England as a major driving force behind changes that improved all aspects of our lives. In this episode, I explore the achievements of one key figure of this era, Isambard Kingdom Brunel, well-known in England but hardly recognized outside of it—a true shame. I’m confident you’ll agree with me by the end of this episode.</p>
<p>However, the purpose of this episode isn’t just to travel back to the 19th century but to draw inspiration. What can we learn from this extraordinary generation of engineers and entrepreneurs for our time and the next generation?  </p>
<p>Dr. Helen Doe is a historian, author, and lecturer. Her books range from maritime to RAF history. It is people, often the ordinary and sometimes unsung heroes and heroines, who attract her attention. She has published books on the economic and social aspects of Isambard Kingdom Brunel’s great ships. The First Atlantic Liner featured the stories of the passengers and crew on Brunel’s first ship, which linked Bristol, Liverpool, and New York. This was followed by a book on the SS Great Britain. She has appeared on many Radio 4 programmes and on TV. She is a Fellow of the University of Exeter, where she previously taught a range of courses and supervised postgraduates. She is a Fellow of the Royal Historical Society (FRHistS) and Chair of the British Commission for Maritime History. Helen was for many years a trustee of the SS Great Britain and, in 2018, was appointed as a member of the Council of Experts for National Historic Ships, a government advisory body.</p>
<p>I personally became aware of Helen when I visited the extraordinary museum in Bristol that showcases Isambard Kingdom Brunel’s second ship, the SS Great Britain. We will talk about this in our conversation.</p>
<p>The UK offers a number of extraordinary museums. The aforementioned museum in Bristol is significant, but also important in terms of maritime history and definitely worth a visit is the museum in Portsmouth.</p>
<p>We start the conversation with a discussion of the three most important ships of Brunel: the Great Western, the Great Britain, and the Great Eastern. What was Brunel’s influence on the important warships of the time, The Rattler and The Warrior? What about his two lesser-known ships that ran the mail route to Australia, the Victoria and Adelaide? Why were these ships so important, not only in terms of maritime history?  </p>

<p>“Communications that would take months sometimes were now reduced to minutes.”</p>

<p>How so?</p>
<p></p>
<p>Construction of the Thames Tunnel with the patented shield</p>
<p>But to go back to the beginning: Isambard Brunel’s career started by helping his father with the construction of the Thames Tunnel. It continued with the Great Western Railway. Over his lifetime, he built 1,600 km of railway tracks and managed international railway construction projects around the world. More than 100 bridges were constructed by Brunel, many still in operation today, nearly 200 years later.  He also played a role in the World Exhibition of 1851 and the construction and relocation of the Crystal Palace.</p>
<p>But let’s take one step back: What happened from 1700 to 1900 that triggered this rapid and unprecedented technological, societal, and commercial progress? This was not only Brunel but a league of extraordinary gentlemen, so to speak.  </p>
<p>What was Brunel’s background, why is it important, and how did his father influence him? Why is it relevant that Isambard was trained as a clockmaker?  Was this a cosmopolitan time and family, contrary to the assumptions some might have of the Victorian and Georgian eras?</p>
<p>Many of these engineers and entrepreneurs, like Brunel and Joseph Paxton, were self-made men. What role did mentoring, education, and the open exchange of ideas among these men play? What were Stevenson and Brunel’s views on patents? We joke that Brunel would have been a fan of open-source software.</p>
<p>The Victorian era offered an ideal of upward mobility that these people used for their own advancement and to the benefit of society. The work of this society, this engineer-driven progress, laid the foundations of our modern lives. Moreover, most of these men were not limited to one domain. They were interested in and mastered all sorts of problems:</p>

<p>“Their minds were so flexible, they just wanted to try out new things.”</p>

<p>The breadth of Brunel’s competence is evident in many successful undertakings; one astounding example is the construction of a hospital for the Crimean War—or was it rather the invention of IKEA?</p>

<p>“Engineers solve problems, no matter what they were”</p>

<p>How did people like Brunel manage to get so much done in their lives, considering the time and the fact that he died rather young at the age of only 53?</p>

<p>“You wonder how that man had any spare time at all when you line up all his projects.”</p>

<p>We then discussed who financed all of these enterprises and who took the risks? Also, what is the difference between people who do things and people who mainly talk about things?  </p>

<p>“Marine engines were limited in their efficiency and had to carry so much coal that all the experts said: ‘Look, it’s not possible to make a ship big enough to take it across the Atlantic.’”</p>

<p>And, as so often, many experts were wrong again. The Great Western was highly successful, and there was a desire to build an identical sister ship, but as so often, Brunel had other ideas. Why not build the first large iron ship? The Great Britain!  These ships also represented luxury travel. What did this mean in combination with this entirely new technology?  How did the “Tripadvisor reviews” of the 19th century work?</p>
<p>They experiences an age of transformation: everything changed, and yet trust in skilled people who took enormous personal risks enabled this transformation that is closer to a miracle than evolutionary improvements.  </p>
<p>We learn that innovation is unpredictable. Sometimes the inventor does not realise he created something that transforms the world, and sometimes he believes in an invention that ultimately fails. Progress thus requires experimentation, risk-taking, and patience.</p>
<p>What can we and our younger generation learn from these people who transformed our world?</p>
<p>“Using the past to inspire the young of the future?”</p>
<p>Other Episodes</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/129-rules_daston/'>Episode 129:</a> Rules, A Conversation with Prof. Lorraine Daston
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/128-aufbruch_in_die_moderne/'>Episode 128:</a> Aufbruch in die Moderne — Der Mann, der die Welt erfindet!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/126-schwarz_gekleidet-bojanowski/'>Episode 126:</a> Schwarz gekleidet im dunklen Kohlekeller. Ein Gespräch mit Axel Bojanowski
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/118-john_ioannidis_science/'>Episode 118:</a> Science and Decision Making under Uncertainty, A Conversation with Prof. John Ioannidis
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/110-shock_of_the_old-david_edgerton/'>Episode 110:</a> The Shock of the Old, a conversation with David Edgerton
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/071-stagnation_fortschritt-reflexion_leben/'>Episode 71</a>: Stagnation oder Fortschritt — eine Reflexion an der Geschichte eines Lebens
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/065-getting-nothing-done-2/'>Episode 65:</a> Getting Nothing Done — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Episode 64:</a> Getting Nothing Done — Teil 1
</li>
</ul>
<p>References</p>
<ul>
<li><a href='https://www.helendoe.uk'>Website of Dr Helen Doe</a></li>
<li>
Heleln Doe, The First Atlantic Liner, Brunel's Great Western Steamship, Amberley (2020)
</li>
<li>
Helen Doe, SS Great Britain, Amberley (2022)
</li>
<li>
Steven Brindle, Brunel: The Man Who Built the World, W&amp;N (2006)
</li>
<li>
Brunel Biography by his son: Isambard Brunel B. C. I., The Life of Isambard Kingdom Brunel, Civil Engineer (1870)
</li>
<li>
<a href='https://www.nmrn.org.uk/visit-us/portsmouth-historic-dockyard'>National Museum of the Royal Navy at Portsmouth Historic Dockyard</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.ssgreatbritain.org/things-to-do/being-brunel/'>Museum in Bristol / SS Great Britain (“Being Brunel”)</a> 
</li>
<li>
<a href='https://www.ssgreatbritain.org/collections-and-research/'>https://www.ssgreatbritain.org/collections-and-research/</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.ssgreatbritain.org/the-future-brunels-programme/'>The Future Brunels Program</a>
</li>
<li>
<a href='https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/0310057X1404201S02'>I. K. Brunel's Crimean War Hospital, C. G. Merridew (2014)</a>
</li>
<li>
Kate Colquhoun, A Thing in Disguise, The Visionary Life of Joseph Paxton, Fourth Estate (2012)
</li>
</ul>
<p> </p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>The title of this episode is "Future Brunels? Learning from the Generation That Transformed the World." For my German listeners: this episode is a perfect complement to Episode 128.</p>
<p>The first half of the 19th century was a time of remarkable transformation, with England as a major driving force behind changes that improved all aspects of our lives. In this episode, I explore the achievements of one key figure of this era, Isambard Kingdom Brunel, well-known in England but hardly recognized outside of it—a true shame. I’m confident you’ll agree with me by the end of this episode.</p>
<p>However, the purpose of this episode isn’t just to travel back to the 19th century but to draw inspiration. What can we learn from this extraordinary generation of engineers and entrepreneurs for our time and the next generation?  </p>
<p>Dr. Helen Doe is a historian, author, and lecturer. Her books range from maritime to RAF history. It is people, often the ordinary and sometimes unsung heroes and heroines, who attract her attention. She has published books on the economic and social aspects of Isambard Kingdom Brunel’s great ships. The First Atlantic Liner featured the stories of the passengers and crew on Brunel’s first ship, which linked Bristol, Liverpool, and New York. This was followed by a book on the SS Great Britain. She has appeared on many Radio 4 programmes and on TV. She is a Fellow of the University of Exeter, where she previously taught a range of courses and supervised postgraduates. She is a Fellow of the Royal Historical Society (FRHistS) and Chair of the British Commission for Maritime History. Helen was for many years a trustee of the SS Great Britain and, in 2018, was appointed as a member of the Council of Experts for National Historic Ships, a government advisory body.</p>
<p>I personally became aware of Helen when I visited the extraordinary museum in Bristol that showcases Isambard Kingdom Brunel’s second ship, the SS Great Britain. We will talk about this in our conversation.</p>
<p>The UK offers a number of extraordinary museums. The aforementioned museum in Bristol is significant, but also important in terms of maritime history and definitely worth a visit is the museum in Portsmouth.</p>
<p>We start the conversation with a discussion of the three most important ships of Brunel: the Great Western, the Great Britain, and the Great Eastern. What was Brunel’s influence on the important warships of the time, The Rattler and The Warrior? What about his two lesser-known ships that ran the mail route to Australia, the Victoria and Adelaide? Why were these ships so important, not only in terms of maritime history?  </p>

<p>“Communications that would take months sometimes were now reduced to minutes.”</p>

<p>How so?</p>
<p></p>
<p><em>Construction of the Thames Tunnel with the patented shield</em></p>
<p>But to go back to the beginning: Isambard Brunel’s career started by helping his father with the construction of the Thames Tunnel. It continued with the Great Western Railway. Over his lifetime, he built 1,600 km of railway tracks and managed international railway construction projects around the world. More than 100 bridges were constructed by Brunel, many still in operation today, nearly 200 years later.  He also played a role in the World Exhibition of 1851 and the construction and relocation of the Crystal Palace.</p>
<p>But let’s take one step back: What happened from 1700 to 1900 that triggered this rapid and unprecedented technological, societal, and commercial progress? This was not only Brunel but a league of extraordinary gentlemen, so to speak.  </p>
<p>What was Brunel’s background, why is it important, and how did his father influence him? Why is it relevant that Isambard was trained as a clockmaker?  Was this a cosmopolitan time and family, contrary to the assumptions some might have of the Victorian and Georgian eras?</p>
<p>Many of these engineers and entrepreneurs, like Brunel and Joseph Paxton, were self-made men. What role did mentoring, education, and the open exchange of ideas among these men play? What were Stevenson and Brunel’s views on patents? We joke that Brunel would have been a fan of open-source software.</p>
<p>The Victorian era offered an ideal of upward mobility that these people used for their own advancement and to the benefit of society. The work of this society, this engineer-driven progress, laid the foundations of our modern lives. Moreover, most of these men were not limited to one domain. They were interested in and mastered all sorts of problems:</p>

<p>“Their minds were so flexible, they just wanted to try out new things.”</p>

<p>The breadth of Brunel’s competence is evident in many successful undertakings; one astounding example is the construction of a hospital for the Crimean War—or was it rather the invention of IKEA?</p>

<p>“Engineers solve problems, no matter what they were”</p>

<p>How did people like Brunel manage to get so much done in their lives, considering the time and the fact that he died rather young at the age of only 53?</p>

<p>“You wonder how that man had any spare time at all when you line up all his projects.”</p>

<p>We then discussed who financed all of these enterprises and who took the risks? Also, what is the difference between people who do things and people who mainly talk about things?  </p>

<p>“Marine engines were limited in their efficiency and had to carry so much coal that all the experts said: ‘Look, it’s not possible to make a ship big enough to take it across the Atlantic.’”</p>

<p>And, as so often, many experts were wrong again. The Great Western was highly successful, and there was a desire to build an identical sister ship, but as so often, Brunel had other ideas. Why not build the first large iron ship? The Great Britain!  These ships also represented luxury travel. What did this mean in combination with this entirely new technology?  How did the “Tripadvisor reviews” of the 19th century work?</p>
<p>They experiences an age of transformation: everything changed, and yet trust in skilled people who took enormous personal risks enabled this transformation that is closer to a miracle than evolutionary improvements.  </p>
<p>We learn that innovation is unpredictable. Sometimes the inventor does not realise he created something that transforms the world, and sometimes he believes in an invention that ultimately fails. Progress thus requires experimentation, risk-taking, and patience.</p>
<p>What can we and our younger generation learn from these people who transformed our world?</p>
<p>“Using the past to inspire the young of the future?”</p>
<p>Other Episodes</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/129-rules_daston/'>Episode 129:</a> Rules, A Conversation with Prof. Lorraine Daston
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/128-aufbruch_in_die_moderne/'>Episode 128:</a> Aufbruch in die Moderne — Der Mann, der die Welt erfindet!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/126-schwarz_gekleidet-bojanowski/'>Episode 126:</a> Schwarz gekleidet im dunklen Kohlekeller. Ein Gespräch mit Axel Bojanowski
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/118-john_ioannidis_science/'>Episode 118:</a> Science and Decision Making under Uncertainty, A Conversation with Prof. John Ioannidis
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/110-shock_of_the_old-david_edgerton/'>Episode 110:</a> The Shock of the Old, a conversation with David Edgerton
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/071-stagnation_fortschritt-reflexion_leben/'>Episode 71</a>: Stagnation oder Fortschritt — eine Reflexion an der Geschichte eines Lebens
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/065-getting-nothing-done-2/'>Episode 65:</a> Getting Nothing Done — Teil 2
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<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Episode 64:</a> Getting Nothing Done — Teil 1
</li>
</ul>
<p>References</p>
<ul>
<li><a href='https://www.helendoe.uk'>Website of Dr Helen Doe</a></li>
<li>
Heleln Doe, The First Atlantic Liner, Brunel's Great Western Steamship, Amberley (2020)
</li>
<li>
Helen Doe, SS Great Britain, Amberley (2022)
</li>
<li>
Steven Brindle, Brunel: The Man Who Built the World, W&amp;N (2006)
</li>
<li>
Brunel Biography by his son: Isambard Brunel B. C. I., The Life of Isambard Kingdom Brunel, Civil Engineer (1870)
</li>
<li>
<a href='https://www.nmrn.org.uk/visit-us/portsmouth-historic-dockyard'>National Museum of the Royal Navy at Portsmouth Historic Dockyard</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.ssgreatbritain.org/things-to-do/being-brunel/'>Museum in Bristol / SS Great Britain (“Being Brunel”)</a> 
</li>
<li>
<a href='https://www.ssgreatbritain.org/collections-and-research/'>https://www.ssgreatbritain.org/collections-and-research/</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.ssgreatbritain.org/the-future-brunels-programme/'>The Future Brunels Program</a>
</li>
<li>
<a href='https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/0310057X1404201S02'>I. K. Brunel's Crimean War Hospital, C. G. Merridew (2014)</a>
</li>
<li>
Kate Colquhoun, A Thing in Disguise, The Visionary Life of Joseph Paxton, Fourth Estate (2012)
</li>
</ul>
<p> </p>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>The title of this episode is ”Future Brunels? Learning from the Generation That Transformed the World.” For my German listeners: this episode is a perfect complement to Episode 128.

The first half of the 19th century was a time of remarkable transformation, with England as a major driving force behind changes that improved all aspects of our lives. In this episode, I explore the achievements of one key figure of this era, Isambard Kingdom Brunel, well-known in England but hardly recognized outside of it—a true shame. I’m confident you’ll agree with me by the end of this episode.

However, the purpose of this episode isn’t just to travel back to the 19th century but to draw inspiration. What can we learn from this extraordinary generation of engineers and entrepreneurs for our time and the next generation?  

Dr. Helen Doe is a historian, author, and lecturer. Her books range from maritime to RAF history. It is people, often the ordinary and sometimes unsung heroes and heroines, who attract her attention. She has published books on the economic and social aspects of Isambard Kingdom Brunel’s great ships. The First Atlantic Liner featured the stories of the passengers and crew on Brunel’s first ship, which linked Bristol, Liverpool, and New York. This was followed by a book on the SS Great Britain. She has appeared on many Radio 4 programmes and on TV. She is a Fellow of the University of Exeter, where she previously taught a range of courses and supervised postgraduates. She is a Fellow of the Royal Historical Society (FRHistS) and Chair of the British Commission for Maritime History. Helen was for many years a trustee of the SS Great Britain and, in 2018, was appointed as a member of the Council of Experts for National Historic Ships, a government advisory body.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>135 — Friedrich Hayek und die Beschränktheit der menschlichen Vernunft. Ein Gespräch mit Nickolas Emrich</title>
        <itunes:title>135 — Friedrich Hayek und die Beschränktheit der menschlichen Vernunft. Ein Gespräch mit Nickolas Emrich</itunes:title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/135-hayek_emrich/#comments</comments>        <pubDate>Tue, 23 Sep 2025 05:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Der Titel der heutigen Episode ist: Friedrich Hayek und die Beschränktheit der menschlichen Vernunft.  Ich bin erst vor relativ kurzer Zeit in einem konkreteren Sinne auf Hayek aufmerksam geworden. Was mich sofort fasziniert hat – auch bei seinen frühen Schriften – ist sein ungeheures analytisches Talent, die interdisziplinäre Vorgehensweise und die Fähigkeit des systemischen Denkens. Sehr früh beschreibt und analysiert er komplexe Sachverhalte in einer Weise, wie sie heute, 50–100 Jahre später, immer noch hochgradig zeitgemäß und relevant ist. Insofern hat mich also zunächst der systemische, dann der politische und zuletzt der ökonomische Denker inspiriert.  </p>
<p>In dieser Episode wird es daher um wesentliche Aspekte Hayeks Denken gehen. Aspekte, die für die heutige Zeit von enormer Bedeutung sind: Wo steckt Wissen in einer Gesellschaft? Wie können wir mit komplexen Entscheidungen, die in differenzierten Gesellschaften (oder Organisationen) notwendig sind, umgehen, wenn zentrale Planung scheitert? Was bedeuten Freiheit und Sozialstaat in einer Zeit, in der beides in westlichen Nationen vor dem Scheitern steht?  </p>
<p>Es freut mich ganz besonders, dass ich für diese Episode Nickolas Emrich begrüßen darf.  
Nickolas Emrich ist stellvertretender Vorsitzender der deutschen Hayek-Gesellschaft mit einem vielseitigen Lebensweg. Er ist Jurist, Bestsellerautor, Ex-Polizist und Unternehmer. Bei Radio Teddy moderierte er eine Sendung über Computerspiele für Kinder. Außerdem hat er bereits acht Bücher veröffentlicht. Sein aktuelles Werk „Gier nach Privilegien“ hat es sogar auf die Spiegel-Bestsellerliste geschafft.  </p>
<p>Wir beginnen das Gespräch mit der Frage: Was ist die Hayek-Gesellschaft?  </p>

<p>»Für Freiheit und Eigenverantwortung, vor allem auch für wirtschaftliche Eigenverantwortung, treten wir ein.«  </p>

<p>Wie kann es sein, dass so vieles, was Hayek vor ca. 70 Jahren geschrieben hat, sich heute noch so zeitgemäß liest?  </p>

<p>»Der Zustand der Welt ist fast nicht erklärbar, wo doch dieses Wissen vorliegt.«  </p>
<p>»Das Faszinierende an ihm ist das Übergreifende.«  </p>

<p>Was hat es mit der Freiheit auf sich? Welche Rolle spielt sie für Hayek, und wie verändert sich unser Verständnis davon über die Zeit? Was ist die österreichische Schule der Ökonomie? Welchen Einfluss hatte Ludwig von Mises?  </p>
<p>Hayek, aber auch andere wesentliche Gelehrte der Zeit, z. B. Karl Popper, hatten eine große Breite im Denken, was bei vielen Intellektuellen der heutigen Zeit leider verloren gegangen ist. Ist Hayek folglich vielleicht sogar in seiner Rolle als Systemdenker wesentlicher als in seiner Rolle als Ökonom? Das Übertragen von Erkenntnissen und Einsichten aus einer Disziplin in eine andere erweist sich in vielen Fällen als sehr fruchtbar.  </p>
<p>Seine Skepsis gegenüber großen Utopien eint ihn mit Zeitgenossen wie Karl Popper.  
Wo sieht er das Wissen und die Rolle des Einzelnen, des Individuums, beziehungsweise der Summe der Individuen im Vergleich zu Experten?  </p>

<p>»Unlike the position that exists in the physical sciences, in economics and other disciplines that deal with essentially complex phenomena, the aspects of the events to be accounted for about which we can get quantitative data are necessarily limited and may not include the important ones«, Zitat aus der Nobelpreis-Rede von Hayek.  </p>

<p>Wir diskutieren dann die Frage, wie es mit gelenkten Prozessen im Gegensatz zu verteilt-entschiedenen Prozessen aussieht.  </p>

<p>»Aus einem gelenkten Prozess kann nichts Größeres entstehen, als der lenkende Geist voraussehen kann.«  </p>

<p>Das regelnde System ist ein Modell des Systems, das es zu regeln versucht – dies haben auch die Kybernetiker der 1960er Jahre erkannt.  </p>
<p>Wo steckt eigentlich das Wissen der Welt? In der Wissenschaft? Oder ist dies vielleicht nur ein kleiner Teil des Wissens, das für unsere Welt von so entscheidender Bedeutung ist?  </p>

<p>»Es ist viel einfacher, Macht als Wissen zu aggregieren«, Thomas Sowell.  </p>

<p>Was versteht dann Hayek unter dem Markt? Wie passt das in diese systemische Betrachtung der Welt? Sind Märkte gar etwas »Natürliches«?  </p>
<p>Aber überschätzen wir möglicherweise die Rolle von Regierungen ohnehin? Jedenfalls in einem positiven Sinne?</p>

<p>»The role played by governments is greatly exaggerated in historical accounts because we necessarily know so much more about what organized government did than about what the spontaneous coordination of individual efforts accomplished.«  </p>

<p>Was ist nun die Rolle von Märkten und vor allem auch von Preisen? Preise sind, und das wird sehr häufig in der öffentlichen Diskussion übersehen, ein Kommunikationsmittel, das wesentliche Informationen vermittelt. Was bedeutet dies konkret?  </p>
<p>Können Märkte eine emanzipierende Funktion haben? Sind sie demokratisch? Ist die Demokratie hingegen die »Belohnung unlauterer Sonderinteressen«?  </p>
<p>Was sollen wir aber in realpolitischen Situationen machen, wo sich bestimmte (staatliche) Akteure nicht korrekt verhalten und Wirtschaft als Machtmittel einsetzen?  </p>

<p>»Wir sind noch an einem Punkt, wo der Wohlstand ausreicht, um diese Wucherungen (der überbordenden Regulierungen) zu ertragen, aber wo die Last zunehmend schwerer wird.«  </p>

<p>Jede planerische Top-down-Intervention hat Seiteneffekte, Seiteneffekte, die oftmals das Gegenteil des Erwünschten erreichen. Der Planer begibt sich auch immer in die Rolle einer Person, die behauptet, besser zu wissen als alle anderen, wie diese zu leben haben. Aber es gibt auch die andere Seite:  </p>

<p>»Dieser Wunsch nach Autorität ist leider vorhanden.«  </p>

<p>Haben wir die Perspektive verloren? So liest man heute von »Soziologen« etwa solche Aussagen:  </p>

<p>»Wir sprechen von Familienunternehmern – woanders nennt man sie Oligarchen«, Martyna Linartas.  </p>

<p>Wer hat aber in den vergangenen Jahrzehnten den Wohlstand in Deutschland geschaffen?  
»Man lernt ja früh, wie ein geplantes System funktioniert – nämlich die Schule.« Was wir weniger lernen, ist, was es bedeutet, in komplexen Systemen, also etwa in der Wirtschaft, zu agieren.  </p>
<p>Und damit sind wir wieder bei einer fundamentalen systemischen Frage: Wie verteilen wir Risiko in einer Gesellschaft? Was ist dabei die Rolle des Sozialstaates? Was passiert, wenn die Mehrheit der Menschen in einer Gesellschaft immer weniger Risiko selbst trägt, sondern dieses de facto delegiert? Entsteht damit in Wahrheit nicht nur eine Scheinsicherheit und ein systemisch viel größeres Risiko?  </p>
<p>Was hat es mit dem Survivorship Bias zu tun? Warum sollte man sich darüber bewusst sein, bevor man Unternehmer wie Bezos oder Musk beurteilt?  </p>

<p>»Man guckt viel zu wenig auf Ergebnisse – darum ist man jetzt auch so schockiert, was in Argentinien passiert. Man versucht, sich auf Ideen zu versteifen und in der Theorie Schlachten zu schlagen, aber das Entscheidende ist ja, ob Dinge funktionieren.«  </p>

<p>Verändert sich die Perspektive, wenn man längere Zeiträume des Erfolgs von Unternehmen betrachtet? Wer heute top ist, ist morgen wahrscheinlich nicht mehr relevant – jedenfalls in einer funktionierenden Marktwirtschaft. Kann man Märkte mit Naturgesetzen vergleichen, oder ist das zu weit hergeholt? Als Beispiel nenne ich die führende Reporterkamera Graflex (deren Name mir im Gespräch nicht eingefallen ist).  </p>
<p>Das Sterben von Unternehmen ist Teil einer gesunden Wirtschaft. Aber wie ist es zu interpretieren, wenn der Staat mit dem Geld aller Bürger Unternehmen vor dem Konkurs rettet – oft aus vermeintlich guten Gründen?  </p>
<p>Was ist der Zusammenhang zwischen dem Wikipedia-Projekt und Hayek?  </p>
<p>Zum Abschluss: Was sollte nun der Staat eigentlich leisten, und wie können wir dort wieder hinkommen? Um das Zitat von Nils Hesse aus der früheren Episode aufzugreifen: Brauchen wir einen ordoliberalen Unkrautstecher oder eher die Mileische Kettensäge?  </p>
<p>Welche Freiheitsbegriffe spielen dabei eine Rolle?  </p>

<p>»Das Recht des einen ist immer die Pflicht des Anderen.«  </p>

<p>Grundrechte galten in der Vergangenheit in der Regel als Abwehrrechte gegen den Staat; Verfassungen dienen dazu, die Rechte des Staates zu begrenzen – wo stehen wir hier in der heutigen Interpretation? Ist der Sozialstaat eher ein Asozialstaat?  </p>
<p>Hayek hat unzählige Bücher und Artikel verfasst, aber eine Kernaussage könnte man herauskristallisieren: Das Wissen um die Beschränktheit der menschlichen Vernunft. Jedes gesellschaftliche System muss eine Antwort auf diese Herausforderung haben.  </p>

<p>»Die verhängnisvolle Anmaßung ist eben die Anmaßung, mehr zu wissen als die Summe aller anderen.«  </p>

<p>Müssen wir in vielen europäischen Staaten erst so absteigen und über Jahrzehnte leiden wie die Argentinier, bis wirkungsvolle Reformen denkbar werden, oder schaffen wir es vorher umzusteuern?</p>

<p>»Solange das Problem nicht verstanden wird, wird es weiter bergab gehen.«  </p>

<p style="text-align: center;"><a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103'>Mein neues Buch auf Amazon: Hexenmeister oder Zauberlehrling?: </a>
<a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103'>Die Wissensgesellschaft in der Krise</a></p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/131-wot_se_fack_ebert/'>Episode 131:</a> Wot Se Fack, Deutschland? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/130-populismus_hesse/'>Episode 130:</a> Populismus und (Ordo)liberalismus, ein Gespräch mit Nils Hesse
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/129-rules_daston/'>Episode 129:</a> Rules, A Conversation with Prof. Lorraine Daston
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/128-aufbruch_in_die_moderne/'>Episode 128:</a> Aufbruch in die Moderne — Der Mann, der die Welt erfindet!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/117-der_humpelnde_staat_christoph_kletzer/'>Episode 117:</a> Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/114-liberty_in_our_lifetime_2/'>Episode 114:</a> Liberty in Our Lifetime 2: Conversations with Lauren Razavi, Grant Romundt and Peter Young
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/113-liberty_in_our_lifetime_1/'>Episode 113:</a> Liberty in Our Lifetime 1: Conversations with Massimo Mazzone, Vera Kichanova and Tatiana Butanka
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/108-freie_privatstaedte-2_titus_gebel/'>Episode 108:</a> Freie Privatstädte Teil 2, ein Gespräch mit Titus Gebel
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/089-myth_left_right_hyrum_lewis/'>Episode 89:</a> The Myth of Left and Right, a Conversation with Prof. Hyrum Lewis
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
</ul>
<p>Nickolas Emrich</p>
<ul>
<li><a href='https://hayek.de/vorstand/'>Nickolas Emrich in der Hayek Gesellschaft</a></li>
<li><a href='https://www.linkedin.com/in/nickolas-emrich-bb0a43246/'>LinkedIn</a></li>
<li><a href='https://www.amazon.de/Gier-nach-Privilegien-SPIEGEL-Bestseller-Gerechtigkeit/dp/3959727828'>Nickolas Emrich, Gier nach Privilegien, Finanzbuch Verlag (2024)</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>Drei ausgewählte Bücher von Friedrich Hayek:
<ul>
<li><a href='https://www.nobelprize.org/prizes/economic-sciences/1974/hayek/lecture/'>Friedrich Hayek, Nobelpreisrede, The Pretence of Knowledge (1974)</a></li>
<li>Friedrich Hayek, Der Weg zur Knechtschaft (1944)</li>
<li>Friedrich Hayek, The Fatal Conceit: The Errors of Socialsm (1988)</li>
</ul>
</li>
<li>Friedrich Hayek, The Use of Knowledge in Society, The American Economic Review, Vol. 35, No. 4. (Sep., 1945)</li>
<li>
<a href='https://www.tagesspiegel.de/wissen/wie-ungleich-ist-deutschland-frau-linartas-wir-sprechen-von-familienunternehmern--woanders-nennt-man-sie-oligarchen-13638421.html'>Martyna Linartas, »Wir sprechen von Familienunternehmern – woanders nennt man sie Oligarchen«, Tagesspiegel (2025)</a>
</li>
<li>
<a href='https://en.wikipedia.org/wiki/Graflex'>Graflex Camera</a>
</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Der Titel der heutigen Episode ist: Friedrich Hayek und die Beschränktheit der menschlichen Vernunft.  Ich bin erst vor relativ kurzer Zeit in einem konkreteren Sinne auf Hayek aufmerksam geworden. Was mich sofort fasziniert hat – auch bei seinen frühen Schriften – ist sein ungeheures analytisches Talent, die interdisziplinäre Vorgehensweise und die Fähigkeit des systemischen Denkens. Sehr früh beschreibt und analysiert er komplexe Sachverhalte in einer Weise, wie sie heute, 50–100 Jahre später, immer noch hochgradig zeitgemäß und relevant ist. Insofern hat mich also zunächst der systemische, dann der politische und zuletzt der ökonomische Denker inspiriert.  </p>
<p>In dieser Episode wird es daher um wesentliche Aspekte Hayeks Denken gehen. Aspekte, die für die heutige Zeit von enormer Bedeutung sind: Wo steckt Wissen in einer Gesellschaft? Wie können wir mit komplexen Entscheidungen, die in differenzierten Gesellschaften (oder Organisationen) notwendig sind, umgehen, wenn zentrale Planung scheitert? Was bedeuten Freiheit und Sozialstaat in einer Zeit, in der beides in westlichen Nationen vor dem Scheitern steht?  </p>
<p>Es freut mich ganz besonders, dass ich für diese Episode Nickolas Emrich begrüßen darf.  <br>
Nickolas Emrich ist stellvertretender Vorsitzender der deutschen Hayek-Gesellschaft mit einem vielseitigen Lebensweg. Er ist Jurist, Bestsellerautor, Ex-Polizist und Unternehmer. Bei Radio Teddy moderierte er eine Sendung über Computerspiele für Kinder. Außerdem hat er bereits acht Bücher veröffentlicht. Sein aktuelles Werk „Gier nach Privilegien“ hat es sogar auf die Spiegel-Bestsellerliste geschafft.  </p>
<p>Wir beginnen das Gespräch mit der Frage: Was ist die Hayek-Gesellschaft?  </p>

<p>»Für Freiheit und Eigenverantwortung, vor allem auch für wirtschaftliche Eigenverantwortung, treten wir ein.«  </p>

<p>Wie kann es sein, dass so vieles, was Hayek vor ca. 70 Jahren geschrieben hat, sich heute noch so zeitgemäß liest?  </p>

<p>»Der Zustand der Welt ist fast nicht erklärbar, wo doch dieses Wissen vorliegt.«  </p>
<p>»Das Faszinierende an ihm ist das Übergreifende.«  </p>

<p>Was hat es mit der Freiheit auf sich? Welche Rolle spielt sie für Hayek, und wie verändert sich unser Verständnis davon über die Zeit? Was ist die österreichische Schule der Ökonomie? Welchen Einfluss hatte Ludwig von Mises?  </p>
<p>Hayek, aber auch andere wesentliche Gelehrte der Zeit, z. B. Karl Popper, hatten eine große Breite im Denken, was bei vielen Intellektuellen der heutigen Zeit leider verloren gegangen ist. Ist Hayek folglich vielleicht sogar in seiner Rolle als Systemdenker wesentlicher als in seiner Rolle als Ökonom? Das Übertragen von Erkenntnissen und Einsichten aus einer Disziplin in eine andere erweist sich in vielen Fällen als sehr fruchtbar.  </p>
<p>Seine Skepsis gegenüber großen Utopien eint ihn mit Zeitgenossen wie Karl Popper.  <br>
Wo sieht er das Wissen und die Rolle des Einzelnen, des Individuums, beziehungsweise der Summe der Individuen im Vergleich zu Experten?  </p>

<p>»Unlike the position that exists in the physical sciences, in economics and other disciplines that deal with essentially complex phenomena, the aspects of the events to be accounted for about which we can get quantitative data are necessarily limited and may not include the important ones«, Zitat aus der Nobelpreis-Rede von Hayek.  </p>

<p>Wir diskutieren dann die Frage, wie es mit gelenkten Prozessen im Gegensatz zu verteilt-entschiedenen Prozessen aussieht.  </p>

<p>»Aus einem gelenkten Prozess kann nichts Größeres entstehen, als der lenkende Geist voraussehen kann.«  </p>

<p>Das regelnde System ist ein Modell des Systems, das es zu regeln versucht – dies haben auch die Kybernetiker der 1960er Jahre erkannt.  </p>
<p>Wo steckt eigentlich das Wissen der Welt? In der Wissenschaft? Oder ist dies vielleicht nur ein kleiner Teil des Wissens, das für unsere Welt von so entscheidender Bedeutung ist?  </p>

<p>»Es ist viel einfacher, Macht als Wissen zu aggregieren«, Thomas Sowell.  </p>

<p>Was versteht dann Hayek unter dem Markt? Wie passt das in diese systemische Betrachtung der Welt? Sind Märkte gar etwas »Natürliches«?  </p>
<p>Aber überschätzen wir möglicherweise die Rolle von Regierungen ohnehin? Jedenfalls in einem positiven Sinne?</p>

<p>»The role played by governments is greatly exaggerated in historical accounts because we necessarily know so much more about what organized government did than about what the spontaneous coordination of individual efforts accomplished.«  </p>

<p>Was ist nun die Rolle von Märkten und vor allem auch von Preisen? Preise sind, und das wird sehr häufig in der öffentlichen Diskussion übersehen, ein Kommunikationsmittel, das wesentliche Informationen vermittelt. Was bedeutet dies konkret?  </p>
<p>Können Märkte eine emanzipierende Funktion haben? Sind sie demokratisch? Ist die Demokratie hingegen die »Belohnung unlauterer Sonderinteressen«?  </p>
<p>Was sollen wir aber in realpolitischen Situationen machen, wo sich bestimmte (staatliche) Akteure nicht korrekt verhalten und Wirtschaft als Machtmittel einsetzen?  </p>

<p>»Wir sind noch an einem Punkt, wo der Wohlstand ausreicht, um diese Wucherungen (der überbordenden Regulierungen) zu ertragen, aber wo die Last zunehmend schwerer wird.«  </p>

<p>Jede planerische Top-down-Intervention hat Seiteneffekte, Seiteneffekte, die oftmals das Gegenteil des Erwünschten erreichen. Der Planer begibt sich auch immer in die Rolle einer Person, die behauptet, besser zu wissen als alle anderen, wie diese zu leben haben. Aber es gibt auch die andere Seite:  </p>

<p>»Dieser Wunsch nach Autorität ist leider vorhanden.«  </p>

<p>Haben wir die Perspektive verloren? So liest man heute von »Soziologen« etwa solche Aussagen:  </p>

<p>»Wir sprechen von Familienunternehmern – woanders nennt man sie Oligarchen«, Martyna Linartas.  </p>

<p>Wer hat aber in den vergangenen Jahrzehnten den Wohlstand in Deutschland geschaffen?  <br>
»Man lernt ja früh, wie ein geplantes System funktioniert – nämlich die Schule.« Was wir weniger lernen, ist, was es bedeutet, in komplexen Systemen, also etwa in der Wirtschaft, zu agieren.  </p>
<p>Und damit sind wir wieder bei einer fundamentalen systemischen Frage: Wie verteilen wir Risiko in einer Gesellschaft? Was ist dabei die Rolle des Sozialstaates? Was passiert, wenn die Mehrheit der Menschen in einer Gesellschaft immer weniger Risiko selbst trägt, sondern dieses de facto delegiert? Entsteht damit in Wahrheit nicht nur eine Scheinsicherheit und ein systemisch viel größeres Risiko?  </p>
<p>Was hat es mit dem Survivorship Bias zu tun? Warum sollte man sich darüber bewusst sein, bevor man Unternehmer wie Bezos oder Musk beurteilt?  </p>

<p>»Man guckt viel zu wenig auf Ergebnisse – darum ist man jetzt auch so schockiert, was in Argentinien passiert. Man versucht, sich auf Ideen zu versteifen und in der Theorie Schlachten zu schlagen, aber das Entscheidende ist ja, ob Dinge funktionieren.«  </p>

<p>Verändert sich die Perspektive, wenn man längere Zeiträume des Erfolgs von Unternehmen betrachtet? Wer heute top ist, ist morgen wahrscheinlich nicht mehr relevant – jedenfalls in einer funktionierenden Marktwirtschaft. Kann man Märkte mit Naturgesetzen vergleichen, oder ist das zu weit hergeholt? Als Beispiel nenne ich die führende Reporterkamera Graflex (deren Name mir im Gespräch nicht eingefallen ist).  </p>
<p>Das Sterben von Unternehmen ist Teil einer gesunden Wirtschaft. Aber wie ist es zu interpretieren, wenn der Staat mit dem Geld aller Bürger Unternehmen vor dem Konkurs rettet – oft aus vermeintlich guten Gründen?  </p>
<p>Was ist der Zusammenhang zwischen dem Wikipedia-Projekt und Hayek?  </p>
<p>Zum Abschluss: Was sollte nun der Staat eigentlich leisten, und wie können wir dort wieder hinkommen? Um das Zitat von Nils Hesse aus der früheren Episode aufzugreifen: Brauchen wir einen ordoliberalen Unkrautstecher oder eher die Mileische Kettensäge?  </p>
<p>Welche Freiheitsbegriffe spielen dabei eine Rolle?  </p>

<p>»Das Recht des einen ist immer die Pflicht des Anderen.«  </p>

<p>Grundrechte galten in der Vergangenheit in der Regel als Abwehrrechte gegen den Staat; Verfassungen dienen dazu, die Rechte des Staates zu begrenzen – wo stehen wir hier in der heutigen Interpretation? Ist der Sozialstaat eher ein Asozialstaat?  </p>
<p>Hayek hat unzählige Bücher und Artikel verfasst, aber eine Kernaussage könnte man herauskristallisieren: Das Wissen um die Beschränktheit der menschlichen Vernunft. Jedes gesellschaftliche System muss eine Antwort auf diese Herausforderung haben.  </p>

<p>»Die verhängnisvolle Anmaßung ist eben die Anmaßung, mehr zu wissen als die Summe aller anderen.«  </p>

<p>Müssen wir in vielen europäischen Staaten erst so absteigen und über Jahrzehnte leiden wie die Argentinier, bis wirkungsvolle Reformen denkbar werden, oder schaffen wir es vorher umzusteuern?</p>

<p>»Solange das Problem nicht verstanden wird, wird es weiter bergab gehen.«  </p>

<p style="text-align: center;"><a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103'>Mein neues Buch auf Amazon: Hexenmeister oder Zauberlehrling?: </a><br>
<a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103'>Die Wissensgesellschaft in der Krise</a></p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/131-wot_se_fack_ebert/'>Episode 131:</a> Wot Se Fack, Deutschland? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/130-populismus_hesse/'>Episode 130:</a> Populismus und (Ordo)liberalismus, ein Gespräch mit Nils Hesse
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/129-rules_daston/'>Episode 129:</a> Rules, A Conversation with Prof. Lorraine Daston
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/128-aufbruch_in_die_moderne/'>Episode 128:</a> Aufbruch in die Moderne — Der Mann, der die Welt erfindet!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/117-der_humpelnde_staat_christoph_kletzer/'>Episode 117:</a> Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/114-liberty_in_our_lifetime_2/'>Episode 114:</a> Liberty in Our Lifetime 2: Conversations with Lauren Razavi, Grant Romundt and Peter Young
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/113-liberty_in_our_lifetime_1/'>Episode 113:</a> Liberty in Our Lifetime 1: Conversations with Massimo Mazzone, Vera Kichanova and Tatiana Butanka
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/108-freie_privatstaedte-2_titus_gebel/'>Episode 108:</a> Freie Privatstädte Teil 2, ein Gespräch mit Titus Gebel
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/089-myth_left_right_hyrum_lewis/'>Episode 89:</a> The Myth of Left and Right, a Conversation with Prof. Hyrum Lewis
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
</ul>
<p>Nickolas Emrich</p>
<ul>
<li><a href='https://hayek.de/vorstand/'>Nickolas Emrich in der Hayek Gesellschaft</a></li>
<li><a href='https://www.linkedin.com/in/nickolas-emrich-bb0a43246/'>LinkedIn</a></li>
<li><a href='https://www.amazon.de/Gier-nach-Privilegien-SPIEGEL-Bestseller-Gerechtigkeit/dp/3959727828'>Nickolas Emrich, Gier nach Privilegien, Finanzbuch Verlag (2024)</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>Drei ausgewählte Bücher von Friedrich Hayek:
<ul>
<li><a href='https://www.nobelprize.org/prizes/economic-sciences/1974/hayek/lecture/'>Friedrich Hayek, Nobelpreisrede, The Pretence of Knowledge (1974)</a></li>
<li>Friedrich Hayek, Der Weg zur Knechtschaft (1944)</li>
<li>Friedrich Hayek, The Fatal Conceit: The Errors of Socialsm (1988)</li>
</ul>
</li>
<li>Friedrich Hayek, The Use of Knowledge in Society, The American Economic Review, Vol. 35, No. 4. (Sep., 1945)</li>
<li>
<a href='https://www.tagesspiegel.de/wissen/wie-ungleich-ist-deutschland-frau-linartas-wir-sprechen-von-familienunternehmern--woanders-nennt-man-sie-oligarchen-13638421.html'>Martyna Linartas, »Wir sprechen von Familienunternehmern – woanders nennt man sie Oligarchen«, Tagesspiegel (2025)</a>
</li>
<li>
<a href='https://en.wikipedia.org/wiki/Graflex'>Graflex Camera</a>
</li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Der Titel der heutigen Episode ist: Friedrich Hayek und die Beschränktheit der menschlichen Vernunft.  Ich bin erst vor relativ kurzer Zeit in einem konkreteren Sinne auf Hayek aufmerksam geworden. Was mich sofort fasziniert hat – auch bei seinen frühen Schriften – ist sein ungeheures analytisches Talent, die interdisziplinäre Vorgehensweise und die Fähigkeit des systemischen Denkens. Sehr früh beschreibt und analysiert er komplexe Sachverhalte in einer Weise, wie sie heute, 50–100 Jahre später, immer noch hochgradig zeitgemäß und relevant ist. Insofern hat mich also zunächst der systemische, dann der politische und zuletzt der ökonomische Denker inspiriert.  

In dieser Episode wird es daher um wesentliche Aspekte Hayeks Denken gehen. Aspekte, die für die heutige Zeit von enormer Bedeutung sind: Wo steckt Wissen in einer Gesellschaft? Wie können wir mit komplexen Entscheidungen, die in differenzierten Gesellschaften (oder Organisationen) notwendig sind, umgehen, wenn zentrale Planung scheitert? Was bedeuten Freiheit und Sozialstaat in einer Zeit, in der beides in westlichen Nationen vor dem Scheitern steht?  

Es freut mich ganz besonders, dass ich für diese Episode Nickolas Emrich begrüßen darf.  
Nickolas Emrich ist stellvertretender Vorsitzender der deutschen Hayek-Gesellschaft mit einem vielseitigen Lebensweg. Er ist Jurist, Bestsellerautor, Ex-Polizist und Unternehmer. Bei Radio Teddy moderierte er eine Sendung über Computerspiele für Kinder. Außerdem hat er bereits acht Bücher veröffentlicht. Sein aktuelles Werk „Gier nach Privilegien“ hat es sogar auf die Spiegel-Bestsellerliste geschafft.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episode>135</itunes:episode>
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            </item>
    <item>
        <title>134 — Das Werdende, das ewig wirkt und lebt? Transzendent oder Transient</title>
        <itunes:title>134 — Das Werdende, das ewig wirkt und lebt? Transzendent oder Transient</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/134-transzendent_transient/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/134-transzendent_transient/#comments</comments>        <pubDate>Tue, 09 Sep 2025 10:57:08 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Dies ist wieder eine kurze Episode der konstruktiven Irritation. Ich möchte ein paar Gedanken teilen und wieder möglichst wenig eigene Wertung geben, sondern mögliche Aspekte aufzeigen und Fragen stellen. Selbstverständlich wird es auch diesmal nicht vollständig sein, aber hoffentlich zum Weiterdenken anregen.</p>
<p style="text-align: center;">Mein neues Buch: 
<a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103'>Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise</a> 
kann vorbestellt werden!</p>
<p>Der erste Teil des Titels »Das Werdende, das ewig wirkt und lebt?« ist ein Zitat aus Faust I, am Ende werde ich das zum Ausklang etwas weiter zitieren. Das Thema ist also das Wechselspiel zwischen transendenten und trasienten Dingen und Ereignissen, beziehungsweise auch das Übergehen von einem ins andere.</p>
<p>Transzendet bedeutet dabei in meiner Verwendung, das Überschreiten oder Hinausgehen über bestimmte Grenzen. Etwas konkrete meine ich hier zwei Dimensionien: zeitlich, also Dinge, die über den Zeithorizont etwa eines Menschen oder einer Generation gehen sowie in einem materiellen Sinne; also Dinge die das materielle transzendieren, also überschreiten. Das kann eine spirituelle Bedeutung haben, aber auch eine philosopische, etwa nach Kant. Denken wir an Dinge, die jenseits der Erfahrung und des Verstands existieren oder etwas banaler, solche die nicht materiell greifbar sind, aber dennoch von Dauer. Ich werde das gleich anhand einiger Beispiele deutlicher machen.</p>
<p>Transient ist nun fast das Gegenteil, also Dinge oder Ereignisse, die relativ schnell vergehen, die also im Moment sind und wenig bleibende Spuren hinterlassen. Dies kann sich, wie gesagt, sowohl auf materielle wie auch geistige Aspekte beziehen.</p>
<p>Mich beschäftigt dieses Thema nun seit einiger Zeit, weil ich glaube, dass in menschlichen Kulturen sowie im individuellen Erleben diese Aspekte der Transzendenz oder des Vergehens sehr bestimmende Faktoren sein können, ohne dabei jetzt eine konkrete Wertung einbringen zu wollen. Und zwar darum, weil diese von der konkreten Ausprägung aber auch von den individuellen Werten abhängig ist.</p>
<p>In dieser Episode werde ich versuchen, diese Spannung an einer Reihe von Beispielen deutlich zu machen:</p>
<ul>
<li>Momente in der Zeit</li>
<li>Theater- oder Musik-Aufführungen</li>
<li>Bilder</li>
<li>Kunst</li>
<li>Gegenstände des Alltags</li>
<li>Wissenschaft</li>
<li>Philosophie — Karl Poppers Welt 3</li>
<li>Mode und Kultur</li>
<li>Gruppe vs. Individuum</li>
</ul>
<p>Was geschieht mit Gesellschaften, die von Transzendenz dominiert sind, und mit solchen, die sie versuchen vollständig aus der Welt zu vertreiben und dann feststellt, dass viele Menschen ohne das Transzendente nicht leben können und sich dann aus dem Bauchladen der Beliebigkeit Themen suchen, die sie religiös überladen?</p>

<p>“Whatever the cause, a time horizon extending beyond the lifetime of the individual becomes a spontaneous moral control on individual action, analogous to moral constraints extending in space at a given time.”, Thomas Sowell</p>

<p>Wo stehen wir in der Welt? Wie gehen wir mit diesem Konflikt um?</p>

<p>»Erfreut euch der lebendig reichen Schöne!
Das Werdende, das ewig wirkt und lebt,
Umfass euch mit der Liebe holden Schranken,
Und was in schwankender Erscheinung schwebt,
Befestigt mit dauernden Gedanken!« , Faust I</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/128-aufbruch_in_die_moderne/'>Episode 128:</a> Aufbruch in die Moderne — Der Mann, der die Welt erfindet!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/124-zeitlos/'>Episoce 124:</a> Zeitlos
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit  Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/098-ist_gott_tot_steinmann/'>Episode 98: </a>Ist Gott tot? Ein philosophisches Gespräch mit Jan Juhani Steinmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/066-selbstverbesserung_anna_schaffner/'>Episode 66:</a> Selbstverbesserung — ein Gespräch mit Prof. Anna Schaffner
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/057-konservativ_und_progressiv/'>Episode 57:</a> Konservativ UND Progressiv
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55:</a> Strukturen der Welt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/050-geburt_der_gegenwart_achim_landwehr/'>Episode 50:</a> Die Geburt der Gegenwart und die Entdeckung der Zukunft — ein Gespräch mit Prof. Achim Landwehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/049-extended_mind/'>Episode 49:</a> Wo denke ich? Reflexionen über den »undichten« Geist
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/043-deep_fakes-wer_bist_du/'>Episode 43:</a> Deep Fakes: Wer bist du, und – was passiert da eigentlich?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/026-was_kann_politik_leisten-christoph_chorherr/'>Episode 26:</a> Was kann Politik (noch) leisten? Ein Gespräch mit Christoph Chorherr
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103'>Alexander Schatten, Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise (2025)</a></li>
<li>Johann Wolfgang von Goethe, Faust I (1808)</li>
<li>Karl Popper, Objective Knowledge: An Evolutionary Approach, Oxford University Press, Revised Edition (1979)</li>
<li>Thomas Sowell, Knowledge and Decision, Basic Books (1996)</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Dies ist wieder eine kurze Episode der konstruktiven Irritation. Ich möchte ein paar Gedanken teilen und wieder möglichst wenig eigene Wertung geben, sondern mögliche Aspekte aufzeigen und Fragen stellen. Selbstverständlich wird es auch diesmal nicht vollständig sein, aber hoffentlich zum Weiterdenken anregen.</p>
<p style="text-align: center;">Mein neues Buch: <br>
<a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103'>Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise</a> <br>
kann vorbestellt werden!</p>
<p>Der erste Teil des Titels »Das Werdende, das ewig wirkt und lebt?« ist ein Zitat aus Faust I, am Ende werde ich das zum Ausklang etwas weiter zitieren. Das Thema ist also das Wechselspiel zwischen transendenten und trasienten Dingen und Ereignissen, beziehungsweise auch das Übergehen von einem ins andere.</p>
<p>Transzendet bedeutet dabei in meiner Verwendung, das Überschreiten oder Hinausgehen über bestimmte Grenzen. Etwas konkrete meine ich hier zwei Dimensionien: zeitlich, also Dinge, die über den Zeithorizont etwa eines Menschen oder einer Generation gehen sowie in einem materiellen Sinne; also Dinge die das materielle transzendieren, also überschreiten. Das kann eine spirituelle Bedeutung haben, aber auch eine philosopische, etwa nach Kant. Denken wir an Dinge, die jenseits der Erfahrung und des Verstands existieren oder etwas banaler, solche die nicht materiell greifbar sind, aber dennoch von Dauer. Ich werde das gleich anhand einiger Beispiele deutlicher machen.</p>
<p>Transient ist nun fast das Gegenteil, also Dinge oder Ereignisse, die relativ schnell vergehen, die also im Moment sind und wenig bleibende Spuren hinterlassen. Dies kann sich, wie gesagt, sowohl auf materielle wie auch geistige Aspekte beziehen.</p>
<p>Mich beschäftigt dieses Thema nun seit einiger Zeit, weil ich glaube, dass in menschlichen Kulturen sowie im individuellen Erleben diese Aspekte der Transzendenz oder des Vergehens sehr bestimmende Faktoren sein können, ohne dabei jetzt eine konkrete Wertung einbringen zu wollen. Und zwar darum, weil diese von der konkreten Ausprägung aber auch von den individuellen Werten abhängig ist.</p>
<p>In dieser Episode werde ich versuchen, diese Spannung an einer Reihe von Beispielen deutlich zu machen:</p>
<ul>
<li>Momente in der Zeit</li>
<li>Theater- oder Musik-Aufführungen</li>
<li>Bilder</li>
<li>Kunst</li>
<li>Gegenstände des Alltags</li>
<li>Wissenschaft</li>
<li>Philosophie — Karl Poppers Welt 3</li>
<li>Mode und Kultur</li>
<li>Gruppe vs. Individuum</li>
</ul>
<p>Was geschieht mit Gesellschaften, die von Transzendenz dominiert sind, und mit solchen, die sie versuchen vollständig aus der Welt zu vertreiben und dann feststellt, dass viele Menschen ohne das Transzendente nicht leben können und sich dann aus dem Bauchladen der Beliebigkeit Themen suchen, die sie religiös überladen?</p>

<p>“Whatever the cause, a time horizon extending beyond the lifetime of the individual becomes a spontaneous moral control on individual action, analogous to moral constraints extending in space at a given time.”, Thomas Sowell</p>

<p>Wo stehen wir in der Welt? Wie gehen wir mit diesem Konflikt um?</p>

<p>»Erfreut euch der lebendig reichen Schöne!<br>
Das Werdende, das ewig wirkt und lebt,<br>
Umfass euch mit der Liebe holden Schranken,<br>
Und was in schwankender Erscheinung schwebt,<br>
Befestigt mit dauernden Gedanken!« , Faust I</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/128-aufbruch_in_die_moderne/'>Episode 128:</a> Aufbruch in die Moderne — Der Mann, der die Welt erfindet!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/124-zeitlos/'>Episoce 124:</a> Zeitlos
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit  Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/098-ist_gott_tot_steinmann/'>Episode 98: </a>Ist Gott tot? Ein philosophisches Gespräch mit Jan Juhani Steinmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/066-selbstverbesserung_anna_schaffner/'>Episode 66:</a> Selbstverbesserung — ein Gespräch mit Prof. Anna Schaffner
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/057-konservativ_und_progressiv/'>Episode 57:</a> Konservativ UND Progressiv
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55:</a> Strukturen der Welt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/050-geburt_der_gegenwart_achim_landwehr/'>Episode 50:</a> Die Geburt der Gegenwart und die Entdeckung der Zukunft — ein Gespräch mit Prof. Achim Landwehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/049-extended_mind/'>Episode 49:</a> Wo denke ich? Reflexionen über den »undichten« Geist
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/043-deep_fakes-wer_bist_du/'>Episode 43:</a> Deep Fakes: Wer bist du, und – was passiert da eigentlich?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/026-was_kann_politik_leisten-christoph_chorherr/'>Episode 26:</a> Was kann Politik (noch) leisten? Ein Gespräch mit Christoph Chorherr
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://www.amazon.de/Hexenmeister-oder-Zauberlehrling-Wissensgesellschaft-Krise/dp/3903583103'>Alexander Schatten, Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise (2025)</a></li>
<li>Johann Wolfgang von Goethe, Faust I (1808)</li>
<li>Karl Popper, Objective Knowledge: An Evolutionary Approach, Oxford University Press, Revised Edition (1979)</li>
<li>Thomas Sowell, Knowledge and Decision, Basic Books (1996)</li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
        <enclosure url="https://mcdn.podbean.com/mf/web/xb98nji5cruwqgzq/134-tranzendent_transient.mp3" length="27069136" type="audio/mpeg"/>
        <itunes:summary>Dies ist wieder eine kurze Episode der konstruktiven Irritation. Ich möchte ein paar Gedanken teilen und wieder möglichst wenig eigene Wertung geben, sondern mögliche Aspekte aufzeigen und Fragen stellen. Selbstverständlich wird es auch diesmal nicht vollständig sein, aber hoffentlich zum Weiterdenken anregen.

Mein neues Buch: Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise kann vorbestellt werden!

Der erste Teil des Titels »Das Werdende, das ewig wirkt und lebt?« ist ein Zitat aus Faust I, am Ende werde ich das zum Ausklang etwas weiter zitieren. Das Thema ist also das Wechselspiel zwischen transendenten und trasienten Dingen und Ereignissen, beziehungsweise auch das Übergehen von einem ins andere.

Transzendet bedeutet dabei in meiner Verwendung, das Überschreiten oder Hinausgehen über bestimmte Grenzen. Etwas konkrete meine ich hier zwei Dimensionien: zeitlich, also Dinge, die über den Zeithorizont etwa eines Menschen oder einer Generation gehen sowie in einem materiellen Sinne; also Dinge die das materielle transzendieren, also überschreiten. Das kann eine spirituelle Bedeutung haben, aber auch eine philosopische, etwa nach Kant. Denken wir an Dinge, die jenseits der Erfahrung und des Verstands existieren oder etwas banaler, solche die nicht materiell greifbar sind, aber dennoch von Dauer. Ich werde das gleich anhand einiger Beispiele deutlicher machen.

Transient ist nun fast das Gegenteil, also Dinge oder Ereignisse, die relativ schnell vergehen, die also im Moment sind und wenig bleibende Spuren hinterlassen. Dies kann sich, wie gesagt, sowohl auf materielle wie auch geistige Aspekte beziehen.

Mich beschäftigt dieses Thema nun seit einiger Zeit, weil ich glaube, dass in menschlichen Kulturen sowie im individuellen Erleben diese Aspekte der Transzendenz oder des Vergehens sehr bestimmende Faktoren sein können, ohne dabei jetzt eine konkrete Wertung einbringen zu wollen. Und zwar darum, weil diese von der konkreten Ausprägung aber auch von den individuellen Werten abhängig ist.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
        <itunes:explicit>false</itunes:explicit>
        <itunes:block>No</itunes:block>
        <itunes:duration>1127</itunes:duration>
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        <itunes:episode>134</itunes:episode>
        <itunes:episodeType>full</itunes:episodeType>
            </item>
    <item>
        <title>133 — Desinformiere Dich! Ein Gespräch mit Jakob Schirrmacher</title>
        <itunes:title>133 — Desinformiere Dich! Ein Gespräch mit Jakob Schirrmacher</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/133-desinformation_schirrmacher/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/133-desinformation_schirrmacher/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 01 Sep 2025 05:00:00 +0200</pubDate>
        <guid isPermaLink="false">zukunftdenken.podbean.com/450903aa-7acc-3027-8ed3-adfa38c68572</guid>
                                    <description><![CDATA[<p>Der Titel dieser Episode lautet »Desinformiere Dich!« – orientiert sich am Buch meines Gastes, Jakob Schirrmacher. Es freut mich ganz besonders, Jakob zum Gespräch begrüßen zu dürfen.</p>
<p>Jakob Schirrmacher ist Referent für Medienbildung und Digitalisierung, Publizist und Gründer der NGO Free Speech Aid. Er beschäftigt sich mit Fragen rund um Meinungsfreiheit, Desinformation und den gesellschaftlichen Folgen digitaler Technologien. In seinen Essays – unter anderem für die WELT – analysiert er kritisch den Umgang von Politik und Medien mit Wahrheit und öffentlicher Debatte. Mit Free Speech Aid setzt er sich für mehr Meinungsfreiheit ein – und dafür, wie wir diese in Zeiten von Zensur- und Regulierungsdruck schützen können.</p>
<p>In dieser Episode sprechen wir über Wahrheit und das vermeintliche Gegenteil, die Desinformation. Aber tatsächlich geht es, glaube ich, um die fundamentalere Frage, wie man mit Unsicherheit und mit unterschiedlichen Einschätzungen der Welt umgeht. In diesem Gespräch verhandeln wir hauptsächlich die gesellschaftlich/politischen Komponenten, aber die wissenschaftliche Dimension ist ebenso offensichtlich und wird von uns auch angesprochen.</p>
<p>Wir beginnen mit der Frage, was eine moderne und offene Gesellschaft ausmacht, welche Rolle Individuum und Freiheit spielen und welche zahlreichen Angriffe auf die offene Gesellschaft und die Demokratie wir aktuell erleben. Was sollten wir als Bürger beachten und wie damit in der Zukunft umgehen?</p>
<p>Ist offener Diskurs eine Bedingung für eine moderne Gesellschaft? Warum ist ein Fokus auf das Individuum und individuelle Rechte von Bedeutung?</p>
<p>Was ist Wahrheit? Gibt es wesentliche Unterschiede zwischen Naturwissenschaft und Aspekten des individuellen gesellschaftlichen Lebens?</p>
»An important scientific innovation rarely makes its way by gradually winning over and converting its opponents: it rarely happens that Saul becomes Paul. What does happen is that its opponents gradually die out and that the growing generation is familiarized with the idea from the beginning…«, Max Planck
<p>Damit kommen wir zum Versuch der Definition verschiedener Begriffe und deren Etablierung in gesellschaftlichen Strukturen:</p>

<p>»Wer entscheidet eigentlich, was Desinformation ist?«</p>

<p>Was bedeutet der Begriff Desinformation eigentlich und wofür benötigen wir ihn? Ist er nützlich oder eher ein ideologischer Kampfbegriff – also selbst in einem gewissen Sinne Meta-Desinformation? Wie steht Desinformation in Bezug zum Begriff »Fake News«?</p>

<p>»Elias Canetti in Masse und Macht diagnostiziert hatte: Wenn ein Begriff zu viele Deutungsvarianten hat, kann er politisch umso leichter instrumentalisiert werden.«</p>

<p>Ist es also gar der Versuch, sprachlich Verwirrung zu stiften? Fallen viele Menschen gerade auf ein Machtspiel herein, das durch Umdefinition und immer neue Begriffsverwirrungen gespielt wird?</p>

<p>»Es ist ein Herrschaftsinstrument – wir sehen, welche Maßnahmen ergriffen werden, um Desinformation einzudämmen.«</p>

<p>Handelt es sich nur um einen wenig relevanten akademischen Diskurs, oder hat diese Frage konkrete Folgen für unsere Gesellschaft?</p>

<p>»Der Umbau unserer Informationslandschaft ist schon lange im Gange«</p>

<p>Wir diskutieren dies anhand konkreter Gesetzesvorhaben. Was ist der Digital Services Act und das vorausgehende Netzwerkdurchsetzungsgesetz – beide im Grunde Made in Germany?</p>

<p>»D.h. die Regulierung, die wir heute sehen, ist eigentlich ein deutsches Produkt.«</p>

<p>Sollte Deutschland stolz darauf sein? Oder erleben wir eher einen schweren Angriff auf Freiheitsrechte, die Vorbildwirkung für zahlreiche totalitäre Staaten haben? Wurde mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz außerdem ein weiterer Begriff etabliert, oder gar erfunden, nämlich Hate Speech oder Hassrede im Deutschen?</p>
<p>Welche schwerwiegenden (negativen) Folgen, wie Overblocking, haben diese Regularien für die freie Meinungsäußerung im Netz?</p>
<p>Wird also das, was in demokratischen Gesellschaften eigentlich ein Tabu ist – Zensur – durch geschickte, aber perfide Regulierung und Anreizsysteme an Internetplattformen ausgelagert?</p>
<p>Ist auch Hassrede ein Gummibegriff, der wenig nützt, aber viel Schaden anrichtet? Wie haben wir die stetige Krisenrhetorik zu bewerten, mit der vermeintlich harte Maßnahmen und immer neue Gesetze gerechtfertigt werden?</p>

<p>»Die Erfahrung zeigt, dass Gesetze und Verordnungen nur selten wieder abgeschafft werden, sobald Machtstrukturen erst einmal gefestigt sind.«</p>

<p>Wird mit Angst (durch tatsächliche oder vermeintliche Krisen ausgelöst) gearbeitet, um immer härtere Maßnahmen umzusetzen, die aber unsere Demokratie und die offene Gesellschaft untergraben und zersetzen?</p>
<p>Nicht nur langfristige Effekte sind zu bedenken: Nur weil sich etwas gut anhört, bedeutet das noch lange nicht, dass es auch das Ziel erreicht, beziehungsweise mit angemessenen Nebenwirkungen erreicht.</p>

<p>»Lofty goals have long distracted attention from actual consequences«, Tom Sowell</p>

<p>Im Extremfall der Cancel Culture brauchen wir oftmals gar keine Gesetze mehr:</p>

<p>»Wir schaffen ein soziales Klima, das auf bestimmte Fragen dermaßen emotional reagiert, dass […] man sofort in eine Ecke geschoben wird. Da wollen die wenigsten rein und dann sagt man besser nichts.«</p>

<p>Immer mehr wird direkt oder indirekt »nach oben« delegiert, und führt zu immer stärkerer Machtansammlung. Davor hat Karl Popper, der Autor der »Offenen Gesellschaft«, aber schon vor Jahrzehnten eindringlich gewarnt:</p>

<p>»Das Wichtigste ist es, all jenen großen Propheten zu misstrauen, die eine Patentlösung in der Tasche haben, und euch sagen, wenn ihr mir nur volle Gewalt gebt, dann werde ich euch in den Himmel führen. Die Antwort darauf ist: Wir geben niemandem volle Gewalt über uns, wir wollen, dass die Gewalt auf ein Minimum reduziert wird. Gewalt ist selbst ein Übel. Und wir können nicht ein Übel mit einem anderen austreiben.«</p>
<p>[…] </p>
<p>»Die Grundidee der Demokratie ist es, die Macht zu beschränken.«</p>

<p>Warum schauen so viele Menschen tatenlos zu, wie unsere Demokratie substanziell beschädigt wird?</p>

<p>»Wir haben es uns schon bequem gemacht in unserer Demokratie und sind mittlerweile in Strukturen angekommen, in denen es relativ unsexy geworden ist, gegen den Staat zu sein.«</p>

<p>Besonders kritisch wird es, wenn man die Rolle betrachtet, die der Journalismus spielen sollte. Staatskritisch zu agieren ist das Kerngeschäft von politischen Journalisten. Stellen sich aber nicht weite Teile des Journalismus immer stärker als Bollwerk vor den Staat und verteidigen alle möglichen staatlichen Übergriffe?</p>
<p>Was ist die Rolle, die der Staat in einer offenen Gesellschaft einnehmen sollte? Haben wir uns zum Nanny-Staat entwickelt, den wir bei allem und jedem um Erlaubnis fragen, statt Eigeninitiative zu entwickeln? Sind wir als Untertanen sozialisiert worden und haben vergessen, dass die Idee der offenen Gesellschaft war, dass wir frei sind und dass der Staat die Aufgabe hat, uns maximale individuelle Freiheit zu ermöglichen, die staatlichen Übergriffe auf ein absolutes Mindestmaß zu reduzieren?</p>
<p>Haben wir den kritischen Umgang mit Herrschaftsstrukturen verlernt? Wie sieht das über Generationen aus? Woher kommt diese Hörigkeit?</p>
<p>Was macht die ständige Krisenrhetorik mit uns, besonders auch mit jüngeren Menschen – selbst wenn es dafür oftmals wenig Grund gibt? Sind wir krisenmüde geworden? Wird das strategisch eingesetzt, um uns zu zermürben?</p>
<p>Ist das Internet eine unfassbar mächtige Manipulationsmaschine? Oder ist das alles übertrieben? Was ist der Censorship-Industrial-Complex? Warum hat das mit klassischer Zensur weniger zu tun, war aber – gerade unter einer vermeintlich liberalen Regierung in den USA – ein etabliertes Mittel, um Information zu unterdrücken, die staatlichen Stellen oder bestimmten Eliten nicht in den Kram gepasst hat?</p>
<p>Cambridge Analytica und Konsorten werden als Beispiel für die Macht der Wahlbeeinflussung diskutiert, oder handelt es sich eher um einen millionenschweren Marketing-Gag? Ist dieser Desinformationshype ein Geldsegen für soziale Medien? Wenn man angeblich über die Mechanismen der Internetdienste den Wahlausgang verändern kann, dann wird es wohl auch dazu reichen, mehr Cola zu verkaufen.</p>
<p>Sind die Menschen nur Schafe, die schlicht dem nächsten Propagandisten folgen? Brauchen wir daher die Experten, die diese Schafe mit der richtigen Wahrheit auf den guten Weg führen?</p>
<p>Wozu dann aber Demokratie – dann können wir das mühsame Getue auch gleich abschaffen und die Experten entscheiden lassen, oder? Was haben wir von NGOs zu halten, die in erheblichem Umfang von staatlichen Mitteln leben, aber vorgeben, im Interesse der »Zivilgesellschaft« zu handeln? Was hat es mit dem sogenannten post-faktischen Zeitalter auf sich?</p>
<p>Welche Rolle spielen hier die verschiedenen Akteure? Von Regierungsorganisationen über Medien, Internetdienste, selbst ernannte Faktenchecker, sogenannte NGOs und viele andere mehr.</p>

<p>»Man schafft es, den Eindruck zu erwecken, dass bestimmte Perspektiven aus der Mitte der Gesellschaft kommen, schlussendlich ist es aber genau das Gegenteil der Fall.«</p>

<p>Wie sieht es mit der Lüge aus – soll diese verboten werden, oder hat der Mensch gar ein Recht zu lügen? Ist es manchmal vielleicht sogar Pflicht zu lügen?</p>

<p>»In einer offenen Gesellschaft ist nicht die Lüge selbst das größte Risiko, sondern die Existenz einer Institution, die das ausschließliche Recht hat, Wahrheit zu definieren. […] Wer heute Lügen verbieten will, schafft morgen den Präzedenzfall für das Verbot unbequemer Wahrheiten«</p>

<p>Zum Abschluss: Wie hat sich die Medienlandschaft über die letzten Jahrzehnten verändert – Frank Schirrmacher, Jakobs Vater, war ja Herausgeber der FAZ. Dazu ein Zitat von Hanns Joachim Friedrichs, das wie aus der Zeit gefallen wirkt:</p>

<p>»Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache.«</p>

<p>Wo gilt das heute noch? Es scheinen eher Haltung und Aktivismus, als die Suche nach der Wahrheit zu gelten – manchmal sogar verblüffend offen ausgesprochen, wie etwa von Katherine Maher, CEO von NPR, über Wikipedia:</p>

<p>»The people who write these articles, they are not focused on the truth. They are focused on something else: what is the best that we can know right now […] Perhaps for our most tricky disagreements, seeking the truth and seeking to convince others of the truth, might not be the right place to start.«</p>
<p>»I think our reverence for the truth might have become a bit of a distraction that is preventing us from finding consensus and getting important things done.«</p>

<p>Findet die Reibung, der Versuch, Wahrheit zu finden, sich ernsthaft mit harten Themen auseinanderzusetzen, in den früheren Leitmedien oder gar im ÖRR noch statt? Oder erleben wir in Medien und Politik eine Konsenskultur statt harter thematischer Arbeit?</p>
<p>Werden Medienorganisationen, die sich früher selbst ernst genommen haben und tatsächlich eine wesentliche Rolle in der Gesellschaft gespielt haben, immer mehr zu polarisierenden und nicht ernst zu nehmenden Randerscheinungen? Denken wir an das Etablieren von Fact-Checking bei der BBC?</p>

<p>»Der Journalismus, wie wir ihn kennen, hat sich stark entkernt.«</p>

<p>Ist die zunehmende »Demokratisierung« der Medienlandschaft – damit auch der Bedeutungsverlust klassischer Medien – eine positive oder negative Entwicklung?</p>

<p>»Mein Vater [Frank Schirrmacher] hat mir früher immer gesagt: So lange wird es die FAZ nicht mehr geben.«</p>

<p>Wo laufen wir als Gesellschaft hin, und was können wir selbst tun, um die Situation zu verbessern?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Weitere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/131-wot_se_fack_ebert/'>Episode 131:</a> Wot Se Fack, Deutschland? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/130-populismus_hesse/'>Episode 130:</a> Populismus und (Ordo)liberalismus, ein Gespräch mit Nils Hesse
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/117-der_humpelnde_staat_christoph_kletzer/'>Episode 117:</a> Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/111-macht_bauer_jelinek/'>Episode 111:</a> Macht. Ein Gespräch mit Christine Bauer-Jelinek
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/094-systemisch_gesellschaft_verwundbarkeit_saurugg/'>Episode 94:</a> Systemisches Denken und gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/093-covid_stille_jan_david_zimmermann/'>Episode 93:</a> Covid. Die unerklärliche Stille nach dem Sturm. Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
</ul>
<p>Jakob Schirrmacher </p>
<ul>
<li><a href='https://www.amazon.de/dp/B0F6D852TK'>Jakob Schirrmacher, Desinformiere dich! Eine Streitschrift</a></li>
<li><a href='https://x.com/Comium_j'>Jakob Schirrmacher auf X</a></li>
<li><a href='https://freespeechaid.de'>Free Speech Aid NGO</a></li>
<li><a href='https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/frank-schirrmacher/'>Frank Schirrmacher (FAZ)</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>Thomas Sowell, Knowledge and Decision, Basic Books (1996)</li>
<li>Karl Popper, die offene Gesellschaft und ihre Feinde 1 &amp; 2, Routledge (1945)</li>
<li>Max Planck Zitat: The Philosophy of Physics Chapter III (p. 97) W.W. Norton &amp; Company, Inc. New York, New York, USA. 1936</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=OaiZq5Tarb4&amp;t=9s'>Whistleblower der Cambridge Analytica – Brittany Kaiser im Interview; SRF Sternstunde Philosophie (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.congress.gov/event/119th-congress/house-event/117881'>Matt Taibi, Michael Shellenberger, Censorship-Industrial-Complex, US Congress</a></li>
<li><a href='https://eupinions.eu/de/blog/was-denken-sie-ueber-europa'>EU-Umfragen, was denkt Europa</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=rkhrf5MNYRk'>Streisand Effekt (Reason, Unintended Consequences)</a></li>
<li><a href='https://www.hanns-joachim-friedrichs.de'>Hanns Joachim Friedrichs</a></li>
<li><a href='https://www.ted.com/talks/katherine_maher_what_wikipedia_teaches_us_about_balancing_truth_and_beliefs'>Katherine Maher, CEO von NPR, What Wikipedia teaches us about balancing truth and beliefs, TED Talk (2021)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Der Titel dieser Episode lautet »Desinformiere Dich!« – orientiert sich am Buch meines Gastes, Jakob Schirrmacher. Es freut mich ganz besonders, Jakob zum Gespräch begrüßen zu dürfen.</p>
<p>Jakob Schirrmacher ist Referent für Medienbildung und Digitalisierung, Publizist und Gründer der NGO Free Speech Aid. Er beschäftigt sich mit Fragen rund um Meinungsfreiheit, Desinformation und den gesellschaftlichen Folgen digitaler Technologien. In seinen Essays – unter anderem für die WELT – analysiert er kritisch den Umgang von Politik und Medien mit Wahrheit und öffentlicher Debatte. Mit Free Speech Aid setzt er sich für mehr Meinungsfreiheit ein – und dafür, wie wir diese in Zeiten von Zensur- und Regulierungsdruck schützen können.</p>
<p>In dieser Episode sprechen wir über Wahrheit und das vermeintliche Gegenteil, die Desinformation. Aber tatsächlich geht es, glaube ich, um die fundamentalere Frage, wie man mit Unsicherheit und mit unterschiedlichen Einschätzungen der Welt umgeht. In diesem Gespräch verhandeln wir hauptsächlich die gesellschaftlich/politischen Komponenten, aber die wissenschaftliche Dimension ist ebenso offensichtlich und wird von uns auch angesprochen.</p>
<p>Wir beginnen mit der Frage, was eine moderne und offene Gesellschaft ausmacht, welche Rolle Individuum und Freiheit spielen und welche zahlreichen Angriffe auf die offene Gesellschaft und die Demokratie wir aktuell erleben. Was sollten wir als Bürger beachten und wie damit in der Zukunft umgehen?</p>
<p>Ist offener Diskurs eine Bedingung für eine moderne Gesellschaft? Warum ist ein Fokus auf das Individuum und individuelle Rechte von Bedeutung?</p>
<p>Was ist Wahrheit? Gibt es wesentliche Unterschiede zwischen Naturwissenschaft und Aspekten des individuellen gesellschaftlichen Lebens?</p>
»An important scientific innovation rarely makes its way by gradually winning over and converting its opponents: it rarely happens that Saul becomes Paul. What does happen is that its opponents gradually die out and that the growing generation is familiarized with the idea from the beginning…«, Max Planck
<p>Damit kommen wir zum Versuch der Definition verschiedener Begriffe und deren Etablierung in gesellschaftlichen Strukturen:</p>

<p>»Wer entscheidet eigentlich, was Desinformation ist?«</p>

<p>Was bedeutet der Begriff Desinformation eigentlich und wofür benötigen wir ihn? Ist er nützlich oder eher ein ideologischer Kampfbegriff – also selbst in einem gewissen Sinne Meta-Desinformation? Wie steht Desinformation in Bezug zum Begriff »Fake News«?</p>

<p>»Elias Canetti in Masse und Macht diagnostiziert hatte: Wenn ein Begriff zu viele Deutungsvarianten hat, kann er politisch umso leichter instrumentalisiert werden.«</p>

<p>Ist es also gar der Versuch, sprachlich Verwirrung zu stiften? Fallen viele Menschen gerade auf ein Machtspiel herein, das durch Umdefinition und immer neue Begriffsverwirrungen gespielt wird?</p>

<p>»Es ist ein Herrschaftsinstrument – wir sehen, welche Maßnahmen ergriffen werden, um Desinformation einzudämmen.«</p>

<p>Handelt es sich nur um einen wenig relevanten akademischen Diskurs, oder hat diese Frage konkrete Folgen für unsere Gesellschaft?</p>

<p>»Der Umbau unserer Informationslandschaft ist schon lange im Gange«</p>

<p>Wir diskutieren dies anhand konkreter Gesetzesvorhaben. Was ist der Digital Services Act und das vorausgehende Netzwerkdurchsetzungsgesetz – beide im Grunde Made in Germany?</p>

<p>»D.h. die Regulierung, die wir heute sehen, ist eigentlich ein deutsches Produkt.«</p>

<p>Sollte Deutschland stolz darauf sein? Oder erleben wir eher einen schweren Angriff auf Freiheitsrechte, die Vorbildwirkung für zahlreiche totalitäre Staaten haben? Wurde mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz außerdem ein weiterer Begriff etabliert, oder gar erfunden, nämlich Hate Speech oder Hassrede im Deutschen?</p>
<p>Welche schwerwiegenden (negativen) Folgen, wie Overblocking, haben diese Regularien für die freie Meinungsäußerung im Netz?</p>
<p>Wird also das, was in demokratischen Gesellschaften eigentlich ein Tabu ist – Zensur – durch geschickte, aber perfide Regulierung und Anreizsysteme an Internetplattformen ausgelagert?</p>
<p>Ist auch Hassrede ein Gummibegriff, der wenig nützt, aber viel Schaden anrichtet? Wie haben wir die stetige Krisenrhetorik zu bewerten, mit der vermeintlich harte Maßnahmen und immer neue Gesetze gerechtfertigt werden?</p>

<p>»Die Erfahrung zeigt, dass Gesetze und Verordnungen nur selten wieder abgeschafft werden, sobald Machtstrukturen erst einmal gefestigt sind.«</p>

<p>Wird mit Angst (durch tatsächliche oder vermeintliche Krisen ausgelöst) gearbeitet, um immer härtere Maßnahmen umzusetzen, die aber unsere Demokratie und die offene Gesellschaft untergraben und zersetzen?</p>
<p>Nicht nur langfristige Effekte sind zu bedenken: Nur weil sich etwas gut anhört, bedeutet das noch lange nicht, dass es auch das Ziel erreicht, beziehungsweise mit angemessenen Nebenwirkungen erreicht.</p>

<p>»Lofty goals have long distracted attention from actual consequences«, Tom Sowell</p>

<p>Im Extremfall der Cancel Culture brauchen wir oftmals gar keine Gesetze mehr:</p>

<p>»Wir schaffen ein soziales Klima, das auf bestimmte Fragen dermaßen emotional reagiert, dass […] man sofort in eine Ecke geschoben wird. Da wollen die wenigsten rein und dann sagt man besser nichts.«</p>

<p>Immer mehr wird direkt oder indirekt »nach oben« delegiert, und führt zu immer stärkerer Machtansammlung. Davor hat Karl Popper, der Autor der »Offenen Gesellschaft«, aber schon vor Jahrzehnten eindringlich gewarnt:</p>

<p>»Das Wichtigste ist es, all jenen großen Propheten zu misstrauen, die eine Patentlösung in der Tasche haben, und euch sagen, wenn ihr mir nur volle Gewalt gebt, dann werde ich euch in den Himmel führen. Die Antwort darauf ist: Wir geben niemandem volle Gewalt über uns, wir wollen, dass die Gewalt auf ein Minimum reduziert wird. Gewalt ist selbst ein Übel. Und wir können nicht ein Übel mit einem anderen austreiben.«</p>
<p>[…] </p>
<p>»Die Grundidee der Demokratie ist es, die Macht zu beschränken.«</p>

<p>Warum schauen so viele Menschen tatenlos zu, wie unsere Demokratie substanziell beschädigt wird?</p>

<p>»Wir haben es uns schon bequem gemacht in unserer Demokratie und sind mittlerweile in Strukturen angekommen, in denen es relativ unsexy geworden ist, gegen den Staat zu sein.«</p>

<p>Besonders kritisch wird es, wenn man die Rolle betrachtet, die der Journalismus spielen sollte. Staatskritisch zu agieren ist das Kerngeschäft von politischen Journalisten. Stellen sich aber nicht weite Teile des Journalismus immer stärker als Bollwerk vor den Staat und verteidigen alle möglichen staatlichen Übergriffe?</p>
<p>Was ist die Rolle, die der Staat in einer offenen Gesellschaft einnehmen sollte? Haben wir uns zum Nanny-Staat entwickelt, den wir bei allem und jedem um Erlaubnis fragen, statt Eigeninitiative zu entwickeln? Sind wir als Untertanen sozialisiert worden und haben vergessen, dass die Idee der offenen Gesellschaft war, dass wir frei sind und dass der Staat die Aufgabe hat, uns maximale individuelle Freiheit zu ermöglichen, die staatlichen Übergriffe auf ein absolutes Mindestmaß zu reduzieren?</p>
<p>Haben wir den kritischen Umgang mit Herrschaftsstrukturen verlernt? Wie sieht das über Generationen aus? Woher kommt diese Hörigkeit?</p>
<p>Was macht die ständige Krisenrhetorik mit uns, besonders auch mit jüngeren Menschen – selbst wenn es dafür oftmals wenig Grund gibt? Sind wir krisenmüde geworden? Wird das strategisch eingesetzt, um uns zu zermürben?</p>
<p>Ist das Internet eine unfassbar mächtige Manipulationsmaschine? Oder ist das alles übertrieben? Was ist der Censorship-Industrial-Complex? Warum hat das mit klassischer Zensur weniger zu tun, war aber – gerade unter einer vermeintlich liberalen Regierung in den USA – ein etabliertes Mittel, um Information zu unterdrücken, die staatlichen Stellen oder bestimmten Eliten nicht in den Kram gepasst hat?</p>
<p>Cambridge Analytica und Konsorten werden als Beispiel für die Macht der Wahlbeeinflussung diskutiert, oder handelt es sich eher um einen millionenschweren Marketing-Gag? Ist dieser Desinformationshype ein Geldsegen für soziale Medien? Wenn man angeblich über die Mechanismen der Internetdienste den Wahlausgang verändern kann, dann wird es wohl auch dazu reichen, mehr Cola zu verkaufen.</p>
<p>Sind die Menschen nur Schafe, die schlicht dem nächsten Propagandisten folgen? Brauchen wir daher die Experten, die diese Schafe mit der richtigen Wahrheit auf den guten Weg führen?</p>
<p>Wozu dann aber Demokratie – dann können wir das mühsame Getue auch gleich abschaffen und die Experten entscheiden lassen, oder? Was haben wir von NGOs zu halten, die in erheblichem Umfang von staatlichen Mitteln leben, aber vorgeben, im Interesse der »Zivilgesellschaft« zu handeln? Was hat es mit dem sogenannten post-faktischen Zeitalter auf sich?</p>
<p>Welche Rolle spielen hier die verschiedenen Akteure? Von Regierungsorganisationen über Medien, Internetdienste, selbst ernannte Faktenchecker, sogenannte NGOs und viele andere mehr.</p>

<p>»Man schafft es, den Eindruck zu erwecken, dass bestimmte Perspektiven aus der Mitte der Gesellschaft kommen, schlussendlich ist es aber genau das Gegenteil der Fall.«</p>

<p>Wie sieht es mit der Lüge aus – soll diese verboten werden, oder hat der Mensch gar ein Recht zu lügen? Ist es manchmal vielleicht sogar Pflicht zu lügen?</p>

<p>»In einer offenen Gesellschaft ist nicht die Lüge selbst das größte Risiko, sondern die Existenz einer Institution, die das ausschließliche Recht hat, Wahrheit zu definieren. […] Wer heute Lügen verbieten will, schafft morgen den Präzedenzfall für das Verbot unbequemer Wahrheiten«</p>

<p>Zum Abschluss: Wie hat sich die Medienlandschaft über die letzten Jahrzehnten verändert – Frank Schirrmacher, Jakobs Vater, war ja Herausgeber der FAZ. Dazu ein Zitat von Hanns Joachim Friedrichs, das wie aus der Zeit gefallen wirkt:</p>

<p>»Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache.«</p>

<p>Wo gilt das heute noch? Es scheinen eher Haltung und Aktivismus, als die Suche nach der Wahrheit zu gelten – manchmal sogar verblüffend offen ausgesprochen, wie etwa von Katherine Maher, CEO von NPR, über Wikipedia:</p>

<p>»The people who write these articles, they are not focused on the truth. They are focused on something else: what is the best that we can know right now […] Perhaps for our most tricky disagreements, seeking the truth and seeking to convince others of the truth, might not be the right place to start.«</p>
<p>»I think our reverence for the truth might have become a bit of a distraction that is preventing us from finding consensus and getting important things done.«</p>

<p>Findet die Reibung, der Versuch, Wahrheit zu finden, sich ernsthaft mit harten Themen auseinanderzusetzen, in den früheren Leitmedien oder gar im ÖRR noch statt? Oder erleben wir in Medien und Politik eine Konsenskultur statt harter thematischer Arbeit?</p>
<p>Werden Medienorganisationen, die sich früher selbst ernst genommen haben und tatsächlich eine wesentliche Rolle in der Gesellschaft gespielt haben, immer mehr zu polarisierenden und nicht ernst zu nehmenden Randerscheinungen? Denken wir an das Etablieren von Fact-Checking bei der BBC?</p>

<p>»Der Journalismus, wie wir ihn kennen, hat sich stark entkernt.«</p>

<p>Ist die zunehmende »Demokratisierung« der Medienlandschaft – damit auch der Bedeutungsverlust klassischer Medien – eine positive oder negative Entwicklung?</p>

<p>»Mein Vater [Frank Schirrmacher] hat mir früher immer gesagt: So lange wird es die FAZ nicht mehr geben.«</p>

<p>Wo laufen wir als Gesellschaft hin, und was können wir selbst tun, um die Situation zu verbessern?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Weitere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/131-wot_se_fack_ebert/'>Episode 131:</a> Wot Se Fack, Deutschland? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/130-populismus_hesse/'>Episode 130:</a> Populismus und (Ordo)liberalismus, ein Gespräch mit Nils Hesse
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/117-der_humpelnde_staat_christoph_kletzer/'>Episode 117:</a> Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/111-macht_bauer_jelinek/'>Episode 111:</a> Macht. Ein Gespräch mit Christine Bauer-Jelinek
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/094-systemisch_gesellschaft_verwundbarkeit_saurugg/'>Episode 94:</a> Systemisches Denken und gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/093-covid_stille_jan_david_zimmermann/'>Episode 93:</a> Covid. Die unerklärliche Stille nach dem Sturm. Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
</ul>
<p>Jakob Schirrmacher </p>
<ul>
<li><a href='https://www.amazon.de/dp/B0F6D852TK'>Jakob Schirrmacher, Desinformiere dich! Eine Streitschrift</a></li>
<li><a href='https://x.com/Comium_j'>Jakob Schirrmacher auf X</a></li>
<li><a href='https://freespeechaid.de'>Free Speech Aid NGO</a></li>
<li><a href='https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/frank-schirrmacher/'>Frank Schirrmacher (FAZ)</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>Thomas Sowell, Knowledge and Decision, Basic Books (1996)</li>
<li>Karl Popper, die offene Gesellschaft und ihre Feinde 1 &amp; 2, Routledge (1945)</li>
<li>Max Planck Zitat: The Philosophy of Physics Chapter III (p. 97) W.W. Norton &amp; Company, Inc. New York, New York, USA. 1936</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=OaiZq5Tarb4&amp;t=9s'>Whistleblower der Cambridge Analytica – Brittany Kaiser im Interview; SRF Sternstunde Philosophie (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.congress.gov/event/119th-congress/house-event/117881'>Matt Taibi, Michael Shellenberger, Censorship-Industrial-Complex, US Congress</a></li>
<li><a href='https://eupinions.eu/de/blog/was-denken-sie-ueber-europa'>EU-Umfragen, was denkt Europa</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=rkhrf5MNYRk'>Streisand Effekt (Reason, Unintended Consequences)</a></li>
<li><a href='https://www.hanns-joachim-friedrichs.de'>Hanns Joachim Friedrichs</a></li>
<li><a href='https://www.ted.com/talks/katherine_maher_what_wikipedia_teaches_us_about_balancing_truth_and_beliefs'>Katherine Maher, CEO von NPR, What Wikipedia teaches us about balancing truth and beliefs, TED Talk (2021)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Der Titel dieser Episode lautet »Desinformiere Dich!« – orientiert sich am Buch meines Gastes, Jakob Schirrmacher. Es freut mich ganz besonders, Jakob zum Gespräch begrüßen zu dürfen.

Jakob Schirrmacher ist Referent für Medienbildung und Digitalisierung, Publizist und Gründer der NGO Free Speech Aid. Er beschäftigt sich mit Fragen rund um Meinungsfreiheit, Desinformation und den gesellschaftlichen Folgen digitaler Technologien. In seinen Essays – unter anderem für die WELT – analysiert er kritisch den Umgang von Politik und Medien mit Wahrheit und öffentlicher Debatte. Mit Free Speech Aid setzt er sich für mehr Meinungsfreiheit ein – und dafür, wie wir diese in Zeiten von Zensur- und Regulierungsdruck schützen können.

In dieser Episode sprechen wir über Wahrheit und das vermeintliche Gegenteil, die Desinformation. Aber tatsächlich geht es, glaube ich, um die fundamentalere Frage, wie man mit Unsicherheit und mit unterschiedlichen Einschätzungen der Welt umgeht. In diesem Gespräch verhandeln wir hauptsächlich die gesellschaftlich/politischen Komponenten, aber die wissenschaftliche Dimension ist ebenso offensichtlich und wird von uns auch angesprochen.

Wir beginnen mit der Frage, was eine moderne und offene Gesellschaft ausmacht, welche Rolle Individuum und Freiheit spielen und welche zahlreichen Angriffe auf die offene Gesellschaft und die Demokratie wir aktuell erleben. Was sollten wir als Bürger beachten und wie damit in der Zukunft umgehen?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episodeType>full</itunes:episodeType>
            </item>
    <item>
        <title>132 — Fragen an die künstliche Intelligenz — eine konstruktive Irritation</title>
        <itunes:title>132 — Fragen an die künstliche Intelligenz — eine konstruktive Irritation</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/132-fragen_an_ki/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/132-fragen_an_ki/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 18 Aug 2025 05:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Was bringt die Zukunft der KI? Erleben wir gerade das Ende der Arbeit oder wird mit KI geradezu ein Ende der Stagnation (im Westen) eingeleitet? Wird uns KI befreien oder unterwerfen? Steht gar die Singularität vor der Tür?</p>
<p>All diese Fragen und Prognosen werde ich nicht beantworten, sondern werde vielmehr versuchen, sinnvolle Fragestellungen im Umfeld der KI zu entwickeln und versuchen sie in einen Kontext zu stellen.</p>
<p>Diese Folge wird also Fragen aufwerfen sie aber bewusst nicht beantworten. Es ist der Versuch (nach Ralph Ruthardt) einer konstruktiven Irritation. Sie soll helfen, zu neuen Ideen zu kommen, auch zu irritieren und zum Nachdenken anzuregen.</p>
<p>(Sollte ich die eine oder andere Frage doch versuchen zu beantworten, verzeihen Sie mir, dieser Podcast ist noch von Menschen, nicht von KI gemacht.)</p>
<p>Hörer werden unterschiedliche Antworten finden. Auch wird es zahlreiche Fragen und Aspekte geben, die ich nicht bedacht habe.</p>
<p>Teilen Sie Ihre Erkenntnisse und Kritik! Ein Posting auf X mit Referenz an mich wäre eine gute Möglichkeit, auch E-Mails sind gerne gesehen.</p>
<p>Hier noch einige Zitate aus der Episode im Original:</p>

<p> “big data all comes from the same place – the past.”, Rory Sutherland</p>

<p> </p>

<p>“I said that he was my superior in observation and deduction. If the art of the detective began and ended in reasoning from an arm-chair, my brother would be the greatest criminal agent that ever lived. But he has no ambition and no energy. He will not even go out of his way to verify his own solutions, and would rather be considered wrong than take the trouble to prove himself right. Again and again I have taken a problem to him, and have received an explanation which has afterwards proved to be the correct one. And yet he was absolutely incapable of working out the practical points which must be gone into before a case could be laid before a judge or jury.”, Sherlock Holmes</p>

<p> </p>

<p>“AI technology is exceptionally expensive, and to justify those costs, the technology must be able to solve complex problems, which it isn’t designed to do.”, Jim Covello</p>

<p> </p>

<p>“the US is currently placing its money on one huge bet: that AI will unleash a productivity revolution so great it will ultimately re-start the economy it’s presently impeding.” […] “Over the same three years that the AI revolution has been in full swing, labour productivity has grown at barely 1% a year, maintaining a decades-long trend of declining growth across Western countries.”, John Rapley</p>

<p> </p>

<p>»Die aufeinanderfolgenden neuen Waffensysteme zeichneten sich durch wachsende operative Schnelligkeit aus, beginnend mit operativen Entscheidungen […], und gerade diese wachsende Schnelligkeit brachte den prinzipiell unberechenbaren Zufallsfaktor ebenfalls ins Spiel. Das ließe sich wie folgt formulieren: ‘Unerhört schnelle Systeme begehen unerhört schnell Fehler.’ Dort wo Bruchteile von Sekunden […] entscheiden, ist es unmöglich, militärisch-strategische Gewissheit zu erzielen, oder anders: Man wird nicht mehr zwischen Sieg und Niederlage unterscheiden können.«, Stanislaw Lem</p>

<p> </p>

<p>»Die Politiker der parlamentarisch regierten Länder bewältigten schon im vergangenen Jahrhundert nicht einmal alle Probleme des eigenen Staates, geschweige denn die Weltprobleme, und darum hatten sie Berater. […] Mit der Zeit nahmen sie Computersysteme zu Hilfe, und zu spät erkannte man, daß die Menschen zu Sprachrohren ihrer Computer wurden. Sie meinten, sie selbst seien es, die die Dinge überdenken und Schlüsse ziehen […]. Doch tatsächlich operierten sie mit einem vom Rechenzentrum vorfabrizierten Material, und dieses Material bestimmte die menschlichen Entscheidungen.«, Stanislaw Lem</p>

<p> </p>

<p>“If the economy is an information-processing system, does that mean that every corporation is an artificial intelligence? If people are worried about out-of-control AI taking over the world and destroying everything, shouldn’t we have been trying to do something about them at least seventy years ago – and probably more like two hundred?”, Dan Davies</p>

<p> </p>

<p>"The Czar himself is powerless against the bureaucratic body; he can send any one of them to Siberia, but he cannot govern without them, or against their will. The experience of imperial China was very much the same.”, John Stuart Mill</p>

<p> </p>
<p>Referenzen</p>
<p><a href='https://x.com/alex_buzz'>Alexander Schatten auf X</a></p>
<p>Weitere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/129-rules_daston/'>Episode 129:</a> Rules, A Conversation with Prof. Lorraine Daston
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/128-aufbruch_in_die_moderne/'>Episode 128:</a> Aufbruch in die Moderne — Der Mann, der die Welt erfindet!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/122-komplexitaetsillusion_gigerenzer/'>Episode 122</a>: Komplexitätsillusion oder Heuristik, ein Gespräch mit Gerd Gigerenzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/121-kuenstliche_unintelligenz/'>Episode 121:</a> Künstliche Unintelligenz
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/119-spy_vs_spy/'>Episode 119:</a> Spy vs Spy: Über künstlicher Intelligenz und anderen Agenten
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/118-john_ioannidis_science/'>Episode 118:</a> Science and Decision Making under Uncertainty, A Conversation with Prof. John Ioannidis
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/103-nassim-taleb_ralph-zlabinger/'>Episode 103:</a> Schwarze Schwäne in Extremistan; die Welt des Nassim Taleb, ein Gespräch mit Ralph Zlabinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/100-mq-wissen-philipp_blom/'>Episode 100:</a> Live im MQ, Was ist Wissen. Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/071-stagnation_fortschritt-reflexion_leben/'>Episode 71</a>: Stagnation oder Fortschritt — eine Reflexion an der Geschichte eines Lebens
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/068-modelle_andreas_windisch/'>Episode 68:</a> Modelle und Realität, ein Gespräch mit Dr. Andreas Windisch
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/065-getting-nothing-done-2/'>Episode 65:</a> Getting Nothing Done — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Episode 64:</a> Getting Nothing Done — Teil 1
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>Frey, C. B., &amp; Osborne, M. A. (2013). The Future of Employment: How Susceptible Are Jobs to Computerisation? Oxford Martin School, University of Oxford</li>
<li>
Rory Sutherland, Alchemy, WH Allen (2021)
</li>
<li><a href='https://youtu.be/e9484gNpFF8?si=8zA8paEsPz5o8YSX'>Roger Penrose on AI and consciousness </a></li>
<li>Arthur Conan Dolye, The Adventure of the Greek Interpreter, Strand Magazine (1893)</li>
<li><a href='https://unherd.com/2025/08/is-the-ai-bubble-about-to-burst'>John Rapley, Is the AI Bubble about to Burst? Unherd (2025)</a></li>
<li><a href='https://www.goldmansachs.com/images/migrated/insights/pages/gs-research/gen-ai--too-much-spend%2C-too-little-benefit-/TOM_AI%202.0_ForRedaction.pdf'>GEN AI: To Much Spend, Too Little Benefit? Goldman Sachs (2024)</a></li>
<li>Stanislaw Lem, Waffensysteme des 21. Jahrhunderts (1983)</li>
<li>Dan Davies, The Unaccountability Machine, Why Big Systems Make Terrible Decisions - and How The World Lost its Mind, Profile Books (2024)</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/shorts/ppy_toLPeqQ'>Jeff Bezos on (industrial) bubbles (YouTube)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Was bringt die Zukunft der KI? Erleben wir gerade das Ende der Arbeit oder wird mit KI geradezu ein Ende der Stagnation (im Westen) eingeleitet? Wird uns KI befreien oder unterwerfen? Steht gar die Singularität vor der Tür?</p>
<p>All diese Fragen und Prognosen werde ich nicht beantworten, sondern werde vielmehr versuchen, sinnvolle Fragestellungen im Umfeld der KI zu entwickeln und versuchen sie in einen Kontext zu stellen.</p>
<p>Diese Folge wird also Fragen aufwerfen sie aber bewusst nicht beantworten. Es ist der Versuch (nach Ralph Ruthardt) einer konstruktiven Irritation. Sie soll helfen, zu neuen Ideen zu kommen, auch zu irritieren und zum Nachdenken anzuregen.</p>
<p><em>(Sollte ich die eine oder andere Frage doch versuchen zu beantworten, verzeihen Sie mir, dieser Podcast ist noch von Menschen, nicht von KI gemacht.)</em></p>
<p>Hörer werden unterschiedliche Antworten finden. Auch wird es zahlreiche Fragen und Aspekte geben, die ich nicht bedacht habe.</p>
<p>Teilen Sie Ihre Erkenntnisse und Kritik! Ein Posting auf X mit Referenz an mich wäre eine gute Möglichkeit, auch E-Mails sind gerne gesehen.</p>
<p>Hier noch einige Zitate aus der Episode im Original:</p>

<p> “big data all comes from the same place – the past.”, Rory Sutherland</p>

<p> </p>

<p>“I said that he was my superior in observation and deduction. If the art of the detective began and ended in reasoning from an arm-chair, my brother would be the greatest criminal agent that ever lived. But he has no ambition and no energy. He will not even go out of his way to verify his own solutions, and would rather be considered wrong than take the trouble to prove himself right. Again and again I have taken a problem to him, and have received an explanation which has afterwards proved to be the correct one. And yet he was absolutely incapable of working out the practical points which must be gone into before a case could be laid before a judge or jury.”, Sherlock Holmes</p>

<p> </p>

<p>“AI technology is exceptionally expensive, and to justify those costs, the technology must be able to solve complex problems, which it isn’t designed to do.”, Jim Covello</p>

<p> </p>

<p>“the US is currently placing its money on one huge bet: that AI will unleash a productivity revolution so great it will ultimately re-start the economy it’s presently impeding.” […] “Over the same three years that the AI revolution has been in full swing, labour productivity has grown at barely 1% a year, maintaining a decades-long trend of declining growth across Western countries.”, John Rapley</p>

<p> </p>

<p>»Die aufeinanderfolgenden neuen Waffensysteme zeichneten sich durch wachsende operative Schnelligkeit aus, beginnend mit operativen Entscheidungen […], und gerade diese wachsende Schnelligkeit brachte den prinzipiell unberechenbaren Zufallsfaktor ebenfalls ins Spiel. Das ließe sich wie folgt formulieren: ‘Unerhört schnelle Systeme begehen unerhört schnell Fehler.’ Dort wo Bruchteile von Sekunden […] entscheiden, ist es unmöglich, militärisch-strategische Gewissheit zu erzielen, oder anders: Man wird nicht mehr zwischen Sieg und Niederlage unterscheiden können.«, Stanislaw Lem</p>

<p> </p>

<p>»Die Politiker der parlamentarisch regierten Länder bewältigten schon im vergangenen Jahrhundert nicht einmal alle Probleme des eigenen Staates, geschweige denn die Weltprobleme, und darum hatten sie Berater. […] Mit der Zeit nahmen sie Computersysteme zu Hilfe, und zu spät erkannte man, daß die Menschen zu Sprachrohren ihrer Computer wurden. Sie meinten, sie selbst seien es, die die Dinge überdenken und Schlüsse ziehen […]. Doch tatsächlich operierten sie mit einem vom Rechenzentrum vorfabrizierten Material, und dieses Material bestimmte die menschlichen Entscheidungen.«, Stanislaw Lem</p>

<p> </p>

<p>“If the economy is an information-processing system, does that mean that every corporation is an artificial intelligence? If people are worried about out-of-control AI taking over the world and destroying everything, shouldn’t we have been trying to do something about them at least seventy years ago – and probably more like two hundred?”, Dan Davies</p>

<p> </p>

<p>"The Czar himself is powerless against the bureaucratic body; he can send any one of them to Siberia, but he cannot govern without them, or against their will. The experience of imperial China was very much the same.”, John Stuart Mill</p>

<p> </p>
<p>Referenzen</p>
<p><a href='https://x.com/alex_buzz'>Alexander Schatten auf X</a></p>
<p>Weitere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/129-rules_daston/'>Episode 129:</a> Rules, A Conversation with Prof. Lorraine Daston
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/128-aufbruch_in_die_moderne/'>Episode 128:</a> Aufbruch in die Moderne — Der Mann, der die Welt erfindet!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/122-komplexitaetsillusion_gigerenzer/'>Episode 122</a>: Komplexitätsillusion oder Heuristik, ein Gespräch mit Gerd Gigerenzer
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<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/121-kuenstliche_unintelligenz/'>Episode 121:</a> Künstliche Unintelligenz
</li>
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<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/119-spy_vs_spy/'>Episode 119:</a> Spy vs Spy: Über künstlicher Intelligenz und anderen Agenten
</li>
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<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/118-john_ioannidis_science/'>Episode 118:</a> Science and Decision Making under Uncertainty, A Conversation with Prof. John Ioannidis
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/103-nassim-taleb_ralph-zlabinger/'>Episode 103:</a> Schwarze Schwäne in Extremistan; die Welt des Nassim Taleb, ein Gespräch mit Ralph Zlabinger
</li>
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<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/100-mq-wissen-philipp_blom/'>Episode 100:</a> Live im MQ, Was ist Wissen. Ein Gespräch mit Philipp Blom
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<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/071-stagnation_fortschritt-reflexion_leben/'>Episode 71</a>: Stagnation oder Fortschritt — eine Reflexion an der Geschichte eines Lebens
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<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/068-modelle_andreas_windisch/'>Episode 68:</a> Modelle und Realität, ein Gespräch mit Dr. Andreas Windisch
</li>
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<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/065-getting-nothing-done-2/'>Episode 65:</a> Getting Nothing Done — Teil 2
</li>
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<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Episode 64:</a> Getting Nothing Done — Teil 1
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</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>Frey, C. B., &amp; Osborne, M. A. (2013). The Future of Employment: How Susceptible Are Jobs to Computerisation? Oxford Martin School, University of Oxford</li>
<li>
Rory Sutherland, Alchemy, WH Allen (2021)
</li>
<li><a href='https://youtu.be/e9484gNpFF8?si=8zA8paEsPz5o8YSX'>Roger Penrose on AI and consciousness </a></li>
<li>Arthur Conan Dolye, The Adventure of the Greek Interpreter, Strand Magazine (1893)</li>
<li><a href='https://unherd.com/2025/08/is-the-ai-bubble-about-to-burst'>John Rapley, Is the AI Bubble about to Burst? Unherd (2025)</a></li>
<li><a href='https://www.goldmansachs.com/images/migrated/insights/pages/gs-research/gen-ai--too-much-spend%2C-too-little-benefit-/TOM_AI%202.0_ForRedaction.pdf'>GEN AI: To Much Spend, Too Little Benefit? Goldman Sachs (2024)</a></li>
<li>Stanislaw Lem, Waffensysteme des 21. Jahrhunderts (1983)</li>
<li>Dan Davies, The Unaccountability Machine, Why Big Systems Make Terrible Decisions - and How The World Lost its Mind, Profile Books (2024)</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/shorts/ppy_toLPeqQ'>Jeff Bezos on (industrial) bubbles (YouTube)</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary>Was bringt die Zukunft der KI? Erleben wir gerade das Ende der Arbeit oder wird mit KI geradezu ein Ende der Stagnation (im Westen) eingeleitet? Wird uns KI befreien oder unterwerfen? Steht gar die Singularität vor der Tür?

All diese Fragen und Prognosen werde ich nicht beantworten, sondern werde vielmehr versuchen, sinnvolle Fragestellungen im Umfeld der KI zu entwickeln und versuchen sie in einen Kontext zu stellen.

Diese Folge wird also Fragen aufwerfen sie aber bewusst nicht beantworten. Es ist der Versuch (nach Ralph Ruthardt) einer konstruktiven Irritation. Sie soll helfen, zu neuen Ideen zu kommen, auch zu irritieren und zum Nachdenken anzuregen.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>131 — Wot Se Fack, Deutschland? Ein Gespräch mit Vince Ebert</title>
        <itunes:title>131 — Wot Se Fack, Deutschland? Ein Gespräch mit Vince Ebert</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/131-wot_se_fack_ebert/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/131-wot_se_fack_ebert/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 11 Aug 2025 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Offensichtlich habe ich Vince Ebert bei unserem letzten Gespräch nicht hinreichend abgeschreckt. Ich habe tatsächlich erneut die Freude, ihn zu einem Gespräch begrüßen zu dürfen! Der Titel der heutigen Episode folgt dem Buchtitel seines neuen Buches: »Wot Se Fack, Deutschland?« und statt Deutschland könnte ebenso – wie Vince Ebert im Gespräch erwähnt – Österreich stehen.  </p>
<p>Vince Ebert ist Diplom-Physiker und Kabarettist seit über 25 Jahren. In der ARD moderierte er jahrelang die Sendung „Wissen vor Acht“. Seine Bücher sind Bestseller und haben sich über eine Million Mal verkauft. Außerdem ist er einer der gefragtesten Vortragsredner Deutschlands.  </p>
<p>Das Buch von Vince Ebert erscheint am 14. August 2025, und ich wünsche an dieser Stelle natürlich viel Erfolg, denn dieses Buch ist es wert, gelesen zu werden!  </p>
<p>Weiters möchte ich erwähnen, dass zwischen der Aufnahme unseres Gesprächs und der Veröffentlichung bekannt wurde, dass Vince Ebert mit der Hayek-Medaille 2025 ausgezeichnet wird. – Herzliche Gratulation dazu!  </p>
<p>Diese Episode kreist um die Themen seines neuen Buches, beschränkt sich aber nicht darauf. Ich stelle zunächst die Frage, ob das Buch nachdenklicher als die früheren ist – oder ärgerlicher – oder ist es etwa eher Fassungslosigkeit, die man herausliest? Werfen wir unsere westlichen Werte und Errungenschaften ohne Not aus dem Fenster?  </p>

<p>»Tagtäglich prasseln Meldungen auf uns ein, die immer absurder, bizarrer und bedrückender werden.«</p>

<p>Warum bestätigen viele Menschen die Probleme und die Verrücktheit der Situation in Vier-Augen-Gesprächen, sind aber nicht bereit, dies im täglichen Leben auszudrücken und zu verändern?  </p>
<p>Gibt es wieder – wie früher in der DDR – eine private und eine öffentliche Meinung, die sich komplett von der privaten Meinung unterscheidet? Wie kann der Weckruf aussehen, um die Menschen, die den Großteil der Bevölkerung ausmachen, aus dieser Angststarre zu befreien?  </p>
<p>Wird der Sturm gar über uns hinwegziehen, wenn die Mehrheit der Menschen sich duckt und stillhält?  </p>
<p>Warum schweigen führende Manager, wenn offensichtlich verheerende Ideen in der Politik umgesetzt werden?  </p>

<p>»The fraud investigator Bill Black had coined the concept of a ‘criminogenic organisation’. It referred to an institution in which incentives and management systems were structurally designed to ensure that crimes would be committed.«, Dan Davies  </p>

<p>Müssen Mitarbeiter und Bürger zunehmend die Feigheit des opportunistischen Managements ausbaden? Gibt es nicht auch im Alltag immer weniger Mut, seine Ansicht auszudrücken und sich schlechten Ideen entgegenzustellen – vom Elternabend bis zum beruflichen Umfeld?  </p>
<p>Erleben wir einen solchen Tsunami an irren Ideen, dass die meisten Menschen davon überfordert sind? Gibt es eine Empörungserschöpfung?  </p>

<p>»Das nimmt uns Satirikern eigentlich den Job weg.«  </p>

<p>Kommen wir in ein neues Biedermeier? Werden die Narren, die häufig die Deutungshoheit zu haben scheinen, dadurch noch kecker?  </p>

<p>»Wenn die Vernünftigen den Diskurs verlassen, überlassen sie den Narren das Feld.«  </p>

<p>Die Krise, die wir erleben, scheint noch dazu im Kern hausgemacht und eben nicht von großen externen Problemen getrieben zu sein. Wie ist das zu erklären?  </p>
<p>Was sind die drei großen Baustellen, die wir nach wie vor ignorieren und die das Potenzial haben, unsere Nationen zu zerstören?  </p>
<ol>
<li>Bürokratie (»Wir müssen da jetzt eine Kommission gründen, für Bürokratieabbau«)  </li>
<li>Energieversorgung (siehe auch frühere Episode mit Vince Ebert)  </li>
<li>Migration (in beide Richtungen)  </li>
</ol>
<p>Was war die Rolle der Merkel-Regierung ab ca. 2011? Hat sie die Schienen für die heutige tiefe Krise gelegt? Neben der politischen Dimension gibt es aber auch die Frage, wer überhaupt noch als Experte gelten darf?  </p>

<p>»Besonders die sogenannten Expertenrunden im Zuge der Diskussionen um Klima, Corona und Migration haben einen neuen Oberlehrertypus hervorgebracht. Dieser verkauft seine Weltanschauung als Wissenschaft, flankiert von latenter Aggressivität und einer kaum zu überbietenden Überheblichkeit, mit der alle diejenigen abserviert werden, die es wagen, zu widersprechen oder auch nur Nachfragen zu stellen.«  </p>

<p>Expertise wird gerade auch an Unis gesucht, aber was ist an den Unis los? Wie ist es zur starken Politisierung der Wissenschaft und der Uni-Landschaft gekommen? Ist das überhaupt ein neuer Trend? Sind Entscheidungen, etwa in Klima- oder Energiefragen, tatsächlich alternativlos, wie sie häufig dargestellt werden?  </p>

<p>»Klimaforschung ist natürlich objektiv, wenn sie korrekt betrieben wird, aber Klimapolitik ist eine gesellschaftliche Frage. Da muss eine Gesellschaft darüber diskutieren.«  </p>

<p>Wie ist das Zusammenspiel zwischen Wissenschaft und Politik zu interpretieren?  </p>

<p>»Man weiß dann immer nie, ob die Politik sich die Wissenschafter raussucht, die eine passende Meinung vertreten, oder ob sich die Wissenschaftler politisiert und angepasst haben.«  </p>

<p>Darf man sich über die qualitativ fragwürdigen Ergebnisse wundern, wenn Anreizsysteme eingerichtet werden, die Opportunität fördern? Werden politisch erwünschte Erkenntnisse gefordert, so ist das für den Wissenschaftsbetrieb fatal. Gibt es jedoch Unterschiede zwischen Geistes- und Naturwissenschaften?  </p>
<p>Fahren Aktivisten eine »Bait and Switch«-Strategie – was ist darunter konkret zu verstehen?  </p>
<p>Wem haben wir die woken Ideen zu verdanken? Welche Rolle spielt der Postmodernismus und davor die Entwicklungen der Naturwissenschaft und die Versuche, die Erfolge der Naturwissenschaft in die Geisteswissenschaften zu übernehmen (etwa im Rahmen des Wiener Kreises)?  </p>

<p>»Das Schiff wird während der Fahrt laufend neu gebaut«, Otto Neurath</p>

<p>Geht es nicht mehr um Wahrheit, sondern nur noch um die (irrige) Idee, alles wäre eine Frage von Machtverhältnissen? Wenn alles eine Frage der Machtstruktur ist, dann habe ich kaum Verantwortung mehr, dann läuft mein Leben nicht rund, weil ich schlechte Entscheidungen getroffen habe, sondern weil mich das Machtsystem unterdrückt und meine Genialität nicht erkennen will. Ist das eine Perpetuierung einer selbstverursachten Opferrolle? Eine bequeme Möglichkeit, die Verantwortungsübernahme zu vermeiden?  </p>
<p>In der Geschichte gab es Gegenbewegungen, etwa die Romantik – stecken wir in einer neuen Romantik fest? Alles Emotion, nichts real? Ist alles subjektiv und es gibt keine objektiven Wahrheiten – aber ist diese Behauptung nicht selbstwidersprüchlich? Wie weit ist der Weg von der Postmoderne zur völligen Beliebigkeit?  </p>

<p>»1986 hat Herbert Grönemeyer gesungen: Kinder an die Macht. Und immer öfter denke ich: Sein Wunsch hat sich erfüllt.«  </p>

<p>Die Umdefinition von Worten ist auch ein gängiges Machtmittel, wie Hayek schon 1945 festgestellt hat:  </p>

<p>»Freiheit ist keineswegs das einzige Wort, dessen Bedeutung ins Gegenteil verkehrt worden ist, damit es zum tauglichen Instrument der totalitären Propaganda wird. Wir haben schon gesehen, wie dasselbe mit den Wörtern Gerechtigkeit, Gesetz, Recht und Gleichheit geschieht. Diese Liste könnte so lange fortgesetzt werden, bis sie fast alle gebräuchlichen Ausdrücke der Moral und der Politik umfasst.«  </p>

<p>Werden uns Begriffe genommen oder durch stete Umdefinition wertlos gemacht, so werden uns auch Wege der Argumentation genommen. Ist es das, was wir gerade erleben?  </p>
<p>So provoziert beispielsweise Jette Nietzard mit »Eat the Rich«-Kappe und »All Cops are Bastards«-Pullover – während andere Vertreter der Partei regelmäßig vor der vermeintlichen Bedrohung der Demokratie durch Hass und Hetze warnen. Ist Hass und Hetze immer Hass und Hetze der anderen?  </p>
<p>Woher kommt diese Polarisierung in der Gesellschaft?  </p>

<p>»Wir sind ein evolutionäres Produkt. Wir sind rationale Wesen und wir sind auch Gefühlswesen. Wir sind gruppenzentriert, wir sind Individualisten. Wir pendeln immer zwischen dieser Herdenmentalität und diesem individualistischen Selbstentfaltungstrieb.«  </p>

<p>Gelingt es zu vielen Menschen, besonders auch Wissenschaftlern und »Experten«, sich dem Test ihrer Ideen an der Realität zu entziehen beziehungsweise den Folgen solcher Tests? Kurz gesagt: Immunisieren sie sich selbst gegen die Fehler, die andere machen, wenn sie den Theorien folgen?  </p>
<p>Was ist von der These zu halten, dass das Behaupten offensichtlich absurder Ideen eine Demonstration von großer Macht sein kann, die Menschen noch dazu demütigt?  </p>
<p>Wie steht es mit Rationalität und Glauben? Was macht eine Religion heute erfolgreich?  </p>
<p>Wie steht es eigentlich um den Rest der Welt – ist dort der Drang, sich selbst abzuschaffen, ebenso groß wie in Europa?  </p>

<p>»Die Welt wird natürlich besser – aber wir nehmen uns heraus.«  </p>

<p>Wie läuft hingegen der Diskurs in weiten Bereichen deutscher Eliten?  </p>

<p>»Hier zulande sprechen wir ganz liebevoll von Familienunternehmern – in anderen Ländern nennt man sie Oligarchen.«, Martyna Linartas  </p>

<p>Wieso kämpfen wir im Westen mit solcher Inbrunst gegen genau die Dinge, die uns erfolgreich gemacht, die unseren Wohlstand begründet haben und um die uns die Welt beneidet — oder beneidet hat?  </p>

<p>»Der große Vorteil der westlichen Kultur ist die Selbstreflexion, der Selbstzweifel. Nicht umsonst haben wir eine Erinnerungskultur. […] Da sind Dinge schlecht gelaufen, wir versuchen sie jetzt besser zu machen – und wir haben sie auch verbessert. In den letzten zwanzig Jahren ist diese Selbstkorrektur in Selbstverachtung und dieser Selbstzweifel in komplette Selbstzerstörung umgeschlagen. […] Das ist vielleicht das, was man Wohlstandsverwahrlosung nennt.«  </p>

<p>Wann kommt es zu Kipppunkten in Gesellschaften?  </p>

<p>»Diversität bedeutet, alle denken das Gleiche und sehen dabei unterschiedlich aus. Dabei sollte Diversität eigentlich eine Vielfalt in Meinungen und Ansichten bedeuten.«  </p>

<p>Menschen reagieren auf Anreize. Wie kann man diese in unserer Gesellschaft aber verändern?  </p>

<p>»You get what you reward for.«, Charlie Munger  </p>

<p>Wie hat sich die Rolle des Staates verändert – haben wir unsere Freiheit aufgegeben, um einen Nanny-State zu schaffen? Kann das überhaupt funktionieren – selbst wenn wir gewillt sind, unsere Freiheit aufzugeben?  </p>

<p>»Seit ich denken kann, überfrachten wir die Politik mit so hohen Erwartungen, dass sie nur scheitern kann.«  </p>

<p>Ist es wirklich die Politik, die scheitert, oder ist es zu einem systemischen Problem geworden? Wie kann uns ein Blick über den Tellerrand helfen? Brauchen wir mehr liberales oder libertäres Gedankengut in Europa?  </p>

<p>»Das Gegenteil von links und rechts ist liberal.«  </p>

<p>In der Biologie lehnt die Moderne zurecht einen »intelligenten Designer« ab, aber in der Wirtschaft soll das funktionieren? Passt das zusammen? Hat Marktwirtschaft nicht in Wahrheit eine emanzipierende Wirkung? Fürchtet man sich davor? Brodeln in der Gesellschaft so stark Spannungen, dass wir vor neuen Kipppunkten stehen? Können wir das Schiff noch vor dem Eisberg umsteuern?  </p>

<p>»Die Revolution hat schon immer ihre eigenen Kinder gefressen.«  </p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/130-populismus_hesse/'>Episode 130:</a> Populismus und (Ordo)liberalismus, ein Gespräch mit Nils Hesse
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/128-aufbruch_in_die_moderne/'>Episode 128:</a> Aufbruch in die Moderne — Der Mann, der die Welt erfindet!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/126-schwarz_gekleidet-bojanowski/'>Episode 126:</a> Schwarz gekleidet im dunklen Kohlekeller. Ein Gespräch mit Axel Bojanowski
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/118-john_ioannidis_science/'>Episode 118:</a> Science and Decision Making under Uncertainty, A Conversation with Prof. John Ioannidis
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/117-der_humpelnde_staat_christoph_kletzer/'>Episode 117:</a> Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/113-liberty_in_our_lifetime_1/'>Episode 113:</a> Liberty in Our Lifetime 1: Conversations with Massimo Mazzone, Vera Kichanova and Tatiana Butanka
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/101-mq_macht_john_haas/'>Episode 101:</a> Live im MQ, Macht und Ohnmacht in der Wissensgesellschaft. Ein Gespräch mit John G. Haas.
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/096-komoedie_vince_ebert/'>Episode 96:</a> Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/091-heidi_klum_universitaet/'>Episode 91:</a> Die Heidi-Klum-Universität, ein Gespräch mit Prof. Ehrmann und Prof. Sommer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
</ul>
<p>Vince Ebert</p>
<ul>
<li>
<a href='https://www.vince-ebert.de'>Webseite</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.linkedin.com/in/vince-ebert-2b8b6b14a/'>LinkedIn</a>
</li>
<li>
<a href='https://x.com/VinceEbert'>Twitter / X</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.amazon.de/Durchblick-statt-Durchdrehen-Verstand-verloren/dp/3423264160'>Wot se Fack, Deutschland? dtv (2025)</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.amazon.de/Vince-Ebert-ebook/dp/B09Y9JB9CN'>Lichtblick statt Blackout. dtv (2022)</a>
</li>
<li><a href='https://hayek.de/hayek-tage/'>Hayek Medaille 2025 für Vince Ebert</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>
Dan Davies, The Unaccountability Machine, Why Big Systems Make Terrible Decisions - and How The World Lost its Mind, Profile Books (2024)
</li>
<li><a href='https://www.bbc.co.uk/programmes/b00lbsj3'>Wiener Kreis: In Our Time, Logical Positivism (2009)</a></li>
<li>
Friedrich von Hayek, The Road to Serfdom, Routledge (1944)
</li>
<li>
<a href='https://www.msn.com/de-de/gesellschaft-kultur-und-geschichte/popkultur/jette-nietzard-provoziert-eat-the-rich-cap-und-acab-pulli/ar-AA1FqPPQ'>Jette Nietzard provoziert, msn (2025)</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.sueddeutsche.de/politik/thueringen-gruene-kommunalpolitiker-klagen-ueber-hass-und-drohungen-li.3290165'>Grüne Kommunalpolitiker klagen über Hass und Drohungen, SZ (2025)</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/robert-habeck-700-anzeigen-hass-hetze-internet-drohung-gruene-100.html'>Hassnachrichten: Habeck stellte 700 Anzeigen, ZDF (2024)</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.youtube.com/@SabineHossenfelder'>Sabine Hossenfelder auf YouTube</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.tagesspiegel.de/wissen/wie-ungleich-ist-deutschland-frau-linartas-wir-sprechen-von-familienunternehmern--woanders-nennt-man-sie-oligarchen-13638421.html'>Wie ungleich ist Deutschland?: „Wir sprechen von Familienunternehmern – woanders nennt man sie Oligarchen“, Martyna Linartas im Gespräch, Tagesspiegel Interview Juni 2025</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.youtube.com/watch?v=hJYLJRr3hEY'>Charlie Munger on Incentives</a>
</li>
<li>
Thomas Sowell, intellectuals and Society, Basic Books (2010)
</li>
<li>
James Burnham, The Managerial Revolution; What is Happening in the World, John Day Company (1941)
</li>
</ul>
<p> </p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Offensichtlich habe ich Vince Ebert bei unserem letzten Gespräch nicht hinreichend abgeschreckt. Ich habe tatsächlich erneut die Freude, ihn zu einem Gespräch begrüßen zu dürfen! Der Titel der heutigen Episode folgt dem Buchtitel seines neuen Buches: »Wot Se Fack, Deutschland?« und statt Deutschland könnte ebenso – wie Vince Ebert im Gespräch erwähnt – Österreich stehen.  </p>
<p>Vince Ebert ist Diplom-Physiker und Kabarettist seit über 25 Jahren. In der ARD moderierte er jahrelang die Sendung „Wissen vor Acht“. Seine Bücher sind Bestseller und haben sich über eine Million Mal verkauft. Außerdem ist er einer der gefragtesten Vortragsredner Deutschlands.  </p>
<p>Das Buch von Vince Ebert erscheint am 14. August 2025, und ich wünsche an dieser Stelle natürlich viel Erfolg, denn dieses Buch ist es wert, gelesen zu werden!  </p>
<p>Weiters möchte ich erwähnen, dass zwischen der Aufnahme unseres Gesprächs und der Veröffentlichung bekannt wurde, dass Vince Ebert mit der Hayek-Medaille 2025 ausgezeichnet wird. – Herzliche Gratulation dazu!  </p>
<p>Diese Episode kreist um die Themen seines neuen Buches, beschränkt sich aber nicht darauf. Ich stelle zunächst die Frage, ob das Buch nachdenklicher als die früheren ist – oder ärgerlicher – oder ist es etwa eher Fassungslosigkeit, die man herausliest? Werfen wir unsere westlichen Werte und Errungenschaften ohne Not aus dem Fenster?  </p>

<p>»Tagtäglich prasseln Meldungen auf uns ein, die immer absurder, bizarrer und bedrückender werden.«</p>

<p>Warum bestätigen viele Menschen die Probleme und die Verrücktheit der Situation in Vier-Augen-Gesprächen, sind aber nicht bereit, dies im täglichen Leben auszudrücken und zu verändern?  </p>
<p>Gibt es wieder – wie früher in der DDR – eine private und eine öffentliche Meinung, die sich komplett von der privaten Meinung unterscheidet? Wie kann der Weckruf aussehen, um die Menschen, die den Großteil der Bevölkerung ausmachen, aus dieser Angststarre zu befreien?  </p>
<p>Wird der Sturm gar über uns hinwegziehen, wenn die Mehrheit der Menschen sich duckt und stillhält?  </p>
<p>Warum schweigen führende Manager, wenn offensichtlich verheerende Ideen in der Politik umgesetzt werden?  </p>

<p>»The fraud investigator Bill Black had coined the concept of a ‘criminogenic organisation’. It referred to an institution in which incentives and management systems were structurally designed to ensure that crimes would be committed.«, Dan Davies  </p>

<p>Müssen Mitarbeiter und Bürger zunehmend die Feigheit des opportunistischen Managements ausbaden? Gibt es nicht auch im Alltag immer weniger Mut, seine Ansicht auszudrücken und sich schlechten Ideen entgegenzustellen – vom Elternabend bis zum beruflichen Umfeld?  </p>
<p>Erleben wir einen solchen Tsunami an irren Ideen, dass die meisten Menschen davon überfordert sind? Gibt es eine Empörungserschöpfung?  </p>

<p>»Das nimmt uns Satirikern eigentlich den Job weg.«  </p>

<p>Kommen wir in ein neues Biedermeier? Werden die Narren, die häufig die Deutungshoheit zu haben scheinen, dadurch noch kecker?  </p>

<p>»Wenn die Vernünftigen den Diskurs verlassen, überlassen sie den Narren das Feld.«  </p>

<p>Die Krise, die wir erleben, scheint noch dazu im Kern hausgemacht und eben nicht von großen externen Problemen getrieben zu sein. Wie ist das zu erklären?  </p>
<p>Was sind die drei großen Baustellen, die wir nach wie vor ignorieren und die das Potenzial haben, unsere Nationen zu zerstören?  </p>
<ol>
<li>Bürokratie (»Wir müssen da jetzt eine Kommission gründen, für Bürokratieabbau«)  </li>
<li>Energieversorgung (siehe auch frühere Episode mit Vince Ebert)  </li>
<li>Migration (in beide Richtungen)  </li>
</ol>
<p>Was war die Rolle der Merkel-Regierung ab ca. 2011? Hat sie die Schienen für die heutige tiefe Krise gelegt? Neben der politischen Dimension gibt es aber auch die Frage, wer überhaupt noch als Experte gelten darf?  </p>

<p>»Besonders die sogenannten Expertenrunden im Zuge der Diskussionen um Klima, Corona und Migration haben einen neuen Oberlehrertypus hervorgebracht. Dieser verkauft seine Weltanschauung als Wissenschaft, flankiert von latenter Aggressivität und einer kaum zu überbietenden Überheblichkeit, mit der alle diejenigen abserviert werden, die es wagen, zu widersprechen oder auch nur Nachfragen zu stellen.«  </p>

<p>Expertise wird gerade auch an Unis gesucht, aber was ist an den Unis los? Wie ist es zur starken Politisierung der Wissenschaft und der Uni-Landschaft gekommen? Ist das überhaupt ein neuer Trend? Sind Entscheidungen, etwa in Klima- oder Energiefragen, tatsächlich alternativlos, wie sie häufig dargestellt werden?  </p>

<p>»Klimaforschung ist natürlich objektiv, wenn sie korrekt betrieben wird, aber Klimapolitik ist eine gesellschaftliche Frage. Da muss eine Gesellschaft darüber diskutieren.«  </p>

<p>Wie ist das Zusammenspiel zwischen Wissenschaft und Politik zu interpretieren?  </p>

<p>»Man weiß dann immer nie, ob die Politik sich die Wissenschafter raussucht, die eine passende Meinung vertreten, oder ob sich die Wissenschaftler politisiert und angepasst haben.«  </p>

<p>Darf man sich über die qualitativ fragwürdigen Ergebnisse wundern, wenn Anreizsysteme eingerichtet werden, die Opportunität fördern? Werden politisch erwünschte Erkenntnisse gefordert, so ist das für den Wissenschaftsbetrieb fatal. Gibt es jedoch Unterschiede zwischen Geistes- und Naturwissenschaften?  </p>
<p>Fahren Aktivisten eine »Bait and Switch«-Strategie – was ist darunter konkret zu verstehen?  </p>
<p>Wem haben wir die woken Ideen zu verdanken? Welche Rolle spielt der Postmodernismus und davor die Entwicklungen der Naturwissenschaft und die Versuche, die Erfolge der Naturwissenschaft in die Geisteswissenschaften zu übernehmen (etwa im Rahmen des Wiener Kreises)?  </p>

<p>»Das Schiff wird während der Fahrt laufend neu gebaut«, Otto Neurath</p>

<p>Geht es nicht mehr um Wahrheit, sondern nur noch um die (irrige) Idee, alles wäre eine Frage von Machtverhältnissen? Wenn alles eine Frage der Machtstruktur ist, dann habe ich kaum Verantwortung mehr, dann läuft mein Leben nicht rund, weil ich schlechte Entscheidungen getroffen habe, sondern weil mich das Machtsystem unterdrückt und meine Genialität nicht erkennen will. Ist das eine Perpetuierung einer selbstverursachten Opferrolle? Eine bequeme Möglichkeit, die Verantwortungsübernahme zu vermeiden?  </p>
<p>In der Geschichte gab es Gegenbewegungen, etwa die Romantik – stecken wir in einer neuen Romantik fest? <em>Alles Emotion, nichts real? </em>Ist alles subjektiv und es gibt keine objektiven Wahrheiten – aber ist diese Behauptung nicht selbstwidersprüchlich? Wie weit ist der Weg von der Postmoderne zur völligen Beliebigkeit?  </p>

<p>»1986 hat Herbert Grönemeyer gesungen: Kinder an die Macht. Und immer öfter denke ich: Sein Wunsch hat sich erfüllt.«  </p>

<p>Die Umdefinition von Worten ist auch ein gängiges Machtmittel, wie Hayek schon 1945 festgestellt hat:  </p>

<p>»Freiheit ist keineswegs das einzige Wort, dessen Bedeutung ins Gegenteil verkehrt worden ist, damit es zum tauglichen Instrument der totalitären Propaganda wird. Wir haben schon gesehen, wie dasselbe mit den Wörtern Gerechtigkeit, Gesetz, Recht und Gleichheit geschieht. Diese Liste könnte so lange fortgesetzt werden, bis sie fast alle gebräuchlichen Ausdrücke der Moral und der Politik umfasst.«  </p>

<p>Werden uns Begriffe genommen oder durch stete Umdefinition wertlos gemacht, so werden uns auch Wege der Argumentation genommen. Ist es das, was wir gerade erleben?  </p>
<p>So provoziert beispielsweise Jette Nietzard mit »Eat the Rich«-Kappe und »All Cops are Bastards«-Pullover – während andere Vertreter der Partei regelmäßig vor der vermeintlichen Bedrohung der Demokratie durch Hass und Hetze warnen. Ist Hass und Hetze immer Hass und Hetze der anderen?  </p>
<p>Woher kommt diese Polarisierung in der Gesellschaft?  </p>

<p>»Wir sind ein evolutionäres Produkt. Wir sind rationale Wesen und wir sind auch Gefühlswesen. Wir sind gruppenzentriert, wir sind Individualisten. Wir pendeln immer zwischen dieser Herdenmentalität und diesem individualistischen Selbstentfaltungstrieb.«  </p>

<p>Gelingt es zu vielen Menschen, besonders auch Wissenschaftlern und »Experten«, sich dem Test ihrer Ideen an der Realität zu entziehen beziehungsweise den Folgen solcher Tests? Kurz gesagt: Immunisieren sie sich selbst gegen die Fehler, die andere machen, wenn sie den Theorien folgen?  </p>
<p>Was ist von der These zu halten, dass das Behaupten offensichtlich absurder Ideen eine Demonstration von großer Macht sein kann, die Menschen noch dazu demütigt?  </p>
<p>Wie steht es mit Rationalität und Glauben? Was macht eine Religion heute erfolgreich?  </p>
<p>Wie steht es eigentlich um den Rest der Welt – ist dort der Drang, sich selbst abzuschaffen, ebenso groß wie in Europa?  </p>

<p>»Die Welt wird natürlich besser – aber wir nehmen uns heraus.«  </p>

<p>Wie läuft hingegen der Diskurs in weiten Bereichen deutscher Eliten?  </p>

<p>»Hier zulande sprechen wir ganz liebevoll von Familienunternehmern – in anderen Ländern nennt man sie Oligarchen.«, Martyna Linartas  </p>

<p>Wieso kämpfen wir im Westen mit solcher Inbrunst gegen genau die Dinge, die uns erfolgreich gemacht, die unseren Wohlstand begründet haben und um die uns die Welt beneidet — oder beneidet hat?  </p>

<p>»Der große Vorteil der westlichen Kultur ist die Selbstreflexion, der Selbstzweifel. Nicht umsonst haben wir eine Erinnerungskultur. […] Da sind Dinge schlecht gelaufen, wir versuchen sie jetzt besser zu machen – und wir haben sie auch verbessert. In den letzten zwanzig Jahren ist diese Selbstkorrektur in Selbstverachtung und dieser Selbstzweifel in komplette Selbstzerstörung umgeschlagen. […] Das ist vielleicht das, was man Wohlstandsverwahrlosung nennt.«  </p>

<p>Wann kommt es zu Kipppunkten in Gesellschaften?  </p>

<p>»Diversität bedeutet, alle denken das Gleiche und sehen dabei unterschiedlich aus. Dabei sollte Diversität eigentlich eine Vielfalt in Meinungen und Ansichten bedeuten.«  </p>

<p>Menschen reagieren auf Anreize. Wie kann man diese in unserer Gesellschaft aber verändern?  </p>

<p>»You get what you reward for.«, Charlie Munger  </p>

<p>Wie hat sich die Rolle des Staates verändert – haben wir unsere Freiheit aufgegeben, um einen Nanny-State zu schaffen? Kann das überhaupt funktionieren – selbst wenn wir gewillt sind, unsere Freiheit aufzugeben?  </p>

<p>»Seit ich denken kann, überfrachten wir die Politik mit so hohen Erwartungen, dass sie nur scheitern kann.«  </p>

<p>Ist es wirklich die Politik, die scheitert, oder ist es zu einem systemischen Problem geworden? Wie kann uns ein Blick über den Tellerrand helfen? Brauchen wir mehr liberales oder libertäres Gedankengut in Europa?  </p>

<p>»Das Gegenteil von links und rechts ist liberal.«  </p>

<p>In der Biologie lehnt die Moderne zurecht einen »intelligenten Designer« ab, aber in der Wirtschaft soll das funktionieren? Passt das zusammen? Hat Marktwirtschaft nicht in Wahrheit eine emanzipierende Wirkung? Fürchtet man sich davor? Brodeln in der Gesellschaft so stark Spannungen, dass wir vor neuen Kipppunkten stehen? Können wir das Schiff noch vor dem Eisberg umsteuern?  </p>

<p>»Die Revolution hat schon immer ihre eigenen Kinder gefressen.«  </p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/130-populismus_hesse/'>Episode 130:</a> Populismus und (Ordo)liberalismus, ein Gespräch mit Nils Hesse
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/128-aufbruch_in_die_moderne/'>Episode 128:</a> Aufbruch in die Moderne — Der Mann, der die Welt erfindet!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/126-schwarz_gekleidet-bojanowski/'>Episode 126:</a> Schwarz gekleidet im dunklen Kohlekeller. Ein Gespräch mit Axel Bojanowski
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/118-john_ioannidis_science/'>Episode 118:</a> Science and Decision Making under Uncertainty, A Conversation with Prof. John Ioannidis
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/117-der_humpelnde_staat_christoph_kletzer/'>Episode 117:</a> Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/113-liberty_in_our_lifetime_1/'>Episode 113:</a> Liberty in Our Lifetime 1: Conversations with Massimo Mazzone, Vera Kichanova and Tatiana Butanka
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/101-mq_macht_john_haas/'>Episode 101:</a> Live im MQ, Macht und Ohnmacht in der Wissensgesellschaft. Ein Gespräch mit John G. Haas.
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/096-komoedie_vince_ebert/'>Episode 96:</a> Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/091-heidi_klum_universitaet/'>Episode 91:</a> Die Heidi-Klum-Universität, ein Gespräch mit Prof. Ehrmann und Prof. Sommer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
</ul>
<p>Vince Ebert</p>
<ul>
<li>
<a href='https://www.vince-ebert.de'>Webseite</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.linkedin.com/in/vince-ebert-2b8b6b14a/'>LinkedIn</a>
</li>
<li>
<a href='https://x.com/VinceEbert'>Twitter / X</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.amazon.de/Durchblick-statt-Durchdrehen-Verstand-verloren/dp/3423264160'>Wot se Fack, Deutschland? dtv (2025)</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.amazon.de/Vince-Ebert-ebook/dp/B09Y9JB9CN'>Lichtblick statt Blackout. dtv (2022)</a>
</li>
<li><a href='https://hayek.de/hayek-tage/'>Hayek Medaille 2025 für Vince Ebert</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>
Dan Davies, The Unaccountability Machine, Why Big Systems Make Terrible Decisions - and How The World Lost its Mind, Profile Books (2024)
</li>
<li><a href='https://www.bbc.co.uk/programmes/b00lbsj3'>Wiener Kreis: In Our Time, Logical Positivism (2009)</a></li>
<li>
Friedrich von Hayek, The Road to Serfdom, Routledge (1944)
</li>
<li>
<a href='https://www.msn.com/de-de/gesellschaft-kultur-und-geschichte/popkultur/jette-nietzard-provoziert-eat-the-rich-cap-und-acab-pulli/ar-AA1FqPPQ'>Jette Nietzard provoziert, msn (2025)</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.sueddeutsche.de/politik/thueringen-gruene-kommunalpolitiker-klagen-ueber-hass-und-drohungen-li.3290165'>Grüne Kommunalpolitiker klagen über Hass und Drohungen, SZ (2025)</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/robert-habeck-700-anzeigen-hass-hetze-internet-drohung-gruene-100.html'>Hassnachrichten: Habeck stellte 700 Anzeigen, ZDF (2024)</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.youtube.com/@SabineHossenfelder'>Sabine Hossenfelder auf YouTube</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.tagesspiegel.de/wissen/wie-ungleich-ist-deutschland-frau-linartas-wir-sprechen-von-familienunternehmern--woanders-nennt-man-sie-oligarchen-13638421.html'>Wie ungleich ist Deutschland?: „Wir sprechen von Familienunternehmern – woanders nennt man sie Oligarchen“, Martyna Linartas im Gespräch, Tagesspiegel Interview Juni 2025</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.youtube.com/watch?v=hJYLJRr3hEY'>Charlie Munger on Incentives</a>
</li>
<li>
Thomas Sowell, intellectuals and Society, Basic Books (2010)
</li>
<li>
James Burnham, The Managerial Revolution; What is Happening in the World, John Day Company (1941)
</li>
</ul>
<p> </p>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Offensichtlich habe ich Vince Ebert bei unserem letzten Gespräch nicht hinreichend abgeschreckt. Ich habe tatsächlich erneut die Freude, ihn zu einem Gespräch begrüßen zu dürfen! Der Titel der heutigen Episode folgt dem Buchtitel seines neuen Buches: „Wot Se Fack, Deutschland?“ und statt Deutschland könnte ebenso – wie Vince Ebert im Gespräch erwähnt – Österreich stehen.  

Vince Ebert ist Diplom-Physiker und Kabarettist seit über 25 Jahren. In der ARD moderierte er jahrelang die Sendung „Wissen vor Acht“. Seine Bücher sind Bestseller und haben sich über eine Million Mal verkauft. Außerdem ist er einer der gefragtesten Vortragsredner Deutschlands.  

Das Buch von Vince Ebert erscheint am 14. August, und ich wünsche an dieser Stelle natürlich viel Erfolg, denn dieses Buch ist es wert, gelesen zu werden!  

Weiters möchte ich erwähnen, dass zwischen der Aufnahme unseres Gesprächs und der Veröffentlichung bekannt wurde, dass Vince Ebert mit der Hayek-Medaille 2025 ausgezeichnet wird. – Herzliche Gratulation dazu!  

Diese Episode kreist um die Themen seines neuen Buches, beschränkt sich aber nicht darauf. Ich stelle zunächst die Frage, ob das Buch nachdenklicher als die früheren ist – oder ärgerlicher – oder ist es etwa eher Fassungslosigkeit, die man herausliest? Werfen wir unsere westlichen Werte und Errungenschaften ohne Not aus dem Fenster?  

»Tagtäglich prasseln Meldungen auf uns ein, die immer absurder, bizarrer und bedrückender werden.«</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
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        <title>130 — Populismus und (Ordo)liberalismus, ein Gespräch mit Nils Hesse</title>
        <itunes:title>130 — Populismus und (Ordo)liberalismus, ein Gespräch mit Nils Hesse</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/130-populismus_hesse/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/130-populismus_hesse/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 28 Jul 2025 15:35:52 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Der Titel der heutigen Episode ist: Populismus und Ordoliberalismus. Das ist wieder eine sehr spannende Episode, denn die Frage, was Populismus eigentlich ausmacht, wie man ihn sinnvollerweise definiert und verortet, scheint in Zeiten, wo solche Begriffe doch verstärkt aktivistisch eingesetzt werden, höchst relevant.</p>
<p>Ich führe dieses Gespräch mit Nils Hesse, der als freier Ordnungsökonomen arbeitet, derzeit zwar in den USA lebt, sich aber mit Artikeln, Beiträgen oder als Host des R21-Klimapodcasts »Der Preis ist heiß« in die deutsche wirtschafts- und klimapolitische Debatte einbringt. Wissenschaftlich setzt er sich ideengeschichtlich und institutionenökonomisch mit dem Verhältnis von Ordoliberalismus und Populismus auseinander und schreibe dazu am Walter-Eucken-Institut an einer Habilitationsschrift. Diese Arbeit ist das Thema unseres Gesprächs. </p>
<p>Wir beginnen das Gespräch mit der Frage, was eigentlich unter Populismus zu verstehen ist? Populistische Bewegungen unterscheiden zwischen Volk und Elite. Welche Ausprägungen des Populismus gibt es in Folge? Was ist der Zusammenhang zwischen Populismus und repräsentativer Demokratie? Welche politischen Folgen können von populistischen Gruppierungen abgeleitet werden?</p>
<p>Wie ist Populismus zu bewerten? Ist »Populismus« als abwertende Marke, als politischer Kampfbegriff sinnvoll verwendet?</p>
<p>Ist die Verwendung global einheitlich, oder unterscheidet sie sich im europäischen und US-amerikanischen Kontext? Wann und unter welchen Rahmenbedingungen wird der Populismus zum Problem?</p>
<p>Welche Typen des Populismus gibt es?</p>
<p>Was sind Trägergruppen des Populismus? Wie formen sich aus dem Populismus politisch (wirksame) Strömungen?</p>
<p>Was bedeutet der Begriff der Elite? Wie ist diese definiert? Was bedeutet der Begriff »Nobilitas Naturalis« nach Röpke?</p>
<p>Wie können die folgenden Gegenreaktionen auf Populismus beschrieben werden: </p>
<ul>
<li>Isolationsstrategie  </li>
<li>Strategie der Annäherung  </li>
<li>Beschäftigung mit den strukturellen Mängeln und Problemen, die zum Populismus geführt haben</li>
</ul>
<p>Warum werden intellektuelle und »abstraktere« Berufe von Populisten häufig abschätzig betrachtet? Was sind die Folgen davon?</p>

<p>»Wenn man die Leute als radikal bezeichnet, dann gehen Leute, die mit diesen Zuschreibungen Probleme haben, eher weg, und die Leute, die drinnen sind, erkennen sich dann eher als bestätigt [von den Eliten ausgegrenzt]. Das führt dann eher dazu, dass sie sich weiter radikalisieren.«</p>

<p>Werden wir zum Nanny-State, weil politische Entscheidungsträger glauben, immer mehr Aspekte der Gesellschaft durch Zentralisierung vermeintlich verbessern zu können?</p>
<p>Wie ist das Rousseausche Rätsel aufzulösen?</p>

<p>»Wie können wir frei sein, obwohl wir unter Regeln leben müssen, denen wir selbst nicht zugestimmt haben?«</p>

<p>Welche Rolle spielt Dezentralisierung, und mit welchen praktischen Problemen ist man konfrontiert? Warum sind Repräsentationslücken ein Problem?</p>
<p>Gibt es einen Volkswillen, den die Politik »erkennen« kann? Oder gibt es in einer freiheitlichen Gesellschaft prinzipiell sehr unterschiedliche Ziele, die zu respektieren sind? Wie ist das in der Praxis umzusetzen?</p>
<p>Was hat Elinor Ostrom zum Problem der Tragedy of the Commons beigetragen? Auf welcher Ebene kann man sinnvollerweise welchen Mehrwert schaffen? Warum können Regelwettbewerbe sehr nützlich sein?</p>
<p>Kommen wir zum Ordoliberalismus. Um welche politisch-ökonomische Strömung handelt es sich dabei? Wer hat ihn begründet, und warum ist es heute relevant, sich damit auseinanderzusetzen?</p>
<p>Geschichtlich greifen wir hier auf die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurück und dann auf die Verwerfungen, die sich durch die Weltkriege ergeben haben und das Deutschland der Nachkriegszeit substantiell definiert haben.</p>
<p>Welche emanzipatorische Wirkung kann von der Marktwirtschaft ausgehen? Warum ist Machtkonzentration und die Vermischung von politischer und wirtschaftlicher Macht ein Problem, und wie kann dies vermieden werden? Welche Art der Wettbewerbsordnung entspringt diesen Überlegungen und Herausforderungen?</p>
<p>Was ist die Basis einer freien und menschenwürdigen Gesellschaft?</p>
<p>Führt all das zur sozialen Marktwirtschaft, einem nach dem Zweiten Weltkrieg sehr erfolgsbewährten Konzept? Was hat all das für Deutschland der Nachkriegszeit bedeutet, was waren die Gründe für das Wirtschaftswunder? Woher kam der Konflikt mit den angelsächsischen Libertären, und was ist in den letzten Jahrzehnten geschehen?</p>
<p>Sind diese Ideen auf die Probleme der heutigen Zeit anwendbar? Was sind die Prinzipien dieser Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, und warum war sie so erfolgreich?</p>
<p>Können Märkte als anti-elitäre Maßnahmen verstanden werden? Was ist das Verhältnis zwischen Populismus und Marktwirtschaft?</p>
<p>Wie ist die politische Orientierung der AfD, und wie ist deren Veränderung über die Zeit zu verstehen?</p>
<p>Warum konnte sich der Ordoliberalismus international nicht durchsetzen?</p>
<p>Erleben wir in den letzten Jahrzehnten, speziell in Mitteleuropa und Großbritannien, die Situation, dass die Probleme ständig zunehmen und die Regierungen glauben, diese mit immer stärkeren staatlichen Eingriffen zu lösen – wie es scheint, mit immer weniger Erfolg? Welche Rolle spielt die Europäische Union in dieser Gemengelage?</p>
<p>Wie ist Javier Milei und dessen Politik – insbesondere vor dem Hintergrund der Geschichte Argentiniens – zu begreifen? Kann es uns in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Österreich gelingen, aus den schweren Verwerfungen und politisch herbeigeführten Krisen evolutionär herauszukommen, oder ist ein totaler Abstieg wie in Argentinien notwendig, bis wir die notwendigen Lehren ziehen?</p>
<p>Anders ausgedrückt: Brauchen wir die Motorsäge, oder reicht der ordoliberale Unkrautstecher?</p>
<p>Sind wir auf dem dauerhaften Weg in die Misere, oder werden manche/viele Dinge tatsächlich besser? Alles schlechtzureden ist ebenfalls kein funktionierendes Rezept für die Zukunft.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/129-rules_daston/'>Episode 129:</a> Rules, A Conversation with Prof. Lorraine Daston
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/126-schwarz_gekleidet-bojanowski/'>Episode 126:</a> Schwarz gekleidet im dunklen Kohlekeller. Ein Gespräch mit Axel Bojanowski
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/117-der_humpelnde_staat_christoph_kletzer/'>Episode 117:</a> Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/108-freie_privatstaedte-2_titus_gebel/'>Episode 108:</a> Freie Privatstädte Teil 2, ein Gespräch mit Titus Gebel
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/089-myth_left_right_hyrum_lewis/'>Episode 89:</a> The Myth of Left and Right, a Conversation with Prof. Hyrum Lewis
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/058-verwaltung_levesque/'>Episode 58:</a> Verwaltung und staatliche Strukturen — ein Gespräch mit Veronika Lévesque
</li>
</ul>
<p>Nils Hesse</p>
<ul>
<li><a href='https://diedezentrale.de/publikationen/'>Publikationen von Nils Hesse</a></li>
<li>
<a href='https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/ordo-2025-2014/html'>Wettbewerb, Cronyismus und Populismus, Ordo (2025)</a>
</li>
<li><a href='https://denkfabrik-r21.de/dicke-bretter-bohren/'>Dickere Bretter bohren! Wie reagieren auf erfolgreiche Populisten?, Denkfabrik R21 (2023)</a></li>
<li><a href='https://open.spotify.com/show/1XEtByufogNFXxmZ3GY7re#:~:text=Drei%20politisch%20engagierte%20Unternehmer%20decken,die%20Realit%C3%A4t%20des%20Industries'>Der Preis ist heiß — Podcast</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>
Reckwitz, Andreas (2020): Das Ende der Illusionen. Politik, Ökonomie und Kultur in der Spätmoderne. Berlin: Suhrkamp.
</li>
<li>
Röpke, Wilhelm (1942/1979): Die Gesellschaftskrisis der Gegenwart. 6. Aufl., Bern, Stuttgart: Paul Haupt.
</li>
<li>
Röpke, Wilhelm (1958/1979): Jenseits von Angebot und Nachfrage. 5. Aufl., Bern: Paul Haupt.
</li>
<li>
Ostrom, Elinor (1990): Governing the Commons. Cambridge: Cambridge University Press.
</li>
<li>
Eucken, Walter (1952/2004): Grundsätze der Wirtschaftspolitik. 7. Aufl., Tübingen: Mohr-Siebeck.
</li>
<li>
Böhm, Franz, Walter Eucken und Hans Großmann-Doerth (1936/2008): Unsere Aufgabe. In: Goldschmidt, Wohlgemuth (Hrsg.): Grundtexte zur Freiburger Tradition der Ordnungsökonomik, Tübingen: Mohr Siebeck, S. 27-37.
</li>
<li>
Erhard, Ludwig (1957/2009): Wohlstand für Alle. Köln: Anaconda.
</li>
<li>
Müller-Armack, Alfred (1946/1990): Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft. München: Kastell.
</li>
<li>
Hayek, Friedrich A. von (1971/1983): Die Verfassung der Freiheit. 2. Aufl., Tübingen: Mohr Siebeck.
</li>
<li>
<a href='https://mises.org/mises-daily/strategy-right'>Rothbard, Murray (1992): A Strategy for the Right. Mises Institute vom 03. September 2010. Abgerufen am 28. November 2022</a>.
</li>
<li>
Friedrich Hayek, Der Weg zur Knechtschaft (1945)
</li>
<li>
Mervyn King, John Kay, Radical Uncertainty, Bridge Street Press (2021)
</li>
<li>
<a href='https://www.nobelprize.org/prizes/economic-sciences/1974/hayek/lecture/'>The Pretence of Knowledge, Friedrich August von Hayek; Nobel Prize Lecture (1974)</a>
</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Der Titel der heutigen Episode ist: Populismus und Ordoliberalismus. Das ist wieder eine sehr spannende Episode, denn die Frage, was Populismus eigentlich ausmacht, wie man ihn sinnvollerweise definiert und verortet, scheint in Zeiten, wo solche Begriffe doch verstärkt aktivistisch eingesetzt werden, höchst relevant.</p>
<p>Ich führe dieses Gespräch mit Nils Hesse, der als freier Ordnungsökonomen arbeitet, derzeit zwar in den USA lebt, sich aber mit Artikeln, Beiträgen oder als Host des R21-Klimapodcasts »Der Preis ist heiß« in die deutsche wirtschafts- und klimapolitische Debatte einbringt. Wissenschaftlich setzt er sich ideengeschichtlich und institutionenökonomisch mit dem Verhältnis von Ordoliberalismus und Populismus auseinander und schreibe dazu am Walter-Eucken-Institut an einer Habilitationsschrift. Diese Arbeit ist das Thema unseres Gesprächs. </p>
<p>Wir beginnen das Gespräch mit der Frage, was eigentlich unter Populismus zu verstehen ist? Populistische Bewegungen unterscheiden zwischen Volk und Elite. Welche Ausprägungen des Populismus gibt es in Folge? Was ist der Zusammenhang zwischen Populismus und repräsentativer Demokratie? Welche politischen Folgen können von populistischen Gruppierungen abgeleitet werden?</p>
<p>Wie ist Populismus zu bewerten? Ist »Populismus« als abwertende Marke, als politischer Kampfbegriff sinnvoll verwendet?</p>
<p>Ist die Verwendung global einheitlich, oder unterscheidet sie sich im europäischen und US-amerikanischen Kontext? Wann und unter welchen Rahmenbedingungen wird der Populismus zum Problem?</p>
<p>Welche Typen des Populismus gibt es?</p>
<p>Was sind Trägergruppen des Populismus? Wie formen sich aus dem Populismus politisch (wirksame) Strömungen?</p>
<p>Was bedeutet der Begriff der Elite? Wie ist diese definiert? Was bedeutet der Begriff »Nobilitas Naturalis« nach Röpke?</p>
<p>Wie können die folgenden Gegenreaktionen auf Populismus beschrieben werden: </p>
<ul>
<li>Isolationsstrategie  </li>
<li>Strategie der Annäherung  </li>
<li>Beschäftigung mit den strukturellen Mängeln und Problemen, die zum Populismus geführt haben</li>
</ul>
<p>Warum werden intellektuelle und »abstraktere« Berufe von Populisten häufig abschätzig betrachtet? Was sind die Folgen davon?</p>

<p>»Wenn man die Leute als radikal bezeichnet, dann gehen Leute, die mit diesen Zuschreibungen Probleme haben, eher weg, und die Leute, die drinnen sind, erkennen sich dann eher als bestätigt [von den Eliten ausgegrenzt]. Das führt dann eher dazu, dass sie sich weiter radikalisieren.«</p>

<p>Werden wir zum Nanny-State, weil politische Entscheidungsträger glauben, immer mehr Aspekte der Gesellschaft durch Zentralisierung vermeintlich verbessern zu können?</p>
<p>Wie ist das Rousseausche Rätsel aufzulösen?</p>

<p>»Wie können wir frei sein, obwohl wir unter Regeln leben müssen, denen wir selbst nicht zugestimmt haben?«</p>

<p>Welche Rolle spielt Dezentralisierung, und mit welchen praktischen Problemen ist man konfrontiert? Warum sind Repräsentationslücken ein Problem?</p>
<p>Gibt es einen Volkswillen, den die Politik »erkennen« kann? Oder gibt es in einer freiheitlichen Gesellschaft prinzipiell sehr unterschiedliche Ziele, die zu respektieren sind? Wie ist das in der Praxis umzusetzen?</p>
<p>Was hat Elinor Ostrom zum Problem der Tragedy of the Commons beigetragen? Auf welcher Ebene kann man sinnvollerweise welchen Mehrwert schaffen? Warum können Regelwettbewerbe sehr nützlich sein?</p>
<p>Kommen wir zum Ordoliberalismus. Um welche politisch-ökonomische Strömung handelt es sich dabei? Wer hat ihn begründet, und warum ist es heute relevant, sich damit auseinanderzusetzen?</p>
<p>Geschichtlich greifen wir hier auf die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurück und dann auf die Verwerfungen, die sich durch die Weltkriege ergeben haben und das Deutschland der Nachkriegszeit substantiell definiert haben.</p>
<p>Welche emanzipatorische Wirkung kann von der Marktwirtschaft ausgehen? Warum ist Machtkonzentration und die Vermischung von politischer und wirtschaftlicher Macht ein Problem, und wie kann dies vermieden werden? Welche Art der Wettbewerbsordnung entspringt diesen Überlegungen und Herausforderungen?</p>
<p>Was ist die Basis einer freien und menschenwürdigen Gesellschaft?</p>
<p>Führt all das zur sozialen Marktwirtschaft, einem nach dem Zweiten Weltkrieg sehr erfolgsbewährten Konzept? Was hat all das für Deutschland der Nachkriegszeit bedeutet, was waren die Gründe für das Wirtschaftswunder? Woher kam der Konflikt mit den angelsächsischen Libertären, und was ist in den letzten Jahrzehnten geschehen?</p>
<p>Sind diese Ideen auf die Probleme der heutigen Zeit anwendbar? Was sind die Prinzipien dieser Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, und warum war sie so erfolgreich?</p>
<p>Können Märkte als anti-elitäre Maßnahmen verstanden werden? Was ist das Verhältnis zwischen Populismus und Marktwirtschaft?</p>
<p>Wie ist die politische Orientierung der AfD, und wie ist deren Veränderung über die Zeit zu verstehen?</p>
<p>Warum konnte sich der Ordoliberalismus international nicht durchsetzen?</p>
<p>Erleben wir in den letzten Jahrzehnten, speziell in Mitteleuropa und Großbritannien, die Situation, dass die Probleme ständig zunehmen und die Regierungen glauben, diese mit immer stärkeren staatlichen Eingriffen zu lösen – wie es scheint, mit immer weniger Erfolg? Welche Rolle spielt die Europäische Union in dieser Gemengelage?</p>
<p>Wie ist Javier Milei und dessen Politik – insbesondere vor dem Hintergrund der Geschichte Argentiniens – zu begreifen? Kann es uns in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Österreich gelingen, aus den schweren Verwerfungen und politisch herbeigeführten Krisen evolutionär herauszukommen, oder ist ein totaler Abstieg wie in Argentinien notwendig, bis wir die notwendigen Lehren ziehen?</p>
<p>Anders ausgedrückt: Brauchen wir die Motorsäge, oder reicht der ordoliberale Unkrautstecher?</p>
<p>Sind wir auf dem dauerhaften Weg in die Misere, oder werden manche/viele Dinge tatsächlich besser? Alles schlechtzureden ist ebenfalls kein funktionierendes Rezept für die Zukunft.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/129-rules_daston/'>Episode 129:</a> Rules, A Conversation with Prof. Lorraine Daston
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/126-schwarz_gekleidet-bojanowski/'>Episode 126:</a> Schwarz gekleidet im dunklen Kohlekeller. Ein Gespräch mit Axel Bojanowski
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/117-der_humpelnde_staat_christoph_kletzer/'>Episode 117:</a> Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/108-freie_privatstaedte-2_titus_gebel/'>Episode 108:</a> Freie Privatstädte Teil 2, ein Gespräch mit Titus Gebel
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/089-myth_left_right_hyrum_lewis/'>Episode 89:</a> The Myth of Left and Right, a Conversation with Prof. Hyrum Lewis
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/058-verwaltung_levesque/'>Episode 58:</a> Verwaltung und staatliche Strukturen — ein Gespräch mit Veronika Lévesque
</li>
</ul>
<p>Nils Hesse</p>
<ul>
<li><a href='https://diedezentrale.de/publikationen/'>Publikationen von Nils Hesse</a></li>
<li>
<a href='https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/ordo-2025-2014/html'>Wettbewerb, Cronyismus und Populismus, Ordo (2025)</a>
</li>
<li><a href='https://denkfabrik-r21.de/dicke-bretter-bohren/'>Dickere Bretter bohren! Wie reagieren auf erfolgreiche Populisten?, Denkfabrik R21 (2023)</a></li>
<li><a href='https://open.spotify.com/show/1XEtByufogNFXxmZ3GY7re#:~:text=Drei%20politisch%20engagierte%20Unternehmer%20decken,die%20Realit%C3%A4t%20des%20Industries'>Der Preis ist heiß — Podcast</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>
Reckwitz, Andreas (2020): Das Ende der Illusionen. Politik, Ökonomie und Kultur in der Spätmoderne. Berlin: Suhrkamp.
</li>
<li>
Röpke, Wilhelm (1942/1979): Die Gesellschaftskrisis der Gegenwart. 6. Aufl., Bern, Stuttgart: Paul Haupt.
</li>
<li>
Röpke, Wilhelm (1958/1979): Jenseits von Angebot und Nachfrage. 5. Aufl., Bern: Paul Haupt.
</li>
<li>
Ostrom, Elinor (1990): Governing the Commons. Cambridge: Cambridge University Press.
</li>
<li>
Eucken, Walter (1952/2004): Grundsätze der Wirtschaftspolitik. 7. Aufl., Tübingen: Mohr-Siebeck.
</li>
<li>
Böhm, Franz, Walter Eucken und Hans Großmann-Doerth (1936/2008): Unsere Aufgabe. In: Goldschmidt, Wohlgemuth (Hrsg.): Grundtexte zur Freiburger Tradition der Ordnungsökonomik, Tübingen: Mohr Siebeck, S. 27-37.
</li>
<li>
Erhard, Ludwig (1957/2009): Wohlstand für Alle. Köln: Anaconda.
</li>
<li>
Müller-Armack, Alfred (1946/1990): Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft. München: Kastell.
</li>
<li>
Hayek, Friedrich A. von (1971/1983): Die Verfassung der Freiheit. 2. Aufl., Tübingen: Mohr Siebeck.
</li>
<li>
<a href='https://mises.org/mises-daily/strategy-right'>Rothbard, Murray (1992): A Strategy for the Right. Mises Institute vom 03. September 2010. Abgerufen am 28. November 2022</a>.
</li>
<li>
Friedrich Hayek, Der Weg zur Knechtschaft (1945)
</li>
<li>
Mervyn King, John Kay, Radical Uncertainty, Bridge Street Press (2021)
</li>
<li>
<a href='https://www.nobelprize.org/prizes/economic-sciences/1974/hayek/lecture/'>The Pretence of Knowledge, Friedrich August von Hayek; Nobel Prize Lecture (1974)</a>
</li>
</ul>
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        <itunes:summary>Der Titel der heutigen Episode ist: Populismus und Ordoliberalismus. Das ist wieder eine sehr spannende Episode, denn die Frage, was Populismus eigentlich ausmacht, wie man ihn sinnvollerweise definiert und verortet, scheint in Zeiten, wo solche Begriffe doch verstärkt aktivistisch eingesetzt werden, höchst relevant.

Ich führe dieses Gespräch mit Nils Hesse, der als freier Ordnungsökonomen arbeitet, derzeit zwar in den USA lebt, sich aber mit Artikeln, Beiträgen oder als Host des R21-Klimapodcasts »Der Preis ist heiß« in die deutsche wirtschafts- und klimapolitische Debatte einbringt. Wissenschaftlich setzt er sich ideengeschichtlich und institutionenökonomisch mit dem Verhältnis von Ordoliberalismus und Populismus auseinander und schreibe dazu am Walter-Eucken-Institut an einer Habilitationsschrift. Diese Arbeit ist das Thema unseres Gesprächs.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episode>130</itunes:episode>
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            </item>
    <item>
        <title>129 — Rules, A Conversation with Prof. Lorraine Daston</title>
        <itunes:title>129 — Rules, A Conversation with Prof. Lorraine Daston</itunes:title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/129-rules_daston/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 14 Jul 2025 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>The title of today’s episode is “Rules.” The term “rules” encompasses a variety of concepts, including algorithms, maxims, principles, models, laws, regulations, and even laws of nature. In essence, rules shape our world and our lives. My guest for this conversation is Prof. Lorraine Daston.</p>
<p>Lorraine Daston is Director Emerita at the Max Planck Institute for the History of Science in Berlin, a Permanent Fellow of the Wissenschaftskolleg zu Berlin, and a Visiting Professor in the Committee on Social Thought at the University of Chicago. After studying at Harvard and Cambridge Universities, she taught at Princeton, Harvard, Brandeis, Chicago, and Göttingen Universities before becoming one of the founding directors of the Max Planck Institute for the History of Science in Berlin, serving from 1995 until her retirement in 2019. She has published extensively on topics in the history of science, including probability, wonders, objectivity, and observation. She is a member of the American Academy of Arts and Sciences, the American Philosophical Society, the Leopoldina National Academy of Germany, and a corresponding member of the British Academy.</p>
<p>One of her recent books, titled Rules — the namesake of this episode — will be at the center of our discussion. For our German audience, a German translation of this book is also available. </p>
<p>This episode has another inspiring connection: in Episode 120, I spoke with her husband, Prof. Gerd Gigerenzer. If you are German-speaking, I highly recommend listening to both episodes, as you’ll find a number of overlapping and complementary topics and ideas. </p>
<p>We start with tie question: what are rules, algorithms, maxims, principles, models, laws, regulations — and why such a wide net was cast in the book.</p>

<p>»One way of thinking about rules is to think about them along the axis of specificity versus generality.«</p>

<p>What are thick and thin rules then? Is this a second axis, perpendicular perhaps, to the previous? When are we supposed to exercise judgement — or is a rule supposed to cover all circumstances? How does an unstable and unpredictable world fit into this landscape of rules?</p>

<p>“No rules could be given to oversee when and how rules could be legitimately broken without an infinite regress of rules, meta-rules, meta-meta-rules, and so on. At some point, executive discretion must put an end to the series, and that point cannot be foreseen.”</p>

<p>What about Immanuel Kant and his book titles?</p>
<p>Did our lives become more or less predictable? </p>

<p>»Seit der Antike gilt: es ist egal wann sie geboren sind oder sterben, es läuft immer dasselbe Stück – Dies stimmt seit 200 Jahren nun nicht mehr.«, Peter Sloterdijk</p>

<p>Is the assumption correct that in the past lives were very unpredictable in the short term but rather predictable in the mid and long term, where this is the opposite today?</p>
<p>What can we learn from the rule of St. Benedikt?</p>
<p>Why is it impossible to define rules without exceptions and judgement — what is Wittgensteins example?</p>

<p>“Even what seems to us a straightforward rule — does require interpretation. […]  We cant simply solve the problem of rule following by adding meta-rules of interpretation. This is a procedure which will go on to infinity.”</p>

<p>Why is this a deep and fundamental problem for bureaucracies? What happens if rules get overbearing?</p>
<p>How do we teach rules? Why is “rule as model” an important concept? How do we know that we mastered something?</p>

<p>»I think typical of the things we do best that we are no longer conscious of doing them«</p>

<p>What is the relation between power and rules? We makes the rules, who executes the rules and who has to follow the rules?</p>

<p>“sovereignty as the power to decide on the exception” Carl Schmitt</p>

<p>The German scientist Thomas Bauer asks the question: Did we loose are tolerance for ambiguity?</p>

<p>»Wer Eindeutigkeit erstrebt, wird darauf beharren, dass es stets nur eine einzige Wahrheit geben kann und dass diese Wahrheit auch eindeutig erkennbar ist.«</p>
<p>»Nur dann, wenn etwas rein ist, kann es eindeutig sein.« Thomas Bauer</p>

<p>What is the connection between tolerance for ambiguity and trust?</p>

<p>»There is something really quite strange going on here about this voracios appetite for control, predictability and certainty. The more you have, the more you want.«</p>

<p>Does the desire for purity lead to moralistic arguments and dogmatism? What can we learn from Francois-Jacques Guillote and total surveillance and control in the 18th century and today?</p>

<p>»The more you try to close the loop holes, the more loop holes you create«</p>

<p>What do we learn from all that about the modern world? Do complex societies/organisations need more or less rules? How should these rules be designed?</p>

<p>»It's much better to have a system which has very few rules and the rules are formulated as general principles.«</p>

<p>Roger Scruton asks a fundamental question: What comes first, rules or order?</p>

<p>»We should always remember that legislation does not create legal order but presupposes it.«</p>

<p>What is the relation between knowlesge and power (of rules)?</p>

<p>»It is far easier to concentrate power than to concentrate knowledge.«, Tom Sowell</p>

<p>What about »laws of nature« — how do they fit into the picture of rules? Why do we call regularities of nature »laws«? Can god change the laws of nature? What did Leibniz have to say about that question?</p>

<p>»Something which is entirely without precedent and without any kind of reference to a previously existing genre often just appears chaotic to us.«</p>

<p>And finally, what do rules mean for culture and entertainment? Is there entertainment without rules? Do rules trigger creativity?</p>

<p>»Much as we complain about rules, much as we feel stifled by rules, we nonetheless crave them. […] one definition of culture is: culture and rules are the same thing,«</p>

<p>Is individual freedom in an over-regulated society even possible? Have we traded alleged safety for freedom? Will we finally make the important steps back to accountability and further to resposibility?</p>
<p>Other Episodes</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/122-komplexitaetsillusion_gigerenzer/'>Episode 122</a>: Komplexitätsillusion oder Heuristik, ein Gespräch mit Gerd Gigerenzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/126-schwarz_gekleidet-bojanowski/'>Episode 126:</a> Schwarz gekleidet im dunklen Kohlekeller. Ein Gespräch mit Axel Bojanowski
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/123-feine_grade_frank_zachos/'>Episode 123:</a> Die Natur kennt feine Grade, Ein Gespräch mit Prof. Frank Zachos
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/118-john_ioannidis_science/'>Episode 118:</a> Science and Decision Making under Uncertainty, A Conversation with Prof. John Ioannidis
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/116-science_politics_weinkle/'>Episode 116:</a> Science and Politics, A Conversation with Prof. Jessica Weinkle
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/110-shock_of_the_old-david_edgerton/'>Episode 110:</a> The Shock of the Old, a conversation with David Edgerton
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/079-erica_thompson_model_land/'>Episode 79:</a> Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/058-verwaltung_levesque/'>Episode 58:</a> Verwaltung und staatliche Strukturen — ein Gespräch mit Veronika Lévesque
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55:</a> Strukturen der Welt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/050-geburt_der_gegenwart_achim_landwehr/'>Episode 50:</a> Die Geburt der Gegenwart und die Entdeckung der Zukunft — ein Gespräch mit Prof. Achim Landwehr
</li>
</ul>
<p>References</p>
<ul>
<li>
Prof. Lorraine Daston
<ul>
<li>
<a href='https://www.mpiwg-berlin.mpg.de/de/people/ldaston'>Max Plank Institut for the History of Science</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.amacad.org/person/lorraine-j-daston'>American Academy of Arts and Sciences</a>
</li>
<li>
<a href='https://socialthought.uchicago.edu/directory/Lorraine-Daston'>Univ. of Chicago</a>
</li>
</ul>
</li>
<li>Selected Books by Prof. Daston
<ul>
<li>
Lorraine Daston, Regeln: Eine kurze Geschichte, Suhrkamp (2023)
</li>
<li>
Lorraine Daston, Rules: A Short History of What We Live By, Princeton Univ. Press (2022)
</li>
<li>
Lorraine Daston, Peter Galison, Objectivity, MIT Press (2010)
</li>
<li>
Lorraine Daston, Against Nature, MIT Press (2019)
</li>
<li>
Lorraine Daston, Katharine Park, Wonders and the Order of Nature, 1150-1750, Zone Books (2001)
</li>
<li>
Lorraine Daston, Rivals: How Scientists Learned to Cooperate, Columbia Global Reports (2023)
</li>
</ul>
</li>
<li>
Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft (1781)
</li>
<li>
Immanuel Kant, Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können (1783)
</li>
<li>
Thomas Bauer, Die Vereindeutigung der Welt: Über den Verlust an Mehrdeutigkeit und Vielfalt. Reclam (2018)
</li>
<li>
Roger Scruton, How to be a Conservative, Bloomsbury Continuum (2014)
</li>
<li>
Thomas Sowell, intellectuals and Society, Basic Books (2010)
</li>
<li>
<a href='https://www.youtube.com/watch?v=DHu2qzoZacg'>Peter Sloterdijk: Sternstunden Philosophie</a>
</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>The title of today’s episode is “Rules.” The term “rules” encompasses a variety of concepts, including algorithms, maxims, principles, models, laws, regulations, and even laws of nature. In essence, rules shape our world and our lives. My guest for this conversation is Prof. Lorraine Daston.</p>
<p>Lorraine Daston is Director Emerita at the Max Planck Institute for the History of Science in Berlin, a Permanent Fellow of the Wissenschaftskolleg zu Berlin, and a Visiting Professor in the Committee on Social Thought at the University of Chicago. After studying at Harvard and Cambridge Universities, she taught at Princeton, Harvard, Brandeis, Chicago, and Göttingen Universities before becoming one of the founding directors of the Max Planck Institute for the History of Science in Berlin, serving from 1995 until her retirement in 2019. She has published extensively on topics in the history of science, including probability, wonders, objectivity, and observation. She is a member of the American Academy of Arts and Sciences, the American Philosophical Society, the Leopoldina National Academy of Germany, and a corresponding member of the British Academy.</p>
<p>One of her recent books, titled Rules — the namesake of this episode — will be at the center of our discussion. For our German audience, a German translation of this book is also available. </p>
<p>This episode has another inspiring connection: in Episode 120, I spoke with her husband, Prof. Gerd Gigerenzer. If you are German-speaking, I highly recommend listening to both episodes, as you’ll find a number of overlapping and complementary topics and ideas. </p>
<p>We start with tie question: what are rules, algorithms, maxims, principles, models, laws, regulations — and why such a wide net was cast in the book.</p>

<p>»One way of thinking about rules is to think about them along the axis of specificity versus generality.«</p>

<p>What are thick and thin rules then? Is this a second axis, perpendicular perhaps, to the previous? When are we supposed to exercise judgement — or is a rule supposed to cover all circumstances? How does an unstable and unpredictable world fit into this landscape of rules?</p>

<p>“No rules could be given to oversee when and how rules could be legitimately broken without an infinite regress of rules, meta-rules, meta-meta-rules, and so on. At some point, executive discretion must put an end to the series, and that point cannot be foreseen.”</p>

<p>What about Immanuel Kant and his book titles?</p>
<p>Did our lives become more or less predictable? </p>

<p>»Seit der Antike gilt: es ist egal wann sie geboren sind oder sterben, es läuft immer dasselbe Stück – Dies stimmt seit 200 Jahren nun nicht mehr.«, Peter Sloterdijk</p>

<p>Is the assumption correct that in the past lives were very unpredictable in the short term but rather predictable in the mid and long term, where this is the opposite today?</p>
<p>What can we learn from the rule of St. Benedikt?</p>
<p>Why is it impossible to define rules without exceptions and judgement — what is Wittgensteins example?</p>

<p>“Even what seems to us a straightforward rule — does require interpretation. […]  We cant simply solve the problem of rule following by adding meta-rules of interpretation. This is a procedure which will go on to infinity.”</p>

<p>Why is this a deep and fundamental problem for bureaucracies? What happens if rules get overbearing?</p>
<p>How do we teach rules? Why is “rule as model” an important concept? How do we know that we mastered something?</p>

<p>»I think typical of the things we do best that we are no longer conscious of doing them«</p>

<p>What is the relation between power and rules? We makes the rules, who executes the rules and who has to follow the rules?</p>

<p>“sovereignty as the power to decide on the exception” Carl Schmitt</p>

<p>The German scientist Thomas Bauer asks the question: Did we loose are tolerance for ambiguity?</p>

<p>»Wer Eindeutigkeit erstrebt, wird darauf beharren, dass es stets nur eine einzige Wahrheit geben kann und dass diese Wahrheit auch eindeutig erkennbar ist.«</p>
<p>»Nur dann, wenn etwas rein ist, kann es eindeutig sein.« Thomas Bauer</p>

<p>What is the connection between tolerance for ambiguity and trust?</p>

<p>»There is something really quite strange going on here about this voracios appetite for control, predictability and certainty. The more you have, the more you want.«</p>

<p>Does the desire for purity lead to moralistic arguments and dogmatism? What can we learn from Francois-Jacques Guillote and total surveillance and control in the 18th century and today?</p>

<p>»The more you try to close the loop holes, the more loop holes you create«</p>

<p>What do we learn from all that about the modern world? Do complex societies/organisations need more or less rules? How should these rules be designed?</p>

<p>»It's much better to have a system which has very few rules and the rules are formulated as general principles.«</p>

<p>Roger Scruton asks a fundamental question: What comes first, rules or order?</p>

<p>»We should always remember that legislation does not create legal order but presupposes it.«</p>

<p>What is the relation between knowlesge and power (of rules)?</p>

<p>»It is far easier to concentrate power than to concentrate knowledge.«, Tom Sowell</p>

<p>What about »laws of nature« — how do they fit into the picture of rules? Why do we call regularities of nature »laws«? Can god change the laws of nature? What did Leibniz have to say about that question?</p>

<p>»Something which is entirely without precedent and without any kind of reference to a previously existing genre often just appears chaotic to us.«</p>

<p>And finally, what do rules mean for culture and entertainment? Is there entertainment without rules? Do rules trigger creativity?</p>

<p>»Much as we complain about rules, much as we feel stifled by rules, we nonetheless crave them. […] one definition of culture is: culture and rules are the same thing,«</p>

<p>Is individual freedom in an over-regulated society even possible? Have we traded alleged safety for freedom? Will we finally make the important steps back to accountability and further to resposibility?</p>
<p>Other Episodes</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/122-komplexitaetsillusion_gigerenzer/'>Episode 122</a>: Komplexitätsillusion oder Heuristik, ein Gespräch mit Gerd Gigerenzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/126-schwarz_gekleidet-bojanowski/'>Episode 126:</a> Schwarz gekleidet im dunklen Kohlekeller. Ein Gespräch mit Axel Bojanowski
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/123-feine_grade_frank_zachos/'>Episode 123:</a> Die Natur kennt feine Grade, Ein Gespräch mit Prof. Frank Zachos
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/118-john_ioannidis_science/'>Episode 118:</a> Science and Decision Making under Uncertainty, A Conversation with Prof. John Ioannidis
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/116-science_politics_weinkle/'>Episode 116:</a> Science and Politics, A Conversation with Prof. Jessica Weinkle
</li>
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<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/110-shock_of_the_old-david_edgerton/'>Episode 110:</a> The Shock of the Old, a conversation with David Edgerton
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/079-erica_thompson_model_land/'>Episode 79:</a> Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/058-verwaltung_levesque/'>Episode 58:</a> Verwaltung und staatliche Strukturen — ein Gespräch mit Veronika Lévesque
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55:</a> Strukturen der Welt
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<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/050-geburt_der_gegenwart_achim_landwehr/'>Episode 50:</a> Die Geburt der Gegenwart und die Entdeckung der Zukunft — ein Gespräch mit Prof. Achim Landwehr
</li>
</ul>
<p>References</p>
<ul>
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Prof. Lorraine Daston
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<li>
<a href='https://www.mpiwg-berlin.mpg.de/de/people/ldaston'>Max Plank Institut for the History of Science</a>
</li>
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<a href='https://www.amacad.org/person/lorraine-j-daston'>American Academy of Arts and Sciences</a>
</li>
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<a href='https://socialthought.uchicago.edu/directory/Lorraine-Daston'>Univ. of Chicago</a>
</li>
</ul>
</li>
<li>Selected Books by Prof. Daston
<ul>
<li>
Lorraine Daston, Regeln: Eine kurze Geschichte, Suhrkamp (2023)
</li>
<li>
Lorraine Daston, Rules: A Short History of What We Live By, Princeton Univ. Press (2022)
</li>
<li>
Lorraine Daston, Peter Galison, Objectivity, MIT Press (2010)
</li>
<li>
Lorraine Daston, Against Nature, MIT Press (2019)
</li>
<li>
Lorraine Daston, Katharine Park, Wonders and the Order of Nature, 1150-1750, Zone Books (2001)
</li>
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Lorraine Daston, Rivals: How Scientists Learned to Cooperate, Columbia Global Reports (2023)
</li>
</ul>
</li>
<li>
Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft (1781)
</li>
<li>
Immanuel Kant, Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können (1783)
</li>
<li>
Thomas Bauer, Die Vereindeutigung der Welt: Über den Verlust an Mehrdeutigkeit und Vielfalt. Reclam (2018)
</li>
<li>
Roger Scruton, How to be a Conservative, Bloomsbury Continuum (2014)
</li>
<li>
Thomas Sowell, intellectuals and Society, Basic Books (2010)
</li>
<li>
<a href='https://www.youtube.com/watch?v=DHu2qzoZacg'>Peter Sloterdijk: Sternstunden Philosophie</a>
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</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>The title of today’s episode is “Rules.” The term “rules” encompasses a variety of concepts, including algorithms, maxims, principles, models, laws, regulations, and even laws of nature. In essence, rules shape our world and our lives. My guest for this conversation is Prof. Lorraine Daston.

Lorraine Daston is Director Emerita at the Max Planck Institute for the History of Science in Berlin, a Permanent Fellow of the Wissenschaftskolleg zu Berlin, and a Visiting Professor in the Committee on Social Thought at the University of Chicago. After studying at Harvard and Cambridge Universities, she taught at Princeton, Harvard, Brandeis, Chicago, and Göttingen Universities before becoming one of the founding directors of the Max Planck Institute for the History of Science in Berlin, serving from 1995 until her retirement in 2019. She has published extensively on topics in the history of science, including probability, wonders, objectivity, and observation. She is a member of the American Academy of Arts and Sciences, the American Philosophical Society, the Leopoldina National Academy of Germany, and a corresponding member of the British Academy.

One of her recent books, titled Rules — the namesake of this episode — will be at the center of our discussion. For our German audience, a German translation of this book is also available. 

This episode has another inspiring connection: in Episode 120, I spoke with her husband, Prof. Gerd Gigerenzer. If you are German-speaking, I highly recommend listening to both episodes, as you’ll find a number of overlapping and complementary topics and ideas.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
        <itunes:explicit>false</itunes:explicit>
        <itunes:block>No</itunes:block>
        <itunes:duration>3689</itunes:duration>
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        <itunes:episode>129</itunes:episode>
        <itunes:episodeType>full</itunes:episodeType>
            </item>
    <item>
        <title>128 — Aufbruch in die Moderne — Der Mann, der die Welt erfindet!</title>
        <itunes:title>128 — Aufbruch in die Moderne — Der Mann, der die Welt erfindet!</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/128-aufbruch_in_die_moderne/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/128-aufbruch_in_die_moderne/#comments</comments>        <pubDate>Tue, 01 Jul 2025 18:14:24 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Ich war im April in England. Ich erzähle das nicht deshalb, weil ich jetzt einen neuen Reise-Podcast mache oder ihnen <a href='https://photos.schatten.info'>Urlaubsphotos</a> zeigen möchte. Aber diese Reise war eingerahmt von zwei Themen: Isambard Kingdom Brunel und einem Abend des Spectator-Magazins mit Douglas Murray, der sein neues und sehr wichtiges Buch vorgestellt hat.</p>
<p></p>
<p>Isambard Kingdom Brunel vor der SS Great Western</p>
<p>Ich hatte eigentlich vor, eine schnelle Episode (?) zu dem Thema zu machen und über die Eindrücke zu plaudern und zum Nachdenken anzuregen— und dann sind es wieder mehr als zwei Monate intensiver Recherche und das Lesen von vier Büchern geworden, bis ich mich hier sozusagen eingeschwungen habe. Keine Minute davon war für mich allerdings verloren.</p>
<p>Sollten Sie, wie viele, den Namen Brunel noch nie gehört haben, umso besser: bleiben sie dran, ich garantiere ihnen, es wird eine faszinierende und vor allem inspirierende Geschichte, die zum Weiterdenken anregen wird. </p>
<p></p>
<p>SS Great Britain</p>
<p>Die heutige Episode steht für mich auch vor dem Hintergrund meiner Buch-Recherche vor allem was die Zeit des 19. Jahrhunderts betrifft und die Folgen für unsere moderne Zivilisation. Diese Recherche hat mich auf mehreren Ebenen beeindruckt und verändert, aber auch etwas ärgerlich gemacht, um ehrlich zu sein. Ich war überrascht, wie wenig ich über diese absolut transformative Zeit wusste, in der Schule gelernt habe und wie wenig dies in der Öffentlichkeit thematisiert wird. Damit meine ich nicht nur die geschichtliche Dimension, sondern auch die Lehren, die man daraus ziehen kann und, wie ich denke, ziehen muss. </p>
<p>Welchen Pfad bin ich über die letzten sechs Jahre im Podcast gegangen? Bin ich schlauer geworden? Habe ich meine Ansichten verändert?</p>
<p>Welche unglaubliche Geschichte des Erfolgs und der Transformation zeichnet diese Generation von Erfindern und Unternehmern des 19. Jahrhunderts und was können (oder sollen?!) wir von ihnen lernen?</p>
<p></p>
<p>Sir Joseph Paxton</p>

<p>»Paxton war vor natürlich ein Gärtner, aber als Pionier unter den self made Männern der viktorianischen Ära gehörte er einer Generation an, die ihre Zeit als Übergang von der Vergangenheit in die Zukunft betrachtete und die Innovationen des Tages begrüßte.«</p>

<p>Wir begegnen einer Generation von Machern, nicht Raunzern und Defätisten.</p>

<p>»Wie viele seiner Zeitgenossen, schien er fähig zu sein, nahezu jede Aufgabe zu lösen.«</p>

<p></p>
<p>Crystal Palace im Hyde Park</p>
<p>Aber hilft uns dies in der heutigen Welt?</p>

<p>»Could our society produce another Brunel? It is difficult to see how.«, Steven Brindle</p>

<p>Das wäre ein unfassbarer Stillstand. Wollen wir uns mit einem solchen Gedanken zufrieden geben?</p>

<p>»One of the sad signs of our times is that we have demonized those who produce, subsidized those who refuse to produce, and canonized those who complain.«, Thomas Sowell</p>

<p>Sind wir eine von Ängsten erfüllte, stagnierende Gesellschaft geworden, vor allem in Europa?</p>

<p>»No Risk no fun, aber stärker: no Risk, no survival.«</p>

<p>Der Versuch, alle Risiken zu vermeiden wird selbst zum größten Risiko.</p>

<p>»Man kann mit den Ideen der Vergangenheit nicht in die Zukunft gelangen. Das Gestalten der Zukunft birgt Risiken und bringt Probleme mit sich. Diese Risiken nicht einzugehen legt aber noch viel größere Risiken offen.«</p>

<p>Und der Blick in die Vergangenheit stellt weitere Fragen: gab es je Zeiten, die sicher waren, in denen man ruhig und entspannt an der Zukunft arbeiten konnte?</p>

<p>»Human life has always been lived on the edge of a precipice. Human culture has always had to exist under the shadow of something infinitely more important than itself. If man had postponed the search for knowledge and beauty until they were secure, the search would never had begun. […]</p>
<p>Life has never been normal.«, C. S. Lewis</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/126-schwarz_gekleidet-bojanowski/'>Episode 126:</a> Schwarz gekleidet im dunklen Kohlekeller. Ein Gespräch mit Axel Bojanowski
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/122-komplexitaetsillusion_gigerenzer/'>Episode 122</a>: Komplexitätsillusion oder Heuristik, ein Gespräch mit Gerd
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/121-kuenstliche_unintelligenz/'>Episode 121:</a> Künstliche Unintelligenz
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/120-radermacher_all_in/'>Episode 120:</a> All In: Energie, Wohlstand und die Zukunft der Welt: Ein Gespräch mit Prof. Franz Josef Radermacher
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/117-der_humpelnde_staat_christoph_kletzer/'>Episode 117:</a> Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/110-shock_of_the_old-david_edgerton/'>Episode 110:</a> The Shock of the Old, a conversation with David Edgerton
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/096-komoedie_vince_ebert/'>Episode 96:</a> Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/086-judith_curry-climate_risk/'>Episode 86:</a> Climate Uncertainty and Risk, a conversation with Dr. Judith Curry
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/071-stagnation_fortschritt-reflexion_leben/'>Episode 71</a>: Stagnation oder Fortschritt — eine Reflexion an der Geschichte eines Lebens
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/065-getting-nothing-done-2/'>Episode 65:</a> Getting Nothing Done — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Episode 64:</a> Getting Nothing Done — Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/050-geburt_der_gegenwart_achim_landwehr/'>Episode 50:</a> Die Geburt der Gegenwart und die Entdeckung der Zukunft — ein Gespräch mit Prof. Achim Landwehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/035-wartung/'>Episode 35:</a> Innovation oder: Alle Existenz ist Wartung?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/029-push_oder_pull/'>Episode 29:</a> Fakten oder Geschichten? Wie gestalten wir die Zukunft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/006-messen-was-messbar-ist/'>Episode 6:</a> Messen, was messbar ist?
</li>
</ul>
<p>Photos</p>
<ul>
<li><a href='https://en.wikipedia.org/wiki/File:Robert_Howlett_(Isambard_Kingdom_Brunel_Standing_Before_the_Launching_Chains_of_the_Great_Eastern),_The_Metropolitan_Museum_of_Art_-_restoration1.jpg'>Isambard Kingdom Brunel (Wikimedia)</a></li>
<li><a href='https://commons.wikimedia.org/wiki/File:The_Crystal_Palace_in_Hyde_Park_for_Grand_International_Exhibition_of_1851.jpg'>The Crystal Palace in Hyde Park for Grand International Exhibition of 1851 (Wikimedia)</a></li>
<li><a href='https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Joseph_Paxton_by_Maull_%26_Co,_c1860s.jpg'>Joseph Paxton (Wikimedia)</a></li>
<li><a href='https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Launch-of-the-SS-GB.jpg'>Launch of the SS-Great Britain (Wikimedia)</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>Steven Brindle, Brunel: The Man Who Built the World, W&amp;N (2006)</li>
<li><a href='https://www.gutenberg.org/ebooks/41210'>Isambard Brunel, The Life of Isambard Kingdom Brunel, Civil Engineer, Longmans, Green, And CO (1870)</a></li>
<li>Helen Doe, SS Great Britain, Amberley (2022)</li>
<li>Helen Doe, The First Atlantic Liner, Brunel's Great Western Steamship, Amberley (2020)</li>
<li>Kate Colquhoun, A Thing in Disguise, The Visionary Life of Joseph Paxton, Fourth Estate (2012)</li>
<li><a href='https://www.oxfordhomeschooling.co.uk/blog/brunel-and-his-great-bridges/'>Brunel And His Great Bridges</a></li>
<li><a href='https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/0310057X1404201S02'>C. G. Merridew, I. K. Brunel's Crimean War Hospital (2014)</a></li>
<li>Douglas Murray, On Democracies and Death Cults: Israel and the Future of Civilization, Broadside (2025)</li>
<li>Thomas Sowell, Ever Wonder Why?, Hoover Institution Press (2006)</li>
<li><a href='https://www.christendom.edu/wp-content/uploads/2021/02/Learning-In-Wartime-C.S.-Lewis-1939.pdf'>C. S. Lewis, Learning in Wartimes (1939)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Ich war im April in England. Ich erzähle das nicht deshalb, weil ich jetzt einen neuen Reise-Podcast mache oder ihnen <a href='https://photos.schatten.info'>Urlaubsphotos</a> zeigen möchte. Aber diese Reise war eingerahmt von zwei Themen: Isambard Kingdom Brunel und einem Abend des Spectator-Magazins mit Douglas Murray, der sein neues und sehr wichtiges Buch vorgestellt hat.</p>
<p></p>
<p><em>Isambard Kingdom Brunel vor der SS Great Western</em></p>
<p>Ich hatte eigentlich vor, eine schnelle Episode (?) zu dem Thema zu machen und über die Eindrücke zu plaudern und zum Nachdenken anzuregen— und dann sind es wieder mehr als zwei Monate intensiver Recherche und das Lesen von vier Büchern geworden, bis ich mich hier sozusagen eingeschwungen habe. Keine Minute davon war für mich allerdings verloren.</p>
<p>Sollten Sie, wie viele, den Namen Brunel noch nie gehört haben, umso besser: bleiben sie dran, ich garantiere ihnen, es wird eine faszinierende und vor allem inspirierende Geschichte, die zum Weiterdenken anregen wird. </p>
<p></p>
<p><em>SS Great Britain</em></p>
<p>Die heutige Episode steht für mich auch vor dem Hintergrund meiner Buch-Recherche vor allem was die Zeit des 19. Jahrhunderts betrifft und die Folgen für unsere moderne Zivilisation. Diese Recherche hat mich auf mehreren Ebenen beeindruckt und verändert, aber auch etwas ärgerlich gemacht, um ehrlich zu sein. Ich war überrascht, wie wenig ich über diese absolut transformative Zeit wusste, in der Schule gelernt habe und wie wenig dies in der Öffentlichkeit thematisiert wird. Damit meine ich nicht nur die geschichtliche Dimension, sondern auch die Lehren, die man daraus ziehen kann und, wie ich denke, ziehen muss. </p>
<p>Welchen Pfad bin ich über die letzten sechs Jahre im Podcast gegangen? Bin ich schlauer geworden? Habe ich meine Ansichten verändert?</p>
<p>Welche unglaubliche Geschichte des Erfolgs und der Transformation zeichnet diese Generation von Erfindern und Unternehmern des 19. Jahrhunderts und was können (oder sollen?!) wir von ihnen lernen?</p>
<p></p>
<p><em>Sir Joseph Paxton</em></p>

<p>»Paxton war vor natürlich ein Gärtner, aber als Pionier unter den self made Männern der viktorianischen Ära gehörte er einer Generation an, die ihre Zeit als Übergang von der Vergangenheit in die Zukunft betrachtete und die Innovationen des Tages begrüßte.«</p>

<p>Wir begegnen einer Generation von Machern, nicht Raunzern und Defätisten.</p>

<p>»Wie viele seiner Zeitgenossen, schien er fähig zu sein, nahezu jede Aufgabe zu lösen.«</p>

<p></p>
<p><em>Crystal Palace im Hyde Park</em></p>
<p>Aber hilft uns dies in der heutigen Welt?</p>

<p>»Could our society produce another Brunel? It is difficult to see how.«, Steven Brindle</p>

<p>Das wäre ein unfassbarer Stillstand. Wollen wir uns mit einem solchen Gedanken zufrieden geben?</p>

<p>»One of the sad signs of our times is that we have demonized those who produce, subsidized those who refuse to produce, and canonized those who complain.«, Thomas Sowell</p>

<p>Sind wir eine von Ängsten erfüllte, stagnierende Gesellschaft geworden, vor allem in Europa?</p>

<p>»No Risk no fun, aber stärker: no Risk, no survival.«</p>

<p>Der Versuch, alle Risiken zu vermeiden wird selbst zum größten Risiko.</p>

<p>»Man kann mit den Ideen der Vergangenheit nicht in die Zukunft gelangen. Das Gestalten der Zukunft birgt Risiken und bringt Probleme mit sich. Diese Risiken nicht einzugehen legt aber noch viel größere Risiken offen.«</p>

<p>Und der Blick in die Vergangenheit stellt weitere Fragen: gab es je Zeiten, die sicher waren, in denen man ruhig und entspannt an der Zukunft arbeiten konnte?</p>

<p>»Human life has always been lived on the edge of a precipice. Human culture has always had to exist under the shadow of something infinitely more important than itself. If man had postponed the search for knowledge and beauty until they were secure, the search would never had begun. […]</p>
<p>Life has never been normal.«, C. S. Lewis</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/126-schwarz_gekleidet-bojanowski/'>Episode 126:</a> Schwarz gekleidet im dunklen Kohlekeller. Ein Gespräch mit Axel Bojanowski
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/122-komplexitaetsillusion_gigerenzer/'>Episode 122</a>: Komplexitätsillusion oder Heuristik, ein Gespräch mit Gerd
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/121-kuenstliche_unintelligenz/'>Episode 121:</a> Künstliche Unintelligenz
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/120-radermacher_all_in/'>Episode 120:</a> All In: Energie, Wohlstand und die Zukunft der Welt: Ein Gespräch mit Prof. Franz Josef Radermacher
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/117-der_humpelnde_staat_christoph_kletzer/'>Episode 117:</a> Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/110-shock_of_the_old-david_edgerton/'>Episode 110:</a> The Shock of the Old, a conversation with David Edgerton
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/096-komoedie_vince_ebert/'>Episode 96:</a> Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/086-judith_curry-climate_risk/'>Episode 86:</a> Climate Uncertainty and Risk, a conversation with Dr. Judith Curry
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/071-stagnation_fortschritt-reflexion_leben/'>Episode 71</a>: Stagnation oder Fortschritt — eine Reflexion an der Geschichte eines Lebens
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/065-getting-nothing-done-2/'>Episode 65:</a> Getting Nothing Done — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Episode 64:</a> Getting Nothing Done — Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/050-geburt_der_gegenwart_achim_landwehr/'>Episode 50:</a> Die Geburt der Gegenwart und die Entdeckung der Zukunft — ein Gespräch mit Prof. Achim Landwehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/035-wartung/'>Episode 35:</a> Innovation oder: Alle Existenz ist Wartung?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/029-push_oder_pull/'>Episode 29:</a> Fakten oder Geschichten? Wie gestalten wir die Zukunft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/006-messen-was-messbar-ist/'>Episode 6:</a> Messen, was messbar ist?
</li>
</ul>
<p>Photos</p>
<ul>
<li><a href='https://en.wikipedia.org/wiki/File:Robert_Howlett_(Isambard_Kingdom_Brunel_Standing_Before_the_Launching_Chains_of_the_Great_Eastern),_The_Metropolitan_Museum_of_Art_-_restoration1.jpg'>Isambard Kingdom Brunel (Wikimedia)</a></li>
<li><a href='https://commons.wikimedia.org/wiki/File:The_Crystal_Palace_in_Hyde_Park_for_Grand_International_Exhibition_of_1851.jpg'>The Crystal Palace in Hyde Park for Grand International Exhibition of 1851 (Wikimedia)</a></li>
<li><a href='https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Joseph_Paxton_by_Maull_%26_Co,_c1860s.jpg'>Joseph Paxton (Wikimedia)</a></li>
<li><a href='https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Launch-of-the-SS-GB.jpg'>Launch of the SS-Great Britain (Wikimedia)</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>Steven Brindle, Brunel: The Man Who Built the World, W&amp;N (2006)</li>
<li><a href='https://www.gutenberg.org/ebooks/41210'>Isambard Brunel, The Life of Isambard Kingdom Brunel, Civil Engineer, Longmans, Green, And CO (1870)</a></li>
<li>Helen Doe, SS Great Britain, Amberley (2022)</li>
<li>Helen Doe, The First Atlantic Liner, Brunel's Great Western Steamship, Amberley (2020)</li>
<li>Kate Colquhoun, A Thing in Disguise, The Visionary Life of Joseph Paxton, Fourth Estate (2012)</li>
<li><a href='https://www.oxfordhomeschooling.co.uk/blog/brunel-and-his-great-bridges/'>Brunel And His Great Bridges</a></li>
<li><a href='https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/0310057X1404201S02'>C. G. Merridew, I. K. Brunel's Crimean War Hospital (2014)</a></li>
<li>Douglas Murray, On Democracies and Death Cults: Israel and the Future of Civilization, Broadside (2025)</li>
<li>Thomas Sowell, Ever Wonder Why?, Hoover Institution Press (2006)</li>
<li><a href='https://www.christendom.edu/wp-content/uploads/2021/02/Learning-In-Wartime-C.S.-Lewis-1939.pdf'>C. S. Lewis, Learning in Wartimes (1939)</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary>Ich war im April in England. Ich erzähle das nicht deshalb, weil ich jetzt einen neuen Reise-Podcast mache oder ihnen Urlaubsphotos zeigen möchte. Aber diese Reise war eingerahmt von zwei Themen: Isambard Kingdom Brunel und einem Abend des Spectator-Magazins mit Douglas Murray, der sein neues und sehr wichtiges Buch vorgestellt hat.

Ich hatte eigentlich vor, eine schnelle Episode (?) zu dem Thema zu machen und über die Eindrücke zu plaudern und zum Nachdenken anzuregen— und dann sind es wieder mehr als zwei Monate intensiver Recherche und das Lesen von vier Büchern geworden, bis ich mich hier sozusagen eingeschwungen habe. Keine Minute davon war für mich allerdings verloren.

Sollten Sie, wie viele, den Namen Brunel noch nie gehört haben, umso besser: bleiben sie dran, ich garantiere ihnen, es wird eine faszinierende und vor allem inspirierende Geschichte, die zum Weiterdenken anregen wird. 

Die heutige Episode steht für mich auch vor dem Hintergrund meiner Buch-Recherche vor allem was die Zeit des 19. Jahrhunderts betrifft und die Folgen für unsere moderne Zivilisation. Diese Recherche hat mich auf mehreren Ebenen beeindruckt und verändert, aber auch etwas ärgerlich gemacht, um ehrlich zu sein. Ich war überrascht, wie wenig ich über diese absolut transformative Zeit wusste, in der Schule gelernt habe und wie wenig dies in der Öffentlichkeit thematisiert wird. Damit meine ich nicht nur die geschichtliche Dimension, sondern auch die Lehren, die man daraus ziehen kann und, wie ich denke, ziehen muss. 

Welchen Pfad bin ich über die letzten sechs Jahre im Podcast gegangen? Bin ich schlauer geworden? Habe ich meine Ansichten verändert?

Welche unglaubliche Geschichte des Erfolgs und der Transformation zeichnet diese Generation von Erfindern und Unternehmern des 19. Jahrhunderts und was können (oder sollen?!) wir von ihnen lernen?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>127 — Nicht einmal die Schweiz ist neutral...</title>
        <itunes:title>127 — Nicht einmal die Schweiz ist neutral...</itunes:title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/127-neutral/#comments</comments>        <pubDate>Thu, 19 Jun 2025 16:31:20 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Der Titel dieser kurzen Episode ist »Nicht einmal die Schweiz ist neutral...«, was können wir dann von Wissenschaftern, Journalisten und anderen öffentlichen Denkern und Kommentatoren erwarten? Es ist aufs Neue eine Episode die zum Nachdenken und Widerspruch anregen soll. </p>
<p>Der Auslöser dieser Episode ist ein Tweet, wo mir vorgeworfen wurde, ich würde meiner Glaubwürdigkeit schaden, weil ich eine bestimmte Position in einer Sachfrage vertrete und einen diesbezüglichen Tweet retweetet hätte. Es geht hier nicht um diese Sache an sich, sondern um die dahinterliegende Frage, die ich für gerechtfertigt halte.</p>
<p>Zunächst einmal stellt sich die Frage: Ist Neutralität überhaupt ein Ziel?</p>
<p>Noch grundsätzlicher gedacht: Niemand ist neutral. Damit haben wir eine Überschneidung mit dem Titel der letzten Episode. Sie erinnern sich vielleicht an den Kohlenkeller. Das Zitat von Karl Popper  lautete:</p>

<p>»Wissenschaft ist, wenn man schwarz gekleidet in einem dunklen Kohlenkeller nach einer schwarzen Katze sucht, von der man gar nicht weiß, ob sie existiert.«</p>

<p>Wie sollte eine solche Neutralität auch aussehen? Wozu dürfte ich mich äußern? Ist Neutralität auf der individuellen Ebene in Wahrheit unmöglich?</p>
<p>An dieser Stelle möchte ich wieder zwei meiner Lieblingszitate von Karl Popper aus dem Buch »Auf der Suche nach einer besseren Welt« aus dem Jahr 1987 bringen:</p>

<p>»Klarheit ist ein intellektueller Wert an sich; Genauigkeit und Präzision aber sind es nicht.« und »Wir dürfen nie vorgeben zu wissen, und dürfen nie große Worte gebrauchen«</p>

<p>Leider wird das oftmals nicht gemacht und Popper folgert:</p>

<p>»Das Verfahren – wo die Argumente fehlen, da ersetze man sie durch den Wortschwall – war erfolgreich.«</p>

<p>Wann und wie sollte man sich also in der Öffentlichkeit äußern? Welches Risiko eingehen? Verliert man Freunde oder Kollegen, wenn man seine Ansicht äußert? Was sagt das über unsere Gesellschaft? Sind wir in Geiselhaft einer kleinen, aber aggressiven und illiberalen Elite?</p>

<p>»When you are the smartes person in the room, you are in the wrong room.«</p>

<p>Aber es gibt nicht nur die individuelle Ebene. Gibt es einen fundamentalen und wichtig zu verstehenden Unterschied zwischen Individuum und Organisation/Gruppe? Was sollten wir hier bedenken?</p>

<p>»Strongly held convictions that are prior to research often seem to be a precondition for success in the sciences.«, Thomas S. Kuhn</p>

<p>Die Suche nach Erkenntnis und Wahrheit ist ein ewiger Kampf. Ein Kampf, der sich nicht delegieren lässt. Nur Diktatoren behaupten, dieses Problem lösen zu können; behaupten Organisationen zu haben, die Missinformation (was immer das konkret bedeuten soll) erkennen und verhindern.</p>
<p>Ich bin davon überzeugt, dass autoritäre, paternalistische und totalitäre Ideen immer schreckliche Folgen haben. Niemand ist neutral, niemand hat die Wahrheit gepachtet. Versuchen wir also, unsere unterschiedlichen Ansichten fundiert und nachvollziehbar darzustellen und in den kritischen Diskurs zu gehen.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/126-schwarz_gekleidet-bojanowski/'>Episode 126:</a> Schwarz gekleidet im dunklen Kohlekeller. Ein Gespräch mit Axel Bojanowski
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/121-kuenstliche_unintelligenz/'>Episode 121:</a> Künstliche Unintelligenz
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/118-john_ioannidis_science/'>Episode 118:</a> Science and Decision Making under Uncertainty, A Conversation with Prof. John Ioannidis
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/117-der_humpelnde_staat_christoph_kletzer/'>Episode 117:</a> Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/116-science_politics_weinkle/'>Episode 116:</a> Science and Politics, A Conversation with Prof. Jessica Weinkle
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit  Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/096-komoedie_vince_ebert/'>Episode 96:</a> Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/001-einleitung/'>Episode 1:</a> Zukunft Denken – eine gemeinsame Reise
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>Karl Popper, Auf der Suche nach einer besseren Welt (1987)</li>
<li>Thomas S. Kuhn, The Function of Dogma in Scientific Research, in A.C. Crombie, ed. Scientific Change: Historical Studies in the Intellectual, Social and Technical Conditions for Scientific Discovery and Technical Invention, From Antiquity to the Present. New York: Basic Books, pp. 347-69. (1963)</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Der Titel dieser kurzen Episode ist »Nicht einmal die Schweiz ist neutral...«, was können wir dann von Wissenschaftern, Journalisten und anderen öffentlichen Denkern und Kommentatoren erwarten? Es ist aufs Neue eine Episode die zum Nachdenken und Widerspruch anregen soll. </p>
<p>Der Auslöser dieser Episode ist ein Tweet, wo mir vorgeworfen wurde, ich würde meiner Glaubwürdigkeit schaden, weil ich eine bestimmte Position in einer Sachfrage vertrete und einen diesbezüglichen Tweet retweetet hätte. Es geht hier nicht um diese Sache an sich, sondern um die dahinterliegende Frage, die ich für gerechtfertigt halte.</p>
<p>Zunächst einmal stellt sich die Frage: Ist Neutralität überhaupt ein Ziel?</p>
<p>Noch grundsätzlicher gedacht: Niemand ist neutral. Damit haben wir eine Überschneidung mit dem Titel der letzten Episode. Sie erinnern sich vielleicht an den Kohlenkeller. Das Zitat von Karl Popper  lautete:</p>

<p>»Wissenschaft ist, wenn man schwarz gekleidet in einem dunklen Kohlenkeller nach einer schwarzen Katze sucht, von der man gar nicht weiß, ob sie existiert.«</p>

<p>Wie sollte eine solche Neutralität auch aussehen? Wozu dürfte ich mich äußern? Ist Neutralität auf der individuellen Ebene in Wahrheit unmöglich?</p>
<p>An dieser Stelle möchte ich wieder zwei meiner Lieblingszitate von Karl Popper aus dem Buch »Auf der Suche nach einer besseren Welt« aus dem Jahr 1987 bringen:</p>

<p>»Klarheit ist ein intellektueller Wert an sich; Genauigkeit und Präzision aber sind es nicht.« und »Wir dürfen nie vorgeben zu wissen, und dürfen nie große Worte gebrauchen«</p>

<p>Leider wird das oftmals nicht gemacht und Popper folgert:</p>

<p>»Das Verfahren – wo die Argumente fehlen, da ersetze man sie durch den Wortschwall – war erfolgreich.«</p>

<p>Wann und wie sollte man sich also in der Öffentlichkeit äußern? Welches Risiko eingehen? Verliert man Freunde oder Kollegen, wenn man seine Ansicht äußert? Was sagt das über unsere Gesellschaft? Sind wir in Geiselhaft einer kleinen, aber aggressiven und illiberalen Elite?</p>

<p>»When you are the smartes person in the room, you are in the wrong room.«</p>

<p>Aber es gibt nicht nur die individuelle Ebene. Gibt es einen fundamentalen und wichtig zu verstehenden Unterschied zwischen Individuum und Organisation/Gruppe? Was sollten wir hier bedenken?</p>

<p>»Strongly held convictions that are prior to research often seem to be a precondition for success in the sciences.«, Thomas S. Kuhn</p>

<p>Die Suche nach Erkenntnis und Wahrheit ist ein ewiger Kampf. Ein Kampf, der sich nicht delegieren lässt. Nur Diktatoren behaupten, dieses Problem lösen zu können; behaupten Organisationen zu haben, die Missinformation (was immer das konkret bedeuten soll) erkennen und verhindern.</p>
<p>Ich bin davon überzeugt, dass autoritäre, paternalistische und totalitäre Ideen immer schreckliche Folgen haben. Niemand ist neutral, niemand hat die Wahrheit gepachtet. Versuchen wir also, unsere unterschiedlichen Ansichten fundiert und nachvollziehbar darzustellen und in den kritischen Diskurs zu gehen.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/126-schwarz_gekleidet-bojanowski/'>Episode 126:</a> Schwarz gekleidet im dunklen Kohlekeller. Ein Gespräch mit Axel Bojanowski
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/121-kuenstliche_unintelligenz/'>Episode 121:</a> Künstliche Unintelligenz
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/118-john_ioannidis_science/'>Episode 118:</a> Science and Decision Making under Uncertainty, A Conversation with Prof. John Ioannidis
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/117-der_humpelnde_staat_christoph_kletzer/'>Episode 117:</a> Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/116-science_politics_weinkle/'>Episode 116:</a> Science and Politics, A Conversation with Prof. Jessica Weinkle
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit  Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/096-komoedie_vince_ebert/'>Episode 96:</a> Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/001-einleitung/'>Episode 1:</a> Zukunft Denken – eine gemeinsame Reise
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>Karl Popper, Auf der Suche nach einer besseren Welt (1987)</li>
<li>Thomas S. Kuhn, The Function of Dogma in Scientific Research, in A.C. Crombie, ed. Scientific Change: Historical Studies in the Intellectual, Social and Technical Conditions for Scientific Discovery and Technical Invention, From Antiquity to the Present. New York: Basic Books, pp. 347-69. (1963)</li>
</ul>
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        <itunes:summary>Der Titel dieser kurzen Episode ist »Nicht einmal die Schweiz ist neutral...«, was können wir dann von Wissenschaftern, Journalisten und anderen öffentlichen Denkern und Kommentatoren erwarten? Es ist aufs Neue eine Episode die zum Nachdenken und Widerspruch anregen soll. 

Der Auslöser dieser Episode ist ein Tweet, wo mir vorgeworfen wurde, ich würde meiner Glaubwürdigkeit schaden, weil ich eine bestimmte Position in einer Sachfrage vertrete und einen diesbezüglichen Tweet retweetet hätte. Es geht hier nicht um diese Sache an sich, sondern um die dahinterliegende Frage, die ich für gerechtfertigt halte.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episode>127</itunes:episode>
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            </item>
    <item>
        <title>126 — Schwarz gekleidet im dunklen Kohlekeller. Ein Gespräch mit Axel Bojanowski</title>
        <itunes:title>126 — Schwarz gekleidet im dunklen Kohlekeller. Ein Gespräch mit Axel Bojanowski</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/126-schwarz_gekleidet-bojanowski/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/126-schwarz_gekleidet-bojanowski/#comments</comments>        <pubDate>Tue, 10 Jun 2025 09:38:54 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Das ist ein Gespräch, das mir sehr viel Spaß gemacht. Axel Bojanowski und ich haben gleich zu Beginn der virtuellen Session losgelegt und diskutiert, bis ich dann den Notstopp ziehen musste — schließlich sollte das eine Podcast-Folge werden und nicht nur eine höchst interessante Diskussion unter vier Augen.</p>
<p>Der Titel dieser Folge ist vielleicht kurios, aber mir ist das Zitat von Karl Popper aus den 1980er Jahren eingefallen:</p>

<p>»Wissenschaft ist, wenn man schwarz gekleidet in einem dunklen Kohlenkeller nach einer schwarzen Katze sucht, von der man gar nicht weiß, ob sie existiert.«</p>

<p>Davon leiten sich alle möglichen Folgen ab, unter anderem, dass Wissenschaft immer von Annahmen geprägt ist. Sie ist auch mit zum Teil großer Unsicherheit verbunden. Viel Bescheidenheit und Selbstkritik wären in der Interpretation und Darstellung notwendig.</p>
<p>Davon ist in der heutigen Welt nicht viel zu finden. Besonders nicht Bescheidenheit und kritische, kluge Reflexion als Fundament unserer politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen, eher aktivistische Grabenkämpfe, die mehr mit dem Circus Maximus als mit Expertenwesen zu tun haben. </p>
<p>Wir behandeln folglich in dieser Episode Qualitätsprobleme in der Wissenschaft, Aktivismus, die Rolle von Journalisten und Medien, Anreizsysteme, welche Themen in der Wissenschaft überhaupt diskutiert werden und von wem. Außerdem, welchen Schaden wir anrichten, wenn wir nicht mehr in der Lage sind, in kritischen Zeiten Ideen klug zu reflektieren und was wir mit unseren Kindern und Jugendlichen machen, wenn wir sie ständig mit apokalyptischen Visionen konfrontieren.</p>
<p>Wo sind wir also falsch abgebogen? Was können wir alle tun, damit wir ein positives Bild der Zukunft entwickeln können und wir wieder darüber sprechen, wie wir Fortschritt erzielen können und nicht nur ständig im defätistisch/apokalyptischen Denken stecken bleiben.</p>
<p>Ich sollte an dieser Stelle nicht vergessen, meinen Gast vorzustellen, auch wenn ihn die meisten sicher schon kennen: Axel Bojanowski diplomierte an der Universität Kiel über Klimaforschung. Seit 1997 arbeitet er als Wissenschaftsjournalist, u. a. für "Die Zeit", "Nature Geoscience", "Geo", "Stern" und der "Süddeutschen Zeitung". Er war Redakteur beim "Spiegel" , dann Chefredakteur bei "Bild der Wissenschaft" und "Natur". Seit August 2020 ist er Chefreporter für Wissenschaft bei "WELT". Bojanowski hat fünf Sachbücher verfasst. Der Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler hat ihn 2024 für seine publizistischen Leistungen ausgezeichnet.</p>
<p>Aus meiner persönlichen Sicht ist Axel Bojanowski einer der besten Wissenschaftsjournalisten, die ich kenne. Gerade im deutschsprachigen Raum würden wir viel mehr Journalisten seiner Güte dringend benötigen. Er hat auch zwei wichtige und sehr zugängliche Bücher geschrieben, deren Themen natürlich in diesem Gespräch auch thematisiert werden.</p>
<p>Wir beginnen mit der Frage, wie die Qualität wissenschaftlicher Aussagen zu beurteilen ist. Wird es immer schwieriger zu erkennen, was ernsthafte Wissenschaft und was irrelevant, falsch oder Ideologie oder Aktivismus ist?</p>

<p>»Science und Nature sind mittlerweile journalistische Produkte. Letztlich gelten sie als die wichtigsten Impact-Magazine für die Wissenschaft, aber eigentlich funktionieren sie nach den Gesetzen von Massenmedien.« </p>

<p>Es wird so getan, als ob es vollkommen klar wäre, wie man den Klimawandel begrenzt. Es wird nicht verstanden oder aufgegriffen, dass es sich um komplexe Zielkonflikte handelt.</p>

<p>»The time for debate has ended.« Marcia Nutt</p>

<p>Funktionieren journalistische Medien heute immer stärker so, dass es um persönliche Absicherung geht, indem man Nachrichten publiziert, von denen man annimmt, dass sie dem aktuellen Zeitgeist entsprechen und somit sozial erwünscht sind? </p>

<p>»Wenn man Artikel dieser Art bringt, hat man nichts zu befürchten.«</p>

<p>Welche Geschichten erzählen wir uns als Gesellschaft und unseren Kindern und Jugendlichen?</p>

<p>»Es handelt von weitgehend ignorierten Sensationen der jüngeren Menschheitsgeschichte der letzten 200 Jahre, also von der Industrialisierung und ihren Folgen, die die Welt besser gemacht haben, als die meisten Leute ahnen. Diese Geschichten werden kaum erzählt.«</p>

<p>Erleben wir aktuell ein Multiorganversagen der wesentlichen Strukturen und Institutionen, die unsere moderne Zivilisation bisher ermöglicht haben?</p>

<p>»Covid war sozusagen Klimadebatte im Schnelldurchlauf.«</p>

<p>Sollten in einer Krise nicht verschiedene kluge Ideen unterschiedlicher Art diskutiert und abgewogen werden?</p>

<p>»Es wurde ganz schnell verlangt, sich einem Lager zuzuordnen. Wenn man das nicht eindeutig selbst tut, dann wird man in ein Lager eingeordnet.«</p>

<p>Was ist der Zusammenhang von Risiko, Unsicherheit und welche Entscheidungen folgen aus wissenschaftlicher Erkenntnis?</p>

<p style="text-align: left;">»Man hat bei Covid wie beim Klima hohe Risiken mit mit großen Unsicherheiten verbunden.[…]  Dann wird aber so getan als ob es eindeutig wäre und man im Grunde ganz klare Fakten aus der Wissenschaft bekäme und Handlungsanweisungen — was nie der Fall ist. Aus wissenschaftlichen Fakten folgen keine Handlungensanweisngen. Nie.«</p>

<p>Gibt es tatsächlich immer nur die eine richtige Antwort auf ein Problem, follow the science — alternativlos?</p>

<p>»Es gibt wahnsinnig viele Möglichkeiten, auf dieses Problem zu reagieren [Klima, Covid|. Es ist letztlich eine Wertefrage.«</p>

<p>Finden wir immer wieder dieselbe Lagerbildung vor, die aber aus anderen »Quellen« gespeist ist, etwa Technologieoptimisten vs. -pessimisten, Liberale vs. Etatisten, und dergleichen? Das ist sehr ungünstig, denn: </p>

<p>»Wissenschaft ist nun mal der beste Erkenntnisprozess, den wir haben. […] Um Wissenschaft richtig zu verstehen, müsste man aber Unsicherheiten immer klar mitkommunizieren.«</p>

<p>Ist es besser, eine falsche Karte oder gar keine Karte zu haben, wenn man eine Wanderung unternimmt?</p>

<p>»Es geht auf diesen Ebenen [wissenschaftliche Prozesse] immer auch um Macht, das darf man nicht vergessen. Wenn man es versäumt, sich auf die Seite zu schlagen, die den Ton angibt, dann verliert man an Einfluss.«</p>

<p>Im Journalismus wurde jede Form der Differenzierung sofort bekämpft. Wie kann man aber als Gesellschaft unter solchen Bedingungen bei komplexen Herausforderungen klug entscheiden?</p>
<p>Wissenschaft und Journalismus sollten aber beide Prozesse der Wahrheitsfindung sein. Betonung liegt dabei auf »Prozess« — was bedeutet dies für die praktische Umsetzung?</p>
<p>Werden Opportunismus und Feigheit, seine eigene Meinung zum Ausdruck zu bringen, zur größten Bedrohung unserer Gesellschaft?</p>

<p>»Journalisten sind vor allem feige.«</p>

<p>Wie sollten wir mit Unsicherheiten umgehen?</p>

<p>»Die Unsicherheiten aber, und das ist ein wichtiger Punkt, können gerade nicht beruhigen. Es sind die Unsicherheiten, ein Problem an sich.«</p>

<p>Gibt es nur umstrittene und irrelevante Wissenschafter? </p>
<p>Falsche Prognosen und Aussagen in der Öffentlichkeit haben für opportunistische Wissenschafter auch fast nur positive Seiten und werden in der Praxis kaum bestraft. Sie können dieselben falschen Ideen über Jahrzehnte breit publik machen und werden auch noch belohnt — weil sie ja vermeintlich auf der »richtigen« Seite stehen.</p>
<p>Die grundlegende Frage dahinter scheint zu sein: Welche Geschichten erzählt sich eine Gesellschaft, von welchen wird sie geleitet, welche sind konstitutiv für ihre Kultur und wie können wir diese ändern, um damit wieder einen positiven Blick auf die Zukunft zu bekommen?</p>
<p></p>
<p>Nadelöhre der Wissenschaft</p>
<p>Die Universitäten haben sich, wie auch die Medien, immer weiter homogenisiert — von Vielfalt leider keine Spur. </p>

<p>»Das Milieu verstärkt sich selbst.«</p>

<p>Was bedeutet das, etwa am Beispiel der Attributionsforschung? Was bedeutet dies für große politische Projekte, wie die deutsche Energiewende, die nicht nur im großen Maßstab gescheitert ist, sondern auch Deutschland schwer beschädigt hat. Wer trägt dafür nun die Verantwortung? Und die Medien stimmen alle das gleiche Lied an, ohne kritisch zu hinterfragen — warum eigentlich?</p>

<p>»Man guckt gar nicht mehr, was stimmt, sondern: Was schreiben die anderen?«</p>

<p>Warum ist es so schwer bei Klimafragen, die Fakten korrekt darzustellen? Aktuell wird von Politik und Aktivisten ständig betont, dass es viele Hitzetote gäbe. Es wird nicht erwähnt, dass es zehnmal so viele Kältetote gibt:</p>

<p>»Across the 854 urban areas in Europe, we estimated an annual excess of 203 620 deaths attributed to cold and 20 173 attributed to heat.«, Pierre Masselot et al</p>

<p>Diese einseitige Propaganda wird überall in der Gesellschaft verbreitet, auch an den Schulen:</p>

<p>»Papa, wenn der Meeresspiegel steigt, sterben wir?!«</p>

<p>Was richten wir mit unseren Kindern an?</p>

<p>»Der Erfolg der menschlichen Zivilisation beruht darauf, dass man sich von der Natur unabhängig gemacht hat und dass man die Natur auch für sich genutzt hat. […] Diese Geschichten des Fortschritts sind wichtig zu verstehen; gerade für Kinder!«</p>

<p>Wir leben nicht, wir sterben in Harmonie mit der Natur:</p>

<p>»Have you heard people say that humans used to live in balance with nature? […] There was a balance. It wasn’t because humans lived in balance with nature. Humans died in balance with nature. It was utterly brutal and tragic.«, Hans Rosling</p>

<p>Erst seit rund 100 Jahren können wir davon sprechen, dass Menschen ansatzweise in modernem Lebensstandard leben.</p>

<p>»Wir zogen in die Stadt zu einem alten Ehepaar in eine kleine Kammer, wo in einem Bett das Ehepaar, im andern meine Mutter und ich schliefen. Ich wurde in einer Werkstätte aufgenommen, wo ich Tücher häkeln lernte; bei zwölfstündiger fleißiger Arbeit verdiente ich 20 bis 25 Kreuzer im Tage. Wenn ich noch Arbeit für die Nacht nach Hause mitnahm, so wurden es einige Kreuzer mehr. Wenn ich frühmorgens um 6 Uhr in die Arbeit laufen mußte, dann schliefen andere Kinder meines Alters [ca. 11 Jahre] noch.«</p>
<p>»Es war ein kalter strenger Winter und in unsre Kammer konnten Wind und Schnee ungehindert hinein. Wenn wir morgens die Tür öffneten, so mußten wir erst das angefrorene Eis zerhacken, um hinaus zu können, denn der Eintritt in die Kammer war direkt vom Hof und wir hatten nur eine einfache Glastür. Heizen konnten wir daheim nicht, das wäre Verschwendung gewesen, so trieb ich mich auf der Straße, in den Kirchen und auf dem Friedhof herum.«, Adelheid Popp ca. 1890</p>

<p>Ist der Mensch das Krebsgeschwür des Planeten? Was passiert, wenn wir über Jahrzehnte solche Narrative in Schulen, Universitäten und Medien verbreiten? Wird der Fortschritt paradoxerweise von denen bekämpft, die fortgeschritten sind? Welches eigenartige und ethisch fragwürdige Signal senden wir da an den Rest der Welt?</p>

<p>»Elend bedarf keiner Erklärung. Das ist der Normalfall. Wohlstand bedarf der Erklärung.«</p>

<p>Wir scheinen aber in einer Zeit zu leben, wo Wohlstand, zumindest für einige, so normal geworden ist, dass man jedes Gefühl für die realen Prozesse der Welt verlernt hat und ignoriert. Wo man selbst die vermeintlich wichtigsten eigenen Ziele obskuren Ideologien opfert:</p>

<p>»Zu Zeiten, wo der Klimawandel angeblich das größte Problem ist, schaltet man klimafreundliche Kernkraftwerke ab.«</p>

<p>Warum findet die Diskussion komplexer Phänomene so gespalten und so feindselig und gleichzeitig so pseudo-elitär statt?</p>
<p>Wie das gut gemeinte Definieren von simplistischen Indikatoren das Gegenteil des gewünschten Ziels erreichen kann. Aus einem Indikator wird ein Götz, dem bedingungslos in den Untergang gefolgt wird. Klimaschutz nur mit Wind und Sonne ist eine Irreführung deutscher Aktivisten und gedankenloser Politik. Oder ist es vielmehr eine bait and switch Strategie? Man lockt mit dem einen, tauscht es dann aber durch eine andere Sache aus? Man lockt mit Klimawandel, möchte aber tatsächlich eine radikale politische Wende erzielen?</p>
<p>Der Gipfel der Ideologie: ein Giga-Projekt wie die »Energiewende« ganz bewusst ohne Kostenkontrolle? Ein Bürger stellt eine Anfrage:</p>

<p>»Zunächst dürfen wir anmerken, dass die Bundesregierung keine Gesamtkostenrechnung zur Energiewende unternimmt.«, Frage den Staat (2023)</p>

<p>Damit bleibt noch eine grundlegende Frage: Wer soll, oder genauer, wer kann eigentlich die Verantwortung für die komplexen Entscheidungen der heutigen Zeit tragen? Soll eine Expertokratie die Welt retten, oder sind es letztens nur die Menschen selbst, die diese Verantwortung tragen müssen?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/120-radermacher_all_in/'>Episode 120:</a> All In: Energie, Wohlstand und die Zukunft der Welt: Ein Gespräch mit Prof. Franz Josef Radermacher
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/118-john_ioannidis_science/'>Episode 118:</a> Science and Decision Making under Uncertainty, A Conversation with Prof. John Ioannidis
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/116-science_politics_weinkle/'>Episode 116:</a> Science and Politics, A Conversation with Prof. Jessica Weinkle
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/112-nullius_in_verba'>Episode 112:</a> Nullius in Verba — oder: Der Müll der Wissenschaft
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit  Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/096-komoedie_vince_ebert/'>Episode 96:</a> Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/094-systemisch_gesellschaft_verwundbarkeit_saurugg/'>Episode 94:</a> Systemisches Denken und gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/093-covid_stille_jan_david_zimmermann/'>Episode 93:</a> Covid. Die unerklärliche Stille nach dem Sturm. Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/091-heidi_klum_universitaet/'>Episode 91:</a> Die Heidi-Klum-Universität, ein Gespräch mit Prof. Ehrmann und Prof. Sommer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/086-judith_curry-climate_risk/'>Episode 86:</a> Climate Uncertainty and Risk, a conversation with Dr. Judith Curry
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
</ul>
<p>Axel Bojanowski</p>
<ul>
<li>Axel Bojanowski, Was Sie schon immer übers Klima wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten: Der Klimawandel zwischen Lobbygruppen und Wissenschaft, Westend (2024)</li>
<li>Axel Bojanowski, 33 erstaunliche Lichtblicke, die zeigen, warum die Welt viel besser ist, als wir denken, Westend (2025)</li>
<li><a href='http://axelbojanowski.de'>Homepage Axel Bojanowski</a></li>
<li><a href='https://axelbojanowski.substack.com'>Substack</a></li>
<li><a href='https://www.welt.de/autor/axel-bojanowski/'>Die Welt</a></li>
<li><a href='https://x.com/Axel_Bojanowski'>Twitter/X</a></li>
<li><a href='https://www.linkedin.com/in/axel-bojanowski-a89783181/'>LinkedIn</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://www.science.org/doi/epdf/10.1126/science.aac8698'>Marcia McNutt, The beyond-two-degree inferno, Science Editorial (2015) </a></li>
<li><a href='https://www.breakthroughjournal.org/p/do-climate-attribution-studies-tell'>Patrick Brown, Do Climate Attribution Studies Tell the Full Story? (2025)</a></li>
<li><a href='https://rogerpielkejr.substack.com/p/what-the-media-wont-tell-you-about'>Roger Pielke Jr., What the media won't tell you about ... hurricanes (2022) </a></li>
<li><a href='https://rogerpielkejr.substack.com/p/making-sense-of-trends-in-disaster-ced'>Roger Pielke Jr., Making Sense of Trends in Disaster Losses (2022)</a></li>
<li><a href='https://rogerpielkejr.substack.com/p/series-what-the-media-wont-tell-you'>Roger Pielke Jr., What the media won't tell you about . . . Drought in Western and Central Europe (2022)</a></li>
<li><a href='https://nypost.com/2019/08/17/luxury-beliefs-are-the-latest-status-symbol-for-rich-americans/'>Rob Henderson, 'Luxury beliefs' are latest status symbol for rich Americans (2019)</a></li>
<li><a href='https://axelbojanowski.substack.com/p/bernd-stegemann-ueber-gruene-politik-in-falschen-haenden'>Bernd Stegemann, Die Klima-Gouvernanten und ihre unartigen Zöglinge (2025)</a></li>
<li>
Steven Koonin, Unsettled: What Climate Science Tells Us, What It Doesn’t, and Why It Matters, BenBella Books (2021)
</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=r2_xH8to_pA'>Hart aber Fair (Sonja Flaßpöhler) (2021) </a></li>
<li><a href='https://doi.org/10.1016/S2542-5196(23)00023-2'>Pierre Masselot et al, Excess mortality attributed to heat and cold; 854 cities in Europe, Lancet Planet Health (2023)</a></li>
<li>Hans Rosling, Factfulness, Sceptre (2018)</li>
<li>Adelheid Popp, Jugendgeschichte einer Arbeiterin (1909)</li>
<li>Axel Bojanowski, Scheuklappen der Klimaforschung (2024)</li>
<li><a href='https://fragdenstaat.de/anfrage/kosten-der-energiewende-von-2000-bis-2022/#nachricht-810336'>Frag den Staat: Kosten der Energiewende von 2000 bis 2022 (2023)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Das ist ein Gespräch, das mir sehr viel Spaß gemacht. Axel Bojanowski und ich haben gleich zu Beginn der virtuellen Session losgelegt und diskutiert, bis ich dann den Notstopp ziehen musste — schließlich sollte das eine Podcast-Folge werden und nicht nur eine höchst interessante Diskussion unter vier Augen.</p>
<p>Der Titel dieser Folge ist vielleicht kurios, aber mir ist das Zitat von Karl Popper aus den 1980er Jahren eingefallen:</p>

<p>»Wissenschaft ist, wenn man schwarz gekleidet in einem dunklen Kohlenkeller nach einer schwarzen Katze sucht, von der man gar nicht weiß, ob sie existiert.«</p>

<p>Davon leiten sich alle möglichen Folgen ab, unter anderem, dass Wissenschaft immer von Annahmen geprägt ist. Sie ist auch mit zum Teil großer Unsicherheit verbunden. Viel Bescheidenheit und Selbstkritik wären in der Interpretation und Darstellung notwendig.</p>
<p>Davon ist in der heutigen Welt nicht viel zu finden. Besonders nicht Bescheidenheit und kritische, kluge Reflexion als Fundament unserer politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen, eher aktivistische Grabenkämpfe, die mehr mit dem Circus Maximus als mit Expertenwesen zu tun haben. </p>
<p>Wir behandeln folglich in dieser Episode Qualitätsprobleme in der Wissenschaft, Aktivismus, die Rolle von Journalisten und Medien, Anreizsysteme, welche Themen in der Wissenschaft überhaupt diskutiert werden und von wem. Außerdem, welchen Schaden wir anrichten, wenn wir nicht mehr in der Lage sind, in kritischen Zeiten Ideen klug zu reflektieren und was wir mit unseren Kindern und Jugendlichen machen, wenn wir sie ständig mit apokalyptischen Visionen konfrontieren.</p>
<p>Wo sind wir also falsch abgebogen? Was können wir alle tun, damit wir ein positives Bild der Zukunft entwickeln können und wir wieder darüber sprechen, wie wir Fortschritt erzielen können und nicht nur ständig im defätistisch/apokalyptischen Denken stecken bleiben.</p>
<p>Ich sollte an dieser Stelle nicht vergessen, meinen Gast vorzustellen, auch wenn ihn die meisten sicher schon kennen: Axel Bojanowski diplomierte an der Universität Kiel über Klimaforschung. Seit 1997 arbeitet er als Wissenschaftsjournalist, u. a. für "Die Zeit", "Nature Geoscience", "Geo", "Stern" und der "Süddeutschen Zeitung". Er war Redakteur beim "Spiegel" , dann Chefredakteur bei "Bild der Wissenschaft" und "Natur". Seit August 2020 ist er Chefreporter für Wissenschaft bei "WELT". Bojanowski hat fünf Sachbücher verfasst. Der Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler hat ihn 2024 für seine publizistischen Leistungen ausgezeichnet.</p>
<p>Aus meiner persönlichen Sicht ist Axel Bojanowski einer der besten Wissenschaftsjournalisten, die ich kenne. Gerade im deutschsprachigen Raum würden wir viel mehr Journalisten seiner Güte dringend benötigen. Er hat auch zwei wichtige und sehr zugängliche Bücher geschrieben, deren Themen natürlich in diesem Gespräch auch thematisiert werden.</p>
<p>Wir beginnen mit der Frage, wie die Qualität wissenschaftlicher Aussagen zu beurteilen ist. Wird es immer schwieriger zu erkennen, was ernsthafte Wissenschaft und was irrelevant, falsch oder Ideologie oder Aktivismus ist?</p>

<p>»Science und Nature sind mittlerweile journalistische Produkte. Letztlich gelten sie als die wichtigsten Impact-Magazine für die Wissenschaft, aber eigentlich funktionieren sie nach den Gesetzen von Massenmedien.« </p>

<p>Es wird so getan, als ob es vollkommen klar wäre, wie man den Klimawandel begrenzt. Es wird nicht verstanden oder aufgegriffen, dass es sich um komplexe Zielkonflikte handelt.</p>

<p>»The time for debate has ended.« Marcia Nutt</p>

<p>Funktionieren journalistische Medien heute immer stärker so, dass es um persönliche Absicherung geht, indem man Nachrichten publiziert, von denen man annimmt, dass sie dem aktuellen Zeitgeist entsprechen und somit sozial erwünscht sind? </p>

<p>»Wenn man Artikel dieser Art bringt, hat man nichts zu befürchten.«</p>

<p>Welche Geschichten erzählen wir uns als Gesellschaft und unseren Kindern und Jugendlichen?</p>

<p>»Es handelt von weitgehend ignorierten Sensationen der jüngeren Menschheitsgeschichte der letzten 200 Jahre, also von der Industrialisierung und ihren Folgen, die die Welt besser gemacht haben, als die meisten Leute ahnen. Diese Geschichten werden kaum erzählt.«</p>

<p>Erleben wir aktuell ein Multiorganversagen der wesentlichen Strukturen und Institutionen, die unsere moderne Zivilisation bisher ermöglicht haben?</p>

<p>»Covid war sozusagen Klimadebatte im Schnelldurchlauf.«</p>

<p>Sollten in einer Krise nicht verschiedene kluge Ideen unterschiedlicher Art diskutiert und abgewogen werden?</p>

<p>»Es wurde ganz schnell verlangt, sich einem Lager zuzuordnen. Wenn man das nicht eindeutig selbst tut, dann wird man in ein Lager eingeordnet.«</p>

<p>Was ist der Zusammenhang von Risiko, Unsicherheit und welche Entscheidungen folgen aus wissenschaftlicher Erkenntnis?</p>

<p style="text-align: left;">»Man hat bei Covid wie beim Klima hohe Risiken mit mit großen Unsicherheiten verbunden.[…]  Dann wird aber so getan als ob es eindeutig wäre und man im Grunde ganz klare Fakten aus der Wissenschaft bekäme und Handlungsanweisungen — was nie der Fall ist. Aus wissenschaftlichen Fakten folgen keine Handlungensanweisngen. Nie.«</p>

<p>Gibt es tatsächlich immer nur die eine richtige Antwort auf ein Problem, follow the science — alternativlos?</p>

<p>»Es gibt wahnsinnig viele Möglichkeiten, auf dieses Problem zu reagieren [Klima, Covid|. Es ist letztlich eine Wertefrage.«</p>

<p>Finden wir immer wieder dieselbe Lagerbildung vor, die aber aus anderen »Quellen« gespeist ist, etwa Technologieoptimisten vs. -pessimisten, Liberale vs. Etatisten, und dergleichen? Das ist sehr ungünstig, denn: </p>

<p>»Wissenschaft ist nun mal der beste Erkenntnisprozess, den wir haben. […] Um Wissenschaft richtig zu verstehen, müsste man aber Unsicherheiten immer klar mitkommunizieren.«</p>

<p>Ist es besser, eine falsche Karte oder gar keine Karte zu haben, wenn man eine Wanderung unternimmt?</p>

<p>»Es geht auf diesen Ebenen [wissenschaftliche Prozesse] immer auch um Macht, das darf man nicht vergessen. Wenn man es versäumt, sich auf die Seite zu schlagen, die den Ton angibt, dann verliert man an Einfluss.«</p>

<p>Im Journalismus wurde jede Form der Differenzierung sofort bekämpft. Wie kann man aber als Gesellschaft unter solchen Bedingungen bei komplexen Herausforderungen klug entscheiden?</p>
<p>Wissenschaft und Journalismus sollten aber beide Prozesse der Wahrheitsfindung sein. Betonung liegt dabei auf »Prozess« — was bedeutet dies für die praktische Umsetzung?</p>
<p>Werden Opportunismus und Feigheit, seine eigene Meinung zum Ausdruck zu bringen, zur größten Bedrohung unserer Gesellschaft?</p>

<p>»Journalisten sind vor allem feige.«</p>

<p>Wie sollten wir mit Unsicherheiten umgehen?</p>

<p>»Die Unsicherheiten aber, und das ist ein wichtiger Punkt, können gerade nicht beruhigen. Es sind die Unsicherheiten, ein Problem an sich.«</p>

<p><em>Gibt es nur umstrittene und irrelevante Wissenschafter? </em></p>
<p>Falsche Prognosen und Aussagen in der Öffentlichkeit haben für opportunistische Wissenschafter auch fast nur positive Seiten und werden in der Praxis kaum bestraft. Sie können dieselben falschen Ideen über Jahrzehnte breit publik machen und werden auch noch belohnt — weil sie ja vermeintlich auf der »richtigen« Seite stehen.</p>
<p>Die grundlegende Frage dahinter scheint zu sein: Welche Geschichten erzählt sich eine Gesellschaft, von welchen wird sie geleitet, welche sind konstitutiv für ihre Kultur und wie können wir diese ändern, um damit wieder einen positiven Blick auf die Zukunft zu bekommen?</p>
<p></p>
<p><em>Nadelöhre der Wissenschaft</em></p>
<p>Die Universitäten haben sich, wie auch die Medien, immer weiter homogenisiert — von Vielfalt leider keine Spur. </p>

<p>»Das Milieu verstärkt sich selbst.«</p>

<p>Was bedeutet das, etwa am Beispiel der Attributionsforschung? Was bedeutet dies für große politische Projekte, wie die deutsche Energiewende, die nicht nur im großen Maßstab gescheitert ist, sondern auch Deutschland schwer beschädigt hat. Wer trägt dafür nun die Verantwortung? Und die Medien stimmen alle das gleiche Lied an, ohne kritisch zu hinterfragen — warum eigentlich?</p>

<p>»Man guckt gar nicht mehr, was stimmt, sondern: Was schreiben die anderen?«</p>

<p>Warum ist es so schwer bei Klimafragen, die Fakten korrekt darzustellen? Aktuell wird von Politik und Aktivisten ständig betont, dass es viele Hitzetote gäbe. Es wird nicht erwähnt, dass es zehnmal so viele Kältetote gibt:</p>

<p>»Across the 854 urban areas in Europe, we estimated an annual excess of 203 620 deaths attributed to cold and 20 173 attributed to heat.«, Pierre Masselot et al</p>

<p>Diese einseitige Propaganda wird überall in der Gesellschaft verbreitet, auch an den Schulen:</p>

<p>»Papa, wenn der Meeresspiegel steigt, sterben wir?!«</p>

<p>Was richten wir mit unseren Kindern an?</p>

<p>»Der Erfolg der menschlichen Zivilisation beruht darauf, dass man sich von der Natur unabhängig gemacht hat und dass man die Natur auch für sich genutzt hat. […] Diese Geschichten des Fortschritts sind wichtig zu verstehen; gerade für Kinder!«</p>

<p>Wir leben nicht, wir sterben in Harmonie mit der Natur:</p>

<p>»Have you heard people say that humans used to live in balance with nature? […] There was a balance. It wasn’t because humans lived in balance with nature. Humans died in balance with nature. It was utterly brutal and tragic.«, Hans Rosling</p>

<p>Erst seit rund 100 Jahren können wir davon sprechen, dass Menschen ansatzweise in modernem Lebensstandard leben.</p>

<p>»Wir zogen in die Stadt zu einem alten Ehepaar in eine kleine Kammer, wo in einem Bett das Ehepaar, im andern meine Mutter und ich schliefen. Ich wurde in einer Werkstätte aufgenommen, wo ich Tücher häkeln lernte; bei zwölfstündiger fleißiger Arbeit verdiente ich 20 bis 25 Kreuzer im Tage. Wenn ich noch Arbeit für die Nacht nach Hause mitnahm, so wurden es einige Kreuzer mehr. Wenn ich frühmorgens um 6 Uhr in die Arbeit laufen mußte, dann schliefen andere Kinder meines Alters [ca. 11 Jahre] noch.«</p>
<p>»Es war ein kalter strenger Winter und in unsre Kammer konnten Wind und Schnee ungehindert hinein. Wenn wir morgens die Tür öffneten, so mußten wir erst das angefrorene Eis zerhacken, um hinaus zu können, denn der Eintritt in die Kammer war direkt vom Hof und wir hatten nur eine einfache Glastür. Heizen konnten wir daheim nicht, das wäre Verschwendung gewesen, so trieb ich mich auf der Straße, in den Kirchen und auf dem Friedhof herum.«, Adelheid Popp ca. 1890</p>

<p>Ist der Mensch das Krebsgeschwür des Planeten? Was passiert, wenn wir über Jahrzehnte solche Narrative in Schulen, Universitäten und Medien verbreiten? Wird der Fortschritt paradoxerweise von denen bekämpft, die fortgeschritten sind? Welches eigenartige und ethisch fragwürdige Signal senden wir da an den Rest der Welt?</p>

<p>»Elend bedarf keiner Erklärung. Das ist der Normalfall. Wohlstand bedarf der Erklärung.«</p>

<p>Wir scheinen aber in einer Zeit zu leben, wo Wohlstand, zumindest für einige, so normal geworden ist, dass man jedes Gefühl für die realen Prozesse der Welt verlernt hat und ignoriert. Wo man selbst die vermeintlich wichtigsten eigenen Ziele obskuren Ideologien opfert:</p>

<p>»Zu Zeiten, wo der Klimawandel angeblich das größte Problem ist, schaltet man klimafreundliche Kernkraftwerke ab.«</p>

<p>Warum findet die Diskussion komplexer Phänomene so gespalten und so feindselig und gleichzeitig so pseudo-elitär statt?</p>
<p>Wie das gut gemeinte Definieren von simplistischen Indikatoren das Gegenteil des gewünschten Ziels erreichen kann. Aus einem Indikator wird ein Götz, dem bedingungslos in den Untergang gefolgt wird. Klimaschutz nur mit Wind und Sonne ist eine Irreführung deutscher Aktivisten und gedankenloser Politik. Oder ist es vielmehr eine bait and switch Strategie? Man lockt mit dem einen, tauscht es dann aber durch eine andere Sache aus? Man lockt mit Klimawandel, möchte aber tatsächlich eine radikale politische Wende erzielen?</p>
<p>Der Gipfel der Ideologie: ein Giga-Projekt wie die »Energiewende« ganz bewusst ohne Kostenkontrolle? Ein Bürger stellt eine Anfrage:</p>

<p>»Zunächst dürfen wir anmerken, dass die Bundesregierung keine Gesamtkostenrechnung zur Energiewende unternimmt.«, Frage den Staat (2023)</p>

<p>Damit bleibt noch eine grundlegende Frage: Wer soll, oder genauer, wer kann eigentlich die Verantwortung für die komplexen Entscheidungen der heutigen Zeit tragen? Soll eine Expertokratie die Welt retten, oder sind es letztens nur die Menschen selbst, die diese Verantwortung tragen müssen?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/'>Episode 125:</a> Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/120-radermacher_all_in/'>Episode 120:</a> All In: Energie, Wohlstand und die Zukunft der Welt: Ein Gespräch mit Prof. Franz Josef Radermacher
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/118-john_ioannidis_science/'>Episode 118:</a> Science and Decision Making under Uncertainty, A Conversation with Prof. John Ioannidis
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/116-science_politics_weinkle/'>Episode 116:</a> Science and Politics, A Conversation with Prof. Jessica Weinkle
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/112-nullius_in_verba'>Episode 112:</a> Nullius in Verba — oder: Der Müll der Wissenschaft
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit  Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/096-komoedie_vince_ebert/'>Episode 96:</a> Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/094-systemisch_gesellschaft_verwundbarkeit_saurugg/'>Episode 94:</a> Systemisches Denken und gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/093-covid_stille_jan_david_zimmermann/'>Episode 93:</a> Covid. Die unerklärliche Stille nach dem Sturm. Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/091-heidi_klum_universitaet/'>Episode 91:</a> Die Heidi-Klum-Universität, ein Gespräch mit Prof. Ehrmann und Prof. Sommer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/086-judith_curry-climate_risk/'>Episode 86:</a> Climate Uncertainty and Risk, a conversation with Dr. Judith Curry
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
</ul>
<p>Axel Bojanowski</p>
<ul>
<li>Axel Bojanowski, Was Sie schon immer übers Klima wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten: Der Klimawandel zwischen Lobbygruppen und Wissenschaft, Westend (2024)</li>
<li>Axel Bojanowski, 33 erstaunliche Lichtblicke, die zeigen, warum die Welt viel besser ist, als wir denken, Westend (2025)</li>
<li><a href='http://axelbojanowski.de'>Homepage Axel Bojanowski</a></li>
<li><a href='https://axelbojanowski.substack.com'>Substack</a></li>
<li><a href='https://www.welt.de/autor/axel-bojanowski/'>Die Welt</a></li>
<li><a href='https://x.com/Axel_Bojanowski'>Twitter/X</a></li>
<li><a href='https://www.linkedin.com/in/axel-bojanowski-a89783181/'>LinkedIn</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://www.science.org/doi/epdf/10.1126/science.aac8698'>Marcia McNutt, The beyond-two-degree inferno, Science Editorial (2015) </a></li>
<li><a href='https://www.breakthroughjournal.org/p/do-climate-attribution-studies-tell'>Patrick Brown, Do Climate Attribution Studies Tell the Full Story? (2025)</a></li>
<li><a href='https://rogerpielkejr.substack.com/p/what-the-media-wont-tell-you-about'>Roger Pielke Jr., What the media won't tell you about ... hurricanes (2022) </a></li>
<li><a href='https://rogerpielkejr.substack.com/p/making-sense-of-trends-in-disaster-ced'>Roger Pielke Jr., Making Sense of Trends in Disaster Losses (2022)</a></li>
<li><a href='https://rogerpielkejr.substack.com/p/series-what-the-media-wont-tell-you'>Roger Pielke Jr., What the media won't tell you about . . . Drought in Western and Central Europe (2022)</a></li>
<li><a href='https://nypost.com/2019/08/17/luxury-beliefs-are-the-latest-status-symbol-for-rich-americans/'>Rob Henderson, 'Luxury beliefs' are latest status symbol for rich Americans (2019)</a></li>
<li><a href='https://axelbojanowski.substack.com/p/bernd-stegemann-ueber-gruene-politik-in-falschen-haenden'>Bernd Stegemann, Die Klima-Gouvernanten und ihre unartigen Zöglinge (2025)</a></li>
<li>
Steven Koonin, Unsettled: What Climate Science Tells Us, What It Doesn’t, and Why It Matters, BenBella Books (2021)
</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=r2_xH8to_pA'>Hart aber Fair (Sonja Flaßpöhler) (2021) </a></li>
<li><a href='https://doi.org/10.1016/S2542-5196(23)00023-2'>Pierre Masselot et al, Excess mortality attributed to heat and cold; 854 cities in Europe, Lancet Planet Health (2023)</a></li>
<li>Hans Rosling, Factfulness, Sceptre (2018)</li>
<li>Adelheid Popp, Jugendgeschichte einer Arbeiterin (1909)</li>
<li>Axel Bojanowski, Scheuklappen der Klimaforschung (2024)</li>
<li><a href='https://fragdenstaat.de/anfrage/kosten-der-energiewende-von-2000-bis-2022/#nachricht-810336'>Frag den Staat: Kosten der Energiewende von 2000 bis 2022 (2023)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Das ist ein Gespräch, das mir sehr viel Spaß gemacht. Axel Bojanowski und ich haben gleich zu Beginn der virtuellen Session losgelegt und diskutiert, bis ich dann den Notstopp ziehen musste — schließlich sollte das eine Podcast-Folge werden und nicht nur eine höchst interessante Diskussion unter vier Augen.

Der Titel dieser Folge ist vielleicht kurios, aber mir ist das Zitat von Karl Popper aus den 1980er Jahren eingefallen:

»Wissenschaft ist, wenn man schwarz gekleidet in einem dunklen Kohlenkeller nach einer schwarzen Katze sucht, von der man gar nicht weiß, ob sie existiert.«

Davon leiten sich alle möglichen Folgen ab, unter anderem, dass Wissenschaft immer von Annahmen geprägt ist. Sie ist auch mit zum Teil großer Unsicherheit verbunden. Viel Bescheidenheit und Selbstkritik wären in der Interpretation und Darstellung notwendig.

Davon ist in der heutigen Welt nicht viel zu finden. Besonders nicht Bescheidenheit und kritische, kluge Reflexion als Fundament unserer politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen, eher aktivistische Grabenkämpfe, die mehr mit dem Circus Maximus als mit Expertenwesen zu tun haben. 

Wir behandeln folglich in dieser Episode Qualitätsprobleme in der Wissenschaft, Aktivismus, die Rolle von Journalisten und Medien, Anreizsysteme, welche Themen in der Wissenschaft überhaupt diskutiert werden und von wem. Außerdem, welchen Schaden wir anrichten, wenn wir nicht mehr in der Lage sind, in kritischen Zeiten Ideen klug zu reflektieren und was wir mit unseren Kindern und Jugendlichen machen, wenn wir sie ständig mit apokalyptischen Visionen konfrontieren.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episode>126</itunes:episode>
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            </item>
    <item>
        <title>125 — Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen</title>
        <itunes:title>125 — Ist Fortschritt möglich? Ideen als Widergänger über Generationen</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/125-fortschritt/#comments</comments>        <pubDate>Thu, 22 May 2025 15:30:25 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Was hat mich zu der heutigen Episode motiviert? Ich war eigentlich in der Nacharbeit der nächste Folge, da bin ich auf einen Artikel, genauer gesagt, eine Artikelserie aufmerksam gemacht worden. Und ich möchte in dieser Folge im Wesentlichen diesen einen Artikel zum Thema machen, weil er mich wirklich beeindruckt hat, und denke, dass er auch Sie zum Nachdenken anregen wird.</p>
<p style="text-align: center;"><a href='https://forms.gle/QEF9uv1T4AzJ5b497'>Bitte an Podcast-Umfrage (sehr kurz) teilnehmen!</a></p>
<p>Im Jahr 1958 veröffentlicht der britische Observer eine Artikelreihe zum Thema »Ist Fortschritt möglich«. Autoren in dieser Serie sind:</p>
<ul>
<li>C. P. Snow</li>
<li>C. S. Lewis</li>
<li>Jacquetta Hawkes</li>
<li>J. Z. Young</li>
<li>Arnold Toynbee</li>
</ul>
<p>Zunächst steigen wir mit dem Artikel von C. P. Snow mit dem Titel »Man in Society« ein, um einen Kontext zu geben. Der Fokus liegt dann aber auf dem Artikel von C. S. Lewis mit dem Titel »Willing Slaves of the Welfare State«. </p>
<p>C. S. Lewis war Wissenschafter in Oxford und Cambridge war uns bis heute für seine Chroniken von Narnia bekannt ist. Er war außerdem ein Freund von J. R. R. Tolkien.</p>
<p>Hier in den Shownotes noch einige der verwendeten Originalzitate aus dem Artikel, die ich, wie immer selbst ins Deutsche übersetzt habe.</p>

<p>»Through luck we got in first with the scientific-industrial revolution; as a result, our lives became, on the average, healthier, longer, more comfortable to an extent that had never been imagined; it doesn’t become us to tell our Chinese and Indian friends that that kind of progress is not worth having.«, C. P. Snow</p>

<p>Die weiteren Zitate sind von S. S. Lewis:</p>

<p>»The desire here is for mere survival. Now I care far more how humanity lives than how long. Progress, for me, means increasing goodness and happiness of individual lives. For the species, as for each man, mere longevity seems to me a contemptible ideal.«</p>

<p> </p>

<p>»I am more concerned by what the Bomb is doing already.«</p>

<p> </p>

<p>»The H-Bomb a Red Herring: One meets young people who make the threat of it a reason for poisoning every pleasure and evading every duty in the present. Didn’t they know that, Bomb or no Bomb, all men die (many in horrible ways)? There’s no good moping and sulking about it.«</p>

<p> </p>

<p>»Observe how the “humane” attitude to crime could operate. If crimes are diseases, why should diseases be treated differently from crimes? And who but the experts can define disease?«</p>

<p> </p>

<p>»Two wars necessitated vast curtailments of liberty, and we have grown, though grumblingly, accustomed to our chains.«</p>

<p> </p>

<p>»The modern State exists not to protect our rights but to do us good or make us good – anyway, to do something to us or to make us something. Hence the new name “leaders” for those who were once “rulers”. We are less their subjects than their wards, pupils, or domestic animals. There is nothing left of which we can say to them, “Mind your own business.” Our whole lives are their business.«</p>

<p> </p>

<p>»If we are to be mothered, mother must know best. This means they must increasingly rely on the advice of scientists, till in the end the politicians proper become merely the scientists’ puppets. Technocracy is the form to which a planned society must tend. Now I dread specialists in power because they are specialists speaking outside their special subjects.«</p>

<p> </p>

<p>»Let the doctor tell me I shall die unless I do so-and-so; but whether life is worth having on those terms is no more a question for him than for any other man.«</p>

<p> </p>

<p>»On just the same ground I dread government in the name of science. That is how tyrannies come in.«</p>

<p> </p>

<p>»The question about progress has become the question whether we can discover any way of submitting to the worldwide paternalism of a technocracy without losing all personal privacy and independence.«</p>

<p> </p>

<p>»What assurance have we that our masters will or can keep the promise which induced us to sell ourselves?«</p>
<p>»The more completely we are planned the more powerful they will be. Have we discovered some new reason why, this time, power should not corrupt as it has done before?«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/124-zeitlos/'>Episoce 124:</a> Zeitlos
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/117-der_humpelnde_staat_christoph_kletzer/'>Episode 117:</a> Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit  Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/073-oekorealismus_peters/'>Episode 73:</a> Ökorealismus, ein Gespräch mit Björn Peters
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/071-stagnation_fortschritt-reflexion_leben/'>Episode 71</a>: Stagnation oder Fortschritt — eine Reflexion an der Geschichte eines Lebens
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://www.lewisiana.nl/essayquotes/isprogresspossible.pdf'>Is Progress Possible?, The Observer, July—August 1958</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Was hat mich zu der heutigen Episode motiviert? Ich war eigentlich in der Nacharbeit der nächste Folge, da bin ich auf einen Artikel, genauer gesagt, eine Artikelserie aufmerksam gemacht worden. Und ich möchte in dieser Folge im Wesentlichen diesen einen Artikel zum Thema machen, weil er mich wirklich beeindruckt hat, und denke, dass er auch Sie zum Nachdenken anregen wird.</p>
<p style="text-align: center;"><a href='https://forms.gle/QEF9uv1T4AzJ5b497'>Bitte an Podcast-Umfrage (sehr kurz) teilnehmen!</a></p>
<p>Im Jahr 1958 veröffentlicht der britische Observer eine Artikelreihe zum Thema »Ist Fortschritt möglich«. Autoren in dieser Serie sind:</p>
<ul>
<li>C. P. Snow</li>
<li>C. S. Lewis</li>
<li>Jacquetta Hawkes</li>
<li>J. Z. Young</li>
<li>Arnold Toynbee</li>
</ul>
<p>Zunächst steigen wir mit dem Artikel von C. P. Snow mit dem Titel »Man in Society« ein, um einen Kontext zu geben. Der Fokus liegt dann aber auf dem Artikel von C. S. Lewis mit dem Titel »Willing Slaves of the Welfare State«. </p>
<p>C. S. Lewis war Wissenschafter in Oxford und Cambridge war uns bis heute für seine Chroniken von Narnia bekannt ist. Er war außerdem ein Freund von J. R. R. Tolkien.</p>
<p>Hier in den Shownotes noch einige der verwendeten Originalzitate aus dem Artikel, die ich, wie immer selbst ins Deutsche übersetzt habe.</p>

<p>»Through luck we got in first with the scientific-industrial revolution; as a result, our lives became, on the average, healthier, longer, more comfortable to an extent that had never been imagined; it doesn’t become us to tell our Chinese and Indian friends that that kind of progress is not worth having.«, C. P. Snow</p>

<p>Die weiteren Zitate sind von S. S. Lewis:</p>

<p>»The desire here is for mere survival. Now I care far more how humanity lives than how long. Progress, for me, means increasing goodness and happiness of individual lives. For the species, as for each man, mere longevity seems to me a contemptible ideal.«</p>

<p> </p>

<p>»I am more concerned by what the Bomb is doing already.«</p>

<p> </p>

<p>»The H-Bomb a Red Herring: One meets young people who make the threat of it a reason for poisoning every pleasure and evading every duty in the present. Didn’t they know that, Bomb or no Bomb, all men die (many in horrible ways)? There’s no good moping and sulking about it.«</p>

<p> </p>

<p>»Observe how the “humane” attitude to crime could operate. If crimes are diseases, why should diseases be treated differently from crimes? And who but the experts can define disease?«</p>

<p> </p>

<p>»Two wars necessitated vast curtailments of liberty, and we have grown, though grumblingly, accustomed to our chains.«</p>

<p> </p>

<p>»The modern State exists not to protect our rights but to do us good or make us good – anyway, to do something to us or to make us something. Hence the new name “leaders” for those who were once “rulers”. We are less their subjects than their wards, pupils, or domestic animals. There is nothing left of which we can say to them, “Mind your own business.” Our whole lives are their business.«</p>

<p> </p>

<p>»If we are to be mothered, mother must know best. This means they must increasingly rely on the advice of scientists, till in the end the politicians proper become merely the scientists’ puppets. Technocracy is the form to which a planned society must tend. Now I dread specialists in power because they are specialists speaking outside their special subjects.«</p>

<p> </p>

<p>»Let the doctor tell me I shall die unless I do so-and-so; but whether life is worth having on those terms is no more a question for him than for any other man.«</p>

<p> </p>

<p>»On just the same ground I dread government in the name of science. That is how tyrannies come in.«</p>

<p> </p>

<p>»The question about progress has become the question whether we can discover any way of submitting to the worldwide paternalism of a technocracy without losing all personal privacy and independence.«</p>

<p> </p>

<p>»What assurance have we that our masters will or can keep the promise which induced us to sell ourselves?«</p>
<p>»The more completely we are planned the more powerful they will be. Have we discovered some new reason why, this time, power should not corrupt as it has done before?«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/124-zeitlos/'>Episoce 124:</a> Zeitlos
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/117-der_humpelnde_staat_christoph_kletzer/'>Episode 117:</a> Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit  Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/073-oekorealismus_peters/'>Episode 73:</a> Ökorealismus, ein Gespräch mit Björn Peters
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/071-stagnation_fortschritt-reflexion_leben/'>Episode 71</a>: Stagnation oder Fortschritt — eine Reflexion an der Geschichte eines Lebens
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://www.lewisiana.nl/essayquotes/isprogresspossible.pdf'>Is Progress Possible?, The Observer, July—August 1958</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Was hat mich zu der heutigen Episode motiviert? Ich war eigentlich in der Nacharbeit der nächste Folge, da bin ich auf einen Artikel, genauer gesagt, eine Artikelserie aufmerksam gemacht worden. Und ich möchte in dieser Folge im Wesentlichen diesen einen Artikel zum Thema machen, weil er mich wirklich beeindruckt hat, und denke, dass er auch Sie zum Nachdenken anregen wird.

Im Jahr 1958 veröffentlicht der britische Observer eine Artikelreihe zum Thema »Ist Fortschritt möglich«. Autoren in dieser Serie sind:

C. P. Snow
C. S. Lewis
Jacquetta Hawkes
J. Z. Young
Arnold Toynbee

Zunächst steigen wir mit dem Artikel von C. P. Snow mit dem Titel »Man in Society« ein, um einen Kontext zu geben. Der Fokus liegt dann aber auf dem Artikel von C. S. Lewis mit dem Titel »Willing Slaves of the Welfare State«.

C. S. Lewis war Wissenschafter in Oxford und Cambridge war uns bis heute für seine Chroniken von Narnia bekannt ist. Er war außerdem ein Freund von J. R. R. Tolkien.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
        <itunes:explicit>false</itunes:explicit>
        <itunes:block>No</itunes:block>
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        <itunes:season>1</itunes:season>
        <itunes:episode>125</itunes:episode>
        <itunes:episodeType>full</itunes:episodeType>
            </item>
    <item>
        <title>124 — Zeitlos</title>
        <itunes:title>124 — Zeitlos</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/124-zeitlos/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/124-zeitlos/#comments</comments>        <pubDate>Wed, 14 May 2025 14:59:35 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Der Titel der heutigen Episode ist »Zeitlos«. Wie komme ich darauf? Die Motivation für diese kurze Episode der Reflexion ist eine Reihe von Tweets. Der erste war von Axel Bojanowski, dem — wie ich meine — führenden Wissenschaftsjournalisten im deutschsprachigen Raum. Er schreibt:</p>

<p>»Der mit Abstand beste deutsche Wissenschaftspodcast ist Zukunft Denken«</p>

<p>Natürlich freut mich eine solche Empfehlung aus derartig berufenem Munde ganz besonders. Es spornt auch an, weiter hart an diesem Projekt zu arbeiten. Es gab dann aber noch eine Reaktion eines Hörers, der den Aspekt der Zeitlosigkeit der Episoden betont hat.</p>
<p>Das hat mich zum Nachdenken angeregt.</p>
<p>Der erste Aspekt von Zeit ist ein eher banaler, aber einer, auf den ich gerne kurz eingehen möchte. Ich bekomme immer wieder Zuschriften, wo sich Hörer öfter neue Folgen wünschen. Warum das schwierig ist, erkläre ich in aller Kürze.</p>
<p>Dann aber zu weiteren Aspekten der Zeitlosigkeit, die eher inhaltlicher Natur sind, denn dieser Kommentar hat mich zum Nachdenken gebracht zumal es einige Überschneidungen zu vorigen Episoden gibt. Was hat etwas das Zitat von Gerd Gigerenzer aus Episode 122</p>

<p>»Je größer die Unsicherheit ist, desto mehr Informationen muss man ignorieren.« </p>

<p>mit dem Zitat von Stafford Beer aus Episode 121 gemein?</p>

<p>»Information and Action are one and the same thing«</p>

<p>Zur Dimension der Informationsdichte kommt noch die Dimension der Zeit auf eine sehr interessante Weise hinzu. Je Größer die Unsicherheit, desto wichtiger ist also nicht nur die Auswahl der Parameter, der Daten, sondern auch die richtige Zeitlichkeit im Umgang mit dem Problem.</p>
<p>Was bedeutet dies für News? Für den gesellschaftlichen und politischen Umgang mit komplexen Problemen?</p>

<p>»Die relevanten Information entstehen Wochen, Monate, bei aktivistischen Großereignissen wie etwa Covid auch Jahre später. Diese geht dann aber im Lärm des nächsten Events unter.«</p>

<p>Fortschritt und Entschleunigung haben aber eine durchaus interessante Gemeinsamkeit, wir Herfried Münkler bemerkt:</p>

<p>“...Chance des Reflexionsgewinns durch Entschleunigung: Man kann die Bedeutung beim Treffen von Entscheidungen über größere Zeitspannen zu verfügen kaum überschätzen. und diese Zeitspannengewinn hängt nun einmal am Übergang vom mündlichen zum schriftlichen.” […]  »Man konnte nunmehr sehr viel komplexere Fragen zum Gegenstand von Beratungen machen, als das in den direkten partizipatorischen Formen der Antike möglich war. Und man konnte Herausforderungen und Probleme in längerfristigen Perspektiven ins Auge fassen.«</p>

<p>Sind wir immer am Puls der Zeit? Oder sind wir eher am Puls des Rauschens?</p>
<p>Warum gibt es keine Wissenschafts-News und warum ist es gerade in komplexen Zeiten wichtig, Abstand von schnellen Medien zu halten? Warum sind Bücher gerade in schnellen Zeiten von besonderer Bedeutung?</p>
<p></p>
<p>Wie kann man die Welt in Schichten verschiedener Geschwindigkeiten begreifen? Stewart Brand bezeichnet dies als Pace Layering:</p>

<p>»Build a thing too fast, and mistakes cascade.
Build a thing at the right pace, and mistakes instruct.
Build a thing too slow, and mistakes are forgotten, then endlessly repeated in the endless restarts.
For instance, with infrastructure:
Building a thing at the right pace steadily all the way to completion probably works best with:
Continuity of control
Protected and guided by continuity of oversight and
Guided by continuously monitored undersight—from workers and early customers.
Continuity is the key.«</p>

<p>Was aber machen wir mit Systemen — um wieder auf Stafford Beer zurückzukommen — deren tatsächlicher Zweck sich vom deklarierten Zweck entfernt hat?</p>
<p>Wir enden nochmals mit einem Zitat von Stewart Brand:</p>

<p>»Fast learns, slow remembers.  Fast proposes, slow disposes.  Fast is discontinuous, slow is continuous.  Fast and small instructs slow and big by accrued innovation and by occasional revolution.  Slow and big controls small and fast by constraint and constancy.  Fast gets all our attention, slow has all the power.«</p>

<p>Was haben Sie mitgenommen? Schreiben Sie mir!</p>
<p>Referenzen</p>
<p style="text-align: center;"><a href='https://forms.gle/w587rhCzopk6LFTT6'>Podcast Umfrage — Bitte teilnehmen!</a></p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/122-komplexitaetsillusion_gigerenzer/'>Episode 122</a>: Komplexitätsillusion oder Heuristik, ein Gespräch mit Gerd Gigerenzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/121-kuenstliche_unintelligenz/'>Episode 121:</a> Künstliche Unintelligenz
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/119-spy_vs_spy/'>Episode 119:</a> Spy vs Spy: Über künstlicher Intelligenz und anderen Agenten
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/104-qualitaet_und_quantitaet/'>Episode 104:</a> Aus Quantität wird Qualität
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/099-entkopplung_kopplung_rueckkopplung/'>Episode 99:</a> Entkopplung, Kopplung, Rückkopplung
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/049-extended_mind/'>Episode 49:</a> Wo denke ich? Reflexionen über den »undichten« Geist
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47:</a> Große Worte
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/032-datenflut_buch/'>Episode 32:</a> Überleben in der Datenflut – oder: warum das Buch wichtiger ist als je zuvor
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://x.com/Axel_Bojanowski/status/1920945871455170652'>Tweet von Axel Bojanowski (2025)</a></li>
<li><a href='https://www.ardmediathek.de/video/tele-akademie/verkleinern-und-entschleunigen-die-zukunft-der-demokratie-herfried-muenkler/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE0NjA0ODY'>Herfried Münkler, Verkleinern und entschleunigen. Die Zukunft der Demokratie? ARD (2022)</a></li>
<li><a href='https://jods.mitpress.mit.edu/pub/issue3-brand/release/2'>Stewart Brand, Pace Layering: How Complex Systems Learn and Keep Learning (2018)</a></li>
<li>Stewart Brand, How Buildings Learn: What Happens After They're Built, Penguin (1995)</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Der Titel der heutigen Episode ist »Zeitlos«. Wie komme ich darauf? Die Motivation für diese kurze Episode der Reflexion ist eine Reihe von Tweets. Der erste war von Axel Bojanowski, dem — wie ich meine — führenden Wissenschaftsjournalisten im deutschsprachigen Raum. Er schreibt:</p>

<p>»Der mit Abstand beste deutsche Wissenschaftspodcast ist Zukunft Denken«</p>

<p>Natürlich freut mich eine solche Empfehlung aus derartig berufenem Munde ganz besonders. Es spornt auch an, weiter hart an diesem Projekt zu arbeiten. Es gab dann aber noch eine Reaktion eines Hörers, der den Aspekt der Zeitlosigkeit der Episoden betont hat.</p>
<p>Das hat mich zum Nachdenken angeregt.</p>
<p>Der erste Aspekt von Zeit ist ein eher banaler, aber einer, auf den ich gerne kurz eingehen möchte. Ich bekomme immer wieder Zuschriften, wo sich Hörer öfter neue Folgen wünschen. Warum das schwierig ist, erkläre ich in aller Kürze.</p>
<p>Dann aber zu weiteren Aspekten der Zeitlosigkeit, die eher inhaltlicher Natur sind, denn dieser Kommentar hat mich zum Nachdenken gebracht zumal es einige Überschneidungen zu vorigen Episoden gibt. Was hat etwas das Zitat von Gerd Gigerenzer aus Episode 122</p>

<p>»Je größer die Unsicherheit ist, desto mehr Informationen muss man ignorieren.« </p>

<p>mit dem Zitat von Stafford Beer aus Episode 121 gemein?</p>

<p>»Information and Action are one and the same thing«</p>

<p>Zur Dimension der Informationsdichte kommt noch die Dimension der Zeit auf eine sehr interessante Weise hinzu. Je Größer die Unsicherheit, desto wichtiger ist also nicht nur die Auswahl der Parameter, der Daten, sondern auch die richtige Zeitlichkeit im Umgang mit dem Problem.</p>
<p>Was bedeutet dies für News? Für den gesellschaftlichen und politischen Umgang mit komplexen Problemen?</p>

<p>»Die relevanten Information entstehen Wochen, Monate, bei aktivistischen Großereignissen wie etwa Covid auch Jahre später. Diese geht dann aber im Lärm des nächsten Events unter.«</p>

<p>Fortschritt und Entschleunigung haben aber eine durchaus interessante Gemeinsamkeit, wir Herfried Münkler bemerkt:</p>

<p>“...Chance des Reflexionsgewinns durch Entschleunigung: Man kann die Bedeutung beim Treffen von Entscheidungen über größere Zeitspannen zu verfügen kaum überschätzen. und diese Zeitspannengewinn hängt nun einmal am Übergang vom mündlichen zum schriftlichen.” […]  »Man konnte nunmehr sehr viel komplexere Fragen zum Gegenstand von Beratungen machen, als das in den direkten partizipatorischen Formen der Antike möglich war. Und man konnte Herausforderungen und Probleme in längerfristigen Perspektiven ins Auge fassen.«</p>

<p>Sind wir immer am Puls der Zeit? Oder sind wir eher am Puls des Rauschens?</p>
<p>Warum gibt es keine Wissenschafts-News und warum ist es gerade in komplexen Zeiten wichtig, Abstand von schnellen Medien zu halten? Warum sind Bücher gerade in schnellen Zeiten von besonderer Bedeutung?</p>
<p></p>
<p>Wie kann man die Welt in Schichten verschiedener Geschwindigkeiten begreifen? Stewart Brand bezeichnet dies als Pace Layering:</p>

<p>»Build a thing too fast, and mistakes cascade.<br>
Build a thing at the right pace, and mistakes instruct.<br>
Build a thing too slow, and mistakes are forgotten, then endlessly repeated in the endless restarts.<br>
For instance, with infrastructure:<br>
Building a thing at the right pace steadily all the way to completion probably works best with:<br>
Continuity of control<br>
Protected and guided by continuity of oversight and<br>
Guided by continuously monitored undersight—from workers and early customers.<br>
Continuity is the key.«</p>

<p>Was aber machen wir mit Systemen — um wieder auf Stafford Beer zurückzukommen — deren tatsächlicher Zweck sich vom deklarierten Zweck entfernt hat?</p>
<p>Wir enden nochmals mit einem Zitat von Stewart Brand:</p>

<p>»Fast learns, slow remembers.  Fast proposes, slow disposes.  Fast is discontinuous, slow is continuous.  Fast and small instructs slow and big by accrued innovation and by occasional revolution.  Slow and big controls small and fast by constraint and constancy.  Fast gets all our attention, slow has all the power.«</p>

<p>Was haben Sie mitgenommen? Schreiben Sie mir!</p>
<p>Referenzen</p>
<p style="text-align: center;"><a href='https://forms.gle/w587rhCzopk6LFTT6'>Podcast Umfrage — Bitte teilnehmen!</a></p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/122-komplexitaetsillusion_gigerenzer/'>Episode 122</a>: Komplexitätsillusion oder Heuristik, ein Gespräch mit Gerd Gigerenzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/121-kuenstliche_unintelligenz/'>Episode 121:</a> Künstliche Unintelligenz
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/119-spy_vs_spy/'>Episode 119:</a> Spy vs Spy: Über künstlicher Intelligenz und anderen Agenten
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/104-qualitaet_und_quantitaet/'>Episode 104:</a> Aus Quantität wird Qualität
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/099-entkopplung_kopplung_rueckkopplung/'>Episode 99:</a> Entkopplung, Kopplung, Rückkopplung
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/049-extended_mind/'>Episode 49:</a> Wo denke ich? Reflexionen über den »undichten« Geist
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47:</a> Große Worte
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/032-datenflut_buch/'>Episode 32:</a> Überleben in der Datenflut – oder: warum das Buch wichtiger ist als je zuvor
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://x.com/Axel_Bojanowski/status/1920945871455170652'>Tweet von Axel Bojanowski (2025)</a></li>
<li><a href='https://www.ardmediathek.de/video/tele-akademie/verkleinern-und-entschleunigen-die-zukunft-der-demokratie-herfried-muenkler/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE0NjA0ODY'>Herfried Münkler, Verkleinern und entschleunigen. Die Zukunft der Demokratie? ARD (2022)</a></li>
<li><a href='https://jods.mitpress.mit.edu/pub/issue3-brand/release/2'>Stewart Brand, Pace Layering: How Complex Systems Learn and Keep Learning (2018)</a></li>
<li>Stewart Brand, How Buildings Learn: What Happens After They're Built, Penguin (1995)</li>
</ul>
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        <itunes:summary>Der Titel der heutigen Episode ist »Zeitlos«. Wie komme ich darauf. Die Motivation für diese kurze Episode der Reflexion ist eine Reihe von Tweets. Der erste war von Axel Bojanowski, dem, wie ich meine, führenden Wissenschaftsjournalisten im deutschsprachigen Raum. Er schreibt:

»Der mit Abstand beste deutsche Wissenschaftspodcast ist Zukunft Denken«

Natürlich freut mich eine solche Empfehlung aus derartig berufenem Munde ganz besonders. Es spornt auch an, weiter hart an diesem Projekt zu arbeiten.

Es gab dann aber noch eine Reaktion eines Hörers, der den Aspekt der Zeitlosigkeit der Episoden betont hat.

Das hat mich zum Nachdenken angeregt.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>123 — Die Natur kennt feine Grade, Ein Gespräch mit Prof. Frank Zachos</title>
        <itunes:title>123 — Die Natur kennt feine Grade, Ein Gespräch mit Prof. Frank Zachos</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/123-feine_grade_frank_zachos/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/123-feine_grade_frank_zachos/#comments</comments>        <pubDate>Sun, 04 May 2025 15:33:15 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Der wunderbare Titel der heutigen Episode lautet: »Die Natur kennt feine Grade«. Leider stammt er nicht von mir, sondern ist der Titel des neuen Buches meines heutigen Gasts, Prof. Frank Zachos. Aufmerksame Hörer werden sich an Frank erinnern, dazu aber mehr später.</p>
<p>Frank Zachos ist seit 2011 Wissenschaftler am Naturhistorischen Museum in Wien und außerdem externer Professor an der Universität in Bloemfontein in Südafrika. Er hat Biologie, Philosophie und Wissenschaftsgeschichte studiert und beschäftigt sich außer mit Zoologie und Evolutionsbiologie auch mit theoretischen und philosophischen Aspekten der Biologie.</p>
<p>In dieser Episode beschäftigen wir uns mit der Frage, welche Beiträge Naturwissenschaft im Allgemeinen und Biologie im Besonderen bei fundamentalen Fragen des Menschseins leisten kann. Wir beginnen dabei mit den bekannten Kant'schen Fragen:</p>
<ul>
<li>Was kann ich wissen? (Erkenntnistheorie)</li>
<li>Was darf ich hoffen? (Religionsphilosophie)</li>
<li>Was soll ich tun? (Ethik / Moralphilosophie)</li>
<li>Was ist der Mensch? (Anthropologie im weitesten Sinne)</li>
</ul>
<p>Und zu allen Fragen gibt es, wir wir erkunden werden, eine biologische Dimension. Zahlreiche Fragen werden aufgeworfen: Wie unterscheiden sich Mensch und Tier? Welche Rolle spielt Evolution in den verschiedensten Bereichen unseres Lebens, von der Biologie, über die Erkenntnis bis zur Kultur? Was können wir für Moral und Ethik von der Biologie lernen? Was ist die evolutionäre Erkenntnistheorie (die besonders auch in Österreich wichtige Vertreter hatte)? Wir blicken hier zurück auf Konrad Lorenz und Rupert Riedl.</p>
<p>Kann man der Philosophie in den Naturwissenschaften entkommen, oder holt sie uns immer ein?</p>

<p>»Man kann die Philosophie ignorieren, man kann ihr aber nicht entkommen«</p>

<p>Was ist der Unterschied zwischen unwissenschaftlichen und außerwissenschaftlichen Fragestellungen? Was ist metaphysischer Realismus, und warum lässt sich dieser wissenschaftlich nicht begründen. Welche Rolle spielt systemisches Denken in Ergänzung zum Reduktionismus für die komplexen Herausforderungen der Zeit und warum kann biologisches Denken ebenfalls hilfreich sein?</p>

<p>»Wer will was Lebendigs erkennen und beschreiben, 
Sucht erst den Geist herauszutreiben, 
Dann hat er die Teile in seiner Hand, 
Fehlt, leider! nur das geistige Band.«, 
Goethe, Faust I</p>

<p>Behaupten wir oft mehr zu wissen und zu verstehen als wir wirklich tun? Warum ist intellektuelle Bescheidenheit gerade heute von zentraler Bedeutung.</p>

<p>»Die Wissenschaft ist gewissermaßen Opfer ihres eigenen Erfolgs geworden«</p>

<p>Gibt es Kränkungen der Menschheit durch Wissenschaft? Gibt es bei manchen oder gar vielen Menschen eine Art der Realitätsfurcht?</p>
<p>Was hat »Follow the Science« ausgelöst, also vor rund 100 Jahren Euthanasie und die Verbesserung der Erbsubstanz des Menschen als Stand des Wissens galt?</p>

<p>»Wann immer man Moral mit wissenschaftlichen Erkenntnissen letztbegründen will, wird es ganz gefährlich«</p>

<p>Frank erinnert dabei wieder an Kant:</p>

<p>»Es gibt kein Sollen in der Natur.«</p>

<p>Womit sich die Frage stellt, was ein naturalistischer Fehlschluss ist, und wie wir ihn vermeiden können?</p>

<p>»Wer zwingt uns natürlich zu sein?«</p>

<p>Oder wie es Hans Rosling ausdrückt: </p>

<p>»Have you heard people say that humans used to live in balance with nature? […] There was a balance. It wasn’t because humans lived in balance with nature. Humans died in balance with nature. It was utterly brutal and tragic.«</p>

<p>Kehren wir zurück zur Erkenntnis: was können wir aus der Biologie über Erkenntnisfähigkeit lernen? Konkreter gedacht am Beispiel der evolutionären Erkenntnistheorie sowie den Kant'schen a prioris.</p>

<p>»Das was im Idividuum a priori ist (also von Geburt an), ist eigentlich doch etwas erlerntes, aber nicht individuell erlernt, sondern evolutionär/stammesgeschichtlich. Das Kant'sche a priori wird in der evolutionären Erkenntnistheorie zu einem phylogenetischen oder evolutionären a posteriori.«</p>

<p>Nicht zuletzt diskutieren wir auch über die Bedeutung von Religion für die Menschen. Verschwindet Religion langsam, wenn unsere Erkenntnisse über die Welt zunehmen, oder passiert eher das Gegenteil?</p>
<p>Und damit reißen wir die Fragen die in Franks Buch aufgeworfen werden, nur an. Daher an alle Zuhörer dieser Episode, die Empfehlung, sich das Buch zu besorgen und weiterzulesen.</p>

<p>»Wir können mittlerweile Dinge beschreiben, die wir uns gar nicht mehr vorstellen können«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Frank Zachos</p>
<ul>
<li><a href='https://www.nhm-wien.ac.at/en/frank_emmanuel_zachos'>Frank Zachos im Naturhistorischen Museum in Wien</a></li>
<li><a href='https://www.leykamverlag.at/produkt/die-natur-kennt-feine-grade/'>Frank Zachos, Die Natur kennt feine Grade (2025)</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/118-john_ioannidis_science/'>Episode 118:</a> Science and Decision Making under Uncertainty, A Conversation with Prof. John Ioannidis
</li>
<li> </li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit  Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/098-ist_gott_tot_steinmann/'>Episode 98: </a>Ist Gott tot? Ein philosophisches Gespräch mit Jan Juhani Steinmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li> </li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/085-naturalismus/'>Episode 85:</a> Naturalismus — was weiß Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/083-merton_wissenschaft/'>Episode 83:</a> Robert Merton — Was ist Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/075-gott-und-die-welt_werner-gruber_erich-eder/'>Episode 75:</a> Gott und die Welt, ein Gespräch mit Werner Gruber und Erich Eder
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55:</a> Strukturen der Welt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/048-evolution_erich_eder/'>Episode 48:</a> Evolution, ein Gespräch mit Erich Eder
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/041-intellektuelle_bescheidenheit_russel/'>Episode 41:</a> Intellektuelle Bescheidenheit: Was wir von Bertrand Russel und der Eugenik lernen können
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/033-naturschutz_frank_zachos/'>Episode 33:</a> Naturschutz im Anthropozän – Gespräch mit Prof. Frank Zachos
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft (1781)</li>
<li>Immanuel Kant, Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können (1783)</li>
<li>Konrad Lorenz, Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit, Piper (1996)</li>
<li>Rupert Riedl, Evolution und Erkenntnis, Piper (1985)</li>
<li>Rupert Riedl, Strukturen der Komplexität: Eine Morphologie des Erkennens und Erklärens, Springer (2000)</li>
<li>Johann Wolfgang von Goethe, Faust I (1808)</li>
<li>Hans Rosling, Factfulness, Sceptre (2018)</li>
<li>Konrad Lorenz Artikel: Die Lehre Kants a priori im Lichte der modernen Biologie.</li>
<li>
Dave Grossman, On Killing, Back Bay Books (2009)
</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Der wunderbare Titel der heutigen Episode lautet: »Die Natur kennt feine Grade«. Leider stammt er nicht von mir, sondern ist der Titel des neuen Buches meines heutigen Gasts, Prof. Frank Zachos. <em>Aufmerksame Hörer werden sich an Frank erinnern, dazu aber mehr später.</em></p>
<p>Frank Zachos ist seit 2011 Wissenschaftler am Naturhistorischen Museum in Wien und außerdem externer Professor an der Universität in Bloemfontein in Südafrika. Er hat Biologie, Philosophie und Wissenschaftsgeschichte studiert und beschäftigt sich außer mit Zoologie und Evolutionsbiologie auch mit theoretischen und philosophischen Aspekten der Biologie.</p>
<p>In dieser Episode beschäftigen wir uns mit der Frage, welche Beiträge Naturwissenschaft im Allgemeinen und Biologie im Besonderen bei fundamentalen Fragen des Menschseins leisten kann. Wir beginnen dabei mit den bekannten Kant'schen Fragen:</p>
<ul>
<li>Was kann ich wissen? (Erkenntnistheorie)</li>
<li>Was darf ich hoffen? (Religionsphilosophie)</li>
<li>Was soll ich tun? (Ethik / Moralphilosophie)</li>
<li>Was ist der Mensch? (Anthropologie im weitesten Sinne)</li>
</ul>
<p>Und zu allen Fragen gibt es, wir wir erkunden werden, eine biologische Dimension. Zahlreiche Fragen werden aufgeworfen: Wie unterscheiden sich Mensch und Tier? Welche Rolle spielt Evolution in den verschiedensten Bereichen unseres Lebens, von der Biologie, über die Erkenntnis bis zur Kultur? Was können wir für Moral und Ethik von der Biologie lernen? Was ist die evolutionäre Erkenntnistheorie (die besonders auch in Österreich wichtige Vertreter hatte)? Wir blicken hier zurück auf Konrad Lorenz und Rupert Riedl.</p>
<p>Kann man der Philosophie in den Naturwissenschaften entkommen, oder holt sie uns immer ein?</p>

<p>»Man kann die Philosophie ignorieren, man kann ihr aber nicht entkommen«</p>

<p>Was ist der Unterschied zwischen unwissenschaftlichen und außerwissenschaftlichen Fragestellungen? Was ist metaphysischer Realismus, und warum lässt sich dieser wissenschaftlich nicht begründen. Welche Rolle spielt systemisches Denken in Ergänzung zum Reduktionismus für die komplexen Herausforderungen der Zeit und warum kann biologisches Denken ebenfalls hilfreich sein?</p>

<p>»Wer will was Lebendigs erkennen und beschreiben, <br>
Sucht erst den Geist herauszutreiben, <br>
Dann hat er die Teile in seiner Hand, <br>
Fehlt, leider! nur das geistige Band.«, <br>
Goethe, Faust I</p>

<p>Behaupten wir oft mehr zu wissen und zu verstehen als wir wirklich tun? Warum ist intellektuelle Bescheidenheit gerade heute von zentraler Bedeutung.</p>

<p>»Die Wissenschaft ist gewissermaßen Opfer ihres eigenen Erfolgs geworden«</p>

<p>Gibt es Kränkungen der Menschheit durch Wissenschaft? Gibt es bei manchen oder gar vielen Menschen eine Art der Realitätsfurcht?</p>
<p>Was hat »Follow the Science« ausgelöst, also vor rund 100 Jahren Euthanasie und die Verbesserung der Erbsubstanz des Menschen als Stand des Wissens galt?</p>

<p>»Wann immer man Moral mit wissenschaftlichen Erkenntnissen letztbegründen will, wird es ganz gefährlich«</p>

<p>Frank erinnert dabei wieder an Kant:</p>

<p>»Es gibt kein Sollen in der Natur.«</p>

<p>Womit sich die Frage stellt, was ein naturalistischer Fehlschluss ist, und wie wir ihn vermeiden können?</p>

<p>»Wer zwingt uns natürlich zu sein?«</p>

<p>Oder wie es Hans Rosling ausdrückt: </p>

<p>»Have you heard people say that humans used to live in balance with nature? […] There was a balance. It wasn’t because humans lived in balance with nature. Humans died in balance with nature. It was utterly brutal and tragic.«</p>

<p>Kehren wir zurück zur Erkenntnis: was können wir aus der Biologie über Erkenntnisfähigkeit lernen? Konkreter gedacht am Beispiel der evolutionären Erkenntnistheorie sowie den Kant'schen a prioris.</p>

<p>»Das was im Idividuum a priori ist (also von Geburt an), ist eigentlich doch etwas erlerntes, aber nicht individuell erlernt, sondern evolutionär/stammesgeschichtlich. Das Kant'sche a priori wird in der evolutionären Erkenntnistheorie zu einem phylogenetischen oder evolutionären a posteriori.«</p>

<p>Nicht zuletzt diskutieren wir auch über die Bedeutung von Religion für die Menschen. Verschwindet Religion langsam, wenn unsere Erkenntnisse über die Welt zunehmen, oder passiert eher das Gegenteil?</p>
<p>Und damit reißen wir die Fragen die in Franks Buch aufgeworfen werden, nur an. Daher an alle Zuhörer dieser Episode, die Empfehlung, sich das Buch zu besorgen und weiterzulesen.</p>

<p>»Wir können mittlerweile Dinge beschreiben, die wir uns gar nicht mehr vorstellen können«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Frank Zachos</p>
<ul>
<li><a href='https://www.nhm-wien.ac.at/en/frank_emmanuel_zachos'>Frank Zachos im Naturhistorischen Museum in Wien</a></li>
<li><a href='https://www.leykamverlag.at/produkt/die-natur-kennt-feine-grade/'>Frank Zachos, Die Natur kennt feine Grade (2025)</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/118-john_ioannidis_science/'>Episode 118:</a> Science and Decision Making under Uncertainty, A Conversation with Prof. John Ioannidis
</li>
<li> </li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit  Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/098-ist_gott_tot_steinmann/'>Episode 98: </a>Ist Gott tot? Ein philosophisches Gespräch mit Jan Juhani Steinmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li> </li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/085-naturalismus/'>Episode 85:</a> Naturalismus — was weiß Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/083-merton_wissenschaft/'>Episode 83:</a> Robert Merton — Was ist Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/075-gott-und-die-welt_werner-gruber_erich-eder/'>Episode 75:</a> Gott und die Welt, ein Gespräch mit Werner Gruber und Erich Eder
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55:</a> Strukturen der Welt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/048-evolution_erich_eder/'>Episode 48:</a> Evolution, ein Gespräch mit Erich Eder
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/041-intellektuelle_bescheidenheit_russel/'>Episode 41:</a> Intellektuelle Bescheidenheit: Was wir von Bertrand Russel und der Eugenik lernen können
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/033-naturschutz_frank_zachos/'>Episode 33:</a> Naturschutz im Anthropozän – Gespräch mit Prof. Frank Zachos
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft (1781)</li>
<li>Immanuel Kant, Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können (1783)</li>
<li>Konrad Lorenz, Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit, Piper (1996)</li>
<li>Rupert Riedl, Evolution und Erkenntnis, Piper (1985)</li>
<li>Rupert Riedl, Strukturen der Komplexität: Eine Morphologie des Erkennens und Erklärens, Springer (2000)</li>
<li>Johann Wolfgang von Goethe, Faust I (1808)</li>
<li>Hans Rosling, Factfulness, Sceptre (2018)</li>
<li>Konrad Lorenz Artikel: Die Lehre Kants a priori im Lichte der modernen Biologie.</li>
<li>
Dave Grossman, On Killing, Back Bay Books (2009)
</li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Der wunderbare Titel der heutigen Episode lautet: »Die Natur kennt feine Grade«. Leider stammt er nicht von mir, sondern ist der Titel des neuen Buches meines heutigen Gasts, Prof. Frank Zachos. Aufmerksame Hörer werden sich an Frank erinnern, dazu aber mehr später.

Frank Zachos ist seit 2011 Wissenschaftler am Naturhistorischen Museum in Wien und außerdem externer Professor an der Universität in Bloemfontein in Südafrika. Er hat Biologie, Philosophie und Wissenschaftsgeschichte studiert und beschäftigt sich außer mit Zoologie und Evolutionsbiologie auch mit theoretischen und philosophischen Aspekten der Biologie.

In dieser Episode beschäftigen wir uns mit der Frage, welche Beiträge Naturwissenschaft im Allgemeinen und Biologie im Besonderen bei fundamentalen Fragen des Menschseins leisten kann. Wir beginnen dabei mit den bekannten Kant’schen Fragen:

Was kann ich wissen? (Erkenntnistheorie)
Was darf ich hoffen? (Religionsphilosophie)
Was soll ich tun? (Ethik / Moralphilosophie)
Was ist der Mensch? (Anthropologie im weitesten Sinne)
Und zu allen Fragen gibt es, wir wir erkunden werden, eine biologische Dimension. Zahlreiche Fragen werden aufgeworfen: Wie unterscheiden sich Mensch und Tier? Welche Rolle spielt Evolution in den verschiedensten Bereichen unseres Lebens, von der Biologie, über die Erkenntnis bis zur Kultur? Was können wir für Moral und Ethik von der Biologie lernen? Was ist die evolutionäre Erkenntnistheorie (die besonders auch in Österreich wichtige Vertreter hatte)? Wir blicken hier zurück auf Konrad Lorenz und Rupert Riedl.

Kann man der Philosophie in den Naturwissenschaften entkommen, oder holt sie uns immer ein?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episode>123</itunes:episode>
        <itunes:episodeType>full</itunes:episodeType>
            </item>
    <item>
        <title>122 — Komplexitätsillusion oder Heuristik, ein Gespräch mit Gerd Gigerenzer</title>
        <itunes:title>122 — Komplexitätsillusion oder Heuristik, ein Gespräch mit Gerd Gigerenzer</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/122-komplexitaetsillusion_gigerenzer/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/122-komplexitaetsillusion_gigerenzer/#comments</comments>        <pubDate>Thu, 17 Apr 2025 17:11:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Auch heute freue ich mich wieder darüber, einen äußerst kompetenten und prominenten Gast vorstellen zu dürfen: Prof. Gerd Gigerenzer. Das Thema ist eines, das uns seit einiger Zeit begleitet, und auch noch weiter begleiten wird, denn es gehört zu den wesentlichsten Fragen der heutigen Zeit. Werden wir von der stetig steigenden Komplexität in unserer Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft überrollt, oder gelingt es, Mechanismen zu entwickeln, trotzdem kluge und resiliente Entscheidungen zu treffen? Entscheidungen, die uns auch helfen, mit komplexen Risiken umzugehen?</p>
<p>Gerd Gigerenzer war unter anderem langjähriger Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, ist Direktor des Harding Center for Risk Literacy an der Universität Potsdam, Partner von Simply Rational - The Institute for Decisions und Vizepräsident des European Research Council (ERC). Er ist ehemaliger Professor für Psychologie an der Universität von Chicago und John M. Olin Distinguished Visiting Professor, School of Law an der Universität von Virginia. Darüber hinaus ist er Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Deutschen Akademie der Wissenschaften und der British Academy sowie Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Sciences und der American Philosophical Society. Er hat unzählige Preise gewonnen sowie zahlreiche Bücher geschrieben, die nicht nur inhaltlich höchst relevant sondern zudem auch noch sehr zugänglich für eine breite Leserschicht sind. </p>
<p>Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen:</p>
<ul>
<li>Entscheidungen unter Unsicherheit und Zeitbeschränkung</li>
<li>Risikokompetenz und Risikokommunikation</li>
<li>Entscheidungsstrategien von Managern, Richtern und Ärzten</li>
</ul>
<p>Und genau über diese Themen werden wir uns in der Episode unterhalten. Wie geht man in Situationen großer Unsicherheit mit Daten und Informationen um?</p>

<p>»Je größer die Unsicherheit ist, desto mehr Informationen muss man ignorieren.«</p>

<p>Was ist eine Heuristik, und welche Heuristiken wenden wir erfolgreich in welchen Situationen an?</p>

<p>»In Situationen von Unsicherheit, verlassen sich Menschen nicht auf die ganze Vergangenheit, sondern auf die jüngste Vergangenheit — das nennt man recency Heuristik.«</p>

<p>Warum führen mehr Daten nicht immer zu besseren Entscheidungen?</p>

<p>»Ein Datenpunkt, gut gewählt, erlaubt [in vielen Fällen] bessere Vorhersagen als Big Data«</p>

<p>Was ist Intuition und unter welchen Umständen ist intuitives sinnvoller als vermeintlich rationales Entscheiden?</p>

<p>»Intuition ist keine Willkür. Intuition ist gefühltes Wissen, das auf jahrelanger Erfahrung beruht.«</p>

<p>Was ist von den neuen Theorien der Rationalität, z. B. dem System 1 und 2 von Kahnemann zu halten?</p>

<p>»The abject failure of models in the global financial crisis has not dented their popularity among regulators.«, Mervyn King</p>

<p>Was ist defensives Entscheiden, und warum ist es eines der größten Probleme unserer modernen Welt?</p>

<p>»Der Arzt ist nicht in einer Situation, dem Patienten das Beste zu empfehlen. Viele Ärzte fürchten, dass die Patienten klagen, insbesondere, wenn etwas unterlassen wurde. Die Patienten klagen nicht, wenn unnötige Operationen vorgenommen wurden.«</p>

<p>Weniger kann oft mehr sein:</p>

<p>»Viele Menschen denken — auch in der Wissenschaft — mehr ist immer besser.«</p>

<p>Dabei gilt in den meisten Fällen, gerade auch dort, wo wir häufig versuchen, komplexe Modelle anzuwenden:</p>

<p>»Je größer die Unsicherheit ist, umso einfacher muss man die Regulierung [oder das Modell] machen.«</p>

<p>Eine Erkenntnis, die im Grunde jedem klar ist, der sich mit der Steuerung komplexer Systeme auseinandersetzt. Warum handeln wir stetig dagegen?</p>

<p>»Wir brauchen eine Welt, die den Mut hat zur Vereinfachung.«</p>

<p>Und dann gibt es noch den Aspekt der Rückkopplung von (schlechten) Modellen auf die Welt, die sie vermeintlich beschreiben oder vorhersagen, und wir kommen leicht in einen Teufelskreis der zirkulären und selbstverstärkenden Fehler. Wie lassen sich diese vermeiden?
Was wird die Folge sein, wenn diese Formen der Modellierung und Verhaltenssteuerung auf eine immer totalitärere und total überwachte Gesellschaft trifft?</p>
<p>Entwickeln wir uns aber in der Realität mit künstlicher Intelligenz, Large Language Models und IT-getriebener Automatisierung, aber nicht gerade ins Gegenteil? Eine Welt, deren Entscheidungen von immer komplexeren Systemen intransparent getroffen werden, wo niemand mehr nachvollziehen oder bewerten und in Wahrheit verantworten kann, ob diese Entscheidungen sinnvoll sind? Denken wir beispielsweise an Modelle, die Rückfallwahrscheinlichkeiten von Straftätern bewerten.</p>

<p>»Viele Menschen lächeln über altmodische Wahrsager. Doch sobald die Hellseher mit Computern arbeiten, nehmen wir ihre Vorhersagen ernst und sind bereit, für sie zu zahlen.«</p>

<p>Zu welcher Welt bewegen wir uns hin? Zu einer, in der wir radikale Unsicherheit akzeptieren und entsprechen handeln, oder einer, wo wir uns immer mehr der Illusion von Kontrolle, Vorhersagbarkeit und Steuerbarkeit verlieren?</p>

<p>»In einer Welt, in der Technik (vermeintlich) smart wird, brauchen wir vor allem eines, nämlich Menschen, die auch smart werden. Also Menschen, die mitdenken, die sich nicht zurücklehnen und konsumieren; die sich nicht auf das reduzieren lassen, was man ihnen empfiehlt.«</p>

<p>Und zum Ende macht Prof. Gigerenzer noch den wichtigsten Aufruf der heutigen Zeit:</p>
<p>Mitdenken!</p>
<p>Denn es gilt:</p>

<p>»The world is inherently uncertain and to pretend otherwise is to create risk, not to minimise it.«, Mervyn King</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/121-kuenstliche_unintelligenz/'>Episode 121:</a> Künstliche Unintelligenz
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/118-john_ioannidis_science/'>Episode 118:</a> Science and Decision Making under Uncertainty, A Conversation with Prof. John Ioannidis
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/112-nullius_in_verba'>Episode 112:</a> Nullius in Verba — oder: Der Müll der Wissenschaft
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit  Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/099-entkopplung_kopplung_rueckkopplung/'>Episode 99:</a> Entkopplung, Kopplung, Rückkopplung
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/079-erica_thompson_model_land/'>Episode 79:</a> Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson
</li>
</ul>
<p>Prof. Gerd Gigerenzer</p>
<ul>
<li><a href='https://www.mpib-berlin.mpg.de/staff/gerd-gigerenzer'>Prof. Gigerenzer amd MPIB-Berlin</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>Gerd Gigerenzer, Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition, Goldmann (2008)</li>
<li>Gerd Gigerenzer, Das Einmaleins der Skepsis: Über den richtigen Umgang mit Zahlen und Risiken, Piper (2015)</li>
<li>Gerd Gigerenzer, Risiko: Wie man die richtigen Entscheidungen trifft, Pantheon (2020)</li>
<li>Gerd Gigerenzer, Klick: Wie wir in einer digitalen Welt die Kontrolle behalten und die richtigen Entscheidungen treffen, Bertelsmann (2021)</li>
<li>Gerd Gigerenzer, Smart Management: Mit einfachen Heuristiken gute Entscheidungen treffen, Campus (2025) </li>
<li>Daniel Kahnemann, Schnelles Denken, langsames Denken, Siedler Verlag (2012)</li>
<li><a href='https://www.cambridge.org/core/journals/behavioural-public-policy/article/rationality-wars-a-personal-reflection/3D2EA145E5C7EFEE9EE7A910325EE6AC'>Gerd Gigerenzer, The rationally wars: a personal reflection, BPP (2024)</a></li>
<li><a href='https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0169207020301928?via%3Dihub'>Konstantinos Katsikopoulos, Gerd Gigerenzer et al, Transparent modeling of influenza incidence: Big data or a single data point from psychological theory?, International Journal of Forecasting (2022)</a></li>
<li>
Mervyn King, John Kay, Radical Uncertainty, Bridge Street Press (2021)
</li>
<li>
Rory Sutherland, Alchemy, WH Allen (2021)
</li>
<li>Peter Kruse, next practice. Erfolgreiches Management von Instabilität. Veränderung durch Vernetzung, Gabal (2020)</li>
<li><a href='https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0169207020301199'>John P. Ioannidis, Forecasting for COVID-19 has failed, International Journal of Forecasting (2022)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Auch heute freue ich mich wieder darüber, einen äußerst kompetenten und prominenten Gast vorstellen zu dürfen: Prof. Gerd Gigerenzer. Das Thema ist eines, das uns seit einiger Zeit begleitet, und auch noch weiter begleiten wird, denn es gehört zu den wesentlichsten Fragen der heutigen Zeit. Werden wir von der stetig steigenden Komplexität in unserer Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft überrollt, oder gelingt es, Mechanismen zu entwickeln, trotzdem kluge und resiliente Entscheidungen zu treffen? Entscheidungen, die uns auch helfen, mit komplexen Risiken umzugehen?</p>
<p>Gerd Gigerenzer war unter anderem langjähriger Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, ist Direktor des Harding Center for Risk Literacy an der Universität Potsdam, Partner von Simply Rational - The Institute for Decisions und Vizepräsident des European Research Council (ERC). Er ist ehemaliger Professor für Psychologie an der Universität von Chicago und John M. Olin Distinguished Visiting Professor, School of Law an der Universität von Virginia. Darüber hinaus ist er Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Deutschen Akademie der Wissenschaften und der British Academy sowie Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Sciences und der American Philosophical Society. Er hat unzählige Preise gewonnen sowie zahlreiche Bücher geschrieben, die nicht nur inhaltlich höchst relevant sondern zudem auch noch sehr zugänglich für eine breite Leserschicht sind. </p>
<p>Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen:</p>
<ul>
<li>Entscheidungen unter Unsicherheit und Zeitbeschränkung</li>
<li>Risikokompetenz und Risikokommunikation</li>
<li>Entscheidungsstrategien von Managern, Richtern und Ärzten</li>
</ul>
<p>Und genau über diese Themen werden wir uns in der Episode unterhalten. Wie geht man in Situationen großer Unsicherheit mit Daten und Informationen um?</p>

<p>»Je größer die Unsicherheit ist, desto mehr Informationen muss man ignorieren.«</p>

<p>Was ist eine Heuristik, und welche Heuristiken wenden wir erfolgreich in welchen Situationen an?</p>

<p>»In Situationen von Unsicherheit, verlassen sich Menschen nicht auf die ganze Vergangenheit, sondern auf die jüngste Vergangenheit — das nennt man recency Heuristik.«</p>

<p>Warum führen mehr Daten nicht immer zu besseren Entscheidungen?</p>

<p>»Ein Datenpunkt, gut gewählt, erlaubt [in vielen Fällen] bessere Vorhersagen als Big Data«</p>

<p>Was ist Intuition und unter welchen Umständen ist intuitives sinnvoller als vermeintlich rationales Entscheiden?</p>

<p>»Intuition ist keine Willkür. Intuition ist gefühltes Wissen, das auf jahrelanger Erfahrung beruht.«</p>

<p>Was ist von den neuen Theorien der Rationalität, z. B. dem System 1 und 2 von Kahnemann zu halten?</p>

<p>»The abject failure of models in the global financial crisis has not dented their popularity among regulators.«, Mervyn King</p>

<p>Was ist defensives Entscheiden, und warum ist es eines der größten Probleme unserer modernen Welt?</p>

<p>»Der Arzt ist nicht in einer Situation, dem Patienten das Beste zu empfehlen. Viele Ärzte fürchten, dass die Patienten klagen, insbesondere, wenn etwas unterlassen wurde. Die Patienten klagen nicht, wenn unnötige Operationen vorgenommen wurden.«</p>

<p>Weniger kann oft mehr sein:</p>

<p>»Viele Menschen denken — auch in der Wissenschaft — mehr ist immer besser.«</p>

<p>Dabei gilt in den meisten Fällen, gerade auch dort, wo wir häufig versuchen, komplexe Modelle anzuwenden:</p>

<p>»Je größer die Unsicherheit ist, umso einfacher muss man die Regulierung [oder das Modell] machen.«</p>

<p>Eine Erkenntnis, die im Grunde jedem klar ist, der sich mit der Steuerung komplexer Systeme auseinandersetzt. Warum handeln wir stetig dagegen?</p>

<p>»Wir brauchen eine Welt, die den Mut hat zur Vereinfachung.«</p>

<p>Und dann gibt es noch den Aspekt der Rückkopplung von (schlechten) Modellen auf die Welt, die sie vermeintlich beschreiben oder vorhersagen, und wir kommen leicht in einen Teufelskreis der zirkulären und selbstverstärkenden Fehler. Wie lassen sich diese vermeiden?<br>
Was wird die Folge sein, wenn diese Formen der Modellierung und Verhaltenssteuerung auf eine immer totalitärere und total überwachte Gesellschaft trifft?</p>
<p>Entwickeln wir uns aber in der Realität mit künstlicher Intelligenz, Large Language Models und IT-getriebener Automatisierung, aber nicht gerade ins Gegenteil? Eine Welt, deren Entscheidungen von immer komplexeren Systemen intransparent getroffen werden, wo niemand mehr nachvollziehen oder bewerten und in Wahrheit verantworten kann, ob diese Entscheidungen sinnvoll sind? Denken wir beispielsweise an Modelle, die Rückfallwahrscheinlichkeiten von Straftätern bewerten.</p>

<p>»Viele Menschen lächeln über altmodische Wahrsager. Doch sobald die Hellseher mit Computern arbeiten, nehmen wir ihre Vorhersagen ernst und sind bereit, für sie zu zahlen.«</p>

<p>Zu welcher Welt bewegen wir uns hin? Zu einer, in der wir radikale Unsicherheit akzeptieren und entsprechen handeln, oder einer, wo wir uns immer mehr der Illusion von Kontrolle, Vorhersagbarkeit und Steuerbarkeit verlieren?</p>

<p>»In einer Welt, in der Technik (vermeintlich) smart wird, brauchen wir vor allem eines, nämlich Menschen, die auch smart werden. Also Menschen, die mitdenken, die sich nicht zurücklehnen und konsumieren; die sich nicht auf das reduzieren lassen, was man ihnen empfiehlt.«</p>

<p>Und zum Ende macht Prof. Gigerenzer noch den wichtigsten Aufruf der heutigen Zeit:</p>
<p>Mitdenken!</p>
<p>Denn es gilt:</p>

<p>»The world is inherently uncertain and to pretend otherwise is to create risk, not to minimise it.«, Mervyn King</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/121-kuenstliche_unintelligenz/'>Episode 121:</a> Künstliche Unintelligenz
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/118-john_ioannidis_science/'>Episode 118:</a> Science and Decision Making under Uncertainty, A Conversation with Prof. John Ioannidis
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/112-nullius_in_verba'>Episode 112:</a> Nullius in Verba — oder: Der Müll der Wissenschaft
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit  Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/099-entkopplung_kopplung_rueckkopplung/'>Episode 99:</a> Entkopplung, Kopplung, Rückkopplung
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/079-erica_thompson_model_land/'>Episode 79:</a> Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson
</li>
</ul>
<p>Prof. Gerd Gigerenzer</p>
<ul>
<li><a href='https://www.mpib-berlin.mpg.de/staff/gerd-gigerenzer'>Prof. Gigerenzer amd MPIB-Berlin</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>Gerd Gigerenzer, Bauchentscheidungen: Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition, Goldmann (2008)</li>
<li>Gerd Gigerenzer, Das Einmaleins der Skepsis: Über den richtigen Umgang mit Zahlen und Risiken, Piper (2015)</li>
<li>Gerd Gigerenzer, Risiko: Wie man die richtigen Entscheidungen trifft, Pantheon (2020)</li>
<li>Gerd Gigerenzer, Klick: Wie wir in einer digitalen Welt die Kontrolle behalten und die richtigen Entscheidungen treffen, Bertelsmann (2021)</li>
<li>Gerd Gigerenzer, Smart Management: Mit einfachen Heuristiken gute Entscheidungen treffen, Campus (2025) </li>
<li>Daniel Kahnemann, Schnelles Denken, langsames Denken, Siedler Verlag (2012)</li>
<li><a href='https://www.cambridge.org/core/journals/behavioural-public-policy/article/rationality-wars-a-personal-reflection/3D2EA145E5C7EFEE9EE7A910325EE6AC'>Gerd Gigerenzer, The rationally wars: a personal reflection, BPP (2024)</a></li>
<li><a href='https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0169207020301928?via%3Dihub'>Konstantinos Katsikopoulos, Gerd Gigerenzer et al, Transparent modeling of influenza incidence: Big data or a single data point from psychological theory?, International Journal of Forecasting (2022)</a></li>
<li>
Mervyn King, John Kay, Radical Uncertainty, Bridge Street Press (2021)
</li>
<li>
Rory Sutherland, Alchemy, WH Allen (2021)
</li>
<li>Peter Kruse, next practice. Erfolgreiches Management von Instabilität. Veränderung durch Vernetzung, Gabal (2020)</li>
<li><a href='https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0169207020301199'>John P. Ioannidis, Forecasting for COVID-19 has failed, International Journal of Forecasting (2022)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Auch heute freue ich mich wieder darüber, einen äußerst kompetenten und prominenten Gast vorstellen zu dürfen: Prof. Gerd Gigerenzer. Das Thema ist eines, das uns seit einiger Zeit begleitet, und auch noch weiter begleiten wird, denn es gehört zu den wesentlichsten Fragen der heutigen Zeit. Werden wir von der stetig steigenden Komplexität in unserer Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft überrollt, oder gelingt es, Mechanismen zu entwickeln, trotzdem kluge und resiliente Entscheidungen zu treffen? Entscheidungen, die uns auch helfen, mit komplexen Risiken umzugehen?
Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen:

→ Entscheidungen unter Unsicherheit und Zeitbeschränkung
→ Risikokompetenz und Risikokommunikation
→ Entscheidungsstrategien von Managern, Richtern und Ärzten

Und genau über diese Themen werden wir uns in der Episode unterhalten. Wie geht man in Situationen großer Unsicherheit mit Daten und Informationen um?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:duration>3860</itunes:duration>
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        <itunes:episode>122</itunes:episode>
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            </item>
    <item>
        <title>121 — Künstliche Unintelligenz</title>
        <itunes:title>121 — Künstliche Unintelligenz</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/121-kuenstliche_unintelligenz/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/121-kuenstliche_unintelligenz/#comments</comments>        <pubDate>Wed, 02 Apr 2025 16:05:17 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>In dieser Folge steht das Thema »Künstliche Unitelligenz« im Mittelpunkt – ein Begriff, der aus einem Artikel aus dem Spectator stammt: Britain has become a pioneer in Artificial Unintelligence. Was genau verbirgt sich hinter dieser Idee?</p>

<p>»Artificial Unintelligence is the means by which people of perfectly adequate natural intelligence are transformed by policies, procedures and protocols into animate but inflexible cogs. They speak and behave, but do not think or decide.«</p>

<p>Wie werden aus Menschen mit natürlicher Intelligenz bloß unflexible Rädchen? Wir reflektieren die zunehmende Strukturierung und Standardisierung in Organisationen, um mit wachsender gesellschaftlicher Komplexität umgehen zu können. Ein Ausgangspunkt der Episode ist die Frage, warum wir in immer mehr Organisationen eine strukturelle und individuelle Inkompetenz erleben? Ein Zitat aus dem genannten Artikel fasst es treffend zusammen: </p>

<p>»‘I didn’t find anything in common in these cases,’ I said, ‘except the stupidity of your staff. I expected him to get angry, but he maintained a Buddha-like calm. ‘Oh, I know,’ he replied, ‘but that is the standard expected now.’«</p>

<p>Wie konnte es so weit kommen? Liegt es an der Industrialisierung, die laut Dan Davies in The Unaccountability Machine besagt: </p>

<p>»A very important consequence of industrialisation is that it breaks the connection between the worker and the product.«</p>

<p>Oder hat es damit zu tun, wie wir mit Überwältungung durch Information umgehen.</p>

<p>»When people are overwhelmed by information, they always react in the same way – by building systems.«</p>

<p>Sind Menschen, die individuell denken, in solchen Systemen eher hinderlich als hilfreich? Doch was passiert, wenn komplexe Probleme auftreten, die Flexibilität und Kreativität erfordern? Sind unsere Organisationen überhaupt noch in der Lage, mit unerwarteten Situationen umzugehen, oder arbeiten sie nur noch »maschinenhaft« nach Vorgaben – und das mit einem Maschinenverständnis des 19. Jahrhunderts? Ist die Stagnation, die wir seit Jahrzehnten spüren, ein Symptom dieses Systemversagens? Und wie hängt das mit der sogenannten »Unaccountability Machine« zusammen, die Davies beschreibt und die man im Deutschen vielleicht als »Verantwortungslosigkeits-Maschine« bezeichnen könnte? Kann es sogar sein, dass manche Strukturen bewusst als »self-organising control fraud« gestaltet sind?</p>
<p>Ein weiteres damit verbundenes Thema ist: Wie beeinflussen moderne Prognose-Tools wie Recommender Systems unser Verhalten? Dienen sie wirklich dazu, bessere Entscheidungen zu ermöglichen, oder machen sie uns hauptsächlich vorhersagbarer? »Menschen, die dies und jedes gekauft/gesehen haben, haben auch dies gekauft/gesehen« – ist das noch Prognose oder schon Formung des Geschmacks? Und was ist mit wissenschaftlichen Modellen komplexer Systeme, die oft relativ beliebige Ergebnisse liefern? Formen sie nicht auch die Meinung von Wissenschaftlern, Politikern und der Gesellschaft – etwa durch die überall beobachtbare schlichte Medienberichterstattung? </p>
<p>Bleibt außerdem der Mensch wirklich »in the loop«, wie oft behauptet wird, oder ist er längst ein »artificial unintelligent man in the loop«, der Empfehlungen des Systems kaum hinterfragen kann?</p>
<p>Die Episode wirft auch einen kritischen Blick auf naive Ideologien wie das »Scientific World Management« von Alfred Korzybski, der schrieb: </p>

<p>„it will give a scientific foundation to Political Economy and transform so-called ‘scientific shop management’ into genuine ‘scientific world management.’“ </p>

<p>War dieser Wunsch nach dem Ersten Weltkrieg verständlich, aber letztlich völlig missgeleitet? Und warum erleben wir heute eine Wiederkehr des naiven Szientismus, der glaubt, »die Wissenschaft« liefere objektive Antworten? Wie hängen solche Ideen mit Phänomenen wie »Science Diplomacy« zusammen?</p>
<p>Die zentrale Frage der Episode lautet: Wie erreicht man, dass Menschen in Verantwortung korrekt im Sinne des definierten Zwecks der Organisation entscheiden? Doch was ist überhaupt der Zweck eines Systems? Stafford Beer sagt: </p>

<p>»The purpose of a system is what it does.«</p>

<p>Stimmt der definierte Zweck – etwa Gesundheit im Gesundheitssystem – noch mit der Realität überein? Warum entscheiden Ärzte oft defensiv im eigenen Interesse statt im Interesse der Patienten? Und wie überträgt sich dieses Verhalten auf andere Organisationen – von Ministerien bis hin zur Wissenschaft? Davies beschreibt das ab Beispiel des akademischen Publikationswesens so: </p>

<p>„A not-wholly-unfair analysis of academic publishing would be that it is an industry in which academics compete against one another for the privilege of providing free labour for a profitmaking company, which then sells the results back to them at monopoly prices.“ </p>

<p>Und weiter: </p>

<p>„The truly valuable output of the academic publishing industry is not journals, but citations.“ </p>

<p>Was ist aus der Idee geworden, dass die Generierung von neuem und relevantem Wissen die Aufgabe von Wissenschaft, Förderung und Publikationswesen ist?</p>
<p>Zum Abschluss stelle ich die Frage: Wie können Systeme so gestaltet werden, dass Verantwortung wieder übernommen wird? Wie balanciert man die Zuordnung von Konsequenzen mit der Möglichkeit, ehrlich zu scheitern – ohne Innovation zu ersticken? Und was sind »Luxury Beliefs« – jene modischen Ideen elitärer Kreise, die sie selbst nicht tragen müssen, während sie für andere zur existenziellen Bedrohung werden? </p>
<p>Die Episode endet so mit einem Aufruf zur Diskussion: Wie lösen wir diesen Spagat zwischen Verantwortung und Risiko in einer immer komplexeren Welt?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/119-spy_vs_spy/'>Episode 119:</a> Spy vs Spy: Über künstlicher Intelligenz und anderen Agenten
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/118-john_ioannidis_science/'>Episode 118:</a> Science and Decision Making under Uncertainty, A Conversation with Prof. John Ioannidis
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/117-der_humpelnde_staat_christoph_kletzer/'>Episode 117:</a> Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/116-science_politics_weinkle/'>Episode 116:</a> Science and Politics, A Conversation with Prof. Jessica Weinkle
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit  Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/103-nassim-taleb_ralph-zlabinger/'>Episode 103:</a> Schwarze Schwäne in Extremistan; die Welt des Nassim Taleb, ein Gespräch mit Ralph Zlabinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/093-covid_stille_jan_david_zimmermann/'>Episode 93:</a> Covid. Die unerklärliche Stille nach dem Sturm. Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/091-heidi_klum_universitaet/'>Episode 91:</a> Die Heidi-Klum-Universität, ein Gespräch mit Prof. Ehrmann und Prof. Sommer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://www.spectator.co.uk/article/britain-has-become-a-pioneer-in-artificial-unintelligence/'>Britain has become a pioneer in Artificial Unintelligence | The Spectator (2025)</a></li>
<li>Davies, Dan. The Unaccountability Machine: Why Big Systems Make Terrible Decisions - and How The World Lost its Mind, Profile Books (2024)</li>
<li>Alfred Korzybski, Manhood of Humanity (1921)</li>
<li><a href='https://jessicaweinkle.substack.com/p/what-is-science-diplomacy'>Jessica Weinkle, What is Science Diplomacy (2025)</a></li>
<li>Nassim Taleb, Skin in the Game, Penguin (2018)</li>
<li><a href='https://nypost.com/2019/08/17/luxury-beliefs-are-the-latest-status-symbol-for-rich-americans/'>Rob Henderson, 'Luxury beliefs' are latest status symbol for rich Americans, New York Post (2019)</a></li>
<li>
Lorraine Daston, Rules, Princeton Univ. Press (2023)
</li>
</ul>
<p> </p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>In dieser Folge steht das Thema »Künstliche Unitelligenz« im Mittelpunkt – ein Begriff, der aus einem Artikel aus dem Spectator stammt: <em>Britain has become a pioneer in Artificial Unintelligence</em>. Was genau verbirgt sich hinter dieser Idee?</p>

<p>»Artificial Unintelligence is the means by which people of perfectly adequate natural intelligence are transformed by policies, procedures and protocols into animate but inflexible cogs. They speak and behave, but do not think or decide.«</p>

<p>Wie werden aus Menschen mit natürlicher Intelligenz bloß unflexible Rädchen? Wir reflektieren die zunehmende Strukturierung und Standardisierung in Organisationen, um mit wachsender gesellschaftlicher Komplexität umgehen zu können. Ein Ausgangspunkt der Episode ist die Frage, warum wir in immer mehr Organisationen eine strukturelle und individuelle Inkompetenz erleben? Ein Zitat aus dem genannten Artikel fasst es treffend zusammen: </p>

<p>»‘I didn’t find anything in common in these cases,’ I said, ‘except the stupidity of your staff. I expected him to get angry, but he maintained a Buddha-like calm. ‘Oh, I know,’ he replied, ‘but that is the standard expected now.’«</p>

<p>Wie konnte es so weit kommen? Liegt es an der Industrialisierung, die laut Dan Davies in The Unaccountability Machine besagt: </p>

<p>»A very important consequence of industrialisation is that it breaks the connection between the worker and the product.«</p>

<p>Oder hat es damit zu tun, wie wir mit Überwältungung durch Information umgehen.</p>

<p>»When people are overwhelmed by information, they always react in the same way – by building systems.«</p>

<p>Sind Menschen, die individuell denken, in solchen Systemen eher hinderlich als hilfreich? Doch was passiert, wenn komplexe Probleme auftreten, die Flexibilität und Kreativität erfordern? Sind unsere Organisationen überhaupt noch in der Lage, mit unerwarteten Situationen umzugehen, oder arbeiten sie nur noch »maschinenhaft« nach Vorgaben – und das mit einem Maschinenverständnis des 19. Jahrhunderts? Ist die Stagnation, die wir seit Jahrzehnten spüren, ein Symptom dieses Systemversagens? Und wie hängt das mit der sogenannten »Unaccountability Machine« zusammen, die Davies beschreibt und die man im Deutschen vielleicht als »Verantwortungslosigkeits-Maschine« bezeichnen könnte? Kann es sogar sein, dass manche Strukturen bewusst als »self-organising control fraud« gestaltet sind?</p>
<p>Ein weiteres damit verbundenes Thema ist: Wie beeinflussen moderne Prognose-Tools wie Recommender Systems unser Verhalten? Dienen sie wirklich dazu, bessere Entscheidungen zu ermöglichen, oder machen sie uns hauptsächlich vorhersagbarer? <em>»Menschen, die dies und jedes gekauft/gesehen haben, haben auch dies gekauft/gesehen«</em> – ist das noch Prognose oder schon Formung des Geschmacks? Und was ist mit wissenschaftlichen Modellen komplexer Systeme, die oft relativ beliebige Ergebnisse liefern? Formen sie nicht auch die Meinung von Wissenschaftlern, Politikern und der Gesellschaft – etwa durch die überall beobachtbare schlichte Medienberichterstattung? </p>
<p>Bleibt außerdem der Mensch wirklich »in the loop«, wie oft behauptet wird, oder ist er längst ein »artificial unintelligent man in the loop«, der Empfehlungen des Systems kaum hinterfragen kann?</p>
<p>Die Episode wirft auch einen kritischen Blick auf naive Ideologien wie das »Scientific World Management« von Alfred Korzybski, der schrieb: </p>

<p>„it will give a scientific foundation to Political Economy and transform so-called ‘scientific shop management’ into genuine ‘scientific world management.’“ </p>

<p>War dieser Wunsch nach dem Ersten Weltkrieg verständlich, aber letztlich völlig missgeleitet? Und warum erleben wir heute eine Wiederkehr des naiven Szientismus, der glaubt, »die Wissenschaft« liefere objektive Antworten? Wie hängen solche Ideen mit Phänomenen wie »Science Diplomacy« zusammen?</p>
<p>Die zentrale Frage der Episode lautet: Wie erreicht man, dass Menschen in Verantwortung korrekt im Sinne des definierten Zwecks der Organisation entscheiden? Doch was ist überhaupt der Zweck eines Systems? Stafford Beer sagt: </p>

<p>»The purpose of a system is what it does.«</p>

<p>Stimmt der definierte Zweck – etwa Gesundheit im Gesundheitssystem – noch mit der Realität überein? Warum entscheiden Ärzte oft defensiv im eigenen Interesse statt im Interesse der Patienten? Und wie überträgt sich dieses Verhalten auf andere Organisationen – von Ministerien bis hin zur Wissenschaft? Davies beschreibt das ab Beispiel des akademischen Publikationswesens so: </p>

<p>„A not-wholly-unfair analysis of academic publishing would be that it is an industry in which academics compete against one another for the privilege of providing free labour for a profitmaking company, which then sells the results back to them at monopoly prices.“ </p>

<p>Und weiter: </p>

<p>„The truly valuable output of the academic publishing industry is not journals, but citations.“ </p>

<p>Was ist aus der Idee geworden, dass die Generierung von neuem und relevantem Wissen die Aufgabe von Wissenschaft, Förderung und Publikationswesen ist?</p>
<p>Zum Abschluss stelle ich die Frage: Wie können Systeme so gestaltet werden, dass Verantwortung wieder übernommen wird? Wie balanciert man die Zuordnung von Konsequenzen mit der Möglichkeit, ehrlich zu scheitern – ohne Innovation zu ersticken? Und was sind »Luxury Beliefs« – jene modischen Ideen elitärer Kreise, die sie selbst nicht tragen müssen, während sie für andere zur existenziellen Bedrohung werden? </p>
<p>Die Episode endet so mit einem Aufruf zur Diskussion: Wie lösen wir diesen Spagat zwischen Verantwortung und Risiko in einer immer komplexeren Welt?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/119-spy_vs_spy/'>Episode 119:</a> Spy vs Spy: Über künstlicher Intelligenz und anderen Agenten
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/118-john_ioannidis_science/'>Episode 118:</a> Science and Decision Making under Uncertainty, A Conversation with Prof. John Ioannidis
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/117-der_humpelnde_staat_christoph_kletzer/'>Episode 117:</a> Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/116-science_politics_weinkle/'>Episode 116:</a> Science and Politics, A Conversation with Prof. Jessica Weinkle
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit  Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/103-nassim-taleb_ralph-zlabinger/'>Episode 103:</a> Schwarze Schwäne in Extremistan; die Welt des Nassim Taleb, ein Gespräch mit Ralph Zlabinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/093-covid_stille_jan_david_zimmermann/'>Episode 93:</a> Covid. Die unerklärliche Stille nach dem Sturm. Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/091-heidi_klum_universitaet/'>Episode 91:</a> Die Heidi-Klum-Universität, ein Gespräch mit Prof. Ehrmann und Prof. Sommer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://www.spectator.co.uk/article/britain-has-become-a-pioneer-in-artificial-unintelligence/'>Britain has become a pioneer in Artificial Unintelligence | The Spectator (2025)</a></li>
<li>Davies, Dan. The Unaccountability Machine: Why Big Systems Make Terrible Decisions - and How The World Lost its Mind, Profile Books (2024)</li>
<li>Alfred Korzybski, Manhood of Humanity (1921)</li>
<li><a href='https://jessicaweinkle.substack.com/p/what-is-science-diplomacy'>Jessica Weinkle, What is Science Diplomacy (2025)</a></li>
<li>Nassim Taleb, Skin in the Game, Penguin (2018)</li>
<li><a href='https://nypost.com/2019/08/17/luxury-beliefs-are-the-latest-status-symbol-for-rich-americans/'>Rob Henderson, 'Luxury beliefs' are latest status symbol for rich Americans, New York Post (2019)</a></li>
<li>
Lorraine Daston, Rules, Princeton Univ. Press (2023)
</li>
</ul>
<p> </p>
]]></content:encoded>
                                    
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»Artificial Unintelligence is the means by which people of perfectly adequate natural intelligence are transformed by policies, procedures and protocols into animate but inflexible cogs. They speak and behave, but do not think or decide.«

Wie werden aus Menschen mit natürlicher Intelligenz bloß unflexible Rädchen? Wir reflektieren die zunehmende Strukturierung und Standardisierung in Organisationen, um mit wachsender gesellschaftlicher Komplexität umgehen zu können. Ein Ausgangspunkt der Episode ist die Frage, warum wir in immer mehr Organisationen eine strukturelle und individuelle Inkompetenz erleben?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:block>No</itunes:block>
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            </item>
    <item>
        <title>120 — All In: Energie, Wohlstand und die Zukunft der Welt: Ein Gespräch mit Prof. Franz Josef Radermacher</title>
        <itunes:title>120 — All In: Energie, Wohlstand und die Zukunft der Welt: Ein Gespräch mit Prof. Franz Josef Radermacher</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/120-radermacher_all_in/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/120-radermacher_all_in/#comments</comments>        <pubDate>Thu, 20 Mar 2025 13:01:33 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Willkommen zu einer neuen Folge meines Podcasts! In dieser Episode begrüße ich den renommierten Experten Franz Josef Radermacher vor einem besonderen Gast an der Wand: Albert Einstein. Was hat Einstein mit Energie zu tun? Warum ist Energie die Grundlage menschlichen Wohlstands? Und wie gestalten wir eine nachhaltige Zukunft in einer global vernetzten Welt? Dieses Gespräch nimmt uns mit auf eine Reise durch die Geschichte der Energienutzung, die Herausforderungen der Energiewende und die geopolitischen Dimensionen, die oft übersehen werden.</p>
<p>Prof. Radermacher ist Vorstand des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung, stellv. Vorstandsvorsitzender von Global Energy Solutions e. V. (Ulm), emerit. Professor für Informatik, Universität Ulm, 2000 – 2018 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI); er ist Ehrenpräsident des Ökosozialen Forum Europa, Wien, Mitglied des UN-Council of Engineers for the Energy Transition (CEET) sowie Mitglied des Club of Rome, Winterthur.</p>
<p>Was hat Einstein mit diesem Gespräch zu tun? Wir beginnen mit der Frage, welche Rolle Energie in unserer Gesellschaft spielt sowie der Tatsache, dass vielen Menschen, vermutlich den meisten, nicht klar ist, was unsere Gesellschaft antreibt? So waren 2023 mehr als 81 Prozent des gesamten weltweiten Energieverbrauchs durch fossile Quellen gedeckt, und die Menge an fossilen Energieträgern wächst ständig.</p>
<p>Wie hat Energie die Menschheit geprägt? Welche Energiequellen hatten wir früher und welchen Einfluss hatte die Veränderung der Energieträger auf unsere Gesellschaft und unseren Lebensstandard? Warum dominieren fossile Brennstoffe heute noch? Kann Energie Armut bekämpfen? Ist es Energie, die Wohlstand schafft?</p>
<p>Warum sind zwei oft übersehene Parameter von so großer Bedeutung: Energiedichte und Platzbedarf?  Kernkraftwerke benötigen wenig Fläche im Vergleich zu Windrädern oder Photovoltaik: </p>

<p>»Da ist ja ein Faktor 100 dazwischen.« […] »Weil auch Fläche ein extrem knappes Gut ist, ist es problematisch, wenn man eine Energie mit ziemlich niedriger Dichte hat.«</p>

<p>Gleichzeitig sind Energie und Emissionen, besonders Treibhausgase, globale Phänomene, die lokal nicht zu lösen sind.</p>

<p>»Von 2004 bis 2023 haben die globalen Investitionen in Wind und Solar rund 4 Billionen Dollar ausgemacht, und trotzdem sind die fossilen Energieträger dreimal schneller gewachsen.“ Zudem: „In den großen Industrienationen […] eine Reduktion der CO2-Emissionen, aber gleichzeitig einen Zuwachs in Indien und China, der diese Reduktionen um das Faktor 5 überschattet.«, Robert Bryce</p>

<p>Überrascht uns China? China hat mittlerweile die EU auch in den Pro-Kopf-Emissionen überholt. Was passiert, wenn Schwellenländer folgen?</p>

<p>»An China kann man erkennen, was passiert, wenn ein armes Land versucht, Wohlstand aufzubauen. Und das geht bis heute nur mit fossilen Energieträgern.«</p>

<p>Sind schnelle Lösungen gefährlich? Großinfrastruktur, Energiesysteme sind immer eine Frage von Jahrzehnten. Wenn wir versuchen, Dinge hier über das Knie zu brechen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie große und extrem teure Fehler machen, enorm. Außerdem stellt sich die Frage, welche Relevanz Europa überhaupt noch hat?</p>
<p>Welche Maßnahmen gegen den Klimawandel könnten erfolgreich sein? Was wurde etwa in Baku beschlossen? Funktionieren Transferzahlungen? Warum scheitert eine Renewables Only Strategie zwangsläufig?</p>

<p>»Die Idee, Renewables Only, ist ja eine von Deutschland immer wieder propagierte Idee.[… Es] ist nur eine Methode, [Entwicklungsländer] arm zu halten«</p>

<p>Aber was ist die Alternative? Was ist Carbon Capture? Was ist die Rolle von Kernkraft? Welche Mischung verschiedener Verfahren ist sinnvoll?</p>
<p>Zuletzt diskutieren wir über Strom vs. Moleküle und den All-Electric-Irrtum. Damit verbunden ist der Irrglaube, Wasserstoff könnte das Renable-Desaster lösen. </p>
<p>Welche geopolitischen Herausforderungen sind mit diesen Themen verknüpft? Ist Prof. Radermacher optimistisch — für Europa, die Welt? Was könnte man jungen Menschen empfehlen?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/095-geopolitik_militaer_feichtinger/'>Episode 95:</a> Geopolitik und Militär, ein Gespräch mit Brigadier Prof. Walter Feichtinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/094-systemisch_gesellschaft_verwundbarkeit_saurugg/'>Episode 94:</a> Systemisches Denken und gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/086-judith_curry-climate_risk/'>Episode 86:</a> Climate Uncertainty and Risk, a conversation with Dr. Judith Curry
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/081-lars_schernikau-energie_ressourcen/'>Episode 81:</a> Energie und Ressourcen, ein Gespräch mit Dr. Lars Schernikau
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/073-oekorealismus_peters/'>Episode 73:</a> Ökorealismus, ein Gespräch mit Björn Peters
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/070-future_farming_padraid_flood/'>Episode 70</a>: Future of Farming, a conversation with Padraic Flood
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/062-wirtschaft_umwelt_sinn/'>Episode 62:</a> Wirtschaft und Umwelt, ein Gespräch mit Prof. Hans-Werner Sinn
</li>
</ul>
<p>Prof. Radermacher</p>
<ul>
<li><a href='https://www.fawn-ulm.de/ueber-uns'>Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung/n</a></li>
<li><a href='https://global-energy-solutions.org'>Global Energy Solutions</a></li>
<li><a href='https://global-energy-solutions.org/team/#vorstand'>Prof. Radermacher im Vorstand der Global Energy Solutions</a></li>
<li>All In: Energie und Wohlstand für eine wachsende Welt, Murmann (2024)</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>Vaclav Smil, How the World Really Works, Penguin (2022)</li>
<li><a href='https://www.fraserinstitute.org/sites/default/files/halfway-between-kyoto-and-2050.pdf'>Vaclav Smil, Net Zero 2050, Fraser Institute (2024)</a></li>
<li><a href='https://robertbryce.substack.com/p/the-energy-transition-isnt'>Robert Bryce, The Energy Transition Isn't (2023)</a></li>
<li><a href='https://robertbryce.substack.com/p/these-charts-expose-myth-of-energy-transition'>Robert Bryce, Numbers Don’t Lie (2024)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Willkommen zu einer neuen Folge meines Podcasts! In dieser Episode begrüße ich den renommierten Experten Franz Josef Radermacher vor einem besonderen Gast an der Wand: Albert Einstein. Was hat Einstein mit Energie zu tun? Warum ist Energie die Grundlage menschlichen Wohlstands? Und wie gestalten wir eine nachhaltige Zukunft in einer global vernetzten Welt? Dieses Gespräch nimmt uns mit auf eine Reise durch die Geschichte der Energienutzung, die Herausforderungen der Energiewende und die geopolitischen Dimensionen, die oft übersehen werden.</p>
<p>Prof. Radermacher ist Vorstand des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung, stellv. Vorstandsvorsitzender von Global Energy Solutions e. V. (Ulm), emerit. Professor für Informatik, Universität Ulm, 2000 – 2018 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI); er ist Ehrenpräsident des Ökosozialen Forum Europa, Wien, Mitglied des UN-Council of Engineers for the Energy Transition (CEET) sowie Mitglied des Club of Rome, Winterthur.</p>
<p>Was hat Einstein mit diesem Gespräch zu tun? Wir beginnen mit der Frage, welche Rolle Energie in unserer Gesellschaft spielt sowie der Tatsache, dass vielen Menschen, vermutlich den meisten, nicht klar ist, was unsere Gesellschaft antreibt? So waren 2023 mehr als 81 Prozent des gesamten weltweiten Energieverbrauchs durch fossile Quellen gedeckt, und die Menge an fossilen Energieträgern wächst ständig.</p>
<p>Wie hat Energie die Menschheit geprägt? Welche Energiequellen hatten wir früher und welchen Einfluss hatte die Veränderung der Energieträger auf unsere Gesellschaft und unseren Lebensstandard? Warum dominieren fossile Brennstoffe heute noch? Kann Energie Armut bekämpfen? Ist es Energie, die Wohlstand schafft?</p>
<p>Warum sind zwei oft übersehene Parameter von so großer Bedeutung: Energiedichte und Platzbedarf?  Kernkraftwerke benötigen wenig Fläche im Vergleich zu Windrädern oder Photovoltaik: </p>

<p>»Da ist ja ein Faktor 100 dazwischen.« […] »Weil auch Fläche ein extrem knappes Gut ist, ist es problematisch, wenn man eine Energie mit ziemlich niedriger Dichte hat.«</p>

<p>Gleichzeitig sind Energie und Emissionen, besonders Treibhausgase, globale Phänomene, die lokal nicht zu lösen sind.</p>

<p>»Von 2004 bis 2023 haben die globalen Investitionen in Wind und Solar rund 4 Billionen Dollar ausgemacht, und trotzdem sind die fossilen Energieträger dreimal schneller gewachsen.“ Zudem: „In den großen Industrienationen […] eine Reduktion der CO2-Emissionen, aber gleichzeitig einen Zuwachs in Indien und China, der diese Reduktionen um das Faktor 5 überschattet.«, Robert Bryce</p>

<p>Überrascht uns China? China hat mittlerweile die EU auch in den Pro-Kopf-Emissionen überholt. Was passiert, wenn Schwellenländer folgen?</p>

<p>»An China kann man erkennen, was passiert, wenn ein armes Land versucht, Wohlstand aufzubauen. Und das geht bis heute nur mit fossilen Energieträgern.«</p>

<p>Sind schnelle Lösungen gefährlich? Großinfrastruktur, Energiesysteme sind immer eine Frage von Jahrzehnten. Wenn wir versuchen, Dinge hier über das Knie zu brechen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie große und extrem teure Fehler machen, enorm. Außerdem stellt sich die Frage, welche Relevanz Europa überhaupt noch hat?</p>
<p>Welche Maßnahmen gegen den Klimawandel könnten erfolgreich sein? Was wurde etwa in Baku beschlossen? Funktionieren Transferzahlungen? Warum scheitert eine Renewables Only Strategie zwangsläufig?</p>

<p>»Die Idee, Renewables Only, ist ja eine von Deutschland immer wieder propagierte Idee.[… Es] ist nur eine Methode, [Entwicklungsländer] arm zu halten«</p>

<p>Aber was ist die Alternative? Was ist Carbon Capture? Was ist die Rolle von Kernkraft? Welche Mischung verschiedener Verfahren ist sinnvoll?</p>
<p>Zuletzt diskutieren wir über Strom vs. Moleküle und den All-Electric-Irrtum. Damit verbunden ist der Irrglaube, Wasserstoff könnte das Renable-Desaster lösen. </p>
<p>Welche geopolitischen Herausforderungen sind mit diesen Themen verknüpft? Ist Prof. Radermacher optimistisch — für Europa, die Welt? Was könnte man jungen Menschen empfehlen?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/095-geopolitik_militaer_feichtinger/'>Episode 95:</a> Geopolitik und Militär, ein Gespräch mit Brigadier Prof. Walter Feichtinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/094-systemisch_gesellschaft_verwundbarkeit_saurugg/'>Episode 94:</a> Systemisches Denken und gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/086-judith_curry-climate_risk/'>Episode 86:</a> Climate Uncertainty and Risk, a conversation with Dr. Judith Curry
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/081-lars_schernikau-energie_ressourcen/'>Episode 81:</a> Energie und Ressourcen, ein Gespräch mit Dr. Lars Schernikau
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/073-oekorealismus_peters/'>Episode 73:</a> Ökorealismus, ein Gespräch mit Björn Peters
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/070-future_farming_padraid_flood/'>Episode 70</a>: Future of Farming, a conversation with Padraic Flood
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/062-wirtschaft_umwelt_sinn/'>Episode 62:</a> Wirtschaft und Umwelt, ein Gespräch mit Prof. Hans-Werner Sinn
</li>
</ul>
<p>Prof. Radermacher</p>
<ul>
<li><a href='https://www.fawn-ulm.de/ueber-uns'>Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung/n</a></li>
<li><a href='https://global-energy-solutions.org'>Global Energy Solutions</a></li>
<li><a href='https://global-energy-solutions.org/team/#vorstand'>Prof. Radermacher im Vorstand der Global Energy Solutions</a></li>
<li>All In: Energie und Wohlstand für eine wachsende Welt, Murmann (2024)</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>Vaclav Smil, How the World Really Works, Penguin (2022)</li>
<li><a href='https://www.fraserinstitute.org/sites/default/files/halfway-between-kyoto-and-2050.pdf'>Vaclav Smil, Net Zero 2050, Fraser Institute (2024)</a></li>
<li><a href='https://robertbryce.substack.com/p/the-energy-transition-isnt'>Robert Bryce, The Energy Transition Isn't (2023)</a></li>
<li><a href='https://robertbryce.substack.com/p/these-charts-expose-myth-of-energy-transition'>Robert Bryce, Numbers Don’t Lie (2024)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Willkommen zu einer neuen Folge meines Podcasts! In dieser Episode begrüße ich den renommierten Experten Franz Josef Radermacher vor einem besonderen Gast an der Wand: Albert Einstein. Was hat Einstein mit Energie zu tun? Warum ist Energie die Grundlage menschlichen Wohlstands? Und wie gestalten wir eine nachhaltige Zukunft in einer global vernetzten Welt? Dieses Gespräch nimmt uns mit auf eine Reise durch die Geschichte der Energienutzung, die Herausforderungen der Energiewende und die geopolitischen Dimensionen, die oft übersehen werden.

Prof. Radermacher ist Vorstand des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung, stellv. Vorstandsvorsitzender von Global Energy Solutions e. V. (Ulm), emerit. Professor für Informatik, Universität Ulm, 2000 – 2018 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI); er ist Ehrenpräsident des Ökosozialen Forum Europa, Wien, Mitglied des UN-Council of Engineers for the Energy Transition (CEET) sowie Mitglied des Club of Rome, Winterthur.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episode>120</itunes:episode>
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            </item>
    <item>
        <title>119 — Spy vs Spy: Über künstlicher Intelligenz und anderen Agenten</title>
        <itunes:title>119 — Spy vs Spy: Über künstlicher Intelligenz und anderen Agenten</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/119-spy_vs_spy/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/119-spy_vs_spy/#comments</comments>        <pubDate>Thu, 13 Mar 2025 13:28:56 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>In dieser Folge tauchen wir tief in die Welt der Künstlichen Intelligenz (KI) ein und betrachten sie aus einer systemischen Perspektive. Inspiriert vom klassischen Cartoon Spy vs. Spy geht es um die Frage, wie KI-Systeme miteinander interagieren — sowohl im Sinne von Kooperation als auch Konkurrenz — und welche Herausforderungen dies für uns Menschen mit sich bringt.</p>
<p>Ich beleuchte die evolutionäre Natur technischen Fortschritts, die Risiken von Komplexität und Kontrollverlust sowie die möglichen Folgen einer Zukunft, in der KI von einem passiven Werkzeug zu einem aktiven Akteur wird. Begleiten Sie mich auf einer Reise durch emergente Phänomene und Fulgurationen, systemische Abhängigkeiten und die Frage, wie wir die Kontrolle über immer komplexere Systeme behalten können. Denn es stellen sich zahlreiche Fragen:</p>
<ul>
<li>Wie könnte sich die Interaktion zwischen KI-Systemen in der Zukunft entwickeln – eher kooperativ oder kompetitiv?</li>
<li>Welche Rolle spielt der Mensch noch, wenn KI-Systeme immer schneller Entscheidungen treffen und autonome Akteure werden?</li>
<li>Welche Erfahrungen haben Sie mit technischen Systemen gemacht, die durch Komplexität oder Automatisierung an Kontrolle verloren haben?</li>
<li>Was bedeutet es für unsere Gesellschaft, wenn wir durch Automatisierung Know-how und Kontrolle an externe Akteure abgeben?</li>
<li>Wie können wir den Übergang von KI als Spielzeug zu einem systemisch notwendigen Element gestalten, ohne in eine Abhängigkeit zu geraten?</li>
<li>Glauben Sie, dass KI jemals eine eigene Motivation oder Intentionalität entwickeln könnte – und wenn ja, wie sollten wir darauf reagieren?</li>
<li>Welche Strategien könnten helfen, die Kontrolle über komplexe, nicht-deterministische Systeme wie KI-Agenten zu behalten?</li>
<li>Wie sehen Sie die geopolitischen Herausforderungen der KI-Entwicklung, insbesondere in Bezug auf Energie und Innovation?</li>
<li>Welche positiven Szenarien können Sie sich für eine Zukunft mit KI und autonomen Agenten vorstellen?</li>
<li>Wie bereiten Sie sich persönlich oder in Ihrem Umfeld auf die kommenden Entwicklungen in der KI vor?</li>
</ul>
<p>Ich freue mich Ihre Gedanken und Ansichten zu hören! Schreiben Sie mir und lassen Sie uns gemeinsam über die Zukunft nachdenken. Bis zum nächsten Mal beim gemeinsamen Nachdenken über die Zukunft!</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/104-qualitaet_und_quantitaet/'>Episode 104:</a> Aus Quantität wird Qualität
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/103-nassim-taleb_ralph-zlabinger/'>Episode 103:</a> Schwarze Schwäne in Extremistan; die Welt des Nassim Taleb, ein Gespräch mit Ralph Zlabinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/099-entkopplung_kopplung_rueckkopplung/'>Episode 99:</a> Entkopplung, Kopplung, Rückkopplung
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/094-systemisch_gesellschaft_verwundbarkeit_saurugg/'>Episode 94:</a> Systemisches Denken und gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/069-complexity_software/'>Episode 69:</a> Complexity in Software
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/040-software_nachhaltigkeit_philipp_reisinger/'>Episode 40:</a> Software Nachhaltigkeit, ein Gespräch mit Philipp Reisinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/031-software-tom-konrad/'>Episode 31:</a> Software in der modernen Gesellschaft – Gespräch mit Tom Konrad
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://archive.org/details/SpyVsSpyTheCompleteCasebook/Spy%20vs%20Spy%20The%20Complete%20Casebook/mode/1up'>Spy vs. Spy, The Complete Casebook </a></li>
<li>Rupert Riedl, Strukturen der Komplexität: Eine Morphologie des Erkennens und Erklärens, Springer (2000)</li>
<li><a href='https://cacm.acm.org/blogcacm/the-u-k-post-office-scandal-software-malpractice-at-scale/'>Doug Meil, The U.K. Post Office Scandal: Software Malpractice At Scale – Communications of the ACM (2024)</a></li>
<li>Casey Rosenthal, Chaos Engineering, O'Reilly (2017)</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>In dieser Folge tauchen wir tief in die Welt der Künstlichen Intelligenz (KI) ein und betrachten sie aus einer systemischen Perspektive. Inspiriert vom klassischen Cartoon Spy vs. Spy geht es um die Frage, wie KI-Systeme miteinander interagieren — sowohl im Sinne von Kooperation als auch Konkurrenz — und welche Herausforderungen dies für uns Menschen mit sich bringt.</p>
<p>Ich beleuchte die evolutionäre Natur technischen Fortschritts, die Risiken von Komplexität und Kontrollverlust sowie die möglichen Folgen einer Zukunft, in der KI von einem passiven Werkzeug zu einem aktiven Akteur wird. Begleiten Sie mich auf einer Reise durch emergente Phänomene und Fulgurationen, systemische Abhängigkeiten und die Frage, wie wir die Kontrolle über immer komplexere Systeme behalten können. Denn es stellen sich zahlreiche Fragen:</p>
<ul>
<li>Wie könnte sich die Interaktion zwischen KI-Systemen in der Zukunft entwickeln – eher kooperativ oder kompetitiv?</li>
<li>Welche Rolle spielt der Mensch noch, wenn KI-Systeme immer schneller Entscheidungen treffen und autonome Akteure werden?</li>
<li>Welche Erfahrungen haben Sie mit technischen Systemen gemacht, die durch Komplexität oder Automatisierung an Kontrolle verloren haben?</li>
<li>Was bedeutet es für unsere Gesellschaft, wenn wir durch Automatisierung Know-how und Kontrolle an externe Akteure abgeben?</li>
<li>Wie können wir den Übergang von KI als Spielzeug zu einem systemisch notwendigen Element gestalten, ohne in eine Abhängigkeit zu geraten?</li>
<li>Glauben Sie, dass KI jemals eine eigene Motivation oder Intentionalität entwickeln könnte – und wenn ja, wie sollten wir darauf reagieren?</li>
<li>Welche Strategien könnten helfen, die Kontrolle über komplexe, nicht-deterministische Systeme wie KI-Agenten zu behalten?</li>
<li>Wie sehen Sie die geopolitischen Herausforderungen der KI-Entwicklung, insbesondere in Bezug auf Energie und Innovation?</li>
<li>Welche positiven Szenarien können Sie sich für eine Zukunft mit KI und autonomen Agenten vorstellen?</li>
<li>Wie bereiten Sie sich persönlich oder in Ihrem Umfeld auf die kommenden Entwicklungen in der KI vor?</li>
</ul>
<p>Ich freue mich Ihre Gedanken und Ansichten zu hören! Schreiben Sie mir und lassen Sie uns gemeinsam über die Zukunft nachdenken. Bis zum nächsten Mal beim gemeinsamen Nachdenken über die Zukunft!</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/104-qualitaet_und_quantitaet/'>Episode 104:</a> Aus Quantität wird Qualität
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/103-nassim-taleb_ralph-zlabinger/'>Episode 103:</a> Schwarze Schwäne in Extremistan; die Welt des Nassim Taleb, ein Gespräch mit Ralph Zlabinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/099-entkopplung_kopplung_rueckkopplung/'>Episode 99:</a> Entkopplung, Kopplung, Rückkopplung
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/094-systemisch_gesellschaft_verwundbarkeit_saurugg/'>Episode 94:</a> Systemisches Denken und gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/069-complexity_software/'>Episode 69:</a> Complexity in Software
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/040-software_nachhaltigkeit_philipp_reisinger/'>Episode 40:</a> Software Nachhaltigkeit, ein Gespräch mit Philipp Reisinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/031-software-tom-konrad/'>Episode 31:</a> Software in der modernen Gesellschaft – Gespräch mit Tom Konrad
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://archive.org/details/SpyVsSpyTheCompleteCasebook/Spy%20vs%20Spy%20The%20Complete%20Casebook/mode/1up'>Spy vs. Spy, The Complete Casebook </a></li>
<li>Rupert Riedl, Strukturen der Komplexität: Eine Morphologie des Erkennens und Erklärens, Springer (2000)</li>
<li><a href='https://cacm.acm.org/blogcacm/the-u-k-post-office-scandal-software-malpractice-at-scale/'>Doug Meil, The U.K. Post Office Scandal: Software Malpractice At Scale – Communications of the ACM (2024)</a></li>
<li>Casey Rosenthal, Chaos Engineering, O'Reilly (2017)</li>
</ul>
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Wie könnte sich die Interaktion zwischen KI-Systemen in der Zukunft entwickeln – eher kooperativ oder kompetitiv?
Welche Rolle spielt der Mensch noch, wenn KI-Systeme immer schneller Entscheidungen treffen und autonome Akteure werden?
Welche Erfahrungen haben Sie mit technischen Systemen gemacht, die durch Komplexität oder Automatisierung an Kontrolle verloren haben?
Was bedeutet es für unsere Gesellschaft, wenn wir durch Automatisierung Know-how und Kontrolle an externe Akteure abgeben?
Wie können wir den Übergang von KI als Spielzeug zu einem systemisch notwendigen Element gestalten, ohne in eine Abhängigkeit zu geraten?
Glauben Sie, dass KI jemals eine eigene Motivation oder Intentionalität entwickeln könnte – und wenn ja, wie sollten wir darauf reagieren?
Welche Strategien könnten helfen, die Kontrolle über komplexe, nicht-deterministische Systeme wie KI-Agenten zu behalten?
Wie sehen Sie die geopolitischen Herausforderungen der KI-Entwicklung, insbesondere in Bezug auf Energie und Innovation?
Welche positiven Szenarien können Sie sich für eine Zukunft mit KI und autonomen Agenten vorstellen?
Wie bereiten Sie sich persönlich oder in Ihrem Umfeld auf die kommenden Entwicklungen in der KI vor?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episode>119</itunes:episode>
        <itunes:episodeType>full</itunes:episodeType>
            </item>
    <item>
        <title>118 — Science and Decision Making under Uncertainty, A Conversation with Prof. John Ioannidis</title>
        <itunes:title>118 — Science and Decision Making under Uncertainty, A Conversation with Prof. John Ioannidis</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/118-john_ioannidis_science/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/118-john_ioannidis_science/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 03 Mar 2025 17:02:20 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>In this episode, I had the privilege of speaking with John Ioannidis, a renowned scientist and meta-researcher whose groundbreaking work has shaped our understanding of scientific reliability and its societal implications. We dive into his influential 2005 paper, Why Most Published Research Findings Are False, explore the evolution of scientific challenges over the past two decades, and reflect on how science intersects with policy and public trust—especially in times of crisis like COVID-19.</p>
<p>John had and has major impacts in our understanding of medical research, research quality in general, public health and how to handle critical situations under limited knowledge. His work was and is highly influential and extraordinarily important for our understanding where medical science, but really, science in general is standing, how we dealt with the Covid crisis, and how we could get our act together again.
He is professor of medicine at Stanford, expert in epidemiology, population health and biomedical data science.</p>
<p>We begin with John taking us back to 2005, when he published his paper in PLOS Medicine. He explains how it emerged from decades of empirical evidence on biases and false positives in research, considering factors like study size, statistical power, and competition that can distort findings, and why building on shaky foundations wastes time and resources.</p>

<p>“It was one effort to try to put together some possibilities, of calculating what are the chances that once we think we have come up with a scientific discovery with some statistical inference suggesting that we have a statistically significant result, how likely is that not to be so?”</p>

<p>I propose a distinction between “honest” and “dishonest” scientific failures, and John refines this. What does failure really mean, and how can they be categorised?</p>
<p>The discussion turns to the rise of fraud, with John revealing a startling shift: while fraud once required artistry, today’s “paper mills” churn out fake studies at scale. We touch on cases like Jan-Hendrik Schön, who published prolifically in top journals before being exposed, and how modern hyper-productivity, such as a paper every five days, raises red flags yet often goes unchecked.</p>

<p>“Perhaps an estimate for what is going on now is that it accounts for about 10%, not just 1%, because we have new ways of massive… outright fraud.”</p>

<p>This leads to a broader question about science’s efficiency. When we observe scientific output—papers, funding—grows exponentially but does breakthroughs lag? John is cautiously optimistic, acknowledging progress, but agrees efficiency isn’t what it could be. We reference Max Perutz’s recipe for success:</p>

<p>“No politics, no committees, no reports, no referees, no interviews; just gifted, highly motivated people, picked by a few men of good judgement.”</p>

<p>Could this be replicated in today's world or are we stuck in red tape?</p>

<p>“It is true that the progress is not proportional to the massive increase in some of the other numbers.”</p>

<p>We then pivot to nutrition, a field John describes as “messy.” How is it possible that with millions of papers, results are mosty based on shaky correlations rather than solid causal evidence? What are the reasons for this situation and what consequences does it have, e.g. in people trusting scientific results?</p>

<p>“Most of these recommendations are built on thin air. They have no solid science behind them.”</p>

<p>The pandemic looms large next. In 2020 Nassim Taleb and John Ioannidis had a dispute about the measures to be taken. What happened in March 2020 and onwards? Did we as society show paranoid overreactions, fuelled by clueless editorials and media hype?</p>

<p>“I gave interviews where I said, that’s fine. We don’t know what we’re facing with. It is okay to start with some very aggressive measures, but what we need is reliable evidence to be obtained as quickly as possible.”</p>

<p>Was the medicine, metaphorically speaking, worse than the disease? How can society balance worst-case scenarios without paralysis.</p>

<p>“We managed to kill far more by doing what we did.”</p>

<p>Who is framing the public narrative of complex questions like climate change or a pandemic? Is it really science driven, based on the best knowledge we have? In recent years influential scientific magazines publish articles by staff writers that have a high impact on the public perception, but are not necessarily well grounded:</p>

<p>“They know everything before we know anything.”</p>

<p>The conversation grows personal as John shares the toll of the COVID era—death threats to him and his family—and mourns the loss of civil debate. He’d rather hear from critics than echo chambers, but the partisan “war” mindset drowned out reason. Can science recover its humility and openness?</p>

<p>“I think very little of that happened. There was no willingness to see opponents as anything but enemies in a war.”</p>

<p>Inspired by Gerd Gigerenzer, who will be a guest in this show very soon, we close on the pitfalls of hyper-complex models in science and policy. How can we handle decision making under radical uncertainty? Which type of models help, which can lead us astray?</p>

<p>“I’m worried that complexity sometimes could be an alibi for confusion.”</p>

<p>This conversation left me both inspired and unsettled. John’s clarity on science’s flaws, paired with his hope for reform, offers a roadmap, but the stakes are high. From nutrition to pandemics, shaky science shapes our lives, and rebuilding trust demands we embrace uncertainty, not dogma. His call for dialogue over destruction is a plea we should not ignore.</p>
<p>Other Episodes</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/126-schwarz_gekleidet-bojanowski/'>Episode 126:</a> Schwarz gekleidet im dunklen Kohlekeller. Ein Gespräch mit Axel Bojanowski
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/122-komplexitaetsillusion_gigerenzer/'>Episode 122</a>: Komplexitätsillusion oder Heuristik, ein Gespräch mit Gerd Gigerenzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/116-science_politics_weinkle/'>Episode 116:</a> Science and Politics, A Conversation with Prof. Jessica Weinkle
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/112-nullius_in_verba'>Episode 112:</a> Nullius in Verba — oder: Der Müll der Wissenschaft
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit  Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/103-nassim-taleb_ralph-zlabinger/'>Episode 103:</a> Schwarze Schwäne in Extremistan; die Welt des Nassim Taleb, ein Gespräch mit Ralph Zlabinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/094-systemisch_gesellschaft_verwundbarkeit_saurugg/'>Episode 94:</a> Systemisches Denken und gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/086-judith_curry-climate_risk/'>Episode 86:</a> Climate Uncertainty and Risk, a conversation with Dr. Judith Curry
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/067-wissenschaft_hype-stephan_schleim/'>Episode 67:</a> Wissenschaft, Hype und Realität — ein Gespräch mit Stephan Schleim
</li>
</ul>
<p>References</p>
<ul>
<li><a href='https://profiles.stanford.edu/john-ioannidis'>Prof. John Ioannidis at Stanford University</a> </li>
<li><a href='https://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371/journal.pmed.0020124'>John P. A. Ioannidis, Why Most Published Research Findings Are False, PLOS Medicine (2005)</a></li>
<li><a href='https://www.statnews.com/2020/03/17/a-fiasco-in-the-making-as-the-coronavirus-pandemic-takes-hold-we-are-making-decisions-without-reliable-data/'>John Ioannidis, A fiasco in the making? As the coronavirus pandemic takes hold, weare making decisions without reliable data (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.nature.com/articles/d41586-018-06185-8'>John Ioannidis, The scientists who publish a paper every five days, Nature Comment (2018)</a></li>
<li><a href='https://med.stanford.edu/news/all-news/2018/07/john-ioannidis-calls-for-more-rigorous-nutrition-research.html'>Hanae Armitage, 5 Questions: John Ioannidis calls for more rigorous nutrition research (2018)</a></li>
<li><a href='https://www.tabletmag.com/sections/science/articles/pandemic-science'>John Ioannidis, How the Pandemic Is Changing Scientific Norms, Tablet Magazine (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2025.01.22.25320783v1'>John Ioannidis et al, Uncertainty and Inconsistency of COVID-19 Non-Pharmaceutical1Intervention Effects with Multiple Competitive Statistical Models (2025)</a></li>
<li><a href='https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0169207020301199'>John Ioannidis et al, Forecasting for COVID-19 has failed (2022)</a></li>
<li><a href='https://doi.org/10.1016/j.ijforecast.2020.12.006'>Gerd Gigerenzer, Transparent modeling of influenza incidence: Big data or asingle data point from psychological theory? (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(13)62678-1/fulltext'>Sabine Kleinert, Richard Horton, How should medical science change? Lancet Comment (2014)</a></li>
<li>Max Perutz quotation taken from Geoffrey West, Scale, Weidenfeld &amp; Nicolson (2017)</li>
<li><a href='https://oe1.orf.at/programm/20240904/768779/John-Ioannidis-Das-Gewissen-der-Wissenschaft'>John Ioannidis: Das Gewissen der Wissenschaft, Ö1 Dimensionen (2024)</a></li>
</ul>
<p> </p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>In this episode, I had the privilege of speaking with John Ioannidis, a renowned scientist and meta-researcher whose groundbreaking work has shaped our understanding of scientific reliability and its societal implications. We dive into his influential 2005 paper, <em>Why Most Published Research Findings Are False</em>, explore the evolution of scientific challenges over the past two decades, and reflect on how science intersects with policy and public trust—especially in times of crisis like COVID-19.</p>
<p>John had and has major impacts in our understanding of medical research, research quality in general, public health and how to handle critical situations under limited knowledge. His work was and is highly influential and extraordinarily important for our understanding where medical science, but really, science in general is standing, how we dealt with the Covid crisis, and how we could get our act together again.<br>
He is professor of medicine at Stanford, expert in epidemiology, population health and biomedical data science.</p>
<p>We begin with John taking us back to 2005, when he published his paper in PLOS Medicine. He explains how it emerged from decades of empirical evidence on biases and false positives in research, considering factors like study size, statistical power, and competition that can distort findings, and why building on shaky foundations wastes time and resources.</p>

<p>“It was one effort to try to put together some possibilities, of calculating what are the chances that once we think we have come up with a scientific discovery with some statistical inference suggesting that we have a statistically significant result, how likely is that not to be so?”</p>

<p>I propose a distinction between “honest” and “dishonest” scientific failures, and John refines this. What does failure really mean, and how can they be categorised?</p>
<p>The discussion turns to the rise of fraud, with John revealing a startling shift: while fraud once required artistry, today’s “paper mills” churn out fake studies at scale. We touch on cases like Jan-Hendrik Schön, who published prolifically in top journals before being exposed, and how modern hyper-productivity, such as a paper every five days, raises red flags yet often goes unchecked.</p>

<p>“Perhaps an estimate for what is going on now is that it accounts for about 10%, not just 1%, because we have new ways of massive… outright fraud.”</p>

<p>This leads to a broader question about science’s efficiency. When we observe scientific output—papers, funding—grows exponentially but does breakthroughs lag? John is cautiously optimistic, acknowledging progress, but agrees efficiency isn’t what it could be. We reference Max Perutz’s recipe for success:</p>

<p>“No politics, no committees, no reports, no referees, no interviews; just gifted, highly motivated people, picked by a few men of good judgement.”</p>

<p>Could this be replicated in today's world or are we stuck in red tape?</p>

<p>“It is true that the progress is not proportional to the massive increase in some of the other numbers.”</p>

<p>We then pivot to nutrition, a field John describes as “messy.” How is it possible that with millions of papers, results are mosty based on shaky correlations rather than solid causal evidence? What are the reasons for this situation and what consequences does it have, e.g. in people trusting scientific results?</p>

<p>“Most of these recommendations are built on thin air. They have no solid science behind them.”</p>

<p>The pandemic looms large next. In 2020 Nassim Taleb and John Ioannidis had a dispute about the measures to be taken. What happened in March 2020 and onwards? Did we as society show paranoid overreactions, fuelled by clueless editorials and media hype?</p>

<p>“I gave interviews where I said, that’s fine. We don’t know what we’re facing with. It is okay to start with some very aggressive measures, but what we need is reliable evidence to be obtained as quickly as possible.”</p>

<p>Was the medicine, metaphorically speaking, worse than the disease? How can society balance worst-case scenarios without paralysis.</p>

<p>“We managed to kill far more by doing what we did.”</p>

<p>Who is framing the public narrative of complex questions like climate change or a pandemic? Is it really science driven, based on the best knowledge we have? In recent years influential scientific magazines publish articles by staff writers that have a high impact on the public perception, but are not necessarily well grounded:</p>

<p>“They know everything before we know anything.”</p>

<p>The conversation grows personal as John shares the toll of the COVID era—death threats to him and his family—and mourns the loss of civil debate. He’d rather hear from critics than echo chambers, but the partisan “war” mindset drowned out reason. Can science recover its humility and openness?</p>

<p>“I think very little of that happened. There was no willingness to see opponents as anything but enemies in a war.”</p>

<p>Inspired by Gerd Gigerenzer, who will be a guest in this show very soon, we close on the pitfalls of hyper-complex models in science and policy. How can we handle decision making under radical uncertainty? Which type of models help, which can lead us astray?</p>

<p>“I’m worried that complexity sometimes could be an alibi for confusion.”</p>

<p>This conversation left me both inspired and unsettled. John’s clarity on science’s flaws, paired with his hope for reform, offers a roadmap, but the stakes are high. From nutrition to pandemics, shaky science shapes our lives, and rebuilding trust demands we embrace uncertainty, not dogma. His call for dialogue over destruction is a plea we should not ignore.</p>
<p>Other Episodes</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/126-schwarz_gekleidet-bojanowski/'>Episode 126:</a> Schwarz gekleidet im dunklen Kohlekeller. Ein Gespräch mit Axel Bojanowski
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/122-komplexitaetsillusion_gigerenzer/'>Episode 122</a>: Komplexitätsillusion oder Heuristik, ein Gespräch mit Gerd Gigerenzer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/116-science_politics_weinkle/'>Episode 116:</a> Science and Politics, A Conversation with Prof. Jessica Weinkle
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/112-nullius_in_verba'>Episode 112:</a> Nullius in Verba — oder: Der Müll der Wissenschaft
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit  Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/103-nassim-taleb_ralph-zlabinger/'>Episode 103:</a> Schwarze Schwäne in Extremistan; die Welt des Nassim Taleb, ein Gespräch mit Ralph Zlabinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/094-systemisch_gesellschaft_verwundbarkeit_saurugg/'>Episode 94:</a> Systemisches Denken und gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/086-judith_curry-climate_risk/'>Episode 86:</a> Climate Uncertainty and Risk, a conversation with Dr. Judith Curry
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/067-wissenschaft_hype-stephan_schleim/'>Episode 67:</a> Wissenschaft, Hype und Realität — ein Gespräch mit Stephan Schleim
</li>
</ul>
<p>References</p>
<ul>
<li><a href='https://profiles.stanford.edu/john-ioannidis'>Prof. John Ioannidis at Stanford University</a> </li>
<li><a href='https://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371/journal.pmed.0020124'>John P. A. Ioannidis, Why Most Published Research Findings Are False, PLOS Medicine (2005)</a></li>
<li><a href='https://www.statnews.com/2020/03/17/a-fiasco-in-the-making-as-the-coronavirus-pandemic-takes-hold-we-are-making-decisions-without-reliable-data/'>John Ioannidis, A fiasco in the making? As the coronavirus pandemic takes hold, weare making decisions without reliable data (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.nature.com/articles/d41586-018-06185-8'>John Ioannidis, The scientists who publish a paper every five days, Nature Comment (2018)</a></li>
<li><a href='https://med.stanford.edu/news/all-news/2018/07/john-ioannidis-calls-for-more-rigorous-nutrition-research.html'>Hanae Armitage, 5 Questions: John Ioannidis calls for more rigorous nutrition research (2018)</a></li>
<li><a href='https://www.tabletmag.com/sections/science/articles/pandemic-science'>John Ioannidis, How the Pandemic Is Changing Scientific Norms, Tablet Magazine (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2025.01.22.25320783v1'>John Ioannidis et al, Uncertainty and Inconsistency of COVID-19 Non-Pharmaceutical1Intervention Effects with Multiple Competitive Statistical Models (2025)</a></li>
<li><a href='https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0169207020301199'>John Ioannidis et al, Forecasting for COVID-19 has failed (2022)</a></li>
<li><a href='https://doi.org/10.1016/j.ijforecast.2020.12.006'>Gerd Gigerenzer, Transparent modeling of influenza incidence: Big data or asingle data point from psychological theory? (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(13)62678-1/fulltext'>Sabine Kleinert, Richard Horton, How should medical science change? Lancet Comment (2014)</a></li>
<li>Max Perutz quotation taken from Geoffrey West, Scale, Weidenfeld &amp; Nicolson (2017)</li>
<li><a href='https://oe1.orf.at/programm/20240904/768779/John-Ioannidis-Das-Gewissen-der-Wissenschaft'>John Ioannidis: Das Gewissen der Wissenschaft, Ö1 Dimensionen (2024)</a></li>
</ul>
<p> </p>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>In this episode, I had the privilege of speaking with John Ioannidis, a renowned scientist and meta-researcher whose groundbreaking work has shaped our understanding of scientific reliability and its societal implications. We dive into his influential 2005 paper, Why Most Published Research Findings Are False, explore the evolution of scientific challenges over the past two decades, and reflect on how science intersects with policy and public trust—especially in times of crisis like COVID-19.

We begin with John taking us back to 2005, when he published his paper in PLOS Medicine. He explains how it emerged from decades of empirical evidence on biases and false positives in research, considering factors like study size, statistical power, and competition that can distort findings, and why building on shaky foundations wastes time and resources.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>117 — Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer</title>
        <itunes:title>117 — Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer</itunes:title>
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                                    <description><![CDATA[<p>Die heutige Episode hat wieder viel Spaß gemacht. Zu Gast ist Prof. Christoph Kletzer. Ich bin auf ihn gestoßen über einen Artikel in der Presse mit dem Titel »Der humpelnde Staat« — und das soll auch der Titel dieser Episode sein.</p>
<p>Prof. Christoph Kletzer ist Professor am King’s College London und eine profilierte Stimme in politischen Debatten.</p>

<p>»Eine seltsame Krankheit hat unsere europäische Staatsordnung befallen: Sie interessiert sich immer stärker für die kleinsten Details unseres Lebens, wird immer einfallsreicher bei der Tiefenregulierung des Alltags, lässt uns aber mit unseren brennendsten Nöten allein.«</p>

<p>Wir beginnen mit der Frage nach den immer stärker werdenden staatlichen Eingriffen. Welche Beispiele kann man dafür nennen?</p>

<p>»Im Grunde haben wir alle so kleine Sandboxen, in denen wir spielen dürfen«</p>

<p>Und dennoch verlieren viele der westlichen Staaten zunehmend die Fähigkeiten, ihre Kernaufgaben zu erfüllen. </p>
<p>Erleben wir in den vergangenen Jahrzehnten einen zunehmenden Illiberalismus? Das Ganze scheint gepaart zu sein mit einer wachsenden Moralisierung aller möglichen Lebensbereiche.</p>

<p>»Die Unfähigkeit im Großen wird durch aggressiven Kleingeist kompensiert.«</p>

<p>Was ist die Rolle der einzelnen Akteure und des Systems?</p>

<p>»Die Funktion des Systems ist das, was es tut« — »The purpose of a system is what it does«, Stafford Beer</p>

<p>Woher kommt dieses Verrutschen des staatlichen Fokus?</p>

<p>»Machtlosigkeit im Inneren wird mit technokratischem Verwaltungsstaatshandeln kompensiert. Das ist zum Teil in die DNA der Europäischen Union eingeschrieben.« </p>

<p>Sie wird als Neo-Funktionalismus bezeichnet. Was bedeutet dies? Wurden wir in eine politische Einheit geschummelt? Wer hat eigentlich welche Kompetenz und wer trägt für welche Entscheidungen konkret Verantwortung?</p>

<p>»Das wirkt mir eher nach FIFA als nach einem demokratischen System.«</p>

<p>Oder wie der Komplexitätsforscher Peter Kruse es ausgedrückt hat:</p>

<p>»In einem Krabbenkorb herrscht immer eine Mordsdynamik, aber bei genauerem Hinsehen stellt man fest, dass eigentlich nichts richtig vorwärtsgeht.«</p>

<p>Wie kann man komplexe Systeme strukturieren oder Ordnung in komplexe Systeme bringen? Gibt es einen verfassungsrechtlichen Geburtsfehler in der EU? Kann man diesen noch beheben? Wird das Problem überhaupt diskutiert?</p>
<p>Welche Rolle spielen Preise in der Selbstorganisation komplexer Wirtschaften?</p>
<p>Kann Innovation als Arbitrage betrachtet werden?</p>
<p>Wie viel kann bei einer komplexen Einheit wie der EU zentral gesteuert werden und wie viel muss sich durch selbstorganisierende Phänomene gestalten lassen? Sollten wir bei Kernaufgaben (was sind diese?) zentralistischer handeln und mehr Staat haben, aber beim Rest viel weniger Staat zulassen?</p>
<p>Was können wir von der Situation in Argentinien und Javier Milei lernen? Warum sind Preiskontrollen fast immer eine verheerende Idee?</p>
<p>Gleiten Top-Down organisierte, etatistische Systeme immer in Totalitarismus ab?</p>
<p>Was sind Interventionsspiralen, wie entstehen sie und wie kann man sie vermeiden?</p>
<p>Erleben wir eine Auflösung der regelbasierten globalen Ordnung und wie ist das zu bewerten, vor allem auch aus europäischer Perspektive? Werden wir vom Aufschwung, der aus Nationen wie den USA oder Argentinien kommt, überrollt; haben wir mit unserer Trägheit hier überhaupt noch eine Chance, mitzukommen?</p>
<p>Gibt es eine »Angst vor Groß« in Europa? Dafür aber dominieren Sendungsbewusstsein und Hochmut? Wie spielt diese Angst zusammen mit einer der aktuell größten technologischen Veränderungen, der künstlichen Intelligenz?</p>
<p>Haben wir es im politischen und bürokratischen Systemen mit einer Destillation der Inkompetenz zu tun? Oder liegt das Problem eher bei einer Politisierung der Justiz?</p>

<p>»Die künftige Konfliktlage ist zwischen Justiz und Parlament.«</p>

<p>Wer regiert eigentlich unsere Nationen? Politik oder »Deep State«? War der »Marsch durch die Institutionen« erfolgreich und hat unsere Nationen nachhaltig beschädigt?</p>
<p>Wer hat eigentlich den Anreiz, in die öffentliche Verwaltung zu gehen?</p>
<p>Braucht es die überschießende Rhetorik von Milei, um überhaupt eine Chance zu haben, den Stillstand zu beenden?</p>

<p>»By liberty, was meant protection against the tyranny of the political rulers.«, John Stuart Mill</p>

<p>Erleben wir eine Umkehrung der hart erkämpften Werte der Aktivisten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts? Ist der Schutz von Politikern wichtiger als die freie Meinungsäußerung? Wo sind wir hingeraten?</p>
<p>Was bedeutet Liberalismus überhaupt und wie hat sich der Begriff verändert? Wie setzt sich der liberale Staat gegen seine Feinde zur Wehr? Aber wer entscheidet, wer der Feind ist Wie weit kann der Staat »neutral« bleiben, wie weit muss er Werte haben?</p>
<p>Von der Wiege bis zur Bahre, vom Staat bevormundet? Ist das dann zu viel? Oder wollen das viele wirklich?</p>

<p>»Die Schwierigkeit der Menschen, erwachsen zu werden, ist auch ein Wohlstandsphänomen. Der Wohlstand, den wir haben, führt auch zum ewigen Kind.«</p>

<p>Aber dazu kommt noch eine weitere Dimension:</p>

<p>»Auch die Hypermoral ist ja eine infantile Geschichte.«</p>

<p>Woher kommen eigentlich die großen Veränderungen im späten 20. und 21. Jahrhundert?</p>

<p>»Die neue Revolution ist nicht ausgegangen von der Arbeiterschaft, sondern von der administrativen Elite«, James Burnham</p>

<p>Schafft der administrative Staat immer neue Situationen, die immer neue Eingriffe notwendig machen und die eigene Macht verstärken? Werden also immer neue paternalistische Strukturen notwendig, um die Probleme zu »lösen«, die selbst zuvor verursacht wurden? Und diese Problemlösung erzeugt wieder neue Probleme, die … Ist das Lösen der Probleme im Sinne der Machtstruktur gar nicht wünschenswert?</p>
<p>Trifft dies nicht nur auf politische, sondern auch auf andere Organisationsstrukturen zu? </p>
<p>Was ist die »eisige Nacht der polaren Kälte« nach Max Weber? Kann man eine Bürokratie der Debürokratisierung und damit eine Multiplikation des Problems vermeiden? Lässt sich dieses Dilemma rational, vernünftig lösen oder stecken wir hier in der Pathologie der Rationalität fest?</p>
<p>Braucht es einen Clown, um den gordischen Knoten durchzuschlagen? Aber steckt in dieser Irrationalität nicht auch eine Gefahr? Welches unbekannte Know-how steckt — nach konservativer Logik — in den etablierten Strukturen?</p>
<p>Stehen wir vor der Wahl einer tödlichen Verfettung oder einer gefährlichen Operation? Was wählen wir?</p>
<p>Welches Hindernis stellt Statusdenken und Verhaften in Hierarchien dar? Signalisierung vor Bedeutung?</p>
<p>Hilft das Denken von Foucault, um diese Problemlagen besser zu verstehen?</p>

<p>»Academia has a tendency, when unchecked (from lack of skin in the game), to evolve into a ritualistic self-referential publishing game.«, Nassim Taleb</p>

<p>Spielen wir in der Wissenschaft Cargo-Kult im 21. Jahrhundert? </p>

<p>»Wenn man nur die richtigen Wörter sagt [passend zum jeweiligen Kult], dann ist es schon wahr.« </p>

<p>Und der Cargo-Kult applaudiert.</p>

<p>»Status können wir in Europa. Und Status ist per definitionem Abwendung von Realität.«</p>

<p>Wie gehen wir in die Zukunft?</p>

<p>»Ich bin für den Einzelnen optimistisch, fürs Kollektiv weniger.«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/111-macht_bauer_jelinek/'>Episode 111:</a> Macht. Ein Gespräch mit Christine Bauer-Jelinek
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit  Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/103-nassim-taleb_ralph-zlabinger/'>Episode 103:</a> Schwarze Schwäne in Extremistan; die Welt des Nassim Taleb, ein Gespräch mit Ralph Zlabinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/099-entkopplung_kopplung_rueckkopplung/'>Episode 99:</a> Entkopplung, Kopplung, Rückkopplung
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/096-komoedie_vince_ebert/'>Episode 96:</a> Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/095-geopolitik_militaer_feichtinger/'>Episode 95:</a> Geopolitik und Militär, ein Gespräch mit Brigadier Prof. Walter Feichtinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/077-titus-gebel_freie_privatstaedte/'>Episode 77:</a> Freie Privatstädte, ein Gespräch mit Dr. Titus Gebel
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
</ul>
<p>Christoph Kletzer</p>
<ul>
<li><a href='https://www.kcl.ac.uk/people/prof-christoph-kletzer'>Kings College</a></li>
<li><a href='https://x.com/c_kletzer'>X</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>
<a href='https://www.diepresse.com/19116275/der-humpelnde-staat-so-geht-sicher-nichts-weiter'>Christoph Kletzer, Presse Kommentar, Der humpelnde Staat: So geht sicher nichts weiter (2024)</a>
</li>
<li>Stafford Beer, The Heart of Enterprise, Wiley (1979)</li>
<li>Thomas Sowell, intellectuals and Society, Basic Books (2010)</li>
<li>Friedrich von Hayek, The Road to Serfdom, Routledge (1944)</li>
<li>John Stuart Mill, On Liberty (1859)</li>
<li>David Graeber, The Dawn of Everything, A New History of Humanity, Farrar, Strauss and Giroux (2021)</li>
<li><a href='https://archive.org/details/weber-max-1919-politik-als-beruf'>Max Weber, Politik als Beruf (1919)</a></li>
<li>Nassim Taleb, Skin in the Game, Penguin (2018)</li>
<li>Steven Brindle, Brunel: The Man Who Built the World, W&amp;N (2006)</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Die heutige Episode hat wieder viel Spaß gemacht. Zu Gast ist Prof. Christoph Kletzer. Ich bin auf ihn gestoßen über einen Artikel in der Presse mit dem Titel »Der humpelnde Staat« — und das soll auch der Titel dieser Episode sein.</p>
<p>Prof. Christoph Kletzer ist Professor am King’s College London und eine profilierte Stimme in politischen Debatten.</p>

<p><em>»</em>Eine seltsame Krankheit hat unsere europäische Staatsordnung befallen: Sie interessiert sich immer stärker für die kleinsten Details unseres Lebens, wird immer einfallsreicher bei der Tiefenregulierung des Alltags, lässt uns aber mit unseren brennendsten Nöten allein.<em>«</em></p>

<p>Wir beginnen mit der Frage nach den immer stärker werdenden staatlichen Eingriffen. Welche Beispiele kann man dafür nennen?</p>

<p>»Im Grunde haben wir alle so kleine Sandboxen, in denen wir spielen dürfen«</p>

<p>Und dennoch verlieren viele der westlichen Staaten zunehmend die Fähigkeiten, ihre Kernaufgaben zu erfüllen. </p>
<p>Erleben wir in den vergangenen Jahrzehnten einen zunehmenden Illiberalismus? Das Ganze scheint gepaart zu sein mit einer wachsenden Moralisierung aller möglichen Lebensbereiche.</p>

<p>»Die Unfähigkeit im Großen wird durch aggressiven Kleingeist kompensiert.«</p>

<p>Was ist die Rolle der einzelnen Akteure und des Systems?</p>

<p>»Die Funktion des Systems ist das, was es tut« — »The purpose of a system is what it does«, Stafford Beer</p>

<p>Woher kommt dieses Verrutschen des staatlichen Fokus?</p>

<p>»Machtlosigkeit im Inneren wird mit technokratischem Verwaltungsstaatshandeln kompensiert. Das ist zum Teil in die DNA der Europäischen Union eingeschrieben.« </p>

<p>Sie wird als Neo-Funktionalismus bezeichnet. Was bedeutet dies? Wurden wir in eine politische Einheit geschummelt? Wer hat eigentlich welche Kompetenz und wer trägt für welche Entscheidungen konkret Verantwortung?</p>

<p>»Das wirkt mir eher nach FIFA als nach einem demokratischen System.«</p>

<p>Oder wie der Komplexitätsforscher Peter Kruse es ausgedrückt hat:</p>

<p>»In einem Krabbenkorb herrscht immer eine Mordsdynamik, aber bei genauerem Hinsehen stellt man fest, dass eigentlich nichts richtig vorwärtsgeht.«</p>

<p>Wie kann man komplexe Systeme strukturieren oder Ordnung in komplexe Systeme bringen? Gibt es einen verfassungsrechtlichen Geburtsfehler in der EU? Kann man diesen noch beheben? Wird das Problem überhaupt diskutiert?</p>
<p>Welche Rolle spielen Preise in der Selbstorganisation komplexer Wirtschaften?</p>
<p>Kann Innovation als Arbitrage betrachtet werden?</p>
<p>Wie viel kann bei einer komplexen Einheit wie der EU zentral gesteuert werden und wie viel muss sich durch selbstorganisierende Phänomene gestalten lassen? Sollten wir bei Kernaufgaben (was sind diese?) zentralistischer handeln und mehr Staat haben, aber beim Rest viel weniger Staat zulassen?</p>
<p>Was können wir von der Situation in Argentinien und Javier Milei lernen? Warum sind Preiskontrollen fast immer eine verheerende Idee?</p>
<p>Gleiten Top-Down organisierte, etatistische Systeme immer in Totalitarismus ab?</p>
<p>Was sind Interventionsspiralen, wie entstehen sie und wie kann man sie vermeiden?</p>
<p>Erleben wir eine Auflösung der regelbasierten globalen Ordnung und wie ist das zu bewerten, vor allem auch aus europäischer Perspektive? Werden wir vom Aufschwung, der aus Nationen wie den USA oder Argentinien kommt, überrollt; haben wir mit unserer Trägheit hier überhaupt noch eine Chance, mitzukommen?</p>
<p>Gibt es eine »Angst vor Groß« in Europa? Dafür aber dominieren Sendungsbewusstsein und Hochmut? Wie spielt diese Angst zusammen mit einer der aktuell größten technologischen Veränderungen, der künstlichen Intelligenz?</p>
<p>Haben wir es im politischen und bürokratischen Systemen mit einer Destillation der Inkompetenz zu tun? Oder liegt das Problem eher bei einer Politisierung der Justiz?</p>

<p>»Die künftige Konfliktlage ist zwischen Justiz und Parlament.«</p>

<p>Wer regiert eigentlich unsere Nationen? Politik oder »Deep State«? War der »Marsch durch die Institutionen« erfolgreich und hat unsere Nationen nachhaltig beschädigt?</p>
<p>Wer hat eigentlich den Anreiz, in die öffentliche Verwaltung zu gehen?</p>
<p>Braucht es die überschießende Rhetorik von Milei, um überhaupt eine Chance zu haben, den Stillstand zu beenden?</p>

<p>»By liberty, was meant protection against the tyranny of the political rulers.«, John Stuart Mill</p>

<p>Erleben wir eine Umkehrung der hart erkämpften Werte der Aktivisten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts? Ist der Schutz von Politikern wichtiger als die freie Meinungsäußerung? Wo sind wir hingeraten?</p>
<p>Was bedeutet Liberalismus überhaupt und wie hat sich der Begriff verändert? Wie setzt sich der liberale Staat gegen seine Feinde zur Wehr? Aber wer entscheidet, wer der Feind ist Wie weit kann der Staat »neutral« bleiben, wie weit muss er Werte haben?</p>
<p>Von der Wiege bis zur Bahre, vom Staat bevormundet? Ist das dann zu viel? Oder wollen das viele wirklich?</p>

<p>»Die Schwierigkeit der Menschen, erwachsen zu werden, ist auch ein Wohlstandsphänomen. Der Wohlstand, den wir haben, führt auch zum ewigen Kind.«</p>

<p>Aber dazu kommt noch eine weitere Dimension:</p>

<p>»Auch die Hypermoral ist ja eine infantile Geschichte.«</p>

<p>Woher kommen eigentlich die großen Veränderungen im späten 20. und 21. Jahrhundert?</p>

<p>»Die neue Revolution ist nicht ausgegangen von der Arbeiterschaft, sondern von der administrativen Elite«, James Burnham</p>

<p>Schafft der administrative Staat immer neue Situationen, die immer neue Eingriffe notwendig machen und die eigene Macht verstärken? Werden also immer neue paternalistische Strukturen notwendig, um die Probleme zu »lösen«, die selbst zuvor verursacht wurden? Und diese Problemlösung erzeugt wieder neue Probleme, die … Ist das Lösen der Probleme im Sinne der Machtstruktur gar nicht wünschenswert?</p>
<p>Trifft dies nicht nur auf politische, sondern auch auf andere Organisationsstrukturen zu? </p>
<p>Was ist die »eisige Nacht der polaren Kälte« nach Max Weber? Kann man eine Bürokratie der Debürokratisierung und damit eine Multiplikation des Problems vermeiden? Lässt sich dieses Dilemma rational, vernünftig lösen oder stecken wir hier in der Pathologie der Rationalität fest?</p>
<p>Braucht es einen Clown, um den gordischen Knoten durchzuschlagen? Aber steckt in dieser Irrationalität nicht auch eine Gefahr? Welches unbekannte Know-how steckt — nach konservativer Logik — in den etablierten Strukturen?</p>
<p>Stehen wir vor der Wahl einer tödlichen Verfettung oder einer gefährlichen Operation? Was wählen wir?</p>
<p>Welches Hindernis stellt Statusdenken und Verhaften in Hierarchien dar? Signalisierung vor Bedeutung?</p>
<p>Hilft das Denken von Foucault, um diese Problemlagen besser zu verstehen?</p>

<p>»Academia has a tendency, when unchecked (from lack of skin in the game), to evolve into a ritualistic self-referential publishing game.«, Nassim Taleb</p>

<p>Spielen wir in der Wissenschaft Cargo-Kult im 21. Jahrhundert? </p>

<p>»Wenn man nur die richtigen Wörter sagt [passend zum jeweiligen Kult], dann ist es schon wahr.« </p>

<p><em>Und der Cargo-Kult applaudiert.</em></p>

<p>»Status können wir in Europa. Und Status ist per definitionem Abwendung von Realität.«</p>

<p>Wie gehen wir in die Zukunft?</p>

<p>»Ich bin für den Einzelnen optimistisch, fürs Kollektiv weniger.«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/111-macht_bauer_jelinek/'>Episode 111:</a> Macht. Ein Gespräch mit Christine Bauer-Jelinek
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit  Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/103-nassim-taleb_ralph-zlabinger/'>Episode 103:</a> Schwarze Schwäne in Extremistan; die Welt des Nassim Taleb, ein Gespräch mit Ralph Zlabinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/099-entkopplung_kopplung_rueckkopplung/'>Episode 99:</a> Entkopplung, Kopplung, Rückkopplung
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/096-komoedie_vince_ebert/'>Episode 96:</a> Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/095-geopolitik_militaer_feichtinger/'>Episode 95:</a> Geopolitik und Militär, ein Gespräch mit Brigadier Prof. Walter Feichtinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/077-titus-gebel_freie_privatstaedte/'>Episode 77:</a> Freie Privatstädte, ein Gespräch mit Dr. Titus Gebel
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
</ul>
<p>Christoph Kletzer</p>
<ul>
<li><a href='https://www.kcl.ac.uk/people/prof-christoph-kletzer'>Kings College</a></li>
<li><a href='https://x.com/c_kletzer'>X</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>
<a href='https://www.diepresse.com/19116275/der-humpelnde-staat-so-geht-sicher-nichts-weiter'>Christoph Kletzer, Presse Kommentar, Der humpelnde Staat: So geht sicher nichts weiter (2024)</a>
</li>
<li>Stafford Beer, The Heart of Enterprise, Wiley (1979)</li>
<li>Thomas Sowell, intellectuals and Society, Basic Books (2010)</li>
<li>Friedrich von Hayek, The Road to Serfdom, Routledge (1944)</li>
<li>John Stuart Mill, On Liberty (1859)</li>
<li>David Graeber, The Dawn of Everything, A New History of Humanity, Farrar, Strauss and Giroux (2021)</li>
<li><a href='https://archive.org/details/weber-max-1919-politik-als-beruf'>Max Weber, Politik als Beruf (1919)</a></li>
<li>Nassim Taleb, Skin in the Game, Penguin (2018)</li>
<li>Steven Brindle, Brunel: The Man Who Built the World, W&amp;N (2006)</li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Die heutige Episode hat wieder viel Spaß gemacht. Zu Gast ist Prof. Christoph Kletzer. Ich bin auf ihn gestoßen über einen Artikel in der Presse mit dem Titel »Der humpelnde Staat« — und das soll auch der Titel dieser Episode sein.

Prof. Christoph Kletzer ist Professor am King’s College London und eine profilierte Stimme in politischen Debatten.

»Eine seltsame Krankheit hat unsere europäische Staatsordnung befallen: Sie interessiert sich immer stärker für die kleinsten Details unseres Lebens, wird immer einfallsreicher bei der Tiefenregulierung des Alltags, lässt uns aber mit unseren brennendsten Nöten allein.«</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>116 — Science and Politics, A Conversation with Prof. Jessica Weinkle</title>
        <itunes:title>116 — Science and Politics, A Conversation with Prof. Jessica Weinkle</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/116-science_politics_weinkle/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/116-science_politics_weinkle/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 27 Jan 2025 13:15:27 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Todays guest is Jessica Weinkle, Associate Professor of Public Policy at the University of North Carolina Wilmington, and Senior Fellow at The Breakthrough Institute. </p>
<p>In this episode we explore a range of topics and we start with the question: What is ecomodernism, and how does The Breakthrough Institute and Jessica interpret it? </p>

<p>“It's not a movement of can'ts”</p>

<p>Why are environmentalists selective about technology acceptance? Why do we assess  ecological impact through bodies like the IPCC and frameworks like Planetary Boundaries? Are simplified indicators of complex systems genuinely helpful or misleading? </p>
<p>Is contemporary science more about appearances than substance, and do scientific journals serve more and more as advocacy platforms than fact-finding missions? How much should activism and science intersect? To what extent do our beliefs influence science, and vice versa, especially when financial interests are at play in fields like climate science? Can we trust scientific integrity when narratives are tailored for publication, like in the case of Patrick Brown?</p>
<p>What responsibilities do experts have when consulting in political spheres, and should they present options or advocate for specific actions?  How has research publishing turned into big business, and what does this mean for the pursuit of truth? </p>

<p>“Experts should always say: here are your options A, B, C...; not: I think you should do A”</p>

<p>How does modeling shape global affairs? When we use models for decision-making, are we taking them too literally, or should we focus on their broader implications? </p>

<p>“To take a model literally is not to take it seriously […] the models are useful to give us some ideas, but the specificity is not where we should focus.”</p>

<p>What's the connection between scenario building, modeling, and risk management? </p>

<p>“There is an institutional and professional incentive to make big claims, to draw attention. […] That's what we get rewarded for. […] It does create an incentive to push ideas that are not necessarily the most helpful ideas for addressing public problems.”</p>

<p>How does the public venue affect scientists, and does the incentive to make bold claims for attention come at the cost of practical solutions? What lessons should we have learned from cases like Jan Hendrik Schön, and why haven't we? </p>

<p>“There is an underappreciation for the extent to which scholarly publishing is a business, a big media business. It's not just all good moral virtue around skill and enlightenment. It's money, fame and fortune.”</p>

<p>Finally, are narratives about future scenarios fueling climate anxiety, and how should we address this in science communication and policy-making?</p>

<p>“There is a freedom in uncertainty and there is also an opportunity to create decisions that are more robust to an unpredictable future. The more that we say we are certain ... the more vulnerable we become to the uncertainty that we are pretending is not there.”</p>

<p>Other Episodes</p>
<ul>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/086-judith_curry-climate_risk/'>Episode 86:</a> Climate Uncertainty and Risk, a conversation with Dr. Judith Curry
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/079-erica_thompson_model_land/'>Episode 79:</a> Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/070-future_farming_padraid_flood/'>Episode 70</a>: Future of Farming, a conversation with Padraic Flood
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/068-modelle_andreas_windisch/'>Episode 68:</a> Modelle und Realität, ein Gespräch mit Dr. Andreas Windisch
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/060-umwelt_wissenschaft-2/'>Episode 60:</a> Wissenschaft und Umwelt — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/059-umwelt_wissenschaft-1/'>Episode 59:</a> Wissenschaft und Umwelt — Teil 1
</li>
</ul>
<p>References</p>
<ul>
<li>Jessica Weinkle
<ul>
<li><a href='https://jessicaweinkle.substack.com'>Jessica on Substack</a></li>
<li><a href='https://thebreakthrough.org/people/jessica-weinkle'>Jessica at The Breakthrough Institute</a></li>
<li><a href='https://people.uncw.edu/weinklej/index.html'>Jessica at the Department of Public and International Affairs (UNCW)</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href='https://www.breakthroughjournal.org'>The Breakthrough Journal</a></li>
<li><a href='https://www.stockholmresilience.org/research/planetary-boundaries.html'>Planetary Boundaries (Stockholm Resilience Centre)</a></li>
<li><a href='https://www.thefp.com/p/i-overhyped-climate-change-to-get-published'>Patrick T. Brown, I Left Out the Full Truth to Get My Climate Change Paper Published, The FP (2023)</a></li>
<li><a href='https://rogerpielkejr.substack.com/p/what-the-media-wont-tell-you-about'>Roger Pielke Jr., What the media won't tell you about . . . hurricanes (2022)</a></li>
<li><a href='https://rogerpielkejr.substack.com/p/when-scientific-integrity-is-undermined'>Roger Pielke Jr., "When scientific integrity is undermined in pursuit of financial and political gain" (2023)</a></li>
<li>Many other excellent articles Roger Pielke on his <a href='https://rogerpielkejr.substack.com'>Substack The Honest Broker</a></li>
<li><a href='https://jessicaweinkle.substack.com/p/model-me-this'>Jessica Weinkle, Model me this (2024)</a></li>
<li><a href='https://www.breakthroughjournal.org/p/how-planetary-boundaries-captured'>Jessica Weinkle, How Planetary Boundaries Captured Science, Health, and Finance (2024)</a></li>
<li><a href='https://jessicaweinkle.substack.com/p/bias'>Jessica Weinkle, Bias. Undisclosed conflicts of interest are a serious problem in the climate change literature (2025)</a></li>
<li><a href='https://www.science.org/doi/epdf/10.1126/science.aac8698'>Marcia McNutt, The beyond-two-degree inferno, Science Editorial (2015)</a></li>
<li><a href='https://unherd.com/newsroom/scientific-american-editor-leaves-post-after-anti-trump-comments/'>Scientific American editor quits after anti-Trump comments, Unherd (2024)</a></li>
<li>
Erica Thompson, Escape from Model Land, Basic Books (2022)
</li>
</ul>
<p> </p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Todays guest is Jessica Weinkle, Associate Professor of Public Policy at the University of North Carolina Wilmington, and Senior Fellow at The Breakthrough Institute. </p>
<p>In this episode we explore a range of topics and we start with the question: What is ecomodernism, and how does The Breakthrough Institute and Jessica interpret it? </p>

<p>“It's not a movement of can'ts”</p>

<p>Why are environmentalists selective about technology acceptance? Why do we assess  ecological impact through bodies like the IPCC and frameworks like Planetary Boundaries? Are simplified indicators of complex systems genuinely helpful or misleading? </p>
<p>Is contemporary science more about appearances than substance, and do scientific journals serve more and more as advocacy platforms than fact-finding missions? How much should activism and science intersect? To what extent do our beliefs influence science, and vice versa, especially when financial interests are at play in fields like climate science? Can we trust scientific integrity when narratives are tailored for publication, like in the case of Patrick Brown?</p>
<p>What responsibilities do experts have when consulting in political spheres, and should they present options or advocate for specific actions?  How has research publishing turned into big business, and what does this mean for the pursuit of truth? </p>

<p>“Experts should always say: here are your options A, B, C...; not: I think you should do A”</p>

<p>How does modeling shape global affairs? When we use models for decision-making, are we taking them too literally, or should we focus on their broader implications? </p>

<p>“To take a model literally is not to take it seriously […] the models are useful to give us some ideas, but the specificity is not where we should focus.”</p>

<p>What's the connection between scenario building, modeling, and risk management? </p>

<p>“There is an institutional and professional incentive to make big claims, to draw attention. […] That's what we get rewarded for. […] It does create an incentive to push ideas that are not necessarily the most helpful ideas for addressing public problems.”</p>

<p>How does the public venue affect scientists, and does the incentive to make bold claims for attention come at the cost of practical solutions? What lessons should we have learned from cases like Jan Hendrik Schön, and why haven't we? </p>

<p>“There is an underappreciation for the extent to which scholarly publishing is a business, a big media business. It's not just all good moral virtue around skill and enlightenment. It's money, fame and fortune.”</p>

<p>Finally, are narratives about future scenarios fueling climate anxiety, and how should we address this in science communication and policy-making?</p>

<p>“There is a freedom in uncertainty and there is also an opportunity to create decisions that are more robust to an unpredictable future. The more that we say we are certain ... the more vulnerable we become to the uncertainty that we are pretending is not there.”</p>

<p>Other Episodes</p>
<ul>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/'>Episode 109:</a> Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/086-judith_curry-climate_risk/'>Episode 86:</a> Climate Uncertainty and Risk, a conversation with Dr. Judith Curry
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/079-erica_thompson_model_land/'>Episode 79:</a> Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/070-future_farming_padraid_flood/'>Episode 70</a>: Future of Farming, a conversation with Padraic Flood
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/068-modelle_andreas_windisch/'>Episode 68:</a> Modelle und Realität, ein Gespräch mit Dr. Andreas Windisch
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/060-umwelt_wissenschaft-2/'>Episode 60:</a> Wissenschaft und Umwelt — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/059-umwelt_wissenschaft-1/'>Episode 59:</a> Wissenschaft und Umwelt — Teil 1
</li>
</ul>
<p>References</p>
<ul>
<li>Jessica Weinkle
<ul>
<li><a href='https://jessicaweinkle.substack.com'>Jessica on Substack</a></li>
<li><a href='https://thebreakthrough.org/people/jessica-weinkle'>Jessica at The Breakthrough Institute</a></li>
<li><a href='https://people.uncw.edu/weinklej/index.html'>Jessica at the Department of Public and International Affairs (UNCW)</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href='https://www.breakthroughjournal.org'>The Breakthrough Journal</a></li>
<li><a href='https://www.stockholmresilience.org/research/planetary-boundaries.html'>Planetary Boundaries (Stockholm Resilience Centre)</a></li>
<li><a href='https://www.thefp.com/p/i-overhyped-climate-change-to-get-published'>Patrick T. Brown, I Left Out the Full Truth to Get My Climate Change Paper Published, The FP (2023)</a></li>
<li><a href='https://rogerpielkejr.substack.com/p/what-the-media-wont-tell-you-about'>Roger Pielke Jr., What the media won't tell you about . . . hurricanes (2022)</a></li>
<li><a href='https://rogerpielkejr.substack.com/p/when-scientific-integrity-is-undermined'>Roger Pielke Jr., "When scientific integrity is undermined in pursuit of financial and political gain" (2023)</a></li>
<li>Many other excellent articles Roger Pielke on his <a href='https://rogerpielkejr.substack.com'>Substack The Honest Broker</a></li>
<li><a href='https://jessicaweinkle.substack.com/p/model-me-this'>Jessica Weinkle, Model me this (2024)</a></li>
<li><a href='https://www.breakthroughjournal.org/p/how-planetary-boundaries-captured'>Jessica Weinkle, How Planetary Boundaries Captured Science, Health, and Finance (2024)</a></li>
<li><a href='https://jessicaweinkle.substack.com/p/bias'>Jessica Weinkle, Bias. Undisclosed conflicts of interest are a serious problem in the climate change literature (2025)</a></li>
<li><a href='https://www.science.org/doi/epdf/10.1126/science.aac8698'>Marcia McNutt, The beyond-two-degree inferno, Science Editorial (2015)</a></li>
<li><a href='https://unherd.com/newsroom/scientific-american-editor-leaves-post-after-anti-trump-comments/'>Scientific American editor quits after anti-Trump comments, Unherd (2024)</a></li>
<li>
Erica Thompson, Escape from Model Land, Basic Books (2022)
</li>
</ul>
<p> </p>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Todays guest is Jessica Weinkle, Associate Professor of Public Policy at the University of North Carolina Wilmington, and Senior Fellow at The Breakthrough Institute. 

In this episode we explore a range of topics and we start with the question: What is ecomodernism, and how does The Breakthrough Institute and Jessica interpret it? 

“It’s not a movement of can’ts”

Why are environmentalists selective about technology acceptance? Why do we assess  ecological impact through bodies like the IPCC and frameworks like Planetary Boundaries? Are simplified indicators of complex systems genuinely helpful or misleading? 

Is contemporary science more about appearances than substance, and do scientific journals serve more and more as advocacy platforms than fact-finding missions? How much should activism and science intersect? To what extent do our beliefs influence science, and vice versa, especially when financial interests are at play in fields like climate science? Can we trust scientific integrity when narratives are tailored for publication, like in the case of Patrick Brown?

What responsibilities do experts have when consulting in political spheres, and should they present options or advocate for specific actions?  How has research publishing turned into big business, and what does this mean for the pursuit of truth? 

“Experts should always say: here are your options A, B, C...; not: I think you should do A”

How does modeling shape global affairs? When we use models for decision-making, are we taking them too literally, or should we focus on their broader implications? 

“To take a model literally is not to take it seriously […] the models are useful to give us some ideas, but the specificity is not where we should focus.”

What’s the connection between scenario building, modeling, and risk management? 

“There is an institutional and professional incentive to make big claims, to draw attention. […] That’s what we get rewarded for. […] It does create an incentive to push ideas that are not necessarily the most helpful ideas for addressing public problems.”

How does the public venue affect scientists, and does the incentive to make bold claims for attention come at the cost of practical solutions? What lessons should we have learned from cases like Jan Hendrik Schön, and why haven’t we? 

“There is an underappreciation for the extent to which scholarly publishing is a business, a big media business. It’s not just all good moral virtue around skill and enlightenment. It’s money, fame and fortune.”

Finally, are narratives about future scenarios fueling climate anxiety, and how should we address this in science communication and policy-making?

“There is a freedom in uncertainty and there is also an opportunity to create decisions that are more robust to an unpredictable future. The more that we say we are certain ... the more vulnerable we become to the uncertainty that we are pretending is not there.”</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>115 — Fragen über Fragen</title>
        <itunes:title>115 — Fragen über Fragen</itunes:title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/115-fragen/#comments</comments>        <pubDate>Tue, 07 Jan 2025 23:15:58 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Jahresrückblicke finde ich eher langweilig; jeder weiß, was im letzten Jahr passiert ist. Für mich ist es viel spannender zu reflektieren, was wir aus dem vergangenen Jahr lernen können. Welche Irrtümer haben wir gemacht, welche eigenen Ideen wurden in Frage gestellt? Welche neuen Fragen stellen sich und welche werden entscheidend für das kommende Jahr sein? Fragen scheinen mir konstruktiver zu sein als Antworten, da sie das Denken leiten und zu Diskussionen und Widersprüchen einladen, ohne die Antworten vorwegzunehmen. </p>
<p>Diese Episode widmet sich genau diesen Fragen und Themen, die besonders in den Episoden des letzten Jahres diskutiert wurden. Beginnen wir mit den »Strukturen des Versagens«. Nach Rory Sutherland kann das Gegenteil von gut ebenfalls gut sein. Das Gegenteil von schlecht hingegen ist oft noch schlechter. Die »Contrarian« Position ist keine stabile Basis zur Wahrheitsfindung. Nur durch ehrliche Auseinandersetzung und stetigen kritischen Diskurs können wir der Wahrheit näherkommen. Wir können die Realität ignorieren, aber nicht die Folgen dieses Ignorierens – ein Phänomen, das in den nächsten Jahren in Europa besonders bitter werden könnte, wenn wir weiterhin politisches oder aktivistisches Wunschdenken über die Realität stellen. </p>
<p>Ein weiteres Thema ist, was die Legacy-Medien ersetzen wird. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass traditionelle Medien an journalistischem Wert und Bedeutung verloren haben. Die US-Wahlen wurden durch Podcasts und soziale Medien beeinflusst, und in Europa könnten ähnliche Überraschungen folgen. Aber was sollte diese Systeme ersetzen?</p>
<p>Weiters haben wir diskutiert, ob mehr Wissenschaftler wirklich zu besserer Wissenschaft führen. Es gibt Anzeichen für Marktverzerrungen in der Wissenschaft, was zu kurzfristigen Zielen und Stagnation führt. Wie sollte Wissenschaftsförderung stattfinden, zumal der aktuelle Zustand nicht zufriedenstellend ist? </p>
<p>Komplexität und Resilienz sind ein weiteres Thema. Der Irrglaube, dass komplex gleich fragil ist, wird von der Natur widerlegt, die komplex und zugleich, oder gerade deshalb (?) resilient ist. Menschliche Systeme hingegen scheinen oft durch Komplexität fragil zu werden. Welche Faktoren machen ein komplexes System resilient oder fragil?</p>
<p>Ein weiterer Punkt ist das Konzept von Skin in the Game gegenüber Risikovermeidung. Gesellschaften brauchen Menschen, die kluge Risiken eingehen — Unternehmer, Innovatoren, Wissenschaftler. Doch wie kann man Risikobereitschaft fördern, wenn diese Risiken das eigene Leben zerstören können? </p>
<p>Schließlich diskutieren wir den Liberalismus, die Freiheit und die Organisation komplexer Gesellschaften. Zentrale Lösungen für komplexe Probleme scheitern erwartungsgemäß. Kann und sollte man dysfunktionale Systeme reformieren oder ist ein Neuanfang nötig?</p>
<p>Wie erwachsen sind Erwachsene wirklich und wie viel Selbstverantwortung kann man von ihnen in einer komplexen Gesellschaft erwarten?</p>
<p>Schreiben Sie mir Ihre Gedanken dazu – Diskussion und Widerspruch sind herzlich willkommen.</p>
<p>In diesen Shownotes gibt es keine Referenzen. Sie beziehen sich auf die Episoden des letzten Jahres.</p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Jahresrückblicke finde ich eher langweilig; jeder weiß, was im letzten Jahr passiert ist. Für mich ist es viel spannender zu reflektieren, was wir aus dem vergangenen Jahr lernen können. Welche Irrtümer haben wir gemacht, welche eigenen Ideen wurden in Frage gestellt? Welche neuen Fragen stellen sich und welche werden entscheidend für das kommende Jahr sein? Fragen scheinen mir konstruktiver zu sein als Antworten, da sie das Denken leiten und zu Diskussionen und Widersprüchen einladen, ohne die Antworten vorwegzunehmen. </p>
<p>Diese Episode widmet sich genau diesen Fragen und Themen, die besonders in den Episoden des letzten Jahres diskutiert wurden. Beginnen wir mit den »Strukturen des Versagens«. Nach Rory Sutherland kann das Gegenteil von gut ebenfalls gut sein. Das Gegenteil von schlecht hingegen ist oft noch schlechter. Die »Contrarian« Position ist keine stabile Basis zur Wahrheitsfindung. Nur durch ehrliche Auseinandersetzung und stetigen kritischen Diskurs können wir der Wahrheit näherkommen. Wir können die Realität ignorieren, aber nicht die Folgen dieses Ignorierens – ein Phänomen, das in den nächsten Jahren in Europa besonders bitter werden könnte, wenn wir weiterhin politisches oder aktivistisches Wunschdenken über die Realität stellen. </p>
<p>Ein weiteres Thema ist, was die Legacy-Medien ersetzen wird. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass traditionelle Medien an journalistischem Wert und Bedeutung verloren haben. Die US-Wahlen wurden durch Podcasts und soziale Medien beeinflusst, und in Europa könnten ähnliche Überraschungen folgen. Aber was sollte diese Systeme ersetzen?</p>
<p>Weiters haben wir diskutiert, ob mehr Wissenschaftler wirklich zu besserer Wissenschaft führen. Es gibt Anzeichen für Marktverzerrungen in der Wissenschaft, was zu kurzfristigen Zielen und Stagnation führt. Wie sollte Wissenschaftsförderung stattfinden, zumal der aktuelle Zustand nicht zufriedenstellend ist? </p>
<p>Komplexität und Resilienz sind ein weiteres Thema. Der Irrglaube, dass komplex gleich fragil ist, wird von der Natur widerlegt, die komplex und zugleich, oder gerade deshalb (?) resilient ist. Menschliche Systeme hingegen scheinen oft durch Komplexität fragil zu werden. Welche Faktoren machen ein komplexes System resilient oder fragil?</p>
<p>Ein weiterer Punkt ist das Konzept von Skin in the Game gegenüber Risikovermeidung. Gesellschaften brauchen Menschen, die kluge Risiken eingehen — Unternehmer, Innovatoren, Wissenschaftler. Doch wie kann man Risikobereitschaft fördern, wenn diese Risiken das eigene Leben zerstören können? </p>
<p>Schließlich diskutieren wir den Liberalismus, die Freiheit und die Organisation komplexer Gesellschaften. Zentrale Lösungen für komplexe Probleme scheitern erwartungsgemäß. Kann und sollte man dysfunktionale Systeme reformieren oder ist ein Neuanfang nötig?</p>
<p>Wie erwachsen sind Erwachsene wirklich und wie viel Selbstverantwortung kann man von ihnen in einer komplexen Gesellschaft erwarten?</p>
<p>Schreiben Sie mir Ihre Gedanken dazu – Diskussion und Widerspruch sind herzlich willkommen.</p>
<p>In diesen Shownotes gibt es keine Referenzen. Sie beziehen sich auf die Episoden des letzten Jahres.</p>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Jahresrückblicke finde ich eher langweilig; jeder weiß, was im letzten Jahr passiert ist. Für mich ist es viel spannender zu reflektieren, was wir aus dem vergangenen Jahr lernen können. Welche Irrtümer haben wir gemacht, welche eigenen Ideen wurden in Frage gestellt? Welche neuen Fragen stellen sich und welche werden entscheidend für das kommende Jahr sein? Fragen scheinen mir konstruktiver zu sein als Antworten, da sie das Denken leiten und zu Diskussionen und Widersprüchen einladen, ohne die Antworten vorwegzunehmen. 

Diese Episode widmet sich genau diesen Fragen und Themen, die besonders in den Episoden des letzten Jahres diskutiert wurden. Beginnen wir mit den »Strukturen des Versagens«. Nach Rory Sutherland kann das Gegenteil von gut ebenfalls gut sein. Das Gegenteil von schlecht hingegen ist oft noch schlechter. Die »Contrarian« Position ist keine stabile Basis zur Wahrheitsfindung. Nur durch ehrliche Auseinandersetzung und stetigen kritischen Diskurs können wir der Wahrheit näherkommen. Wir können die Realität ignorieren, aber nicht die Folgen dieses Ignorierens – ein Phänomen, das in den nächsten Jahren in Europa besonders bitter werden könnte, wenn wir weiterhin politische oder aktivistische Wünsche über die Realität stellen. 

Ein weiteres Thema ist, was die Legacy-Medien ersetzen wird. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass traditionelle Medien an journalistischem Wert und Bedeutung verloren haben. Die US-Wahlen wurden durch Podcasts und soziale Medien beeinflusst, und in Europa könnten ähnliche Überraschungen folgen. Aber was sollte diese Systeme ersetzen?

Weiters haben wir diskutiert, ob mehr Wissenschaftler wirklich zu besserer Wissenschaft führen. Es gibt Anzeichen für Marktverzerrungen in der Wissenschaft, was zu kurzfristigen Zielen und Stagnation führt. Wie sollte Wissenschaftsförderung stattfinden, zumal der aktuelle Zustand nicht zufriedenstellend ist? 

Komplexität und Resilienz sind ein weiteres Thema. Der Irrglaube, dass komplex gleich fragil ist, wird von der Natur widerlegt, die komplex und zugleich, oder gerade deshalb (?) resilient ist. Menschliche Systeme hingegen scheinen oft durch Komplexität fragil zu werden. Welche Faktoren machen ein komplexes System resilient oder fragil?

Ein weiterer Punkt ist das Konzept von Skin in the Game gegenüber Risikovermeidung. Gesellschaften brauchen Menschen, die kluge Risiken eingehen — Unternehmer, Innovatoren, Wissenschaftler. Doch wie kann man Risikobereitschaft fördern, wenn diese Risiken das eigene Leben zerstören können? 

Schließlich diskutieren wir den Liberalismus, die Freiheit und die Organisation komplexer Gesellschaften. Zentrale Lösungen für komplexe Probleme scheitern erwartungsgemäß. Kann und sollte man dysfunktionale Systeme reformieren oder ist ein Neuanfang nötig?

Wie erwachsen sind Erwachsene wirklich und wie viel Selbstverantwortung kann man von ihnen in einer komplexen Gesellschaft erwarten?

Schreiben Sie mir Ihre Gedanken dazu – Diskussion und Widerspruch sind herzlich willkommen.

In diesen Shownotes gibt es keine Referenzen. Sie beziehen sich auf die Episoden des letzten Jahres.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>114 — Liberty in Our Lifetime 2: Conversations with Lauren Razavi, Grant Romundt and Peter Young</title>
        <itunes:title>114 — Liberty in Our Lifetime 2: Conversations with Lauren Razavi, Grant Romundt and Peter Young</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/114-liberty_in_our_lifetime_2/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/114-liberty_in_our_lifetime_2/#comments</comments>        <pubDate>Thu, 26 Dec 2024 06:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>This is episode 2 with conversations from the Liberty in our Lifetime Conference. Please start with the first part; show notes and references also with <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/113-liberty_in_our_lifetime_1/'>episode 1</a>.</p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>This is episode 2 with conversations from the Liberty in our Lifetime Conference. Please start with the first part; show notes and references also with <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/113-liberty_in_our_lifetime_1/'>episode 1</a>.</p>
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        <itunes:summary>This is episode 2 with conversations from the Liberty in our Lifetime Conference. Please start with the first part; show notes and references also with episode 1.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episode>114</itunes:episode>
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            </item>
    <item>
        <title>113 — Liberty in Our Lifetime 1: Conversations with Massimo Mazzone, Vera Kichanova and Tatiana Butanka</title>
        <itunes:title>113 — Liberty in Our Lifetime 1: Conversations with Massimo Mazzone, Vera Kichanova and Tatiana Butanka</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/113-liberty_in_our_lifetime_1/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/113-liberty_in_our_lifetime_1/#comments</comments>        <pubDate>Tue, 17 Dec 2024 12:04:02 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>This episode is a special one as it brings you my impressions from the Liberty in Our Lifetime Conference held in Prague from November 1 to 3. Unlike my usual format of monologues or single guest interviews, this episode features brief conversations with six presenters from the conference, split into two parts.</p>
<p>In this first part, I speak with Massimo Mazzone about building a blue-collar Free City in Honduras, followed by discussions with urban economist Vera Kichanova, and Tatiana Butanka, who shares insights on the Free Community of Montelibero.</p>
<p>The conference, which generally leans towards libertarian ideas, showcases an astounding range of initiatives aimed at enhancing liberty in society.</p>
<p>I explore why successful societies should embrace explorers and risk-takers, questioning whether today's fear of challenging the status quo contradicts a progressive mindset. This aligns with Tatiana Butanka's appreciation for the variety of projects that are present at this conference and Lauren Razavi's call for the need of</p>

<p>"revolutionary thinking with evolutionary approaches."</p>

<p>Part two (Episode #114) will continue with conversations with Lauren Razavi, who is building an online country for digital nomads, Grant Romundt, discussing his project on floating homes, and Peter Young from the Free Cities Foundation, reflecting on free cities and the conference's outcomes.</p>
<p>I emphasize the importance of experimentation in dynamic societies, suggesting that progress relies on educated experiments and unique ideas, some of which will succeed, fail, or at least inspire. The discussions explore the balance between collective action and individual liberty, questioning if modern democracies have swung too far towards government control.</p>
<p>Two additional remarks:  </p>
<ul>
<li>No financial advice is given, despite mentions of new financial instruments in some conversations.</li>
<li>For full disclosure: I received a free ticket for the conference.</li>
</ul>
<p>Other Episodes</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/108-freie_privatstaedte-2_titus_gebel/'>Episode 108:</a> Freie Privatstädte Teil 2, ein Gespräch mit Titus Gebel
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/058-verwaltung_levesque/'>Episode 58:</a> Verwaltung und staatliche Strukturen — ein Gespräch mit Veronika Lévesque
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/077-titus-gebel_freie_privatstaedte/'>Episode 77:</a> Freie Privatstädte, ein Gespräch mit Dr. Titus Gebel
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
</ul>
<p>References</p>
<ul>
<li><a href='https://libertyinourlifetime.org'>Liberty in Our Lifetime Conference</a></li>
<li>Massimo Mazzone
<ul>
<li><a href='https://x.com/massimomazzone4'>Massimo on X</a></li>
<li><a href='https://www.morazan.city/about/'>Ciudad Morazan</a></li>
</ul>
</li>
<li>Tatiana Butanka
<ul>
<li><a href='https://monte.wiki'>Montelibero Wiki</a></li>
<li><a href='https://montelibero.org'>Montelibero</a></li>
</ul>
</li>
<li>Vera Kichanova
<ul>
<li><a href='https://kichanova.com'>Vera's Homepage</a></li>
<li><a href='https://www.linkedin.com/in/vera-kichanova/'>Vera on LinkedIn</a></li>
<li><a href='https://www.facebook.com/vera.kichanova'>Vera on Facebook</a></li>
<li><a href='https://x.com/kichanova'>Vera on X</a></li>
</ul>
</li>
<li>Lauren Razavi
<ul>
<li><a href='https://lraz.io/gn'>Lauren Razavi, Global Natives</a></li>
<li><a href='https://plumia.org'>Plumia</a></li>
<li><a href='https://x.com/LaurenRazavi'>Lauren on X</a></li>
</ul>
</li>
<li>Grant Romundt
<ul>
<li><a href='https://x.com/GrantRomundt'>Grant on X</a></li>
<li><a href='https://oceanbuilders.com'>Oceanbuilders</a></li>
</ul>
</li>
<li>Peter Young
<ul>
<li><a href='https://www.linkedin.com/in/peter-young-70b80a42/'>Peter on LinkedIn</a></li>
<li><a href='https://x.com/petermiyoung'>Peter on X</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href='https://free-cities.org'>Free Cities Foundation</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>This episode is a special one as it brings you my impressions from the Liberty in Our Lifetime Conference held in Prague from November 1 to 3. Unlike my usual format of monologues or single guest interviews, this episode features brief conversations with six presenters from the conference, split into two parts.</p>
<p>In this first part, I speak with Massimo Mazzone about building a blue-collar Free City in Honduras, followed by discussions with urban economist Vera Kichanova, and Tatiana Butanka, who shares insights on the Free Community of Montelibero.</p>
<p>The conference, which generally leans towards libertarian ideas, showcases an astounding range of initiatives aimed at enhancing liberty in society.</p>
<p>I explore why successful societies should embrace explorers and risk-takers, questioning whether today's fear of challenging the status quo contradicts a progressive mindset. This aligns with Tatiana Butanka's appreciation for the variety of projects that are present at this conference and Lauren Razavi's call for the need of</p>

<p>"revolutionary thinking with evolutionary approaches."</p>

<p>Part two (Episode #114) will continue with conversations with Lauren Razavi, who is building an online country for digital nomads, Grant Romundt, discussing his project on floating homes, and Peter Young from the Free Cities Foundation, reflecting on free cities and the conference's outcomes.</p>
<p>I emphasize the importance of experimentation in dynamic societies, suggesting that progress relies on educated experiments and unique ideas, some of which will succeed, fail, or at least inspire. The discussions explore the balance between collective action and individual liberty, questioning if modern democracies have swung too far towards government control.</p>
<p>Two additional remarks:  </p>
<ul>
<li>No financial advice is given, despite mentions of new financial instruments in some conversations.</li>
<li>For full disclosure: I received a free ticket for the conference.</li>
</ul>
<p>Other Episodes</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/108-freie_privatstaedte-2_titus_gebel/'>Episode 108:</a> Freie Privatstädte Teil 2, ein Gespräch mit Titus Gebel
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/058-verwaltung_levesque/'>Episode 58:</a> Verwaltung und staatliche Strukturen — ein Gespräch mit Veronika Lévesque
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/077-titus-gebel_freie_privatstaedte/'>Episode 77:</a> Freie Privatstädte, ein Gespräch mit Dr. Titus Gebel
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
</ul>
<p>References</p>
<ul>
<li><a href='https://libertyinourlifetime.org'>Liberty in Our Lifetime Conference</a></li>
<li>Massimo Mazzone
<ul>
<li><a href='https://x.com/massimomazzone4'>Massimo on X</a></li>
<li><a href='https://www.morazan.city/about/'>Ciudad Morazan</a></li>
</ul>
</li>
<li>Tatiana Butanka
<ul>
<li><a href='https://monte.wiki'>Montelibero Wiki</a></li>
<li><a href='https://montelibero.org'>Montelibero</a></li>
</ul>
</li>
<li>Vera Kichanova
<ul>
<li><a href='https://kichanova.com'>Vera's Homepage</a></li>
<li><a href='https://www.linkedin.com/in/vera-kichanova/'>Vera on LinkedIn</a></li>
<li><a href='https://www.facebook.com/vera.kichanova'>Vera on Facebook</a></li>
<li><a href='https://x.com/kichanova'>Vera on X</a></li>
</ul>
</li>
<li>Lauren Razavi
<ul>
<li><a href='https://lraz.io/gn'>Lauren Razavi, Global Natives</a></li>
<li><a href='https://plumia.org'>Plumia</a></li>
<li><a href='https://x.com/LaurenRazavi'>Lauren on X</a></li>
</ul>
</li>
<li>Grant Romundt
<ul>
<li><a href='https://x.com/GrantRomundt'>Grant on X</a></li>
<li><a href='https://oceanbuilders.com'>Oceanbuilders</a></li>
</ul>
</li>
<li>Peter Young
<ul>
<li><a href='https://www.linkedin.com/in/peter-young-70b80a42/'>Peter on LinkedIn</a></li>
<li><a href='https://x.com/petermiyoung'>Peter on X</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href='https://free-cities.org'>Free Cities Foundation</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>This episode is a special one as it brings you my impressions from the Liberty in Our Lifetime Conference held in Prague from November 1 to 3. Unlike my usual format of monologues or single guest interviews, this episode features brief conversations with six presenters from the conference, split into two parts.

In this first part, I speak with Massimo Mazzone about building a blue-collar Free City in Honduras, followed by discussions with urban economist Vera Kichanova, and Tatiana Butanka, who shares insights on the Free Community of Montelibero.

The conference, which generally leans towards libertarian ideas, showcases an astounding range of initiatives aimed at enhancing liberty in society.

I explore why successful societies should embrace explorers and risk-takers, questioning whether today’s fear of challenging the status quo contradicts a progressive mindset. This aligns with Tatiana Butanka’s appreciation for the variety of projects that are present at this conference and Lauren Razavi’s call for the need of

”revolutionary thinking with evolutionary approaches.”

Part two (Episode #114) will continue with conversations with Lauren Razavi, who is building an online country for digital nomads, Grant Romundt, discussing his project on floating homes, and Peter Young from the Free Cities Foundation, reflecting on free cities and the conference’s outcomes.

I emphasize the importance of experimentation in dynamic societies, suggesting that progress relies on educated experiments and unique ideas, some of which will succeed, fail, or at least inspire. The discussions explore the balance between collective action and individual liberty, questioning if modern democracies have swung too far towards government control.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>112 — Nullius in Verba — oder: Der Müll der Wissenschaft</title>
        <itunes:title>112 — Nullius in Verba — oder: Der Müll der Wissenschaft</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/112-nullius_in_verba/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/112-nullius_in_verba/#comments</comments>        <pubDate>Wed, 04 Dec 2024 14:40:37 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Heute wieder eine Episode in der ich kurz über eine Thema der Wissenschaftspraxis reflektieren möchte, den meisten Zuhörern wahrscheinlich nicht klar ist, dessen Konsequenzen sich auch mir noch nicht völlig erschließen, ich freue mich also auf Emails und Kommentare. Das Thema ist wenig erbaulich, ist aber ein Puzzlestein, der gut in das Bild passt, das wir in einigen früheren Episoden schon angesprochen haben.</p>
<p></p>
<p>Die Qualität des wissenschaftlichen Publikationswesens scheint sich im Sturzflug zu befinden und dies seit vielen Jahren. Die deutsche Physikerin Sabine Hossenfeldern sagt leicht polemisch:</p>

<p>»Scientific Process is slowing down and most of what gets published in academia is now bullshit.«</p>

<p>Was erleben wir in den letzten Jahrzehnten und warum hat mich eine persönliche Beobachtung zu dieser Episode gebracht?</p>
<p>Warum ist das Motto der 1660 gegründeten Royal Society heute aktueller als je zuvor.</p>

<p>»Nullius in Verba«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/104-qualitaet_und_quantitaet/'>Episode 104:</a> Aus Quantität wird Qualität
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/091-heidi_klum_universitaet/'>Episode 91:</a> Die Heidi-Klum-Universität, ein Gespräch mit Prof. Ehrmann und Prof. Sommer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/086-judith_curry-climate_risk/'>Episode 86:</a> Climate Uncertainty and Risk, a conversation with Dr. Judith Curry
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/079-erica_thompson_model_land/'>Episode 79:</a> Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/071-stagnation_fortschritt-reflexion_leben/'>Episode 71</a>: Stagnation oder Fortschritt — eine Reflexion an der Geschichte eines Lebens
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/068-modelle_andreas_windisch/'>Episode 68:</a> Modelle und Realität, ein Gespräch mit Dr. Andreas Windisch
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47:</a> Große Worte
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/041-intellektuelle_bescheidenheit_russel/'>Episode 41:</a> Intellektuelle Bescheidenheit: Was wir von Bertrand Russel und der Eugenik lernen können
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39:</a> Follow the Science?
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://media-bell-labs-com.s3.amazonaws.com/pages/20170403_1709/misconduct-revew-report-lucent.pdf'>Report of the Investigation Committee on the Possibility of Scientific Misconduct in the Work of Hendrik Schön And Coauthors</a></li>
<li><a href='https://scholar.google.com/citations?user=jBDzoiUAAAAJ'>Publikationen von Jan Hendrik Schön (Google Scholar)</a></li>
<li><a href='https://oe1.orf.at/programm/20240904/768779/John-Ioannidis-Das-Gewissen-der-Wissenschaft'>John Ioannidis, Das Gewissen der Wissenschaft, Ö1 Dimensionen (2024)</a></li>
<li><a href='https://www.nature.com/articles/d41586-018-06185-8'>John Ioannidis, The scientists who publish a paper every five days, Nature Comment (2018)</a></li>
<li><a href='https://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371/journal.pmed.0020124'>John P. A. Ioannidis, Why Most Published Research Findings Are False (2005)</a></li>
<li>Jesse Singal, Quick Fix, Picador (2022)</li>
<li>Erica Thompson, Escape from Model Land, Basic Books (2022)</li>
<li>Sabine Hossenfelder, Lost in Math: How Beauty Leads Physics Astray (2020)</li>
<li><a href='https://beallslist.net'>Beall's List</a></li>
<li><a href='https://en.wikipedia.org/wiki/Jeffrey_Beall'>Jeffrey Beall</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=QtxjatbVb7M'>Sabine Hossenfelder, Science is in trouble and it worries me (2024)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Heute wieder eine Episode in der ich kurz über eine Thema der Wissenschaftspraxis reflektieren möchte, den meisten Zuhörern wahrscheinlich nicht klar ist, dessen Konsequenzen sich auch mir noch nicht völlig erschließen, ich freue mich also auf Emails und Kommentare. Das Thema ist wenig erbaulich, ist aber ein Puzzlestein, der gut in das Bild passt, das wir in einigen früheren Episoden schon angesprochen haben.</p>
<p></p>
<p>Die Qualität des wissenschaftlichen Publikationswesens scheint sich im Sturzflug zu befinden und dies seit vielen Jahren. Die deutsche Physikerin Sabine Hossenfeldern sagt leicht polemisch:</p>

<p>»Scientific Process is slowing down and most of what gets published in academia is now bullshit.«</p>

<p>Was erleben wir in den letzten Jahrzehnten und warum hat mich eine persönliche Beobachtung zu dieser Episode gebracht?</p>
<p>Warum ist das Motto der 1660 gegründeten Royal Society heute aktueller als je zuvor.</p>

<p>»Nullius in Verba«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/104-qualitaet_und_quantitaet/'>Episode 104:</a> Aus Quantität wird Qualität
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/091-heidi_klum_universitaet/'>Episode 91:</a> Die Heidi-Klum-Universität, ein Gespräch mit Prof. Ehrmann und Prof. Sommer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/086-judith_curry-climate_risk/'>Episode 86:</a> Climate Uncertainty and Risk, a conversation with Dr. Judith Curry
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/079-erica_thompson_model_land/'>Episode 79:</a> Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/071-stagnation_fortschritt-reflexion_leben/'>Episode 71</a>: Stagnation oder Fortschritt — eine Reflexion an der Geschichte eines Lebens
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/068-modelle_andreas_windisch/'>Episode 68:</a> Modelle und Realität, ein Gespräch mit Dr. Andreas Windisch
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47:</a> Große Worte
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/041-intellektuelle_bescheidenheit_russel/'>Episode 41:</a> Intellektuelle Bescheidenheit: Was wir von Bertrand Russel und der Eugenik lernen können
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39:</a> Follow the Science?
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://media-bell-labs-com.s3.amazonaws.com/pages/20170403_1709/misconduct-revew-report-lucent.pdf'>Report of the Investigation Committee on the Possibility of Scientific Misconduct in the Work of Hendrik Schön And Coauthors</a></li>
<li><a href='https://scholar.google.com/citations?user=jBDzoiUAAAAJ'>Publikationen von Jan Hendrik Schön (Google Scholar)</a></li>
<li><a href='https://oe1.orf.at/programm/20240904/768779/John-Ioannidis-Das-Gewissen-der-Wissenschaft'>John Ioannidis, Das Gewissen der Wissenschaft, Ö1 Dimensionen (2024)</a></li>
<li><a href='https://www.nature.com/articles/d41586-018-06185-8'>John Ioannidis, The scientists who publish a paper every five days, Nature Comment (2018)</a></li>
<li><a href='https://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371/journal.pmed.0020124'>John P. A. Ioannidis, Why Most Published Research Findings Are False (2005)</a></li>
<li>Jesse Singal, Quick Fix, Picador (2022)</li>
<li>Erica Thompson, Escape from Model Land, Basic Books (2022)</li>
<li>Sabine Hossenfelder, Lost in Math: How Beauty Leads Physics Astray (2020)</li>
<li><a href='https://beallslist.net'>Beall's List</a></li>
<li><a href='https://en.wikipedia.org/wiki/Jeffrey_Beall'>Jeffrey Beall</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=QtxjatbVb7M'>Sabine Hossenfelder, Science is in trouble and it worries me (2024)</a></li>
</ul>
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Die Qualität des wissenschaftlichen Publikationswesens scheint sich im Sturzflug zu befinden. Die deutsche Physikerin Sabine Hossenfeldern sagt leicht polemisch:

»Scientific Process is slowing down and most of what gets published in academia is now bullshit.«

Was erleben wir in den letzten Jahrzehnten und warum hat mich eine persönliche Beobachtung zu dieser Episode gebracht?

Warum ist das Motto der 1660 gegründeten Royal Society heute aktueller als je zuvor.

»Nullius in Verba«</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episodeType>full</itunes:episodeType>
            </item>
    <item>
        <title>111 — Macht. Ein Gespräch mit Christine Bauer-Jelinek</title>
        <itunes:title>111 — Macht. Ein Gespräch mit Christine Bauer-Jelinek</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/111-macht_bauer_jelinek/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/111-macht_bauer_jelinek/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 18 Nov 2024 05:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Ich freue mich ganz besonders, dass sich Frau Christine Bauer-Jelinek Zeit für ein Gespräch genommen hat, denn das Thema dieser Episode ist Macht.</p>
<p>Frau Bauer-Jelinek ist Wirtschaftscoach, renommierte Autorin, Keynote Speaker für Macht-Kompetenz sowie Vortragende bei »Zukunft Frauen«, einem Programm der Wirtschaftskammer Österreich für Frauen in Top-Positionen. Sie war Psychotherapeutin und u.a. Gastdozentin an der Donau-Universität Krems für »Macht und Mikropolitik in Organisationen«. Durch ihre Sachbücher wurde sie als Expertin für Mechanismen der Macht und deren Gender-Aspekte sowie für Trends der gesellschaftlichen Entwicklung bekannt.</p>
<p></p>
<p>Photo: Thomas Backmann</p>
<p>Wir beginnen das Gespräch mit der Frage, wie sie als Psychotherapeutin zum Thema Macht gekommen ist. Gab es in den 70er- und 80er-Jahren eine Veränderung der Sprache, hin zu einer »Entmilitarisierung«? Denken wir etwa an Jürgen Habermas und die damals modische Idee des »gewaltfreien Diskurses« oder die gewaltfreie Erziehung bis zu »Laissez-faire« der 1970er Jahre. Gab beziehungsweise gibt es ein Tabu zum Thema Macht?</p>

<p>»Das ist wie Sex in den 50er Jahren. Jeder macht es, aber keiner weiß, wie es geht und keiner hat Worte dafür.«</p>

<p>Frau Bauer-Jelinek sucht nach praktischen Ansätzen und Tools und schreibt ihr erstes Buch zum Thema im Jahr 2000. Aber wie ist Macht definiert? Wo kommt Macht zu tragen? Wer kann Macht besitzen und was ist strukturelle Macht? Existiert besonders in Deutschland und Österreich ein Macht-Tabu, das in dieser Form in anderen Nationen weniger zu beobachten ist?</p>

<p>»Nach Max Weber ist Macht das Vermögen einen Willen gegen einen Widerstand durchzusetzen, gleich mit welchen Mitteln. Dies ist allerdings gleich die maximale Eskalationsstufe.« </p>

<p>Gibt es hier Abstufungen? Gibt es friedliche Formen der Macht? Rhetorik, Verhandlungstechnik usw.</p>
<p>Was ist von der Veränderung der Anrede vom »Sie« zum »Du« im Unternehmen und in der Öffentlichkeit zu halten? Ist diese Ikeaisierung hilfreich, ein rein kulturelles Phänomen oder auch eine Veränderung (oder gar Verschleierung) von Machtverhältnissen?</p>

<p>»Der Diskurs mag herrschaftsfrei geheißen haben, aber er war natürlich nicht herrschaftsfrei.«</p>

<p>Was sind Dominanzgesten und wie verändern sich diese über die Zeit und (Sub)kulturen? Was ist der Zusammenhang zwischen Macht und Freiheit?</p>
<p>Welche Quellen der Macht kann man identifizieren? </p>
<ol>
<li>Macht der Materie</li>
<li>Macht der Herkunft</li>
<li>Macht der Mehrheit</li>
<li>Macht des Wissens</li>
<li>Macht der Gefühle</li>
<li> Macht der Funktion</li>
<li>Macht der Kontakte</li>
<li>Macht der Überzeugung</li>
</ol>
<p>Welche Rollen spielen Wissen, Expertise und Kompetenz? Wie ist das Verhältnis zwischen (Legacy-) Medien und Macht — was wird vermittelt und vor allem auch: Was wird nicht thematisiert? Wer beschließt beispielsweise, was »Fake News« sind.</p>

<p>»Wissenschaft ist das einzige Wort, das sich ins Gegenteil verkehrt, wenn man den Artikel davorsetzt. — Die Wissenschaft zu vereinnahmen, ist ein Machtinstrument«</p>

<p>Denn Wissenschaft funktioniert nicht demokratisch. </p>
<p>Wie viel ist Erfahrung wert und verändert Macht den Charakter?</p>

<p>»Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, dann gib ihm Macht.«, Abraham Lincoln</p>

<p>Oder bringt Macht den Charakter erst richtig hervor? </p>

<p>»Wenn man keinen Koffer mit Geld angeboten bekommt, kann man leicht tugendhaft sein.«</p>

<p>Haben Spitzenmanager psychopathische oder narzisstische Neigungen? Ist das ein Selektionsmechanismus? Wo steckt die Macht im Unternehmen und ist es überhaupt einfach zu erkennen, was das Ziel einer Organisation ist?</p>

<p>»Oben ist weniger Macht als Unten […] Viele, die über die gläserne Decke kommen, sehen dann erst, dass sie das gar nicht wollen. […] Besonders Frauen tun sich das dann oft nicht an, weil sie oft noch nicht so Status-orientiert sind.«</p>

<p>Muss Beruf Berufung sein, oder kann man seine Werte auch woanders ausleben? Aber kann man in der heutigen Arbeitswelt überhaupt zwischen Arbeit und Freizeit trennen? Liegt in dieser Vermischung nicht auch ein Machtinstrument?</p>
<p>Was ist die Elite und wer hat überhaupt Chance in die Elite aufzusteigen? Welche Rolle spielt formale Bildung — ist diese gar hauptsächlich Signalisierung?</p>

<p>»Die Insignien der Macht sind branchenabhängig.«</p>

<p>Was ist die Rolle der Religion und wie hat sich dies über die Jahre verändert? Ist Religion ein heute relevanter Schauplatz der Macht? Wie verhält es sich mit pseudo-/parareligiösen Strömungen, etwa in Form von radikalem Aktivismus?</p>
<p>Was ist die magische Auswahl? Die »unsichtbare« Form der Propaganda in »liberalen« Gesellschaften? </p>
<p>»You have to create a bubble of sanity« — ist das möglich, oder muss man im Unternehmen immer wachsam bleiben und eine »Rüstung« anziehen?</p>
<p>Was ist die Rolle von Familie und Freunden (und damit sind nicht Facebook-Freunde gemeint) und warum man Machttechniken des Berufes keinesfalls zuhause anwenden sollte?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/101-mq_macht_john_haas/'>Episode 101:</a> Live im MQ, Macht und Ohnmacht in der Wissensgesellschaft. Ein Gespräch mit John G. Haas.
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/098-ist_gott_tot_steinmann/'>Episode 98: </a>Ist Gott tot? Ein philosophisches Gespräch mit Jan Juhani Steinmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/038-eliten-michael_hartmann/'>Episode 38:</a> Eliten, ein Gespräch mit Prof. Michael Hartmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28:</a> Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!
</li>
</ul>
<p>Christine Bauer-Jelinek</p>
<ul>
<li><a href='https://www.bauer-jelinek.at'>Homepage von Christine Bauer-Jelinek</a></li>
<li><a href='https://www.linkedin.com/in/christine-bauer-jelinek'>LinkedIn</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/@christine.bauer-jelinek'>Vortragserie »Alles über Macht« YouTube</a></li>
<li>Machtwort. Angst, Wut und Ohnmacht überwinden, Carl Ueberreuter (2016)</li>
<li>Der falsche Feind – Schuld sind nicht die Männer, ecoWing (2012)</li>
<li>Die helle und die dunkle Seite der Macht – Wie Sie Ihre Ziele durchsetzen, ohne Ihre Werte zu verraten, ecoWing (2020)</li>
<li>Die geheimen Spielregeln der Macht – und die Illusionen der Gutmenschen, ecoWing (2020)</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>Jürgen Habermas, Theorie des kommunikativen Handelns. (1981)</li>
<li>Bryan Caplan, The Case against Education, Princeton University Press (2019)</li>
<li>Robert Greene, The 48 Laws Of Power, Profile Books (2000)</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Ich freue mich ganz besonders, dass sich Frau Christine Bauer-Jelinek Zeit für ein Gespräch genommen hat, denn das Thema dieser Episode ist Macht.</p>
<p>Frau Bauer-Jelinek ist Wirtschaftscoach, renommierte Autorin, Keynote Speaker für Macht-Kompetenz sowie Vortragende bei »Zukunft Frauen«, einem Programm der Wirtschaftskammer Österreich für Frauen in Top-Positionen. Sie war Psychotherapeutin und u.a. Gastdozentin an der Donau-Universität Krems für »Macht und Mikropolitik in Organisationen«. Durch ihre Sachbücher wurde sie als Expertin für Mechanismen der Macht und deren Gender-Aspekte sowie für Trends der gesellschaftlichen Entwicklung bekannt.</p>
<p></p>
<p>Photo: Thomas Backmann</p>
<p>Wir beginnen das Gespräch mit der Frage, wie sie als Psychotherapeutin zum Thema Macht gekommen ist. Gab es in den 70er- und 80er-Jahren eine Veränderung der Sprache, hin zu einer »Entmilitarisierung«? Denken wir etwa an Jürgen Habermas und die damals modische Idee des »gewaltfreien Diskurses« oder die gewaltfreie Erziehung bis zu »Laissez-faire« der 1970er Jahre. Gab beziehungsweise gibt es ein Tabu zum Thema Macht?</p>

<p>»Das ist wie Sex in den 50er Jahren. Jeder macht es, aber keiner weiß, wie es geht und keiner hat Worte dafür.«</p>

<p>Frau Bauer-Jelinek sucht nach praktischen Ansätzen und Tools und schreibt ihr erstes Buch zum Thema im Jahr 2000. Aber wie ist Macht definiert? Wo kommt Macht zu tragen? Wer kann Macht besitzen und was ist strukturelle Macht? Existiert besonders in Deutschland und Österreich ein Macht-Tabu, das in dieser Form in anderen Nationen weniger zu beobachten ist?</p>

<p>»Nach Max Weber ist Macht das Vermögen einen Willen gegen einen Widerstand durchzusetzen, gleich mit welchen Mitteln. Dies ist allerdings gleich die maximale Eskalationsstufe.« </p>

<p>Gibt es hier Abstufungen? Gibt es friedliche Formen der Macht? Rhetorik, Verhandlungstechnik usw.</p>
<p>Was ist von der Veränderung der Anrede vom »Sie« zum »Du« im Unternehmen und in der Öffentlichkeit zu halten? Ist diese Ikeaisierung hilfreich, ein rein kulturelles Phänomen oder auch eine Veränderung (oder gar Verschleierung) von Machtverhältnissen?</p>

<p>»Der Diskurs mag herrschaftsfrei geheißen haben, aber er war natürlich nicht herrschaftsfrei.«</p>

<p>Was sind Dominanzgesten und wie verändern sich diese über die Zeit und (Sub)kulturen? Was ist der Zusammenhang zwischen Macht und Freiheit?</p>
<p>Welche Quellen der Macht kann man identifizieren? </p>
<ol>
<li>Macht der Materie</li>
<li>Macht der Herkunft</li>
<li>Macht der Mehrheit</li>
<li>Macht des Wissens</li>
<li>Macht der Gefühle</li>
<li> Macht der Funktion</li>
<li>Macht der Kontakte</li>
<li>Macht der Überzeugung</li>
</ol>
<p>Welche Rollen spielen Wissen, Expertise und Kompetenz? Wie ist das Verhältnis zwischen (Legacy-) Medien und Macht — was wird vermittelt und vor allem auch: Was wird nicht thematisiert? Wer beschließt beispielsweise, was »Fake News« sind.</p>

<p>»Wissenschaft ist das einzige Wort, das sich ins Gegenteil verkehrt, wenn man den Artikel davorsetzt. — Die Wissenschaft zu vereinnahmen, ist ein Machtinstrument«</p>

<p>Denn Wissenschaft funktioniert nicht demokratisch. </p>
<p>Wie viel ist Erfahrung wert und verändert Macht den Charakter?</p>

<p>»Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, dann gib ihm Macht.«, Abraham Lincoln</p>

<p>Oder bringt Macht den Charakter erst richtig hervor? </p>

<p>»Wenn man keinen Koffer mit Geld angeboten bekommt, kann man leicht tugendhaft sein.«</p>

<p>Haben Spitzenmanager psychopathische oder narzisstische Neigungen? Ist das ein Selektionsmechanismus? Wo steckt die Macht im Unternehmen und ist es überhaupt einfach zu erkennen, was das Ziel einer Organisation ist?</p>

<p>»Oben ist weniger Macht als Unten […] Viele, die über die gläserne Decke kommen, sehen dann erst, dass sie das gar nicht wollen. […] Besonders Frauen tun sich das dann oft nicht an, weil sie oft noch nicht so Status-orientiert sind.«</p>

<p>Muss Beruf Berufung sein, oder kann man seine Werte auch woanders ausleben? Aber kann man in der heutigen Arbeitswelt überhaupt zwischen Arbeit und Freizeit trennen? Liegt in dieser Vermischung nicht auch ein Machtinstrument?</p>
<p>Was ist die Elite und wer hat überhaupt Chance in die Elite aufzusteigen? Welche Rolle spielt formale Bildung — ist diese gar hauptsächlich Signalisierung?</p>

<p>»Die Insignien der Macht sind branchenabhängig.«</p>

<p>Was ist die Rolle der Religion und wie hat sich dies über die Jahre verändert? Ist Religion ein heute relevanter Schauplatz der Macht? Wie verhält es sich mit pseudo-/parareligiösen Strömungen, etwa in Form von radikalem Aktivismus?</p>
<p>Was ist die magische Auswahl? Die »unsichtbare« Form der Propaganda in »liberalen« Gesellschaften? </p>
<p>»You have to create a bubble of sanity« — ist das möglich, oder muss man im Unternehmen immer wachsam bleiben und eine »Rüstung« anziehen?</p>
<p>Was ist die Rolle von Familie und Freunden (und damit sind nicht Facebook-Freunde gemeint) und warum man Machttechniken des Berufes keinesfalls zuhause anwenden sollte?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/101-mq_macht_john_haas/'>Episode 101:</a> Live im MQ, Macht und Ohnmacht in der Wissensgesellschaft. Ein Gespräch mit John G. Haas.
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/098-ist_gott_tot_steinmann/'>Episode 98: </a>Ist Gott tot? Ein philosophisches Gespräch mit Jan Juhani Steinmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/038-eliten-michael_hartmann/'>Episode 38:</a> Eliten, ein Gespräch mit Prof. Michael Hartmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28:</a> Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!
</li>
</ul>
<p>Christine Bauer-Jelinek</p>
<ul>
<li><a href='https://www.bauer-jelinek.at'>Homepage von Christine Bauer-Jelinek</a></li>
<li><a href='https://www.linkedin.com/in/christine-bauer-jelinek'>LinkedIn</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/@christine.bauer-jelinek'>Vortragserie »Alles über Macht« YouTube</a></li>
<li>Machtwort. Angst, Wut und Ohnmacht überwinden, Carl Ueberreuter (2016)</li>
<li>Der falsche Feind – Schuld sind nicht die Männer, ecoWing (2012)</li>
<li>Die helle und die dunkle Seite der Macht – Wie Sie Ihre Ziele durchsetzen, ohne Ihre Werte zu verraten, ecoWing (2020)</li>
<li>Die geheimen Spielregeln der Macht – und die Illusionen der Gutmenschen, ecoWing (2020)</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li>Jürgen Habermas, Theorie des kommunikativen Handelns. (1981)</li>
<li>Bryan Caplan, The Case against Education, Princeton University Press (2019)</li>
<li>Robert Greene, The 48 Laws Of Power, Profile Books (2000)</li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Ich freue mich ganz besonders, dass sich Frau Christine Bauer-Jelinek sich Zeit für ein Gespräch genommen hat, denn das Thema dieser Episode ist Macht.

Frau Bauer-Jelinek ist Wirtschaftscoach, renommierte Autorin, Keynote Speaker für Macht-Kompetenz sowie Vortragende bei »Zukunft Frauen«, einem Programm der Wirtschaftskammer Österreich für Frauen in Top-Positionen. Sie war Psychotherapeutin und u.a. Gastdozentin an der Donau-Universität Krems für »Macht und Mikropolitik in Organisationen«. Durch ihre Sachbücher wurde sie als Expertin für Mechanismen der Macht und deren Gender-Aspekte sowie für Trends der gesellschaftlichen Entwicklung bekannt.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episode>111</itunes:episode>
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            </item>
    <item>
        <title>110 — The Shock of the Old, a conversation with David Edgerton</title>
        <itunes:title>110 — The Shock of the Old, a conversation with David Edgerton</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/110-shock_of_the_old-david_edgerton/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/110-shock_of_the_old-david_edgerton/#comments</comments>        <pubDate>Tue, 29 Oct 2024 05:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>This is again an exceptional conversation. For a long time, I looked forward to speaking with Prof. David Edgerton. He is currently a Fellow at the Wissenschaftskolleg zu Berlin and Hans Rausing Professor of the History of Science and Technology at King's College London.  He is a noted historian of the United Kingdom as well as historian of technology and science. In the latter field he is best known for the book “Shock of the Old” which has been translated into many languages.  He is also known in the UK for his commentaries on political and historical matters in the press.  He is also a Fellow of the British Academy.</p>
<p>I read this book some years ago, and it left quite an impression on me. We talk about technology, or rather, why the word should not be used, about progress and stagnation; what role technology plays in societal change, if we really live in an age with an unseen pace of innovation, and much more.</p>
<p>We start with the question of how the book title “Shock of the Old” came about. What does the term “technology” mean, how does it relate to other terms like “technium” or the German terms “Technologie” and “Technik”, and why is it a problematic term? </p>

<p>“Technology is a very problematic concept, and if I would write the book again, I would not use the term. […] Technology is a concept that macerates the brain as it conflates multiple concepts.”</p>

<p>What is creole technology? Did we experience 50 years of unseen progress, or rather stagnation? How can we understand the reference of David Deutsch comparing the Solvay Conference 100 years ago with the current state of physics? Are we rather experiencing what Peter Kruse compares to a crab basket:</p>

<p>“There's always a lot of momentum in a crab basket, but on closer inspection, you realise that nothing is really moving forward.”, Peter Kruse</p>

<p>Can the 20th century be considered the playing out of the 19th century? What about the 21st century? Is technological change the driver of all change, or is technical change only one element of change in society? Does the old disappear? For instance, Jean-Baptiste Fressoz describes the global energy consumption in his book More and More and More.</p>

<p>“There has not been an energy transition, there has been a super-imposition of new techniques on old ones. […] We are living in the great age of coal.”</p>

<p>What is the material constitution of our world today? For example, Vaclav Smil makes it apparent, that most people have a quite biased understanding of how our world actually works.</p>
<p>How can change happen? Do we wish for evolution, or rather a revolution?</p>

<p>“The world in which we find ourselves at the start of the new millennium is littered with the debris of utopian projects.”, John Gray</p>

<p>Can technological promise also be a reason for avoiding change?</p>

<p>“Technological revolution can be a way of avoiding change. […] There will be a revolution in the future that will solve our problems. […] Relying only on innovation is a recipe for inaction.”</p>

<p>Do technologists tend to overpromise what their technology might deliver? For instance, the trope that this new technology will bring peace can be found over centuries.</p>
<p>Is maintenance an underestimated topic in out society and at universities? What role does maintenance play in our modern society in comparison to innovation? For example, Cyrus W. Field who built the first transatlantic cable between the US and UK proclaimed in an address to the American Geographical and Statistical Society in 1862</p>

<p>“its value can hardly be estimated to the commerce, and even to the peace, of the world.”</p>

<p>What is university knowledge, where does it come from, and how does it relate to knowledge of a society? How should we think about the idea of university lead innovation?</p>

<p>“There is a systematic overestimation of the university.”</p>

<p>Is there a cult of the entrepreneur? Who is actually driving change in society? Who decides about technical change? Moreover, most innovations are rejected:</p>

<p>“We should reject most of innovation; otherwise we are inundated with stuff.”</p>

<p>Are me even making regressions in society — Cory Doctorow calls it enshittification?</p>

<p>“We’re all living through a great enshittening, in which the services that matter to us, that we rely on, are turning into giant piles of shit. It’s frustrating. It’s demoralising. It’s even terrifying.”, Cory Doctorow</p>

<p>What impact will artificial intelligence have, and who controls the future? </p>

<p>“Humans are in control already. The question is which human.”</p>

<p>References</p>
<p>Other Episodes</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/category/english'>other English episodes</a></li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/100-mq-wissen-philipp_blom/'>Episode 100:</a> Live im MQ, Was ist Wissen. Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/091-heidi_klum_universitaet/'>Episode 91:</a> Die Heidi-Klum-Universität, ein Gespräch mit Prof. Ehrmann und Prof. Sommer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/071-stagnation_fortschritt-reflexion_leben/'>Episode 71</a>: Stagnation oder Fortschritt — eine Reflexion an der Geschichte eines Lebens
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45:</a> Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/038-eliten-michael_hartmann/'>Episode 38:</a> Eliten, ein Gespräch mit Prof. Michael Hartmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/035-wartung/'>Episode 35:</a> Innovation oder: Alle Existenz ist Wartung?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/018-%E2%80%93-gesprach-mit-andreas-windisch-physik-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 18:</a> Gespräch mit Andreas Windisch: Physik, Fortschritt oder Stagnation
</li>
</ul>
<p>Dr. David Edgerton...</p>
<ul><li><a href='https://www.wiko-berlin.de/fellows/akademisches-jahr/2024/edgerton-david'>... at Wissenschaftskolleg zu Berlin</a></li>
<li><a href='https://www.kcl.ac.uk/people/david-edgerton'>... at King's College London</a></li>
<li><a href='https://www.kingschostm.com/david-edgerton'>... at Centre for the History of Science, Technology and Medicine</a></li>
<li><a href='https://www.thebritishacademy.ac.uk/fellows/professor-david-edgerton-fba/'>... at the British Academy</a></li>
<li><a href='https://www.davidedgerton.org'>Personal Website</a></li>
<li><a href='https://x.com/dehedgerton'>...  on X</a></li>
<li>David Edgerton, The Shock Of The Old: Technology and Global History since 1900, Profile Books (2019)</li>
</ul>
<p>Other References</p>
<ul><li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=eF0cz9OmCGw&amp;t=11s'>David Graeber, Peter Thiel, Where Did the Future Go (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=6nN-L3DO0-o'>Conversations with Coleman, Multiverse of Madness with David Deutsch (2023)</a></li>
<li>Peter Kruse, next practice. Erfolgreiches Management von Instabilität. Veränderung durch Vernetzung, Gabal (2020)</li>
<li>Jean-Baptiste Fressoz, More and More and More: An All-Consuming History of Energy, Allen Lane (2024)</li>
<li>
Vaclav Smil, How the World Really Works, Penguin (2022)
</li>
<li>
John Gray, Black Mass, Pengui (2008)
</li>
<li><a href='https://www.americanscientist.org/article/a-wire-across-the-ocean'>Ainissa Ramirez, A Wire Across the Ocean, American Scientist (2015)</a></li>
<li>
Thomas Sowell, intellectuals and Society, Basic Books (2010)
</li>
<li><a href='https://thielfellowship.org'>Peter Thiel Fellowship</a></li>
<li><a href='https://www.ft.com/content/6fb1602d-a08b-4a8c-bac0-047b7d64aba5'>Cory Doctorow, ‘Enshittification’ is coming for absolutely everything, Financial Times (2024)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>This is again an exceptional conversation. For a long time, I looked forward to speaking with Prof. David Edgerton. He is currently a Fellow at the Wissenschaftskolleg zu Berlin and Hans Rausing Professor of the History of Science and Technology at King's College London.  He is a noted historian of the United Kingdom as well as historian of technology and science. In the latter field he is best known for the book “Shock of the Old” which has been translated into many languages.  He is also known in the UK for his commentaries on political and historical matters in the press.  He is also a Fellow of the British Academy.</p>
<p>I read this book some years ago, and it left quite an impression on me. We talk about technology, or rather, why the word should not be used, about progress and stagnation; what role technology plays in societal change, if we really live in an age with an unseen pace of innovation, and much more.</p>
<p>We start with the question of how the book title “Shock of the Old” came about. What does the term “technology” mean, how does it relate to other terms like “technium” or the German terms “Technologie” and “Technik”, and why is it a problematic term? </p>

<p>“Technology is a very problematic concept, and if I would write the book again, I would not use the term. […] Technology is a concept that macerates the brain as it conflates multiple concepts.”</p>

<p>What is creole technology? Did we experience 50 years of unseen progress, or rather stagnation? How can we understand the reference of David Deutsch comparing the Solvay Conference 100 years ago with the current state of physics? Are we rather experiencing what Peter Kruse compares to a crab basket:</p>

<p>“There's always a lot of momentum in a crab basket, but on closer inspection, you realise that nothing is really moving forward.”, Peter Kruse</p>

<p>Can the 20th century be considered the playing out of the 19th century? What about the 21st century? Is technological change the driver of all change, or is technical change only one element of change in society? Does the old disappear? For instance, Jean-Baptiste Fressoz describes the global energy consumption in his book More and More and More.</p>

<p>“There has not been an energy transition, there has been a super-imposition of new techniques on old ones. […] We are living in the great age of coal.”</p>

<p>What is the material constitution of our world today? For example, Vaclav Smil makes it apparent, that most people have a quite biased understanding of how our world actually works.</p>
<p>How can change happen? Do we wish for evolution, or rather a revolution?</p>

<p>“The world in which we find ourselves at the start of the new millennium is littered with the debris of utopian projects.”, John Gray</p>

<p>Can technological promise also be a reason for avoiding change?</p>

<p>“Technological revolution can be a way of avoiding change. […] There will be a revolution in the future that will solve our problems. […] Relying only on innovation is a recipe for inaction.”</p>

<p>Do technologists tend to overpromise what their technology might deliver? For instance, the trope that this new technology will bring peace can be found over centuries.</p>
<p>Is maintenance an underestimated topic in out society and at universities? What role does maintenance play in our modern society in comparison to innovation? For example, Cyrus W. Field who built the first transatlantic cable between the US and UK proclaimed in an address to the American Geographical and Statistical Society in 1862</p>

<p>“its value can hardly be estimated to the commerce, and even to the peace, of the world.”</p>

<p>What is university knowledge, where does it come from, and how does it relate to knowledge of a society? How should we think about the idea of university lead innovation?</p>

<p>“There is a systematic overestimation of the university.”</p>

<p>Is there a cult of the entrepreneur? Who is actually driving change in society? Who decides about technical change? Moreover, most innovations are rejected:</p>

<p>“We should reject most of innovation; otherwise we are inundated with stuff.”</p>

<p>Are me even making regressions in society — Cory Doctorow calls it enshittification?</p>

<p>“We’re all living through a great enshittening, in which the services that matter to us, that we rely on, are turning into giant piles of shit. It’s frustrating. It’s demoralising. It’s even terrifying.”, Cory Doctorow</p>

<p>What impact will artificial intelligence have, and who controls the future? </p>

<p>“Humans are in control already. The question is which human.”</p>

<p>References</p>
<p>Other Episodes</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/category/english'>other English episodes</a></li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/100-mq-wissen-philipp_blom/'>Episode 100:</a> Live im MQ, Was ist Wissen. Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/091-heidi_klum_universitaet/'>Episode 91:</a> Die Heidi-Klum-Universität, ein Gespräch mit Prof. Ehrmann und Prof. Sommer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/071-stagnation_fortschritt-reflexion_leben/'>Episode 71</a>: Stagnation oder Fortschritt — eine Reflexion an der Geschichte eines Lebens
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45:</a> Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/038-eliten-michael_hartmann/'>Episode 38:</a> Eliten, ein Gespräch mit Prof. Michael Hartmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/035-wartung/'>Episode 35:</a> Innovation oder: Alle Existenz ist Wartung?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/018-%E2%80%93-gesprach-mit-andreas-windisch-physik-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 18:</a> Gespräch mit Andreas Windisch: Physik, Fortschritt oder Stagnation
</li>
</ul>
<p>Dr. David Edgerton...</p>
<ul><li><a href='https://www.wiko-berlin.de/fellows/akademisches-jahr/2024/edgerton-david'>... at Wissenschaftskolleg zu Berlin</a></li>
<li><a href='https://www.kcl.ac.uk/people/david-edgerton'>... at King's College London</a></li>
<li><a href='https://www.kingschostm.com/david-edgerton'>... at Centre for the History of Science, Technology and Medicine</a></li>
<li><a href='https://www.thebritishacademy.ac.uk/fellows/professor-david-edgerton-fba/'>... at the British Academy</a></li>
<li><a href='https://www.davidedgerton.org'>Personal Website</a></li>
<li><a href='https://x.com/dehedgerton'>...  on X</a></li>
<li>David Edgerton, The Shock Of The Old: Technology and Global History since 1900, Profile Books (2019)</li>
</ul>
<p>Other References</p>
<ul><li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=eF0cz9OmCGw&amp;t=11s'>David Graeber, Peter Thiel, Where Did the Future Go (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=6nN-L3DO0-o'>Conversations with Coleman, Multiverse of Madness with David Deutsch (2023)</a></li>
<li>Peter Kruse, next practice. Erfolgreiches Management von Instabilität. Veränderung durch Vernetzung, Gabal (2020)</li>
<li>Jean-Baptiste Fressoz, More and More and More: An All-Consuming History of Energy, Allen Lane (2024)</li>
<li>
Vaclav Smil, How the World Really Works, Penguin (2022)
</li>
<li>
John Gray, Black Mass, Pengui (2008)
</li>
<li><a href='https://www.americanscientist.org/article/a-wire-across-the-ocean'>Ainissa Ramirez, A Wire Across the Ocean, American Scientist (2015)</a></li>
<li>
Thomas Sowell, intellectuals and Society, Basic Books (2010)
</li>
<li><a href='https://thielfellowship.org'>Peter Thiel Fellowship</a></li>
<li><a href='https://www.ft.com/content/6fb1602d-a08b-4a8c-bac0-047b7d64aba5'>Cory Doctorow, ‘Enshittification’ is coming for absolutely everything, Financial Times (2024)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>This is again an exceptional conversation. For a long time, I looked forward to speaking with Prof. David Edgerton. He is currently a Fellow at the Wissenschaftskolleg zu Berlin and Hans Rausing Professor of the History of Science and Technology at King’s College London.  He is a noted historian of the United Kingdom as well as historian of technology and science. In the latter field he is best known for the book “Shock of the Old” which has been translated into many languages.  He is also known in the UK for his commentaries on political and historical matters in the press.  He is also a Fellow of the British Academy.

I read this book some years ago, and it left quite an impression on me. We talk about technology, or rather, why the word should not be used, about progress and stagnation; what role technology plays in societal change, if we really live in an age with an unseen pace of innovation, and much more.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
        <itunes:explicit>false</itunes:explicit>
        <itunes:block>No</itunes:block>
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        <itunes:season>1</itunes:season>
        <itunes:episode>110</itunes:episode>
        <itunes:episodeType>full</itunes:episodeType>
            </item>
    <item>
        <title>109 — Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr</title>
        <itunes:title>109 — Was ist Komplexität? Ein Gespräch mit Dr. Marco Wehr</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/109-komplexitaet_marco_wehr/#comments</comments>        <pubDate>Tue, 08 Oct 2024 05:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Eifrige Hörer des Podcasts werden bemerken, dass es bereits eine Episode zum Thema gab, nämlich Episode 10 mit dem Titel »Komplizierte Komplexität« aus dem Jahr 2019. Es lohnt sich auch, diese nochmals nachzuhören, aber nach fünf Jahren ist es an der Zeit, hier ein Update zu machen. Ganz besonders auch deshalb, weil ich wieder einen hervorragenden Gesprächspartner zum Thema virtuell einladen durfte, Dr. Marco Wehr.</p>
<p>Dr. Marco Wehr ist Physiker und promovierter Wissenschaftstheoretiker. Als vielfach ausgezeichneter Autor und Redner beschäftigt er sich mit Fragen der Vorhersehbarkeit, der Rolle des Körpers für das Denken und der Beziehung von Gehirn und Computer. Marco Wehr ist Gründer und Leiter des Philosophischen Labors in Tübingen. Sein neues Buch »Komplexe neue Welt« ist natürlich eine der Grundlagen für dieses Gespräch. Es ist unlängst zum Wissensbuch des Jahres 2024 vorgeschlagen worden. Link zum Buch natürlich wie immer in den Shownotes.</p>
<p>Marco beschäftigt sich auch mit der Frage der Modellierung, und sein aktuelles Vortrags-Format für 2025 heißt folgerichtig: »Die Macht mathematischer Modelle«.</p>
<p>Wir beginnen mit der Frage, was der Unterschied zwischen komplexen und komplizierten Systemen oder Fragestellungen ist, zumal diese beiden Begriffe umgangssprachlich oft synonym verwendet werden. Was kann man in dieser Hinsicht von Mandelbrot-Fraktalen lernen?</p>
<p>Welche Systeme der Welt sind irreduzibel?</p>

<p>“Can one predict what will happen? No, there’s what I call computational irreducibility: in effect the passage of time corresponds to an irreducible computation that we have to run to know how it will turn out.”, Stephen Wolfram</p>

<p>Wie kann man feststellen, ob man ein kompliziertes oder komplexes Problem vor sich hat? Was sind »Inseln der Propheten«? Gibt es eine kognitive Täuschung in den Naturwissenschaften? Der US-amerikanische Wissenschaftsforscher John Ioannidis hält Menschen (und besonders auch Wissenschafter), die glauben, zu viel zu wissen, für eine große Gefahr. Schon der bedeutende Philosoph des 20. Jahrhunderts, Karl Popper, hat dies sehr deutlich ausgedrückt:</p>

<p>»Jeder Intellektuelle hat eine ganz spezielle Verantwortung. Er hat das Privileg und die Gelegenheit, zu studieren. Dafür schuldet er es seinen Mitmenschen (oder der Gesellschaft), die Erkenntnisse seines Studiums in der einfachsten und klarsten und bescheidensten Form darzustellen. Das Schlimmste – eine Sünde gegen den heiligen Geist – ist, wenn die Intellektuellen es versuchen, sich ihren Mitmenschen gegenüber als große Propheten aufzuspielen und sie mit orakelnden Philosophien zu beeindrucken. Wer’s nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und weiterarbeiten, bis er’s klar sagen kann.« </p>

<p>Dann sprechen wir über den Laplacesche Dämon und was man von ihm über die Welt und die Entstehung der Wahrscheinlichkeitsrechnung lernen kann? </p>
<p>Wie hat Urbain Le Verrier den Neptun vorhergesagt? </p>

<p>»Ich möchte, dass man das, was man weiß, und das, was man nicht weiß, deutlich voneinander unterscheidet.«</p>

<p>Wie erkennt man einen Experten und wer repräsentiert Wissenschaft?</p>
<p>Was sind Rückkopplung und Resonanz und warum ist es so entscheidend, diese Phänomene in komplexen Systemen zu verstehen? Wo sind die Grenzen eines Modells? Gibt es eine saubere Trennung zwischen Beobachter und Modell? Was sind Signaturen komplexer oder chaotischer Systeme?</p>
<p>Begehen wir in der heutigen wissenschaftlichen Praxis zu häufig den Fehler »im Licht zu suchen«, statt dort, wo es sinnvoll wäre — besonders in den Bereichen, die man im weiteren Sinne als Data-Science bezeichnet? Man kann versuchen, die Welt zu verstehen, oder die lösbaren Probleme der Welt herauszupicken und daraus falsche Schlüsse über die Welt zu ziehen.</p>
<p>Was ist die stoische Landkarte, wie kann und diese weiterhelfen?</p>
<p>Hypothese ist immer vor der Empirie und damit bekommen begründete Vorannahmen eine wichtige Rolle im wissenschaftlichen Prozess. </p>
<p>Dazu kommt, dass es nie nur ein Modell gibt, das zu bestimmten Daten »passt«, dies wird auch als Duhem-Quine Hypothese bezeichnet.</p>
<p>Was bedeutet dies am Beispiel der Klimamodellierung oder Wirtschaftsmodellen? Kann man die Inseln des Wissens von den Inseln des Unwissens unterscheiden? Welche Rolle spielen Vulkane und andere Naturkatastrophen?</p>
<p>Warum ist die Energiewende in Deutschland schiefgegangen?</p>

<p>»Am deutschen Wesen soll die Welt genesen...«</p>

<p>Die Welt lernt in der Tat von Deutschland, aber wohl eher am Versagen Deutschlands. Das mag gut für die Welt sein, ist aber schlecht für Deutschland. Wie ist das dazu gekommen? Was sind »intellektuelle Insulaner«?</p>
<p>Was sind Komplexitätsfallen – natürliche vs. künstliche — heute haben wir es mit beiden zu tun und einer Mischung/Interaktion von beiden? Noch kritischer sind hybride Komplexitätsfallen oder Komplexitätsmonster — wie kommen diese zustande?</p>
<p>Was versteht man unter emergenten Effekten?</p>
<p>Was sind existenzielle Risiken, und warum ist ein Fokus auf »Klima« kontraproduktiv — Carrington-Event als Beispiel.</p>

<p>“There are no solutions, only tradeoffs”, Thomas Sowell</p>

<p>Wie gehen wir als Individuen mit radikaler Unsicherheit in komplexen Systemen um?</p>

<p>»We control nothing, but we influence everything«, Brian Klaas</p>

<p>Was ist die richtige Balance zwischen Sicherheit und Unsicherheit? Ist diese erreichbar?</p>

<p>»Die meisten Menschen wollen nicht in einer total vorhersagbaren Welt leben, auch wenn sie das behaupten.«</p>

<p>Wie kommen wir als Gesellschaft wieder aus den zahlreichen schweren Problemen heraus, in denen wir uns in den letzten Jahren verstrickt haben? Offene Diskussion scheint das wesentlichste zu sein. Kontroverse steht im Zentrum von Wissenschaft und daraus folgt offener und kritischer gesellschaftlicher Diskurs. </p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/099-entkopplung_kopplung_rueckkopplung/'>Episode 99:</a> Entkopplung, Kopplung, Rückkopplung
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/096-komoedie_vince_ebert/'>Episode 96:</a> Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/094-systemisch_gesellschaft_verwundbarkeit_saurugg/'>Episode 94:</a> Systemisches Denken und gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/086-judith_curry-climate_risk/'>Episode 86:</a> Climate Uncertainty and Risk, a conversation with Dr. Judith Curry
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/085-naturalismus/'>Episode 85:</a> Naturalismus — was weiß Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/079-erica_thompson_model_land/'>Episode 79:</a> Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/069-complexity_software/'>Episode 69:</a> Complexity in Software
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/068-modelle_andreas_windisch/'>Episode 68:</a> Modelle und Realität, ein Gespräch mit Dr. Andreas Windisch
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/036-energiewende-wendland/'>Episode 36:</a> Energiewende und Kernkraft, ein Gespräch mit Anna Veronika Wendland
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episode 10:</a> Komplizierte Komplexität
</li>
</ul>
<p>Dr. Marco Wehr</p>
<ul><li><a href='https://www.linkedin.com/in/marco-wehr/'>Marco Wehr auf LinkedIn</a></li>
<li><a href='https://www.philab.de'>Philosophisches Labor in Tübingen</a></li>
<li>Marco Wehr, Komplexe neue Welt und wie wir lernen, damit klarzukommen, Galiani Berlin (2024)</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://writings.stephenwolfram.com/2023/10/how-to-think-computationally-about-ai-the-universe-and-everything'>Steven Wolfram, How to Think Computationally about AI, the Universe and Everything (2023)</a></li>
<li><a href='https://oe1.orf.at/programm/20240904/768779/John-Ioannidis-Das-Gewissen-der-Wissenschaft'>Daphne Hruby, John Ioannidis: Das Gewissen der Wissenschaft, Ö1 Dimensionen (2024)</a></li>
<li>Karl Popper, Auf der Suche nach einer besseren Welt (1987)</li>
<li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/scientific-underdetermination/'>Underdetermination of Scientific Theory, Stanford Encyclopedia of Philosophy (2023)</a></li>
<li><a href='https://global-energy-solutions.org/en/franz-josef-radermacher-appointment-to-international-unido-council/'>Franz Josef Radermacher, Global Energy Solutions</a></li>
<li>Thomas Sowell, A Conflict of Visions: Ideological Origins of Political Struggles (1987)</li>
<li>Brian Klaas, Fluke: Chance, Chaos, and Why Everything We Do Matters, John Murray (2024)</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Eifrige Hörer des Podcasts werden bemerken, dass es bereits eine Episode zum Thema gab, nämlich Episode 10 mit dem Titel »Komplizierte Komplexität« aus dem Jahr 2019. Es lohnt sich auch, diese nochmals nachzuhören, aber nach fünf Jahren ist es an der Zeit, hier ein Update zu machen. Ganz besonders auch deshalb, weil ich wieder einen hervorragenden Gesprächspartner zum Thema virtuell einladen durfte, Dr. Marco Wehr.</p>
<p>Dr. Marco Wehr ist Physiker und promovierter Wissenschaftstheoretiker. Als vielfach ausgezeichneter Autor und Redner beschäftigt er sich mit Fragen der Vorhersehbarkeit, der Rolle des Körpers für das Denken und der Beziehung von Gehirn und Computer. Marco Wehr ist Gründer und Leiter des Philosophischen Labors in Tübingen. Sein neues Buch »Komplexe neue Welt« ist natürlich eine der Grundlagen für dieses Gespräch. Es ist unlängst zum Wissensbuch des Jahres 2024 vorgeschlagen worden. Link zum Buch natürlich wie immer in den Shownotes.</p>
<p>Marco beschäftigt sich auch mit der Frage der Modellierung, und sein aktuelles Vortrags-Format für 2025 heißt folgerichtig: »Die Macht mathematischer Modelle«.</p>
<p>Wir beginnen mit der Frage, was der Unterschied zwischen komplexen und komplizierten Systemen oder Fragestellungen ist, zumal diese beiden Begriffe umgangssprachlich oft synonym verwendet werden. Was kann man in dieser Hinsicht von Mandelbrot-Fraktalen lernen?</p>
<p>Welche Systeme der Welt sind irreduzibel?</p>

<p>“Can one predict what will happen? No, there’s what I call computational irreducibility: in effect the passage of time corresponds to an irreducible computation that we have to run to know how it will turn out.”, Stephen Wolfram</p>

<p>Wie kann man feststellen, ob man ein kompliziertes oder komplexes Problem vor sich hat? Was sind »Inseln der Propheten«? Gibt es eine kognitive Täuschung in den Naturwissenschaften? Der US-amerikanische Wissenschaftsforscher John Ioannidis hält Menschen (und besonders auch Wissenschafter), die glauben, zu viel zu wissen, für eine große Gefahr. Schon der bedeutende Philosoph des 20. Jahrhunderts, Karl Popper, hat dies sehr deutlich ausgedrückt:</p>

<p>»Jeder Intellektuelle hat eine ganz spezielle Verantwortung. Er hat das Privileg und die Gelegenheit, zu studieren. Dafür schuldet er es seinen Mitmenschen (oder der Gesellschaft), die Erkenntnisse seines Studiums in der einfachsten und klarsten und bescheidensten Form darzustellen. Das Schlimmste – eine Sünde gegen den heiligen Geist – ist, wenn die Intellektuellen es versuchen, sich ihren Mitmenschen gegenüber als große Propheten aufzuspielen und sie mit orakelnden Philosophien zu beeindrucken. Wer’s nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und weiterarbeiten, bis er’s klar sagen kann.« </p>

<p>Dann sprechen wir über den Laplacesche Dämon und was man von ihm über die Welt und die Entstehung der Wahrscheinlichkeitsrechnung lernen kann? </p>
<p>Wie hat Urbain Le Verrier den Neptun vorhergesagt? </p>

<p>»Ich möchte, dass man das, was man weiß, und das, was man nicht weiß, deutlich voneinander unterscheidet.«</p>

<p>Wie erkennt man einen Experten und wer repräsentiert Wissenschaft?</p>
<p>Was sind Rückkopplung und Resonanz und warum ist es so entscheidend, diese Phänomene in komplexen Systemen zu verstehen? Wo sind die Grenzen eines Modells? Gibt es eine saubere Trennung zwischen Beobachter und Modell? Was sind Signaturen komplexer oder chaotischer Systeme?</p>
<p>Begehen wir in der heutigen wissenschaftlichen Praxis zu häufig den Fehler »im Licht zu suchen«, statt dort, wo es sinnvoll wäre — besonders in den Bereichen, die man im weiteren Sinne als Data-Science bezeichnet? Man kann versuchen, die Welt zu verstehen, oder die lösbaren Probleme der Welt herauszupicken und daraus falsche Schlüsse über die Welt zu ziehen.</p>
<p>Was ist die stoische Landkarte, wie kann und diese weiterhelfen?</p>
<p>Hypothese ist immer vor der Empirie und damit bekommen begründete Vorannahmen eine wichtige Rolle im wissenschaftlichen Prozess. </p>
<p>Dazu kommt, dass es nie nur ein Modell gibt, das zu bestimmten Daten »passt«, dies wird auch als Duhem-Quine Hypothese bezeichnet.</p>
<p>Was bedeutet dies am Beispiel der Klimamodellierung oder Wirtschaftsmodellen? Kann man die Inseln des Wissens von den Inseln des Unwissens unterscheiden? Welche Rolle spielen Vulkane und andere Naturkatastrophen?</p>
<p>Warum ist die Energiewende in Deutschland schiefgegangen?</p>

<p>»Am deutschen Wesen soll die Welt genesen...«</p>

<p>Die Welt lernt in der Tat von Deutschland, aber wohl eher am Versagen Deutschlands. Das mag gut für die Welt sein, ist aber schlecht für Deutschland. Wie ist das dazu gekommen? Was sind »intellektuelle Insulaner«?</p>
<p>Was sind Komplexitätsfallen – natürliche vs. künstliche — heute haben wir es mit beiden zu tun und einer Mischung/Interaktion von beiden? Noch kritischer sind hybride Komplexitätsfallen oder Komplexitätsmonster — wie kommen diese zustande?</p>
<p>Was versteht man unter emergenten Effekten?</p>
<p>Was sind existenzielle Risiken, und warum ist ein Fokus auf »Klima« kontraproduktiv — Carrington-Event als Beispiel.</p>

<p>“There are no solutions, only tradeoffs”, Thomas Sowell</p>

<p>Wie gehen wir als Individuen mit radikaler Unsicherheit in komplexen Systemen um?</p>

<p>»We control nothing, but we influence everything«, Brian Klaas</p>

<p>Was ist die richtige Balance zwischen Sicherheit und Unsicherheit? Ist diese erreichbar?</p>

<p>»Die meisten Menschen wollen nicht in einer total vorhersagbaren Welt leben, auch wenn sie das behaupten.«</p>

<p>Wie kommen wir als Gesellschaft wieder aus den zahlreichen schweren Problemen heraus, in denen wir uns in den letzten Jahren verstrickt haben? Offene Diskussion scheint das wesentlichste zu sein. Kontroverse steht im Zentrum von Wissenschaft und daraus folgt offener und kritischer gesellschaftlicher Diskurs. </p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/'>Episode 106:</a> Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit Manfred Glauninger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/099-entkopplung_kopplung_rueckkopplung/'>Episode 99:</a> Entkopplung, Kopplung, Rückkopplung
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/096-komoedie_vince_ebert/'>Episode 96:</a> Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/094-systemisch_gesellschaft_verwundbarkeit_saurugg/'>Episode 94:</a> Systemisches Denken und gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/086-judith_curry-climate_risk/'>Episode 86:</a> Climate Uncertainty and Risk, a conversation with Dr. Judith Curry
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/085-naturalismus/'>Episode 85:</a> Naturalismus — was weiß Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/079-erica_thompson_model_land/'>Episode 79:</a> Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/069-complexity_software/'>Episode 69:</a> Complexity in Software
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/068-modelle_andreas_windisch/'>Episode 68:</a> Modelle und Realität, ein Gespräch mit Dr. Andreas Windisch
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/036-energiewende-wendland/'>Episode 36:</a> Energiewende und Kernkraft, ein Gespräch mit Anna Veronika Wendland
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episode 10:</a> Komplizierte Komplexität
</li>
</ul>
<p>Dr. Marco Wehr</p>
<ul><li><a href='https://www.linkedin.com/in/marco-wehr/'>Marco Wehr auf LinkedIn</a></li>
<li><a href='https://www.philab.de'>Philosophisches Labor in Tübingen</a></li>
<li>Marco Wehr, Komplexe neue Welt und wie wir lernen, damit klarzukommen, Galiani Berlin (2024)</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://writings.stephenwolfram.com/2023/10/how-to-think-computationally-about-ai-the-universe-and-everything'>Steven Wolfram, How to Think Computationally about AI, the Universe and Everything (2023)</a></li>
<li><a href='https://oe1.orf.at/programm/20240904/768779/John-Ioannidis-Das-Gewissen-der-Wissenschaft'>Daphne Hruby, John Ioannidis: Das Gewissen der Wissenschaft, Ö1 Dimensionen (2024)</a></li>
<li>Karl Popper, Auf der Suche nach einer besseren Welt (1987)</li>
<li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/scientific-underdetermination/'>Underdetermination of Scientific Theory, Stanford Encyclopedia of Philosophy (2023)</a></li>
<li><a href='https://global-energy-solutions.org/en/franz-josef-radermacher-appointment-to-international-unido-council/'>Franz Josef Radermacher, Global Energy Solutions</a></li>
<li>Thomas Sowell, A Conflict of Visions: Ideological Origins of Political Struggles (1987)</li>
<li>Brian Klaas, Fluke: Chance, Chaos, and Why Everything We Do Matters, John Murray (2024)</li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary><![CDATA[Eifrige Hörer des Podcasts werden bemerken, dass es bereits eine Episode zum Thema gab, nämlich Episode 10 mit dem Titel »Komplizierte Komplexität« aus dem Jahr 2019. Es lohnt sich auch, diese nochmals nachzuhören, aber nach fünf Jahren ist es an der Zeit, hier ein Update zu machen. Ganz besonders auch deshalb, weil ich wieder einen hervorragenden Gesprächspartner zum Thema virtuell einladen durfte, Dr. Marco Wehr.
Dr. Marco Wehr ist Physiker und promovierter Wissenschaftstheoretiker. Als vielfach ausgezeichneter Autor und Redner beschäftigt er sich mit Fragen der Vorhersehbarkeit, der Rolle des Körpers für das Denken und der Beziehung von Gehirn und Computer. Marco Wehr ist Gründer und Leiter des Philosophischen Labors in Tübingen. Sein neues Buch »Komplexe neue Welt« ist natürlich eine der Grundlagen für dieses Gespräch. Es ist unlängst zum Wissensbuch des Jahres 2024 vorgeschlagen worden. Link zum Buch natürlich wie immer in den Shownotes.
Marco beschäftigt sich auch mit der Frage der Modellierung, und sein aktuelles Vortrags-Format für 2025 heißt folgerichtig: »Die Macht mathematischer Modelle«.
Wir beginnen mit der Frage, was der Unterschied zwischen komplexen und komplizierten Systemen oder Fragestellungen ist, zumal diese beiden Begriffe umgangssprachlich oft synonym verwendet werden. Was kann man in dieser Hinsicht von Mandelbrot-Fraktalen lernen?
Welche Systeme der Welt sind irreduzibel?

“Can one predict what will happen? No, there’s what I call computational irreducibility: in effect the passage of time corresponds to an irreducible computation that we have to run to know how it will turn out.”, Stephen Wolfram

Wie kann man feststellen, ob man ein kompliziertes oder komplexes Problem vor sich hat? Was sind »Inseln der Propheten«? Gibt es eine kognitive Täuschung in den Naturwissenschaften? Der US-amerikanische Wissenschaftsforscher John Ioannidis hält Menschen (und besonders auch Wissenschafter), die glauben, zu viel zu wissen, für eine große Gefahr. Schon der bedeutende Philosoph des 20. Jahrhunderts, Karl Popper, hat dies sehr deutlich ausgedrückt:

»Jeder Intellektuelle hat eine ganz spezielle Verantwortung. Er hat das Privileg und die Gelegenheit, zu studieren. Dafür schuldet er es seinen Mitmenschen (oder der Gesellschaft), die Erkenntnisse seines Studiums in der einfachsten und klarsten und bescheidensten Form darzustellen. Das Schlimmste – eine Sünde gegen den heiligen Geist – ist, wenn die Intellektuellen es versuchen, sich ihren Mitmenschen gegenüber als große Propheten aufzuspielen und sie mit orakelnden Philosophien zu beeindrucken. Wer’s nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und weiterarbeiten, bis er’s klar sagen kann.« 

Dann sprechen wir über den Laplacesche Dämon und was man von ihm über die Welt und die Entstehung der Wahrscheinlichkeitsrechnung lernen kann? 
Wie hat Urbain Le Verrier den Neptun vorhergesagt? 

»Ich möchte, dass man das, was man weiß, und das, was man nicht weiß, deutlich voneinander unterscheidet.«

Wie erkennt man einen Experten und wer repräsentiert Wissenschaft?
Was sind Rückkopplung und Resonanz und warum ist es so entscheidend, diese Phänomene in komplexen Systemen zu verstehen? Wo sind die Grenzen eines Modells? Gibt es eine saubere Trennung zwischen Beobachter und Modell? Was sind Signaturen komplexer oder chaotischer Systeme?
Begehen wir in der heutigen wissenschaftlichen Praxis zu häufig den Fehler »im Licht zu suchen«, statt dort, wo es sinnvoll wäre — besonders in den Bereichen, die man im weiteren Sinne als Data-Science bezeichnet? Man kann versuchen, die Welt zu verstehen, oder die lösbaren Probleme der Welt herauszupicken und daraus falsche Schlüsse über die Welt zu ziehen.
Was ist die stoische Landkarte, wie kann und diese weiterhelfen?
Hypothese ist immer vor der Empirie und damit bekommen begründete Vorannahmen eine wichtige Rolle im wissenschaftlichen Prozess. 
Dazu kommt, dass es nie nur ein Modell gibt, das zu bestimmten Daten »passt]]></itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:season>1</itunes:season>
        <itunes:episode>109</itunes:episode>
        <itunes:episodeType>full</itunes:episodeType>
            </item>
    <item>
        <title>108 — Freie Privatstädte Teil 2, ein Gespräch mit Titus Gebel</title>
        <itunes:title>108 — Freie Privatstädte Teil 2, ein Gespräch mit Titus Gebel</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/108-freie_privatstaedte-2_titus_gebel/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/108-freie_privatstaedte-2_titus_gebel/#comments</comments>        <pubDate>Tue, 24 Sep 2024 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>In einer Zeit, in der wir überall das Versagen etablierter Strukturen erleben, scheint es mir umso wichtiger zu sein, über neue Ideen nachzudenken und — im Rückgriff auf die letzte Episode mit Johan Norberg — viel offener und experimentierfreudiger zu sein. Mit »mehr vom selben« werden wir diese tiefe Krise, die Europa erfasst hat, nicht bewältigen können.</p>
<p>Eine solche Idee, die international stetig an Zuspruch gewinnt, ist das Thema der heutigen Episode: Freie Privatstädte, Teil 2. Im Gespräch wieder Titus Gebel. Denn es gab vor über einem Jahr die erste Episode zu diesem Thema (Episode 77). Ich habe viel Feedback und Nachfragen zu der ersten Episode bekommen, daher freue ich mich darauf dieses spannende Thema nochmals aufgreifen zu können und neue Entwicklungen mit Dr. Gebel zu sprechen.</p>
<p>Titus Gebel ist ein promovierter Völkerrechtler und Unternehmer mit einem weltweiten Netzwerk. Unter anderem war er Mitgründer und langjähriger CEO der an der Frankfurter Börse notierten Deutsche Rohstoff AG. Heute ist Titus Gebel der CEO von Tipolis, einem Singapurer Unternehmen, das neue Modelle des Zusammenlebens durch innovative Regierungskonzepte entwickelt. Er ist Autor des Buches "Freie Privatstädte – Mehr Wettbewerb im wichtigsten Markt der Welt", in dem er den Rahmen für die Gründung autonomer, privat verwalteter Rechtsräume darlegt.</p>
<p>Dr. Gebel spielte eine wichtige Rolle bei der Gründung der bisher fortschrittlichsten Sonderzone, Próspera in Honduras. Er berät auch andere Länder bei der Innovation von Sonderwirtschaftszonen und ist Präsident der Free Cities Foundation, welche weltweit die Entwicklung von freien Städten fördert.</p>
<p>Es hat noch einen weiteren Grund, warum diese Episode gerade jetzt aufgenommen wird. Einmal im Jahr findet die Liberty in our Lifetime Konferenz in Prag statt, dieses Jahr vom 1. - 3. Nov. Eine Konferenz, die sich mit dem Thema Freie Privatstädte beschäftigt und Interessenten aus der ganzen Welt anlockt. Ich werde an dieser Konferenz teilnehmen und auch versuchen, ein wenig von der Stimmung und von den Themen, die dort diskutiert werden, mitzunehmen und daraus eine Podcast-Episode zu machen.</p>
<p>Daher können wir diese Episode auch als Einstimmung verstehen. </p>
<p>Wir beginnen mit einem »Elevator Pitch«, in der Dr. Gebel das Konzept der freien Privatstädte kurz vorstellt. Regierung als Dienstleistung — was sind diese Dienstleistungen, was sind die Kosten? Was sind wesentliche Probleme in der öffentlichen Verwaltung?</p>
<ul><li>Was ist das Principal Agent Problem?</li>
<li>Was ist die Public Choice Problematik?</li>
<li>Wie gehen wir mit Regeländerungen um? </li>
</ul>
<p>Ist der Bürger zunehmend machtlos in den heutigen westlichen Nationen? Was ist die Idee des klassisch liberalen Minimalstaats, kann das funktionieren? Warum sollte das wünschenswert sein? Ist das vielleicht überhaupt eine unerhörte Idee?</p>
<p>Es stellt sich die elementare Frage, worum sich der Staat kümmern soll, genauer gesagt, wozu er überhaupt die Kompetenz hat, sich zu kümmern. Wollen wir in Deutschland den »Übervater Staat«? Fallen wir gar in voraufklärerische Zeiten zurück?</p>
<p>Mit welchen Makrotrends oder großen Fragen, die heute zum Glück langsam wieder thematisiert werden, überschneiden sich diese Konzepte? Konzepte von Freiheit, Verhältnis Bürger / Staat; wer muss sich vor wem rechtfertigen? Wie sind Unterschiede im Blickwinkel auf diese Fragen zwischen den USA und Europa? </p>
<p>Welche Probleme kann man zentralisieren und welche muss man dezentral lösen oder jedenfalls angehen? Kann Planwirtschaft, auch wenn sie in der Vergangenheit immer gescheitert ist, in der Zukunft dennoch erfolgreich sein, z. B. durch die Nutzung von »künstlicher Intelligenz«? Zieht jede Zentralisierung immer mehr Macht an sich? Aus Konzentration von Macht folgt keineswegs eine Konzentration von Wissen.</p>
<p>Wie groß ist der Unterschied zwischen common law/case law gegenüber civil law in der »Philosophie« und in der Praxis?</p>
<p>Sind die FPS nur eine »Meta-Idee«, die verschiedenste Ausprägungen erlauben? Sind in Wahrheit Experiment und Wettbewerb eines der führenden Prinzipien? Ist das aktuelle System reformierbar?</p>

<p>»Der Staat soll nur Schiedsrichter sein und nicht mitspielen«</p>

<p>Warum gibt es so viel Gegenwind gegen neue und unkonventionelle Ideen?</p>

<p>»Wenn ich fremde Produkte verbieten muss, aus Angst, dass sie meine besten Leute abziehen, dann ist mit mir etwas nicht in Ordnung.«</p>

<p>Wie ist der Umgang der früheren Leitmedien mit solchen neuen Vorschlägen?</p>

<p>»Die Idee, dass die Menschen ihre Probleme selber lösen, ist nicht verbreitet.«</p>

<p>Unter welchen Rahmenbedingungen funktioniert Demokratie überhaupt? Glauben die heutigen »Progressiven« überhaupt noch an die Demokratie, die sie angeblich ständig verteidigen müssen? Wird gerade die Majestätsbeleidigung wieder eingeführt? </p>
<p>Was sollten wir über Skalierung wissen? Ist die Stadt möglicherweise die beste politisch/organisatorische Größe?</p>
<p>Wie unterscheiden sich die unterschiedlichen Konzepte, von der Sonderwirtschaftszone bis zur Freien Privatstadt? Was ist Seasteading — am Beispiel von Ocean Builders?</p>
<p></p>
<p>Was macht Tipolis als Unternehmen, und wie geht es dem Vorzeigeprojekt Próspera?</p>
<p>Sind diese Konzepte möglicherweise geeignet, um zu helfen, Afrika aus der Armut zu führen, nachdem die Ansätze der letzten Jahrzehnte keine wesentliche Verbesserung gebracht haben?</p>
<p>Was können wir von Javier Milei in Argentinien erwarten? Symptom oder Zeitenwende?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/077-titus-gebel_freie_privatstaedte/'>Episode 77:</a> Freie Privatstädte, ein Gespräch mit Dr. Titus Gebel
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/103-nassim-taleb_ralph-zlabinger/'>Episode 103:</a> Schwarze Schwäne in Extremistan; die Welt des Nassim Taleb, ein Gespräch mit Ralph Zlabinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/096-komoedie_vince_ebert/'>Episode 96:</a> Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/093-covid_stille_jan_david_zimmermann/'>Episode 93:</a> Covid. Die unerklärliche Stille nach dem Sturm. Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/082-smart_communities_ulrich_ahle/'>Episode 82:</a> Smart Communities, ein Gespräch mit Ulrich Ahle
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/073-oekorealismus_peters/'>Episode 73:</a> Ökorealismus, ein Gespräch mit Björn Peters
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/065-getting-nothing-done-2/'>Episode 65:</a> Getting Nothing Done — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Episode 64:</a> Getting Nothing Done — Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/058-verwaltung_levesque/'>Episode 58:</a> Verwaltung und staatliche Strukturen — ein Gespräch mit Veronika Lévesque
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/026-was_kann_politik_leisten-christoph_chorherr/'>Episode 26:</a> Was kann Politik (noch) leisten? Ein Gespräch mit Christoph Chorherr
</li>
</ul>
<p>Dr. Titus Gebel</p>
<ul><li><a href='https://titusgebel.de'>Homepage Dr. Titus Gebel</a></li>
<li><a href='https://tipolis.com'>Tipolis</a></li>
<li><a href='https://free-cities.org'>Free Cities Foundation</a></li>
<li><a href='https://libertyinourlifetime.org'>Liberty in our Lifetime Conference, 1. - 3.Nov. 2024</a></li>
</ul>
<p>Andere Referenzen</p>
<ul><li>Titus Gebel, Freie Privatstädte – Mehr Wettbewerb im wichtigsten Markt der Welt (2023)</li>
<li><a href='https://www.prospera.co/en/visit'>Próspera, Honduras</a></li>
<li><a href='https://oceanbuilders.com'>Ocean Builders</a></li>
</ul>
<p> </p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>In einer Zeit, in der wir überall das Versagen etablierter Strukturen erleben, scheint es mir umso wichtiger zu sein, über neue Ideen nachzudenken und — im Rückgriff auf die letzte Episode mit Johan Norberg — viel offener und experimentierfreudiger zu sein. Mit »mehr vom selben« werden wir diese tiefe Krise, die Europa erfasst hat, nicht bewältigen können.</p>
<p>Eine solche Idee, die international stetig an Zuspruch gewinnt, ist das Thema der heutigen Episode: Freie Privatstädte, Teil 2. Im Gespräch wieder Titus Gebel. Denn es gab vor über einem Jahr die erste Episode zu diesem Thema (Episode 77). Ich habe viel Feedback und Nachfragen zu der ersten Episode bekommen, daher freue ich mich darauf dieses spannende Thema nochmals aufgreifen zu können und neue Entwicklungen mit Dr. Gebel zu sprechen.</p>
<p>Titus Gebel ist ein promovierter Völkerrechtler und Unternehmer mit einem weltweiten Netzwerk. Unter anderem war er Mitgründer und langjähriger CEO der an der Frankfurter Börse notierten Deutsche Rohstoff AG. Heute ist Titus Gebel der CEO von Tipolis, einem Singapurer Unternehmen, das neue Modelle des Zusammenlebens durch innovative Regierungskonzepte entwickelt. Er ist Autor des Buches "Freie Privatstädte – Mehr Wettbewerb im wichtigsten Markt der Welt", in dem er den Rahmen für die Gründung autonomer, privat verwalteter Rechtsräume darlegt.</p>
<p>Dr. Gebel spielte eine wichtige Rolle bei der Gründung der bisher fortschrittlichsten Sonderzone, Próspera in Honduras. Er berät auch andere Länder bei der Innovation von Sonderwirtschaftszonen und ist Präsident der Free Cities Foundation, welche weltweit die Entwicklung von freien Städten fördert.</p>
<p>Es hat noch einen weiteren Grund, warum diese Episode gerade jetzt aufgenommen wird. Einmal im Jahr findet die Liberty in our Lifetime Konferenz in Prag statt, dieses Jahr vom 1. - 3. Nov. Eine Konferenz, die sich mit dem Thema Freie Privatstädte beschäftigt und Interessenten aus der ganzen Welt anlockt. Ich werde an dieser Konferenz teilnehmen und auch versuchen, ein wenig von der Stimmung und von den Themen, die dort diskutiert werden, mitzunehmen und daraus eine Podcast-Episode zu machen.</p>
<p>Daher können wir diese Episode auch als Einstimmung verstehen. </p>
<p>Wir beginnen mit einem »Elevator Pitch«, in der Dr. Gebel das Konzept der freien Privatstädte kurz vorstellt. Regierung als Dienstleistung — was sind diese Dienstleistungen, was sind die Kosten? Was sind wesentliche Probleme in der öffentlichen Verwaltung?</p>
<ul><li>Was ist das Principal Agent Problem?</li>
<li>Was ist die Public Choice Problematik?</li>
<li>Wie gehen wir mit Regeländerungen um? </li>
</ul>
<p>Ist der Bürger zunehmend machtlos in den heutigen westlichen Nationen? Was ist die Idee des klassisch liberalen Minimalstaats, kann das funktionieren? Warum sollte das wünschenswert sein? Ist das vielleicht überhaupt eine unerhörte Idee?</p>
<p>Es stellt sich die elementare Frage, worum sich der Staat kümmern soll, genauer gesagt, wozu er überhaupt die Kompetenz hat, sich zu kümmern. Wollen wir in Deutschland den »Übervater Staat«? Fallen wir gar in voraufklärerische Zeiten zurück?</p>
<p>Mit welchen Makrotrends oder großen Fragen, die heute zum Glück langsam wieder thematisiert werden, überschneiden sich diese Konzepte? Konzepte von Freiheit, Verhältnis Bürger / Staat; wer muss sich vor wem rechtfertigen? Wie sind Unterschiede im Blickwinkel auf diese Fragen zwischen den USA und Europa? </p>
<p>Welche Probleme kann man zentralisieren und welche muss man dezentral lösen oder jedenfalls angehen? Kann Planwirtschaft, auch wenn sie in der Vergangenheit immer gescheitert ist, in der Zukunft dennoch erfolgreich sein, z. B. durch die Nutzung von »künstlicher Intelligenz«? Zieht jede Zentralisierung immer mehr Macht an sich? Aus Konzentration von Macht folgt keineswegs eine Konzentration von Wissen.</p>
<p>Wie groß ist der Unterschied zwischen common law/case law gegenüber civil law in der »Philosophie« und in der Praxis?</p>
<p>Sind die FPS nur eine »Meta-Idee«, die verschiedenste Ausprägungen erlauben? Sind in Wahrheit Experiment und Wettbewerb eines der führenden Prinzipien? Ist das aktuelle System reformierbar?</p>

<p>»Der Staat soll nur Schiedsrichter sein und nicht mitspielen«</p>

<p>Warum gibt es so viel Gegenwind gegen neue und unkonventionelle Ideen?</p>

<p>»Wenn ich fremde Produkte verbieten muss, aus Angst, dass sie meine besten Leute abziehen, dann ist mit mir etwas nicht in Ordnung.«</p>

<p>Wie ist der Umgang der früheren Leitmedien mit solchen neuen Vorschlägen?</p>

<p>»Die Idee, dass die Menschen ihre Probleme selber lösen, ist nicht verbreitet.«</p>

<p>Unter welchen Rahmenbedingungen funktioniert Demokratie überhaupt? Glauben die heutigen »Progressiven« überhaupt noch an die Demokratie, die sie angeblich ständig verteidigen müssen? Wird gerade die Majestätsbeleidigung wieder eingeführt? </p>
<p>Was sollten wir über Skalierung wissen? Ist die Stadt möglicherweise die beste politisch/organisatorische Größe?</p>
<p>Wie unterscheiden sich die unterschiedlichen Konzepte, von der Sonderwirtschaftszone bis zur Freien Privatstadt? Was ist Seasteading — am Beispiel von Ocean Builders?</p>
<p></p>
<p>Was macht Tipolis als Unternehmen, und wie geht es dem Vorzeigeprojekt Próspera?</p>
<p>Sind diese Konzepte möglicherweise geeignet, um zu helfen, Afrika aus der Armut zu führen, nachdem die Ansätze der letzten Jahrzehnte keine wesentliche Verbesserung gebracht haben?</p>
<p>Was können wir von Javier Milei in Argentinien erwarten? Symptom oder Zeitenwende?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/077-titus-gebel_freie_privatstaedte/'>Episode 77:</a> Freie Privatstädte, ein Gespräch mit Dr. Titus Gebel
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/'>Episode 107:</a> How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/103-nassim-taleb_ralph-zlabinger/'>Episode 103:</a> Schwarze Schwäne in Extremistan; die Welt des Nassim Taleb, ein Gespräch mit Ralph Zlabinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/096-komoedie_vince_ebert/'>Episode 96:</a> Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/093-covid_stille_jan_david_zimmermann/'>Episode 93:</a> Covid. Die unerklärliche Stille nach dem Sturm. Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/082-smart_communities_ulrich_ahle/'>Episode 82:</a> Smart Communities, ein Gespräch mit Ulrich Ahle
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/073-oekorealismus_peters/'>Episode 73:</a> Ökorealismus, ein Gespräch mit Björn Peters
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/065-getting-nothing-done-2/'>Episode 65:</a> Getting Nothing Done — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Episode 64:</a> Getting Nothing Done — Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/058-verwaltung_levesque/'>Episode 58:</a> Verwaltung und staatliche Strukturen — ein Gespräch mit Veronika Lévesque
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/026-was_kann_politik_leisten-christoph_chorherr/'>Episode 26:</a> Was kann Politik (noch) leisten? Ein Gespräch mit Christoph Chorherr
</li>
</ul>
<p>Dr. Titus Gebel</p>
<ul><li><a href='https://titusgebel.de'>Homepage Dr. Titus Gebel</a></li>
<li><a href='https://tipolis.com'>Tipolis</a></li>
<li><a href='https://free-cities.org'>Free Cities Foundation</a></li>
<li><a href='https://libertyinourlifetime.org'>Liberty in our Lifetime Conference, 1. - 3.Nov. 2024</a></li>
</ul>
<p>Andere Referenzen</p>
<ul><li>Titus Gebel, Freie Privatstädte – Mehr Wettbewerb im wichtigsten Markt der Welt (2023)</li>
<li><a href='https://www.prospera.co/en/visit'>Próspera, Honduras</a></li>
<li><a href='https://oceanbuilders.com'>Ocean Builders</a></li>
</ul>
<p> </p>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>In einer Zeit, in der wir überall das Versagen etablierter Strukturen erleben, scheint es mir umso wichtiger zu sein, über neue Ideen nachzudenken und — im Rückgriff auf die letzte Episode mit Johan Norberg — viel offener und experimentierfreudiger zu sein. Mit »mehr vom selben« werden wir diese tiefe Krise, die Europa erfasst hat, nicht bewältigen können.

Eine solche Idee, die international stetig an Zuspruch gewinnt, ist das Thema der heutigen Episode: Freie Privatstädte, Teil 2. Im Gespräch wieder Titus Gebel. Denn es gab vor über einem Jahr die erste Episode zu diesem Thema (Episode 77). Ich habe viel Feedback und Nachfragen zu der ersten Episode bekommen, daher freue ich mich darauf dieses spannende Thema nochmals aufgreifen zu können und neue Entwicklungen mit Dr. Gebel zu sprechen.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episode>108</itunes:episode>
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            </item>
    <item>
        <title>107 — How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg</title>
        <itunes:title>107 — How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/107-organising_complex_society_johan_norberg/#comments</comments>        <pubDate>Wed, 11 Sep 2024 05:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>This episode fits perfectly into my longer-lasting quest to understand complex societies and how to handle it. I am thrilled about the opportunity to have a conversation with Johan Norberg. The title of our conversation is: How to organise complex societies?</p>
<p>Johan Norberg is a bestselling author of multiple books, historian of ideas and senior fellow at the Cato Institute. I read his last two books, Open, The Story of Human Progress and The Capitalist Manifesto. Both are excellent books, I can highly recommend. We will discuss both books in the wider bracket of the challenge how to handle complex societies.</p>
<p>The main question we discuss is, how can we handle complex societies? Which approaches work, give people opportunity, freedom and wealth, and which do not work. The question can be inverted too: When systems are more complex, is also more control and commands needed, or the opposite?</p>

<p>»The more complex the society, the less it can be organised—the more complex society gets, the more simple rules we need.«</p>

<p>Knowledge and power behave differently, as Tom Sowell puts it:</p>

<p>“It's much easier to concentrate power than knowledge.”</p>

<p>The consequence seems to be:</p>

<p>“If we centralise power we loose knowledge”</p>

<p>We talk about the historic background of the idea of liberty, for instance John Stewart Mills On liberty, Friedrich Hayek Road to Serfdom. Did we lose our desire for liberty? The Austrian philosopher Konrad Paul Liessmann observes:</p>

<p>“Dass das Volk nicht herrschen kann, sondern erzogen, belehrt, bevormundet und mehr oder weniger sanft in die richtige Richtung gedrängt werden soll, ist überall spürbar. Die ubiquitäre pädagogische Sprache ist verräterisch.”</p>
<p>
“The fact that the people cannot rule, but are to be educated, instructed, patronised and more or less gently pushed in the right direction, can be felt everywhere. The ubiquitous pedagogical language is treacherous.”</p>

<p>How then, should we think about liberty and responsibility? </p>

<p>“There is only one basic human right, the right to do as you damn well please. And with it comes the only basic human duty, the duty to take the consequences.”, P. J. O'Rourke.</p>

<p>That might be an uncomfortable truth for some, though. Freedom has consequences and responsibilities! The trend of the last decades points to a different direction. Every minute detail seems to be regulated by someone who allegedly knows better:</p>

<p>“Large projects are essentially illegal in California and in Europe”, Elon Musk</p>

<p>The consequence is, as I have discussed in previous episodes, stagnation since many decades. Follow the links below to other episodes. Now, did we become an old, risk-averse, dying society? This would not be good news because: </p>

<p>“With innovation comes the risk of failure”</p>

<p>And the uncomfortable truth is: Our desire to reduce risks might actually increase risks. </p>

<p>“If we are saying that we should not accept anything until it is perfectly safe, that’s the most unsafe and risky bet we could do.”</p>

<p>How can we muddle out of this mess?</p>

<p>“Nothing comes from a committee, nothing from a single genius fully developed. Innovation comes from a process of experiments, trial and error, feedback and adaptation, changes and more people getting involved.” </p>

<p>There is no such thing as an immaculate conception of a new technology.</p>
<p>But what about volatility? Is volatility a risk? For whom? The individual, society? Is societal risk decreasing when we reduce volatility? </p>
<p>What does Johan mean by openness, and why is it Important?</p>

<p>“Openness for me means openness to surprises. This is the only way for societies to thrive and function long term. […] Historically, life was nasty, brutish, and short. We need new things. We need new knowledge, new technological capacity and wealth.”</p>

<p>So why did the industrial revolution happen in the West? What is the connection to openness? What can we learn about control in societies?</p>

<p>“Societies have to be decentralised not top down controlled.”</p>

<p>But Mervyn King discusses in his excellent book Radical Uncertainty the fact, that we cannot predict the future. What happens with innovation that we cannot predict?</p>

<p>“Under open institutions, people will solve more problems  than they create.”</p>

<p>Moreover, the opposite is not true. Not innovating does not reduce risk:</p>

<p>“If we would do nothing, we would also be surprised by unpredictable developments. […] We solved the problems that were existential and created better problems and level up. […] I prefer those problems to the ones that made life nasty, brutish and short.”</p>

<p>In Europe, the precautionary principle is in high regard. Does it work, or is it rather a complete failure of epistemology?</p>
<p>But what about capitalism? Has it failed us or is it the saviour? Does the Matthew principle speak against capitalism?</p>

<p>“Elites have an interest to protect the status quo” which is a reason why free markets were blocked in many societies. This does not speak against free markets, but rather is an argument for free markets.</p>

<p>Is the idea of capitalism and free markets more difficult to grasp on a psychological level? Socialist ideas sound nice (when you are in a family or small group) but they do not scale. And even worse, if you try to scale them, do they create the opposite of the desired effect? In a society, we are the kids, and we have other ideas than some authoritarian figure, and we have the right to our ideas. </p>

<p>“The only way to organise a complex society of strangers with different interests and different ideas and different vantage points on the world is not to control it, but instead give them the freedom to act according to their own individual creativity and dreams.  […]  You can get rich that way, but only by enriching others.”</p>

<p>Moreover, the distribution problem evidently is not solved by top-down political concepts. In authoritarian systems, poverty is equally distributed, but the elites still enrich themselves. </p>
<p>But is trade and economy not used as a weapon on an international scale? How does that fit together, and does that not open up massive risks when we stick to free markets?</p>

<p>“If goods don't cross borders, soldiers will.”</p>

<p>Why is diversification, important, and how to reach it? What happened in Argentina, a very timely question after the new presidency of Javier Milei.</p>

<p>“Argentina should be a memento mori for all of us. […] 100 years ago, Argentina was one of the richest countries of the planet. It had the future going for it”. […] If Argentina can fail, so can we, if we make the wrong decisions.”</p>

<p>There are countries on every continent that make rapid progress. What do they have in common?</p>
<p>At the end of the day, this is a hopeful message because wealth and progress can happen everywhere. Since the turn of the millennium, almost 140,000 people have been lifted out of extreme poverty every day. For more than 20 years. Where did that happen and why? What can we learn from Javier Milei?</p>

<p>“I am an incredible optimist once I gaze away from politics and look at society.”</p>

<p>How can we repay the debt to previous generations that gave us the living standards we enjoy today?</p>
<p>References</p>
<p>Other Episodes</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/103-nassim-taleb_ralph-zlabinger/'>Episode 103:</a> Schwarze Schwäne in Extremistan; die Welt des Nassim Taleb, ein Gespräch mit Ralph Zlabinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/101-mq_macht_john_haas/'>Episode 101:</a> Live im MQ, Macht und Ohnmacht in der Wissensgesellschaft. Ein Gespräch mit John G. Haas.
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/096-komoedie_vince_ebert/'>Episode 96:</a> Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/089-myth_left_right_hyrum_lewis/'>Episode 89:</a> The Myth of Left and Right, a Conversation with Prof. Hyrum Lewis
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/077-titus-gebel_freie_privatstaedte/'>Episode 77:</a> Freie Privatstädte, ein Gespräch mit Dr. Titus Gebel
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/071-stagnation_fortschritt-reflexion_leben/'>Episode 71</a>: Stagnation oder Fortschritt — eine Reflexion an der Geschichte eines Lebens
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/070-future_farming_padraid_flood/'>Episode 70</a>: Future of Farming, a conversation with Padraic Flood
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/065-getting-nothing-done-2/'>Episode 65:</a> Getting Nothing Done — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Episode 64:</a> Getting Nothing Done — Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/034-uebersetzungsbewegung-ruediger-lohlker/'>Episode 34:</a> Die Übersetzungsbewegung, oder: wie Ideen über Zeiten, Kulturen und Sprachen wandern – Gespräch mit Prof. Rüdiger Lohlker
</li>
</ul>
<p>Johan Norberg</p>
<ul><li><a href='https://www.cato.org/people/johan-norberg'>Johan Norberg is Senior Fellow at the Cato Institute</a></li>
<li><a href='https://x.com/johanknorberg'>Johan Norberg on Twitter/X</a></li>
<li><a href='https://www.linkedin.com/in/johannorberg1/'>Johan Norberg on LinkedId</a></li>
<li>Johan Norberg, Open. The Story Of Human Progress, Atlantic Books (2021)</li>
<li>Johan Norberg, The Capitalist Manifesto, Atlantic Books (2023)</li>
</ul>
<p>Literature, Videos and Links</p>
<ul><li>John Stuart Mill, On Liberty (1859)</li>
<li>
Friedrich von Hayek, The Road to Serfdom, Routledge (1944)
</li>
<li>
Thomas Sowell, intellectuals and Society, Basic Books (2010)
</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=LN_syKXk4kM'>Johan Norberg, A Conversation with Elon Musk, The Cato Institute (2024)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=0j3hePWY4ek'>Reason TV: Nick Gillespie and Magatte Wade, Don't blame colonialism for African poverty (2024)</a></li>
<li>Jason Hickel, The Divide – A Brief Guide to Global Inequality and its Solutions, Windmill (2018)</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=k-bgX9eQ58w'>Victor Davis Hanson on subsidies and tarifs (2024)</a></li>
<li>Konrad Paul Liessmann, Lauter Lügen, Paul Zsolnay (2023)</li>
<li>P. J. O'Rourke, The Liberty Manifesto; Cato Institute (1993)</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>This episode fits perfectly into my longer-lasting quest to understand complex societies and how to handle it. I am thrilled about the opportunity to have a conversation with Johan Norberg. The title of our conversation is: How to organise complex societies?</p>
<p>Johan Norberg is a bestselling author of multiple books, historian of ideas and senior fellow at the Cato Institute. I read his last two books, Open, The Story of Human Progress and The Capitalist Manifesto. Both are excellent books, I can highly recommend. We will discuss both books in the wider bracket of the challenge how to handle complex societies.</p>
<p>The main question we discuss is, how can we handle complex societies? Which approaches work, give people opportunity, freedom and wealth, and which do not work. The question can be inverted too: When systems are more complex, is also more control and commands needed, or the opposite?</p>

<p>»The more complex the society, the less it can be organised—the more complex society gets, the more simple rules we need.«</p>

<p>Knowledge and power behave differently, as Tom Sowell puts it:</p>

<p>“It's much easier to concentrate power than knowledge.”</p>

<p>The consequence seems to be:</p>

<p>“If we centralise power we loose knowledge”</p>

<p>We talk about the historic background of the idea of liberty, for instance John Stewart Mills On liberty, Friedrich Hayek Road to Serfdom. Did we lose our desire for liberty? The Austrian philosopher Konrad Paul Liessmann observes:</p>

<p><em>“Dass das Volk nicht herrschen kann, sondern erzogen, belehrt, bevormundet und mehr oder weniger sanft in die richtige Richtung gedrängt werden soll, ist überall spürbar. Die ubiquitäre pädagogische Sprache ist verräterisch.”</em></p>
<p><br>
“The fact that the people cannot rule, but are to be educated, instructed, patronised and more or less gently pushed in the right direction, can be felt everywhere. The ubiquitous pedagogical language is treacherous.”</p>

<p>How then, should we think about liberty and responsibility? </p>

<p>“There is only one basic human right, the right to do as you damn well please. And with it comes the only basic human duty, the duty to take the consequences.”, P. J. O'Rourke.</p>

<p>That might be an uncomfortable truth for some, though. Freedom has consequences and responsibilities! The trend of the last decades points to a different direction. Every minute detail seems to be regulated by someone who allegedly knows better:</p>

<p>“Large projects are essentially illegal in California and in Europe”, Elon Musk</p>

<p>The consequence is, as I have discussed in previous episodes, stagnation since many decades. Follow the links below to other episodes. Now, did we become an old, risk-averse, dying society? This would not be good news because: </p>

<p>“With innovation comes the risk of failure”</p>

<p>And the uncomfortable truth is: Our desire to reduce risks might actually increase risks. </p>

<p>“If we are saying that we should not accept anything until it is perfectly safe, that’s the most unsafe and risky bet we could do.”</p>

<p>How can we muddle out of this mess?</p>

<p>“Nothing comes from a committee, nothing from a single genius fully developed. Innovation comes from a process of experiments, trial and error, feedback and adaptation, changes and more people getting involved.” </p>

<p>There is no such thing as an immaculate conception of a new technology.</p>
<p>But what about volatility? Is volatility a risk? For whom? The individual, society? Is societal risk decreasing when we reduce volatility? </p>
<p>What does Johan mean by openness, and why is it Important?</p>

<p>“Openness for me means openness to surprises. This is the only way for societies to thrive and function long term. […] Historically, life was nasty, brutish, and short. We need new things. We need new knowledge, new technological capacity and wealth.”</p>

<p>So why did the industrial revolution happen in the West? What is the connection to openness? What can we learn about control in societies?</p>

<p>“Societies have to be decentralised not top down controlled.”</p>

<p>But Mervyn King discusses in his excellent book Radical Uncertainty the fact, that we cannot predict the future. What happens with innovation that we cannot predict?</p>

<p>“Under open institutions, people will solve more problems  than they create.”</p>

<p>Moreover, the opposite is not true. Not innovating does not reduce risk:</p>

<p>“If we would do nothing, we would also be surprised by unpredictable developments. […] We solved the problems that were existential and created better problems and level up. […] I prefer those problems to the ones that made life nasty, brutish and short.”</p>

<p>In Europe, the precautionary principle is in high regard. Does it work, or is it rather a complete failure of epistemology?</p>
<p>But what about capitalism? Has it failed us or is it the saviour? Does the Matthew principle speak against capitalism?</p>

<p>“Elites have an interest to protect the status quo” which is a reason why free markets were blocked in many societies. This does not speak against free markets, but rather is an argument for free markets.</p>

<p>Is the idea of capitalism and free markets more difficult to grasp on a psychological level? Socialist ideas sound nice (when you are in a family or small group) but they do not scale. And even worse, if you try to scale them, do they create the opposite of the desired effect? In a society, we are the kids, and we have other ideas than some authoritarian figure, and we have the right to our ideas. </p>

<p>“The only way to organise a complex society of strangers with different interests and different ideas and different vantage points on the world is not to control it, but instead give them the freedom to act according to their own individual creativity and dreams.  […]  You can get rich that way, but only by enriching others.”</p>

<p>Moreover, the distribution problem evidently is not solved by top-down political concepts. In authoritarian systems, poverty is equally distributed, but the elites still enrich themselves. </p>
<p>But is trade and economy not used as a weapon on an international scale? How does that fit together, and does that not open up massive risks when we stick to free markets?</p>

<p>“If goods don't cross borders, soldiers will.”</p>

<p>Why is diversification, important, and how to reach it? What happened in Argentina, a very timely question after the new presidency of Javier Milei.</p>

<p>“Argentina should be a memento mori for all of us. […] 100 years ago, Argentina was one of the richest countries of the planet. It had the future going for it”. […] If Argentina can fail, so can we, if we make the wrong decisions.”</p>

<p>There are countries on every continent that make rapid progress. What do they have in common?</p>
<p>At the end of the day, this is a hopeful message because wealth and progress can happen everywhere. Since the turn of the millennium, almost 140,000 people have been lifted out of extreme poverty every day. For more than 20 years. Where did that happen and why? What can we learn from Javier Milei?</p>

<p>“I am an incredible optimist once I gaze away from politics and look at society.”</p>

<p>How can we repay the debt to previous generations that gave us the living standards we enjoy today?</p>
<p>References</p>
<p>Other Episodes</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/103-nassim-taleb_ralph-zlabinger/'>Episode 103:</a> Schwarze Schwäne in Extremistan; die Welt des Nassim Taleb, ein Gespräch mit Ralph Zlabinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/101-mq_macht_john_haas/'>Episode 101:</a> Live im MQ, Macht und Ohnmacht in der Wissensgesellschaft. Ein Gespräch mit John G. Haas.
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/096-komoedie_vince_ebert/'>Episode 96:</a> Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/089-myth_left_right_hyrum_lewis/'>Episode 89:</a> The Myth of Left and Right, a Conversation with Prof. Hyrum Lewis
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/077-titus-gebel_freie_privatstaedte/'>Episode 77:</a> Freie Privatstädte, ein Gespräch mit Dr. Titus Gebel
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/071-stagnation_fortschritt-reflexion_leben/'>Episode 71</a>: Stagnation oder Fortschritt — eine Reflexion an der Geschichte eines Lebens
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/070-future_farming_padraid_flood/'>Episode 70</a>: Future of Farming, a conversation with Padraic Flood
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/065-getting-nothing-done-2/'>Episode 65:</a> Getting Nothing Done — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Episode 64:</a> Getting Nothing Done — Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/034-uebersetzungsbewegung-ruediger-lohlker/'>Episode 34:</a> Die Übersetzungsbewegung, oder: wie Ideen über Zeiten, Kulturen und Sprachen wandern – Gespräch mit Prof. Rüdiger Lohlker
</li>
</ul>
<p>Johan Norberg</p>
<ul><li><a href='https://www.cato.org/people/johan-norberg'>Johan Norberg is Senior Fellow at the Cato Institute</a></li>
<li><a href='https://x.com/johanknorberg'>Johan Norberg on Twitter/X</a></li>
<li><a href='https://www.linkedin.com/in/johannorberg1/'>Johan Norberg on LinkedId</a></li>
<li>Johan Norberg, Open. The Story Of Human Progress, Atlantic Books (2021)</li>
<li>Johan Norberg, The Capitalist Manifesto, Atlantic Books (2023)</li>
</ul>
<p>Literature, Videos and Links</p>
<ul><li>John Stuart Mill, On Liberty (1859)</li>
<li>
Friedrich von Hayek, The Road to Serfdom, Routledge (1944)
</li>
<li>
Thomas Sowell, intellectuals and Society, Basic Books (2010)
</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=LN_syKXk4kM'>Johan Norberg, A Conversation with Elon Musk, The Cato Institute (2024)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=0j3hePWY4ek'>Reason TV: Nick Gillespie and Magatte Wade, Don't blame colonialism for African poverty (2024)</a></li>
<li>Jason Hickel, The Divide – A Brief Guide to Global Inequality and its Solutions, Windmill (2018)</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=k-bgX9eQ58w'>Victor Davis Hanson on subsidies and tarifs (2024)</a></li>
<li>Konrad Paul Liessmann, Lauter Lügen, Paul Zsolnay (2023)</li>
<li>P. J. O'Rourke, The Liberty Manifesto; Cato Institute (1993)</li>
</ul>
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Johan Norberg is a bestselling author of multiple books, historian of ideas and senior fellow at the Cato Institute. I read his last two books, Open, The Story of Human Progress and The Capitalist Manifesto. Both are excellent books, I can highly recommend. We will discuss both books in the wider bracket of the challenge how to handle complex societies.

The main question we discuss is, how can we handle complex societies? Which approaches work, give people opportunity, freedom and wealth, and which do not work. The question can be inverted too: When systems are more complex, is also more control and commands needed, or the opposite?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>106 — Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit Manfred Glauninger</title>
        <itunes:title>106 — Wissenschaft als Ersatzreligion? Ein Gespräch mit Manfred Glauninger</itunes:title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/106-wissenssoziologie_manfred_glauninger/#comments</comments>        <pubDate>Tue, 27 Aug 2024 05:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Das heutige Gespräch führe ich mit Dr. Manfred Glauninger. Er ist Soziolinguist und forscht am Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural Heritage der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und lehrt am Institut für Germanistik der Universität Wien.</p>
<p>Dieses Gespräch war für mich ganz besonders interessant und auch unterhaltsam, weil wir eine ganze Reihe von Dingen miteinander verbunden haben, die schon in früheren Episoden erwähnt wurden.</p>
<p>Was ist Wissenssoziologie, warum muss Wissenschaft auch als soziales Phänomen verstanden werden? Ist es gefährlich oder notwendig, Wissenschaft zu entmystifizieren und auch hart zu kritisieren? Wirkt Wissenschaft in manchen Bereichen unserer Gesellschaft gar als Ersatzreligion? Was sind die Auswirkungen davon?</p>
<p>Was lernen wir aus den schweren Krisen der letzten 20 Jahren und dem regelmäßigen Versagen von Institutionen über die Rolle der Wissenschaft?</p>
<p>Wie läuft die Produktion von Wissen ab? Welche »magischen« Mechanismen gibt es hier, oder verhält es sich letztlich ähnlich wie die Produktion zahlreicher anderer Güter? Was hat es mit Fehlern und Inkompetenz auf sich? Gibt es unterschiedliche Arten von Fehlern?</p>
<p>Gibt es eine frühe »Prägung« des Nachwuchses in der Wissenschaft, gepaart mit starken Hierarchien und Gerontokratie? Welche Rolle spielt Wettbewerb gegenüber Kooperation in der Wissenschaft? Richten wir die Wissenschaft zu sehr nach marktwirtschaftlichen Prinzipien aus, oder besser gesagt: spielt die Wissenschaft Marktwirtschaft, weil weder die Akteure dafür die Kompetenz haben, noch das Modell passt?</p>
<p>In einigen anderen Folgen wurde das Thema Stagnation schon angesprochen, auch hier stellen wir die Frage: Verdoppelt sich das Wissen oder eher Rauschen regelmäßig? Eine in diesem Zusammenhang für die Gesellschaft sehr relevante Frage ist, welchen Beitrag die immer größere Zahl an wissenschaftlich ausgebildeten Menschen tatsächlich für unsere Gesellschaft leisten? Welche Rolle spielt eben diese wissenschaftliche Ausbildung dabei? Bringt die universitäre Ausbildung tatsächlich signifikante Gewinne für unsere Gesellschaft oder dominiert Signalisierung über Substanz? Der US-amerikanische Ökonom, dessen Name mir in der Episode nicht eingefallen war, ist Bryan Kaplan, der selbst an der George Mason Eliteuniversität forscht und unterrichtet.</p>

<p>»My best guess says signaling accounts for 80% of education’s return”«, Bryan Kaplan</p>

<p>Die Idee der Signalisierung und sollte mit der schon genannten der Frage nach der Qualität der Bildung in unseren Institutionen verknüpft werden, besonders hinsichtlich der nur verbleibenden  20% :</p>

<p>»Teachers’ plea that “we’re mediocre at teaching what we measure, but great at teaching what we don’t measure” is comically convenient.«, Bryan Kaplan</p>

<p>Auch zwischen den Studienrichtungen gibt es Unterschiede. Gilt die Geisteswissenschaft immer häufiger als Notnagel für diejenigen, die schwierigere Studien nicht schaffen? In einer früheren Episode hat bereits Prof. Michael Sommer ähnliche Aussagen getätigt.</p>

<p>“The excentric university professor is a species that is going to be extinct fast. […] The bad currency is driving out the good and in effect where the people who are nimble in the art of writing for grants are displacing the idiosyncratic thinkers who are generally much less nimble at that sort of activity.”, Peter Thiel</p>

<p>Peter Thiel bietet sogar ein Stipendium für diejenigen an, die »Dinge bauen wollen, anstatt im Klassenzimmer zu sitzen.«</p>
<p>Damit stellt sich eine noch grundlegendere Frage: Stellen viele Fächer so etwas wie eine institutionelle Autopoiesis dar, ist es also Wissenschaft als selbstreferenzielle Legitimation ihrer eigenen Institutionen, weil sie keinen direkt erkennbaren Nutzen haben? Aber die Frage kann auch umgedreht werden: Was richtet Institutionalisierung mit Wissenschaft an?</p>
<p>Als »Berufsdenker« sollte auch die Selbstreflexion hoch im Kurs stehen, warum hört man dann so wenig davon in der Öffentlichkeit, im Besonderen nach großen Krisen?</p>
<p>Wie kann das Zusammenspiel zwischen Politik und Wissenschaft beschrieben werden? Kann Wissenschaft tatsächlich nur in Demokratien das volle Potenzial ausspielen?</p>

<p>»Macht ist ein wichtiger Punkt in der Wissenschaft.«</p>

<p>Was können wir hier aus der Vergangenheit lernen, etwa der Wissenschaft während der Nazi-Diktatur in Deutschland und Österreich?</p>

<p>»Lawyers and doctors, all credentialed with university degrees, were substantially overrepresented within the NSDAP, as were university students (then a far narrower section of society than today)«, Niall Ferguson</p>

<p>Benötigen wir überhaupt so viele Akademiker in unserer Gesellschaft? Der deutsche Philosoph Julian Nida-Rümelin spricht vom Akademisierungswahn. Der damalige britische Premierminister Rishi Sunak warnt, dass zu vielen Universitätsstudenten ein falscher Traum verkauft werde. Auch Thomas Sowell kritisiert die eindimensionale Betrachtung des Wissensbegriffs:</p>

<p>»Someone who is considered to be a “knowledgeable” person usually has a special kind of knowledge—perhaps academic or other kinds of knowledge not widely found in the population at large. Someone who has even more knowledge of more mundane things—plumbing, carpentry, or automobile transmissions, for example—is less likely to be called “knowledgeable” by those intellectuals for whom what they don’t know isn’t knowledge. Although the special kind of knowledge associated with intellectuals is usually valued more, and those who have such knowledge are usually accorded more prestige, it is by no means certain that the kind of knowledge mastered by intellectuals is necessarily more consequential in its effects in the real world.«, Thomas Sowell</p>

<p>Absolventen von Universitäten müssen aber auch als Denkkollektiv gesehen werden. Ist dies aber ein Kollektiv, wo Diversität nur auf der Verpackung steht? </p>
<p>Wer ist überhaupt Innovator in unseren modernen Gesellschaften? </p>

<p>»But just as most engineers are not inventors, and most scientists are not researchers, so most science is not research. […] The university was keeping up with a changing technological world rather than creating it.«, David Edgerton</p>

<p>Was hat es also mit Kreativität im Wissenschaftsbetrieb, im Kollektiv zu tun? 
Hat zumindest eine kleine Minderheit noch die Chance, sich einen Freiraum zu schaffen, den die Institution (noch) nicht erkannt und durch Prozesse und Regeln ausradiert hat.</p>
<p>Zuletzt kehren wir zur Frage zurück, wie Krise und Expertise zusammenwirken. Was sind die zwei wichtigsten Aussagen, die Sie von jedem Experten hören sollten, aber selten hören? Dr. Glauninger wird es am Ende der Episode enthüllen.</p>

<p>“Evidence based policy has become policy based evidence.”, Mervyn King</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/101-mq_macht_john_haas/'>Episode 101:</a> Live im MQ, Macht und Ohnmacht in der Wissensgesellschaft. Ein Gespräch mit John G. Haas.
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/096-komoedie_vince_ebert/'>Episode 96:</a> Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/093-covid_stille_jan_david_zimmermann/'>Episode 93:</a> Covid. Die unerklärliche Stille nach dem Sturm. Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/091-heidi_klum_universitaet/'>Episode 91:</a> Die Heidi-Klum-Universität, ein Gespräch mit Prof. Ehrmann und Prof. Sommer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/085-naturalismus/'>Episode 85:</a> Naturalismus — was weiß Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/083-merton_wissenschaft/'>Episode 83:</a> Robert Merton — Was ist Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/071-stagnation_fortschritt-reflexion_leben/'>Episode 71</a>: Stagnation oder Fortschritt — eine Reflexion an der Geschichte eines Lebens
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/041-intellektuelle_bescheidenheit_russel/'>Episode 41:</a> Intellektuelle Bescheidenheit: Was wir von Bertrand Russel und der Eugenik lernen können
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39:</a> Follow the Science?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/038-eliten-michael_hartmann/'>Episode 38:</a> Eliten, ein Gespräch mit Prof. Michael Hartmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28:</a> Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/018-%E2%80%93-gesprach-mit-andreas-windisch-physik-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 18:</a> Gespräch mit Andreas Windisch: Physik, Fortschritt oder Stagnation
</li>
</ul>
<p>Dr. Manfred Glauninger </p>
<ul><li><a href='https://www.oeaw.ac.at/acdh/team/current-team/manfred-glauninger'>Dr. Manfred Glauninger an der Akademie der Wissenschaften, Publikationen</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371/journal.pmed.0020124'>John P. A. Ioannidis, Why Most Published Findings Are False (2005)</a></li>
<li><a href='https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(13)62678-1/fulltext'>Sabine Kleinert, Richard Horton, How should medical science change? Lancet Comment (2014)</a></li>
<li>Ludwig Fleck, Genesis and development of a scientific fact. ed. T.J. Trenn and R.K. Merton, foreword by Thomas Kuhn. Chicago : University of Chicago Press, 1979. This is the first English translation of his 1935 book titled Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache. Einführung in die Lehre vom Denkstil und Denkkollectiv. Basel: Schwabe und Co</li>
<li>Bryan Kaplan, The Case against Education, Princeton University Press (2018)</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=eF0cz9OmCGw'>Conversation between Peter Thiel und David Graeber, Where did the Future go? (2020)</a></li>
<li><a href='https://thielfellowship.org'>Peter Thiel Fellowship</a></li>
<li><a href='https://www.thefp.com/p/niall-ferguson-treason-intellectuals-third-reich'>Niall Ferguson, The Treason of the Intellectuals, The Free Press (2023)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=LpMQSVp7NTg'>Niall Ferguson, The Treason of the Intellectuals, Uncommon Knowledge with Peter Robinson (2024)</a></li>
<li>Julien Benda, La trahison des clercs (1927)</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=w_rnI54Azxw'>Julian Nida Rümelin, Der Akademisierungswahn, Vortrag Körber-Stiftung (2014)</a></li>
<li>Thomas Sowell, intellectuals and Society, Basic Books (2010)</li>
<li><a href='https://www.telegraph.co.uk/politics/2023/07/17/rishi-sunak-too-many-university-students-sold-false-dream/'>Rishi Sunak, Too Many University Students are Sold a False Dream, Telegraph (2023)</a></li>
<li>
David Edgerton, The Shock Of The Old: Technology and Global History since 1900, Profile Books (2019)
</li>
<li>
Mervyn King, John Kay, Radical Uncertainty, Bridge Street Press (2021)
</li>
<li>
Karl Popper, Die offene Gesellschaft und ihre Feinde
</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Das heutige Gespräch führe ich mit Dr. Manfred Glauninger. Er ist Soziolinguist und forscht am Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural Heritage der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und lehrt am Institut für Germanistik der Universität Wien.</p>
<p>Dieses Gespräch war für mich ganz besonders interessant und auch unterhaltsam, weil wir eine ganze Reihe von Dingen miteinander verbunden haben, die schon in früheren Episoden erwähnt wurden.</p>
<p>Was ist Wissenssoziologie, warum muss Wissenschaft auch als soziales Phänomen verstanden werden? Ist es gefährlich oder notwendig, Wissenschaft zu entmystifizieren und auch hart zu kritisieren? Wirkt Wissenschaft in manchen Bereichen unserer Gesellschaft gar als Ersatzreligion? Was sind die Auswirkungen davon?</p>
<p>Was lernen wir aus den schweren Krisen der letzten 20 Jahren und dem regelmäßigen Versagen von Institutionen über die Rolle der Wissenschaft?</p>
<p>Wie läuft die Produktion von Wissen ab? Welche »magischen« Mechanismen gibt es hier, oder verhält es sich letztlich ähnlich wie die Produktion zahlreicher anderer Güter? Was hat es mit Fehlern und Inkompetenz auf sich? Gibt es unterschiedliche Arten von Fehlern?</p>
<p>Gibt es eine frühe »Prägung« des Nachwuchses in der Wissenschaft, gepaart mit starken Hierarchien und Gerontokratie? Welche Rolle spielt Wettbewerb gegenüber Kooperation in der Wissenschaft? Richten wir die Wissenschaft zu sehr nach marktwirtschaftlichen Prinzipien aus, oder besser gesagt: spielt die Wissenschaft Marktwirtschaft, weil weder die Akteure dafür die Kompetenz haben, noch das Modell passt?</p>
<p>In einigen anderen Folgen wurde das Thema Stagnation schon angesprochen, auch hier stellen wir die Frage: Verdoppelt sich das Wissen oder eher Rauschen regelmäßig? Eine in diesem Zusammenhang für die Gesellschaft sehr relevante Frage ist, welchen Beitrag die immer größere Zahl an wissenschaftlich ausgebildeten Menschen tatsächlich für unsere Gesellschaft leisten? Welche Rolle spielt eben diese wissenschaftliche Ausbildung dabei? Bringt die universitäre Ausbildung tatsächlich signifikante Gewinne für unsere Gesellschaft oder dominiert Signalisierung über Substanz? Der US-amerikanische Ökonom, dessen Name mir in der Episode nicht eingefallen war, ist Bryan Kaplan, der selbst an der George Mason Eliteuniversität forscht und unterrichtet.</p>

<p>»My best guess says signaling accounts for 80% of education’s return”«, Bryan Kaplan</p>

<p>Die Idee der Signalisierung und sollte mit der schon genannten der Frage nach der Qualität der Bildung in unseren Institutionen verknüpft werden, besonders hinsichtlich der nur verbleibenden  20% :</p>

<p>»Teachers’ plea that “we’re mediocre at teaching what we measure, but great at teaching what we don’t measure” is comically convenient.«, Bryan Kaplan</p>

<p>Auch zwischen den Studienrichtungen gibt es Unterschiede. Gilt die Geisteswissenschaft immer häufiger als Notnagel für diejenigen, die schwierigere Studien nicht schaffen? In einer früheren Episode hat bereits Prof. Michael Sommer ähnliche Aussagen getätigt.</p>

<p>“The excentric university professor is a species that is going to be extinct fast. […] The bad currency is driving out the good and in effect where the people who are nimble in the art of writing for grants are displacing the idiosyncratic thinkers who are generally much less nimble at that sort of activity.”, Peter Thiel</p>

<p>Peter Thiel bietet sogar ein Stipendium für diejenigen an, die »Dinge bauen wollen, anstatt im Klassenzimmer zu sitzen.«</p>
<p>Damit stellt sich eine noch grundlegendere Frage: Stellen viele Fächer so etwas wie eine institutionelle Autopoiesis dar, ist es also Wissenschaft als selbstreferenzielle Legitimation ihrer eigenen Institutionen, weil sie keinen direkt erkennbaren Nutzen haben? Aber die Frage kann auch umgedreht werden: Was richtet Institutionalisierung mit Wissenschaft an?</p>
<p>Als »Berufsdenker« sollte auch die Selbstreflexion hoch im Kurs stehen, warum hört man dann so wenig davon in der Öffentlichkeit, im Besonderen nach großen Krisen?</p>
<p>Wie kann das Zusammenspiel zwischen Politik und Wissenschaft beschrieben werden? Kann Wissenschaft tatsächlich nur in Demokratien das volle Potenzial ausspielen?</p>

<p>»Macht ist ein wichtiger Punkt in der Wissenschaft.«</p>

<p>Was können wir hier aus der Vergangenheit lernen, etwa der Wissenschaft während der Nazi-Diktatur in Deutschland und Österreich?</p>

<p>»Lawyers and doctors, all credentialed with university degrees, were substantially overrepresented within the NSDAP, as were university students (then a far narrower section of society than today)«, Niall Ferguson</p>

<p>Benötigen wir überhaupt so viele Akademiker in unserer Gesellschaft? Der deutsche Philosoph Julian Nida-Rümelin spricht vom Akademisierungswahn. Der damalige britische Premierminister Rishi Sunak warnt, dass zu vielen Universitätsstudenten ein falscher Traum verkauft werde. Auch Thomas Sowell kritisiert die eindimensionale Betrachtung des Wissensbegriffs:</p>

<p>»Someone who is considered to be a “knowledgeable” person usually has a special kind of knowledge—perhaps academic or other kinds of knowledge not widely found in the population at large. Someone who has even more knowledge of more mundane things—plumbing, carpentry, or automobile transmissions, for example—is less likely to be called “knowledgeable” by those intellectuals for whom what they don’t know isn’t knowledge. Although the special kind of knowledge associated with intellectuals is usually valued more, and those who have such knowledge are usually accorded more prestige, it is by no means certain that the kind of knowledge mastered by intellectuals is necessarily more consequential in its effects in the real world.«, Thomas Sowell</p>

<p>Absolventen von Universitäten müssen aber auch als Denkkollektiv gesehen werden. Ist dies aber ein Kollektiv, wo Diversität nur auf der Verpackung steht? </p>
<p>Wer ist überhaupt Innovator in unseren modernen Gesellschaften? </p>

<p>»But just as most engineers are not inventors, and most scientists are not researchers, so most science is not research. […] The university was keeping up with a changing technological world rather than creating it.«, David Edgerton</p>

<p>Was hat es also mit Kreativität im Wissenschaftsbetrieb, im Kollektiv zu tun? <br>
Hat zumindest eine kleine Minderheit noch die Chance, sich einen Freiraum zu schaffen, den die Institution (noch) nicht erkannt und durch Prozesse und Regeln ausradiert hat.</p>
<p>Zuletzt kehren wir zur Frage zurück, wie Krise und Expertise zusammenwirken. Was sind die zwei wichtigsten Aussagen, die Sie von jedem Experten hören sollten, aber selten hören? Dr. Glauninger wird es am Ende der Episode enthüllen.</p>

<p>“Evidence based policy has become policy based evidence.”, Mervyn King</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/101-mq_macht_john_haas/'>Episode 101:</a> Live im MQ, Macht und Ohnmacht in der Wissensgesellschaft. Ein Gespräch mit John G. Haas.
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/096-komoedie_vince_ebert/'>Episode 96:</a> Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/093-covid_stille_jan_david_zimmermann/'>Episode 93:</a> Covid. Die unerklärliche Stille nach dem Sturm. Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/091-heidi_klum_universitaet/'>Episode 91:</a> Die Heidi-Klum-Universität, ein Gespräch mit Prof. Ehrmann und Prof. Sommer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/085-naturalismus/'>Episode 85:</a> Naturalismus — was weiß Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/083-merton_wissenschaft/'>Episode 83:</a> Robert Merton — Was ist Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/071-stagnation_fortschritt-reflexion_leben/'>Episode 71</a>: Stagnation oder Fortschritt — eine Reflexion an der Geschichte eines Lebens
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/041-intellektuelle_bescheidenheit_russel/'>Episode 41:</a> Intellektuelle Bescheidenheit: Was wir von Bertrand Russel und der Eugenik lernen können
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39:</a> Follow the Science?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/038-eliten-michael_hartmann/'>Episode 38:</a> Eliten, ein Gespräch mit Prof. Michael Hartmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28:</a> Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/018-%E2%80%93-gesprach-mit-andreas-windisch-physik-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 18:</a> Gespräch mit Andreas Windisch: Physik, Fortschritt oder Stagnation
</li>
</ul>
<p>Dr. Manfred Glauninger </p>
<ul><li><a href='https://www.oeaw.ac.at/acdh/team/current-team/manfred-glauninger'>Dr. Manfred Glauninger an der Akademie der Wissenschaften, Publikationen</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371/journal.pmed.0020124'>John P. A. Ioannidis, Why Most Published Findings Are False (2005)</a></li>
<li><a href='https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(13)62678-1/fulltext'>Sabine Kleinert, Richard Horton, How should medical science change? Lancet Comment (2014)</a></li>
<li>Ludwig Fleck, Genesis and development of a scientific fact. ed. T.J. Trenn and R.K. Merton, foreword by Thomas Kuhn. Chicago : University of Chicago Press, 1979. This is the first English translation of his 1935 book titled Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache. Einführung in die Lehre vom Denkstil und Denkkollectiv. Basel: Schwabe und Co</li>
<li>Bryan Kaplan, The Case against Education, Princeton University Press (2018)</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=eF0cz9OmCGw'>Conversation between Peter Thiel und David Graeber, Where did the Future go? (2020)</a></li>
<li><a href='https://thielfellowship.org'>Peter Thiel Fellowship</a></li>
<li><a href='https://www.thefp.com/p/niall-ferguson-treason-intellectuals-third-reich'>Niall Ferguson, The Treason of the Intellectuals, The Free Press (2023)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=LpMQSVp7NTg'>Niall Ferguson, The Treason of the Intellectuals, Uncommon Knowledge with Peter Robinson (2024)</a></li>
<li>Julien Benda, La trahison des clercs (1927)</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=w_rnI54Azxw'>Julian Nida Rümelin, Der Akademisierungswahn, Vortrag Körber-Stiftung (2014)</a></li>
<li>Thomas Sowell, intellectuals and Society, Basic Books (2010)</li>
<li><a href='https://www.telegraph.co.uk/politics/2023/07/17/rishi-sunak-too-many-university-students-sold-false-dream/'>Rishi Sunak, Too Many University Students are Sold a False Dream, Telegraph (2023)</a></li>
<li>
David Edgerton, The Shock Of The Old: Technology and Global History since 1900, Profile Books (2019)
</li>
<li>
Mervyn King, John Kay, Radical Uncertainty, Bridge Street Press (2021)
</li>
<li>
Karl Popper, Die offene Gesellschaft und ihre Feinde
</li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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Dieses Gespräch war für mich ganz besonders interessant und auch unterhaltsam, weil wir eine ganze Reihe von Dingen miteinander verbunden haben, die schon in früheren Episoden erwähnt wurden.

Was ist Wissenssoziologie, warum muss Wissenschaft auch als soziales Phänomen verstanden werden? Ist es gefährlich oder notwendig, Wissenschaft zu entmystifizieren und auch hart zu kritisieren? Wirkt Wissenschaft in manchen Bereichen unserer Gesellschaft gar als Ersatzreligion? Was sind die Auswirkungen davon?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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    <item>
        <title>105 — Reflexionen mit Gabriel Kopper</title>
        <itunes:title>105 — Reflexionen mit Gabriel Kopper</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/105-gabriel_kopper_reflexion/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/105-gabriel_kopper_reflexion/#comments</comments>        <pubDate>Thu, 08 Aug 2024 05:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Dies ist eine spezielle Episode der Reflexionen. Gabriel Kopper war Student in meinem Seminar mit dem Titel Technik für Menschen 2040, das sich im Kern mit Fragen der Verantwortung der Wissenschaft, Wissenschaft, Technik und Zukunft auseinandersetzt. Dabei sind systemisches Denken, kritische Reflexion und Ansichten aller Art gefordert.</p>
<p>Gabriel studiert Elektrotechnik und ist auch ein langjähriger Hörer des Podcasts und jemand, der sich in der Freizeit gerne Gedanken über Gott und die Welt macht. Wir haben uns über das letzte Jahr immer wieder über Themen, die im Podcast angesprochen wurden, diskutiert. </p>
<p>Das hat mich sehr gefreut, denn genau darum geht es ja, um das Anstoßen kritischer Gedanken und Diskussionen.</p>
<p>So habe ich Gabriel zu einer Episode eingeladen, in der wir verschiedene Themen, die im Podcast angesprochen wurden, reflektieren. </p>
<p>Wir beginnen das Gespräch über die verschiedenen Aspekte des Liberalismus, die Frage von negativer gegenüber positiver Freiheit. Wie kann man mit Ressourcenkonflikten umgehen? Mich interessiert besonders auch die persönliche Wahrnehmung von Freiheit oder Einschränkung von Freiheit. Wer sieht sich verantwortlich für das Lebensglück der Menschen? Welche Rolle hat der Staat und welche sollte er haben?</p>
<p>Findet man heute eher intrinsische oder externe Motivation beim Studium? Was ist Expertise und was ist von Follow the Science zu halten? Dann diskutieren wir Prognosen in komplexen Systemen und über Heuristiken in der Beurteilung von Experten. Ist verteiltes oder zentralisiertes Entscheiden sinnvoll und wie spielt das mit gesellschaftlicher Einigung zusammen? Kann man das am Beispiel der Rolle der Stadt zeigen? Aspekte wie Skalierung und Dimension?</p>
<p>Was ist der Unterschied zwischen epistemischen Demokraten und epistemischen Liberalen?</p>
<p>Wie finden wir Raum für Experimente, ohne als Gesellschaft zerrissen zu werden? Ist Akzeptanz von Entscheidungen die Basis des demokratischen Staatsgefüges?</p>
<p>Bilden die modernen Medien trotz aller Probleme die Komplexität der Welt besser ab als die Legacy-Medien?</p>

<p>»Man muss mit der Unsicherheit leben können.«</p>

<p>Am Prozess der Findung müssen letztlich alle Menschen teilnehmen, nicht nur eine intellektuelle Elite!</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/077-titus-gebel_freie_privatstaedte/'>Episode 77:</a> Freie Privatstädte, ein Gespräch mit Dr. Titus Gebel
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/057-konservativ_und_progressiv/'>Episode 57:</a> Konservativ UND Progressiv
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/051-vorbereiten_auf_disruption_saurugg_haas/'>Episode 51:</a> Vorbereiten auf die Disruption? Ein Gespräch mit Herbert Saurugg und John Haas
</li>
</ul>
<p>Gabriel Kopper</p>
<ul><li><a href='https://roomforfailure.substack.com/'>Gabriels Blog auf Substack</a></li>
<li><a href='https://www.linkedin.com/in/gabriel-kopper-3180b71a3/'>Gabriel auf LinkedIn</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://doi.org/10.26362/20180205'>Ivan Cerovac, Epistemic Liberalism, Prolegomena 17 (1) 2018</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Dies ist eine spezielle Episode der Reflexionen. Gabriel Kopper war Student in meinem Seminar mit dem Titel <em>Technik für Menschen 2040</em>, das sich im Kern mit Fragen der Verantwortung der Wissenschaft, Wissenschaft, Technik und Zukunft auseinandersetzt. Dabei sind systemisches Denken, kritische Reflexion und Ansichten aller Art gefordert.</p>
<p>Gabriel studiert Elektrotechnik und ist auch ein langjähriger Hörer des Podcasts und jemand, der sich in der Freizeit gerne Gedanken über Gott und die Welt macht. Wir haben uns über das letzte Jahr immer wieder über Themen, die im Podcast angesprochen wurden, diskutiert. </p>
<p>Das hat mich sehr gefreut, denn genau darum geht es ja, um das Anstoßen kritischer Gedanken und Diskussionen.</p>
<p>So habe ich Gabriel zu einer Episode eingeladen, in der wir verschiedene Themen, die im Podcast angesprochen wurden, reflektieren. </p>
<p>Wir beginnen das Gespräch über die verschiedenen Aspekte des Liberalismus, die Frage von negativer gegenüber positiver Freiheit. Wie kann man mit Ressourcenkonflikten umgehen? Mich interessiert besonders auch die persönliche Wahrnehmung von Freiheit oder Einschränkung von Freiheit. Wer sieht sich verantwortlich für das Lebensglück der Menschen? Welche Rolle hat der Staat und welche sollte er haben?</p>
<p>Findet man heute eher intrinsische oder externe Motivation beim Studium? Was ist Expertise und was ist von Follow the Science zu halten? Dann diskutieren wir Prognosen in komplexen Systemen und über Heuristiken in der Beurteilung von Experten. Ist verteiltes oder zentralisiertes Entscheiden sinnvoll und wie spielt das mit gesellschaftlicher Einigung zusammen? Kann man das am Beispiel der Rolle der Stadt zeigen? Aspekte wie Skalierung und Dimension?</p>
<p>Was ist der Unterschied zwischen epistemischen Demokraten und epistemischen Liberalen?</p>
<p>Wie finden wir Raum für Experimente, ohne als Gesellschaft zerrissen zu werden? Ist Akzeptanz von Entscheidungen die Basis des demokratischen Staatsgefüges?</p>
<p>Bilden die modernen Medien trotz aller Probleme die Komplexität der Welt besser ab als die Legacy-Medien?</p>

<p>»Man muss mit der Unsicherheit leben können.«</p>

<p>Am Prozess der Findung müssen letztlich alle Menschen teilnehmen, nicht nur eine intellektuelle Elite!</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/077-titus-gebel_freie_privatstaedte/'>Episode 77:</a> Freie Privatstädte, ein Gespräch mit Dr. Titus Gebel
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/057-konservativ_und_progressiv/'>Episode 57:</a> Konservativ UND Progressiv
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/051-vorbereiten_auf_disruption_saurugg_haas/'>Episode 51:</a> Vorbereiten auf die Disruption? Ein Gespräch mit Herbert Saurugg und John Haas
</li>
</ul>
<p>Gabriel Kopper</p>
<ul><li><a href='https://roomforfailure.substack.com/'>Gabriels Blog auf Substack</a></li>
<li><a href='https://www.linkedin.com/in/gabriel-kopper-3180b71a3/'>Gabriel auf LinkedIn</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://doi.org/10.26362/20180205'>Ivan Cerovac, Epistemic Liberalism, Prolegomena 17 (1) 2018</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Dies ist eine spezielle Episode der Reflexionen. Gabriel Kopper war Student in meinem Seminar mit dem Titel Technik für Menschen 2040, das sich im Kern mit Fragen der Verantwortung der Wissenschaft, Wissenschaft, Technik und Zukunft auseinandersetzt. Dabei sind systemisches Denken, kritische Reflexion und Ansichten aller Art gefordert.

Gabriel studiert Elektrotechnik und ist auch ein langjähriger Hörer des Podcasts und jemand, der sich in der Freizeit gerne Gedanken über Gott und die Welt macht. Wir haben uns über das letzte Jahr immer wieder über Themen, die im Podcast angesprochen wurden, diskutiert. 

Das hat mich sehr gefreut, denn genau darum geht es ja, um das Anstoßen kritischer Gedanken und Diskussionen.

So habe ich Gabriel zu einer Episode eingeladen, in der wir verschiedene Themen, die im Podcast angesprochen wurden, reflektieren.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>104 — Aus Quantität wird Qualität</title>
        <itunes:title>104 — Aus Quantität wird Qualität</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/104-qualitaet_und_quantitaet/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/104-qualitaet_und_quantitaet/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 22 Jul 2024 19:00:46 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Nach dem letzten Gespräch mit Ralph über die Ideen von Nassim Taleb bin ich auf eine verwandte Idee gestoßen, die auf Hegel zurückgeht. Aber keine Angst — das wird nicht philosophisch verworren, sondern vielmehr sehr praktisch. Das Theme der heutigen Episode ist Qualität und Quantität. Es ist wieder eine kurze Episode mit der Anregung zum Nachdenken und Schreiben.</p>
<p>Was ist Qualität, was ist Quantität, wie kann sich Quantität in Qualität transformieren und was hat Josef Stalin mit der ganzen Sache zu tun?</p>

<p>»Ein positiver Wert kann nicht beliebig vermehrt werden, ab einer gewissen Größe kippt er von gut nach schlecht.«, Paul Watzlawick</p>

<p>Weitere Beispiele:</p>
<p>→ Verträge und die Rolle von Juristen. Ein Vertrag oder ein Regulierung mit vielleicht 5-10 Seiten ist verständlich und umsetzbar. Ein Vertrag mit 500 Seiten oder mehr dreht sich ins Gegenteil. Nun ist das, was als Recht begonnen hat zum Machtinstrument geworden. Derjenige gewinnt, der den längeren juristischen Atem hat.</p>
<p>→ Manche Luxusmarken erkennen, dass geringe Stückzahlen zu hohen Preisen relevant sind, um die Markenwirksamkeit aufrecht zu erhalten. Daher gibt es auch keine Abverkäufe zu niedrigeren Preisen.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/103-nassim-taleb_ralph-zlabinger/'>Episode 103:</a> Schwarze Schwäne in Extremistan; die Welt des Nassim Taleb, ein Gespräch mit Ralph Zlabinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/085-naturalismus/'>Episode 85:</a> Naturalismus — was weiß Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55:</a> Strukturen der Welt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27:</a> Wicked Problems
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episode 10:</a> Komplizierte Komplexität
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.240462397'>Robert Carneiro, The transition from quantity to quality: a neglected causal mechanism in accounting for social  evolution (2000)</a></li>
<li><a href='https://quoteinvestigator.com/2010/05/21/death-statistic/#57acba17-b573-4dce-974a-492690ed982e'>Stalin Zitat</a></li>
<li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/kant-moral/'>Immanuel Kant, Kategorischer Imperativ</a></li>
<li><a href='https://www.marxists.org/glossary/terms/q/u.htm'>Encyclopedia of Marxism</a></li>
<li>Paul Watzlawick, Menschliche Kommunikation, Hogrefe (2016)</li>
</ul>
<p> </p>
<p> </p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Nach dem letzten Gespräch mit Ralph über die Ideen von Nassim Taleb bin ich auf eine verwandte Idee gestoßen, die auf Hegel zurückgeht. Aber keine Angst — das wird nicht philosophisch verworren, sondern vielmehr sehr praktisch. Das Theme der heutigen Episode ist Qualität und Quantität. Es ist wieder eine kurze Episode mit der Anregung zum Nachdenken und Schreiben.</p>
<p>Was ist Qualität, was ist Quantität, wie kann sich Quantität in Qualität transformieren und was hat Josef Stalin mit der ganzen Sache zu tun?</p>

<p>»Ein positiver Wert kann nicht beliebig vermehrt werden, ab einer gewissen Größe kippt er von gut nach schlecht.«, Paul Watzlawick</p>

<p>Weitere Beispiele:</p>
<p>→ Verträge und die Rolle von Juristen. Ein Vertrag oder ein Regulierung mit vielleicht 5-10 Seiten ist verständlich und umsetzbar. Ein Vertrag mit 500 Seiten oder mehr dreht sich ins Gegenteil. Nun ist das, was als Recht begonnen hat zum Machtinstrument geworden. Derjenige gewinnt, der den längeren juristischen Atem hat.</p>
<p>→ Manche Luxusmarken erkennen, dass geringe Stückzahlen zu hohen Preisen relevant sind, um die Markenwirksamkeit aufrecht zu erhalten. Daher gibt es auch keine Abverkäufe zu niedrigeren Preisen.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/103-nassim-taleb_ralph-zlabinger/'>Episode 103:</a> Schwarze Schwäne in Extremistan; die Welt des Nassim Taleb, ein Gespräch mit Ralph Zlabinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/085-naturalismus/'>Episode 85:</a> Naturalismus — was weiß Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55:</a> Strukturen der Welt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27:</a> Wicked Problems
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episode 10:</a> Komplizierte Komplexität
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.240462397'>Robert Carneiro, The transition from quantity to quality: a neglected causal mechanism in accounting for social  evolution (2000)</a></li>
<li><a href='https://quoteinvestigator.com/2010/05/21/death-statistic/#57acba17-b573-4dce-974a-492690ed982e'>Stalin Zitat</a></li>
<li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/kant-moral/'>Immanuel Kant, Kategorischer Imperativ</a></li>
<li><a href='https://www.marxists.org/glossary/terms/q/u.htm'>Encyclopedia of Marxism</a></li>
<li>Paul Watzlawick, Menschliche Kommunikation, Hogrefe (2016)</li>
</ul>
<p> </p>
<p> </p>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Nach dem letzten Gespräch mit Ralph über die Ideen von Nassim Taleb bin ich auf eine verwandte Idee gestoßen, die auf Hegel zurückgeht. Aber keine Angst — das wird nicht philosophisch verworren, sondern vielmehr sehr praktisch. Das Theme der heutigen Episode ist Qualität und Quantität. Es ist wieder eine kurze Episode mit der Anregung zum Nachdenken und Schreiben.

Was ist Qualität, was ist Quantität, wie kann sich Quantität in Qualität transformieren und was hat Josef Stalin mit der ganzen Sache zu tun?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>103 — Schwarze Schwäne in Extremistan; die Welt des Nassim Taleb, ein Gespräch mit Ralph Zlabinger</title>
        <itunes:title>103 — Schwarze Schwäne in Extremistan; die Welt des Nassim Taleb, ein Gespräch mit Ralph Zlabinger</itunes:title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/103-nassim-taleb_ralph-zlabinger/#comments</comments>        <pubDate>Thu, 11 Jul 2024 05:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Die letzten drei Live-Aufnahmen vor Publikum im MQ in Wien waren eine tolle Erfahrung; vielen Dank an alle, die vor Ort waren und natürlich auch an alle, die diese Episoden im Stream nachgehört haben.</p>
<p>Jetzt freue ich mich wieder, eine neue »normale« Folge ansagen zu dürfen. Der Titel der heutigen Episode ist: »Schwarze Schwäne in Extremistan; die Welt des Nassim Taleb«. Noch mehr freut es mich, dass ich dieses Gespräch mit Ralph Zlabinger führen durfte. Ralph ist seit über zehn Jahren in der Beratung tätig, mit starkem Fokus auf Produktentwicklungsprojekte in der Automotive. Daneben ist er selbst Podcast-Host des EFS-Podcasts und passionierter Zukunftsforschungslaie. Er ist genau wie ich immer wieder bei Nassim Taleb hängen geblieben und benutzt die Taleb'schen Ideen öfter in Strategieklausuren als Framework.</p>
<p>Ralph und ich haben schon vor der Episode immer wieder über Talebs Ideen gesprochen und nun hat sich endlich die Gelegenheit geboten, ein Gespräch im Podcast-Studio von EFS-Consulting aufzuzeichnen.</p>
<p>Unser Gespräch beginnt mit unserer subjektiven Einordnung der Person Nassim Taleb, seiner Lebensgeschichte und seiner Bücher, die wie Fraktale aufgebaut sind. Wir diskutieren die unterschiedlichen Seiten Talebs, seine Persona in Büchern, in Vorträgen, Diskussionen und auf X/Twitter. Wie ist das völlig unterschiedliche Verhalten in unterschiedlichen Kontexten zu verstehen? Manchmal geradezu harmoniesüchtig; manchmal wie ein Irrer um sich schlagend?</p>
<p>Was können wir über die Zukunft sagen? Wie spielen seine Ideen mit der Erkenntnistheorie zusammen? Bringt Taleb das Problem, die Zukunft vorherzusagen oder eben nicht vorherzusagen, auf den Punkt? </p>
<p>Taleb gibt einem immer wieder das Gefühl, fast alles bisher verkehrt herum gesehen zu haben. Er ist auch stolz darauf, unabhängiger Denker zu sein. Es scheint jedenfalls ein wesentliches Manko der Zeit zu sein, dass es nur mehr sehr wenige unabhängige Denker gibt. Aber folgt daraus, dass jeder, der die Welt nicht sieht, wie er, ein Scharlatan ist?</p>
<p>Steht zuerst die Praxis und dann die Wissenschaft? Passt das zur Unterscheidung zwischen Wissen und Expertise; wir diskutieren das am Beispiel des Kochens? Welche Rolle spielen Heuristiken, »Tinkering« und Übung, wo liegen die Grenzen der Vorhersage und Planung im Kochen (oder auch im chemischen Labor)?</p>

<p>»People confuse science and scientists. Science is great, but individual scientists are dangerous.«, Nassim Taleb</p>

<p>Risiko ist ein zentrales Thema seiner Lebensgeschichte und seines wissenschaftlichen Denkens und Schreibens. Was sind diese schwarzen Schwäne? Stehen wir auf den Schultern von Riesen oder denken wir ähnliches und konvergieren Gedanken? Wie passt das alles zu Komplexität, Karl Popper, dem kritischen Rationalismus und der Chaostheorie?</p>

<p>»Jeder Intellektuelle hat eine ganz spezielle Verantwortung. Er hat das Privileg und die Gelegenheit, zu studieren. Dafür schuldet er es seinen Mitmenschen (oder der Gesellschaft), die Erkenntnisse seines Studiums in der einfachsten und klarsten und bescheidensten Form darzustellen. Das Schlimmste – eine Sünde gegen den heiligen Geist – ist, wenn die Intellektuellen es versuchen, sich ihren Mitmenschen gegenüber als große Propheten aufzuspielen und sie mit orakelnden Philosophien zu beeindrucken. Wer’s nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und weiterarbeiten, bis er’s klar sagen kann.«, Karl Popper</p>

<p>Passt Karl Poppers Asymmetrie nun in die Gedankenwelt von Nassim Taleb, oder nicht?</p>
<p>Was hat das mit Konservativismus, mit »Skin in the Game« zu tun? Taleb betont immer wieder, man muss sich unbedingt in eine Situation bringen, unabhängig sein zu können. </p>

<p>»Academia has a tendency, when unchecked (from lack of skin in the game), to evolve into a ritualistic self-referential publishing game.«</p>

<p>Wie passt das Ganze zu den Ideen Friedrich von Hayeks, im besonderen das Koordinationsproblem gegenüber zentraler Steuerung?</p>
<p>Was ist die Metapher des Schwarzen Schwans, das Induktionsproblem nach David Hume? Was bedeutet Mediokristan und Extremistan, fat tails und die Truthahnillusion. Können wir Risiken vorhersagen? Sind schwarze Schwäne nicht oft auch ein Perspektivenproblem?</p>
<p>Was hat es mit der Antifragilität auf sich? Was ist der hormetische Effekt? Finden wir Frozen Accidents in Talebs Denken? Besteht die Gefahr, in den Sozialdarwinismus abzugleiten?</p>
<p>Was hat Too Big Too Fail mit dem Risikobegriff Talebs zu tun? Welche Heuristiken der Antifragilität gibt es?</p>

<p>»Success brings an asymmetry: you now have a lot more to lose than to gain.«</p>

<p>Wie einzelne prominente intellektuelle Irrläufer, die gerade nicht unabhängig denken, sondern sich von der Politik abhängig machen, der Gesellschaft großen Schaden zufügen können, am Beispiel von Trofim Lysenko.</p>
<p>In welchem Verhältnis stehen Effizienz und Resilienz?</p>

<p>»Most modern efficiencies are deferred punishment«, Nassim Taleb</p>

<p>Der Versuch, jedes Risiko zu vermeiden, stellt sich selbst als großes Risiko dar (siehe auch die Episode mit Vince Ebert).</p>
<p>Wo sind die Grenzen der Modellierung?</p>

»Wir müssen so leben, dass wir niemals von der Vorhersage fragwürdiger Modelle abhängig sind«

<p>Welche Rolle spielt Skalierung in der Betrachtung der Welt und des Risikos sowie politischer Systeme?</p>

<p>»A country is not a large city, a city is not a large family, and, sorry, the world is not a large village.«, Nassim Taleb</p>

<p>Warum ein Prototyp erst ein kleiner Schritt zu einem funktionierenden Produkt ist und es sich dabei ebenfalls um ein Skalierungsproblem handelt.</p>

<p>“Smart people on Wall Street generally . . . think that once you have come up with a prototype, that’s the hard part and everything else is trivial copying after that. It’s not. It’s perhaps 1 percent of the problem. Large-scale manufacturing, especially of a new technology, it’s something between 1,000 and 10,000 percent harder than the prototype.”, Elon Musk</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Ralph Zlabinger</p>
<ul><li><a href='https://www.linkedin.com/in/ralph-zlabinger-8096b4a7/'>Ralph auf LinkedIn</a></li>
<li><a href='https://efs.consulting/insights/?searchtext=&amp;tagid=&amp;type=podcast'>EFS-Podcast mit Ralph</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/100-mq-wissen-philipp_blom/'>Episode 100:</a> Live im MQ, Was ist Wissen. Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/096-komoedie_vince_ebert/'>Episode 96:</a> Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/091-heidi_klum_universitaet/'>Episode 91:</a> Die Heidi-Klum-Universität, ein Gespräch mit Prof. Ehrmann und Prof. Sommer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/057-konservativ_und_progressiv/'>Episode 57:</a> Konservativ UND Progressiv
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55:</a> Strukturen der Welt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47:</a> Große Worte
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28:</a> Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27:</a> Wicked Problems
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25:</a> Entscheiden unter Unsicherheit
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/023-frozen-accidents/'>Episode 23:</a> Frozen Accidents
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li>Nassim Taleb, Fooled by Randomness, Random House (2001)</li>
<li>Nassim Taleb, The Black Swan, Random House (2007)</li>
<li>Nassim Taleb, Antifragile, Random House (2012)</li>
<li>Nassim Taleb, Skin in the Game, Random House (2018)</li>
<li><a href='https://x.com/nntaleb'>Nassim Taleb auf X/Twitter</a></li>
<li>Karl Popper, Auf der Suche nach einer besseren Welt, Piper (1987)</li>
<li>Friedrich von Hayek, Der Weg zur Knechtschaft, Univ. of Chicago Press (1944)</li>
<li><a href='https://electrek.co/2020/09/28/elon-musk-media-coverage-tesla-battery-day-sad/'>Elon Musk, Prototype to product</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Die letzten drei Live-Aufnahmen vor Publikum im MQ in Wien waren eine tolle Erfahrung; vielen Dank an alle, die vor Ort waren und natürlich auch an alle, die diese Episoden im Stream nachgehört haben.</p>
<p>Jetzt freue ich mich wieder, eine neue »normale« Folge ansagen zu dürfen. Der Titel der heutigen Episode ist: »Schwarze Schwäne in Extremistan; die Welt des Nassim Taleb«. Noch mehr freut es mich, dass ich dieses Gespräch mit Ralph Zlabinger führen durfte. Ralph ist seit über zehn Jahren in der Beratung tätig, mit starkem Fokus auf Produktentwicklungsprojekte in der Automotive. Daneben ist er selbst Podcast-Host des EFS-Podcasts und passionierter Zukunftsforschungslaie. Er ist genau wie ich immer wieder bei Nassim Taleb hängen geblieben und benutzt die Taleb'schen Ideen öfter in Strategieklausuren als Framework.</p>
<p>Ralph und ich haben schon vor der Episode immer wieder über Talebs Ideen gesprochen und nun hat sich endlich die Gelegenheit geboten, ein Gespräch im Podcast-Studio von EFS-Consulting aufzuzeichnen.</p>
<p>Unser Gespräch beginnt mit unserer subjektiven Einordnung der Person Nassim Taleb, seiner Lebensgeschichte und seiner Bücher, die wie Fraktale aufgebaut sind. Wir diskutieren die unterschiedlichen Seiten Talebs, seine Persona in Büchern, in Vorträgen, Diskussionen und auf X/Twitter. Wie ist das völlig unterschiedliche Verhalten in unterschiedlichen Kontexten zu verstehen? Manchmal geradezu harmoniesüchtig; manchmal wie ein Irrer um sich schlagend?</p>
<p>Was können wir über die Zukunft sagen? Wie spielen seine Ideen mit der Erkenntnistheorie zusammen? Bringt Taleb das Problem, die Zukunft vorherzusagen oder eben nicht vorherzusagen, auf den Punkt? </p>
<p>Taleb gibt einem immer wieder das Gefühl, fast alles bisher verkehrt herum gesehen zu haben. Er ist auch stolz darauf, unabhängiger Denker zu sein. Es scheint jedenfalls ein wesentliches Manko der Zeit zu sein, dass es nur mehr sehr wenige unabhängige Denker gibt. Aber folgt daraus, dass jeder, der die Welt nicht sieht, wie er, ein Scharlatan ist?</p>
<p>Steht zuerst die Praxis und dann die Wissenschaft? Passt das zur Unterscheidung zwischen Wissen und Expertise; wir diskutieren das am Beispiel des Kochens? Welche Rolle spielen Heuristiken, »Tinkering« und Übung, wo liegen die Grenzen der Vorhersage und Planung im Kochen (oder auch im chemischen Labor)?</p>

<p>»People confuse science and scientists. Science is great, but individual scientists are dangerous.«, Nassim Taleb</p>

<p>Risiko ist ein zentrales Thema seiner Lebensgeschichte und seines wissenschaftlichen Denkens und Schreibens. Was sind diese schwarzen Schwäne? Stehen wir auf den Schultern von Riesen oder denken wir ähnliches und konvergieren Gedanken? Wie passt das alles zu Komplexität, Karl Popper, dem kritischen Rationalismus und der Chaostheorie?</p>

<p>»Jeder Intellektuelle hat eine ganz spezielle Verantwortung. Er hat das Privileg und die Gelegenheit, zu studieren. Dafür schuldet er es seinen Mitmenschen (oder der Gesellschaft), die Erkenntnisse seines Studiums in der einfachsten und klarsten und bescheidensten Form darzustellen. Das Schlimmste – eine Sünde gegen den heiligen Geist – ist, wenn die Intellektuellen es versuchen, sich ihren Mitmenschen gegenüber als große Propheten aufzuspielen und sie mit orakelnden Philosophien zu beeindrucken. Wer’s nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und weiterarbeiten, bis er’s klar sagen kann.«, Karl Popper</p>

<p>Passt Karl Poppers Asymmetrie nun in die Gedankenwelt von Nassim Taleb, oder nicht?</p>
<p>Was hat das mit Konservativismus, mit »Skin in the Game« zu tun? Taleb betont immer wieder, man muss sich unbedingt in eine Situation bringen, unabhängig sein zu können. </p>

<p>»Academia has a tendency, when unchecked (from lack of skin in the game), to evolve into a ritualistic self-referential publishing game.«</p>

<p>Wie passt das Ganze zu den Ideen Friedrich von Hayeks, im besonderen das Koordinationsproblem gegenüber zentraler Steuerung?</p>
<p>Was ist die Metapher des Schwarzen Schwans, das Induktionsproblem nach David Hume? Was bedeutet Mediokristan und Extremistan, fat tails und die Truthahnillusion. Können wir Risiken vorhersagen? Sind schwarze Schwäne nicht oft auch ein Perspektivenproblem?</p>
<p>Was hat es mit der Antifragilität auf sich? Was ist der hormetische Effekt? Finden wir Frozen Accidents in Talebs Denken? Besteht die Gefahr, in den Sozialdarwinismus abzugleiten?</p>
<p>Was hat Too Big Too Fail mit dem Risikobegriff Talebs zu tun? Welche Heuristiken der Antifragilität gibt es?</p>

<p>»Success brings an asymmetry: you now have a lot more to lose than to gain.«</p>

<p>Wie einzelne prominente intellektuelle Irrläufer, die gerade nicht unabhängig denken, sondern sich von der Politik abhängig machen, der Gesellschaft großen Schaden zufügen können, am Beispiel von Trofim Lysenko.</p>
<p>In welchem Verhältnis stehen Effizienz und Resilienz?</p>

<p>»Most modern efficiencies are deferred punishment«, Nassim Taleb</p>

<p>Der Versuch, jedes Risiko zu vermeiden, stellt sich selbst als großes Risiko dar (siehe auch die Episode mit Vince Ebert).</p>
<p>Wo sind die Grenzen der Modellierung?</p>

»Wir müssen so leben, dass wir niemals von der Vorhersage fragwürdiger Modelle abhängig sind«

<p>Welche Rolle spielt Skalierung in der Betrachtung der Welt und des Risikos sowie politischer Systeme?</p>

<p>»A country is not a large city, a city is not a large family, and, sorry, the world is not a large village.«, Nassim Taleb</p>

<p>Warum ein Prototyp erst ein kleiner Schritt zu einem funktionierenden Produkt ist und es sich dabei ebenfalls um ein Skalierungsproblem handelt.</p>

<p>“Smart people on Wall Street generally . . . think that once you have come up with a prototype, that’s the hard part and everything else is trivial copying after that. It’s not. It’s perhaps 1 percent of the problem. Large-scale manufacturing, especially of a new technology, it’s something between 1,000 and 10,000 percent harder than the prototype.”, Elon Musk</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Ralph Zlabinger</p>
<ul><li><a href='https://www.linkedin.com/in/ralph-zlabinger-8096b4a7/'>Ralph auf LinkedIn</a></li>
<li><a href='https://efs.consulting/insights/?searchtext=&amp;tagid=&amp;type=podcast'>EFS-Podcast mit Ralph</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/100-mq-wissen-philipp_blom/'>Episode 100:</a> Live im MQ, Was ist Wissen. Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/096-komoedie_vince_ebert/'>Episode 96:</a> Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/091-heidi_klum_universitaet/'>Episode 91:</a> Die Heidi-Klum-Universität, ein Gespräch mit Prof. Ehrmann und Prof. Sommer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/057-konservativ_und_progressiv/'>Episode 57:</a> Konservativ UND Progressiv
</li>
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<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55:</a> Strukturen der Welt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47:</a> Große Worte
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28:</a> Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27:</a> Wicked Problems
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25:</a> Entscheiden unter Unsicherheit
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/023-frozen-accidents/'>Episode 23:</a> Frozen Accidents
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li>Nassim Taleb, Fooled by Randomness, Random House (2001)</li>
<li>Nassim Taleb, The Black Swan, Random House (2007)</li>
<li>Nassim Taleb, Antifragile, Random House (2012)</li>
<li>Nassim Taleb, Skin in the Game, Random House (2018)</li>
<li><a href='https://x.com/nntaleb'>Nassim Taleb auf X/Twitter</a></li>
<li>Karl Popper, Auf der Suche nach einer besseren Welt, Piper (1987)</li>
<li>Friedrich von Hayek, Der Weg zur Knechtschaft, Univ. of Chicago Press (1944)</li>
<li><a href='https://electrek.co/2020/09/28/elon-musk-media-coverage-tesla-battery-day-sad/'>Elon Musk, Prototype to product</a></li>
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    <item>
        <title>102 — Live im MQ, Verantwortung. Ein Gespräch mit Daphne Hruby</title>
        <itunes:title>102 — Live im MQ, Verantwortung. Ein Gespräch mit Daphne Hruby</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/102-mq_verantwortung_daphne_hruby/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/102-mq_verantwortung_daphne_hruby/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 24 Jun 2024 08:51:12 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Zukunft Denken live im tollen Ambiente des Museumsquartiers in Wien!</p>
<p>Wir diskutieren an drei Abenden die Schwerpunkte:</p>
<ol><li>Wissen: Was wissen wir, was bestimmt Wissen in der heutigen Zeit? (<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/100-mq-wissen-philipp_blom/'>Episode 100</a>)</li>
<li>Macht und Ohnmacht: Wissen schafft Möglichkeiten, Wirkmacht über die Welt, aber auch Ohnmacht. Wie können wir mit diesem Konflikt umgehen? (<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/101-mq_macht_john_haas/'>Episode 101</a>)</li>
<li>Verantwortung: Wer entscheidet in einer von Technik und Wissenschaft geprägten Gesellschaft über den Einsatz dieser neuen Möglichkeiten? Wer trägt letztlich die Verantwortung? (Diese Episode) </li>
</ol><p>In der dritten und letzten Episode diskutiere ich mit Daphne Hruby über Verantwortung in der Wissensgesellschaft. </p>
<p></p>
<p>Daphne Hruby — in eine Künstlerfamilie hineingeboren — hat sie sich als kritischer Geist rasch Ö1 in Ohr und Kopf gesetzt — und diesen Weg auch konsequent beschritten. Sie hat Journalismus und Medienmanagement studiert und ihr Herz, Hirn und Wesen gehören als freie Mitarbeiterin bei Ö1 den Langformaten — vor allem Radiokolleg, Dimensionen und Journal Panorama. Neben ihrer journalistischen Tätigkeit ist sie Moderatorin zahlreicher Veranstaltungen.</p>
<p>Was ist die Rolle des Journalismus und der heutigen Medien? Wer entscheidet, was berichtet wird?</p>

<p>»Journalisten sollen die Leute darüber informieren, was sie wissen sollen – nicht, was sie wissen wollen.«, Thilo Jung</p>

<p>Ist Journalismus Erziehung, oder sollte er doch mündige Bürger voraussetzen? </p>
<p>Was ist eigentlich der Weg von der wissenschaftlichen Erkenntnis zur Öffentlichkeit? Welche Filter oder »Nadelöhre« müssen hier durchschritten werden?</p>
<p>Wie sieht es mit Rückkopplung und Moden in Wissenschaft und Medien aus? Beispiel »Wissenschaftsskepsis«, ein schlecht definierter Begriff, der als Mode für alle möglichen Aussagen verwendet wird.</p>
<p>Ist die Jugend verroht und uninformiert? Und nur mehr 38% der Menschen haben Vertrauen in die Nachrichtenberichterstattung, was folgt daraus? Welche Rolle spielen die öffentlich/rechtlichen Medienanstalten (noch)?</p>
<p>Was hat es in der heutigen Zeit mit der Meinungsfreiheit an sich — ertragen wir noch Meinungen, die nicht die eigenen sind?</p>
<p>Gelten Fehler als Schwäche? Oder würden wir auch Politiker wählen, die offen über Fehler, Unsicherheiten und Irrtümer sprechen?</p>
<p>Gibt es selbsterfüllende Prophezeiungen in den Medien und führen diese zu Bevormundungen?</p>

<p>“This repression is not the work of governments. The ruling catechisms are formulated and enforced by civil society.”, John Gray</p>

<p>Was hat es mit der »Ansteckung der Gefühle« an sich? Wie treffen Menschen Entscheidungen und findet eine Infantilisierung der Bevölkerung statt, weil Menschen nicht so entscheiden, wie sich das Experten erwarten? Welche Rolle spielen gesellschaftliche Strukturen?</p>
<p>Wer trägt die Verantwortung in komplexen Gesellschaften und kommt es immer häufiger zu einer Diffusion von Verantwortung?</p>

<p>»There are no solutions only trade-offs«, Thomas Sowell</p>

<p>Welche digitalen Machtinstrumente lassen wir gerade auf die Welt los? Was ist die Rolle der KI? Werkzeug oder Entscheidungsinstrument? Wie können wir zu einer richtigen Nutzung gelangen.</p>
<p>Automatisierung führt immer zu Kompetenzverlust, wie damit umgehen?</p>
<p>Neue Technologie zeigt immer positive und negative Seiten, beispielsweise der Buchdruck führt zu eine breiteren Zugang zu Wissen, aber unterstützt  auch die Hexenverfolgung.</p>
<p>Am Beispiel des Digital Services Act und Digital Marketing Act? Was ist mit dem Wort »Desinformation« anzufangen? Was ist unter »Krise« zu verstehen, wer darf eine Krise ausrufen und die damit heftigen Folgen auslösen? Wie sehen wir Desinformation, Fake News und Zensur am Beispiel der Covid-Krise?</p>

<p>»Keine Lüge, die etwas auf sich hält, enthält Unwahres. Was letztlich präpariert wird, ist vielmehr das Weltbild als Ganzes, das aus den einzelnen Sendungen zusammengesetzt wird; […] Dieses Ganze ist dann weniger wahr, als die Summe der Wahrheiten seiner Teile«, Günther Anders</p>

<p></p>
<p>Am Schluss lösen wir das »Ding der Woche« auf...</p>

<p>»Warum können wir die Unsicherheit der Welt nicht aushalten?«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/101-mq_macht_john_haas/'>Episode 101:</a> Live im MQ, Macht und Ohnmacht in der Wissensgesellschaft. Ein Gespräch mit John G. Haas.
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/100-mq-wissen-philipp_blom/'>Episode 100:</a> Live im MQ, Was ist Wissen. Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/096-komoedie_vince_ebert/'>Episode 96:</a> Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/093-covid_stille_jan_david_zimmermann/'>Episode 93:</a> Covid. Die unerklärliche Stille nach dem Sturm. Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/091-heidi_klum_universitaet/'>Episode 91:</a> Die Heidi-Klum-Universität, ein Gespräch mit Prof. Ehrmann und Prof. Sommer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/061-digitaler_humanismus-erich_prem/'>Episode 61:</a> Digitaler Humanismus, ein Gespräch mit Erich Prem
</li>
</ul>
<p>Daphne Hruby</p>
<ul><li><a href='https://oe1.orf.at/artikel/683135/Daphne-Hruby'>Daphne Hruby auf Ö1</a></li>
<li><a href='https://m.facebook.com/daphne.hruby.5/'>Daphne Hruby auf Facebook</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.tichyseinblick.de/meinungen/republica-2024-tilo-jung/'>Thilo Jung auf der Re:Publica 2024</a></li>
<li><a href='https://axelbojanowski.substack.com/p/klimaforschung-einseitig-in-wissenschaftsmagazin'>Axel Bojanowski, Wissenschaftsmagazine verzerren Klimaforschung (2024)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=NQiAOeDoZY4'>Schweden in der Covid-Zeit (Anders Tegnell)</a></li>
<li>John Gray, The New Leviathans: Thoughts After Liberalism, Allen Lane (2023)</li>
<li>Thomas Sowell, A conflict of visions (2007)</li>
<li>Günther Anders, Die Antiquiertheit des Menschen</li>
<li>Prof. Ulrike Felt ist seit 1999 Professorin für Wissenschafts- und Technikforschung am gleichnamigen Institut.</li>
</ul>
<p> </p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Zukunft Denken live im tollen Ambiente des Museumsquartiers in Wien!</p>
<p>Wir diskutieren an drei Abenden die Schwerpunkte:</p>
<ol><li>Wissen: Was wissen wir, was bestimmt Wissen in der heutigen Zeit? (<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/100-mq-wissen-philipp_blom/'>Episode 100</a>)</li>
<li>Macht und Ohnmacht: Wissen schafft Möglichkeiten, Wirkmacht über die Welt, aber auch Ohnmacht. Wie können wir mit diesem Konflikt umgehen? (<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/101-mq_macht_john_haas/'>Episode 101</a>)</li>
<li>Verantwortung: Wer entscheidet in einer von Technik und Wissenschaft geprägten Gesellschaft über den Einsatz dieser neuen Möglichkeiten? Wer trägt letztlich die Verantwortung? (Diese Episode) </li>
</ol><p>In der dritten und letzten Episode diskutiere ich mit Daphne Hruby über Verantwortung in der Wissensgesellschaft. </p>
<p></p>
<p>Daphne Hruby — in eine Künstlerfamilie hineingeboren — hat sie sich als kritischer Geist rasch Ö1 in Ohr und Kopf gesetzt — und diesen Weg auch konsequent beschritten. Sie hat Journalismus und Medienmanagement studiert und ihr Herz, Hirn und Wesen gehören als freie Mitarbeiterin bei Ö1 den Langformaten — vor allem Radiokolleg, Dimensionen und Journal Panorama. Neben ihrer journalistischen Tätigkeit ist sie Moderatorin zahlreicher Veranstaltungen.</p>
<p>Was ist die Rolle des Journalismus und der heutigen Medien? Wer entscheidet, was berichtet wird?</p>

<p>»Journalisten sollen die Leute darüber informieren, was sie wissen sollen – nicht, was sie wissen wollen.«, Thilo Jung</p>

<p>Ist Journalismus Erziehung, oder sollte er doch mündige Bürger voraussetzen? </p>
<p>Was ist eigentlich der Weg von der wissenschaftlichen Erkenntnis zur Öffentlichkeit? Welche Filter oder »Nadelöhre« müssen hier durchschritten werden?</p>
<p>Wie sieht es mit Rückkopplung und Moden in Wissenschaft und Medien aus? Beispiel »Wissenschaftsskepsis«, ein schlecht definierter Begriff, der als Mode für alle möglichen Aussagen verwendet wird.</p>
<p>Ist die Jugend verroht und uninformiert? Und nur mehr 38% der Menschen haben Vertrauen in die Nachrichtenberichterstattung, was folgt daraus? Welche Rolle spielen die öffentlich/rechtlichen Medienanstalten (noch)?</p>
<p>Was hat es in der heutigen Zeit mit der Meinungsfreiheit an sich — ertragen wir noch Meinungen, die nicht die eigenen sind?</p>
<p>Gelten Fehler als Schwäche? Oder würden wir auch Politiker wählen, die offen über Fehler, Unsicherheiten und Irrtümer sprechen?</p>
<p>Gibt es selbsterfüllende Prophezeiungen in den Medien und führen diese zu Bevormundungen?</p>

<p>“This repression is not the work of governments. The ruling catechisms are formulated and enforced by civil society.”, John Gray</p>

<p>Was hat es mit der »Ansteckung der Gefühle« an sich? Wie treffen Menschen Entscheidungen und findet eine Infantilisierung der Bevölkerung statt, weil Menschen nicht so entscheiden, wie sich das Experten erwarten? Welche Rolle spielen gesellschaftliche Strukturen?</p>
<p>Wer trägt die Verantwortung in komplexen Gesellschaften und kommt es immer häufiger zu einer Diffusion von Verantwortung?</p>

<p>»There are no solutions only trade-offs«, Thomas Sowell</p>

<p>Welche digitalen Machtinstrumente lassen wir gerade auf die Welt los? Was ist die Rolle der KI? Werkzeug oder Entscheidungsinstrument? Wie können wir zu einer richtigen Nutzung gelangen.</p>
<p>Automatisierung führt immer zu Kompetenzverlust, wie damit umgehen?</p>
<p>Neue Technologie zeigt immer positive und negative Seiten, beispielsweise der Buchdruck führt zu eine breiteren Zugang zu Wissen, aber unterstützt  auch die Hexenverfolgung.</p>
<p>Am Beispiel des Digital Services Act und Digital Marketing Act? Was ist mit dem Wort »Desinformation« anzufangen? Was ist unter »Krise« zu verstehen, wer darf eine Krise ausrufen und die damit heftigen Folgen auslösen? Wie sehen wir Desinformation, Fake News und Zensur am Beispiel der Covid-Krise?</p>

<p>»Keine Lüge, die etwas auf sich hält, enthält Unwahres. Was letztlich präpariert wird, ist vielmehr das Weltbild als Ganzes, das aus den einzelnen Sendungen zusammengesetzt wird; […] Dieses Ganze ist dann weniger wahr, als die Summe der Wahrheiten seiner Teile«, Günther Anders</p>

<p></p>
<p>Am Schluss lösen wir das »Ding der Woche« auf...</p>

<p>»Warum können wir die Unsicherheit der Welt nicht aushalten?«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/101-mq_macht_john_haas/'>Episode 101:</a> Live im MQ, Macht und Ohnmacht in der Wissensgesellschaft. Ein Gespräch mit John G. Haas.
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/100-mq-wissen-philipp_blom/'>Episode 100:</a> Live im MQ, Was ist Wissen. Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/096-komoedie_vince_ebert/'>Episode 96:</a> Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen? Ein Gespräch mit Vince Ebert
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/093-covid_stille_jan_david_zimmermann/'>Episode 93:</a> Covid. Die unerklärliche Stille nach dem Sturm. Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/091-heidi_klum_universitaet/'>Episode 91:</a> Die Heidi-Klum-Universität, ein Gespräch mit Prof. Ehrmann und Prof. Sommer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/061-digitaler_humanismus-erich_prem/'>Episode 61:</a> Digitaler Humanismus, ein Gespräch mit Erich Prem
</li>
</ul>
<p>Daphne Hruby</p>
<ul><li><a href='https://oe1.orf.at/artikel/683135/Daphne-Hruby'>Daphne Hruby auf Ö1</a></li>
<li><a href='https://m.facebook.com/daphne.hruby.5/'>Daphne Hruby auf Facebook</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.tichyseinblick.de/meinungen/republica-2024-tilo-jung/'>Thilo Jung auf der Re:Publica 2024</a></li>
<li><a href='https://axelbojanowski.substack.com/p/klimaforschung-einseitig-in-wissenschaftsmagazin'>Axel Bojanowski, Wissenschaftsmagazine verzerren Klimaforschung (2024)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=NQiAOeDoZY4'>Schweden in der Covid-Zeit (Anders Tegnell)</a></li>
<li>John Gray, The New Leviathans: Thoughts After Liberalism, Allen Lane (2023)</li>
<li>Thomas Sowell, A conflict of visions (2007)</li>
<li>Günther Anders, Die Antiquiertheit des Menschen</li>
<li>Prof. Ulrike Felt ist seit 1999 Professorin für Wissenschafts- und Technikforschung am gleichnamigen Institut.</li>
</ul>
<p> </p>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary><![CDATA[Zukunft Denken live im tollen Ambiente des Museumsquartiers in Wien!
Wir diskutieren an drei Abenden die Schwerpunkte:
Wissen: Was wissen wir, was bestimmt Wissen in der heutigen Zeit? (Episode 100)
Macht und Ohnmacht: Wissen schafft Möglichkeiten, Wirkmacht über die Welt, aber auch Ohnmacht. Wie können wir mit diesem Konflikt umgehen? (Episode 101)
Verantwortung: Wer entscheidet in einer von Technik und Wissenschaft geprägten Gesellschaft über den Einsatz dieser neuen Möglichkeiten? Wer trägt letztlich die Verantwortung? (Diese Episode) 
In der dritten und letzten Episode diskutiere ich mit Daphne Hruby über Verantwortung in der Wissensgesellschaft. 

Daphne Hruby — in eine Künstlerfamilie hineingeboren — hat sie sich als kritischer Geist rasch Ö1 in Ohr und Kopf gesetzt — und diesen Weg auch konsequent beschritten. Sie hat Journalismus und Medienmanagement studiert und ihr Herz, Hirn und Wesen gehören als freie Mitarbeiterin bei Ö1 den Langformaten — vor allem Radiokolleg, Dimensionen und Journal Panorama. Neben ihrer journalistischen Tätigkeit ist sie Moderatorin zahlreicher Veranstaltungen.
Was ist die Rolle des Journalismus und der heutigen Medien? Wer entscheidet, was berichtet wird?

»Journalisten sollen die Leute darüber informieren, was sie wissen sollen – nicht, was sie wissen wollen.«, Thilo Jung

Ist Journalismus Erziehung, oder sollte er doch mündige Bürger voraussetzen? 
Was ist eigentlich der Weg von der wissenschaftlichen Erkenntnis zur Öffentlichkeit? Welche Filter oder »Nadelöhre« müssen hier durchschritten werden?
Wie sieht es mit Rückkopplung und Moden in Wissenschaft und Medien aus? Beispiel »Wissenschaftsskepsis«, ein schlecht definierter Begriff, der als Mode für alle möglichen Aussagen verwendet wird.
Ist die Jugend verroht und uninformiert? Und nur mehr 38% der Menschen haben Vertrauen in die Nachrichtenberichterstattung, was folgt daraus? Welche Rolle spielen die öffentlich/rechtlichen Medienanstalten (noch)?
Was hat es in der heutigen Zeit mit der Meinungsfreiheit an sich — ertragen wir noch Meinungen, die nicht die eigenen sind?
Gelten Fehler als Schwäche? Oder würden wir auch Politiker wählen, die offen über Fehler, Unsicherheiten und Irrtümer sprechen?
Gibt es selbsterfüllende Prophezeiungen in den Medien und führen diese zu Bevormundungen?

“This repression is not the work of governments. The ruling catechisms are formulated and enforced by civil society.”, John Gray

Was hat es mit der »Ansteckung der Gefühle« an sich? Wie treffen Menschen Entscheidungen und findet eine Infantilisierung der Bevölkerung statt, weil Menschen nicht so entscheiden, wie sich das Experten erwarten? Welche Rolle spielen gesellschaftliche Strukturen?
Wer trägt die Verantwortung in komplexen Gesellschaften und kommt es immer häufiger zu einer Diffusion von Verantwortung?

»There are no solutions only trade-offs«, Thomas Sowell

Welche digitalen Machtinstrumente lassen wir gerade auf die Welt los? Was ist die Rolle der KI? Werkzeug oder Entscheidungsinstrument? Wie können wir zu einer richtigen Nutzung gelangen.
Automatisierung führt immer zu Kompetenzverlust, wie damit umgehen?
Neue Technologie zeigt immer positive und negative Seiten, beispielsweise der Buchdruck führt zu eine breiteren Zugang zu Wissen, aber unterstützt  auch die Hexenverfolgung.
Am Beispiel des Digital Services Act und Digital Marketing Act? Was ist mit dem Wort »Desinformation« anzufangen? Was ist unter »Krise« zu verstehen, wer darf eine Krise ausrufen und die damit heftigen Folgen auslösen? Wie sehen wir Desinformation, Fake News und Zensur am Beispiel der Covid-Krise?

»Keine Lüge, die etwas auf sich hält, enthält Unwahres. Was letztlich präpariert wird, ist vielmehr das Weltbild als Ganzes, das aus den einzelnen Sendungen zusammengesetzt wird; […] Dieses Ganze ist dann weniger wahr, als die Summe der Wahrheiten seiner Teile«, Günther Anders


Am Schluss lösen wir das »Ding der Woche« auf...

»Warum können wir die Unsicherheit der Welt]]></itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>101 — Live im MQ, Macht und Ohnmacht. Ein Gespräch mit John Haas</title>
        <itunes:title>101 — Live im MQ, Macht und Ohnmacht. Ein Gespräch mit John Haas</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/101-mq_macht_john_haas/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/101-mq_macht_john_haas/#comments</comments>        <pubDate>Sun, 16 Jun 2024 20:35:07 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Zukunft Denken live im tollen Ambiente des Museumsquartiers in Wien!</p>
<p>Wir diskutieren an drei Abenden die Schwerpunkte:</p>
<ol><li>Wissen: Was wissen wir, was bestimmt Wissen in der heutigen Zeit? (<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/100-mq-wissen-philipp_blom/'>Vorige Episode</a>)</li>
<li>Macht und Ohnmacht: Wissen schafft Möglichkeiten, Wirkmacht über die Welt, aber auch Ohnmacht. Wie können wir mit diesem Konflikt umgehen? (Diese Episode)</li>
<li>Verantwortung: Wer entscheidet in einer von Technik und Wissenschaft geprägten Gesellschaft über den Einsatz dieser neuen Möglichkeiten? Wer trägt letztlich die Verantwortung? <a href='https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-3-verantwortung'>Donnerstag 20. Juni im MQ in Wien</a></li>
</ol><p>Im zweiten Teil der Veranstaltung, dieser Episode, stelle ich mir mit John Haas die Frage, wie Wissen wirkt. Ist Wissen Macht oder Ohnmacht? Wie steht der Mensch in diesem Verhältnis?</p>
<p></p>
<p>John Haas ist Diplompsychologe und Fachhochschullektor an drei österreichischen Fachhochschulen und unterrichtet u.a. Digital Media, Data Science und Future Studies. Er ist stv. Leiter der Arbeitsgruppe Digitalisierung und E-Mental Health des Berufsverbands der österreichischen PsychologInnen (BÖP) und publiziert regelmäßig in dessen Fachzeitschrift „Psychologie in Österreich“.</p>
<p>Sein Buch »COVID-19 und Psychologie« aus dem Jahr 2020 konnte mehr als 100.000 Leser gewinnen. Im Jahr 2014 legte er mit der europaweit ersten Frauenhilfe-App „fem:help“ den Grundstein für einen psychosozialen Online-Service, der von der Republik Österreich eingesetzt wurde. </p>
<p>In dieser Episode stellen wir die Frage: Ist Wissen Macht?</p>
<p>Was haben wir erreicht? Wer möchte lieber im 19. statt im 21. Jahrhundert leben?</p>

<p>Netflix Dracula 2020: Dracula appears in England in 2020 (after being trapped for more than 100 years under water) and comes to a house of a redneck family. House in very bad shape, unorderly, ... First, he eats the husband, then the wife (Kathy) comes home; </p>
<p>Dialogue between Dracula and Kathy:</p>
<p>Dracula: "What's wrong with your servants? Is it their day off? I am assuming you have staff. You are clearly very wealthy."
Kathy: "Wealthy?"
Dracula: "Yes. Well, look at all that stuff. All this food. The moving picture box. And the thing outside. Bob calls it a — hm — a car. Is that yours?"
Kathy: "Yes"
Dracula: "And this treasure trove is your house."
Kathy: "It’s a dump"
Dracula: "It's amazing! Kathleen, I have been a nobleman for 400 years. I've lived in castles and palaces among the richest people of any age. Never have I stood in greater luxury than surrounds me now. This is a chamber of marvels. There isn't a king, or queen, or emperor, that I have ever known (or eaten) who would step into this room and ever agreed to leave it again. I knew the future would bring wonders. But I did not know it would make them ordinary."</p>

<p>Entwickelt sich Technologie vom Spielzeug zur systemischen Abhängigkeit? Wie gehen wir damit um?</p>
<p>Können wir die Effekte technischer Entwicklungen überhaupt abschätzen/vorhersagen? Hilft hier Zukunftsforschung?</p>
<p>Am Beispiel der künstlichen Intelligenz diskutieren wir die Effekte neuer Technologie auf das Zusammenspiel von Wissen, Deutungshoheit von Wissen und menschlichen Lebens.</p>
<p></p>
<p>Und zum Abschluss stelle ich die Frage, was der Rechenschieber von Lise Meitner (ein Faber Castell 375 aus dem Jahr 1934) mit unserem zukünftigen Umgang mit Technologie zu tun haben könnte.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/100-mq-wissen-philipp_blom/'>Episode 100:</a> Live im MQ, Was ist Wissen. Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/098-ist_gott_tot_steinmann/'>Episode 98: </a>Ist Gott tot? Ein philosophisches Gespräch mit Jan Juhani Steinmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/097-titanic/'>Episode 97:</a> Untergang der Titanic
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/061-digitaler_humanismus-erich_prem/'>Episode 61:</a> Digitaler Humanismus, ein Gespräch mit Erich Prem
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/051-vorbereiten_auf_disruption_saurugg_haas/'>Episode 51:</a> Vorbereiten auf die Disruption? Ein Gespräch mit Herbert Saurugg und John Haas
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27:</a> Wicked Problems
</li>
</ul>
<p>John Haas</p>
<ul><li><a href='https://www.linkedin.com/in/mindster/'>John Haas auf LinkedIn</a></li>
<li>John Haas, COVID-19 und Psychologie, Springer (2021)</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.imdb.com/title/tt9139220/?ref_=nv_sr_srsg_3_tt_8_nm_0_q_dracula'>Dracula, Netflix (2020)</a></li>
<li><a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Lise_Meitner'>Lise Meitner</a></li>
<li><a href='https://www.rechenschieber.org'>Rechenschieber</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Zukunft Denken live im tollen Ambiente des Museumsquartiers in Wien!</p>
<p>Wir diskutieren an drei Abenden die Schwerpunkte:</p>
<ol><li>Wissen: Was wissen wir, was bestimmt Wissen in der heutigen Zeit? (<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/100-mq-wissen-philipp_blom/'>Vorige Episode</a>)</li>
<li>Macht und Ohnmacht: Wissen schafft Möglichkeiten, Wirkmacht über die Welt, aber auch Ohnmacht. Wie können wir mit diesem Konflikt umgehen? (Diese Episode)</li>
<li>Verantwortung: Wer entscheidet in einer von Technik und Wissenschaft geprägten Gesellschaft über den Einsatz dieser neuen Möglichkeiten? Wer trägt letztlich die Verantwortung? <a href='https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-3-verantwortung'>Donnerstag 20. Juni im MQ in Wien</a></li>
</ol><p>Im zweiten Teil der Veranstaltung, dieser Episode, stelle ich mir mit John Haas die Frage, wie Wissen wirkt. Ist Wissen Macht oder Ohnmacht? Wie steht der Mensch in diesem Verhältnis?</p>
<p></p>
<p>John Haas ist Diplompsychologe und Fachhochschullektor an drei österreichischen Fachhochschulen und unterrichtet u.a. Digital Media, Data Science und Future Studies. Er ist stv. Leiter der Arbeitsgruppe Digitalisierung und E-Mental Health des Berufsverbands der österreichischen PsychologInnen (BÖP) und publiziert regelmäßig in dessen Fachzeitschrift „Psychologie in Österreich“.</p>
<p>Sein Buch »COVID-19 und Psychologie« aus dem Jahr 2020 konnte mehr als 100.000 Leser gewinnen. Im Jahr 2014 legte er mit der europaweit ersten Frauenhilfe-App „fem:help“ den Grundstein für einen psychosozialen Online-Service, der von der Republik Österreich eingesetzt wurde. </p>
<p>In dieser Episode stellen wir die Frage: Ist Wissen Macht?</p>
<p>Was haben wir erreicht? Wer möchte lieber im 19. statt im 21. Jahrhundert leben?</p>

<p><em>Netflix Dracula 2020: Dracula appears in England in 2020 (after being trapped for more than 100 years under water) and comes to a house of a redneck family. House in very bad shape, unorderly, ... First, he eats the husband, then the wife (Kathy) comes home; </em></p>
<p>Dialogue between Dracula and Kathy:</p>
<p>Dracula: "What's wrong with your servants? Is it their day off? I am assuming you have staff. You are clearly very wealthy."<br>
Kathy: "Wealthy?"<br>
Dracula: "Yes. Well, look at all that stuff. All this food. The moving picture box. And the thing outside. Bob calls it a — hm — a car. Is that yours?"<br>
Kathy: "Yes"<br>
Dracula: "And this treasure trove is your house."<br>
Kathy: "It’s a dump"<br>
Dracula: "It's amazing! Kathleen, I have been a nobleman for 400 years. I've lived in castles and palaces among the richest people of any age. Never have I stood in greater luxury than surrounds me now. This is a chamber of marvels. There isn't a king, or queen, or emperor, that I have ever known (or eaten) who would step into this room and ever agreed to leave it again. I knew the future would bring wonders. But I did not know it would make them ordinary."</p>

<p>Entwickelt sich Technologie vom Spielzeug zur systemischen Abhängigkeit? Wie gehen wir damit um?</p>
<p>Können wir die Effekte technischer Entwicklungen überhaupt abschätzen/vorhersagen? Hilft hier Zukunftsforschung?</p>
<p>Am Beispiel der künstlichen Intelligenz diskutieren wir die Effekte neuer Technologie auf das Zusammenspiel von Wissen, Deutungshoheit von Wissen und menschlichen Lebens.</p>
<p></p>
<p>Und zum Abschluss stelle ich die Frage, was der Rechenschieber von Lise Meitner (ein Faber Castell 375 aus dem Jahr 1934) mit unserem zukünftigen Umgang mit Technologie zu tun haben könnte.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/100-mq-wissen-philipp_blom/'>Episode 100:</a> Live im MQ, Was ist Wissen. Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/098-ist_gott_tot_steinmann/'>Episode 98: </a>Ist Gott tot? Ein philosophisches Gespräch mit Jan Juhani Steinmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/097-titanic/'>Episode 97:</a> Untergang der Titanic
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/061-digitaler_humanismus-erich_prem/'>Episode 61:</a> Digitaler Humanismus, ein Gespräch mit Erich Prem
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/051-vorbereiten_auf_disruption_saurugg_haas/'>Episode 51:</a> Vorbereiten auf die Disruption? Ein Gespräch mit Herbert Saurugg und John Haas
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27:</a> Wicked Problems
</li>
</ul>
<p>John Haas</p>
<ul><li><a href='https://www.linkedin.com/in/mindster/'>John Haas auf LinkedIn</a></li>
<li>John Haas, COVID-19 und Psychologie, Springer (2021)</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.imdb.com/title/tt9139220/?ref_=nv_sr_srsg_3_tt_8_nm_0_q_dracula'>Dracula, Netflix (2020)</a></li>
<li><a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Lise_Meitner'>Lise Meitner</a></li>
<li><a href='https://www.rechenschieber.org'>Rechenschieber</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Zukunft Denken live im tollen Ambiente des Museumsquartiers in Wien!

Wir diskutieren an drei Abenden die Schwerpunkte:

Wissen: Was wissen wir, was bestimmt Wissen in der heutigen Zeit? (Vorige Episode)
Macht und Ohnmacht: Wissen schafft Möglichkeiten, Wirkmacht über die Welt, aber auch Ohnmacht. Wie können wir mit diesem Konflikt umgehen? (Diese Episode)
Verantwortung: Wer entscheidet in einer von Technik und Wissenschaft geprägten Gesellschaft über den Einsatz dieser neuen Möglichkeiten? Wer trägt letztlich die Verantwortung? Donnerstag 20. Juni im MQ in Wien
Im zweiten Teil der Veranstaltung, dieser Episode, stelle ich mir mit John Haas die Frage, wie Wissen wirkt. Ist Wissen Macht oder Ohnmacht? Wie steht der Mensch in diesem Verhältnis?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episode>101</itunes:episode>
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            </item>
    <item>
        <title>100 — Live im MQ, Was ist Wissen. Ein Gespräch mit Philipp Blom</title>
        <itunes:title>100 — Live im MQ, Was ist Wissen. Ein Gespräch mit Philipp Blom</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/100-mq-wissen-philipp_blom/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/100-mq-wissen-philipp_blom/#comments</comments>        <pubDate>Sun, 09 Jun 2024 10:47:14 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Den »Zukunft Denken« Podcast gibt es seit fünf Jahren. Worum geht es?</p>
<p>Die einfache Antwort: es geht um alles. Die eine Seite der Medaille ist, wir leben im Westen in einer Zeit nie dagewesenen Lebensqualität, um die uns jeder Vorfahre beneidet hätte. Wie haben wir diese Transformation der Lebenswelt geschafft? Eine Grundlage dafür ist institutionalisiertes Lernen, mit anderen Worten, Wissenschaft. Eine andere ist Technik.</p>
<p>Es gibt aber eine zweite Seite der Medaille.</p>
<p>Der moderne Mensch überlebt nur mehr in Symbiose mit dieser Technik. Er ist in gewisser Weise bereits ein Cyborg, und die Verbindung wird immer enger. Aber was ist dieser Mensch?</p>
<p>Ein Hexenmeister, der virtuos mit und in Technik und Wissenschaft lebt oder Zauberlehrling, der tollpatschig Technik und Wissen zum Einsatz bringt, die er nicht richtig versteht?</p>

<p>Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
werd ich nun nicht los.</p>

<p>Aber im Gegensatz zu Goethes Gedicht kommt der Hexenmeister nicht zu Hilfe. Wir sind auf uns alleine gestellt.</p>
<p>Wie geht die Geschichte aus?</p>
<p>Diese Frage diskutieren wir an drei Abenden mit den Schwerpunkten:</p>
<ol><li>Wissen: Was wissen wir, was bestimmt Wissen in der heutigen Zeit? (Diese Episode)</li>
<li>Macht und Ohnmacht: Wissen schafft Möglichkeiten, Wirkmacht über die Welt, aber auch Ohnmacht. Wie können wir mit diesem Konflikt umgehen? <a href='https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-2-macht'>Donnerstag 13. Juni 19:00 im MQ in Wien</a></li>
<li>Verantwortung: Wer entscheidet in einer von Technik und Wissenschaft geprägten Gesellschaft über den Einsatz dieser neuen Möglichkeiten? Wer trägt letztlich die Verantwortung? <a href='https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-3-verantwortung'>Donnerstag 20. Juni im MQ in Wien</a></li>
</ol><p>Im ersten Teil der Veranstaltung, dieser Episode, geht es um die Frage: Was wissen wir? Woher kommt Wissen? Was ist Expertise und wo steckt diese in einer modernen und komplexen Gesellschaft?</p>
<p></p>
<p>Wie hat sich die Interpretation der Welt über die letzten Jahrhunderte und besonders seit der Aufklärung verändert und wie gehen wir mit Sicherheit und Unsicherheit von Erkenntnis um?</p>
<p>Gesprächspartner ist der Historiker, Philosoph und Bestseller-Autor Dr. Philipp Blom. Seine Bücher verbinden historische Forschung, philosophische Erkundungen und gelegentlich Belletristik. Vor dem Hintergrund von gegenwärtigen Umbrüchen wie der Erderwärmung und der Digitalisierung wendet er sich auch in seinem Buch Was auf dem Spiel steht (2017) verstärkt Gegenwarts- und Zukunftsthemen zu. Seine Werke wurden in 16 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. Ab 2024 ist Philipp Blom Intendant der Dachstein Dialoge.</p>
<p></p>
<p>Referenzen</p>
<p>Dr. Philipp Blom</p>
<ul><li><a href='https://www.philipp-blom.eu'>Homepage Philipp Blom</a></li>
<li><a href='https://www.philipp-blom.eu/de-books'>Bücher von Philipp Blom</a></li>
<li><a href='https://www.philipp-blom.eu/de-podcasts'>Blomcast</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/098-ist_gott_tot_steinmann/'>Episode 98: </a>Ist Gott tot? Ein philosophisches Gespräch mit Jan Juhani Steinmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/085-naturalismus/'>Episode 85:</a> Naturalismus — was weiß Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55:</a> Strukturen der Welt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/050-geburt_der_gegenwart_achim_landwehr/'>Episode 50:</a> Die Geburt der Gegenwart und die Entdeckung der Zukunft — ein Gespräch mit Prof. Achim Landwehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/049-extended_mind/'>Episode 49:</a> Wo denke ich? Reflexionen über den »undichten« Geist
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28:</a> Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/002-was_wissen_wir/'>Episode 2:</a> Was wissen wir?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/001-einleitung/'>Episode 1:</a> Zukunft Denken – eine gemeinsame Reise
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.philipp-blom.eu/bucher/bose-philosophen'>Philipp Blom, Böse Philosophen, Carl Hanser Verlag (2011)</a></li>
<li><a href='https://www.philipp-blom.eu/bucher/der-taumelnde-kontinent'>Philipp Blom, Der taumelnde Kontinent, Carl Hanser Verlag (2009)</a></li>
<li>Achim Landwehr, Geburt der Gegenwart, S. Fischer (2014)</li>
<li><a href='https://www.projekt-gutenberg.org/kant/aufklae/aufkl001.html'>Immanuel Kant, Was ist Aufklärung (1784)</a></li>
<li><a href='https://sichten.blogspot.com/2023/03/expertise-oder-wissen.html'>Expertise oder Wissen? (An)sichten Blog (2023)</a></li>
</ul>
<p> </p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Den »Zukunft Denken« Podcast gibt es seit fünf Jahren. Worum geht es?</p>
<p>Die einfache Antwort: es geht um alles. Die eine Seite der Medaille ist, wir leben im Westen in einer Zeit nie dagewesenen Lebensqualität, um die uns jeder Vorfahre beneidet hätte. Wie haben wir diese Transformation der Lebenswelt geschafft? Eine Grundlage dafür ist institutionalisiertes Lernen, mit anderen Worten, Wissenschaft. Eine andere ist Technik.</p>
<p>Es gibt aber eine zweite Seite der Medaille.</p>
<p>Der moderne Mensch überlebt nur mehr in Symbiose mit dieser Technik. Er ist in gewisser Weise bereits ein Cyborg, und die Verbindung wird immer enger. Aber was ist dieser Mensch?</p>
<p>Ein Hexenmeister, der virtuos mit und in Technik und Wissenschaft lebt oder Zauberlehrling, der tollpatschig Technik und Wissen zum Einsatz bringt, die er nicht richtig versteht?</p>

<p><em>Ach, da kommt der Meister!</em><br>
<em>Herr, die Not ist groß!</em><br>
<em>Die ich rief, die Geister</em><br>
<em>werd ich nun nicht los.</em></p>

<p>Aber im Gegensatz zu Goethes Gedicht kommt der Hexenmeister nicht zu Hilfe. Wir sind auf uns alleine gestellt.</p>
<p>Wie geht die Geschichte aus?</p>
<p>Diese Frage diskutieren wir an drei Abenden mit den Schwerpunkten:</p>
<ol><li>Wissen: Was wissen wir, was bestimmt Wissen in der heutigen Zeit? (Diese Episode)</li>
<li>Macht und Ohnmacht: Wissen schafft Möglichkeiten, Wirkmacht über die Welt, aber auch Ohnmacht. Wie können wir mit diesem Konflikt umgehen? <a href='https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-2-macht'>Donnerstag 13. Juni 19:00 im MQ in Wien</a></li>
<li>Verantwortung: Wer entscheidet in einer von Technik und Wissenschaft geprägten Gesellschaft über den Einsatz dieser neuen Möglichkeiten? Wer trägt letztlich die Verantwortung? <a href='https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-3-verantwortung'>Donnerstag 20. Juni im MQ in Wien</a></li>
</ol><p>Im ersten Teil der Veranstaltung, dieser Episode, geht es um die Frage: Was wissen wir? Woher kommt Wissen? Was ist Expertise und wo steckt diese in einer modernen und komplexen Gesellschaft?</p>
<p></p>
<p>Wie hat sich die Interpretation der Welt über die letzten Jahrhunderte und besonders seit der Aufklärung verändert und wie gehen wir mit Sicherheit und Unsicherheit von Erkenntnis um?</p>
<p>Gesprächspartner ist der Historiker, Philosoph und Bestseller-Autor Dr. Philipp Blom. Seine Bücher verbinden historische Forschung, philosophische Erkundungen und gelegentlich Belletristik. Vor dem Hintergrund von gegenwärtigen Umbrüchen wie der Erderwärmung und der Digitalisierung wendet er sich auch in seinem Buch Was auf dem Spiel steht (2017) verstärkt Gegenwarts- und Zukunftsthemen zu. Seine Werke wurden in 16 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. Ab 2024 ist Philipp Blom Intendant der Dachstein Dialoge.</p>
<p></p>
<p>Referenzen</p>
<p>Dr. Philipp Blom</p>
<ul><li><a href='https://www.philipp-blom.eu'>Homepage Philipp Blom</a></li>
<li><a href='https://www.philipp-blom.eu/de-books'>Bücher von Philipp Blom</a></li>
<li><a href='https://www.philipp-blom.eu/de-podcasts'>Blomcast</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/098-ist_gott_tot_steinmann/'>Episode 98: </a>Ist Gott tot? Ein philosophisches Gespräch mit Jan Juhani Steinmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/085-naturalismus/'>Episode 85:</a> Naturalismus — was weiß Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55:</a> Strukturen der Welt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/050-geburt_der_gegenwart_achim_landwehr/'>Episode 50:</a> Die Geburt der Gegenwart und die Entdeckung der Zukunft — ein Gespräch mit Prof. Achim Landwehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/049-extended_mind/'>Episode 49:</a> Wo denke ich? Reflexionen über den »undichten« Geist
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28:</a> Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/002-was_wissen_wir/'>Episode 2:</a> Was wissen wir?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/001-einleitung/'>Episode 1:</a> Zukunft Denken – eine gemeinsame Reise
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.philipp-blom.eu/bucher/bose-philosophen'>Philipp Blom, Böse Philosophen, Carl Hanser Verlag (2011)</a></li>
<li><a href='https://www.philipp-blom.eu/bucher/der-taumelnde-kontinent'>Philipp Blom, Der taumelnde Kontinent, Carl Hanser Verlag (2009)</a></li>
<li>Achim Landwehr, Geburt der Gegenwart, S. Fischer (2014)</li>
<li><a href='https://www.projekt-gutenberg.org/kant/aufklae/aufkl001.html'>Immanuel Kant, Was ist Aufklärung (1784)</a></li>
<li><a href='https://sichten.blogspot.com/2023/03/expertise-oder-wissen.html'>Expertise oder Wissen? (An)sichten Blog (2023)</a></li>
</ul>
<p> </p>
]]></content:encoded>
                                    
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Die einfache Antwort: es geht um alles. Die eine Seite der Medaille ist, wir leben im Westen in einer Zeit nie dagewesenen Lebensqualität, um die uns jeder Vorfahre beneidet hätte. Wie haben wir diese Transformation der Lebenswelt geschafft? Eine Grundlage dafür ist institutionalisiertes Lernen, mit anderen Worten, Wissenschaft. Eine andere ist Technik.

Es gibt aber eine zweite Seite der Medaille.

Der moderne Mensch überlebt nur mehr in Symbiose mit dieser Technik. Er ist in gewisser Weise bereits ein Cyborg, und die Verbindung wird immer enger. Aber was ist dieser Mensch?

Im ersten Teil der Veranstaltung, dieser Episode, geht es um die Frage: Was wissen wir? Woher kommt Wissen? Was ist Expertise und wo steckt diese in einer modernen und komplexen Gesellschaft?

Wie hat sich die Interpretation der Welt über die letzten Jahrhunderte und besonders seit der Aufklärung verändert und wie gehen wir mit Sicherheit und Unsicherheit von Erkenntnis um?

Gesprächspartner ist der Historiker, Philosoph und Bestseller-Autor Dr. Philipp Blom.</itunes:summary>
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            </item>
    <item>
        <title>099 — Entkopplung, Kopplung, Rückkopplung</title>
        <itunes:title>099 — Entkopplung, Kopplung, Rückkopplung</itunes:title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/099-entkopplung_kopplung_rueckkopplung/#comments</comments>        <pubDate>Fri, 31 May 2024 05:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Das Thema der heutigen Episode ist Kopplung in der Produktion moderner Produkte. Von Entkopplung und Arbeitsteilung, Commodities über erneute Kopplung durch Effizienzmaßnahmen, Schichten immer komplizierterer und komplexerer Produkte und Dienstleistungen bis hin zu systemischen Rückkopplungsphänomenen.</p>
<p>Diese Episode ist wieder ein Vorschlag zur Diskussion, sie ist nicht in allen Details ausgearbeitet und fordert Widerspruch und Ergänzung heraus.</p>
<p>Schreiben Sie mir!</p>
<p>Vergessen Sie auch nicht die Live-Podcast-Aufnahmen im Juni im Museumsquartier in Wien: tolle Gäste, herausragendes Ambiente. Die Gespräche starten ab 19:00 auf der Bühne im Haupthof des MQ (bei Schlechtwetter im Saal). Eintritt ist frei.</p>
<p>Ich freue mich sehr darauf Sie bei der Veranstaltung zu sehen und auch über die Themen diskutieren zu können.</p>
<p>Die Einladung gerne mit Freunden, Kollegen, Verwandten teilen!</p>
<p>Summerstage-Kalender:
<a href='https://www.mqw.at/sommerbuehne'>https://www.mqw.at/sommerbuehne</a></p>
<p>6. Juni: Philipp Blom: Wissen
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<p>13.  Juni: John Haas: Macht und Ohnmacht
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<p>20. Juni: Daphne Hruby: Verantwortung
<a href='https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-3-verantwortung'>https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-3-verantwortung</a></p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/094-systemisch_gesellschaft_verwundbarkeit_saurugg/'>Episode 94:</a> Systemisches Denken und gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/069-complexity_software/'>Episode 69:</a> Complexity in Software
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55:</a> Strukturen der Welt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/031-software-tom-konrad/'>Episode 31:</a> Software in der modernen Gesellschaft – Gespräch mit Tom Konrad
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27:</a> Wicked Problems
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://fee.org/ebooks/i-pencil/'>Leonard E. Read, I, Pencil (1958)</a></li>
<li><a href='https://www.ted.com/talks/matt_ridley_when_ideas_have_sex/transcript'>Matt Ridley, When Ideas have Sex, TED (2010)</a></li>
<li>Chris Clearfield, András Tilcsik, Meltdown, Atlantic Books (2018)</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Das Thema der heutigen Episode ist Kopplung in der Produktion moderner Produkte. Von Entkopplung und Arbeitsteilung, Commodities über erneute Kopplung durch Effizienzmaßnahmen, Schichten immer komplizierterer und komplexerer Produkte und Dienstleistungen bis hin zu systemischen Rückkopplungsphänomenen.</p>
<p>Diese Episode ist wieder ein Vorschlag zur Diskussion, sie ist nicht in allen Details ausgearbeitet und fordert Widerspruch und Ergänzung heraus.</p>
<p>Schreiben Sie mir!</p>
<p>Vergessen Sie auch nicht die Live-Podcast-Aufnahmen im Juni im Museumsquartier in Wien: tolle Gäste, herausragendes Ambiente. Die Gespräche starten ab 19:00 auf der Bühne im Haupthof des MQ (bei Schlechtwetter im Saal). Eintritt ist frei.</p>
<p>Ich freue mich sehr darauf Sie bei der Veranstaltung zu sehen und auch über die Themen diskutieren zu können.</p>
<p>Die Einladung gerne mit Freunden, Kollegen, Verwandten teilen!</p>
<p>Summerstage-Kalender:<br>
<a href='https://www.mqw.at/sommerbuehne'>https://www.mqw.at/sommerbuehne</a></p>
<p>6. Juni: Philipp Blom: Wissen<br>
<a href='https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-1-wissen'>https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-1-wissen</a></p>
<p>13.  Juni: John Haas: Macht und Ohnmacht<br>
<a href='https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-2-macht'>https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-2-macht</a></p>
<p>20. Juni: Daphne Hruby: Verantwortung<br>
<a href='https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-3-verantwortung'>https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-3-verantwortung</a></p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/094-systemisch_gesellschaft_verwundbarkeit_saurugg/'>Episode 94:</a> Systemisches Denken und gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/069-complexity_software/'>Episode 69:</a> Complexity in Software
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55:</a> Strukturen der Welt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/031-software-tom-konrad/'>Episode 31:</a> Software in der modernen Gesellschaft – Gespräch mit Tom Konrad
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27:</a> Wicked Problems
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://fee.org/ebooks/i-pencil/'>Leonard E. Read, I, Pencil (1958)</a></li>
<li><a href='https://www.ted.com/talks/matt_ridley_when_ideas_have_sex/transcript'>Matt Ridley, When Ideas have Sex, TED (2010)</a></li>
<li>Chris Clearfield, András Tilcsik, Meltdown, Atlantic Books (2018)</li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Das Thema der heutigen Episode ist Kopplung in der Produktion moderner Produkte. Von Entkopplung und Arbeitsteilung, Commodities über erneute Kopplung durch Effizienzmaßnahmen, Schichten immer komplizierterer und komplexerer Produkte und Dienstleistungen bis hin zu systemischen Rückkopplungsphänomenen.

Diese Episode ist wieder ein Vorschlag zur Diskussion, sie ist nicht in allen Details ausgearbeitet und fordert Widerspruch und Ergänzung heraus.

Schreiben Sie mir!

Vergessen Sie auch nicht die Live-Podcast-Aufnahmen im Juni im Museumsquartier in Wien: tolle Gäste, herausragendes Ambiente. Die Gespräche starten ab 19:00 auf der Bühne im Haupthof des MQ (bei Schlechtwetter im Saal). Eintritt ist frei.

Ich freue mich sehr darauf Sie bei der Veranstaltung zu sehen und auch über die Themen diskutieren zu können.

Die Einladung gerne mit Freunden, Kollegen, Verwandten teilen!

Summerstage-Kalender:
https://www.mqw.at/sommerbuehne

6. Juni: Philipp Blom: Wissen
https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-1-wissen

13.  Juni: John Haas: Macht und Ohnmacht
https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-2-macht

20. Juni: Daphne Hruby: Verantwortung
https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-3-verantwortung</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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    <item>
        <title>098 — Ist Gott tot? Ein philosophisches Gespräch mit Jan Juhani Steinmann</title>
        <itunes:title>098 — Ist Gott tot? Ein philosophisches Gespräch mit Jan Juhani Steinmann</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/098-ist_gott_tot_steinmann/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/098-ist_gott_tot_steinmann/#comments</comments>        <pubDate>Tue, 21 May 2024 05:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Das Thema der heutigen Episode ist mir, ebenso wie der Gast, ein besonderes Vergnügen: »Ist Gott tot?« Diese Frage verhandle ich mit Jan Juhani Steinmann.</p>
<p>Jan, in Bern geboren, mütterlicherseits Finne, ist Philosoph, Dichter und Theologe. Er hat  in Zürich, Berlin, St. Andrews, Heidelberg und Rom studiert. Forschungsaufenthalte wurden in Kopenhagen, Helsinki und Oxford durchgeführt. Seit 2019 ist er externer Lektor in Philosophie an der Universität Wien und seit 2023 an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Unter der Betreuung von Prof. Konrad Paul Liessmann hat er 2021 an der Universität Wien in Philosophie promoviert. Zurzeit forscht er am Institut Catholique de Paris, an der Università di Roma LUMSA sowie an der Faculty of Divinity der University of Cambridge zur poetischen Phänomenologie im Kontext des Denkens von Kierkegaard, Nietzsche und Heidegger. Er ist ferner Begründer des Kollektivs Omnibus Omnia.</p>
<p>Als persönliche Vorbemerkung zur Episode: Ich selbst bin Atheist / Agnostiker, aber stelle mir in den letzten Jahren immer häufiger die Frage, welche Rolle Religion beziehungsweise Glaube in der Strukturierung von Gesellschaften hat. Kann es sein, dass der Verlust von Religion oder Glaube in Summe für die Gesellschaft negative Folgen hat, die wir als »Aufklärer« nicht gerne sehen wollen? Stürzen wir gar ins Bodenlose?</p>
<p>So beginnen wir die Episode mit der Frage nach der Aufklärung: Was ist passiert, welche Strukturen wurden entfernt und was hat diese Strukturen ersetzt? Folgt man der Dialektik der Aufklärung (nach Adorno und Horkheimer) gibt es einen Pfad, der von der Aufklärung in die Barbarei des 20. Jahrhunderts mündet. Was ist davon zu halten, von einem Weg, der gewissermaßen von Kant bis Auschwitz reicht?</p>
<p>Wenn wir Nietzsche folgen: Ist Gott tot? Was hat er mit dieser Aussage eigentlich gemeint? Was oder wer ist dieser Gott, der nach Nietzsche tot sei?</p>

<p>»Ist Autonomie etwas, das dem Menschen wesenhaft zukommt?«</p>

<p>Schafft die Aufklärung nun Freiheit oder Unsicherheit oder gar beides? Das Projekt »des Westens« war eines, das stark mit dem Begriff der Freiheit verbunden (John Stuart Mill), aber haben wir die Kosten der Freiheit vergessen?</p>

<p>»Freiheit bedeutet entscheiden zu können, aber auch entscheiden zu müssen.«</p>

<p>Was hat es mit Freiheit und Verantwortung auf sich?</p>

<p>»Wir können nicht so tun, als ob der Mensch nicht frei wäre«</p>

<p>Ist dieser Begriff der Freiheit im Westen stärker ausgeprägt als in anderen Kulturen?</p>

<p>»Das Christentum war immer auch ein Verfechter der Freiheit des Menschen.«</p>

<p>Was ist das Zusammenspiel zwischen Gott und Religion? Gibt es Religion ohne Gott — denken wir etwa an die vielen parareligiösen aktivistischen Bewegungen der heutigen Zeit.</p>
<p>Kann Religion (kultur)evolutionär betrachtet werden im Sinne, dass es Gesellschaften leistungsfähiger gemacht hat? Nutzen versus Wahrheit und wie erklärt sich die Sehnsucht vieler Menschen nach dem Göttlichen, dem Transzendenten?</p>
<p>Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Wiener Kreis und der Positivismus eine dominierende philosophische Schule als Gegenbewegung zu metaphysischen Ideen? Auch Bertrand Russell kann in diesem Zusammenhang genannt werden. Was ist der Bezug dieser Traditionen zu Big Data oder Künstlicher Intelligenz?</p>

<p>»Selbst in einem materialistischen Weltbild treten Transzendenzen an allen Ecken und Enden auf.«</p>

<p>Was sind Monaden im Sinne von Leibniz und was ist deren Relevanz in der Frage nach Gott?</p>
<p>Neigen wir dazu, dort zu suchen, wo Licht ist und nicht unbedingt dort, wo wir die wichtigsten Dinge finden könnten? Bezwingt das Einfache das Relevante?</p>
<p>Setzt das Göttliche den Vernünftigkeitsrahmen all unserer Fragen? Wo beginnt Leben, wo beginnt Bewusstsein?</p>
<p>Benötigen wir Gott/Religion als Fundament menschlicher Moral? Ist eine Rückbindung an ein Absolutum notwendig? Welche Optionen haben wir für den Ausdruck von Moral?</p>
<ol><li>
Religiöse Tradition / Überlieferung
</li>
<li>
naturwissenschaftliche / philosophische Begründung
</li>
<li>
Relativismus
</li>
<li>
Nihilismus
</li>
</ol><p>Ist Gott also selbst als Illusion oder Fiktion immer noch nützlich?</p>

<p>»Wenn diese Religion (das Christentum) auch nicht wahr wäre, wäre sie doch moralisch das insgesamt fruchtbarste für ein globales Projekt der Koexistenz.«</p>

<p>Was aber ist der Startpunkt für philosophische Begründungen? Ist diese willkürlich? Denn es gibt eine Pluralität an zunächst nicht vermittelten moralischen Systemen. Gäbe es eine Pathologie der Vernunft, wenn alles uniform wäre?</p>
<p>Steht dann doch wieder ein Thema im Zentrum, auf das in diesem Podcast immer wieder Bezug genommen wird: der Dialog?</p>

<p>»Wir sind auf unsere Selbstüberschreitung hin angelegt.«</p>

<p>Was bedeutet Transzendenz? Ist es wichtig, Transzendenz in einer Gesellschaft zu haben, um diese Gesellschaft langfristig fruchtbar zu halten und auch Dinge wie Kunst zu ermöglichen, die über banalen und kurzfristigen Aktionismus hinausweist?</p>

<p>»Der Mensch lebt ständig in Transzendenzen — wir haben an etwas größerem Teil, das mehr ist als ich, und das uns überschreiten muss.«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/085-naturalismus/'>Episode 85:</a> Naturalismus — was weiß Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/083-merton_wissenschaft/'>Episode 83:</a> Robert Merton — Was ist Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/066-selbstverbesserung_anna_schaffner/'>Episode 66:</a> Selbstverbesserung — ein Gespräch mit Prof. Anna Schaffner
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/061-digitaler_humanismus-erich_prem/'>Episode 61:</a> Digitaler Humanismus, ein Gespräch mit Erich Prem
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/056-kunst_zukunft_hanno_rauterberg/'>Episode 56:</a> Kunst und Zukunft
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55:</a> Strukturen der Welt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/050-geburt_der_gegenwart_achim_landwehr/'>Episode 50:</a> Die Geburt der Gegenwart und die Entdeckung der Zukunft — ein Gespräch mit Prof. Achim Landwehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28:</a> Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!
</li>
</ul>
<p>Jan Juhani Steinmann</p>
<ul><li><a href='https://www.jjsteinmann.com'>Homepage Jan Juhani Steinmann</a></li>
<li><a href='https://www.omnibusomnia.com'>Omnibus Omnia</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/@HeresMundiMei/videos'>Jan Juhani Steinmann auf Youtube</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li>John Stuart Mill, On Liberty</li>
<li>G.W.F. Hegel: Phänomenologie des Geistes</li>
<li>Friedrich Nietzsche: Die fröhliche Wissenschaft</li>
<li>Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra</li>
<li>Adorno/Horkheimer: Dialektik der Aufklärung</li>
<li>Hans Urs von Balthasar: Glaubhaft ist nur Liebe</li>
<li>Romano Guardini: Freiheit, Gnade, Schicksal</li>
<li>Teilhard de Chardin: Der Mensch im Kosmos</li>
<li>David Bentley Hart: The Experience of God: Being, Consciousness, Bliss.</li>
<li>Bernhard Waldenfels: Hyperphänomene</li>
<li>Emmanuel Falque: Crossing the Rubicon</li>
<li>Johannes Hoff: Verteidigung des Heiligen</li>
<li>Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft</li>
<li>Immanuel Kant, Metaphysik der Sitten</li>
<li>Sam Harris, The Moral Landscape</li>
<li>Hilary Putnam, Vernunft, Wahrheit Geschichte</li>
<li><a href='https://www.weltethos.org/ueber-die-stiftung/was-ist-weltethos/'>Hans Küng, Weltethos Projekt</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Das Thema der heutigen Episode ist mir, ebenso wie der Gast, ein besonderes Vergnügen: »Ist Gott tot?« Diese Frage verhandle ich mit Jan Juhani Steinmann.</p>
<p>Jan, in Bern geboren, mütterlicherseits Finne, ist Philosoph, Dichter und Theologe. Er hat  in Zürich, Berlin, St. Andrews, Heidelberg und Rom studiert. Forschungsaufenthalte wurden in Kopenhagen, Helsinki und Oxford durchgeführt. Seit 2019 ist er externer Lektor in Philosophie an der Universität Wien und seit 2023 an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Unter der Betreuung von Prof. Konrad Paul Liessmann hat er 2021 an der Universität Wien in Philosophie promoviert. Zurzeit forscht er am Institut Catholique de Paris, an der Università di Roma LUMSA sowie an der Faculty of Divinity der University of Cambridge zur poetischen Phänomenologie im Kontext des Denkens von Kierkegaard, Nietzsche und Heidegger. Er ist ferner Begründer des Kollektivs Omnibus Omnia.</p>
<p>Als persönliche Vorbemerkung zur Episode: Ich selbst bin Atheist / Agnostiker, aber stelle mir in den letzten Jahren immer häufiger die Frage, welche Rolle Religion beziehungsweise Glaube in der Strukturierung von Gesellschaften hat. Kann es sein, dass der Verlust von Religion oder Glaube in Summe für die Gesellschaft negative Folgen hat, die wir als »Aufklärer« nicht gerne sehen wollen? Stürzen wir gar ins Bodenlose?</p>
<p>So beginnen wir die Episode mit der Frage nach der Aufklärung: Was ist passiert, welche Strukturen wurden entfernt und was hat diese Strukturen ersetzt? Folgt man der Dialektik der Aufklärung (nach Adorno und Horkheimer) gibt es einen Pfad, der von der Aufklärung in die Barbarei des 20. Jahrhunderts mündet. Was ist davon zu halten, von einem Weg, der gewissermaßen von Kant bis Auschwitz reicht?</p>
<p>Wenn wir Nietzsche folgen: Ist Gott tot? Was hat er mit dieser Aussage eigentlich gemeint? Was oder wer ist dieser Gott, der nach Nietzsche tot sei?</p>

<p>»Ist Autonomie etwas, das dem Menschen wesenhaft zukommt?«</p>

<p>Schafft die Aufklärung nun Freiheit oder Unsicherheit oder gar beides? Das Projekt »des Westens« war eines, das stark mit dem Begriff der Freiheit verbunden (John Stuart Mill), aber haben wir die Kosten der Freiheit vergessen?</p>

<p>»Freiheit bedeutet entscheiden zu können, aber auch entscheiden zu müssen.«</p>

<p>Was hat es mit Freiheit und Verantwortung auf sich?</p>

<p>»Wir können nicht so tun, als ob der Mensch nicht frei wäre«</p>

<p>Ist dieser Begriff der Freiheit im Westen stärker ausgeprägt als in anderen Kulturen?</p>

<p>»Das Christentum war immer auch ein Verfechter der Freiheit des Menschen.«</p>

<p>Was ist das Zusammenspiel zwischen Gott und Religion? Gibt es Religion ohne Gott — denken wir etwa an die vielen parareligiösen aktivistischen Bewegungen der heutigen Zeit.</p>
<p>Kann Religion (kultur)evolutionär betrachtet werden im Sinne, dass es Gesellschaften leistungsfähiger gemacht hat? Nutzen versus Wahrheit und wie erklärt sich die Sehnsucht vieler Menschen nach dem Göttlichen, dem Transzendenten?</p>
<p>Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Wiener Kreis und der Positivismus eine dominierende philosophische Schule als Gegenbewegung zu metaphysischen Ideen? Auch Bertrand Russell kann in diesem Zusammenhang genannt werden. Was ist der Bezug dieser Traditionen zu Big Data oder Künstlicher Intelligenz?</p>

<p>»Selbst in einem materialistischen Weltbild treten Transzendenzen an allen Ecken und Enden auf.«</p>

<p>Was sind Monaden im Sinne von Leibniz und was ist deren Relevanz in der Frage nach Gott?</p>
<p>Neigen wir dazu, dort zu suchen, wo Licht ist und nicht unbedingt dort, wo wir die wichtigsten Dinge finden könnten? Bezwingt das Einfache das Relevante?</p>
<p>Setzt das Göttliche den Vernünftigkeitsrahmen all unserer Fragen? Wo beginnt Leben, wo beginnt Bewusstsein?</p>
<p>Benötigen wir Gott/Religion als Fundament menschlicher Moral? Ist eine Rückbindung an ein Absolutum notwendig? Welche Optionen haben wir für den Ausdruck von Moral?</p>
<ol><li>
Religiöse Tradition / Überlieferung
</li>
<li>
naturwissenschaftliche / philosophische Begründung
</li>
<li>
Relativismus
</li>
<li>
Nihilismus
</li>
</ol><p>Ist Gott also selbst als Illusion oder Fiktion immer noch nützlich?</p>

<p>»Wenn diese Religion (das Christentum) auch nicht wahr wäre, wäre sie doch moralisch das insgesamt fruchtbarste für ein globales Projekt der Koexistenz.«</p>

<p>Was aber ist der Startpunkt für philosophische Begründungen? Ist diese willkürlich? Denn es gibt eine Pluralität an zunächst nicht vermittelten moralischen Systemen. Gäbe es eine Pathologie der Vernunft, wenn alles uniform wäre?</p>
<p>Steht dann doch wieder ein Thema im Zentrum, auf das in diesem Podcast immer wieder Bezug genommen wird: der Dialog?</p>

<p>»Wir sind auf unsere Selbstüberschreitung hin angelegt.«</p>

<p>Was bedeutet Transzendenz? Ist es wichtig, Transzendenz in einer Gesellschaft zu haben, um diese Gesellschaft langfristig fruchtbar zu halten und auch Dinge wie Kunst zu ermöglichen, die über banalen und kurzfristigen Aktionismus hinausweist?</p>

<p>»Der Mensch lebt ständig in Transzendenzen — wir haben an etwas größerem Teil, das mehr ist als ich, und das uns überschreiten muss.«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/085-naturalismus/'>Episode 85:</a> Naturalismus — was weiß Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/083-merton_wissenschaft/'>Episode 83:</a> Robert Merton — Was ist Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/066-selbstverbesserung_anna_schaffner/'>Episode 66:</a> Selbstverbesserung — ein Gespräch mit Prof. Anna Schaffner
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/061-digitaler_humanismus-erich_prem/'>Episode 61:</a> Digitaler Humanismus, ein Gespräch mit Erich Prem
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/056-kunst_zukunft_hanno_rauterberg/'>Episode 56:</a> Kunst und Zukunft
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55:</a> Strukturen der Welt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/050-geburt_der_gegenwart_achim_landwehr/'>Episode 50:</a> Die Geburt der Gegenwart und die Entdeckung der Zukunft — ein Gespräch mit Prof. Achim Landwehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28:</a> Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!
</li>
</ul>
<p>Jan Juhani Steinmann</p>
<ul><li><a href='https://www.jjsteinmann.com'>Homepage Jan Juhani Steinmann</a></li>
<li><a href='https://www.omnibusomnia.com'>Omnibus Omnia</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/@HeresMundiMei/videos'>Jan Juhani Steinmann auf Youtube</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li>John Stuart Mill, On Liberty</li>
<li>G.W.F. Hegel: Phänomenologie des Geistes</li>
<li>Friedrich Nietzsche: Die fröhliche Wissenschaft</li>
<li>Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra</li>
<li>Adorno/Horkheimer: Dialektik der Aufklärung</li>
<li>Hans Urs von Balthasar: Glaubhaft ist nur Liebe</li>
<li>Romano Guardini: Freiheit, Gnade, Schicksal</li>
<li>Teilhard de Chardin: Der Mensch im Kosmos</li>
<li>David Bentley Hart: The Experience of God: Being, Consciousness, Bliss.</li>
<li>Bernhard Waldenfels: Hyperphänomene</li>
<li>Emmanuel Falque: Crossing the Rubicon</li>
<li>Johannes Hoff: Verteidigung des Heiligen</li>
<li>Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft</li>
<li>Immanuel Kant, Metaphysik der Sitten</li>
<li>Sam Harris, The Moral Landscape</li>
<li>Hilary Putnam, Vernunft, Wahrheit Geschichte</li>
<li><a href='https://www.weltethos.org/ueber-die-stiftung/was-ist-weltethos/'>Hans Küng, Weltethos Projekt</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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Jan, in Bern geboren, mütterlicherseits Finne, ist Philosoph, Dichter und Theologe.

Aufklärung, Freiheit, Verantwortung, Religion, Parareligion, Positivismus, Wiener Kreis, Nietzsche, Adorno und Horkheimer, Digitalisierung, Moral</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episodeType>full</itunes:episodeType>
            </item>
    <item>
        <title>Einladung zur Live-Podcast-Aufnahme auf der MQ-Summerstage!</title>
        <itunes:title>Einladung zur Live-Podcast-Aufnahme auf der MQ-Summerstage!</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/2024-05-14_einladung_mq_juni/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/2024-05-14_einladung_mq_juni/#comments</comments>        <pubDate>Tue, 14 May 2024 14:21:15 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Im Rahmen der Summerstage des Museumsquartiers MQ in Wien finden im Juni drei Zukunft Denken Live-Podcast-Gespräche mit tollen Gesprächspartnern statt. </p>
<p>Die Gespräche starten ab 19:00 auf der Bühne im Haupthof des MQ (bei Schlechtwetter im Saal). Eintritt ist frei.</p>
<p>Ich freue mich sehr darauf Sie bei der Veranstaltung zu sehen und auch über die Themen diskutieren zu können.</p>
<p>Die Einladung gerne mit Freunden, Kollegen, Verwandten teilen!</p>
<p>Summerstage-Kalender:
<a href='https://www.mqw.at/sommerbuehne'>https://www.mqw.at/sommerbuehne</a></p>
<p>6. Juni: Philipp Blom: Wissen
<a href='https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-1-wissen'>https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-1-wissen</a></p>
<p>13.  Juni: John Haas: Macht und Ohnmacht
<a href='https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-2-macht'>https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-2-macht</a></p>
<p>20. Juni: Daphne Hruby: Verantwortung
<a href='https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-3-verantwortung'>https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-3-verantwortung</a></p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/051-vorbereiten_auf_disruption_saurugg_haas/'>Episode 51:</a> Vorbereiten auf die Disruption? Ein Gespräch mit Herbert Saurugg und John Haas
</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Im Rahmen der Summerstage des Museumsquartiers MQ in Wien finden im Juni drei Zukunft Denken Live-Podcast-Gespräche mit tollen Gesprächspartnern statt. </p>
<p>Die Gespräche starten ab 19:00 auf der Bühne im Haupthof des MQ (bei Schlechtwetter im Saal). Eintritt ist frei.</p>
<p>Ich freue mich sehr darauf Sie bei der Veranstaltung zu sehen und auch über die Themen diskutieren zu können.</p>
<p>Die Einladung gerne mit Freunden, Kollegen, Verwandten teilen!</p>
<p>Summerstage-Kalender:<br>
<a href='https://www.mqw.at/sommerbuehne'>https://www.mqw.at/sommerbuehne</a></p>
<p>6. Juni: Philipp Blom: Wissen<br>
<a href='https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-1-wissen'>https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-1-wissen</a></p>
<p>13.  Juni: John Haas: Macht und Ohnmacht<br>
<a href='https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-2-macht'>https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-2-macht</a></p>
<p>20. Juni: Daphne Hruby: Verantwortung<br>
<a href='https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-3-verantwortung'>https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-3-verantwortung</a></p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/051-vorbereiten_auf_disruption_saurugg_haas/'>Episode 51:</a> Vorbereiten auf die Disruption? Ein Gespräch mit Herbert Saurugg und John Haas
</li>
</ul>
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        <itunes:summary>Im Rahmen der Summerstage des Museumsquartiers MQ in Wien finden im Juni drei Zukunft Denken Live-Podcast-Gespräche mit tollen Gesprächspartnern statt. 

Die Gespräche starten ab 19:00 auf der Bühne im Haupthof des MQ (bei Schlechtwetter im Saal). Eintritt ist frei.

Ich freue mich sehr darauf Sie bei der Veranstaltung zu sehen und auch über die Themen diskutieren zu können.

Die Einladung gerne mit Freunden, Kollegen, Verwandten teilen!

Summerstage-Kalender:
https://www.mqw.at/sommerbuehne

6. Juni: Philipp Blom: Wissen
https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-1-wissen

13.  Juni: John Haas: Macht
https://www.mqw.at/programm/gespraech-zukunft-denken-teil-2-macht

20. Juni: Daphne Hruby: Verantwortung
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        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>097 — Der Untergang der Titanic</title>
        <itunes:title>097 — Der Untergang der Titanic</itunes:title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/097-titanic/#comments</comments>        <pubDate>Tue, 30 Apr 2024 05:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Eine sehr kurze Geschichte aus einem vergessenen Archiv.</p>
<p>Der Wahrheitsgehalt der Geschichte kann von mir leider in diesem Fall nicht hinreichend geprüft werden, also entscheiden Sie bitte selbst!</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55:</a> Strukturen der Welt
</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Eine sehr kurze Geschichte aus einem vergessenen Archiv.</p>
<p>Der Wahrheitsgehalt der Geschichte kann von mir leider in diesem Fall nicht hinreichend geprüft werden, also entscheiden Sie bitte selbst!</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55:</a> Strukturen der Welt
</li>
</ul>
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        <itunes:summary>Eine sehr kurze Geschichte aus einem vergessenen Archiv.

Der Wahrheitsgehalt der Geschichte kann von mir leider in diesem Fall nicht hinreichend geprüft werden, also entscheiden Sie bitte selbst!</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>096 — Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen? Ein Gespräch mit Vince Ebert</title>
        <itunes:title>096 — Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen? Ein Gespräch mit Vince Ebert</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/096-komoedie_vince_ebert/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/096-komoedie_vince_ebert/#comments</comments>        <pubDate>Fri, 26 Apr 2024 05:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>»Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen?« Wer könnte diese Frage besser beantworten als der Gesprächspartner der heutigen Episode?</p>
<p>Vince Ebert ist Diplom-Physiker und Kabarettist seit über 25 Jahren. In der ARD moderierte er jahrelang die Sendung „Wissen vor Acht“. Seine Bücher sind Bestseller und verkauften sich über eine Million Mal. Außerdem ist er ist einer der gefragtesten Vortragsredner Deutschlands.</p>
<p>Wie kommt es, dass sich Vince Eberts Weg von Naturwissenschaft und Physik ins Kabarett und zum beliebten Vortragsredner, "Hofnarren" (wie er es selbst bezeichnet) entwickelt hat? Ist eine solide naturwissenschaftliche Ausbildung eine gute Basis für die meisten Anforderungen, die die moderne Gesellschaft stellt?</p>

<p>»Ich habe nach dem Studium als Unternehmensberater gearbeitet. Als Physiker verstehen sie von Beratung genauso wenig wie wie ein BWLer auch, dafür in der Hälfte der Zeit.«</p>

<p>Steht heute zu häufig Wunschdenken vor Fakten, und hilft das naturwissenschaftliche Denken bei diesen Problemstellungen? Aber können wir die Welt wirklich rational erfassen? Welche Rolle spielen emotionale Bewertungen in der modernen Welt? </p>

<p>»The only law of history is the law of unintended consequences«, Niall Ferguson</p>

<p>Darf ein Politiker/Manager die Komplexität der Welt benennen oder muss er sie ignorieren? Muss er Sicherheit versprechen, wo keine ist? Was macht einen guten und (das könnte eine gänzlich andere Frage sein) erfolgreichen Politiker/Manager aus?</p>
<p>Die Liste der gefeierten Manager und Unternehmer, die nur wenige Jahre später bankrott oder verurteilt sind, ist groß und reicht von Jeffrey Skilling und Bernie Ebbers bis zu Elizabeth Holmes und Sam Bankman-Fried. Haben wir Schwierigkeiten damit, Führungspersönlichkeiten differenziert zu betrachten?</p>
<p>Andererseits hat die Covid-Krise nahegelegt, dass nur die wenigen Experten, die differenziert und selbstkritisch gehandelt haben, wie etwa der Schwede Anders Tegnell, ihre Vertrauenswürdigkeit nicht verloren haben. Vielleicht hat aber auch die Covid-, Energiewende- und Wirtschaftskrise die Situation verändert?</p>

<p>»Es ist lange Zeit nicht aufgefallen, wenn man Mist gebaut hat.«</p>

<p>Welche Rolle spielt (vermeintlicher) Perfektionismus im Versagen der letzten Jahre in zahlreichen Krisen? Gibt es in der komplexen Welt gibt es keine perfekten Lösungen, sondern immer nur Abwägungen von Dilemmata?</p>
<p>Retten wir die Welt, wenn wir alle Ressourcen auf eine (wie ausgewählte?) Krise richten? Sind wir als moderne Gesellschaft nicht in der Lage breiter zu denken und wie kann man auf die Idee kommen, dass man auf eine kommende Katastrophe als Gesellschaft gut vorbereitet ist, wenn man zuvor Wirtschaft und Gesellschaft beschädigt? Reaktion auf fast alle kommenden Krisen benötigt funktionierende Strukturen, Kompetenz und Ressourcen.</p>

<p>»Der Satz, wie müssen mehr verzichten, stammt ironischerweise immer von Menschen, die sowieso keine wirtschaftlichen Probleme haben.«</p>

<p>Sind viele der aktuelle populären Aktivisten eher para-religiöse Bewegungen? Alle religiösen »Tugenden« sind zu finden:</p>
<ul><li>Verzicht,</li>
<li>Propheten,</li>
<li>man kann erlöst werden, indem man rituelle Handlungen vollzieht,</li>
<li>Sinngebung erfolgt aus der Bewegung</li>
<li>und man ist überzeugt absolute Wahrheiten zu verkünden?</li>
</ul>
<p>Erleben wir in der öffentlichen und politischen Diskussion einen destruktiven Effekt durch übertriebene Moralisierung?</p>
<p>Was ist das neue Programm von Vince Ebert und wie spricht es die aktuelle Situation der Gesellschaft an?</p>

<p>»Wir waren früher in Diskussionen schon weiter.«</p>

<p>Es war früher auf der Bühne, im Film, in der Kunst viel mehr möglich. Warum machen wir in den letzten Jahren erhebliche Rückschritte? Wieso polarisieren selbst vernünftige, normalen Aussagen? Ist die Gesellschaft gar nicht gespalten, sondern nur die Rezeption kleiner und an sich wenig relevanter, aber lautstarke Randgruppen?</p>
<p>Wie hat sich der Begriff der Freiheit von etwa John Stuart Mill bis heute verändert? Haben wir Angst vor Freiheit und wollen den Staat bis in unser privates Leben entscheiden lassen?</p>
<p>Wie lange ist diese Vollkasko-Mentalität noch haltbar?</p>

<p>»Politiker behandelnd uns als wären wir 10 jährige Kinder, aber viele von uns - das ist die bittere Wahrheit - wollen auch wie 10 jährige Kinder behandelt werden.«</p>

<p>So kann aber eine komplexe Gesellschaft nicht funktionieren. Was dazu kommt: Derjenige, der etwas mit eigenem Risiko schafft wurde langsam aber stetig zum Feindbild aufgebaut.</p>

<p>»Wir Deutsche können mit Freiheit schlecht umgehen.«</p>

<p>Mit Vollkasko-Mentalität und dem Glauben an unsere unbesiegbare Überlegenheit werden wir die Zukunft nicht bewältigen.</p>

<p>»Vor zwanzig Jahren hat China noch kopiert, inzwischen haben sie diese Stufe überschritten […] Es ist bei vielen Leuten in Deutschland immer noch nicht angekommen, dass wir in einer immensen Wirtschaftskrise stecken.«</p>

<p>Es scheint, wir leben hier in mehreren Realitäten und große Teile der Elite kapseln sich in von der Realität immer stärker entkoppelten Enklaven ab.</p>
<p>Vince Ebert kritisiert diese Entwicklungen auch in seinem Artikel »Vor Theoretikern wird gewarnt«. Häufig wird der Eindruck vermittelt, wenn es am akademischen Reißbrett steht, ist es auch möglich — und das stimmt schlicht nicht.</p>
<p>Ist es folglich überraschend, dass viele Menschen Vertrauen in Expertise verloren haben, oder eher ein positives Zeichen, daß Veränderung fordert? Gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen Wissen und Expertise? Ist ein wesentlicher Teil des Problems, dass es für akademische Eliten kein »Skin in the Game« gibt, sprich: falsche Vorhersagen haben zwar für die Gesellschaft große Folgen, aber nicht für den falschen Propheten?</p>

<p>»Wenn man nur im Elfenbeinturm sitzt, kann man bestimmte Faktoren einfach nicht abschätzen.« und dies gepaart mit »Theoretischer Arroganz — wenn ich diese Faktoren nicht in meiner Machbarkeitsstudie drinnen habe, dann existieren sich auch nicht.«</p>

<p></p>
<p>Im Umfang der Nutzungsbedingungen einer simplen App hat man früher Staatsverträge gemacht.</p>

<p>»Wir versuchen immer mehr uns vor Risiken abzusichern, und merken überhaupt nicht, dass das überhaupt das größte Risiko ist.«</p>

<p>Zurückkommend auf das Dürrenmatt-Zitat. Ist der heutigen Welt nur mehr mit der Komödie beizukommen und besteht die Gefahr in den Zynismus abzugleiten?</p>
<p>Zum Abschluss: Vergessen Sie nicht, das neues Programm von Vince Ebert: Vince of Change zu besuchen!</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/091-heidi_klum_universitaet/'>Episode 91:</a> Die Heidi-Klum-Universität, ein Gespräch mit Prof. Ehrmann und Prof. Sommer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/081-lars_schernikau-energie_ressourcen/'>Episode 81:</a> Energie und Ressourcen, ein Gespräch mit Dr. Lars Schernikau
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/062-wirtschaft_umwelt_sinn/'>Episode 62:</a> Wirtschaft und Umwelt, ein Gespräch mit Prof. Hans-Werner Sinn
</li>
</ul>
<p>Vince Ebert</p>
<ul><li><a href='https://www.vince-ebert.de'>Vince Ebert Webseite</a></li>
<li><a href='https://www.vince-ebert.de/tour/'>Vince Ebert Programm/Tour</a></li>
<li>Vince Ebert, Lichtblick statt Blackout: Warum wir beim Weltverbessern neu denken müssen, dtv (2022)</li>
<li>Vince Ebert, Unberechenbar: Warum das Leben zu komplex ist, um es perfekt zu planen</li>
<li>Vor Theoretikern wird gewarnt, Rowohlt (2016)</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=wC5AG7JDUfY&amp;t=5s'>ReasonTV, The Truth about Swedens Covid-Policy (2023)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=o-Cl3i5tSPM'>Niall Ferguson on Regulation (2023)</a></li>
<li><a href='https://gutenberg.org/files/34901/34901-h/34901-h.htm'>John Stuart Mill, On Liberty, Projekt Gutenberg (1859)</a></li>
<li>Konrad Paul Liessmann, Lauter Lügen, Paul Zsolnay Verlag (2023)</li>
<li>Thomas Sowell, Intellectuals an Society, Basic Books (2012)</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>»Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen?« Wer könnte diese Frage besser beantworten als der Gesprächspartner der heutigen Episode?</p>
<p>Vince Ebert ist Diplom-Physiker und Kabarettist seit über 25 Jahren. In der ARD moderierte er jahrelang die Sendung „Wissen vor Acht“. Seine Bücher sind Bestseller und verkauften sich über eine Million Mal. Außerdem ist er ist einer der gefragtesten Vortragsredner Deutschlands.</p>
<p>Wie kommt es, dass sich Vince Eberts Weg von Naturwissenschaft und Physik ins Kabarett und zum beliebten Vortragsredner, "Hofnarren" (wie er es selbst bezeichnet) entwickelt hat? Ist eine solide naturwissenschaftliche Ausbildung eine gute Basis für die meisten Anforderungen, die die moderne Gesellschaft stellt?</p>

<p>»Ich habe nach dem Studium als Unternehmensberater gearbeitet. Als Physiker verstehen sie von Beratung genauso wenig wie wie ein BWLer auch, dafür in der Hälfte der Zeit.«</p>

<p>Steht heute zu häufig Wunschdenken vor Fakten, und hilft das naturwissenschaftliche Denken bei diesen Problemstellungen? Aber können wir die Welt wirklich rational erfassen? Welche Rolle spielen emotionale Bewertungen in der modernen Welt? </p>

<p>»The only law of history is the law of unintended consequences«, Niall Ferguson</p>

<p>Darf ein Politiker/Manager die Komplexität der Welt benennen oder muss er sie ignorieren? Muss er Sicherheit versprechen, wo keine ist? Was macht einen guten und (das könnte eine gänzlich andere Frage sein) erfolgreichen Politiker/Manager aus?</p>
<p>Die Liste der gefeierten Manager und Unternehmer, die nur wenige Jahre später bankrott oder verurteilt sind, ist groß und reicht von <em>Jeffrey Skilling</em> und <em>Bernie Ebbers</em> bis zu <em>Elizabeth Holmes</em> und <em>Sam Bankman-Fried</em>. Haben wir Schwierigkeiten damit, Führungspersönlichkeiten differenziert zu betrachten?</p>
<p>Andererseits hat die Covid-Krise nahegelegt, dass nur die wenigen Experten, die differenziert und selbstkritisch gehandelt haben, wie etwa der Schwede <em>Anders Tegnell</em>, ihre Vertrauenswürdigkeit nicht verloren haben. Vielleicht hat aber auch die Covid-, Energiewende- und Wirtschaftskrise die Situation verändert?</p>

<p>»Es ist lange Zeit nicht aufgefallen, wenn man Mist gebaut hat.«</p>

<p>Welche Rolle spielt (vermeintlicher) Perfektionismus im Versagen der letzten Jahre in zahlreichen Krisen? Gibt es in der komplexen Welt gibt es keine perfekten Lösungen, sondern immer nur Abwägungen von Dilemmata?</p>
<p>Retten wir die Welt, wenn wir alle Ressourcen auf eine (wie ausgewählte?) Krise richten? Sind wir als moderne Gesellschaft nicht in der Lage breiter zu denken und wie kann man auf die Idee kommen, dass man auf eine kommende Katastrophe als Gesellschaft gut vorbereitet ist, wenn man zuvor Wirtschaft und Gesellschaft beschädigt? Reaktion auf fast alle kommenden Krisen benötigt funktionierende Strukturen, Kompetenz und Ressourcen.</p>

<p>»Der Satz, wie müssen mehr verzichten, stammt ironischerweise immer von Menschen, die sowieso keine wirtschaftlichen Probleme haben.«</p>

<p>Sind viele der aktuelle populären Aktivisten eher para-religiöse Bewegungen? Alle religiösen »Tugenden« sind zu finden:</p>
<ul><li>Verzicht,</li>
<li>Propheten,</li>
<li>man kann erlöst werden, indem man rituelle Handlungen vollzieht,</li>
<li>Sinngebung erfolgt aus der Bewegung</li>
<li>und man ist überzeugt absolute Wahrheiten zu verkünden?</li>
</ul>
<p>Erleben wir in der öffentlichen und politischen Diskussion einen destruktiven Effekt durch übertriebene Moralisierung?</p>
<p>Was ist das neue Programm von Vince Ebert und wie spricht es die aktuelle Situation der Gesellschaft an?</p>

<p>»Wir waren früher in Diskussionen schon weiter.«</p>

<p>Es war früher auf der Bühne, im Film, in der Kunst viel mehr möglich. Warum machen wir in den letzten Jahren erhebliche Rückschritte? Wieso polarisieren selbst vernünftige, normalen Aussagen? Ist die Gesellschaft gar nicht gespalten, sondern nur die Rezeption kleiner und an sich wenig relevanter, aber lautstarke Randgruppen?</p>
<p>Wie hat sich der Begriff der Freiheit von etwa John Stuart Mill bis heute verändert? Haben wir Angst vor Freiheit und wollen den Staat bis in unser privates Leben entscheiden lassen?</p>
<p>Wie lange ist diese Vollkasko-Mentalität noch haltbar?</p>

<p>»Politiker behandelnd uns als wären wir 10 jährige Kinder, aber viele von uns - das ist die bittere Wahrheit - wollen auch wie 10 jährige Kinder behandelt werden.«</p>

<p>So kann aber eine komplexe Gesellschaft nicht funktionieren. Was dazu kommt: Derjenige, der etwas mit eigenem Risiko schafft wurde langsam aber stetig zum Feindbild aufgebaut.</p>

<p>»Wir Deutsche können mit Freiheit schlecht umgehen.«</p>

<p>Mit Vollkasko-Mentalität und dem Glauben an unsere unbesiegbare Überlegenheit werden wir die Zukunft nicht bewältigen.</p>

<p>»Vor zwanzig Jahren hat China noch kopiert, inzwischen haben sie diese Stufe überschritten […] Es ist bei vielen Leuten in Deutschland immer noch nicht angekommen, dass wir in einer immensen Wirtschaftskrise stecken.«</p>

<p>Es scheint, wir leben hier in mehreren Realitäten und große Teile der Elite kapseln sich in von der Realität immer stärker entkoppelten Enklaven ab.</p>
<p>Vince Ebert kritisiert diese Entwicklungen auch in seinem Artikel <em>»Vor Theoretikern wird gewarnt«.</em> Häufig wird der Eindruck vermittelt, wenn es am akademischen Reißbrett steht, ist es auch möglich — und das stimmt schlicht nicht.</p>
<p>Ist es folglich überraschend, dass viele Menschen Vertrauen in Expertise verloren haben, oder eher ein positives Zeichen, daß Veränderung fordert? Gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen Wissen und Expertise? Ist ein wesentlicher Teil des Problems, dass es für akademische Eliten kein »Skin in the Game« gibt, sprich: falsche Vorhersagen haben zwar für die Gesellschaft große Folgen, aber nicht für den falschen Propheten?</p>

<p>»Wenn man nur im Elfenbeinturm sitzt, kann man bestimmte Faktoren einfach nicht abschätzen.« und dies gepaart mit »Theoretischer Arroganz — wenn ich diese Faktoren nicht in meiner Machbarkeitsstudie drinnen habe, dann existieren sich auch nicht.«</p>

<p></p>
<p>Im Umfang der Nutzungsbedingungen einer simplen App hat man früher Staatsverträge gemacht.</p>

<p>»Wir versuchen immer mehr uns vor Risiken abzusichern, und merken überhaupt nicht, dass das überhaupt das größte Risiko ist.«</p>

<p>Zurückkommend auf das Dürrenmatt-Zitat. Ist der heutigen Welt nur mehr mit der Komödie beizukommen und besteht die Gefahr in den Zynismus abzugleiten?</p>
<p>Zum Abschluss: Vergessen Sie nicht, das neues Programm von Vince Ebert: <em>Vince of Change</em> zu besuchen!</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/091-heidi_klum_universitaet/'>Episode 91:</a> Die Heidi-Klum-Universität, ein Gespräch mit Prof. Ehrmann und Prof. Sommer
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/081-lars_schernikau-energie_ressourcen/'>Episode 81:</a> Energie und Ressourcen, ein Gespräch mit Dr. Lars Schernikau
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/062-wirtschaft_umwelt_sinn/'>Episode 62:</a> Wirtschaft und Umwelt, ein Gespräch mit Prof. Hans-Werner Sinn
</li>
</ul>
<p>Vince Ebert</p>
<ul><li><a href='https://www.vince-ebert.de'>Vince Ebert Webseite</a></li>
<li><a href='https://www.vince-ebert.de/tour/'>Vince Ebert Programm/Tour</a></li>
<li>Vince Ebert, Lichtblick statt Blackout: Warum wir beim Weltverbessern neu denken müssen, dtv (2022)</li>
<li>Vince Ebert, Unberechenbar: Warum das Leben zu komplex ist, um es perfekt zu planen</li>
<li>Vor Theoretikern wird gewarnt, Rowohlt (2016)</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=wC5AG7JDUfY&amp;t=5s'>ReasonTV, The Truth about Swedens Covid-Policy (2023)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=o-Cl3i5tSPM'>Niall Ferguson on Regulation (2023)</a></li>
<li><a href='https://gutenberg.org/files/34901/34901-h/34901-h.htm'>John Stuart Mill, On Liberty, Projekt Gutenberg (1859)</a></li>
<li>Konrad Paul Liessmann, Lauter Lügen, Paul Zsolnay Verlag (2023)</li>
<li>Thomas Sowell, Intellectuals an Society, Basic Books (2012)</li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>»Ist der heutigen Welt nur mehr mit Komödie beizukommen?« Wer könnte diese Frage besser beantworten als der Gesprächspartner der heutigen Episode?

Vince Ebert ist Diplom-Physiker und Kabarettist seit über 25 Jahren. In der ARD moderierte er jahrelang die Sendung „Wissen vor Acht“. Seine Bücher sind Bestseller und verkauften sich über eine Million Mal. Außerdem ist er ist einer der gefragtesten Vortragsredner Deutschlands.

Wie kommt es, dass sich Vince Eberts Weg von Naturwissenschaft und Physik ins Kabarett und zum beliebten Vortragsredner, ”Hofnarren” (wie er es selbst bezeichnet) entwickelt hat? Ist eine solide naturwissenschaftliche Ausbildung eine gute Basis für die meisten Anforderungen, die die moderne Gesellschaft stellt?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>095 — Geopolitik und Militär, ein Gespräch mit Brigadier Prof. Walter Feichtinger</title>
        <itunes:title>095 — Geopolitik und Militär, ein Gespräch mit Brigadier Prof. Walter Feichtinger</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/095-geopolitik_militaer_feichtinger/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/095-geopolitik_militaer_feichtinger/#comments</comments>        <pubDate>Fri, 12 Apr 2024 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Seit Längerem liegt mir ein Thema am Herzen, nämlich die Frage, welche Rolle Militär in der heutigen Zeit spielt, wie sich die Situation über die letzten Jahrzehnte — zur Überraschung vieler, auch mir — verändert hat und was wir in Zukunft erwarten können.</p>
<p>Nun ist es mir zum Glück gelungen, einen der führenden Experten in diesem Themenbereich zu einem Gespräch einzuladen, Prof. Walter Feichtinger.</p>
<p>Prof. Feichtinger ist Sicherheitsexperte, Brigadier im Ruhestand, und Präsident des Center for Strategic Analysis. </p>
<p>Vor einigen Jahrzehnten wurde vom »Ende der Geschichte« gesprochen, die Berliner Mauer ist gefallen, die liberale Marktwirtschaft wird dominieren und Staaten, die voneinander immer stärker ökonomisch abhängig sind, greifen einander nicht an. Militär wird also zunehmend überflüssig. So meine Logik und die Logik vieler anderer damals. </p>
<p>Wie konnte ich so falsch liegen?</p>
<p>Die Idee, dass der Weste das Weltgeschehen dominiert — wirtschaftlich und kulturell — gilt heute wohl nicht mehr? Hat Realitätsverweigerung dominiert?</p>
<p>Jedenfalls wurde Militär systematisch abgerüstet. Was sind die Folgen?</p>
<p>Was passiert in den wirklichen Konfliktfeldern der Welt, haben wir es dort mit rationalen Akteuren zu tun? Denken wir an den Irak, Westbalkan, Afghanistan, Russland?</p>
<p>Was ist beim Arabischen Frühling (2011) passiert? Ist spätestens zu diesem Zeitpunkt die klare Ablehnung westlicher Lebensvorstellungen offensichtlich geworden?</p>
<p>Je mehr Interdependenz, desto mehr geopolitische Sicherheit hat sich wohl als schwerwiegende Fehleinschätzung herausgestellt; aber wie sollen wir international mit Abhängigkeiten umgehen?</p>
<p>Ähnliche Fehler wurden schon in der Vergangenheit begangen, denken wir an die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, ohne dass wir die Lehren daraus gezogen hätten; wie Thomas Sowell schreibt:</p>

<p>“Being a pacifist in the 1920s and 1930s was a badge of honor, and pacifist phrases facilitated admission to the circles of the self-congratulatory elites. […] </p>
<p>At a 1935 rally of the British Labor Party, economist Roy Harrod heard a candidate proclaim that Britain ought to disarm 'as an example to the others'—a very common argument at that time. […] </p>
<p>If Britain would reduce its armed forces, as Bertrand Russell advocated, 'we should threaten no one, and no one would have any motive to make war on us.'”</p>

<p>Was bedeutet nun Friede und wie kann dieser erreicht werden?</p>

<p>»Si vis pacem para bellum«</p>

<p>Wie zwischen sinnvoller Abschreckung und Rüstungswettlauf navigieren?</p>

<p>»Das Phänomen Krieg besteht noch immer im politischen Alltag.«</p>

<p>Abschreckung — siehe Kalter Krieg in den 1980ern — ist immer ein wesentliches Element in internationalen Beziehungen. Abschreckung setzt aber militärische und entsprechende politische Stärke gleichermaßen voraus.</p>
<p>Welche Rolle spielt Rüstungskontrolle in diesem Kontext?</p>
<p>Wer sind heute eigentlich die Akteure, die Großen und die Mittelmächte; wie hat sich die Situation verändert? Erleben wir neue Stellvertreterkriege mit der Gefahr ungewollter Eskalation durch Mittelmächte?</p>
<p>Was ist die Rolle der UNO und anderer internationaler Organisationen, im Besonderen auch des Sicherheitsrates; einerseits in der historischen, andererseits in der aktuellen Perspektive und mit Blick in die Zukunft?</p>
<p>Wer hat die bisherige Weltordnung dominiert und wer fordert die bisherigen Akteure heraus? Der Westen ist stark in die Defensive geraten — kommen wir aus dieser Position der globalen Schwäche wieder heraus?</p>

<p>»Das höchste Gut ist die Glaubwürdigkeit.«</p>

<p>Was ist heute eigentlich das Schlachtfeld? Kann ein Krieg heute überhaupt gewonnen werden?</p>

<p>»Wir befinden uns heute in einer Sphäre der permanenten Auseinandersetzung«</p>

<p>Der Kampf der Narrative! Nichts ist schwarz-weiß, welcher Geschichte darf man hier überhaupt noch Glauben schenken?</p>

<p>»Es geht darum, dem Gegner den eigenen Willen aufzuzwingen und dies muss nicht mit Militär geschehen.«</p>

<p>Es gibt kein einfaches »Freund/Feind« Schema mehr. Wie sollen wir damit umgehen? Bei der heutigen hybriden Machtprojektion gibt es selten einen klaren Sieger.</p>

<p>»Den Krieg im herkömmlichen Sinne gibt es nicht mehr«</p>

<p>Welche Rolle spielt das neue Kampfmittel »Drone«? Sowohl am »konventionellen« Schlachtfeld als auch in der zu erwartenden Zukunft? Welche Rolle spielt — allgemeiner gefragt — die Digitalisierung in diesen hybriden Kriegen?</p>
<p>Wie verändert sich die zeitliche Dimension am Schlachtfeld und was hat dies für systemische Effekte? Welche Rolle kann der Mensch unter diesen Rahmenbedingungen noch spielen?</p>

<p>»Die Technologie ist immer schneller als die Regulierung«</p>

<p>Sind Attacken in der Zukunft überhaupt noch Akteuren zuordenbar?</p>

<p>Wir erleben »die Enthegung des Krieges durch technische Neuerungen«</p>

<p>Wie bekommen wir wieder mehr Resilienz in die globalen Systeme?</p>
<p>Welche globalen Akteure haben überhaupt die technologische Stärke, um eine Rolle spielen zu können? Wie sieht die Situation im Nahen und Mittleren Osten aus? Alles düster oder gibt es Grund zur Hoffnung?</p>
<p>Welche Rolle spielt CSA Austria und Österreich als neutrales Land in dieser Gemengelage?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/094-systemisch_gesellschaft_verwundbarkeit_saurugg/'>Episode 94:</a> Systemisches Denken und gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/061-digitaler_humanismus-erich_prem/'>Episode 61:</a> Digitaler Humanismus, ein Gespräch mit Erich Prem
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/051-vorbereiten_auf_disruption_saurugg_haas/'>Episode 51:</a> Vorbereiten auf die Disruption? Ein Gespräch mit Herbert Saurugg und John Haas
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen
</li>
</ul>
<p>Prof. Feichtinger</p>
<ul><li><a href='https://csa-austria.eu/people/#feichtinger-section'>Brigadier Prof. Dr. Walter Feichtinger</a></li>
<li><a href='https://csa-austria.eu/'>Center for Strategic Analysis</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li>Francis Fukuyama, Das Ende der Geschichte, Hoffmann und Campe (2022)</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=U622DUytGAY'>The Truth About War with Combat Veteran Kelsi Sheren, Triggernometry (2024)</a></li>
<li>Thomas Sowell, Intellectuals and Society, Basic Books (2012)</li>
<li><a href='https://www.nytimes.com/2024/02/25/world/europe/cia-ukraine-intelligence-russia-war.html'>The Spy War: How the C.I.A. Secretly Helps Ukraine Fight Putin, New York Times, 25. Feb 2024</a>; <a href='https://archive.is/JzrYj'>Archive.is</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Seit Längerem liegt mir ein Thema am Herzen, nämlich die Frage, welche Rolle Militär in der heutigen Zeit spielt, wie sich die Situation über die letzten Jahrzehnte — zur Überraschung vieler, auch mir — verändert hat und was wir in Zukunft erwarten können.</p>
<p>Nun ist es mir zum Glück gelungen, einen der führenden Experten in diesem Themenbereich zu einem Gespräch einzuladen, Prof. Walter Feichtinger.</p>
<p>Prof. Feichtinger ist Sicherheitsexperte, Brigadier im Ruhestand, und Präsident des Center for Strategic Analysis. </p>
<p>Vor einigen Jahrzehnten wurde vom »Ende der Geschichte« gesprochen, die Berliner Mauer ist gefallen, die liberale Marktwirtschaft wird dominieren und Staaten, die voneinander immer stärker ökonomisch abhängig sind, greifen einander nicht an. Militär wird also zunehmend überflüssig. So meine Logik und die Logik vieler anderer damals. </p>
<p>Wie konnte ich so falsch liegen?</p>
<p>Die Idee, dass der Weste das Weltgeschehen dominiert — wirtschaftlich und kulturell — gilt heute wohl nicht mehr? Hat Realitätsverweigerung dominiert?</p>
<p>Jedenfalls wurde Militär systematisch abgerüstet. Was sind die Folgen?</p>
<p>Was passiert in den wirklichen Konfliktfeldern der Welt, haben wir es dort mit rationalen Akteuren zu tun? Denken wir an den Irak, Westbalkan, Afghanistan, Russland?</p>
<p>Was ist beim Arabischen Frühling (2011) passiert? Ist spätestens zu diesem Zeitpunkt die klare Ablehnung westlicher Lebensvorstellungen offensichtlich geworden?</p>
<p>Je mehr Interdependenz, desto mehr geopolitische Sicherheit hat sich wohl als schwerwiegende Fehleinschätzung herausgestellt; aber wie sollen wir international mit Abhängigkeiten umgehen?</p>
<p>Ähnliche Fehler wurden schon in der Vergangenheit begangen, denken wir an die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, ohne dass wir die Lehren daraus gezogen hätten; wie Thomas Sowell schreibt:</p>

<p>“Being a pacifist in the 1920s and 1930s was a badge of honor, and pacifist phrases facilitated admission to the circles of the self-congratulatory elites. […] </p>
<p>At a 1935 rally of the British Labor Party, economist Roy Harrod heard a candidate proclaim that Britain ought to disarm 'as an example to the others'—a very common argument at that time. […] </p>
<p>If Britain would reduce its armed forces, as Bertrand Russell advocated, 'we should threaten no one, and no one would have any motive to make war on us.'”</p>

<p>Was bedeutet nun Friede und wie kann dieser erreicht werden?</p>

<p>»Si vis pacem para bellum«</p>

<p>Wie zwischen sinnvoller Abschreckung und Rüstungswettlauf navigieren?</p>

<p>»Das Phänomen Krieg besteht noch immer im politischen Alltag.«</p>

<p>Abschreckung — siehe Kalter Krieg in den 1980ern — ist immer ein wesentliches Element in internationalen Beziehungen. Abschreckung setzt aber militärische und entsprechende politische Stärke gleichermaßen voraus.</p>
<p>Welche Rolle spielt Rüstungskontrolle in diesem Kontext?</p>
<p>Wer sind heute eigentlich die Akteure, die Großen und die Mittelmächte; wie hat sich die Situation verändert? Erleben wir neue Stellvertreterkriege mit der Gefahr ungewollter Eskalation durch Mittelmächte?</p>
<p>Was ist die Rolle der UNO und anderer internationaler Organisationen, im Besonderen auch des Sicherheitsrates; einerseits in der historischen, andererseits in der aktuellen Perspektive und mit Blick in die Zukunft?</p>
<p>Wer hat die bisherige Weltordnung dominiert und wer fordert die bisherigen Akteure heraus? Der Westen ist stark in die Defensive geraten — kommen wir aus dieser Position der globalen Schwäche wieder heraus?</p>

<p>»Das höchste Gut ist die Glaubwürdigkeit.«</p>

<p>Was ist heute eigentlich das Schlachtfeld? Kann ein Krieg heute überhaupt gewonnen werden?</p>

<p>»Wir befinden uns heute in einer Sphäre der permanenten Auseinandersetzung«</p>

<p>Der Kampf der Narrative! Nichts ist schwarz-weiß, welcher Geschichte darf man hier überhaupt noch Glauben schenken?</p>

<p>»Es geht darum, dem Gegner den eigenen Willen aufzuzwingen und dies muss nicht mit Militär geschehen.«</p>

<p>Es gibt kein einfaches »Freund/Feind« Schema mehr. Wie sollen wir damit umgehen? Bei der heutigen hybriden Machtprojektion gibt es selten einen klaren Sieger.</p>

<p>»Den Krieg im herkömmlichen Sinne gibt es nicht mehr«</p>

<p>Welche Rolle spielt das neue Kampfmittel »Drone«? Sowohl am »konventionellen« Schlachtfeld als auch in der zu erwartenden Zukunft? Welche Rolle spielt — allgemeiner gefragt — die Digitalisierung in diesen hybriden Kriegen?</p>
<p>Wie verändert sich die zeitliche Dimension am Schlachtfeld und was hat dies für systemische Effekte? Welche Rolle kann der Mensch unter diesen Rahmenbedingungen noch spielen?</p>

<p>»Die Technologie ist immer schneller als die Regulierung«</p>

<p>Sind Attacken in der Zukunft überhaupt noch Akteuren zuordenbar?</p>

<p>Wir erleben »die Enthegung des Krieges durch technische Neuerungen«</p>

<p>Wie bekommen wir wieder mehr Resilienz in die globalen Systeme?</p>
<p>Welche globalen Akteure haben überhaupt die technologische Stärke, um eine Rolle spielen zu können? Wie sieht die Situation im Nahen und Mittleren Osten aus? Alles düster oder gibt es Grund zur Hoffnung?</p>
<p>Welche Rolle spielt CSA Austria und Österreich als neutrales Land in dieser Gemengelage?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/094-systemisch_gesellschaft_verwundbarkeit_saurugg/'>Episode 94:</a> Systemisches Denken und gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/061-digitaler_humanismus-erich_prem/'>Episode 61:</a> Digitaler Humanismus, ein Gespräch mit Erich Prem
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/051-vorbereiten_auf_disruption_saurugg_haas/'>Episode 51:</a> Vorbereiten auf die Disruption? Ein Gespräch mit Herbert Saurugg und John Haas
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen
</li>
</ul>
<p>Prof. Feichtinger</p>
<ul><li><a href='https://csa-austria.eu/people/#feichtinger-section'>Brigadier Prof. Dr. Walter Feichtinger</a></li>
<li><a href='https://csa-austria.eu/'>Center for Strategic Analysis</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li>Francis Fukuyama, Das Ende der Geschichte, Hoffmann und Campe (2022)</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=U622DUytGAY'>The Truth About War with Combat Veteran Kelsi Sheren, Triggernometry (2024)</a></li>
<li>Thomas Sowell, Intellectuals and Society, Basic Books (2012)</li>
<li><a href='https://www.nytimes.com/2024/02/25/world/europe/cia-ukraine-intelligence-russia-war.html'>The Spy War: How the C.I.A. Secretly Helps Ukraine Fight Putin, New York Times, 25. Feb 2024</a>; <a href='https://archive.is/JzrYj'>Archive.is</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Seit Längerem liegt mir ein Thema am Herzen, nämlich die Frage, welche Rolle Militär in der heutigen Zeit spielt, wie sich die Situation über die letzten Jahrzehnte — zur Überraschung vieler, auch mir — verändert hat und was wir in Zukunft erwarten können.

Nun ist es mir zum Glück gelungen, einen der führenden Experten in diesem Themenbereich zu einem Gespräch einzuladen, Prof. Walter Feichtinger.

Prof. Feichtinger ist Sicherheitsexperte, Brigadier im Ruhestand, und Präsident des Center for Strategic Analysis.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episode>95</itunes:episode>
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            </item>
    <item>
        <title>094 — Systemisches Denken und gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Gespräch mit Herbert Saurugg</title>
        <itunes:title>094 — Systemisches Denken und gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Gespräch mit Herbert Saurugg</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/094-systemisch_gesellschaft_verwundbarkeit_saurugg/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/094-systemisch_gesellschaft_verwundbarkeit_saurugg/#comments</comments>        <pubDate>Wed, 03 Apr 2024 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Vor ziemlich genau drei Jahren habe ich die erste Episode mit Herbert Saurugg aufgenommen. Der Titel der Episode 42 war Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen.</p>
<p>In dieser Episode reflektiere ich mit Herbert, was seit damals geschehen ist. Zwar haben wir Covid mit vielen Schäden hinter uns gelassen, aber eine ganze Reihe von neuen Krisen ist hinzugekommen.</p>
<p>Haben wir als Gesellschaft dazugelernt? Wo stecken die größten Risiken, besonders was Energie und Krisensicherheit und Logistik betrifft?</p>
<p>Herbert Saurugg ist internationaler Blackout- und Krisenvorsorgeexperte, Präsident der Gesellschaft für Krisenvorsorge, Autor zahlreicher Fachpublikationen sowie gefragter Keynote-Speaker und Interviewpartner zum Thema „überregionaler Strom-, Infrastruktur- und Versorgungsausfall (‚Blackout‘)“. Der ehemalige Berufsoffizier beschäftigt sich seit 2011 mit der zunehmenden Verwundbarkeit der Gesellschaft und der Frage, wie wir diese wieder reduzieren können. Er betreibt dazu einen umfangreichen Fachblog und unterstützt Kommunen, Unternehmen und Organisationen bei einer ganzheitlichen Blackout-Vorsorge.</p>
<p>Auch das Brettspiel »Neustart« muss unbedingt erwähnt werden, das als Blackout Simulation für Gemeinden, Krisenstäbe entwickelt wurde, mittlerweile aber auch für ein breiteres Publikum empfohlen werden kann. Auf unterhaltsame Weise kann man eine realistische und ganzheitliche Blackout-Bewältigung simulieren.</p>
<p>Wie haben wir die Pandemie überwunden? Warum war eine Rückkehr zur vor-Pandemie Zeit nicht möglich? Was haben wir über Resilienz von Logistik und Lieferketten gelernt, begonnen mit Blockade des Suez-Kanals bis zum Ukraine-Krieg?</p>
<p>Was hat es mit den Energiepreisen auf sich; was ist passiert, was sind die Ursachen? Die (geo)politischen und ökonomischen Unsicherheit haben nicht abgenommen, eher das Gegenteil. Was ist hier falsch gelaufen? In diesem Jahr erwarten uns noch US-Wahlen, das Ganze mit Vereinigten Staaten, die unter einem völlig erdrückenden Budgetdefizit leiden, und unter massiver Polarisierung der Gesellschaft, ausgelöst auch durch dysfunktionale Medien. Welche Rolle spielt China und der Rest der Welt in dieser Gemengelage? Stehen wir vor globalem Chaos?</p>
<p>Was ist die positive Aussicht? Neuordnung, Neuanfang, aber in welche Richtung?</p>
<p>Immerhin erleben wir immer mehr führende Manager, die endlich nicht mehr nur auf Linie des politischen Narrativs sprechen, sondern sich näher an der Wahrheit äußern:</p>

<p>»Die Reserven, die unsere Großmütter und Großväter in das System eingebaut haben, sind aufgebraucht. Wir müssen jetzt handeln, damit wir die Ziele der Energiewende erreichen und die Elektrifizierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Industrie umgesetzt werden kann.«, Gerhard Christiner, Vorstand Austrian Power Grid AG</p>

<p>oder Leonhard Birnbaum, der zwar vergisst den ungeheuren Ressourcenverbrauch zu nennen, aber dennoch relativ offen spricht:</p>

<p>»Erneuerbare verbrauchen zwei Dinge: Fläche und Geld«, Leonhard Birnbaum, CEO von EON Deutschland</p>

<p>Warum bereiten Erneuerbare solche Probleme im Stromnetz? Was war mit den Prognosen der Vergangenheit? Was ist eingetreten, was ist nicht eingetreten? Haben wir das notwendige Backup für den aus Netzsicht qualitativ minderwertigen Strom der Erneuerbaren?</p>
<p>Mittelwerte sind keine Basis für eine ernsthafte Energiestrategie. Was folgt daraus aus der Sicht systemischer gegenüber einzelteiliger Strategie und Förderung. Welche zeitlichen Dimensionen müssen bei Stromspeichern bedacht werden? Warum ist die Angabe installierter Leistung irreführend und vergleichsweise irrelevant?</p>
<p>Welche Rolle spielt Digitalisierung beim Steuerungsbedarf und der Komplexität der Netze? Was sind dezentrale funktionale Einheiten und Energiezellen? Können diese das Problem verringern? Wie können Simulationen helfen?</p>

<p>»Im Stromnetz zählt jede Sekunde«</p>

<p>Funktioniert die deutsche »Energiewende« nur, weil der Rest Europas die Probleme des deutschen Netzes behebt?</p>
<p>Was ist die Momentanreserve und warum ist diese so wesentlich? Stoßdämpfer des Netzes
Wie sieht die Situation weltweit aus?</p>
<p>Gibt es einen Kipppunkt im System, wo liegt der? Stehen wir in vielen Industrienationen vor einer »Nigerianisierung« der Netze? Naive Effizienzmaßnahmen stehen meist im Gegensatz zu Redundanz:</p>

<p>“Most modern efficiencies are deferred punishment.”, Nassim Taleb</p>

<p>Bauen wir die Reserven der Vergangenheit auf (wie auch das Zitat von Christiner nahelegt) — was machen wir dann in der Zukunft? Das scheint keine nachhaltige und schon gar nicht resiliente Idee zu sein. Wie gehen wir etwa mit dem steigenden Wartungsbedarf immer größerer Infrastruktur um, die sich ergibt, wenn man Energie mit geringer Energiedichte produziert? Welche Rolle spielt der Mangel an Fachpersonal? Bilden wir die Leute richtig aus? Der Wettbewerb ist heute international.</p>
<p>Beim Kampf ums Überleben und der Notwendigkeit, immer neue Auflagen zu erfüllen, bleibt die Strategie und das langfristige Denken oft auf der Strecke. Dazu kommt, dass Bürokratie zur Selbstverstärkung neigt.</p>
<p>Warum werden Energieanbieter nicht gleichwertig behandelt? Die Allgemeinheit zahlt die Gewinne und nimmt die Risiken, die etwa Erneuerbaren-Anbieter ökonomisch schaffen.</p>
<p>Was ist die globale Perspektive — besonders, wenn man an Nationen wie China oder Indien und deren Nutzung von Kohle denkt?</p>
<p>War die Abschaltung der Kernkraftwerke in Deutschland eine gute Idee? Was ist die verdeckte Agenda? Geht es manchen politischen Akteuren nicht um eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Strategie, sondern um ideologische Erfolge, wie das Schrumpfen der Wirtschaft? Warum wird das dann nicht ehrlich kommuniziert?</p>
<p>Welche Rolle spielt Energieintensität? Fossile Energie und Kernkraft kann nicht mit Energieformen wie vor zweitausend Jahren ersetzt werden, ohne dramatische Einschränkungen für die Gesellschaft, die in der Regel die Schwächsten trifft — sowohl national, besonders aber auch global.</p>

<p>“Fossil fuels now supply about 83% of the world’s commercial energy, compared to 86% in the year 2000. The new renewables (wind and solar) now provide (after some two decades of development) still less than 6% of the world’s primary energy, still less than hydroelectricity.”</p>
<p>“Four Pillars of Modern Civilization: ammonia, plastics, steel and concrete.”</p>
<p>“Making just these four materials requires nearly 20% of the world’s total energy supply generating about 25% of all greenhouse gas emissions. Alternative, non-carbon, ways of making these materials are known — but none is available for immediate large-scale commercial deployment.”, Vaclav Smil</p>

<p>Verstehen Aktivisten und Politik die großen Zusammenhänge und Dimensionen moderner Zivilisation?</p>

<p>»Wer Just Stop Oil operativ ernst nimmt, nimmt den Tod von Milliarden Menschen in Kauf.«</p>

<p>Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen vermeintlich guten Ideen und deren Umsetzung, Smart Metering als Beispiel für den Unterschied zwischen Ambition und Umsetzung. Es wird regelmäßig der zweite Schritt vor dem ersten gemacht, mit fatalen Konsequenzen. </p>

<p>“The world you see everywhere around you, could never have been built by the people you see now living within it”, Erik Weinstein, Tweet (2023)</p>

<p>Was ist Chestertons Fence, und was können wir davon lernen?</p>
<p>Was passiert bei einem Stromausfall? Wir sehen massive Abhängigkeit von Logistik — was sind die Folgen?</p>
<p>Haben wir im Bereich des Zivilschutzes seit dem letzten Gesprächs Fortschritte gemacht? Gibt es einen Unterschied zwischen Österreich und Deutschland?</p>

<p>»Die persönliche Ebene ist durch nichts zu ersetzen«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/082-smart_communities_ulrich_ahle/'>Episode 82:</a> Smart Communities, ein Gespräch mit Ulrich Ahle
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/081-lars_schernikau-energie_ressourcen/'>Episode 81:</a> Energie und Ressourcen, ein Gespräch mit Dr. Lars Schernikau
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/079-erica_thompson_model_land/'>Episode 79:</a> Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/073-oekorealismus_peters/'>Episode 73:</a> Ökorealismus, ein Gespräch mit Björn Peters
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/065-getting-nothing-done-2/'>Episode 65:</a> Getting Nothing Done — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Episode 64:</a> Getting Nothing Done — Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/062-wirtschaft_umwelt_sinn/'>Episode 62:</a> Wirtschaft und Umwelt, ein Gespräch mit Prof. Hans-Werner Sinn
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/051-vorbereiten_auf_disruption_saurugg_haas/'>Episode 51:</a> Vorbereiten auf die Disruption? Ein Gespräch mit Herbert Saurugg und John Haas
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/046-activism_zion-lights/'>Episode 46:</a> Activism, a Conversation with Zion Lights
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45:</a> Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/042-gesellschaftliche_verwundbarkeit_herbert_saurugg/'>Episode 42:</a> Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen: Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/036-energiewende-wendland/'>Episode 36:</a> Energiewende und Kernkraft, ein Gespräch mit Anna Veronika Wendland
</li>
</ul>
<p>Herbert Saurugg</p>
<ul><li><a href='https://www.gfkv.org'>Gesellschaft für Krisenvorsorge</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net'>Fachblog</a></li>
<li><a href='https://gfkv.org/neustart/'>Brettspiel: »Neustart«</a></li>
<li><a href='https://www.krisenfit.jetzt'>Initiative »Mach mit! Österreich wird krisenfit!</a><a href='https://www.krisenfit.jetzt'>«</a></li>
<li><a href='https://www.schritt-fuer-schritt-krisenfit.de'>Initiative »Schritt für Schritt krisenfit«</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/blackout/leitfaeden-zur-selbsthilfe'>Leitfäden für die Vorsorge</a></li>
<li><a href='https://gfkv.org/unternehmen'>Leitfaden für die Blackout-Vorsorge in Unternehmen und Organisationen - Blackout-Vorsorgeplan</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li>Ray Dalio, Principles for Dealing with the Changing World Order: Why Nations Succeed and Fail, Simon and Schuster (2021)</li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2024/blog/gesellschaft/weltordnung-im-wandel-vom-aufstieg-und-fall-von-nationen'>Weltordnung im Wandel: Vom Aufstieg und Fall von Nationen (Blog Herbert Saurugg)</a></li>
<li><a href='https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7177989707304235008/'>Gerhard Christiner, Zitat auf LinkenId (2024)</a></li>
<li><a href='https://www.n-tv.de/mediathek/videos/wirtschaft/Erneuerbare-verbrauchen-zwei-Dinge-Flaeche-und-Geld-article24776670.html'>Leonhard Birnbaum, CEO von EON Deutschland, Zitat aus Interview (2024)</a></li>
<li><a href='https://twitter.com/nntaleb/status/1300809066797768709?s=20'>Nassim Taleb, Efficiency Quotation (Twitter)</a></li>
<li><a href='https://www-latimes-com.cdn.ampproject.org/c/s/www.latimes.com/business/story/2022-09-05/the-energy-historian-who-says-rapid-decarbonization-is-a-fantasy'>Vaclav Smil, The energy historian who says rapid decarbonization is a fantasy, Los Angeles Times (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.chesterton.org/taking-a-fence-down/'>Chestertons Fence</a></li>
<li><a href='https://gfkv.org/wp-content/uploads/2024/02/GfKV-Das-europaeische-Stromversorgungssystem-im-Umbruch.pdf'>Das europäische Stromversorgungssystem im Umbruch (2024)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2023/blog/stromversorgung/unbequeme-wahrheiten-ueber-strom-und-die-energie-der-zukunft'>Unbequeme Wahrheiten über Strom und die Energie der Zukunft (Blog Herbert Saurugg)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2022/blog/stromversorgung/shorting-the-grid-the-hidden-fragility-of-our-electric-grid'>Shorting the Grid: The Hidden Fragility of Our Electric Grid (Blog Herbert Saurugg)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2021/blog/vernetzung-und-komplexitaet/die-zerbrechlichkeit-der-welt'>Die Zerbrechlichkeit der Welt: Kollaps oder Wende. Wir haben es in der Hand. (Blog Herbert Saurugg)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2020/blog/stromversorgung/energy-storage-and-civilization'>Energy Storage and Civilization: A Systems Approach (Blog Herbert Saurugg)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2020/blog/vernetzung-und-komplexitaet/scale-die-universalen-gesetze-des-lebens'>Scale – Die universalen Gesetze des Lebens von Organismen, Städten und Unternehmen (Blog Herbert Saurugg)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2020/blog/vernetzung-und-komplexitaet/how-everything-can-collapse-a-manual-for-our-times'>How Everything Can Collapse: A Manual for our Times (Blog Herbert Saurugg)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2019/blog/vernetzung-und-komplexitaet/die-grenzen-des-denkens'>Die Grenzen des Denkens (Blog Herbert Saurugg)</a></li>
<li>Nassim Taleb, Skin in the Game, Hidden Asymmetries in Daily Life, Penguin (2018)</li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2018/blog/vernetzung-und-komplexitaet/der-seneca-effekt'>Der Seneca-Effekt. Warum Systeme kollabieren und wie wir damit umgehen können (Blog Herbert Saurugg)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Vor ziemlich genau drei Jahren habe ich die erste Episode mit Herbert Saurugg aufgenommen. Der Titel der Episode 42 war <em>Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen.</em></p>
<p>In dieser Episode reflektiere ich mit Herbert, was seit damals geschehen ist. Zwar haben wir Covid mit vielen Schäden hinter uns gelassen, aber eine ganze Reihe von neuen Krisen ist hinzugekommen.</p>
<p>Haben wir als Gesellschaft dazugelernt? Wo stecken die größten Risiken, besonders was Energie und Krisensicherheit und Logistik betrifft?</p>
<p>Herbert Saurugg ist internationaler Blackout- und Krisenvorsorgeexperte, Präsident der Gesellschaft für Krisenvorsorge, Autor zahlreicher Fachpublikationen sowie gefragter Keynote-Speaker und Interviewpartner zum Thema „überregionaler Strom-, Infrastruktur- und Versorgungsausfall (‚Blackout‘)“. Der ehemalige Berufsoffizier beschäftigt sich seit 2011 mit der zunehmenden Verwundbarkeit der Gesellschaft und der Frage, wie wir diese wieder reduzieren können. Er betreibt dazu einen umfangreichen Fachblog und unterstützt Kommunen, Unternehmen und Organisationen bei einer ganzheitlichen Blackout-Vorsorge.</p>
<p>Auch das Brettspiel »Neustart« muss unbedingt erwähnt werden, das als Blackout Simulation für Gemeinden, Krisenstäbe entwickelt wurde, mittlerweile aber auch für ein breiteres Publikum empfohlen werden kann. Auf unterhaltsame Weise kann man eine realistische und ganzheitliche Blackout-Bewältigung simulieren.</p>
<p>Wie haben wir die Pandemie überwunden? Warum war eine Rückkehr zur vor-Pandemie Zeit nicht möglich? Was haben wir über Resilienz von Logistik und Lieferketten gelernt, begonnen mit Blockade des Suez-Kanals bis zum Ukraine-Krieg?</p>
<p>Was hat es mit den Energiepreisen auf sich; was ist passiert, was sind die Ursachen? Die (geo)politischen und ökonomischen Unsicherheit haben nicht abgenommen, eher das Gegenteil. Was ist hier falsch gelaufen? In diesem Jahr erwarten uns noch US-Wahlen, das Ganze mit Vereinigten Staaten, die unter einem völlig erdrückenden Budgetdefizit leiden, und unter massiver Polarisierung der Gesellschaft, ausgelöst auch durch dysfunktionale Medien. Welche Rolle spielt China und der Rest der Welt in dieser Gemengelage? Stehen wir vor globalem Chaos?</p>
<p>Was ist die positive Aussicht? Neuordnung, Neuanfang, aber in welche Richtung?</p>
<p>Immerhin erleben wir immer mehr führende Manager, die endlich nicht mehr nur auf Linie des politischen Narrativs sprechen, sondern sich näher an der Wahrheit äußern:</p>

<p>»Die Reserven, die unsere Großmütter und Großväter in das System eingebaut haben, sind aufgebraucht. Wir müssen jetzt handeln, damit wir die Ziele der Energiewende erreichen und die Elektrifizierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Industrie umgesetzt werden kann.«, Gerhard Christiner, Vorstand Austrian Power Grid AG</p>

<p>oder Leonhard Birnbaum, der zwar vergisst den ungeheuren Ressourcenverbrauch zu nennen, aber dennoch relativ offen spricht:</p>

<p>»Erneuerbare verbrauchen zwei Dinge: Fläche und Geld«, Leonhard Birnbaum, CEO von EON Deutschland</p>

<p>Warum bereiten Erneuerbare solche Probleme im Stromnetz? Was war mit den Prognosen der Vergangenheit? Was ist eingetreten, was ist nicht eingetreten? Haben wir das notwendige Backup für den aus Netzsicht qualitativ minderwertigen Strom der Erneuerbaren?</p>
<p>Mittelwerte sind keine Basis für eine ernsthafte Energiestrategie. Was folgt daraus aus der Sicht systemischer gegenüber einzelteiliger Strategie und Förderung. Welche zeitlichen Dimensionen müssen bei Stromspeichern bedacht werden? Warum ist die Angabe installierter Leistung irreführend und vergleichsweise irrelevant?</p>
<p>Welche Rolle spielt Digitalisierung beim Steuerungsbedarf und der Komplexität der Netze? Was sind dezentrale funktionale Einheiten und Energiezellen? Können diese das Problem verringern? Wie können Simulationen helfen?</p>

<p>»Im Stromnetz zählt jede Sekunde«</p>

<p>Funktioniert die deutsche »Energiewende« nur, weil der Rest Europas die Probleme des deutschen Netzes behebt?</p>
<p>Was ist die Momentanreserve und warum ist diese so wesentlich? Stoßdämpfer des Netzes<br>
Wie sieht die Situation weltweit aus?</p>
<p>Gibt es einen Kipppunkt im System, wo liegt der? Stehen wir in vielen Industrienationen vor einer »Nigerianisierung« der Netze? Naive Effizienzmaßnahmen stehen meist im Gegensatz zu Redundanz:</p>

<p>“Most modern efficiencies are deferred punishment.”, Nassim Taleb</p>

<p>Bauen wir die Reserven der Vergangenheit auf (wie auch das Zitat von Christiner nahelegt) — was machen wir dann in der Zukunft? Das scheint keine nachhaltige und schon gar nicht resiliente Idee zu sein. Wie gehen wir etwa mit dem steigenden Wartungsbedarf immer größerer Infrastruktur um, die sich ergibt, wenn man Energie mit geringer Energiedichte produziert? Welche Rolle spielt der Mangel an Fachpersonal? Bilden wir die Leute richtig aus? Der Wettbewerb ist heute international.</p>
<p>Beim Kampf ums Überleben und der Notwendigkeit, immer neue Auflagen zu erfüllen, bleibt die Strategie und das langfristige Denken oft auf der Strecke. Dazu kommt, dass Bürokratie zur Selbstverstärkung neigt.</p>
<p>Warum werden Energieanbieter nicht gleichwertig behandelt? Die Allgemeinheit zahlt die Gewinne und nimmt die Risiken, die etwa Erneuerbaren-Anbieter ökonomisch schaffen.</p>
<p>Was ist die globale Perspektive — besonders, wenn man an Nationen wie China oder Indien und deren Nutzung von Kohle denkt?</p>
<p>War die Abschaltung der Kernkraftwerke in Deutschland eine gute Idee? Was ist die verdeckte Agenda? Geht es manchen politischen Akteuren nicht um eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Strategie, sondern um ideologische Erfolge, wie das Schrumpfen der Wirtschaft? Warum wird das dann nicht ehrlich kommuniziert?</p>
<p>Welche Rolle spielt Energieintensität? Fossile Energie und Kernkraft kann nicht mit Energieformen wie vor zweitausend Jahren ersetzt werden, ohne dramatische Einschränkungen für die Gesellschaft, die in der Regel die Schwächsten trifft — sowohl national, besonders aber auch global.</p>

<p>“Fossil fuels now supply about 83% of the world’s commercial energy, compared to 86% in the year 2000. The new renewables (wind and solar) now provide (after some two decades of development) still less than 6% of the world’s primary energy, still less than hydroelectricity.”</p>
<p>“Four Pillars of Modern Civilization: ammonia, plastics, steel and concrete.”</p>
<p>“Making just these four materials requires nearly 20% of the world’s total energy supply generating about 25% of all greenhouse gas emissions. Alternative, non-carbon, ways of making these materials are known — but none is available for immediate large-scale commercial deployment.”, Vaclav Smil</p>

<p>Verstehen Aktivisten und Politik die großen Zusammenhänge und Dimensionen moderner Zivilisation?</p>

<p>»Wer <em>Just Stop Oil</em> operativ ernst nimmt, nimmt den Tod von Milliarden Menschen in Kauf.«</p>

<p>Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen vermeintlich guten Ideen und deren Umsetzung, Smart Metering als Beispiel für den Unterschied zwischen Ambition und Umsetzung. Es wird regelmäßig der zweite Schritt vor dem ersten gemacht, mit fatalen Konsequenzen. </p>

<p>“The world you see everywhere around you, could never have been built by the people you see now living within it”, Erik Weinstein, Tweet (2023)</p>

<p>Was ist Chestertons Fence, und was können wir davon lernen?</p>
<p>Was passiert bei einem Stromausfall? Wir sehen massive Abhängigkeit von Logistik — was sind die Folgen?</p>
<p>Haben wir im Bereich des Zivilschutzes seit dem letzten Gesprächs Fortschritte gemacht? Gibt es einen Unterschied zwischen Österreich und Deutschland?</p>

<p>»Die persönliche Ebene ist durch nichts zu ersetzen«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/'>Episode 90:</a> Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/082-smart_communities_ulrich_ahle/'>Episode 82:</a> Smart Communities, ein Gespräch mit Ulrich Ahle
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/081-lars_schernikau-energie_ressourcen/'>Episode 81:</a> Energie und Ressourcen, ein Gespräch mit Dr. Lars Schernikau
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/079-erica_thompson_model_land/'>Episode 79:</a> Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/073-oekorealismus_peters/'>Episode 73:</a> Ökorealismus, ein Gespräch mit Björn Peters
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/065-getting-nothing-done-2/'>Episode 65:</a> Getting Nothing Done — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Episode 64:</a> Getting Nothing Done — Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/062-wirtschaft_umwelt_sinn/'>Episode 62:</a> Wirtschaft und Umwelt, ein Gespräch mit Prof. Hans-Werner Sinn
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/051-vorbereiten_auf_disruption_saurugg_haas/'>Episode 51:</a> Vorbereiten auf die Disruption? Ein Gespräch mit Herbert Saurugg und John Haas
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/046-activism_zion-lights/'>Episode 46:</a> Activism, a Conversation with Zion Lights
</li>
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<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45:</a> Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?
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<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/042-gesellschaftliche_verwundbarkeit_herbert_saurugg/'>Episode 42:</a> Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen: Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/036-energiewende-wendland/'>Episode 36:</a> Energiewende und Kernkraft, ein Gespräch mit Anna Veronika Wendland
</li>
</ul>
<p>Herbert Saurugg</p>
<ul><li><a href='https://www.gfkv.org'>Gesellschaft für Krisenvorsorge</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net'>Fachblog</a></li>
<li><a href='https://gfkv.org/neustart/'>Brettspiel: »Neustart«</a></li>
<li><a href='https://www.krisenfit.jetzt'>Initiative »Mach mit! Österreich wird krisenfit!</a><a href='https://www.krisenfit.jetzt'>«</a></li>
<li><a href='https://www.schritt-fuer-schritt-krisenfit.de'>Initiative »Schritt für Schritt krisenfit«</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/blackout/leitfaeden-zur-selbsthilfe'>Leitfäden für die Vorsorge</a></li>
<li><a href='https://gfkv.org/unternehmen'>Leitfaden für die Blackout-Vorsorge in Unternehmen und Organisationen - Blackout-Vorsorgeplan</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li>Ray Dalio, Principles for Dealing with the Changing World Order: Why Nations Succeed and Fail, Simon and Schuster (2021)</li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2024/blog/gesellschaft/weltordnung-im-wandel-vom-aufstieg-und-fall-von-nationen'>Weltordnung im Wandel: Vom Aufstieg und Fall von Nationen (Blog Herbert Saurugg)</a></li>
<li><a href='https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7177989707304235008/'>Gerhard Christiner, Zitat auf LinkenId (2024)</a></li>
<li><a href='https://www.n-tv.de/mediathek/videos/wirtschaft/Erneuerbare-verbrauchen-zwei-Dinge-Flaeche-und-Geld-article24776670.html'>Leonhard Birnbaum, CEO von EON Deutschland, Zitat aus Interview (2024)</a></li>
<li><a href='https://twitter.com/nntaleb/status/1300809066797768709?s=20'>Nassim Taleb, Efficiency Quotation (Twitter)</a></li>
<li><a href='https://www-latimes-com.cdn.ampproject.org/c/s/www.latimes.com/business/story/2022-09-05/the-energy-historian-who-says-rapid-decarbonization-is-a-fantasy'>Vaclav Smil, The energy historian who says rapid decarbonization is a fantasy, Los Angeles Times (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.chesterton.org/taking-a-fence-down/'>Chestertons Fence</a></li>
<li><a href='https://gfkv.org/wp-content/uploads/2024/02/GfKV-Das-europaeische-Stromversorgungssystem-im-Umbruch.pdf'>Das europäische Stromversorgungssystem im Umbruch (2024)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2023/blog/stromversorgung/unbequeme-wahrheiten-ueber-strom-und-die-energie-der-zukunft'>Unbequeme Wahrheiten über Strom und die Energie der Zukunft (Blog Herbert Saurugg)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2022/blog/stromversorgung/shorting-the-grid-the-hidden-fragility-of-our-electric-grid'>Shorting the Grid: The Hidden Fragility of Our Electric Grid (Blog Herbert Saurugg)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2021/blog/vernetzung-und-komplexitaet/die-zerbrechlichkeit-der-welt'>Die Zerbrechlichkeit der Welt: Kollaps oder Wende. Wir haben es in der Hand. (Blog Herbert Saurugg)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2020/blog/stromversorgung/energy-storage-and-civilization'>Energy Storage and Civilization: A Systems Approach (Blog Herbert Saurugg)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2020/blog/vernetzung-und-komplexitaet/scale-die-universalen-gesetze-des-lebens'>Scale – Die universalen Gesetze des Lebens von Organismen, Städten und Unternehmen (Blog Herbert Saurugg)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2020/blog/vernetzung-und-komplexitaet/how-everything-can-collapse-a-manual-for-our-times'>How Everything Can Collapse: A Manual for our Times (Blog Herbert Saurugg)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2019/blog/vernetzung-und-komplexitaet/die-grenzen-des-denkens'>Die Grenzen des Denkens (Blog Herbert Saurugg)</a></li>
<li>Nassim Taleb, Skin in the Game, Hidden Asymmetries in Daily Life, Penguin (2018)</li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2018/blog/vernetzung-und-komplexitaet/der-seneca-effekt'>Der Seneca-Effekt. Warum Systeme kollabieren und wie wir damit umgehen können (Blog Herbert Saurugg)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
        <enclosure url="https://mcdn.podbean.com/mf/web/zx66eg/094-systemisch_gesellsch_verwundbarkeit_herbert_saurugg.mp3" length="95375905" type="audio/mpeg"/>
        <itunes:summary>Vor ziemlich genau drei Jahren habe ich die erste Episode mit Herbert Saurugg aufgenommen. Der Titel der Episode 42 war Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen.

In dieser Episode reflektiere ich mit Herbert, was seit damals geschehen ist. Zwar haben wir Covid mit vielen Schäden hinter uns gelassen, aber eine ganze Reihe von neuen Krisen ist hinzugekommen.

Haben wir als Gesellschaft dazugelernt? Wo stecken die größten Risiken, besonders was Energie und Krisensicherheit und Logistik betrifft?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episode>94</itunes:episode>
        <itunes:episodeType>full</itunes:episodeType>
            </item>
    <item>
        <title>093 – Covid. Die unerklärliche Stille nach dem Sturm. Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann</title>
        <itunes:title>093 – Covid. Die unerklärliche Stille nach dem Sturm. Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/093-covid_stille_jan_david_zimmermann/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/093-covid_stille_jan_david_zimmermann/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 18 Mar 2024 06:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Die heutige Episode gehört zu den wenigen, die eine gewisse Zeitlichkeit haben. Es war vor rund vier Jahren, als die Covid-Pandemie auch in Europa richtig angekommen ist. Ab 16. März 2020 wurde der erste österreichweite Lockdown verfügt. Dies war der Anfang einer ganzen Reihe von Maßnahmen, die große Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und Gesundheit der Menschen hatten.</p>
<p>Vier Jahre später würde man erwarten, dass diese Maßnahmen, die in dieser Form einzigartig seit dem Zweiten Weltkrieg waren, breit in Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit reflektiert und diskutiert werden. Dies nicht nur, um die konkrete Krise aufzuarbeiten, sondern auch um zu fragen, wie wir mit zukünftigen Krisen umgehen sollten.</p>
<p>Was beobachten wir in etablierten Medien, Wissenschaft und Politik? So gut wie nichts, was nach einer ernsthaften Aufarbeitung aussieht. Der Titel dieser Episode ist daher: »Covid. Die unerklärliche Stille nach dem Sturm?« </p>
<p>Der heutige Gesprächspartner ist wieder Jan David Zimmermann, was mich sehr freut! Jan ist Autor, Publizist und Wissenschaftsforscher, hat auch gerade ein neues und äußerst empfehlenswertes Buch herausgebracht — Lethe, Vom Vergessen des Totalitären. Außerdem ist er Redakteur beim Stichpunkt-Magazin.</p>
<p>In dieser Episode diskutieren wir nicht fachlich die Maßnahmen, die gesetzt oder unterlassen wurden, sondern vielmehr den Prozess, der zu diesen Maßnahmen geführt hat, sowie die Rolle von Wissenschaft und Expertise in diesem Zusammenhang. Wir fallen dabei nicht in die post-hoc fallacy, also aus dem Rückblick alles besser zu wissen. Sondern die Betrachtung ist eine aus der heutigen Zeit, aber vor allem hinsichtlich der Frage, was wir richtig und falsch gemacht haben, und wie wir von hier an weitergehen sollten. Wir versuchen also (nach Heinz von Förster) eine Beobachtung zweiter Ordnung.</p>
<p>Was hat Corona angestoßen oder welche Trends in der Gesellschaft deutlicher gemacht? Beobachten wir neue totalitäre Tendenzen, eine Polarisierung, wie Wissenschaft in Krisen agiert?</p>
<p>Covid per se bedarf einer Nachbearbeitung, aber auch die Folgeeffekte auf Wissenschaft, Politik und Gesellschaft für andere, ähnliche Probleme. Denn es wird fallweise behauptet, wir hätten einen Mechanismus, eine »Blaupause« entwickelt, um auch mit anderen (ähnlichen) Krisen umzugehen. Ist diese wünschenswert und Erfolg versprechend?</p>
<p>Was bedeutet Ausnahmezustand; vor allem, auch wenn damit langfristig Politik gemacht wird?</p>

<p>»Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet«, Carl Schmitt</p>

<p>Wie autoritär ist Gesellschaft der vormaligen »Mitte« geworden? Alle möglichen ideologischen Seiten finden autoritäre Ideen und auch Gewalt plötzlich rechtfertigbar?</p>
<p>Was bedeutet Entscheiden unter Unsicherheit — oder allgemeiner: Wie sollten wir als Gesellschaft mit Unsicherheit umgehen? Wir diskutieren die verschiedenen Aspekte in Bezug auf folgende Phasen der Krise:</p>
<ul><li>Zeit vor 2020</li>
<li>Frühjahr/Sommer 2020</li>
<li>Herbst-Winter 2020 (vor der Impfung)</li>
<li>Nach der Impfung 2021</li>
<li>2022 und später</li>
</ul>
<p>Wie gefährlich kann Forschung sein? Gain of Function Research, Lab Leaks? Wer sollte über solche Wissenschaft entscheiden?</p>

<p>»Wissenschaft ist nicht einfrieren von Erkenntnis«</p>

<p>Zur Cochrane Studie über Masken siehe Podcast Episode 72.</p>
<p>Was bedeutet Krisenmanagement in solchen Situationen? Haben wir Maßnahmen von Privilegierten für Privilegierte auf dem Rücken der restlichen Gesellschaft erlebt? </p>

<p>»Luxury beliefs are the new status symbols«, Rob Henderson</p>

<p>Das Verhalten der Wissenschaft während der Pandemie wurde von einzelnen hochrangigen Wissenschaftern wie John Ioannidis untersucht, und das Ergebnis war wenig schmeichelhaft:</p>

<p>»Even the best peer-reviewed journals often presented results with bias and spin.«</p>
<p>»Whatever the origins of the virus, the refusal to abide by formerly accepted norms has done its own enormous damage.«</p>
<p>»most of this work was of low quality, often wrong, and sometimes highly misleading.«</p>
<p>»The disdain for reliable study designs was even celebrated.«</p>
<p>»Big Tech companies […] developed powerful censorship machineries«</p>
<p>»There was a clash between two schools of thought, authoritarian public health versus science—and science lost.«</p>

<p>Man muss sich nach solchen Analysen natürlich die Frage stellen: Sind unsere Wissenschaftstugenden mittlerweile völlig korrodiert?</p>
<p>Was hat es mit der Great Barrington Declaration auf sich und was waren die unerfreulichen Folgen für die beteiligten Wissenschafter?</p>
<p>Niemand wird primär dafür kritisiert, im Jahr 2020 Fehler gemacht zu haben, aber wenn man sich 2024 dafür rühmt ist das ernüchternd. Dies zeigt sich auf drastische Weise am Auftritt des deutschen Soziologen Heinz Bude (der Mitglied des deutschen Krisenstabes war):</p>

<p>Heinz Bude: »Noch einmal aus dem Nähkästchen geplaudert: Wir müssen ein Modell finden, um Folgebereitschaft herzustellen, dass so ein bisschen wissenschaftsähnlich ist. Und das war diese Formel flatten the curve. Wie können wir die Leute überzeugen mitzutun... Das sieht so nach Wissenschaft aus. Wenn ihr schön diszipliniert seid, könnt ihr die Kurve verändern. […] Das haben wir geklaut von einem Wissenschaftsjournalisten. Das haben wir nicht selber erfunden. Wir fanden das irgendwie toll, dass man so ein Quasi-Wissenschaftsargument hat.«</p>
<p>Anderer Diskutant: »Das bedeutet, dass sich die Wissenschaft in einem normativ vorgegebenen Rahmen engagiert. […] Diese normativen Vorgaben muss man einkaufen«</p>
<p>HB: »Wissenschaft ist ja auch operativ interessant. «</p>
<p>AD: »Aber wenn man sich normativ sehr sicher ist. Ich glaube, viele Leute waren sich sehr schnell sehr sicher.«</p>
<p>Bude zuckt mit den Achseln.</p>

<p>Heinz Bude war außerdem ein Verfechter der Zero-Covid Idee, die sehr schnell diskreditiert war. Was bedeutet es auch, wenn Wissenschaft »operativ interessant« wird?</p>
<p>Das Vertrauen in die Wissenschaft geht verloren — wie ist das zu bewerten? Wird hier nicht oftmals Ursache mit Wirkung verwechselt? Wie kann das Vertrauen in Institutionen und Wissenschaft wieder hergestellt werden?</p>

<p>Matt Taibbi spricht im Rahmen der Twitter Files vom Censorship Industrial Complex »Twitter was more like a partner to government «</p>

<p>Wissenschaft ist immer stark mit Macht verwoben, wie steht das im Verhältnis zum Erkenntnisgewinn? Aber auch die Medien erfüllen ihre Aufgabe in keiner Weise. Wie gehen wir damit um? Wie kann entschieden werden, was legitime Kritik und was schlicht Unsinn ist? Wie konnte es passieren, dass liberale Nationen wie Kanada, Australien und Neuseeland in autoritäre Strukturen abgeglitten sind? Damit stellt sich die fundamentale Frage: Wie lange darf ein Krisenmoment dauern?</p>

<p>»Moralpolitik hat die Sachpolitik abgelöst«</p>

<p>Auf der »richtigen« Seite zu sein wird wichtiger als das Richtige zu tun. Und das Richtige wird mit allen Mitteln durchgesetzt, nicht nur mit harten Maßnahmen, sondern auch mit Soft Power wie Nudging.</p>
<p>Dabei wird die eigentlich wichtige Frage gerne übersehen: Wer bestimmt, was das Richtige für mich ist?</p>

<p>»The dictatorship of the future will be very unlike the dictatorships we experienced in the past. […] If you want to preserve your power indefinitely, you have to get the consent of the ruled. […] Making him actually love his slavery. Being happy under the new regime.«, Aldous Huxley</p>

<p>Das Totalitäre ist stärker von klaren Strukturen und nicht von Inhalten bestimmt:</p>

<p>»Das Totalitäre ist stärker ein wie als ein was.«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/085-naturalismus/'>Episode 85:</a> Naturalismus — was weiß Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/083-merton_wissenschaft/'>Episode 83:</a> Robert Merton — Was ist Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/079-erica_thompson_model_land/'>Episode 79:</a> Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47:</a> Große Worte
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39:</a> Follow the Science?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25:</a> Entscheiden unter Unsicherheit
</li>
</ul>
<p>Jan David Zimmermann</p>
<ul><li><a href='https://www.jandavidzimmermann.com'>Homepage</a></li>
<li>Facebook: Jan D. Zimmermann</li>
<li>Instagram:  j._zimmermann</li>
<li><a href='https://ars-vobiscum.media/LETHE.-Vom-Vergessen-des-Totalitaeren-Politische-Essays-2021-2022-von-Jan-David-Zimmermann/ARV10038.3'>Buch: Lethe. Vom Vergessen des Totalitären</a></li>
<li><a href='https://stichpunkt-magazin.com'>Stichpunkt Magazin</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.derstandard.at/story/2000117131591/sitzungsprotokoll-der-taskforce-corona-ueber-zu-wenig-angst-in-der?ref=article'>Sitzungsprotokoll der "Taskforce Corona" über zu wenig Angst in der Bevölkerung, Der Standard (2020)</a></li>
<li><a href='https://orf.at/stories/3163435/'>Regierungsprotokoll: Angst vor Infektion offenbar erwünscht, ORF (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.focus.de/politik/deutschland/aus-dem-innenministerium-wie-sag-ichs-den-leuten-internes-papier-empfiehlt-den-deutschen-angst-zu-machen_id_11851227.html'>Internes Papier aus Innenministerium empfahl, den Deutschen Corona-Angst zu machen, Focus (2020)</a></li>
<li><a href='https://fragdenstaat.de/dokumente/4123-wie-wir-covid-19-unter-kontrolle-bekommen/'>Wie wir COVID-19 unter Kontrolle bekommen. Strategiepapier des Bundesinnenministeriums. </a></li>
<li>Umstritten. Ein journalistisches Gütesiegel. Fitfty Fifty/ Westend Verlag (2024)</li>
<li>Das integrative Empire: Wissensproduktion und kulturelle Praktiken in Habsburg-Zentraleuropa (Global- und Kolonialgeschichte).  transcript Verlag (2023)</li>
<li>Jürgen Habermas: Technik und Wissenschaft als Ideologie Suhrkamp (1968)</li>
<li><a href='https://www.robkhenderson.com/p/status-symbols-and-the-struggle-for'>Rob Henderson, Luxury Beliefs</a></li>
<li><a href='https://www.tabletmag.com/sections/science/articles/pandemic-science'>John Ioannidis, How the pandemic is changing pandemic norms (2021)</a></li>
<li><a href='https://gbdeclaration.org'>Great Barrington Declaration (2020)</a></li>
<li><a href='https://youtu.be/5j5WHi67-go?si=aQV-SEyGjkPWZ0cp&amp;t=4615'>Heinz Bude im Gespräch 2024</a></li>
<li><a href='https://www.deutschlandfunk.de/eindaemmung-der-corona-pandemie-zero-covid-no-covid-wo-100.html'>Zero Covid, No Covid, Artikel im Deutschlandfunk (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.nzz.ch/international/corona-war-der-deutsche-staat-zu-autoritaer-ein-streitgespraech-ld.1743428'>Susanne Gaschke, Interview in der NZZ: »Sie wollten ganze Landkreise abschotten!« – »Ich würde immer noch so vorgehen, wie wir es getan haben!« (2023)</a></li>
<li><a href='https://verlag.oeaw.ac.at/produkt/nach-corona-reflexionen-fuer-zukuenftige-krisen/99200989?name=nach-corona-reflexionen-fuer-zukuenftige-krisen&amp;product_form=5026'>Alexander Bogner, Nach Corona (2023)</a></li>
<li><a href='https://twitterfiles.substack.com/p/the-censorship-industrial-complex'>Matt Taibbi, The Censorship Industrial Complex (2023)</a></li>
<li><a href='https://www.telegraph.co.uk/news/lockdown-files/'>Telegraph, The Lockdown Files</a></li>
<li><a href='https://www.nzz.ch/wissenschaft/ursprung-von-corona-neue-nahrung-fuer-die-laborhypothese-ld.1647091'>Ein neuer Bericht offenbart Pläne für eine Veränderung von Coronaviren – kurz vor der Pandemie, NZZ (2021)</a></li>
<li>Richard Thaler, Cass Sunstein, Nudge, Yale University Press (2008)</li>
<li><a href='https://www.weforum.org/agenda/2021/10/what-is-nudging-and-how-has-it-changed-over-time/'>WEF Artikel (2021) mit Interview Cass Sunstein</a></li>
<li><a href='https://www.spektrum.de/news/nudging-darf-ein-staat-seine-buerger-zu-gesuenderem-verhalten-verhelfen/1349983'>Gesundheitspolitik: Nudging: Anstupsen für den guten Zweck (Spektrum 2015)</a></li>
<li><a href='https://www.politico.com/agenda/story/2015/10/obamas-effort-to-nudge-america-000276/'>Nudging Task Force unter Obama (2015)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=YDaCVrKge7Y'>Rainer Mausfeld im Gespräch über sein neues Buch, Hybris und Nemesis (2023)</a></li>
<li>Jesse Singal, The Quick Fix: Why Fad Psychology Can't Cure Our Social Ills, Farrar, Straus and Giroux (2021)</li>
<li>Margaret Heffernan, Uncharted, Simon &amp; Schuster UK (2020)</li>
<li>Shoshana Zuboff, The Age of Surveillance Capitalism: The Fight for a Human Future at the New Frontier of Power, Profile Books (2019)</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=hKvZdKQG8wU'>Aldous Huxley über Diktaturen der Zukunft (1958)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=OouDv90Tj8g'>Martin Kulldorff: Fired by Harvard for getting Covid right, Unherd (2024)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=rJcyxVKEF8g'>Vinay Prasad, Martin Kulldorff was wrongly fired from Harvard Medical School (2024)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Die heutige Episode gehört zu den wenigen, die eine gewisse Zeitlichkeit haben. Es war vor rund vier Jahren, als die Covid-Pandemie auch in Europa richtig angekommen ist. Ab 16. März 2020 wurde der erste österreichweite Lockdown verfügt. Dies war der Anfang einer ganzen Reihe von Maßnahmen, die große Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und Gesundheit der Menschen hatten.</p>
<p>Vier Jahre später würde man erwarten, dass diese Maßnahmen, die in dieser Form einzigartig seit dem Zweiten Weltkrieg waren, breit in Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit reflektiert und diskutiert werden. Dies nicht nur, um die konkrete Krise aufzuarbeiten, sondern auch um zu fragen, wie wir mit zukünftigen Krisen umgehen sollten.</p>
<p>Was beobachten wir in etablierten Medien, Wissenschaft und Politik? So gut wie nichts, was nach einer ernsthaften Aufarbeitung aussieht. Der Titel dieser Episode ist daher: »Covid. Die unerklärliche Stille nach dem Sturm?« </p>
<p>Der heutige Gesprächspartner ist wieder Jan David Zimmermann, was mich sehr freut! Jan ist Autor, Publizist und Wissenschaftsforscher, hat auch gerade ein neues und äußerst empfehlenswertes Buch herausgebracht — <em>Lethe, Vom Vergessen des Totalitären</em>. Außerdem ist er Redakteur beim Stichpunkt-Magazin.</p>
<p>In dieser Episode diskutieren wir nicht fachlich die Maßnahmen, die gesetzt oder unterlassen wurden, sondern vielmehr den Prozess, der zu diesen Maßnahmen geführt hat, sowie die Rolle von Wissenschaft und Expertise in diesem Zusammenhang. Wir fallen dabei nicht in die <em>post-hoc fallacy</em>, also aus dem Rückblick alles besser zu wissen. Sondern die Betrachtung ist eine aus der heutigen Zeit, aber vor allem hinsichtlich der Frage, was wir richtig und falsch gemacht haben, und wie wir von hier an weitergehen sollten. Wir versuchen also (nach Heinz von Förster) eine Beobachtung zweiter Ordnung.</p>
<p>Was hat Corona angestoßen oder welche Trends in der Gesellschaft deutlicher gemacht? Beobachten wir neue totalitäre Tendenzen, eine Polarisierung, wie Wissenschaft in Krisen agiert?</p>
<p>Covid per se bedarf einer Nachbearbeitung, aber auch die Folgeeffekte auf Wissenschaft, Politik und Gesellschaft für andere, ähnliche Probleme. Denn es wird fallweise behauptet, wir hätten einen Mechanismus, eine »Blaupause« entwickelt, um auch mit anderen (ähnlichen) Krisen umzugehen. Ist diese wünschenswert und Erfolg versprechend?</p>
<p>Was bedeutet Ausnahmezustand; vor allem, auch wenn damit langfristig Politik gemacht wird?</p>

<p>»Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet«, Carl Schmitt</p>

<p>Wie autoritär ist Gesellschaft der vormaligen »Mitte« geworden? Alle möglichen ideologischen Seiten finden autoritäre Ideen und auch Gewalt plötzlich rechtfertigbar?</p>
<p>Was bedeutet Entscheiden unter Unsicherheit — oder allgemeiner: Wie sollten wir als Gesellschaft mit Unsicherheit umgehen? Wir diskutieren die verschiedenen Aspekte in Bezug auf folgende Phasen der Krise:</p>
<ul><li>Zeit vor 2020</li>
<li>Frühjahr/Sommer 2020</li>
<li>Herbst-Winter 2020 (vor der Impfung)</li>
<li>Nach der Impfung 2021</li>
<li>2022 und später</li>
</ul>
<p>Wie gefährlich kann Forschung sein? Gain of Function Research, Lab Leaks? Wer sollte über solche Wissenschaft entscheiden?</p>

<p>»Wissenschaft ist nicht einfrieren von Erkenntnis«</p>

<p>Zur Cochrane Studie über Masken siehe Podcast Episode 72.</p>
<p>Was bedeutet Krisenmanagement in solchen Situationen? Haben wir Maßnahmen von Privilegierten für Privilegierte auf dem Rücken der restlichen Gesellschaft erlebt? </p>

<p>»Luxury beliefs are the new status symbols«, Rob Henderson</p>

<p>Das Verhalten der Wissenschaft während der Pandemie wurde von einzelnen hochrangigen Wissenschaftern wie John Ioannidis untersucht, und das Ergebnis war wenig schmeichelhaft:</p>

<p>»Even the best peer-reviewed journals often presented results with bias and spin.«</p>
<p>»Whatever the origins of the virus, the refusal to abide by formerly accepted norms has done its own enormous damage.«</p>
<p>»most of this work was of low quality, often wrong, and sometimes highly misleading.«</p>
<p>»The disdain for reliable study designs was even celebrated.«</p>
<p>»Big Tech companies […] developed powerful censorship machineries«</p>
<p>»There was a clash between two schools of thought, authoritarian public health versus science—and science lost.«</p>

<p>Man muss sich nach solchen Analysen natürlich die Frage stellen: Sind unsere Wissenschaftstugenden mittlerweile völlig korrodiert?</p>
<p>Was hat es mit der Great Barrington Declaration auf sich und was waren die unerfreulichen Folgen für die beteiligten Wissenschafter?</p>
<p>Niemand wird primär dafür kritisiert, im Jahr 2020 Fehler gemacht zu haben, aber wenn man sich 2024 dafür rühmt ist das ernüchternd. Dies zeigt sich auf drastische Weise am Auftritt des deutschen Soziologen Heinz Bude (der Mitglied des deutschen Krisenstabes war):</p>

<p>Heinz Bude: »Noch einmal aus dem Nähkästchen geplaudert: Wir müssen ein Modell finden, um Folgebereitschaft herzustellen, dass so ein bisschen wissenschaftsähnlich ist. Und das war diese Formel flatten the curve. Wie können wir die Leute überzeugen mitzutun... Das sieht so nach Wissenschaft aus. Wenn ihr schön diszipliniert seid, könnt ihr die Kurve verändern. […] Das haben wir geklaut von einem Wissenschaftsjournalisten. Das haben wir nicht selber erfunden. Wir fanden das irgendwie toll, dass man so ein Quasi-Wissenschaftsargument hat.«</p>
<p>Anderer Diskutant: »Das bedeutet, dass sich die Wissenschaft in einem normativ vorgegebenen Rahmen engagiert. […] Diese normativen Vorgaben muss man einkaufen«</p>
<p>HB: »Wissenschaft ist ja auch operativ interessant. «</p>
<p>AD: »Aber wenn man sich normativ sehr sicher ist. Ich glaube, viele Leute waren sich sehr schnell sehr sicher.«</p>
<p><em>Bude zuckt mit den Achseln.</em></p>

<p>Heinz Bude war außerdem ein Verfechter der Zero-Covid Idee, die sehr schnell diskreditiert war. Was bedeutet es auch, wenn Wissenschaft »operativ interessant« wird?</p>
<p>Das Vertrauen in die Wissenschaft geht verloren — wie ist das zu bewerten? Wird hier nicht oftmals Ursache mit Wirkung verwechselt? Wie kann das Vertrauen in Institutionen und Wissenschaft wieder hergestellt werden?</p>

<p>Matt Taibbi spricht im Rahmen der Twitter Files vom Censorship Industrial Complex »Twitter was more like a partner to government «</p>

<p>Wissenschaft ist immer stark mit Macht verwoben, wie steht das im Verhältnis zum Erkenntnisgewinn? Aber auch die Medien erfüllen ihre Aufgabe in keiner Weise. Wie gehen wir damit um? Wie kann entschieden werden, was legitime Kritik und was schlicht Unsinn ist? Wie konnte es passieren, dass liberale Nationen wie Kanada, Australien und Neuseeland in autoritäre Strukturen abgeglitten sind? Damit stellt sich die fundamentale Frage: Wie lange darf ein Krisenmoment dauern?</p>

<p>»Moralpolitik hat die Sachpolitik abgelöst«</p>

<p>Auf der »richtigen« Seite zu sein wird wichtiger als das Richtige zu tun. Und das Richtige wird mit allen Mitteln durchgesetzt, nicht nur mit harten Maßnahmen, sondern auch mit Soft Power wie Nudging.</p>
<p>Dabei wird die eigentlich wichtige Frage gerne übersehen: Wer bestimmt, was das Richtige für mich ist?</p>

<p>»The dictatorship of the future will be very unlike the dictatorships we experienced in the past. […] If you want to preserve your power indefinitely, you have to get the consent of the ruled. […] Making him actually love his slavery. Being happy under the new regime.«, Aldous Huxley</p>

<p>Das Totalitäre ist stärker von klaren Strukturen und nicht von Inhalten bestimmt:</p>

<p>»Das Totalitäre ist stärker ein <em>wie</em> als ein <em>was</em>.«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/085-naturalismus/'>Episode 85:</a> Naturalismus — was weiß Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/083-merton_wissenschaft/'>Episode 83:</a> Robert Merton — Was ist Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/079-erica_thompson_model_land/'>Episode 79:</a> Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47:</a> Große Worte
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39:</a> Follow the Science?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25:</a> Entscheiden unter Unsicherheit
</li>
</ul>
<p>Jan David Zimmermann</p>
<ul><li><a href='https://www.jandavidzimmermann.com'>Homepage</a></li>
<li>Facebook: Jan D. Zimmermann</li>
<li>Instagram:  j._zimmermann</li>
<li><a href='https://ars-vobiscum.media/LETHE.-Vom-Vergessen-des-Totalitaeren-Politische-Essays-2021-2022-von-Jan-David-Zimmermann/ARV10038.3'>Buch: Lethe. Vom Vergessen des Totalitären</a></li>
<li><a href='https://stichpunkt-magazin.com'>Stichpunkt Magazin</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.derstandard.at/story/2000117131591/sitzungsprotokoll-der-taskforce-corona-ueber-zu-wenig-angst-in-der?ref=article'>Sitzungsprotokoll der "Taskforce Corona" über zu wenig Angst in der Bevölkerung, Der Standard (2020)</a></li>
<li><a href='https://orf.at/stories/3163435/'>Regierungsprotokoll: Angst vor Infektion offenbar erwünscht, ORF (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.focus.de/politik/deutschland/aus-dem-innenministerium-wie-sag-ichs-den-leuten-internes-papier-empfiehlt-den-deutschen-angst-zu-machen_id_11851227.html'>Internes Papier aus Innenministerium empfahl, den Deutschen Corona-Angst zu machen, Focus (2020)</a></li>
<li><a href='https://fragdenstaat.de/dokumente/4123-wie-wir-covid-19-unter-kontrolle-bekommen/'>Wie wir COVID-19 unter Kontrolle bekommen. Strategiepapier des Bundesinnenministeriums. </a></li>
<li>Umstritten. Ein journalistisches Gütesiegel. Fitfty Fifty/ Westend Verlag (2024)</li>
<li>Das integrative Empire: Wissensproduktion und kulturelle Praktiken in Habsburg-Zentraleuropa (Global- und Kolonialgeschichte).  transcript Verlag (2023)</li>
<li>Jürgen Habermas: Technik und Wissenschaft als Ideologie Suhrkamp (1968)</li>
<li><a href='https://www.robkhenderson.com/p/status-symbols-and-the-struggle-for'>Rob Henderson, Luxury Beliefs</a></li>
<li><a href='https://www.tabletmag.com/sections/science/articles/pandemic-science'>John Ioannidis, How the pandemic is changing pandemic norms (2021)</a></li>
<li><a href='https://gbdeclaration.org'>Great Barrington Declaration (2020)</a></li>
<li><a href='https://youtu.be/5j5WHi67-go?si=aQV-SEyGjkPWZ0cp&amp;t=4615'>Heinz Bude im Gespräch 2024</a></li>
<li><a href='https://www.deutschlandfunk.de/eindaemmung-der-corona-pandemie-zero-covid-no-covid-wo-100.html'>Zero Covid, No Covid, Artikel im Deutschlandfunk (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.nzz.ch/international/corona-war-der-deutsche-staat-zu-autoritaer-ein-streitgespraech-ld.1743428'>Susanne Gaschke, Interview in der NZZ: »Sie wollten ganze Landkreise abschotten!« – »Ich würde immer noch so vorgehen, wie wir es getan haben!« (2023)</a></li>
<li><a href='https://verlag.oeaw.ac.at/produkt/nach-corona-reflexionen-fuer-zukuenftige-krisen/99200989?name=nach-corona-reflexionen-fuer-zukuenftige-krisen&amp;product_form=5026'>Alexander Bogner, Nach Corona (2023)</a></li>
<li><a href='https://twitterfiles.substack.com/p/the-censorship-industrial-complex'>Matt Taibbi, The Censorship Industrial Complex (2023)</a></li>
<li><a href='https://www.telegraph.co.uk/news/lockdown-files/'>Telegraph, The Lockdown Files</a></li>
<li><a href='https://www.nzz.ch/wissenschaft/ursprung-von-corona-neue-nahrung-fuer-die-laborhypothese-ld.1647091'>Ein neuer Bericht offenbart Pläne für eine Veränderung von Coronaviren – kurz vor der Pandemie, NZZ (2021)</a></li>
<li>Richard Thaler, Cass Sunstein, Nudge, Yale University Press (2008)</li>
<li><a href='https://www.weforum.org/agenda/2021/10/what-is-nudging-and-how-has-it-changed-over-time/'>WEF Artikel (2021) mit Interview Cass Sunstein</a></li>
<li><a href='https://www.spektrum.de/news/nudging-darf-ein-staat-seine-buerger-zu-gesuenderem-verhalten-verhelfen/1349983'>Gesundheitspolitik: Nudging: Anstupsen für den guten Zweck (Spektrum 2015)</a></li>
<li><a href='https://www.politico.com/agenda/story/2015/10/obamas-effort-to-nudge-america-000276/'>Nudging Task Force unter Obama (2015)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=YDaCVrKge7Y'>Rainer Mausfeld im Gespräch über sein neues Buch, Hybris und Nemesis (2023)</a></li>
<li>Jesse Singal, The Quick Fix: Why Fad Psychology Can't Cure Our Social Ills, Farrar, Straus and Giroux (2021)</li>
<li>Margaret Heffernan, Uncharted, Simon &amp; Schuster UK (2020)</li>
<li>Shoshana Zuboff, The Age of Surveillance Capitalism: The Fight for a Human Future at the New Frontier of Power, Profile Books (2019)</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=hKvZdKQG8wU'>Aldous Huxley über Diktaturen der Zukunft (1958)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=OouDv90Tj8g'>Martin Kulldorff: Fired by Harvard for getting Covid right, Unherd (2024)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=rJcyxVKEF8g'>Vinay Prasad, Martin Kulldorff was wrongly fired from Harvard Medical School (2024)</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary>Die heutige Episode gehört zu den wenigen, die eine gewisse Zeitlichkeit haben. Es war vor rund vier Jahren, als die Covid-Pandemie auch in Europa richtig angekommen ist. Ab 16. März 2020 wurde der erste österreichweite Lockdown verfügt. Dies war der Anfang einer ganzen Reihe von Maßnahmen, die große Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und Gesundheit der Menschen hatten.

Vier Jahre später würde man erwarten, dass diese Maßnahmen, die in dieser Form einzigartig seit dem Zweiten Weltkrieg waren, breit in Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit reflektiert und diskutiert werden. Dies nicht nur, um die konkrete Krise aufzuarbeiten, sondern auch um zu fragen, wie wir mit zukünftigen Krisen umgehen sollten.

Was beobachten wir in etablierten Medien, Wissenschaft und Politik? So gut wie nichts, was nach einer ernsthaften Aufarbeitung aussieht. Der Titel dieser Episode ist daher: »Covid. Die unerklärliche Stille nach dem Sturm?« 

Der heutige Gesprächspartner ist wieder Jan David Zimmermann, was mich sehr freut! Jan ist Autor, Publizist und Wissenschaftsforscher, hat auch gerade ein neues und äußerst empfehlenswertes Buch herausgebracht — Lethe, Vom Vergessen des Totalitären. Außerdem ist er Redakteur beim Stichpunkt-Magazin.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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    <item>
        <title>092 — Wissen und Expertise Teil 2</title>
        <itunes:title>092 — Wissen und Expertise Teil 2</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/#comments</comments>        <pubDate>Sun, 10 Mar 2024 15:48:19 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>In Episode 80 habe ich mich schon einmal mit dem Thema Wissen und Expertise auseinandergesetzt, damals eher mit dem Fokus auf die Frage wie gut (oder schlecht) Prognosen in der Realität sind, und woran das liegen könnte.</p>
<p>In dieser Episode versuche ich einige weitere Gedanken zu entwerfen und ersuche explizit um Feedback, was Sie davon halten.</p>
<p>Ich diskutiere einige Ideen zu den Fragen:</p>
<ul><li>Wo steckt in einer Gesellschaft Wissen, wo steckt Expertise</li>
<li>Gibt es Grenzen der Expertise (in komplexen Systemen)</li>
<li>Wie kann sich das Verhältnis von Expertise zu Wissen über die Zeit verändern</li>
<li>In welchem Verhältnis stehen diese beiden Begriffe generell zueinander</li>
</ul>
<p>Das Ganze natürlich wieder mit zahlreichen Beispielen.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/086-judith_curry-climate_risk/'>Episode 86:</a> Climate Uncertainty and Risk, a conversation with Dr. Judith Curry
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/079-erica_thompson_model_land/'>Episode 79:</a> Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/068-modelle_andreas_windisch/'>Episode 68:</a> Modelle und Realität, ein Gespräch mit Dr. Andreas Windisch
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/041-intellektuelle_bescheidenheit_russel/'>Episode 41:</a> Intellektuelle Bescheidenheit: Was wir von Bertrand Russel und der Eugenik lernen können
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39:</a> Follow the Science?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27:</a> Wicked Problems
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25:</a> Entscheiden unter Unsicherheit
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17:</a> Kooperation
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.myth-gen.eu'>Dieter Macek: Eine Gesamtgenealogie der griechisch-mediterranen Mythologie</a></li>
<li>Thomas Sowell, Intellectuals and Society, Basic Books (2012)</li>
<li>Matt Ridley, How Innovation Works, Fourth Estate (2020)</li>
<li><a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Acetylsalicyls%C3%A4ure'>Aspirin</a> &amp; <a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Salicyls%C3%A4ure'>Salizylsäure</a></li>
<li><a href='https://www.nobelprize.org/prizes/medicine/1982/vane/facts/'>Nobelpreis zur Acetylsalicylsäure: Sir John Robert Vane (1982)</a></li>
<li><a href='https://en.wikipedia.org/wiki/Calvin_Coolidge#Marriage_and_family'>Calvin Coolidge</a></li>
<li><a href='https://coolidgefoundation.org/blog/the-medical-context-of-calvin-jr-s-untimely-death/'>The Medical Context of Calvin Jr.’s Untimely Death (Coolidge Foundation)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>In Episode 80 habe ich mich schon einmal mit dem Thema Wissen und Expertise auseinandergesetzt, damals eher mit dem Fokus auf die Frage wie gut (oder schlecht) Prognosen in der Realität sind, und woran das liegen könnte.</p>
<p>In dieser Episode versuche ich einige weitere Gedanken zu entwerfen und ersuche explizit um Feedback, was Sie davon halten.</p>
<p>Ich diskutiere einige Ideen zu den Fragen:</p>
<ul><li>Wo steckt in einer Gesellschaft Wissen, wo steckt Expertise</li>
<li>Gibt es Grenzen der Expertise (in komplexen Systemen)</li>
<li>Wie kann sich das Verhältnis von Expertise zu Wissen über die Zeit verändern</li>
<li>In welchem Verhältnis stehen diese beiden Begriffe generell zueinander</li>
</ul>
<p>Das Ganze natürlich wieder mit zahlreichen Beispielen.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/086-judith_curry-climate_risk/'>Episode 86:</a> Climate Uncertainty and Risk, a conversation with Dr. Judith Curry
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/079-erica_thompson_model_land/'>Episode 79:</a> Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/068-modelle_andreas_windisch/'>Episode 68:</a> Modelle und Realität, ein Gespräch mit Dr. Andreas Windisch
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/041-intellektuelle_bescheidenheit_russel/'>Episode 41:</a> Intellektuelle Bescheidenheit: Was wir von Bertrand Russel und der Eugenik lernen können
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39:</a> Follow the Science?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27:</a> Wicked Problems
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25:</a> Entscheiden unter Unsicherheit
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17:</a> Kooperation
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.myth-gen.eu'>Dieter Macek: Eine Gesamtgenealogie der griechisch-mediterranen Mythologie</a></li>
<li>Thomas Sowell, Intellectuals and Society, Basic Books (2012)</li>
<li>Matt Ridley, How Innovation Works, Fourth Estate (2020)</li>
<li><a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Acetylsalicyls%C3%A4ure'>Aspirin</a> &amp; <a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Salicyls%C3%A4ure'>Salizylsäure</a></li>
<li><a href='https://www.nobelprize.org/prizes/medicine/1982/vane/facts/'>Nobelpreis zur Acetylsalicylsäure: Sir John Robert Vane (1982)</a></li>
<li><a href='https://en.wikipedia.org/wiki/Calvin_Coolidge#Marriage_and_family'>Calvin Coolidge</a></li>
<li><a href='https://coolidgefoundation.org/blog/the-medical-context-of-calvin-jr-s-untimely-death/'>The Medical Context of Calvin Jr.’s Untimely Death (Coolidge Foundation)</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary>In Episode 80 habe ich mich schon einmal mit dem Thema Wissen und Expertise auseinandergesetzt, damals eher mit dem Fokus auf die Frage wie gut (oder schlecht) Prognosen in der Realität sind, und woran das liegen könnte.

In dieser Episode versuche ich einige weitere Gedanken zu entwerfen und ersuche explizit um Feedback, was Sie davon halten.

Ich diskutiere einige Ideen zu den Fragen:

Wo steckt in einer Gesellschaft Wissen, wo steckt Expertise
Gibt es Grenzen der Expertise (in komplexen Systemen)
Wie kann sich das Verhältnis von Expertise zu Wissen über die Zeit verändern
In welchem Verhältnis stehen diese beiden Begriffe generell zueinander
Das Ganze natürlich wieder mit zahlreichen Beispielen.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>091 — Die Heidi-Klum-Universität, ein Gespräch mit Prof. Ehrmann und Prof. Sommer</title>
        <itunes:title>091 — Die Heidi-Klum-Universität, ein Gespräch mit Prof. Ehrmann und Prof. Sommer</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/091-heidi_klum_universitaet/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/091-heidi_klum_universitaet/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 26 Feb 2024 06:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Ich freue mich, dass ich Prof. Ehrmann und Prof. Sommer gewinnen konnte, um über die erheblichen Probleme der heutigen Forschungs- und Uni-Landschaft zu sprechen. Ist die Universität zu einem Turnier verkommen, das eher einem Heidi-Klum-Wettbewerb entspricht als ernsthafter Wissenschaft?</p>
<p>Prof. Ehrmann leitet das Institut für Strategisches Management an der Universität Münster. Er hat eine weite Erfahrung sowohl in der Wissenschaft als auch in Industrie und Politik, so war er unter anderem Senior Manager bei PWC Corporate Finance und 17 Jahre lang Mitglied der Advisory Group der Deutschen Bahn.</p>
<p>Prof. Michael Sommer studierte Alte Geschichte, Latein, Griechisch, Politikwissenschaften, neuere Geschichte und Vorderasiatische Archäologie. Nach seiner Promotion an der Universität Freiburg verbrachte er zwei Jahre als Visiting Fellow am Wolfson College in Oxford. Von 2005 bis 2012 war er Dozent für Alte Geschichte an der Universität von Liverpool. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Wirtschafts-, Sozial-, Mentalitäts- und Institutionsgeschichte des Römischen Reiches und die Geschichte der Levante in allen Epochen. </p>
<p>Wird Volkswirtschaft naturwissenschaftlich(er)? Was ist die Währung in der Wissenschaft? Welche Bedeutung und Folge(n) hat die Replikationskrise, die in der Psychologie große Wellen geschlagen hat, aber im Grunde weite Bereiche der Wissenschaft betrifft?</p>
<p>Was ist von Drittmitteln als Kriterium für wissenschaftlichen Erfolg zu halten und welche Effekte haben ständige Evaluierungen? Führt dies zu einem selbstzerstörerischen System?</p>
<p>Es gibt gute Hinweise darauf, dass Qualität und Output in der Wissenschaft stetig zurückgehen, was ist davon zu halten? Es wird viel »Wissen« generiert, aber ist dieses »Wissen« weitgehend nutzlos oder gar Pseudowissenschaft? Was ist der Zusammenhang zwischen eingesetzten Steuermitteln und wissenschaftlichen Ergebnissen?</p>
<p>Aber nicht nur die Wissenschaft ist in der Krise, auch die Ausbildung ist betroffen; wird etwa die Studierfähigkeit der jungen Studenten immer schlechter und ist die stetig zunehmende Akademisierung des Landes sinnvoll? War die Bologna-Reform ein Fehler?   </p>

<p>»Brauchen wir 10.000 Leute, die Gender-Studies studieren, während es auf der anderen Seite an Klempnern und Pflegekräften mangelt.«</p>

<p>Ist der Akademiker von heute von der Qualifikation kaum dem Maturant/Abiturient der Vergangenheit überlegen? Wenn das so weitergeht: nennen wir die Uni in wenigen Jahrzehnten Berufschule? Das kann doch kaum eine effiziente Form der Ausbildung sein? Nicht jeder ist Einstein — an welcher Stelle erfolgt die Selektion? Je später sie erfolgt, desto schmerzhafter ist sie für den Einzelnen und desto teurer für das System?</p>

<p>»Die Snowflakes, die da von der Uni kommen [Lehramt], denen hat nie jemand gesagt, dass ihre Arbeit eigentlich Scheiße ist und die sitzen jetzt im Studienseminar und sind zum ersten Mal Kritik ausgesetzt«</p>

<p>In welchem Zusammenhang steht der an den Unis (vor allem in den USA) überkochende Antisemitismus mit den oben genannten Problemen? Hat der woke Unfug nun tatsächlich die Überhand gewonnen?</p>

<p>»Das Einschränken von Meinungskorridoren, das Niederbrüllen von Meinungen die einem nicht passen […] ist eine direkte Folge des Kompetenzrückgangs«</p>

<p>Erleben wir Zensur von oben oder eher eine eigenartige Form der intellektuellen Selbstverstümmelung?</p>

<p>“The restraints on freedom of speech and repression that are existing on formally liberal societies are not imposed by dictatorial or authoritarian governments on the whole. They are imposed by civil institutions themselves.”, John Gray</p>

<p>Gibt es härtere und weichere Disziplinen?</p>

<p>»Mutiges Meinen statt sauberer Analyse?«</p>

<p>Rentiert es sich für Studenten überhaupt noch, an diese Uni zu gehen? Welche Rolle spielt die Universität jenseits des Signalisierens und leidet nicht auch schon das Signalisieren unter den offensichtlichen Qualitätsmängeln?</p>

<p>“My best guess says signaling accounts for 80% of education’s return”, Bryan Kaplan</p>

<p>Der britische Premierminister Rishi Sunak beschreibt die Universität für viele als irreführenden Traum:</p>

<p>“Too many university students are sold a false dream”</p>

<p>Muss die Uni neu erfunden werden, oder ist eine schrittweise Verbesserung möglich und sinnvoll?</p>

<p>»Die Uni hat sich schon oft am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen, es gibt eigentlich keinen Grund, dass dies nicht wieder gelingen kann«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/085-naturalismus/'>Episode 85:</a> Naturalismus — was weiß Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/083-merton_wissenschaft/'>Episode 83:</a> Robert Merton — Was ist Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/075-gott-und-die-welt_werner-gruber_erich-eder/'>Episode 75:</a> Gott und die Welt, ein Gespräch mit Werner Gruber und Erich Eder
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/067-wissenschaft_hype-stephan_schleim/'>Episode 67:</a> Wissenschaft, Hype und Realität — ein Gespräch mit Stephan Schleim
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/049-extended_mind/'>Episode 49:</a> Wo denke ich? Reflexionen über den »undichten« Geist
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47:</a> Große Worte
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/038-eliten-michael_hartmann/'>Episode 38:</a> Eliten, ein Gespräch mit Prof. Michael Hartmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/034-uebersetzungsbewegung-ruediger-lohlker/'>Episode 34:</a> Die Übersetzungsbewegung, oder: wie Ideen über Zeiten, Kulturen und Sprachen wandern – Gespräch mit Prof. Rüdiger Lohlker
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28:</a> Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/006-messen-was-messbar-ist/'>Episode 6:</a> Messen, was messbar ist?
</li>
</ul>
<p>Artikel und Referenzen von Prof. Sommer und Ehrmann</p>
<ul><li><a href='https://zeitung.faz.net/faz/geisteswissenschaften/2023-08-30/07c0c34c82d024181fffe4150281aee2/?GEPC=s3'>Thomas Ehrmann, Michael Sommer, Willkommen an der Heidi-Klum-Universität, FAZ (2023)</a></li>
<li>Thomas Ehrmann und Aloys Prinz, Aufgeweckte Kapitalisten, FAZ (2021)</li>
<li><a href='https://doi.org/10.1007/s11573-021-01079-0'>Aloys Prinz, Thomas Ehrmann, Academia as a league system, Journal of Business Economics (2021)</a></li>
<li>Thomas Ehrmann und Aloys Prinz, Die Champions League lohnt sich nicht, FAZ (2022)</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.nature.com/articles/d41586-022-04577-5'>Max Koslow, ‘Disruptive’ science has declined — and no one knows why, Nature (2023)</a></li>
<li><a href='https://web.stanford.edu/~chadj/IdeaPF.pdf'>Nicholas Bloom et al, Are Ideas Getting Harder to Find? (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=w_rnI54Azxw'>Julian Nida-Rümelin, Der Akademisierungswahn (2014)</a></li>
<li>Jochen Hörisch, Die ungeliebte Universität – Rettet die Alma Mater, Carl Hanser (2006)</li>
<li>Liessmann — Theorie der Unbildung, Piper (2008)</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=yCG1-30auFc'>John Gray im Gespräch mit Unheard (2023)</a></li>
<li>Bryan Caplan, The Case against Education, Princeton University Press (2019)</li>
<li><a href='https://pubs.acs.org/doi/pdf/10.1021/acs.jpclett.1c01475'>Anna I. Krylov, The Peril of Politicising Science (2021)</a></li>
<li><a href='https://quillette.com/2023/10/16/woke-antisemitism-a-reckoning/'>Woke Antisemitism: A Reckoning, Quillett (2023)</a></li>
<li><a href='https://www.thefp.com/p/the-day-the-delusions-died-konstantin-kisin'>Konstantin Kisin, The Day the Delusions Died | The Free Press (2023)</a></li>
<li><a href='https://www.telegraph.co.uk/politics/2023/07/17/rishi-sunak-too-many-university-students-sold-false-dream/'>Rishi Sunak, Too many university students are sold a false dream, Telegraph (2023)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Ich freue mich, dass ich Prof. Ehrmann und Prof. Sommer gewinnen konnte, um über die erheblichen Probleme der heutigen Forschungs- und Uni-Landschaft zu sprechen. Ist die Universität zu einem Turnier verkommen, das eher einem Heidi-Klum-Wettbewerb entspricht als ernsthafter Wissenschaft?</p>
<p>Prof. Ehrmann leitet das Institut für Strategisches Management an der Universität Münster. Er hat eine weite Erfahrung sowohl in der Wissenschaft als auch in Industrie und Politik, so war er unter anderem Senior Manager bei PWC Corporate Finance und 17 Jahre lang Mitglied der Advisory Group der Deutschen Bahn.</p>
<p>Prof. Michael Sommer studierte Alte Geschichte, Latein, Griechisch, Politikwissenschaften, neuere Geschichte und Vorderasiatische Archäologie. Nach seiner Promotion an der Universität Freiburg verbrachte er zwei Jahre als Visiting Fellow am Wolfson College in Oxford. Von 2005 bis 2012 war er Dozent für Alte Geschichte an der Universität von Liverpool. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Wirtschafts-, Sozial-, Mentalitäts- und Institutionsgeschichte des Römischen Reiches und die Geschichte der Levante in allen Epochen. </p>
<p>Wird Volkswirtschaft naturwissenschaftlich(er)? Was ist die Währung in der Wissenschaft? Welche Bedeutung und Folge(n) hat die Replikationskrise, die in der Psychologie große Wellen geschlagen hat, aber im Grunde weite Bereiche der Wissenschaft betrifft?</p>
<p>Was ist von Drittmitteln als Kriterium für wissenschaftlichen Erfolg zu halten und welche Effekte haben ständige Evaluierungen? Führt dies zu einem selbstzerstörerischen System?</p>
<p>Es gibt gute Hinweise darauf, dass Qualität und Output in der Wissenschaft stetig zurückgehen, was ist davon zu halten? Es wird viel »Wissen« generiert, aber ist dieses »Wissen« weitgehend nutzlos oder gar Pseudowissenschaft? Was ist der Zusammenhang zwischen eingesetzten Steuermitteln und wissenschaftlichen Ergebnissen?</p>
<p>Aber nicht nur die Wissenschaft ist in der Krise, auch die Ausbildung ist betroffen; wird etwa die Studierfähigkeit der jungen Studenten immer schlechter und ist die stetig zunehmende Akademisierung des Landes sinnvoll? War die Bologna-Reform ein Fehler?   </p>

<p>»Brauchen wir 10.000 Leute, die Gender-Studies studieren, während es auf der anderen Seite an Klempnern und Pflegekräften mangelt.«</p>

<p>Ist der Akademiker von heute von der Qualifikation kaum dem Maturant/Abiturient der Vergangenheit überlegen? Wenn das so weitergeht: nennen wir die Uni in wenigen Jahrzehnten Berufschule? Das kann doch kaum eine effiziente Form der Ausbildung sein? Nicht jeder ist Einstein — an welcher Stelle erfolgt die Selektion? Je später sie erfolgt, desto schmerzhafter ist sie für den Einzelnen und desto teurer für das System?</p>

<p>»Die Snowflakes, die da von der Uni kommen [Lehramt], denen hat nie jemand gesagt, dass ihre Arbeit eigentlich Scheiße ist und die sitzen jetzt im Studienseminar und sind zum ersten Mal Kritik ausgesetzt«</p>

<p>In welchem Zusammenhang steht der an den Unis (vor allem in den USA) überkochende Antisemitismus mit den oben genannten Problemen? Hat der woke Unfug nun tatsächlich die Überhand gewonnen?</p>

<p>»Das Einschränken von Meinungskorridoren, das Niederbrüllen von Meinungen die einem nicht passen […] ist eine direkte Folge des Kompetenzrückgangs«</p>

<p>Erleben wir Zensur von oben oder eher eine eigenartige Form der intellektuellen Selbstverstümmelung?</p>

<p>“The restraints on freedom of speech and repression that are existing on formally liberal societies are not imposed by dictatorial or authoritarian governments on the whole. They are imposed by civil institutions themselves.”, John Gray</p>

<p>Gibt es härtere und weichere Disziplinen?</p>

<p>»<em>Mutiges Meinen</em> statt sauberer Analyse?«</p>

<p>Rentiert es sich für Studenten überhaupt noch, an diese Uni zu gehen? Welche Rolle spielt die Universität jenseits des Signalisierens und leidet nicht auch schon das Signalisieren unter den offensichtlichen Qualitätsmängeln?</p>

<p>“My best guess says signaling accounts for 80% of education’s return”, Bryan Kaplan</p>

<p>Der britische Premierminister Rishi Sunak beschreibt die Universität für viele als irreführenden Traum:</p>

<p>“Too many university students are sold a false dream”</p>

<p>Muss die Uni neu erfunden werden, oder ist eine schrittweise Verbesserung möglich und sinnvoll?</p>

<p>»Die Uni hat sich schon oft am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen, es gibt eigentlich keinen Grund, dass dies nicht wieder gelingen kann«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/085-naturalismus/'>Episode 85:</a> Naturalismus — was weiß Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/083-merton_wissenschaft/'>Episode 83:</a> Robert Merton — Was ist Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/075-gott-und-die-welt_werner-gruber_erich-eder/'>Episode 75:</a> Gott und die Welt, ein Gespräch mit Werner Gruber und Erich Eder
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/067-wissenschaft_hype-stephan_schleim/'>Episode 67:</a> Wissenschaft, Hype und Realität — ein Gespräch mit Stephan Schleim
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/049-extended_mind/'>Episode 49:</a> Wo denke ich? Reflexionen über den »undichten« Geist
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47:</a> Große Worte
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/038-eliten-michael_hartmann/'>Episode 38:</a> Eliten, ein Gespräch mit Prof. Michael Hartmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/034-uebersetzungsbewegung-ruediger-lohlker/'>Episode 34:</a> Die Übersetzungsbewegung, oder: wie Ideen über Zeiten, Kulturen und Sprachen wandern – Gespräch mit Prof. Rüdiger Lohlker
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28:</a> Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/006-messen-was-messbar-ist/'>Episode 6:</a> Messen, was messbar ist?
</li>
</ul>
<p>Artikel und Referenzen von Prof. Sommer und Ehrmann</p>
<ul><li><a href='https://zeitung.faz.net/faz/geisteswissenschaften/2023-08-30/07c0c34c82d024181fffe4150281aee2/?GEPC=s3'>Thomas Ehrmann, Michael Sommer, Willkommen an der Heidi-Klum-Universität, FAZ (2023)</a></li>
<li>Thomas Ehrmann und Aloys Prinz, Aufgeweckte Kapitalisten, FAZ (2021)</li>
<li><a href='https://doi.org/10.1007/s11573-021-01079-0'>Aloys Prinz, Thomas Ehrmann, Academia as a league system, Journal of Business Economics (2021)</a></li>
<li>Thomas Ehrmann und Aloys Prinz, Die Champions League lohnt sich nicht, FAZ (2022)</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.nature.com/articles/d41586-022-04577-5'>Max Koslow, ‘Disruptive’ science has declined — and no one knows why, Nature (2023)</a></li>
<li><a href='https://web.stanford.edu/~chadj/IdeaPF.pdf'>Nicholas Bloom et al, Are Ideas Getting Harder to Find? (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=w_rnI54Azxw'>Julian Nida-Rümelin, Der Akademisierungswahn (2014)</a></li>
<li>Jochen Hörisch, Die ungeliebte Universität – Rettet die Alma Mater, Carl Hanser (2006)</li>
<li>Liessmann — Theorie der Unbildung, Piper (2008)</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=yCG1-30auFc'>John Gray im Gespräch mit Unheard (2023)</a></li>
<li>Bryan Caplan, The Case against Education, Princeton University Press (2019)</li>
<li><a href='https://pubs.acs.org/doi/pdf/10.1021/acs.jpclett.1c01475'>Anna I. Krylov, The Peril of Politicising Science (2021)</a></li>
<li><a href='https://quillette.com/2023/10/16/woke-antisemitism-a-reckoning/'>Woke Antisemitism: A Reckoning, Quillett (2023)</a></li>
<li><a href='https://www.thefp.com/p/the-day-the-delusions-died-konstantin-kisin'>Konstantin Kisin, The Day the Delusions Died | The Free Press (2023)</a></li>
<li><a href='https://www.telegraph.co.uk/politics/2023/07/17/rishi-sunak-too-many-university-students-sold-false-dream/'>Rishi Sunak, Too many university students are sold a false dream, Telegraph (2023)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>ch freue mich, dass ich Prof. Ehrmann und Prof. Sommer gewinnen konnte, um über die erheblichen Probleme der heutigen Forschungs- und Uni-Landschaft zu sprechen. Ist die Universität zu einem Turnier verkommen, das eher einem Heidi-Klum-Wettbewerb entspricht als ernsthafter Wissenschaft?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>090 – Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)</title>
        <itunes:title>090 – Unintended Consequences (Unerwartete Folgen)</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/090-unintended_consequences/#comments</comments>        <pubDate>Wed, 07 Feb 2024 06:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Im heutigen Podcast werde ich einige unterhaltsame aber auch ernsthafte Geschichten erzählen, zu einem Thema, das ich in verschiedenen anderen Episoden schon angesprochen habe: »Unintended Consequences — Unerwartete Folgen«</p>
<p>In dieser Episode wird es also weniger um eine tiefe Analyse der Gründe für unerwartete Folgen bestimmter Maßnahmen gehen, sondern es soll vielmehr die Breite und Tragweite der Problematik anschaulich gemacht werden. Dies trifft sowohl auf die Fälle zu, wo die unerwünschten Folgen negativer als auch positiver Natur sind.</p>
<p>In der Episode spreche ich Beispiele aus der Chemie, der Ökologie, Politik und Wissenschaft an. Es ist auch das erste Mal, dass mit Barbara Streisand eine Schauspielerin und Sängerin thematisiert wird, oder besser gesagt, ihre Villa am Strand!</p>
<p></p>
<p>Welche Rolle spielen simple und komplexe Systeme, oder Probleme mit engem oder weitem Kontext?</p>
<p>Was können wir tun, um schwerwiegende unerwünschte Folgen zu vermeiden und positive zu begünstigen?</p>

<p>“All history is the history of unintended consequences.”, T. J. Jackson Lears</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/086-judith_curry-climate_risk/'>Episode 86:</a> Climate Uncertainty and Risk, a conversation with Dr. Judith Curry
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/069-complexity_software/'>Episode 69:</a> Complexity in Software
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27:</a> Wicked Problems
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25:</a> Entscheiden unter Unsicherheit
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/023-frozen-accidents/'>Episode 23:</a> Frozen Accidents
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episode 10:</a> Komplizierte Komplexität
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/49biPY7'>Rory Sutherland, Alchemy, Virgin Digital (2019)</a></li>
<li><a href='https://www.latimes.com/local/california/la-me-drought-consequences-20150901-story.html'>Los Angeles Times, Unintended consequences of conserving water: leaky pipes, less revenue, bad odors (2015)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/483vsne'>Rachel Carson, Silent Spring, Penguin Classic (1962)</a></li>
<li><a href='https://www.bloomberg.com/news/features/2021-03-08/a-tree-planting-program-in-mexico-may-encourage-deforestation'>Bloomberg, Tree Planting Program in Mexico may Encourage Deforestation (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.nature.com/articles/s41598-018-35457-6'>Tokunaga, E., Yamamoto, T., Ito, E. et al. Understanding the Thalidomide Chirality in Biological Processes by the Self-disproportionation of Enantiomers. Sci Rep 8, 17131</a></li>
<li>Barbara Streisand Estate (Photo): Copyright (C) 2002 Kenneth &amp; Gabrielle Adelman, <a href='http://www.californiacoastline.org'>California Coastal Records Project</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/47Uogtp'>Thomas Sowell, Intellectuals and Society, Basic Books (2012)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3OjTRh6'>Vaclav Smil, Invention and Innovation: A Brief History of Hype and Failure, MIT Press (2023)</a></li>
<li><a href='https://youtube.com/playlist?list=PLBuns9Evn1w9XhnH7vVh_7C65wJbaBECK&amp;si=ArVrTdQy0CV11WB4'>Reason TV, Great Moments in Unintended Consequences (YouTube Playlist)</a></li>
<li><a href='https://youtu.be/o-Cl3i5tSPM'>Niall Ferguson on Regulation (YouTube)</a>, Zitat T. J. Jackson Lears</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Im heutigen Podcast werde ich einige unterhaltsame aber auch ernsthafte Geschichten erzählen, zu einem Thema, das ich in verschiedenen anderen Episoden schon angesprochen habe: »Unintended Consequences — Unerwartete Folgen«</p>
<p>In dieser Episode wird es also weniger um eine tiefe Analyse der Gründe für unerwartete Folgen bestimmter Maßnahmen gehen, sondern es soll vielmehr die Breite und Tragweite der Problematik anschaulich gemacht werden. Dies trifft sowohl auf die Fälle zu, wo die unerwünschten Folgen negativer als auch positiver Natur sind.</p>
<p>In der Episode spreche ich Beispiele aus der Chemie, der Ökologie, Politik und Wissenschaft an. Es ist auch das erste Mal, dass mit Barbara Streisand eine Schauspielerin und Sängerin thematisiert wird, oder besser gesagt, ihre Villa am Strand!</p>
<p></p>
<p>Welche Rolle spielen simple und komplexe Systeme, oder Probleme mit engem oder weitem Kontext?</p>
<p>Was können wir tun, um schwerwiegende unerwünschte Folgen zu vermeiden und positive zu begünstigen?</p>

<p>“All history is the history of unintended consequences.”, T. J. Jackson Lears</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/086-judith_curry-climate_risk/'>Episode 86:</a> Climate Uncertainty and Risk, a conversation with Dr. Judith Curry
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/069-complexity_software/'>Episode 69:</a> Complexity in Software
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27:</a> Wicked Problems
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25:</a> Entscheiden unter Unsicherheit
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/023-frozen-accidents/'>Episode 23:</a> Frozen Accidents
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episode 10:</a> Komplizierte Komplexität
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/49biPY7'>Rory Sutherland, Alchemy, Virgin Digital (2019)</a></li>
<li><a href='https://www.latimes.com/local/california/la-me-drought-consequences-20150901-story.html'>Los Angeles Times, Unintended consequences of conserving water: leaky pipes, less revenue, bad odors (2015)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/483vsne'>Rachel Carson, Silent Spring, Penguin Classic (1962)</a></li>
<li><a href='https://www.bloomberg.com/news/features/2021-03-08/a-tree-planting-program-in-mexico-may-encourage-deforestation'>Bloomberg, Tree Planting Program in Mexico may Encourage Deforestation (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.nature.com/articles/s41598-018-35457-6'>Tokunaga, E., Yamamoto, T., Ito, E. et al. Understanding the Thalidomide Chirality in Biological Processes by the Self-disproportionation of Enantiomers. Sci Rep 8, 17131</a></li>
<li>Barbara Streisand Estate (Photo): Copyright (C) 2002 Kenneth &amp; Gabrielle Adelman, <a href='http://www.californiacoastline.org'>California Coastal Records Project</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/47Uogtp'>Thomas Sowell, Intellectuals and Society, Basic Books (2012)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3OjTRh6'>Vaclav Smil, Invention and Innovation: A Brief History of Hype and Failure, MIT Press (2023)</a></li>
<li><a href='https://youtube.com/playlist?list=PLBuns9Evn1w9XhnH7vVh_7C65wJbaBECK&amp;si=ArVrTdQy0CV11WB4'>Reason TV, Great Moments in Unintended Consequences (YouTube Playlist)</a></li>
<li><a href='https://youtu.be/o-Cl3i5tSPM'>Niall Ferguson on Regulation (YouTube)</a>, Zitat T. J. Jackson Lears</li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Im heutigen Podcast werde ich einige unterhaltsame aber auch ernsthafte Geschichten erzählen, zu einem Thema, das ich in verschiedenen anderen Episoden schon angesprochen habe: »Unintended Consequences — Unerwartete Folgen«

In dieser Episode wird es also weniger um eine tiefe Analyse der Gründe für unerwartete Folgen bestimmter Maßnahmen gehen, sondern es soll vielmehr die Breite und Tragweite der Problematik anschaulich gemacht werden. Dies trifft sowohl auf die Fälle zu, wo die unerwünschten Folgen negativer als auch positiver Natur sind.

In der Episode spreche ich Beispiele aus der Chemie, der Ökologie, Politik und Wissenschaft an. Es ist auch das erste Mal, dass mit Barbara Streisand eine Schauspielerin und Sängerin thematisiert wird, oder besser gesagt, ihre Villa am Strand!</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
        <itunes:explicit>false</itunes:explicit>
        <itunes:block>No</itunes:block>
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            </item>
    <item>
        <title>089 — The Myth of Left and Right, a Conversation with Prof. Hyrum Lewis</title>
        <itunes:title>089 — The Myth of Left and Right, a Conversation with Prof. Hyrum Lewis</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/089-myth_left_right_hyrum_lewis/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/089-myth_left_right_hyrum_lewis/#comments</comments>        <pubDate>Sat, 20 Jan 2024 20:23:46 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Is the political left and right position changing regularly? For many years now, I have been getting more and more uneasy when pundits and journalists use the “left/right” dichotomy. In my lifetime, I have observed numerous political topics that were once at the core of “left” politics that suddenly are named “right” and vice versa.</p>
<p>I then came across the book with the very name “The Myth of Left and Right” and it is a terrific read. So I was very excited that one of the authors, Hyrum Lewis agreed to a conversation.</p>
<p>Hyrum Lewis is a professor of history at BYU-Idaho and was previously a visiting scholar at Stanford University. He received a PhD from the University of Southern California and has written for the Wall Street Journal, Quillette, RealClearPolitics, The Washington Examiner, and other national publications. His most recent book, The Myth of Left and Right (co-authored with Verlan Lewis) was published by Oxford University Press in 2023.</p>
<p>Moreover, this episode fits very nicely with the previous episode with Prof. Möllers on liberalism, so if you are a German speaker, please check this one out as well.</p>
<p>Political realities do not map to a single variable or descriptor—there is no such thing as a political monism. Are “left” and “right” just post-hoc narratives where we try to construct ideologies that are not actually there?</p>
<p>We observe a regular flip-flopping in history; what are prominent examples?</p>

<p>“There is no left and right; there are just two tribes, and what these tribes believe and stand for will change quite radically over time since there is no philosophical core uniting the tribe.”</p>

<p>I, personally, have a profound problem with the term “progressive”, but more generally, what do these terms even mean: progressivism, conservatism, reactionary, liberal? </p>

<p>“It is a loaded and self-serving term […] what is considered progressive changes from day to day.”</p>
<p>“If you don't agree with every policy we believe in […] then you are obviously on the wrong side of history. You are standing against progress.”</p>

<p>So, are left and right not a philosophy but rather a tribe? </p>
<p>Is the definition of conservatism maybe easier? There is a nice brief definition: "Conservatism is democracy of the deceased,” Roger Scruton makes the astute observation that there are so many more ways to screw up and so little ways to do right. But does this help in practice? </p>

<p>“Every person on that planet wants to conserve things that are good and change things that are bad. We are all progressive, and we are all conservative. We just don't agree on what is good and what is bad.”</p>

<p>What are examples where positions are unclear or change over time.</p>

<p>“In 1903, President Theodore Roosevelt visited Yosemite and was guided by naturalist John Muir. The two men spent three memorable nights camping, first under the outstretched arms of the Grizzly Giant in the Mariposa Grove of Giant Sequoias, then in a snowstorm atop five feet of snow near Sentinel Dome, and finally in a meadow near the base of Bridalveil Fall. Their conversations and shared joy with the beauty and magnificence of Yosemite led Roosevelt to expand federal protection of Yosemite, and it inspired him to sign into existence five national parks, 18 national monuments, 55 national bird sanctuaries and wildlife refuges, and 150 national forests.”, Roosevelt, Muir, and the Grace of Place (NPR)</p>

<p></p>
<p>Teddy Roosevelt was a Republican. And here again, a “hiccup”: even though Teddy Roosevelt was a Republican, he called himself a progressive.</p>
<p>In reality, though, if you see someone on the street in a mask, you can predict with high certainty the other political assumptions of this person. How come? Is there now an underlying disposition, or is there not? Or is it much more a phenomenon of tribal or social conformity?</p>
<p>Is the left-right model, at least, useful? What can we learn from past US presidents such as Donald Trump, Bill Clinton, George W. Bush in that regard?</p>
<p>Is the political discourse at least more reasonable at universities and among “elites”? Or maybe even more troubled and more conforming to their very tribe?</p>
<p>If “normal” people are in general “moderate” on important topics (like abortion), why do major political parties play for the few on the extreme ends of the opinion spectrum?</p>
<p>More generally, some educated people describe themselves as “moderate” or “centrist.” Does this even mean anything, and would it be desirable?</p>
<p>What about “realism” vs. “utopianism”?</p>

<p>“Both status quo conservatives and progressive technocrats share a common element: the hostility to open-ended change, guided not by planners but by millions of experiments and trial and error. For both, the goal is stasis, it’s just that one group finds it in the past, the other one in the future.”, Virginia Postrel </p>

<p>A lot of these errors are made under the more elementary mistake that we can know, predict, or foresee the future, especially when we take actions. What can we learn from Phil Tetlock and Dan Gardners forecasting studies?</p>

<p>“To be a true progressive, you cannot be a progressive”</p>
<p>“Our media does not reward granular, careful, and probabilistic analysis.”</p>

<p>So, is it not more significant to distinguish between authoritarian and non-authoritarian politicians or political methods?</p>
<p>But can we be optimistic about the future when non-tribal podcasters like Joe Rogan or Coleman Hughes have audiences that are larger than most legacy media outlets combined?</p>
<p>Is democracy over time the best way to deal with complex situations and challenges? Is there a value in slowness, and are we not just too impatient?</p>
<p>References</p>
<p>Other Episodes</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/057-konservativ_und_progressiv/'>Episode 57:</a> Konservativ UND Progressiv
</li>
</ul>
<p>Hyrum Lewis</p>
<ul><li><a href='https://www.byui.edu/directories/hyrum-lewis'>Hyrum Lewis at BYU-Idaho</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/48SZV8N'>Hyrum Lewis, Verlan Lewis, The Myth of Left and Right, Oxford University Press (2022)</a></li>
<li><a href='https://quillette.com/2017/05/03/time-retire-political-spectrum/'>Hyrum Lewis, It's Time to Retire the Political Spectrum, Quillette (2017)</a></li>
<li><a href='https://hyrumlewis.blogspot.com'>Hyrum Lews Blog</a></li>
</ul>
<p>Other References</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3tZWXQu'>Roger Scruton, How to be a conservative, Bloomsbury Continuum (2019)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3SoXmFF'>Johan Norberg, Open: The Story of Human Progress, Atlantic Books (2021)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/491OSd1'>Karl Popper, The Poverty of Historicism, Routledge Classic</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/48BMr0Y'>Phil Tetlock, Dan Gardner, Superforecasting, Cornerstone Digital (2015)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/48D2efX'>Tim Urban, What's Our Problem?: A Self-Help Book for Societies (2023)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/48C8IM9'>Nicholas Carr, The Shallows, Atlantic Books (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.nps.gov/yose/learn/historyculture/roosevelt-muir-and-the-grace-of-place.htm'>Roosevelt, Muir, and the Grace of Place</a></li>
<li><a href='https://open.spotify.com/show/4rOoJ6Egrf8K2IrywzwOMk'>Joe Rogan Podcast</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/@ColemanHughesOfficial'>Coleman Hughes Podcast</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p><em>Is the political left and right position changing regularly?</em> For many years now, I have been getting more and more uneasy when pundits and journalists use the “left/right” dichotomy. In my lifetime, I have observed numerous political topics that were once at the core of “left” politics that suddenly are named “right” and vice versa.</p>
<p>I then came across the book with the very name “The Myth of Left and Right” and it is a terrific read. So I was very excited that one of the authors, Hyrum Lewis agreed to a conversation.</p>
<p>Hyrum Lewis is a professor of history at <em>BYU-Idaho</em> and was previously a visiting scholar at <em>Stanford University</em>. He received a PhD from the <em>University of Southern California</em> and has written for the <em>Wall Street Journal, Quillette, RealClearPolitics, The Washington Examiner</em>, and other national publications. His most recent book, <em>The Myth of Left and Right</em> (co-authored with Verlan Lewis) was published by Oxford University Press in 2023.</p>
<p>Moreover, this episode fits very nicely with the previous episode with Prof. Möllers on liberalism, so if you are a German speaker, please check this one out as well.</p>
<p>Political realities do not map to a single variable or descriptor—there is no such thing as a political monism. Are “left” and “right” just post-hoc narratives where we try to construct ideologies that are not actually there?</p>
<p>We observe a regular flip-flopping in history; what are prominent examples?</p>

<p>“There is no left and right; there are just two tribes, and what these tribes believe and stand for will change quite radically over time since there is no philosophical core uniting the tribe.”</p>

<p>I, personally, have a profound problem with the term “progressive”, but more generally, what do these terms even mean: <em>progressivism</em>, <em>conservatism</em>, <em>reactionary</em>, <em>liberal</em>? </p>

<p>“It is a loaded and self-serving term […] what is considered progressive changes from day to day.”</p>
<p>“If you don't agree with every policy we believe in […] then you are obviously on the wrong side of history. You are standing against progress.”</p>

<p>So, are <em>left</em> and <em>right</em> not a philosophy but rather a tribe? </p>
<p>Is the definition of conservatism maybe easier? There is a nice brief definition: "Conservatism is democracy of the deceased,” Roger Scruton makes the astute observation that there are so many more ways to screw up and so little ways to do right. But does this help in practice? </p>

<p>“Every person on that planet wants to conserve things that are good and change things that are bad. We are all progressive, and we are all conservative. We just don't agree on what is good and what is bad.”</p>

<p>What are examples where positions are unclear or change over time.</p>

<p>“In 1903, President Theodore Roosevelt visited Yosemite and was guided by naturalist John Muir. The two men spent three memorable nights camping, first under the outstretched arms of the Grizzly Giant in the Mariposa Grove of Giant Sequoias, then in a snowstorm atop five feet of snow near Sentinel Dome, and finally in a meadow near the base of Bridalveil Fall. Their conversations and shared joy with the beauty and magnificence of Yosemite led Roosevelt to expand federal protection of Yosemite, and it inspired him to sign into existence five national parks, 18 national monuments, 55 national bird sanctuaries and wildlife refuges, and 150 national forests.”, Roosevelt, Muir, and the Grace of Place (NPR)</p>

<p></p>
<p>Teddy Roosevelt was a Republican. And here again, a “hiccup”: even though Teddy Roosevelt was a Republican, he called himself a progressive.</p>
<p>In reality, though, if you see someone on the street in a mask, you can predict with high certainty the other political assumptions of this person. How come? Is there now an underlying disposition, or is there not? Or is it much more a phenomenon of tribal or social conformity?</p>
<p>Is the left-right model, at least, useful? What can we learn from past US presidents such as Donald Trump, Bill Clinton, George W. Bush in that regard?</p>
<p>Is the political discourse at least more reasonable at universities and among “elites”? Or maybe even more troubled and more conforming to their very tribe?</p>
<p>If “normal” people are in general “moderate” on important topics (like abortion), why do major political parties play for the few on the extreme ends of the opinion spectrum?</p>
<p>More generally, some educated people describe themselves as “moderate” or “centrist.” Does this even mean anything, and would it be desirable?</p>
<p>What about “realism” vs. “utopianism”?</p>

<p>“Both status quo conservatives and progressive technocrats share a common element: the hostility to open-ended change, guided not by planners but by millions of experiments and trial and error. For both, the goal is stasis, it’s just that one group finds it in the past, the other one in the future.”, Virginia Postrel </p>

<p>A lot of these errors are made under the more elementary mistake that we can know, predict, or foresee the future, especially when we take actions. What can we learn from Phil Tetlock and Dan Gardners forecasting studies?</p>

<p>“To be a true progressive, you cannot be a progressive”</p>
<p>“Our media does not reward granular, careful, and probabilistic analysis.”</p>

<p>So, is it not more significant to distinguish between authoritarian and non-authoritarian politicians or political methods?</p>
<p>But can we be optimistic about the future when non-tribal podcasters like Joe Rogan or Coleman Hughes have audiences that are larger than most legacy media outlets combined?</p>
<p>Is democracy over time the best way to deal with complex situations and challenges? Is there a value in slowness, and are we not just too impatient?</p>
<p>References</p>
<p>Other Episodes</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/'>Episode 88:</a> Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/'>Episode 84:</a> (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/057-konservativ_und_progressiv/'>Episode 57:</a> Konservativ UND Progressiv
</li>
</ul>
<p>Hyrum Lewis</p>
<ul><li><a href='https://www.byui.edu/directories/hyrum-lewis'>Hyrum Lewis at BYU-Idaho</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/48SZV8N'>Hyrum Lewis, Verlan Lewis, The Myth of Left and Right, Oxford University Press (2022)</a></li>
<li><a href='https://quillette.com/2017/05/03/time-retire-political-spectrum/'>Hyrum Lewis, It's Time to Retire the Political Spectrum, Quillette (2017)</a></li>
<li><a href='https://hyrumlewis.blogspot.com'>Hyrum Lews Blog</a></li>
</ul>
<p>Other References</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3tZWXQu'>Roger Scruton, How to be a conservative, Bloomsbury Continuum (2019)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3SoXmFF'>Johan Norberg, Open: The Story of Human Progress, Atlantic Books (2021)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/491OSd1'>Karl Popper, The Poverty of Historicism, Routledge Classic</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/48BMr0Y'>Phil Tetlock, Dan Gardner, Superforecasting, Cornerstone Digital (2015)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/48D2efX'>Tim Urban, What's Our Problem?: A Self-Help Book for Societies (2023)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/48C8IM9'>Nicholas Carr, The Shallows, Atlantic Books (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.nps.gov/yose/learn/historyculture/roosevelt-muir-and-the-grace-of-place.htm'>Roosevelt, Muir, and the Grace of Place</a></li>
<li><a href='https://open.spotify.com/show/4rOoJ6Egrf8K2IrywzwOMk'>Joe Rogan Podcast</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/@ColemanHughesOfficial'>Coleman Hughes Podcast</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>088 — Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers</title>
        <itunes:title>088 — Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers</itunes:title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/088-freiheitsgrade_moellers/#comments</comments>        <pubDate>Fri, 12 Jan 2024 06:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Ich habe vor einiger Zeit das hochinteressante Buch »Freiheitsgrade« von Christoph Möllers gelesen. Ich hatte im vorigen Jahr die Gelegenheit, mit Prof. Möllers in Berlin zu sprechen:</p>
<p>Christoph Möllers studierte Rechtswissenschaf­ten, Philosophie und Komparatistik in Tübingen, Madrid und München, habilitiert in Heidelberg und ist aktuell Permanent Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. In dieser Funktion beschäftigt er sich  insbesondere um das Projekt Recht im Kontext. Zugleich arbeitet er an der Juristischen Fakultät der HU.</p>
<p>Er ist Träger des Leibniz-Preises der DFG, des Schader-Preises und des Tractatus-Preises sowie Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. </p>
<p>Was ist liberal, libertär wie unterscheidet sich die Verwendung  international? Was ist der Zusammenhang mit der französischen Revolution?</p>

»good things are easily destroyed, but not easily created.«, Roger Scruton über Konservativismus

<p>Was ist das Paradox konservativer Politik? Bedeutet konservativ gestalten zu müssen bewahren? Was aber ist zu bewahren? Aber wie steht »links« oder »liberal« im Vergleich dazu?</p>
<p>Welche Rolle spielt Intervention in verschiedenen Ideologien?</p>

<p>»intrinsic values emerge from social cooperation. They are not imposed by some outside authority or instilled through fear. They grow from below, through relations of love, respect and accountability.«, Roger Scruton</p>

<p>Welche Rolle spielen soziale- und Rechtsnormen? Wie wirken diese aufeinander? Gelingt die Gestaltung von Sozialnormen durch Rechtsnormen?</p>

<p>"Kommt zuerst die Sittlichkeit und dann die Rechtsform oder hat die Rechtsform auch Einflüsse?"</p>

<p>Warum sind die Libertären in Europa kaum vorhanden? (im Gegensatz zu den USA) Warum war die Prohibition in den USA möglich, während das in Europe nicht durchsetzbar gewesen wäre?</p>
<p>Was ist die Rolle von politischer Vielfalt, arbeiten wir heute aktiv dagegen?</p>
<p>Wie gestalten wir sinnvollerweise in komplexen Sachzusammenhängen? Bottom up oder top down? Wie bildet sich das auf die politischen Strömungen ab und was kann funktionieren?</p>
<p>»Linke« und »rechte« Parteien tauschen die regelmäßig Rollen und Ansichten, dazu wird es auch noch später eine weitere Episode geben — stay tuned!</p>

<p>»Moralisieren macht jede Verständigung unmöglich. […] Im Extremfall, der leider immer häufiger eintritt, sieht der politische Moralist im politischen Gegner einen Unmenschen. […] Politik ist der notwendige Kompromiss mit dem Bösen.«, Norbert Bolz</p>

<p>Ist Moralisieren etwas Neues in der Politik?</p>

<p>»Entrüstung gilt heute als Echtheitsbeweis, aber wer moralisch entrüstet ist, kann nicht mehr klar denken.«, Norbert Bolz</p>

<p>Steigt die Aggressivität in der politischen Auseinandersetzung, erleben wir eine Verrohung des Diskurses bei gleichzeitigem Verschwimmen von Privatsphäre und Öffentlichkeit? Besteht hier ein Zusammenhang mit dem beschriebenen Moralisieren? Wenn die Schwellen der Kommunikation verschwinden (auch technisch), was sind die Konsequenzen?</p>

<p>“Transparenz ist das Schlagwort der zweiten Aufklärung.”, Byung-Chul Han</p>

<p>Ist mehr Transparenz (in Politik, Gesellschaft) wirklich immer besser? Die Gefahren der Transparenz (Byung Chul-Han). Das Panoptikon ist eigentlich offensichtlich kein Bild der Freiheit und dennoch wird Transparenz heute so verkauft. </p>
<p></p>
<p>Braucht Freiheit Intransparenz? Hilft Transparenz wenigstens Korruption zu verringern?Besteht ein Zusammenhang damit, dass wir in den westlichen Gesellschaften immer weniger auf die Reihe bekommen?</p>
<p>Wie sieht es mit Handlungsfähigkeit gegenüber individuellen Rechten aus?</p>

<p>»Demokratie ist eine träge Maschinerie, konzipiert, um Entscheidungen zu verlangsamen«, Herfried Münkler</p>

<p>Ist die prozessualisierte Langsamkeit nicht vielleicht in Summe doch schneller? Wie steht es um Konsensbildung vs. Konfrontation?</p>
<p>Wenn wir Menschen wie Kinder behandeln verhalten sie sich wie Kinder? Was ist vom »Nudgen« zu halten? Sind die Bürger zu blöd selbst zu denken aber doch schlau genug zu wählen — pflegen viele Eliten nicht ein paternalistisches Bild, das zutiefst undemokratisch und auch fundamental falsch ist?</p>
<p>Ist die klassische sozialdemokratische Idee »von der Wiege bis zur Bahre« einer der Bevormundung oder der Ermächtigung der Massen zur Selbstbestimmung? Muss man intervenieren um Chancengleichheit zu bekommen?</p>

<p>»Es ist ein Dilemma linker Politik, besonders an materieller Versorgung interessiert zu sein, aber keine Mechanismen anbieten zu können, die diese freiheitsfreundlich gewährleisten.«</p>

<p>Was sind die Schattenseiten der Aufklärung?</p>
<p>Gibt es katholische und protestantische Atheisten?</p>
<p>Was ist von Meritokratie zu halten? Der amerikanische Philosoph Michael Sandel sieht diese ja sehr skeptisch. Zurecht? Woran liegt Chancenungleich? Betreiben wir regelmäßig Survivorship Bias? Welche Rolle spielt das Glück?</p>
<p>Wie werden Rechte wahrgenommen und entwickeln sich über die Zeit und warum kann die Nutzung von Rechten zu Irritationen führen?</p>
<p>Was bedeutet Meinungsfreiheit. Mangelt es an Meinungsfreiheit oder an zivilisiertem Umgang? Was haben wir am Beispiel von Twitter über Zensur und staatliche Intervention gelernt? Welche Rolle spielen privatwirtschaftliche Internet-Plattformen? Wie können diese gesellschaftlich reguliert werden?</p>
<p>Wie spielen Krise und Freiheit zusammen? Wer hat die Deutungshoheit, was eine Krise ist und wer definiert die Konsequenzen? Ist dies ein Konflikt Alt gegen Jung? Wer setzt Prioritäten?</p>
<p>Wie hat sich der Begriff der Freiheit von John Stuart Mill bis zur heutigen Zeit verändert, ist diese Veränderung wünschenswert?</p>

<p>»Aus fundamentalen Abwehrrechten gegenüber staatlicher Gewalt und Willkür wurden ausufernde Anspruchsrechte, für deren Einlösung ein paternalistisch gedachter Staat verantwortlich gemacht werden soll. Aus dem Recht der Bürger, nach ihrem Glück zu streben, wurde längst die Pflicht des Staates, für dieses Glück zu sorgen. Dass in einer Demokratie die Bürger diesen Staat ausmachen und deshalb solche Forderungen an sich selbst adressieren müssten, wird gerne vergessen. Die Einsicht, dass es keine Rechte ohne Pflichten gibt, wird heute ziemlich einseitig interpretiert: Die Rechte des einen sind jedoch stets die Pflichten des anderen.«, Konrad Paul Liessmann </p>

<p>Was geschieht, wenn die Freiheit dazu führt, dass die Menschen die Freiheit abschaffen oder reduzieren wollen?</p>

<p>"Es funktioniert auch unglaublich viel."</p>

<p>Kritisieren wir auf hohem Niveau? ist das unhistorisch?</p>

<p>»Die Intellektuellen scheinen sich geradezu verschworen zu haben, uns immer wieder zu erzählen, wie schlecht die Welt ist, in der wir leben. Ich halte das für einen fürchterlichen Unsinn, eine wirkliche Lüge, die aber fast allgemein geglaubt wird. In der Zeit meiner Jugend, gab es in Deutschland, Österreich, Frankreich, England noch Sklaverei. Vor allem Frauen waren damals versklavt – als Haushaltsgehilfinnen, Köchinnen, Wäscherinnen usw. […] Daneben hat es fürchterliches Elend gegeben.«, Karl Popper</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/065-getting-nothing-done-2/'>Episode 65:</a> Getting Nothing Done — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Episode 64:</a> Getting Nothing Done — Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/058-verwaltung_levesque/'>Episode 58:</a> Verwaltung und staatliche Strukturen — ein Gespräch mit Veronika Lévesque
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/057-konservativ_und_progressiv/'>Episode 57:</a> Konservativ UND Progressiv
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/038-eliten-michael_hartmann/'>Episode 38:</a> Eliten, ein Gespräch mit Prof. Michael Hartmann
</li>
</ul>
<p>Christoph Möllers</p>
<ul>
<li><a href='https://www.lehrstuhl-moellers.de'>Lehrstuhl Christoph Möllers</a></li>
<li><a href='https://www.lehrstuhl-moellers.de/christoph-moellers/werdegang'>Christoph Möllers, Werdegang</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3HdjSeb'>Christoph Möllers, Freiheitsgrade, Suhrkamp (2020)</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://amzn.to/3tR0D7a'>Norbert Bolz, Keine Macht der Moral, Matthes und Seitz Berlin (2021)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/47M6OaB'>Byung-Chul Han, Psychopolitik, S. Fischer (2014)</a></li>
<li><a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Panopticon'>Panopticon (Wikipedia)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/48Q1bZO'>Nudging: Jesse Singal, The Quick Fix: Why Fad Psychology Can't Cure Our Societal Ills, Farrar, Straus and Giroux (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.friedrich-ebert.de/friedrich-ebertde/sozialdemokratie'>Von der Wiege bis zur Bahre — Sozialdemokratie</a></li>
<li><a href='https://www.thefp.com/p/why-we-went-to-twitter'>The Free Press, Why we went to Twitter</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=A4XyIA3XqS8'>Marshall Matters (Spectator), Michael Shellenberger, The Censorship Industrial Complex  (2023)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3O03Bgf'>Konrad Paul Liessmann, Lauter Lügen, Paul Zsolnay (2023)</a></li>
<li><a href='https://gutenberg.org/files/34901/34901-h/34901-h.htm'>John Stuart Mill, On Liberty, Project Gutenberg (1859)</a></li>
<li>Karl Popper, Ich weiß, dass ich nichts weiß – und kaum das (1991)</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe vor einiger Zeit das hochinteressante Buch »Freiheitsgrade« von Christoph Möllers gelesen. Ich hatte im vorigen Jahr die Gelegenheit, mit Prof. Möllers in Berlin zu sprechen:</p>
<p>Christoph Möllers studierte Rechtswissenschaf­ten, Philosophie und Komparatistik in Tübingen, Madrid und München, habilitiert in Heidelberg und ist aktuell Permanent Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. In dieser Funktion beschäftigt er sich  insbesondere um das Projekt Recht im Kontext. Zugleich arbeitet er an der Juristischen Fakultät der HU.</p>
<p>Er ist Träger des Leibniz-Preises der DFG, des Schader-Preises und des Tractatus-Preises sowie Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. </p>
<p>Was ist liberal, libertär wie unterscheidet sich die Verwendung  international? Was ist der Zusammenhang mit der französischen Revolution?</p>

»good things are easily destroyed, but not easily created.«, Roger Scruton über Konservativismus

<p>Was ist das Paradox konservativer Politik? Bedeutet konservativ gestalten zu müssen bewahren? Was aber ist zu bewahren? Aber wie steht »links« oder »liberal« im Vergleich dazu?</p>
<p>Welche Rolle spielt Intervention in verschiedenen Ideologien?</p>

<p>»intrinsic values emerge from social cooperation. They are not imposed by some outside authority or instilled through fear. They grow from below, through relations of love, respect and accountability.«, Roger Scruton</p>

<p>Welche Rolle spielen soziale- und Rechtsnormen? Wie wirken diese aufeinander? Gelingt die Gestaltung von Sozialnormen durch Rechtsnormen?</p>

<p>"Kommt zuerst die Sittlichkeit und dann die Rechtsform oder hat die Rechtsform auch Einflüsse?"</p>

<p>Warum sind die Libertären in Europa kaum vorhanden? (im Gegensatz zu den USA) Warum war die Prohibition in den USA möglich, während das in Europe nicht durchsetzbar gewesen wäre?</p>
<p>Was ist die Rolle von politischer Vielfalt, arbeiten wir heute aktiv dagegen?</p>
<p>Wie gestalten wir sinnvollerweise in komplexen Sachzusammenhängen? Bottom up oder top down? Wie bildet sich das auf die politischen Strömungen ab und was kann funktionieren?</p>
<p>»Linke« und »rechte« Parteien tauschen die regelmäßig Rollen und Ansichten, <em>dazu wird es auch noch später eine weitere Episode geben — stay tuned!</em></p>

<p>»Moralisieren macht jede Verständigung unmöglich. […] Im Extremfall, der leider immer häufiger eintritt, sieht der politische Moralist im politischen Gegner einen Unmenschen. […] Politik ist der notwendige Kompromiss mit dem Bösen.«, Norbert Bolz</p>

<p>Ist Moralisieren etwas Neues in der Politik?</p>

<p>»Entrüstung gilt heute als Echtheitsbeweis, aber wer moralisch entrüstet ist, kann nicht mehr klar denken.«, Norbert Bolz</p>

<p>Steigt die Aggressivität in der politischen Auseinandersetzung, erleben wir eine Verrohung des Diskurses bei gleichzeitigem Verschwimmen von Privatsphäre und Öffentlichkeit? Besteht hier ein Zusammenhang mit dem beschriebenen Moralisieren? Wenn die Schwellen der Kommunikation verschwinden (auch technisch), was sind die Konsequenzen?</p>

<p>“Transparenz ist das Schlagwort der zweiten Aufklärung.”, Byung-Chul Han</p>

<p>Ist mehr Transparenz (in Politik, Gesellschaft) wirklich immer besser? Die Gefahren der Transparenz (Byung Chul-Han). Das Panoptikon ist eigentlich offensichtlich kein Bild der Freiheit und dennoch wird Transparenz heute so verkauft. </p>
<p></p>
<p>Braucht Freiheit Intransparenz? Hilft Transparenz wenigstens Korruption zu verringern?Besteht ein Zusammenhang damit, dass wir in den westlichen Gesellschaften immer weniger auf die Reihe bekommen?</p>
<p>Wie sieht es mit Handlungsfähigkeit gegenüber individuellen Rechten aus?</p>

<p>»Demokratie ist eine träge Maschinerie, konzipiert, um Entscheidungen zu verlangsamen«, Herfried Münkler</p>

<p>Ist die prozessualisierte Langsamkeit nicht vielleicht in Summe doch schneller? Wie steht es um Konsensbildung vs. Konfrontation?</p>
<p>Wenn wir Menschen wie Kinder behandeln verhalten sie sich wie Kinder? Was ist vom »Nudgen« zu halten? Sind die Bürger zu blöd selbst zu denken aber doch schlau genug zu wählen — pflegen viele Eliten nicht ein paternalistisches Bild, das zutiefst undemokratisch und auch fundamental falsch ist?</p>
<p>Ist die klassische sozialdemokratische Idee »von der Wiege bis zur Bahre« einer der Bevormundung oder der Ermächtigung der Massen zur Selbstbestimmung? Muss man intervenieren um Chancengleichheit zu bekommen?</p>

<p>»Es ist ein Dilemma linker Politik, besonders an materieller Versorgung interessiert zu sein, aber keine Mechanismen anbieten zu können, die diese freiheitsfreundlich gewährleisten.«</p>

<p>Was sind die Schattenseiten der Aufklärung?</p>
<p>Gibt es katholische und protestantische Atheisten?</p>
<p>Was ist von Meritokratie zu halten? Der amerikanische Philosoph Michael Sandel sieht diese ja sehr skeptisch. Zurecht? Woran liegt Chancenungleich? Betreiben wir regelmäßig <em>Survivorship Bias</em>? Welche Rolle spielt das Glück?</p>
<p>Wie werden Rechte wahrgenommen und entwickeln sich über die Zeit und warum kann die Nutzung von Rechten zu Irritationen führen?</p>
<p>Was bedeutet Meinungsfreiheit. Mangelt es an Meinungsfreiheit oder an zivilisiertem Umgang? Was haben wir am Beispiel von Twitter über Zensur und staatliche Intervention gelernt? Welche Rolle spielen privatwirtschaftliche Internet-Plattformen? Wie können diese gesellschaftlich reguliert werden?</p>
<p>Wie spielen Krise und Freiheit zusammen? Wer hat die Deutungshoheit, was eine Krise ist und wer definiert die Konsequenzen? Ist dies ein Konflikt Alt gegen Jung? Wer setzt Prioritäten?</p>
<p>Wie hat sich der Begriff der Freiheit von John Stuart Mill bis zur heutigen Zeit verändert, ist diese Veränderung wünschenswert?</p>

<p>»Aus fundamentalen Abwehrrechten gegenüber staatlicher Gewalt und Willkür wurden ausufernde Anspruchsrechte, für deren Einlösung ein paternalistisch gedachter Staat verantwortlich gemacht werden soll. Aus dem Recht der Bürger, nach ihrem Glück zu streben, wurde längst die Pflicht des Staates, für dieses Glück zu sorgen. Dass in einer Demokratie die Bürger diesen Staat ausmachen und deshalb solche Forderungen an sich selbst adressieren müssten, wird gerne vergessen. Die Einsicht, dass es keine Rechte ohne Pflichten gibt, wird heute ziemlich einseitig interpretiert: Die Rechte des einen sind jedoch stets die Pflichten des anderen.«, Konrad Paul Liessmann </p>

<p>Was geschieht, wenn die Freiheit dazu führt, dass die Menschen die Freiheit abschaffen oder reduzieren wollen?</p>

<p>"Es funktioniert auch unglaublich viel."</p>

<p>Kritisieren wir auf hohem Niveau? ist das unhistorisch?</p>

<p>»Die Intellektuellen scheinen sich geradezu verschworen zu haben, uns immer wieder zu erzählen, wie schlecht die Welt ist, in der wir leben. Ich halte das für einen fürchterlichen Unsinn, eine wirkliche Lüge, die aber fast allgemein geglaubt wird. In der Zeit meiner Jugend, gab es in Deutschland, Österreich, Frankreich, England noch Sklaverei. Vor allem Frauen waren damals versklavt – als Haushaltsgehilfinnen, Köchinnen, Wäscherinnen usw. […] Daneben hat es fürchterliches Elend gegeben.«, Karl Popper</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/065-getting-nothing-done-2/'>Episode 65:</a> Getting Nothing Done — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Episode 64:</a> Getting Nothing Done — Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/058-verwaltung_levesque/'>Episode 58:</a> Verwaltung und staatliche Strukturen — ein Gespräch mit Veronika Lévesque
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/057-konservativ_und_progressiv/'>Episode 57:</a> Konservativ UND Progressiv
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/038-eliten-michael_hartmann/'>Episode 38:</a> Eliten, ein Gespräch mit Prof. Michael Hartmann
</li>
</ul>
<p>Christoph Möllers</p>
<ul>
<li><a href='https://www.lehrstuhl-moellers.de'>Lehrstuhl Christoph Möllers</a></li>
<li><a href='https://www.lehrstuhl-moellers.de/christoph-moellers/werdegang'>Christoph Möllers, Werdegang</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3HdjSeb'>Christoph Möllers, Freiheitsgrade, Suhrkamp (2020)</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://amzn.to/3tR0D7a'>Norbert Bolz, Keine Macht der Moral, Matthes und Seitz Berlin (2021)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/47M6OaB'>Byung-Chul Han, Psychopolitik, S. Fischer (2014)</a></li>
<li><a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Panopticon'>Panopticon (Wikipedia)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/48Q1bZO'>Nudging: Jesse Singal, The Quick Fix: Why Fad Psychology Can't Cure Our Societal Ills, Farrar, Straus and Giroux (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.friedrich-ebert.de/friedrich-ebertde/sozialdemokratie'>Von der Wiege bis zur Bahre — Sozialdemokratie</a></li>
<li><a href='https://www.thefp.com/p/why-we-went-to-twitter'>The Free Press, Why we went to Twitter</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=A4XyIA3XqS8'>Marshall Matters (Spectator), Michael Shellenberger, The Censorship Industrial Complex  (2023)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3O03Bgf'>Konrad Paul Liessmann, Lauter Lügen, Paul Zsolnay (2023)</a></li>
<li><a href='https://gutenberg.org/files/34901/34901-h/34901-h.htm'>John Stuart Mill, On Liberty, Project Gutenberg (1859)</a></li>
<li>Karl Popper, Ich weiß, dass ich nichts weiß – und kaum das (1991)</li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Was ist liberal, libertär wie unterscheidet sich die Verwendung  international? Was ist der Zusammenhang mit der französischen Revolution? Was ist das Paradox konservativer Politik? Bedeutet konservativ gestalten zu müssen bewahren? Was aber ist zu bewahren? Aber wie steht »links« oder »«liberal« im Vergleich dazu?

Welche Rolle spielt Intervention in verschiedenen Ideologien?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>087 — Reflexionen über 2023</title>
        <itunes:title>087 — Reflexionen über 2023</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/87-reflexionen_2023/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/87-reflexionen_2023/#comments</comments>        <pubDate>Sun, 31 Dec 2023 18:30:52 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>In dieser Episode reflektiere ich die wesentlichen Themen von 2023 und Podcast-Episoden, die ich aufgenommen habe.</p>
<p>Was gibt es ich Rückblick zu ergänzen?</p>
<p>Was habe ich gelernt, und wo habe ich Fehler gemacht oder bleiben große Unsicherheiten in der Einschätzung?</p>
<p>Ich bedanke mich für die vielen Zuschriften in diesem Jahr, und ich versuche auch in dieser Episode auf einige der von Ihnen genannten Themen einzugehen.</p>
<p>Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.economist.com/leaders/2023/12/20/economists-had-a-dreadful-2023'>Economists had a dreadful 2023 (20.12.2023)</a></li>
<li>Michael Malice Zitat: <a href='https://www.youtube.com/watch?v=3cVr2Qp_ic8'>Jordan Peterson Podcast #407</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/48jOuqm'>Thomas Sowell, Intellectuals and Society (2012)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>In dieser Episode reflektiere ich die wesentlichen Themen von 2023 und Podcast-Episoden, die ich aufgenommen habe.</p>
<p>Was gibt es ich Rückblick zu ergänzen?</p>
<p>Was habe ich gelernt, und wo habe ich Fehler gemacht oder bleiben große Unsicherheiten in der Einschätzung?</p>
<p>Ich bedanke mich für die vielen Zuschriften in diesem Jahr, und ich versuche auch in dieser Episode auf einige der von Ihnen genannten Themen einzugehen.</p>
<p>Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.economist.com/leaders/2023/12/20/economists-had-a-dreadful-2023'>Economists had a dreadful 2023 (20.12.2023)</a></li>
<li>Michael Malice Zitat: <a href='https://www.youtube.com/watch?v=3cVr2Qp_ic8'>Jordan Peterson Podcast #407</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/48jOuqm'>Thomas Sowell, Intellectuals and Society (2012)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>In dieser Episode reflektiere ich die wesentlichen Themen von 2023 und Podcast-Episoden, die ich aufgenommen habe.

Was gibt es ich Rückblick zu ergänzen?

Was habe ich gelernt, und wo habe ich Fehler gemacht oder bleiben große Unsicherheiten in der Einschätzung?

Ich bedanke mich für die vielen Zuschriften in diesem Jahr, und ich versuche auch in dieser Episode auf einige der von Ihnen genannten Themen einzugehen.

Referenzen

Economists had a dreadful 2023 (20.12.2023)
Michael Malice Zitat: Jordan Peterson Podcast #407
Thomas Sowell, Intellectuals and Society (2012)</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>086 — Climate Uncertainty and Risk, a conversation with Dr. Judith Curry</title>
        <itunes:title>086 — Climate Uncertainty and Risk, a conversation with Dr. Judith Curry</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/086-judith_curry-climate_risk/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/086-judith_curry-climate_risk/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 11 Dec 2023 06:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>I recently read the book "Climate Uncertainty and risk" written by Dr. Judith Curry, who is  one of the leading US climate scientists but also an important heterodox thinker. I loved her book, not only because of her take on climate change, but also because she covers a lot of essential topics that are applicable in other complex problems as well.</p>
<p>Judith Curry is president of Climate Forecast Applications Network (CFAN).  Previously, she was professor and chair of the School of Earth and Atmospheric Sciences at the Georgia Institute of Technology and professor at the University of Colorado-Boulder in the department of aerospace engineering sciences program in the atmospheric and oceanic sciences and environmental studies program. Dr Curry published more than 200 reviewed scientific articles and gave 13 testimonials at US congressional hearings.</p>
<p>In our conversation we discuss about the state of climate and climate science. What role does uncertainty play in assessing climate change and climate risk? Why urgency in measures might be a disaster.</p>
<p>What role do carbon emissions play and can wind and solar energy help in mitigating climate change? What role does or should nuclear energy play? Do many prominent environmentalists hate nuclear even more than climate change?</p>
<p>However, uncertainty cuts both ways, what does this mean in terms of climate, tipping points, systemic attractors, regime shifts? </p>
<p>What role do natural effects play in climate change, like volcanoes (think of the year without summer)? How can we reduce vulnerability and why does deindustrialization and becoming poorer as a society not seem to be a clever way to handle complex risks? At the moment it rather seems that we are crippling our economy without reducing the footprint on the planet while at the same time reducing our resilience.</p>

<p>“There are no solutions, only tradeoffs.”, Thomas Sowell</p>

<p>What does resilience mean on a societal level and what can we do to achieve it? How is resilience connected to global existential risks?</p>

<p>"At that point we are making the environment worse, and doing nothing for the climate and we are messing up our economy over this crazy net zero stuff."</p>

<p>Is energy transition on the scale some countries attempt to do it, a risk far greater than risks related to climate change in the 21st century?</p>
<p>What are wicked problems (showing complexity, uncertainty and ambiguity)? Why do predict than act approaches (which work for tame problems) not work on wicked problems?</p>

<p>"Climate change is the mother of all wicked problems."</p>

<p>What is the utility of models in general and climate specifically?</p>

<p>“This is exactly what models are for—to serve as working hypotheses for further research.”, Ludwig von Bertalanffy</p>

<p>How do climate models work? What is a scenario and how can scenarios be of use in assessing climate change? </p>
<p>Why did we see such a heatwave this summer and autumn? What are likely reasons and what does the hot summer and August of this year tell us about anthropogenic climate change and the next decades?</p>
<p>How to deal with extreme risks that are unlikely, like a Carrington Event? What are microgrids and how could the help making a society more resilient? What is the difference and utility of caution, precaution and the precautionary principle? Why is the precautionary principle problematic and how could a proactionary principle helt?</p>
<p>What are principles of robust decision making? How do incrementalism and local decision making contribute? Is the seed — select — amplify (Meyer, Davis) idea and antifragility connected?</p>
<p>Why do we see deep quality problems and politicisation in science? How is gate keeping of major institutions abused to stop critical discussion, including top journals like Nature and Science? Why did cancel culture blossom in academia and create a toxic intellectual environment?</p>

<p>"The whole incentive system has become completely perverse."</p>

<p>Careerism, ideology or money? Which is harming science the most?</p>

<p>“Big Science may destroy great science, and the publication explosion may kill ideas. Ideas, which are only too rare, may become submerged in the flood.”, Karl Popper</p>

<p>Should we separate science and activism or is a scientist ethically required to become an activist under certain conditions? </p>

<p>"Once you became a political activist, it is game over for your credibility as a  scientist."</p>

<p>However, being a scientist and activist for a politically popular topic is currently highly rewarded.</p>
<p>Can people handle complexity or should we simplify complex topics to easy to understand soundbites? And if so, who does the simplifying? Should we hide the scientific debate or even cancel it, to be able to send a simple message?</p>

<p>"In the old days, disagreement was the spice of academic debate and life. Now we are out to cancel our opponents."</p>

<p>References</p>
<p>Judith Curry</p>
<ul><li><a href='https://judithcurry.com'>Website</a> and Blog of Dr. Judith Curry</li>
<li><a href='https://judithcurry.com/about/'>CV</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3T7yAu8'>Judith Curry, Climate, Uncertainty and Risk, Anthem Press (2023)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3Ncm8Wh'>Judith Curry, Klima: Unsicherheit und Risiko (2023)</a></li>
</ul>
<p>Other Episodes</p>
<ul><li>
Modeling
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/079-erica_thompson_model_land/'>Episode 79:</a> Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/068-modelle_andreas_windisch/'>Episode 68:</a> Modelle und Realität, ein Gespräch mit Dr. Andreas Windisch
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/053-data_science_lukas_lang-1/'>Episode 53:</a> Data Science und Machine Learning, Hype und Realität — Teil 1
</li>
</ul>
</li>
<li>
Existential Threats
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45:</a> Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/042-gesellschaftliche_verwundbarkeit_herbert_saurugg/'>Episode 42:</a> Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen: Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
</ul>
</li>
<li>
Complex problems
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/069-complexity_software/'>Episode 69:</a> Complexity in Software
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27:</a> Wicked Problems
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25:</a> Entscheiden unter Unsicherheit
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/023-frozen-accidents/'>Episode 23:</a> Frozen Accidents
</li>
</ul>
</li>
<li>
Science, Quality and Stagnation
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/067-wissenschaft_hype-stephan_schleim/'>Episode 67:</a> Wissenschaft, Hype und Realität — ein Gespräch mit Stephan Schleim
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/065-getting-nothing-done-2/'>Episode 65:</a> Getting Nothing Done — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Episode 64:</a> Getting Nothing Done — Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28:</a> Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/018-%E2%80%93-gesprach-mit-andreas-windisch-physik-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 18:</a> Gespräch mit Andreas Windisch: Physik, Fortschritt oder Stagnation
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/016-%E2%80%93-innovation-und-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 16:</a> Innovation und Fortschritt oder Stagnation?
</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p>Other Reference</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3RodnuW'>Guinevere Glasfurd, The Year Without Summer: 1816 - one event, six lives, a world changed, Two Roads (2020)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/47Dp7PW'>Thomas Sowell, Intellectuals and Society, Basic Books (2012)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3sSAi8j'>Christopher Meyer, Stan Davis, It's Alive: The Coming Convergence of Information, Biology and Business, Texere Publishing (2003)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3NbrkKh'>Björn Lomborg, False Alarm: How Climate Change Panic Costs Us Trillions, Hurts the Poor, and Fails to Fix the Planet, Basic Books (2020)</a></li>
<li><a href='https://rogerpielkejr.substack.com'>Roger Pielke Jr. on Substack</a></li>
<li><a href='https://www.lloyds.com/news-and-insights/risk-reports/library/solar-storm'>Carrington Event: Lloyds, Solar Storm Risk to the North American Electric Grid (2013)</a></li>
<li>
<a href='https://www.tabletmag.com/sections/science/articles/pandemic-science'>John Ioannidis, How the Pandemic Is Changing Scientific Norms (2021)</a>
</li>
<li><a href='https://amzn.to/3GoCBTw'>Karl Popper, The Myth of the Framework: In Defence of Science and Rationality, Routledge (2014)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>I recently read the book "Climate Uncertainty and risk" written by Dr. Judith Curry, who is  one of the leading US climate scientists but also an important heterodox thinker. I loved her book, not only because of her take on climate change, but also because she covers a lot of essential topics that are applicable in other complex problems as well.</p>
<p>Judith Curry is president of Climate Forecast Applications Network (CFAN).  Previously, she was professor and chair of the School of Earth and Atmospheric Sciences at the Georgia Institute of Technology and professor at the University of Colorado-Boulder in the department of aerospace engineering sciences program in the atmospheric and oceanic sciences and environmental studies program. Dr Curry published more than 200 reviewed scientific articles and gave 13 testimonials at US congressional hearings.</p>
<p>In our conversation we discuss about the state of climate and climate science. What role does uncertainty play in assessing climate change and climate risk? Why urgency in measures might be a disaster.</p>
<p>What role do carbon emissions play and can wind and solar energy help in mitigating climate change? What role does or should nuclear energy play? <em>Do many prominent environmentalists hate nuclear even more than climate change?</em></p>
<p>However, uncertainty cuts both ways, what does this mean in terms of climate, tipping points, systemic attractors, regime shifts? </p>
<p>What role do natural effects play in climate change, like volcanoes (think of the year without summer)? How can we reduce vulnerability and why does deindustrialization and becoming poorer as a society not seem to be a clever way to handle complex risks? At the moment it rather seems that we are crippling our economy without reducing the footprint on the planet while at the same time reducing our resilience.</p>

<p>“There are no solutions, only tradeoffs.”, Thomas Sowell</p>

<p>What does resilience mean on a societal level and what can we do to achieve it? How is resilience connected to global existential risks?</p>

<p>"At that point we are making the environment worse, and doing nothing for the climate and we are messing up our economy over this crazy net zero stuff."</p>

<p>Is energy transition on the scale some countries attempt to do it, a risk far greater than risks related to climate change in the 21st century?</p>
<p>What are wicked problems (showing complexity, uncertainty and ambiguity)? Why do predict than act approaches (which work for tame problems) not work on wicked problems?</p>

<p>"Climate change is the mother of all wicked problems."</p>

<p>What is the utility of models in general and climate specifically?</p>

<p>“This is exactly what models are for—to serve as working hypotheses for further research.”, Ludwig von Bertalanffy</p>

<p>How do climate models work? What is a scenario and how can scenarios be of use in assessing climate change? </p>
<p>Why did we see such a heatwave this summer and autumn? What are likely reasons and what does the hot summer and August of this year tell us about anthropogenic climate change and the next decades?</p>
<p>How to deal with extreme risks that are unlikely, like a Carrington Event? What are microgrids and how could the help making a society more resilient? What is the difference and utility of caution, precaution and the precautionary principle? Why is the precautionary principle problematic and how could a proactionary principle helt?</p>
<p>What are principles of robust decision making? How do incrementalism and local decision making contribute? Is the seed — select — amplify (Meyer, Davis) idea and antifragility connected?</p>
<p>Why do we see deep quality problems and politicisation in science? How is gate keeping of major institutions abused to stop critical discussion, including top journals like Nature and Science? Why did cancel culture blossom in academia and create a toxic intellectual environment?</p>

<p>"The whole incentive system has become completely perverse."</p>

<p>Careerism, ideology or money? Which is harming science the most?</p>

<p>“Big Science may destroy great science, and the publication explosion may kill ideas. Ideas, which are only too rare, may become submerged in the flood.”, Karl Popper</p>

<p>Should we separate science and activism or is a scientist ethically required to become an activist under certain conditions? </p>

<p>"Once you became a political activist, it is game over for your credibility as a  scientist."</p>

<p>However, being a scientist and activist for a politically popular topic is currently highly rewarded.</p>
<p>Can people handle complexity or should we simplify complex topics to easy to understand soundbites? And if so, who does the simplifying? Should we hide the scientific debate or even cancel it, to be able to send a simple message?</p>

<p>"In the old days, disagreement was the spice of academic debate and life. Now we are out to cancel our opponents."</p>

<p>References</p>
<p>Judith Curry</p>
<ul><li><a href='https://judithcurry.com'>Website</a> and Blog of Dr. Judith Curry</li>
<li><a href='https://judithcurry.com/about/'>CV</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3T7yAu8'>Judith Curry, Climate, Uncertainty and Risk, Anthem Press (2023)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3Ncm8Wh'>Judith Curry, Klima: Unsicherheit und Risiko (2023)</a></li>
</ul>
<p>Other Episodes</p>
<ul><li>
Modeling
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/079-erica_thompson_model_land/'>Episode 79:</a> Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/068-modelle_andreas_windisch/'>Episode 68:</a> Modelle und Realität, ein Gespräch mit Dr. Andreas Windisch
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/053-data_science_lukas_lang-1/'>Episode 53:</a> Data Science und Machine Learning, Hype und Realität — Teil 1
</li>
</ul>
</li>
<li>
Existential Threats
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45:</a> Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/042-gesellschaftliche_verwundbarkeit_herbert_saurugg/'>Episode 42:</a> Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen: Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
</ul>
</li>
<li>
Complex problems
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/069-complexity_software/'>Episode 69:</a> Complexity in Software
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27:</a> Wicked Problems
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25:</a> Entscheiden unter Unsicherheit
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/023-frozen-accidents/'>Episode 23:</a> Frozen Accidents
</li>
</ul>
</li>
<li>
Science, Quality and Stagnation
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/067-wissenschaft_hype-stephan_schleim/'>Episode 67:</a> Wissenschaft, Hype und Realität — ein Gespräch mit Stephan Schleim
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/065-getting-nothing-done-2/'>Episode 65:</a> Getting Nothing Done — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Episode 64:</a> Getting Nothing Done — Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28:</a> Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/018-%E2%80%93-gesprach-mit-andreas-windisch-physik-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 18:</a> Gespräch mit Andreas Windisch: Physik, Fortschritt oder Stagnation
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/016-%E2%80%93-innovation-und-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 16:</a> Innovation und Fortschritt oder Stagnation?
</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p>Other Reference</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3RodnuW'>Guinevere Glasfurd, The Year Without Summer: 1816 - one event, six lives, a world changed, Two Roads (2020)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/47Dp7PW'>Thomas Sowell, Intellectuals and Society, Basic Books (2012)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3sSAi8j'>Christopher Meyer, Stan Davis, It's Alive: The Coming Convergence of Information, Biology and Business, Texere Publishing (2003)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3NbrkKh'>Björn Lomborg, False Alarm: How Climate Change Panic Costs Us Trillions, Hurts the Poor, and Fails to Fix the Planet, Basic Books (2020)</a></li>
<li><a href='https://rogerpielkejr.substack.com'>Roger Pielke Jr. on Substack</a></li>
<li><a href='https://www.lloyds.com/news-and-insights/risk-reports/library/solar-storm'>Carrington Event: Lloyds, Solar Storm Risk to the North American Electric Grid (2013)</a></li>
<li>
<a href='https://www.tabletmag.com/sections/science/articles/pandemic-science'>John Ioannidis, How the Pandemic Is Changing Scientific Norms (2021)</a>
</li>
<li><a href='https://amzn.to/3GoCBTw'>Karl Popper, The Myth of the Framework: In Defence of Science and Rationality, Routledge (2014)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary><![CDATA[I recently read the book "Climate Uncertainty and risk" written by Dr. Judith Curry, who is  one of the leading US climate scientists but also an important heterodox thinker. I loved her book, not only because of her take on climate change, but also because she covers a lot of essential topics that are applicable in other complex problems as well.
Judith Curry is president of Climate Forecast Applications Network (CFAN).  Previously, she was professor and chair of the School of Earth and Atmospheric Sciences at the Georgia Institute of Technology and professor at the University of Colorado-Boulder in the department of aerospace engineering sciences program in the atmospheric and oceanic sciences and environmental studies program. Dr Curry published more than 200 reviewed scientific articles and gave 13 testimonials at US congressional hearings.
In our conversation we discuss about the state of climate and climate science. What role does uncertainty play in assessing climate change and climate risk? Why urgency in measures might be a disaster.
What role do carbon emissions play and can wind and solar energy help in mitigating climate change? What role does or should nuclear energy play? Do many prominent environmentalists hate nuclear even more than climate change?
However, uncertainty cuts both ways, what does this mean in terms of climate, tipping points, systemic attractors, regime shifts? 
What role do natural effects play in climate change, like volcanoes (think of the year without summer)? How can we reduce vulnerability and why does deindustrialization and becoming poorer as a society not seem to be a clever way to handle complex risks? At the moment it rather seems that we are crippling our economy without reducing the footprint on the planet while at the same time reducing our resilience.

“There are no solutions, only tradeoffs.”, Thomas Sowell

What does resilience mean on a societal level and what can we do to achieve it? How is resilience connected to global existential risks?

"At that point we are making the environment worse, and doing nothing for the climate and we are messing up our economy over this crazy net zero stuff."

Is energy transition on the scale some countries attempt to do it, a risk far greater than risks related to climate change in the 21st century?
What are wicked problems (showing complexity, uncertainty and ambiguity)? Why do predict than act approaches (which work for tame problems) not work on wicked problems?

"Climate change is the mother of all wicked problems."

What is the utility of models in general and climate specifically?

“This is exactly what models are for—to serve as working hypotheses for further research.”, Ludwig von Bertalanffy

How do climate models work? What is a scenario and how can scenarios be of use in assessing climate change? 
Why did we see such a heatwave this summer and autumn? What are likely reasons and what does the hot summer and August of this year tell us about anthropogenic climate change and the next decades?
How to deal with extreme risks that are unlikely, like a Carrington Event? What are microgrids and how could the help making a society more resilient? What is the difference and utility of caution, precaution and the precautionary principle? Why is the precautionary principle problematic and how could a proactionary principle helt?
What are principles of robust decision making? How do incrementalism and local decision making contribute? Is the seed — select — amplify (Meyer, Davis) idea and antifragility connected?
Why do we see deep quality problems and politicisation in science? How is gate keeping of major institutions abused to stop critical discussion, including top journals like Nature and Science? Why did cancel culture blossom in academia and create a toxic intellectual environment?

"The whole incentive system has become completely perverse."

Careerism, ideology or money? Which is harming science the most?

“Big Science may d]]></itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>085 — Naturalismus — was weiß Wissenschaft?</title>
        <itunes:title>085 — Naturalismus — was weiß Wissenschaft?</itunes:title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/085-naturalismus/#comments</comments>        <pubDate>Fri, 24 Nov 2023 12:07:39 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>An die Episode #83 über Robert Merton und die wissenschaftlichen "Normen" anschließend, möchte ich in der heutigen Episode eine weitere grundlegende Überlegung anstellen. Mertons Normen scheinen mir wichtige Eckpfeiler zu sein, wenn man moderne Wissenschaft verstehen möchte, aber es gibt noch eine Reihe weiterer Aspekte, die man bedenken sollte.</p>
<p>Einer davon ist die Idee des Naturalismus und auch dessen Beschränkungen. Dies ist insofern auch für die Einschätzung von Wissenschaft und wissenschaftlicher Erkenntnis für die großen Fragen der Zukunft von großer Bedeutung, weil es uns den Rahmen vorgibt, zu welchen Aspekten der Welt Wissenschaft im Allgemeinen und Naturwissenschaft im Besonderen Aussagen tätigen kann. Und zu welchen nicht.</p>
<p>Die Frage des Naturalismus ist also: was ist überhaupt der Gegenstand unserer Betrachtung, und wo sind die Grenzen der Wissenschaft? Und damit verbunden sind Materialismus, Universalismus (wie bereits erwähnt), die Frage, was Wahrheit und Objektivität bedeuten, methodische Zugänge wie Reduktionismus (Experiment) und systemisches Denken und Emergenz, wie sich das Zusammenspiel zwischen Beobachtung und Theorie verhält, was ein Naturgesetz konstituiert und ob es nun gelingen kann, scharf zwischen Wissenschaft und Pseudowissenschaft zu unterscheiden. In dieser Episode werde ich mich auf die Themen: Reduktionismus, Materialismus und wie diese mit dem Naturalismus in Zusammenhang stehen, beschränken. Die anderen Themen vielleicht mal in einer zukünftigen Episode.</p>

<p>»Es gehört zu den methodischen Grundsätzen der Wissenschaft, dass man gewisse fundamentale Fragen nicht stellt. Es ist charakteristisch für die Physik, so wie sie neuzeitlich betrieben wird, dass sie nicht wirklich fragt, was Materie ist, für die Biologie, dass sie nicht wirklich fragt, was Leben ist, für die Psychologie, dass sie nicht wirklich fragt, was Seele ist. Wollten wir nämlich diese schwersten Fragen gleichzeitig stellen, während wir Naturwissenschaft betreiben, so würden wir alle Zeit und alle Kraft verlieren, sie lösbaren Fragen zu lösen. Auf der anderen Seite darf man sich nicht täuschen, dass das methodische Verfahren der Wissenschaft [...] wenn es sich über seine eigene Fragwürdigkeit nicht mehr klar ist, etwas Mörderisches an sich hat.«, Carl Friedrich von Weizsäcker</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/083-merton_wissenschaft/'>Episode 83:</a> Robert Merton — Was ist Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55:</a> Strukturen der Welt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/014-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen-teil-2/'>Episode 14:</a> (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 2
 
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/013-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen/'>Episode 13:</a> (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/011-ethik-oder-warum-wir-wissenschaft-nicht-den-wissenschaftern-uberlassen-sollten/'>Episode 11:</a> Ethik, oder: Warum wir Wissenschaft nicht den Wissenschaftern überlassen sollten!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/009-abstraktion-platos-idee-kommunismus-und-die-zukunft/'>Episode 9:</a> Abstraktion: Platos Idee, Kommunismus und die Zukunft
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/006-messen-was-messbar-ist/'>Episode 6:</a> Messen, was messbar ist?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/002-was_wissen_wir/'>Episode 2:</a> Was wissen wir?
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3SZ225B'>Julien Offray de La Mettrie, L'Homme Machine / Der Mensch eine Maschine</a>, erste Ausgabe <a href='https://www.britannica.com/biography/Julien-Offroy-de-La-Mettrie'>1747</a></li>
<li><a href='https://www.telepolis.de/features/Der-Mensch-als-Industriepalast-3384323.html'>Ulrich Kühne, Der Mensch als Industriepalast, Telepolis (2010)</a></li>
<li><a href='https://www.fritz-kahn.com/gallery/'>Fritz Kahn, Gallerie (Der Mensch als Industriepalast)</a></li>
<li><a href='https://www.britannica.com/topic/naturalism-philosophy'>Naturalism / Philosophy</a></li>
<li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/naturalism/'>Naturalism, Stanford Encyclopaedia of Philosophy</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/46sLgiy'>Klaus Kornwachs, Philosophie der Technik (C.H.Beck Wissen) (2013)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>An die Episode #83 über Robert Merton und die wissenschaftlichen "Normen" anschließend, möchte ich in der heutigen Episode eine weitere grundlegende Überlegung anstellen. Mertons Normen scheinen mir wichtige Eckpfeiler zu sein, wenn man moderne Wissenschaft verstehen möchte, aber es gibt noch eine Reihe weiterer Aspekte, die man bedenken sollte.</p>
<p>Einer davon ist die Idee des Naturalismus und auch dessen Beschränkungen. Dies ist insofern auch für die Einschätzung von Wissenschaft und wissenschaftlicher Erkenntnis für die großen Fragen der Zukunft von großer Bedeutung, weil es uns den Rahmen vorgibt, zu welchen Aspekten der Welt Wissenschaft im Allgemeinen und Naturwissenschaft im Besonderen Aussagen tätigen kann. Und zu welchen nicht.</p>
<p>Die Frage des Naturalismus ist also: was ist überhaupt der Gegenstand unserer Betrachtung, und wo sind die Grenzen der Wissenschaft? Und damit verbunden sind Materialismus, Universalismus (wie bereits erwähnt), die Frage, was Wahrheit und Objektivität bedeuten, methodische Zugänge wie Reduktionismus (Experiment) und systemisches Denken und Emergenz, wie sich das Zusammenspiel zwischen Beobachtung und Theorie verhält, was ein Naturgesetz konstituiert und ob es nun gelingen kann, scharf zwischen Wissenschaft und Pseudowissenschaft zu unterscheiden. In dieser Episode werde ich mich auf die Themen: Reduktionismus, Materialismus und wie diese mit dem Naturalismus in Zusammenhang stehen, beschränken. Die anderen Themen vielleicht mal in einer zukünftigen Episode.</p>

<p>»Es gehört zu den methodischen Grundsätzen der Wissenschaft, dass man gewisse fundamentale Fragen nicht stellt. Es ist charakteristisch für die Physik, so wie sie neuzeitlich betrieben wird, dass sie nicht wirklich fragt, was Materie ist, für die Biologie, dass sie nicht wirklich fragt, was Leben ist, für die Psychologie, dass sie nicht wirklich fragt, was Seele ist. Wollten wir nämlich diese schwersten Fragen gleichzeitig stellen, während wir Naturwissenschaft betreiben, so würden wir alle Zeit und alle Kraft verlieren, sie lösbaren Fragen zu lösen. Auf der anderen Seite darf man sich nicht täuschen, dass das methodische Verfahren der Wissenschaft [...] wenn es sich über seine eigene Fragwürdigkeit nicht mehr klar ist, etwas Mörderisches an sich hat.«, Carl Friedrich von Weizsäcker</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/083-merton_wissenschaft/'>Episode 83:</a> Robert Merton — Was ist Wissenschaft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55:</a> Strukturen der Welt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/014-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen-teil-2/'>Episode 14:</a> (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 2
 
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/013-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen/'>Episode 13:</a> (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/011-ethik-oder-warum-wir-wissenschaft-nicht-den-wissenschaftern-uberlassen-sollten/'>Episode 11:</a> Ethik, oder: Warum wir Wissenschaft nicht den Wissenschaftern überlassen sollten!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/009-abstraktion-platos-idee-kommunismus-und-die-zukunft/'>Episode 9:</a> Abstraktion: Platos Idee, Kommunismus und die Zukunft
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/006-messen-was-messbar-ist/'>Episode 6:</a> Messen, was messbar ist?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/002-was_wissen_wir/'>Episode 2:</a> Was wissen wir?
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3SZ225B'>Julien Offray de La Mettrie, L'Homme Machine / Der Mensch eine Maschine</a>, erste Ausgabe <a href='https://www.britannica.com/biography/Julien-Offroy-de-La-Mettrie'>1747</a></li>
<li><a href='https://www.telepolis.de/features/Der-Mensch-als-Industriepalast-3384323.html'>Ulrich Kühne, Der Mensch als Industriepalast, Telepolis (2010)</a></li>
<li><a href='https://www.fritz-kahn.com/gallery/'>Fritz Kahn, Gallerie (Der Mensch als Industriepalast)</a></li>
<li><a href='https://www.britannica.com/topic/naturalism-philosophy'>Naturalism / Philosophy</a></li>
<li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/naturalism/'>Naturalism, Stanford Encyclopaedia of Philosophy</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/46sLgiy'>Klaus Kornwachs, Philosophie der Technik (C.H.Beck Wissen) (2013)</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary>An die Episode #83 über Robert Merton und die wissenschaftlichen ”Normen” anschließend, möchte ich in der heutigen Episode eine weitere grundlegende Überlegung anstellen. Mertons Normen scheinen mir wichtige Eckpfeiler zu sein, wenn man moderne Wissenschaft verstehen möchte, aber es gibt noch eine Reihe weiterer Aspekte, die man bedenken sollte.

Einer davon ist die Idee des Naturalismus und auch dessen Beschränkungen. Dies ist insofern auch für die Einschätzung von Wissenschaft und wissenschaftlicher Erkenntnis für die großen Fragen der Zukunft von großer Bedeutung, weil es uns den Rahmen vorgibt, zu welchen Aspekten der Welt Wissenschaft im Allgemeinen und Naturwissenschaft im Besonderen Aussagen tätigen kann. Und zu welchen nicht.

Die Frage des Naturalismus ist also: was ist überhaupt der Gegenstand unserer Betrachtung, und wo sind die Grenzen der Wissenschaft? Und damit verbunden sind Materialismus, Universalismus (wie bereits erwähnt), die Frage, was Wahrheit und Objektivität bedeuten, methodische Zugänge wie Reduktionismus (Experiment) und systemisches Denken und Emergenz, wie sich das Zusammenspiel zwischen Beobachtung und Theorie verhält, was ein Naturgesetz konstituiert und ob es nun gelingen kann, scharf zwischen Wissenschaft und Pseudowissenschaft zu unterscheiden. In dieser Episode werde ich mich auf die Themen: Reduktionismus, Materialismus und wie diese mit dem Naturalismus in Zusammenhang stehen, beschränken. Die anderen Themen vielleicht mal in einer zukünftigen Episode.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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    <item>
        <title>084 — (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann</title>
        <itunes:title>084 — (Epistemische) Krisen? Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/084-epistemische_krise_jan_zimmermann/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 20 Nov 2023 13:36:14 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Der heutige Gesprächspartner ist wieder Jan David Zimmermann, was mich sehr freut! Jan ist Autor, Journalist und Wissenschaftsforscher, hat auch gerade ein neues und äußerst empfehlenswertes Buch herausgebracht — Lethe, Vom Vergessen des Totalitären. Außerdem ist er Redakteur beim Stichpunkt-Magazin.</p>
<p>Das heutige Thema ist »(Epistemische) Krisen?«. </p>
<p>Eine Anmerkung vorweg: wir haben die Episode vor dem Hamas-Terroranschlag  aufgenommen. Wir beide sind von der darauf folgenden Welle des Antisemitismus in Europa, den USA und Australien zutiefst schockiert. Besonders erschreckend ist daran natürlich die Tatsache, dass zahlreiche antisemitische und unfassbar inhumane Äußerungen von Personen, die zuvor als Intellektuelle bezeichnet wurden, stammen — Personen, die an Unis unterrichten, in Medien arbeiten, oder in politischen Funktionen tätig sind. Hier findet sich leider wir ein Thema bestätigt, das ich in vergangenen Episoden angesprochen habe und auch in zukünftigen Episoden thematisieren werde: einen bedrückenden Verlust an intellektueller Redlichkeit und Qualität in wesentlichen gesellschaftlichen Institutionen wie etwa Universitäten. </p>
<p>Aber selbst wenn wir später aufgenommen hätten, hätte ich dieses Thema ohnedies noch nicht im Podcast aufgreifen wollen. Auch wenn die Eckpunkte dieses Konfliktes sehr klar sind, viele Details und Folgen sind es nicht. Den Grund habe ich in früheren Episoden schon mal erklärt: dieser Podcast beschäftigt sich ganz bewusst nicht mit aktuellen Themen. Ich möchte hier nicht im medialen Rennen um die knalligste Spekulation beteiligen. In der heutigen Medienlandschaft dominiert das Rauschen  und erst, wenn der Lärm leiser geworden ist,  oft nach einigen Jahren, kann man anfangen, solche Themen vernünftig und in der Tiefe aufzuarbeiten. </p>
<p>Daher habe ich auch erst in diesem Jahr begonnen, Covid als Thema langsam aufzugreifen und weitere Folgen sind in Vorbereitung.</p>
<p>Aber zurück zu dieser Episode: Was ist eine (epistemische) Krise? Mit welchen Transformationen haben wir seit 2020 zu tun? Fallen wir von einer Krise in die nächste, oder doch nicht? Warum ist der Krisenbegriff selbst schwierig? Wer definiert eigentlich, was eine Krise ist und wie groß sich diese darstellt, denken wir an die stete Aufrüstung der Worte um noch Gehör zu finden: zur gleichen Zeit, wie die IPCC-Szenarien mit dem letzten Bericht optimistischer werden, wird die Sprache aufgerüstet, aus dem Klimawandel wird die Klimakrise und nun die Klimakatastrophe. Was folgt als Nächstes?</p>
<p>Und die Krisen machen vor sich selbst nicht halt, denn diejenigen, die die Krisen ausrufen, unsere Institutionen und Universitäten, stecken selbst in einer schweren Krise. Wir erleben also vermeintlich multilple Krisen, und trotzdem fällt es der Gesellschaft schwer sich auf gemeinsame Momente zu einigen!</p>
<p>Ein Kristallisationpunkt des Diskurses ist das Intenet? Aber welche Rolle spielt es: ist es totalitär und radikal, verdummend oder eher das Gegenteil?  Wird gar die Komplexität der Welt heute besser gespiegelt als je zuvor, nur gefällt dies manchen nicht, die sich zuvor in der Deutungshoheit gesehen haben?</p>
<p>Wie kann man der Gesellschaft komplexe Verhältnisse vermitteln?</p>

<p>“If you’re not confuse you’re not paying attention”, Tom Peters</p>

<p>Oder ist die Komplexität vielleicht nur ein Auswuchs, eine Täuschung der Verwirrungen des postmodernen Relativismus? Wer kann urteilen, oder besser: wem trauen wir Urteilskraft zu?</p>
<p>Intellektuelle Bescheidenheit und Umgang mit Fehlern und Fehleinschätzungen scheinen immer wesentlicher zu werden und sind dennoch selten zu finden.</p>

<p>»Das ist das Prinzip der dauernden Fehlerkorrektur: die Methode, dauernd nach Fehlern zu suchen und frühzeitig kleine und beginnende Fehler zu korrigieren. Diese Methode der rechtzeitigen Fehlerkorrektur zu verfolgen ist nicht nur eine Weisheitsregel, sondern geradezu eine moralische Pflicht: Es ist die Pflicht zur dauernden Selbstkritik, zum dauernden Lernen, zu dauernden kleinen Verbesserungen unserer Einstellung, unserer Urteile – auch der moralischen – und unserer Theorien. Hier wird das Können zum Sollen: wir können aus unseren Fehlern lernen; darum ist es unsere Pflicht, aus unseren Fehlern zu lernen.«, Karl Raimund Popper</p>

<p>Kann Selbstkritik als moralische Pflicht gelten? Wie sieht es mit Heinz von Foersters Beobachtung zweiter Ordnung aus, und welche Rolle spielt das ständige Reframen eigentlich klarer Sachverhalte?  Müssen wir die Krise überwinden oder führt sie ohnedies zu neuen Bedingungen, die besser sind als zuvor?</p>
<p>Wie sieht es mit der sozialen Regulierung von Wissensformen aus, anders gesagt, was können wir von Seiten der wissensoziologischen Diskussion lernen? Gibt es so etwas wie illegitimes Wissen? Wie ist das Verhältnis zwischen Experten/Wissenschaftern und Politik?</p>
<p>Wir gehen dann noch etwas weiter ins 20. Jahrhundert zurück und kommen (metaphorisch) zu Thomas Kuhns Paradigmenwechsel und stellen die Frage: Wenn der Schleier gefallen ist, möchte man wieder in den Nebel zurück?</p>
<p>Was ist von Wissenschaftsskepsis zu halten? Ist dies ein Problem oder eine große Chance für unsere Gesellschaft?</p>
<p>Aller vermeintlicher Inklusivitätsbemühungen zum Trotz scheint das Gegenteil zu passieren und wir werden immer ambiguitätsintolerater. Aus »anything goes« wird »nothing goes«. Komplexe Menschen, die wichtige Beiträge für unsere Gesellschaft leisten, können in anderen Aspekte völlig irren, man denke an Wissenschafter wie Isaac Newton oder Kary Mullis.</p>
<p>Was können wir noch von Ernst von Glasersfeld, und Heinz von Foerster, den radikaler Konstruktivsten, lernen? Dann kommen wir auf die Frage, ob die Geisteswissenschaften sich an den Naturwissenschaften orientieren sollen? Wir vertagen diese Frage aber auf eine andere Episode.</p>
<p>Wie kommt es eigentlich in der Wissenschaft zur Meinungsbildung, welche Rolle spielen Epistemic Communities, und was ist von Gruppenbildung in der Wissenschaft zu halten? Pierre Bourdieu spricht vom Homo Academicus, Ludwig Fleck von Denkkollektiven.</p>
<p>In welchem Zusammenhang steht das zu den moderneren Formulierungen wie »Trust the Science« oder gar »Follow the Science«? Was ist die Triple Helix von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik?</p>
<p>Wie stehen diese Überlegungen zu der Tatsache, dass Fortschritt nur mit heterodoxem und orthodoxem Denken gemeinsam zu bekommen ist? Was bedeutet dies für Diversität in Wissenschaft und Eliten in Theorie und Praxis? Welchen Schaden richtet dabei das heute überall zu erlebende Pseudo-Qualitätsmanagement an?</p>

<p>»Nicht mehr die Wahrheit hat hier eine Macht, sondern was Macht über uns hat legitimieren wir theoretisch als das Wahre.«, Hans Blumenberg</p>

<p>Wie kann es gelingen, Fehlerkultur guter (!) Wissenschaft in die Politik mitnehmen? Dabei aber gleichzeitig nicht den Fehler von über-Rationalisierung zu begehen, also Wissenschaft als rationales Schild für Politik und Management zu missbrauchen?</p>

<p>»Viele Menschen lächeln über altmodische Wahrsager. Doch sobald die Hellseher mit Computern arbeiten, nehmen wir ihre Vorhersagen ernst und sind bereit, für sie zu zahlen.«, Gerd Gigerenzer</p>

<p>Dabei stelle ich wieder einmal die fundamentale Frage: wollen Menschen belogen, oder würde Wahrheit politisch belohnt werden? Ich glaube zweiteres, aber was ist Jans Meinung?</p>
<p>Zuletzt stellt sich die ernüchternde Frage, ob wir die Dimension eines großen Umbruches während des Umbruches überhaupt verstehen kann?</p>
<p>Wer die erste Episode mit Jan noch nicht gehört hat, unbedingt Nachhören!</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/079-erica_thompson_model_land/'>Episode 79:</a> Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47:</a> Große Worte
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45:</a> Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39:</a> Follow the Science?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/038-eliten-michael_hartmann/'>Episode 38:</a> Eliten, ein Gespräch mit Prof. Michael Hartmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27:</a> Wicked Problems
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25:</a> Entscheiden unter Unsicherheit
</li>
</ul>
<p>Jan David Zimmermann</p>
<ul><li><a href='https://www.jandavidzimmermann.com'>Homepage von Jan</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/47I62eQ'>Jan David Zimmermann, LETHE. Vom Vergessen des Totalitären, als vobiscum (2023)</a></li>
<li><a href='https://stichpunkt-magazin.com'>Stichpunkt Magazin</a></li>
<li>Facebook: Jan D. Zimmermann</li>
<li>Instagram:  j._zimmermann</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/49H5qbg'>Karl Popper: Das Elend des Historizismus. Mohr Siebeck, Tübingen 2003, S. XI [Vorwort zur deutschen Ausgabe]</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=wC5AG7JDUfY'>Reason TV, The Truth about Sweden's COVID Policy (2023)</a></li>
<li>Uwe Pörsken: Plastikwörter. Die Sprache einer internationalen Diktatur. Klett-Cotta 2011 (ursprünglich erschienen: 1988)</li>
<li><a href='https://www.cambridge.org/core/journals/review-of-international-studies/article/abs/rethinking-epistemic-communities-twenty-years-later/C7057E942EAFAED773470752746F8454'>Mai'a K. Davis Cross, Rethinking epistemic communities twenty years later (2012)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3SP5Kyx'>Ludwik Fleck, Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache. Einführung in die Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv, Suhrkamp (1980)</a></li>
<li><a href='https://www.jstor.org/stable/2706951?origin=JSTOR-pdf'>Peter M. Haas, Introduction: Epistemic Communities and International Policy Coordination, International Organization, Vol. 46, No. 1, Knowledge, Power, and International PolicyCoordination (Winter, 1992), pp. 1-35</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/46o2gWU'>Hyrum Lewis &amp; Verlan Lewis, The Myth of Left and Right: How the Political Spectrum Misleads and Harms America, Oxford University Press (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.academia.edu/44819518/Wissenschaft_und_Politik_als_Ressourcen_f%C3%BCr_einander'>Mitchell G . Ash, Wissenschaft und Politik als Ressourcen füreinander (2002)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/46luEsP'>Hans Blumenberg: Paradigmen zu einer Metaphorologie. Suhrkamp, Frankfurt a.M .1960, S.22.</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3MQYDSz'>Gerd Gigerenzer, Risiko – Wie man die richtigen Entscheidungen trifft, Pantheon (2020)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Der heutige Gesprächspartner ist wieder Jan David Zimmermann, was mich sehr freut! Jan ist Autor, Journalist und Wissenschaftsforscher, hat auch gerade ein neues und äußerst empfehlenswertes Buch herausgebracht — Lethe, Vom Vergessen des Totalitären. Außerdem ist er Redakteur beim Stichpunkt-Magazin.</p>
<p>Das heutige Thema ist »(Epistemische) Krisen?«. </p>
<p><em>Eine Anmerkung vorweg: wir haben die Episode vor dem Hamas-Terroranschlag  aufgenommen. Wir beide sind von der darauf folgenden Welle des Antisemitismus in Europa, den USA und Australien zutiefst schockiert. Besonders erschreckend ist daran natürlich die Tatsache, dass zahlreiche antisemitische und unfassbar inhumane Äußerungen von Personen, die zuvor als Intellektuelle bezeichnet wurden, stammen — Personen, die an Unis unterrichten, in Medien arbeiten, oder in politischen Funktionen tätig sind. Hier findet sich leider wir ein Thema bestätigt, das ich in vergangenen Episoden angesprochen habe und auch in zukünftigen Episoden thematisieren werde: einen bedrückenden Verlust an intellektueller Redlichkeit und Qualität in wesentlichen gesellschaftlichen Institutionen wie etwa Universitäten. </em></p>
<p><em>Aber selbst wenn wir später aufgenommen hätten, hätte ich dieses Thema ohnedies noch nicht im Podcast aufgreifen wollen. Auch wenn die Eckpunkte dieses Konfliktes sehr klar sind, viele Details und Folgen sind es nicht. Den Grund habe ich in früheren Episoden schon mal erklärt: dieser Podcast beschäftigt sich ganz bewusst nicht mit aktuellen Themen. Ich möchte hier nicht im medialen Rennen um die knalligste Spekulation beteiligen. In der heutigen Medienlandschaft dominiert das Rauschen  und erst, wenn der Lärm leiser geworden ist,  oft nach einigen Jahren, kann man anfangen, solche Themen vernünftig und in der Tiefe aufzuarbeiten. </em></p>
<p><em>Daher habe ich auch erst in diesem Jahr begonnen, Covid als Thema langsam aufzugreifen und weitere Folgen sind in Vorbereitung.</em></p>
<p>Aber zurück zu dieser Episode: Was ist eine (epistemische) Krise? Mit welchen Transformationen haben wir seit 2020 zu tun? Fallen wir von einer Krise in die nächste, oder doch nicht? Warum ist der Krisenbegriff selbst schwierig? Wer definiert eigentlich, was eine Krise ist und wie groß sich diese darstellt, denken wir an die stete Aufrüstung der Worte um noch Gehör zu finden: zur gleichen Zeit, wie die IPCC-Szenarien mit dem letzten Bericht optimistischer werden, wird die Sprache aufgerüstet, aus dem Klimawandel wird die Klimakrise und nun die Klimakatastrophe. Was folgt als Nächstes?</p>
<p>Und die Krisen machen vor sich selbst nicht halt, denn diejenigen, die die Krisen ausrufen, unsere Institutionen und Universitäten, stecken selbst in einer schweren Krise. Wir erleben also vermeintlich multilple Krisen, und trotzdem fällt es der Gesellschaft schwer sich auf gemeinsame Momente zu einigen!</p>
<p>Ein Kristallisationpunkt des Diskurses ist das Intenet? Aber welche Rolle spielt es: ist es totalitär und radikal, verdummend oder eher das Gegenteil?  Wird gar die Komplexität der Welt heute besser gespiegelt als je zuvor, nur gefällt dies manchen nicht, die sich zuvor in der Deutungshoheit gesehen haben?</p>
<p>Wie kann man der Gesellschaft komplexe Verhältnisse vermitteln?</p>

<p>“If you’re not confuse you’re not paying attention”, Tom Peters</p>

<p>Oder ist die Komplexität vielleicht nur ein Auswuchs, eine Täuschung der Verwirrungen des postmodernen Relativismus? Wer kann urteilen, oder besser: wem trauen wir Urteilskraft zu?</p>
<p>Intellektuelle Bescheidenheit und Umgang mit Fehlern und Fehleinschätzungen scheinen immer wesentlicher zu werden und sind dennoch selten zu finden.</p>

<p>»Das ist das Prinzip der dauernden Fehlerkorrektur: die Methode, dauernd nach Fehlern zu suchen und frühzeitig kleine und beginnende Fehler zu korrigieren. Diese Methode der rechtzeitigen Fehlerkorrektur zu verfolgen ist nicht nur eine Weisheitsregel, sondern geradezu eine moralische Pflicht: Es ist die Pflicht zur dauernden Selbstkritik, zum dauernden Lernen, zu dauernden kleinen Verbesserungen unserer Einstellung, unserer Urteile – auch der moralischen – und unserer Theorien. Hier wird das Können zum Sollen: wir können aus unseren Fehlern lernen; darum ist es unsere Pflicht, aus unseren Fehlern zu lernen.«, Karl Raimund Popper</p>

<p>Kann Selbstkritik als moralische Pflicht gelten? Wie sieht es mit Heinz von Foersters Beobachtung zweiter Ordnung aus, und welche Rolle spielt das ständige Reframen eigentlich klarer Sachverhalte?  Müssen wir die Krise überwinden oder führt sie ohnedies zu neuen Bedingungen, die besser sind als zuvor?</p>
<p>Wie sieht es mit der sozialen Regulierung von Wissensformen aus, anders gesagt, was können wir von Seiten der wissensoziologischen Diskussion lernen? Gibt es so etwas wie illegitimes Wissen? Wie ist das Verhältnis zwischen Experten/Wissenschaftern und Politik?</p>
<p>Wir gehen dann noch etwas weiter ins 20. Jahrhundert zurück und kommen (metaphorisch) zu Thomas Kuhns Paradigmenwechsel und stellen die Frage: <em>Wenn der Schleier gefallen ist, möchte man wieder in den Nebel zurück?</em></p>
<p>Was ist von Wissenschaftsskepsis zu halten? Ist dies ein Problem oder eine große Chance für unsere Gesellschaft?</p>
<p>Aller vermeintlicher Inklusivitätsbemühungen zum Trotz scheint das Gegenteil zu passieren und wir werden immer ambiguitätsintolerater. Aus »anything goes« wird »nothing goes«. Komplexe Menschen, die wichtige Beiträge für unsere Gesellschaft leisten, können in anderen Aspekte völlig irren, man denke an Wissenschafter wie Isaac Newton oder Kary Mullis.</p>
<p>Was können wir noch von Ernst von Glasersfeld, und Heinz von Foerster, den radikaler Konstruktivsten, lernen? Dann kommen wir auf die Frage, ob die Geisteswissenschaften sich an den Naturwissenschaften orientieren sollen? <em>Wir vertagen diese Frage aber auf eine andere Episode.</em></p>
<p>Wie kommt es eigentlich in der Wissenschaft zur Meinungsbildung, welche Rolle spielen Epistemic Communities, und was ist von Gruppenbildung in der Wissenschaft zu halten? Pierre Bourdieu spricht vom Homo Academicus, Ludwig Fleck von Denkkollektiven.</p>
<p>In welchem Zusammenhang steht das zu den moderneren Formulierungen wie »Trust the Science« oder gar »Follow the Science«? Was ist die Triple Helix von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik?</p>
<p>Wie stehen diese Überlegungen zu der Tatsache, dass Fortschritt nur mit heterodoxem und orthodoxem Denken gemeinsam zu bekommen ist? Was bedeutet dies für Diversität in Wissenschaft und Eliten in Theorie und Praxis? Welchen Schaden richtet dabei das heute überall zu erlebende Pseudo-Qualitätsmanagement an?</p>

<p>»Nicht mehr die Wahrheit hat hier eine Macht, sondern was Macht über uns hat legitimieren wir theoretisch als das Wahre.«, Hans Blumenberg</p>

<p>Wie kann es gelingen, Fehlerkultur guter (!) Wissenschaft in die Politik mitnehmen? Dabei aber gleichzeitig nicht den Fehler von über-Rationalisierung zu begehen, also Wissenschaft als rationales Schild für Politik und Management zu missbrauchen?</p>

<p>»Viele Menschen lächeln über altmodische Wahrsager. Doch sobald die Hellseher mit Computern arbeiten, nehmen wir ihre Vorhersagen ernst und sind bereit, für sie zu zahlen.«, Gerd Gigerenzer</p>

<p>Dabei stelle ich wieder einmal die fundamentale Frage: <em>wollen Menschen belogen, oder würde Wahrheit politisch belohnt werden?</em> Ich glaube zweiteres, aber was ist Jans Meinung?</p>
<p>Zuletzt stellt sich die ernüchternde Frage, ob wir die Dimension eines großen Umbruches während des Umbruches überhaupt verstehen kann?</p>
<p><em>Wer die erste Episode mit Jan noch nicht gehört hat, unbedingt Nachhören!</em></p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/079-erica_thompson_model_land/'>Episode 79:</a> Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/'>Episode 72:</a> Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47:</a> Große Worte
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45:</a> Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39:</a> Follow the Science?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/038-eliten-michael_hartmann/'>Episode 38:</a> Eliten, ein Gespräch mit Prof. Michael Hartmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27:</a> Wicked Problems
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25:</a> Entscheiden unter Unsicherheit
</li>
</ul>
<p>Jan David Zimmermann</p>
<ul><li><a href='https://www.jandavidzimmermann.com'>Homepage von Jan</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/47I62eQ'>Jan David Zimmermann, LETHE. Vom Vergessen des Totalitären, als vobiscum (2023)</a></li>
<li><a href='https://stichpunkt-magazin.com'>Stichpunkt Magazin</a></li>
<li>Facebook: Jan D. Zimmermann</li>
<li>Instagram:  j._zimmermann</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/49H5qbg'>Karl Popper: Das Elend des Historizismus. Mohr Siebeck, Tübingen 2003, S. XI [Vorwort zur deutschen Ausgabe]</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=wC5AG7JDUfY'>Reason TV, The Truth about Sweden's COVID Policy (2023)</a></li>
<li>Uwe Pörsken: Plastikwörter. Die Sprache einer internationalen Diktatur. Klett-Cotta 2011 (ursprünglich erschienen: 1988)</li>
<li><a href='https://www.cambridge.org/core/journals/review-of-international-studies/article/abs/rethinking-epistemic-communities-twenty-years-later/C7057E942EAFAED773470752746F8454'>Mai'a K. Davis Cross, Rethinking epistemic communities twenty years later (2012)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3SP5Kyx'>Ludwik Fleck, Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache. Einführung in die Lehre vom Denkstil und Denkkollektiv, Suhrkamp (1980)</a></li>
<li><a href='https://www.jstor.org/stable/2706951?origin=JSTOR-pdf'>Peter M. Haas, Introduction: Epistemic Communities and International Policy Coordination, International Organization, Vol. 46, No. 1, Knowledge, Power, and International PolicyCoordination (Winter, 1992), pp. 1-35</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/46o2gWU'>Hyrum Lewis &amp; Verlan Lewis, The Myth of Left and Right: How the Political Spectrum Misleads and Harms America, Oxford University Press (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.academia.edu/44819518/Wissenschaft_und_Politik_als_Ressourcen_f%C3%BCr_einander'>Mitchell G . Ash, Wissenschaft und Politik als Ressourcen füreinander (2002)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/46luEsP'>Hans Blumenberg: Paradigmen zu einer Metaphorologie. Suhrkamp, Frankfurt a.M .1960, S.22.</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3MQYDSz'>Gerd Gigerenzer, Risiko – Wie man die richtigen Entscheidungen trifft, Pantheon (2020)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Der heutige Gesprächspartner ist wieder Jan David Zimmermann, was mich sehr freut! Jan ist Autor, Journalist und Wissenschaftsforscher, hat auch gerade ein neues und äußerst empfehlenswertes Buch herausgebracht — Lethe, Vom Vergessen des Totalitären. Außerdem ist er Redakteur beim Stichpunkt-Magazin.

Das heutige Thema ist »(Epistemische) Krisen?«. Wir sprechen über den Begriff der Krise und warum der Begriff der Krise selbst schon schwierig ist; wer in der heutigen Welt die Deutungshoheit über Krisen hat. Wie werden Krisen in der modernen Gesellschaft verhandelt? Verwirrt uns das Internet oder ist es schlicht eine korrekt komplexe Repräsentation der Welt? Dieses und vieles mehr bespreche ich mit Jan.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episode>84</itunes:episode>
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    <item>
        <title>083 — Robert Merton — Was ist Wissenschaft?</title>
        <itunes:title>083 — Robert Merton — Was ist Wissenschaft?</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/083-merton_wissenschaft/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/083-merton_wissenschaft/#comments</comments>        <pubDate>Thu, 02 Nov 2023 21:05:30 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Diesmal gibt es eine kurze Episode, in der ich Ihnen am Ende zwei konkrete Fragen stellen möchte. Es gibt ein <a href='https://forms.gle/oUw7uPdaQdVFHp2BA'>Online-Formular</a>, wo ich Sie ersuche, Ihre Gedanken stichwortartig einzutragen, natürlich anonym. Wenn ich antworten soll, nennen Sie mir bitte optional eine E-Mail Adresse.</p>
<p>Es um zwei eng verwandte Fragen:</p>
<ol><li>Was ist Wissenschaft — was sind wesentliche Merkmale und Kriterien wissenschaftlicher Aussagen und Praktiken und</li>
<li>Folgende der Gedanken, die ich in Episode 80 entwickelt habe: haben Sie für sich selbst Faustregeln oder Heuristiken entwickelt, die Ihnen helfen, zu entscheiden, ob Sie einem Experten vertrauen? Sind Aussagen glaubwürdig, für Sie von Relevanz?</li>
</ol><p>Als Einstieg in die erste Frage, stelle ich die Normen oder Prinzipien vor, die Robert Merton im Jahr 1942 vorgeschlagen hat:</p>
<ol><li>Gemeinschaftlichkeit (Communism/Communality)</li>
<li>Universalismus (Universalism)</li>
<li>Uneigennützigkeit (Disinterestedness)</li>
<li>Organisierte Skepsis (Organized skepticism).</li>
</ol><p>Stimmen Sie diesen Prinzipien zu? Was fehlt? In welche Richtung sollte man weiterdenken? Bitte senden Sie mir Ihre Gedanken in <a href='https://forms.gle/oUw7uPdaQdVFHp2BA'>diesem Formular</a>!</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/067-wissenschaft_hype-stephan_schleim/'>Episode 67:</a> Wissenschaft, Hype und Realität — ein Gespräch mit Stephan Schleim
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47:</a> Große Worte
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39:</a> Follow the Science?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/013-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen/'>Episode 13:</a> (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/014-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen-teil-2/'>Episode 14:</a> (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/002-was_wissen_wir/'>Episode 2:</a> Was wissen wir?
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/pseudo-science'>Science and Pseudo-Science, Stanford Encyclopedia of Philosophy (2021)</a></li>
<li>Robert K. Merton, Science and Technology in a Democratic Order, Journal of Legal and Political Sociology, 1: 115–126, 1942</li>
<li><a href='https://www.britannica.com/science/lactose-intolerance'>Lactose Intolerance (Britannica)</a></li>
<li><a href='https://www.spektrum.de/news/die-milch-revolution/1203870'>Andrew Curry, Die Milch-Revolution, Spektrum der Wissenschaft (2013)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3s8KysJ'>Johan Norberg, Open: The Story of Human Progress, Atlantic Books (2021)</a></li>
<li><a href='https://doi.org/10.1021/acs.jpclett.1c01475'>Anna I. Krylov, The Peril of Politicizing Science, J. Phys. Chem. Lett. 2021, 12, 5371-5376</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/49n5Zqs'>Konrad Lorenz, Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit, Piper (1996)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Diesmal gibt es eine kurze Episode, in der ich Ihnen am Ende zwei konkrete Fragen stellen möchte. Es gibt ein <a href='https://forms.gle/oUw7uPdaQdVFHp2BA'>Online-Formular</a>, wo ich Sie ersuche, Ihre Gedanken stichwortartig einzutragen, natürlich anonym. Wenn ich antworten soll, nennen Sie mir bitte optional eine E-Mail Adresse.</p>
<p>Es um zwei eng verwandte Fragen:</p>
<ol><li>Was ist Wissenschaft — was sind wesentliche Merkmale und Kriterien wissenschaftlicher Aussagen und Praktiken und</li>
<li>Folgende der Gedanken, die ich in Episode 80 entwickelt habe: haben Sie für sich selbst Faustregeln oder Heuristiken entwickelt, die Ihnen helfen, zu entscheiden, ob Sie einem Experten vertrauen? Sind Aussagen glaubwürdig, für Sie von Relevanz?</li>
</ol><p>Als Einstieg in die erste Frage, stelle ich die Normen oder Prinzipien vor, die Robert Merton im Jahr 1942 vorgeschlagen hat:</p>
<ol><li>Gemeinschaftlichkeit (Communism/Communality)</li>
<li>Universalismus (Universalism)</li>
<li>Uneigennützigkeit (Disinterestedness)</li>
<li>Organisierte Skepsis (Organized skepticism).</li>
</ol><p>Stimmen Sie diesen Prinzipien zu? Was fehlt? In welche Richtung sollte man weiterdenken? Bitte senden Sie mir Ihre Gedanken in <a href='https://forms.gle/oUw7uPdaQdVFHp2BA'>diesem Formular</a>!</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/'>Episode 80:</a> Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/067-wissenschaft_hype-stephan_schleim/'>Episode 67:</a> Wissenschaft, Hype und Realität — ein Gespräch mit Stephan Schleim
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47:</a> Große Worte
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39:</a> Follow the Science?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/013-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen/'>Episode 13:</a> (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/014-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen-teil-2/'>Episode 14:</a> (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/002-was_wissen_wir/'>Episode 2:</a> Was wissen wir?
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/pseudo-science'>Science and Pseudo-Science, Stanford Encyclopedia of Philosophy (2021)</a></li>
<li>Robert K. Merton, Science and Technology in a Democratic Order, Journal of Legal and Political Sociology, 1: 115–126, 1942</li>
<li><a href='https://www.britannica.com/science/lactose-intolerance'>Lactose Intolerance (Britannica)</a></li>
<li><a href='https://www.spektrum.de/news/die-milch-revolution/1203870'>Andrew Curry, Die Milch-Revolution, Spektrum der Wissenschaft (2013)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3s8KysJ'>Johan Norberg, Open: The Story of Human Progress, Atlantic Books (2021)</a></li>
<li><a href='https://doi.org/10.1021/acs.jpclett.1c01475'>Anna I. Krylov, The Peril of Politicizing Science, J. Phys. Chem. Lett. 2021, 12, 5371-5376</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/49n5Zqs'>Konrad Lorenz, Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit, Piper (1996)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
        <enclosure url="https://mcdn.podbean.com/mf/web/p5f4c6/083-merton_wissenschaft.mp3" length="15976037" type="audio/mpeg"/>
        <itunes:summary>Diesmal gibt es eine kurze Episode, in der ich Ihnen am Ende zwei konkrete Fragen stellen möchte. Es gibt ein Online-Formular, wo ich Sie ersuche, Ihre Gedanken stichwortartig einzutragen, natürlich anonym. Wenn ich antworten soll, nennen Sie mir bitte optional eine E-Mail Adresse.

Es um zwei eng verwandte Fragen:

Was ist Wissenschaft — was sind wesentliche Merkmale und Kriterien wissenschaftlicher Aussagen und Praktiken und
Folgende der Gedanken, die ich in Episode 80 entwickelt habe: haben Sie für sich selbst Faustregeln oder Heuristiken entwickelt, die Ihnen helfen, zu entscheiden, ob Sie einem Experten vertrauen? Ob die Aussagen  glaubwürdig sind, für Sie von Relevanz?
Als Einstieg in die erste Frage, stelle ich die Normen oder Prinzipien vor, die Robert Merton im Jahr 1942 vorgeschlagen hat:

Gemeinschaftlichkeit (Communism/Communality)
Universalismus (Universalism)
Uneigennützigkeit (Disinterestedness)
Organisierte Skepsis (Organized skepticism).
Stimmen Sie diesen Prinzipien zu? Was fehlt? In welche Richtung sollte man weiterdenken? Bitte senden Sie mir Ihre Gedanken in diesem Formular!</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:block>No</itunes:block>
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        <itunes:episode>83</itunes:episode>
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            </item>
    <item>
        <title>082 – Smart Communities, ein Gespräch mit Ulrich Ahle</title>
        <itunes:title>082 – Smart Communities, ein Gespräch mit Ulrich Ahle</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/082-smart_communities_ulrich_ahle/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/082-smart_communities_ulrich_ahle/#comments</comments>        <pubDate>Thu, 26 Oct 2023 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Mein heutiger Gast ist Ulrich Ahle, und diese Episode hat einen für mich sehr spannenden Hintergrund: Ich war zu Beginn des Jahres auf der LEAP-Konferenz in Riad, Saudi-Arabien, und das war ein in vielerlei Hinsicht äußerst eindrucksvolles Erlebnis. Eine der Reisen, wo fast alle meine Vorurteile auf den Prüfstand gestellt wurden.</p>
<p>Auf dieser Konferenz hat Ulrich einen Vortrag zu Smart Cities gehalten, und dieser Vortrag war einer der interessantesten, die ich auf dieser Konferenz gehört habe. Daher freut es mich besonders, dass sich Ulrich für ein Podcast-Gespräch zum Thema Smart Cities, oder besser: Smart Communities zur Verfügung gestellt hat.</p>
<p>Ulrich hat eine lange und erfolgreiche Karriere in der Fertigungsindustrie  und Industrie 4.0 hinter sich und gründet 2016 die FIWARE-Foundation, deren deren CEO er wird. In dieser Rolle hat Ulrich eine entscheidende Rolle beim Ausbau der FIWARE Foundation gespielt, die heute auf allen Kontinenten vertreten ist und mehr als 600 Mitglieder zählt. FIWare ist eine der führenden Lösungen für SmartCity/Community-Projekte, und noch dazu eine Open-Source. Warum das wichtig ist, werden wir im Gespräch diskutieren. Ulrich wird nun CEO von Gaia X, einer europäischen Initiative, deren Ziel es ist, , ein Ökosystem zu schaffen, in dem Daten gemeinsam genutzt und in einer vertrauenswürdigen Umgebung zur Verfügung gestellt werden. </p>
<p>Ich wünsche Ulrich bei dieser neuen und sehr wichtigen Herausforderung viel Erfolg. Wenn FIWare als Maßstab gelten darf, können wir von Gaia X in den nächsten Jahren viel erwarten!</p>
<p>In dieser Episode beginnen wir mit der Frage, was eine Stadt oder Gemeinde eigentlich »smart« macht? Ist der Begriff überhaupt sinnvoll? Der Begriff Smart Communities wird als Oberbegriff für Projekte in Städten aber auch ländliche Regionen verwendet. Dies ist im Gespräch auch insofern relevant, als Ulrich auch Ortsvorsteher der Gemeinde Etteln ist und in dieser Gemeinde ebenfalls zahlreiche Smart Community Projekte umgesetzt wurden und werden.</p>
<p>Wer sind primäre Gruppen, die von Smart Communities profitieren? Ist Industrie und Tourismus Teil der Smart City? Was ist mit Industrie 4.0? </p>
<p>Was ist der Unterschied zwischen Digitalisierung in der Verwaltung und Smart City?</p>
<p>Die führenden »digitalen Gesellschaften« in Europa sind Estland, Finnland, Malta, Niederlande, Spanien? Was passiert in diesen Nationen und was können wir davon lernen?</p>
<p>Beispiele für Smart City Anwendungen über die wir in der Episode sprechen sind:</p>
<ul><li>Parkraumbewirtschaftung</li>
<li>Beleuchtung</li>
<li>Müll-Management, Abfallbewirtschaftung</li>
<li>dynamische City-Maut </li>
<li>intelligente Wasserwirtschaft</li>
<li>Hochwasserfrühwarnsystem  </li>
<li>autonom fliegende Drohnen zur Unterstützung der Feuerwehr im Dorf</li>
<li>Predictive Maintenance vs. vorbeugende Wartung</li>
<li>Stabilisierung des Energienetzes</li>
</ul>
<p>Wie sieht es mit systemischen Effekten (auch unerwünschten Nebeneffekten) aus, z.B. beim Smart Parking? Führt dies nicht letztlich zu mehr Verkehr?</p>
<p>Wie Skalieren die Smart Community Konzepte auf mehreren Ebenen — vom Dorf bis zur Großstadt wie Berlin —, aber auch innerhalb einer Stadt, vom Kiez/Viertel bis zur gesamten Stadt und dies sowohl technisch wie funktional und politisch?</p>
<p>Welche Formen der Datenvisualisierung und Dashboards gibt es für Verwaltung und politische Entscheidungsträger?</p>
<p>In den letzten Jahren wird häufig von digitalen Zwillingen gesprochen. Was ist das und wird das im Smast City Umfeld genutzt? Wie ist das Wechselspiel zwischen digitaler und realer Welt abgebildet?</p>
<p>Wie geht man einen solchen digitalen Transformationsprozess am besten an? Top Down? Bottom Up? Middle In? Unterschiedliche Zielkonflikte können drohen, vom Überdesign, das die Menschen am Weg verliert, bis zum Gegenteil, digitalen Silos und Insellösungen, die nicht miteinander kommunizieren, weil zu wenig strukturiert wurde.</p>
<p>Wie gehen wir mit den Daten um? Daten haben in einer digitalen Welt ökonomischen und politischen Wert, gleichzeitig bedroht Digitalisierung die Privatsphäre, lässt sich das unter einen Hut bringen oder bekommen wir Smart Big Brother statt Smart Community? Was ist das Once Only Principle, das in Estland zur Anwendung kommt?</p>
<p>Es gibt nicht nur erfolgreiche Projekte, die Stadt Toronto hat ein großes Smart City Projekt abgebrochen, was kann man daraus lernen?</p>
<p>Welche Abhängigkeiten gibt es bei Smart Community Projekten — ökonomisch, politisch, technisch — und führen diese zu einer höheren Fragilität der Gesellschaft oder gar zu höherer Resilienz? </p>
<p>Wie sieht es mit Smart Communities rund um die Welt aus, von Saudi Arabien bis Indien? Können diese Projekte Menschen helfen (etwa in Afrika) aus der Armut zu kommen?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/077-titus-gebel_freie_privatstaedte/'>Episode 77:</a> Freie Privatstädte, ein Gespräch mit Dr. Titus Gebel
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/070-future_farming_padraid_flood/'>Episode 70</a>: Future of Farming, a conversation with Padraic Flood
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/061-digitaler_humanismus-erich_prem/'>Episode 61:</a> Digitaler Humanismus, ein Gespräch mit Erich Prem
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/058-verwaltung_levesque/'>Episode 58:</a> Verwaltung und staatliche Strukturen — ein Gespräch mit Veronika Lévesque
</li>
<li>
Data Science und Machine Learning, Hype und Realität: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/053-data_science_lukas_lang-1/'>Episode 53</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/054-data_science_lukas_lang-2/'>Episode 54</a>
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/040-software_nachhaltigkeit_philipp_reisinger/'>Episode 40:</a> Software Nachhaltigkeit, ein Gespräch mit Philipp Reisinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/035-wartung/'>Episode 35:</a> Innovation oder: Alle Existenz ist Wartung?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/031-software-tom-konrad/'>Episode 31:</a> Software in der modernen Gesellschaft – Gespräch mit Tom Konrad
</li>
<li>
Offene Systeme: Gespräch mit Lukas Lang und Christoph Derndorfer: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/019-offene-systeme-teil-1/'>Episode 19</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/020-offene-systeme-teil-2-gesprach-mit-lukas-lang-und-christoph-derndorfer/'>Episode 20</a>
</li>
</ul>
<p>Ulrich Ahle</p>
<ul><li><a href='https://www.linkedin.com/in/ulrichahle'>Ulrich Ahle auf LinkedIn</a></li>
<li><a href='https://www.fiware.org/'>FiWare Foundation</a></li>
<li><a href='https://gaia-x.eu/'>Gaia-X</a></li>
<li><a href='https://www.etteln.de'>Gemeinde Etteln</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://onegiantleap.com'>LEAP Conference</a></li>
<li><a href='https://www.technologyreview.com/2022/06/29/1054005/toronto-kill-the-smart-city/'>Toronto wants to kill the smart city forever, MIT Technology Review (2022)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Mein heutiger Gast ist Ulrich Ahle, und diese Episode hat einen für mich sehr spannenden Hintergrund: Ich war zu Beginn des Jahres auf der LEAP-Konferenz in Riad, Saudi-Arabien, und das war ein in vielerlei Hinsicht äußerst eindrucksvolles Erlebnis. Eine der Reisen, wo fast alle meine Vorurteile auf den Prüfstand gestellt wurden.</p>
<p>Auf dieser Konferenz hat Ulrich einen Vortrag zu Smart Cities gehalten, und dieser Vortrag war einer der interessantesten, die ich auf dieser Konferenz gehört habe. Daher freut es mich besonders, dass sich Ulrich für ein Podcast-Gespräch zum Thema Smart Cities, oder besser: Smart Communities zur Verfügung gestellt hat.</p>
<p>Ulrich hat eine lange und erfolgreiche Karriere in der Fertigungsindustrie  und Industrie 4.0 hinter sich und gründet 2016 die FIWARE-Foundation, deren deren CEO er wird. In dieser Rolle hat Ulrich eine entscheidende Rolle beim Ausbau der FIWARE Foundation gespielt, die heute auf allen Kontinenten vertreten ist und mehr als 600 Mitglieder zählt. FIWare ist eine der führenden Lösungen für SmartCity/Community-Projekte, und noch dazu eine Open-Source. Warum das wichtig ist, werden wir im Gespräch diskutieren. Ulrich wird nun CEO von Gaia X, einer europäischen Initiative, deren Ziel es ist, , ein Ökosystem zu schaffen, in dem Daten gemeinsam genutzt und in einer vertrauenswürdigen Umgebung zur Verfügung gestellt werden. </p>
<p><em>Ich wünsche Ulrich bei dieser neuen und sehr wichtigen Herausforderung viel Erfolg. Wenn FIWare als Maßstab gelten darf, können wir von Gaia X in den nächsten Jahren viel erwarten!</em></p>
<p>In dieser Episode beginnen wir mit der Frage, was eine Stadt oder Gemeinde eigentlich »smart« macht? Ist der Begriff überhaupt sinnvoll? Der Begriff Smart Communities wird als Oberbegriff für Projekte in Städten aber auch ländliche Regionen verwendet. Dies ist im Gespräch auch insofern relevant, als Ulrich auch Ortsvorsteher der Gemeinde Etteln ist und in dieser Gemeinde ebenfalls zahlreiche Smart Community Projekte umgesetzt wurden und werden.</p>
<p>Wer sind primäre Gruppen, die von Smart Communities profitieren? Ist Industrie und Tourismus Teil der Smart City? Was ist mit Industrie 4.0? </p>
<p>Was ist der Unterschied zwischen Digitalisierung in der Verwaltung und Smart City?</p>
<p>Die führenden »digitalen Gesellschaften« in Europa sind Estland, Finnland, Malta, Niederlande, Spanien? Was passiert in diesen Nationen und was können wir davon lernen?</p>
<p>Beispiele für Smart City Anwendungen über die wir in der Episode sprechen sind:</p>
<ul><li>Parkraumbewirtschaftung</li>
<li>Beleuchtung</li>
<li>Müll-Management, Abfallbewirtschaftung</li>
<li>dynamische City-Maut </li>
<li>intelligente Wasserwirtschaft</li>
<li>Hochwasserfrühwarnsystem  </li>
<li>autonom fliegende Drohnen zur Unterstützung der Feuerwehr im Dorf</li>
<li>Predictive Maintenance vs. vorbeugende Wartung</li>
<li>Stabilisierung des Energienetzes</li>
</ul>
<p>Wie sieht es mit systemischen Effekten (auch unerwünschten Nebeneffekten) aus, z.B. beim Smart Parking? Führt dies nicht letztlich zu mehr Verkehr?</p>
<p>Wie Skalieren die Smart Community Konzepte auf mehreren Ebenen — vom Dorf bis zur Großstadt wie Berlin —, aber auch innerhalb einer Stadt, vom Kiez/Viertel bis zur gesamten Stadt und dies sowohl technisch wie funktional und politisch?</p>
<p>Welche Formen der Datenvisualisierung und Dashboards gibt es für Verwaltung und politische Entscheidungsträger?</p>
<p>In den letzten Jahren wird häufig von digitalen Zwillingen gesprochen. Was ist das und wird das im Smast City Umfeld genutzt? Wie ist das Wechselspiel zwischen digitaler und realer Welt abgebildet?</p>
<p>Wie geht man einen solchen digitalen Transformationsprozess am besten an? Top Down? Bottom Up? Middle In? Unterschiedliche Zielkonflikte können drohen, vom Überdesign, das die Menschen am Weg verliert, bis zum Gegenteil, digitalen Silos und Insellösungen, die nicht miteinander kommunizieren, weil zu wenig strukturiert wurde.</p>
<p>Wie gehen wir mit den Daten um? Daten haben in einer digitalen Welt ökonomischen und politischen Wert, gleichzeitig bedroht Digitalisierung die Privatsphäre, lässt sich das unter einen Hut bringen oder bekommen wir Smart Big Brother statt Smart Community? Was ist das <em>Once Only Principle</em>, das in Estland zur Anwendung kommt?</p>
<p>Es gibt nicht nur erfolgreiche Projekte, die Stadt Toronto hat ein großes Smart City Projekt abgebrochen, was kann man daraus lernen?</p>
<p>Welche Abhängigkeiten gibt es bei Smart Community Projekten — ökonomisch, politisch, technisch — und führen diese zu einer höheren Fragilität der Gesellschaft oder gar zu höherer Resilienz? </p>
<p>Wie sieht es mit Smart Communities rund um die Welt aus, von Saudi Arabien bis Indien? Können diese Projekte Menschen helfen (etwa in Afrika) aus der Armut zu kommen?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/077-titus-gebel_freie_privatstaedte/'>Episode 77:</a> Freie Privatstädte, ein Gespräch mit Dr. Titus Gebel
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/070-future_farming_padraid_flood/'>Episode 70</a>: Future of Farming, a conversation with Padraic Flood
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/061-digitaler_humanismus-erich_prem/'>Episode 61:</a> Digitaler Humanismus, ein Gespräch mit Erich Prem
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/058-verwaltung_levesque/'>Episode 58:</a> Verwaltung und staatliche Strukturen — ein Gespräch mit Veronika Lévesque
</li>
<li>
Data Science und Machine Learning, Hype und Realität: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/053-data_science_lukas_lang-1/'>Episode 53</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/054-data_science_lukas_lang-2/'>Episode 54</a>
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/040-software_nachhaltigkeit_philipp_reisinger/'>Episode 40:</a> Software Nachhaltigkeit, ein Gespräch mit Philipp Reisinger
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/035-wartung/'>Episode 35:</a> Innovation oder: Alle Existenz ist Wartung?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/031-software-tom-konrad/'>Episode 31:</a> Software in der modernen Gesellschaft – Gespräch mit Tom Konrad
</li>
<li>
Offene Systeme: Gespräch mit Lukas Lang und Christoph Derndorfer: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/019-offene-systeme-teil-1/'>Episode 19</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/020-offene-systeme-teil-2-gesprach-mit-lukas-lang-und-christoph-derndorfer/'>Episode 20</a>
</li>
</ul>
<p>Ulrich Ahle</p>
<ul><li><a href='https://www.linkedin.com/in/ulrichahle'>Ulrich Ahle auf LinkedIn</a></li>
<li><a href='https://www.fiware.org/'>FiWare Foundation</a></li>
<li><a href='https://gaia-x.eu/'>Gaia-X</a></li>
<li><a href='https://www.etteln.de'>Gemeinde Etteln</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://onegiantleap.com'>LEAP Conference</a></li>
<li><a href='https://www.technologyreview.com/2022/06/29/1054005/toronto-kill-the-smart-city/'>Toronto wants to kill the smart city forever, MIT Technology Review (2022)</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary>Mein heutiger Gast ist Ulrich Ahle, und diese Episode hat einen für mich sehr spannenden Hintergrund: Ich war zu Beginn des Jahres auf der LEAP-Konferenz in Riad, Saudi-Arabien, und das war ein in vielerlei Hinsicht äußerst eindrucksvolles Erlebnis. Eine der Reisen, wo fast alle meine Vorurteile auf den Prüfstand gestellt wurden.

Auf dieser Konferenz hat Ulrich einen Vortrag zu Smart Cities gehalten, und dieser Vortrag war einer der interessantesten, die ich auf dieser Konferenz gehört habe. Daher freut es mich besonders, dass sich Ulrich für ein Podcast-Gespräch zum Thema Smart Cities, oder besser: Smart Communities zur Verfügung gestellt hat.In dieser Episode beginnen wir mit der Frage, was eine Stadt oder Gemeinde eigentlich »smart« macht? Ist der Begriff überhaupt sinnvoll? Der Begriff Smart Communities wird als Oberbegriff für Projekte in Städten aber auch ländliche Regionen verwendet. Dies ist im Gespräch auch insofern relevant, als Ulrich auch Ortsvorsteher der Gemeinde Etteln ist und in dieser Gemeinde ebenfalls zahlreiche Smart Community Projekte umgesetzt wurden und werden.

Wer sind primäre Gruppen, die von Smart Communities profitieren? Ist Industrie und Tourismus Teil der Smart City? Was ist mit Industrie 4.0? 

Was ist der Unterschied zwischen Digitalisierung in der Verwaltung und Smart City?

Die führenden »digitalen Gesellschaften« in Europa sind Estland, Finnland, Malta, Niederlande, Spanien? Was passiert in diesen Nationen und was können wir davon lernen?

Beispiele für Smart City Anwendungen über die wir in der Episode sprechen sind:

Parkraumbewirtschaftung
Beleuchtung
Müll-Management, Abfallbewirtschaftung
dynamische City-Maut 
intelligente Wasserwirtschaft
Hochwasserfrühwarnsystem  
autonom fliegende Drohnen zur Unterstützung der Feuerwehr im Dorf
Predictive Maintenance vs. vorbeugende Wartung
Stabilisierung des Energienetzes
Wie sieht es mit systemischen Effekten (auch unerwünschten Nebeneffekten) aus, z.B. beim Smart Parking? Führt dies nicht letztlich zu mehr Verkehr?

Wie Skalieren die Smart Community Konzepte auf mehreren Ebenen — vom Dorf bis zur Großstadt wie Berlin —, aber auch innerhalb einer Stadt, vom Kiez/Viertel bis zur gesamten Stadt und dies sowohl technisch wie funktional und politisch?

Welche Formen der Datenvisualisierung und Dashboards gibt es für Verwaltung und politische Entscheidungsträger?

In den letzten Jahren wird häufig von digitalen Zwillingen gesprochen. Was ist das und wird das im Smast City Umfeld genutzt? Wie ist das Wechselspiel zwischen digitaler und realer Welt abgebildet?

Wie geht man einen solchen digitalen Transformationsprozess am besten an? Top Down? Bottom Up? Middle In? Unterschiedliche Zielkonflikte können drohen, vom Überdesign, das die Menschen am Weg verliert, bis zum Gegenteil, digitalen Silos und Insellösungen, die nicht miteinander kommunizieren, weil zu wenig strukturiert wurde.

Wie gehen wir mit den Daten um? Daten haben in einer digitalen Welt ökonomischen und politischen Wert, gleichzeitig bedroht Digitalisierung die Privatsphäre, lässt sich das unter einen Hut bringen oder bekommen wir Smart Big Brother statt Smart Community? Was ist das Once Only Principle, das in Estland zur Anwendung kommt?

Es gibt nicht nur erfolgreiche Projekte, die Stadt Toronto hat ein großes Smart City Projekt abgebrochen, was kann man daraus lernen?

Welche Abhängigkeiten gibt es bei Smart Community Projekten — ökonomisch, politisch, technisch — und führen diese zu einer höheren Fragilität der Gesellschaft oder gar zu höherer Resilienz? 

Wie sieht es mit Smart Communities rund um die Welt aus, von Saudi Arabien bis Indien? Können diese Projekte Menschen helfen (etwa in Afrika) aus der Armut zu kommen?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>081 — Energie und Ressourcen, ein Gespräch mit Dr. Lars Schernikau</title>
        <itunes:title>081 — Energie und Ressourcen, ein Gespräch mit Dr. Lars Schernikau</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/081-lars_schernikau-energie_ressourcen/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/081-lars_schernikau-energie_ressourcen/#comments</comments>        <pubDate>Fri, 13 Oct 2023 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Der Gast der heutigen Episode ist Dr. Lars Schernikau. Er ist Energieökonom und Rohstoffhändler und befasst sich seit vielen Jahren mit Energiethemen. Er veröffentlichte in diesem Jahr ein wichtiges Buch  mit dem Titel: Unbequeme Wahrheiten: über Strom und die Energie der Zukunft veröffentlicht.</p>
<p>Energie und Energiewende wurde in früheren Episoden schon thematisiert. In dieser Episode fokussieren wir uns neben Energiethemen auch auf die Frage der Abhängigkeit von Energie und Ressourcen, die unsere Gesellschaft am laufen halten.</p>
<p> </p>
<p></p>
<p>Was sind die vier Säulen der modernen Gesellschaft nach Vaclav Smil und wie stehen diese in Zusammenhang mit Energie? Werden wir in den nächsten Jahrzehnt weniger oder gar drastisch mehr Energie benötigen? Welchen Einfluss hat die Bevölkerungsentwicklung in unterschiedlichen Regionen und das Betreben der Ärmsten Menschen aus der Armut zu gelangen?</p>

<p>"Armut und Energie stehen in einem sehr engen Zusammenhang."</p>

<p>Das sehen wir am Beispiel des Haber-Bosch-Verfahrens, das moderne Landwirtschaft und auch die Grüne Revolution in den 1960er Jahren ermöglicht und Milliarden Menschen das Leben gerettet hat.</p>
<p>Wie viel Material entnehmen die Menschen jährlich der Erde und wofür? Wie hoch ist der Rohstoffeinsatz pro erzeugter Energieeinheit? </p>
<p>Wo steht sich die deutsche Energiewende aktuell, i.B. auch hinsichtlich der selbst-gesteckten Ziele? Welcher Energie- und Rohstoffeinsatz ist mit »erneuerbaren« Energien verbunden? Was ist der EROEI (Energy Returned on Energy Invested) und warum ist diese Maßzahl fundamental wichtig in der Beurteilung von Energieformen.</p>
<p>Die Geschichte der Menschheit kann als Energiegeschichte geschrieben werden. Der Wechsel zu stetig Energie-dichteren Energieträgern ermöglicht erst unseren Fortschritt:</p>
<ul><li>Römer: 2:1 (menschliche und tierische Arbeitskraft); Holz und Essens-Nachschub (EROEI) begrenzt Stadtgröße auf ca. 1 Mio Menschen. Schernikau: »Wir haben 5 von 7 Tagen damit verbracht uns am Leben zu erhalten.«</li>
<li>Kohle 15-30:1</li>
<li>Gas ähnlich wie Kohle</li>
<li>Kernkraft 70-90:1</li>
<li>Wind/Solar im einstelligen Bereich</li>
<li>Biomasse im geringen einstelligen Bereich</li>
</ul>
<p>Energiedichten unter 10:1 werden sehr kritisch für die moderne Gesellschaft! </p>
<p>Was ineffizient ist, ist auch eine teure (und meist nicht-ökologische) Form der Energieproduktion. Daher sind Wind und Solar teurer als alle anderen Energieformen (Kohle, Gas, Öl, Kernkraft, Wasserkraft) und sie werden umso teurer je mehr man davon zum Einsatz bringt. Die Energiekrise hat daher in Deutschland auch schon vor dem Ukraine-Krieg angefangen und wurde durch den Krieg nur verstärkt. </p>
<p>Commodities werden weltweit gehandelt. Wenn Deutschland aufgrund der gescheiterten Energiewende Gas (und Kohle) am Weltmarkt zu immer höheren Preisen kauft, können sich etwa Bangladesch und Pakistan diese Preise nicht mehr leisten. Was sind die Konsequenzen für diese Nationen?</p>

<p>»Wir nehmen den Entwicklungländern Jahre in ihrer Entwicklung weg wenn wir sie zwingen, auf ineffiziente Wind- und Solaranlagen für die Stromerzeugung umzusteigen. Hunderte Millionen Menschen bleiben dadurch länger arm.«</p>

<p>Dazu kommt eine geopolitische Perspektive: wo kommen die Ressourcen her und wo werden sie verarbeitet? Der Flächenbedarf, der mit Energieproduktion verbunden ist, gehört zu einer der wesentlichsten ökologischen Größen und ist natürlich durch die Energiedichte bestimmt.</p>
<p>Wie kann es sein, dass in den meisten Medien und von einigen einflussreichen Experten immer noch behauptet wird, Wind und Solar wären die billigsten Formen der Stromproduktion? Was ist der Unterschied zwischen Grenzkosten und Gesamtkosten einer Energieform? Warum ist das häufig zitierte LCOE-Maß (Levelised Cost of Electricity) irreführend? Relevant sind letztlich nur die Gesamtkosten. Was macht den Unterschied aus?</p>
<p>Gibt es eine Economy of Scale bei Wind und Solar? Gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen Produktion der Solarzellen/Windräder und der Produktion von Strom?</p>

<p>Schernikau: »Jede kWh die aus Solar und Wind kommt, hat einen geringeren Wert als die vorherige kWh.«</p>

<p>Aber Wasserstoff als Speicher wird dieses Problem lösen (wie schon vor ca. 25 Jahren versprochen), oder? Es stellt sich heraus, dass ca. 65-80 % der Energie über den Umweg des Wasserstoffes verloren gehen. Und das nach der Nutzung von bereits wenig effizienter Produktion. Hat das eine Zukunft?</p>

<p>Schernikau: »Wasserstoff zur Strom-Speicherung ist ein energieökonomisches Disaster.«</p>

<p>Warum macht es einen wesentlichen Unterschied ob man Energiedichte pro Volumen oder pro Gewicht rechnet?</p>
<p>Außerdem: Strom ist nicht gleich Energie, denn Strom macht nur einen Teil der Gesamtenergie aus, die wir als Menschheit für unser Leben benötigen. Was bedeutet dies für eine »Energiewende«?</p>
<p>Vom Prototypen zur wirkungsvollen Technologie vergehen in der Regel Jahrzehnte, sofern es sich überhaupt skalieren lässt. Was bedeutet diese Erkenntnis für die »Elektrifizierung« der Industrie? Fast 90 % der Gesamtenergie kommen weltweit aus Kohle, Gas, Öl und Kernkraft.</p>

<p>Schernikau: »Der Kohleverbrauch steigt trotz Energiewende weiter, weltweit.«</p>
<p>»fast 60% des Energiewachstums kamen im starken Wachstumsjahr 2021 (laut IEA) aus Kohle.«</p>

<p>Welche Rolle spielt Kernkraft in dieser Gemengelage? Es scheint einen politischen Richtungswechsel zu geben, etwa in Ontario Kanada, Polen, Frankreich, Schweden, Finnland, Japan, Südkorea, China und zahlreichen anderen Nationen.</p>

<p>Schernikau: »Energiepreiserhöhung kostet Menschenleben«</p>

<p>Spielt es überhaupt eine Rolle, was wir in Deutschland, Frankreich, Großbritannien machen, wenn in den nächsten Jahrzehnten Nationen mit Milliarden Menschen dramatisch mehr Energie benötigen werden als heute (China, Indien, Afrika, ...) und hunderte Millionen Menschen noch gar keinen Strom haben?</p>
<p>Während aber Deutschland Südafrika erklärt, wie man aus Kohle aussteigt, gibt es in Südafrika Blackouts und Deutschland importiert Kohle aus Südafrika:</p>
<p></p>
<p></p>

<p>Schernikau: »Deutschland könnte vielleicht von Südafrika lernen, wie man mit Stromabschaltungen umgeht.«</p>

<p>Wie können uns eine Menge wünschen, aber die Physik lässt sich durch Wünsche und Träume einfach nicht aus den Angeln heben.</p>

<p>»Ich bin optimistisch dahingehend, dass wir in den nächsten Jahren unsere Energiepolitik ändern werden und wieder auf den richtigen Weg bringen.«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/073-oekorealismus_peters/'>Episode 73:</a> Ökorealismus, ein Gespräch mit Björn Peters
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/070-future_farming_padraid_flood/'>Episode 70</a>: Future of Farming, a conversation with Padraic Flood
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/062-wirtschaft_umwelt_sinn/'>Episode 62:</a> Wirtschaft und Umwelt, ein Gespräch mit Prof. Hans-Werner Sinn
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/059-umwelt_wissenschaft-1/'>Episode 59:</a> Wissenschaft und Umwelt — Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/060-umwelt_wissenschaft-2/'>Episode 60:</a> Wissenschaft und Umwelt — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/046-activism_zion-lights/'>Episode 46:</a> Activism, a Conversation with Zion Lights
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/042-gesellschaftliche_verwundbarkeit_herbert_saurugg/'>Episode 42:</a> Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen: Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/036-energiewende-wendland/'>Episode 36:</a> Energiewende und Kernkraft, ein Gespräch mit Anna Veronika Wendland
</li>
</ul>
<p>Lars Schernikau</p>
<ul><li>Lars Schernikau auf <a href='https://twitter.com/lars_schernikau'>X/Twitter</a>, <a href='https://www.youtube.com/results?search_query=lars+schernikau'>YouTube</a>, <a href='https://www.linkedin.com/in/larsschernikau/'>LinkedIn</a>, <a href='https://www.instagram.com/lars_schernikau/'>Instagram</a></li>
<li><a href='https://unpopular-truth.com/larsschernikau/'>Lars Schernikau auf Unpopular Truth</a></li>
<li><a href='https://unpopular-truth.com'>Lars Schernikau, The Unpopular Truth about Electricity and the Future of Energy: Website</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/45t23Bo'>Lars Schernikau, William Hayden Smith, Unbequeme Wahrheiten: über Strom und die Energie der Zukunft (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=NiHrCjqP4KQ'>Tom Nelson, Lars Schernikau: “The Unpopular Truth..about Electricity &amp; Future of Energy”</a></li>
<li><a href='https://papers.ssrn.com/sol3/cf_dev/AbsByAuth.cfm?per_id=4356382'>Auswahl wissenschaftlicher Artikel</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/48OdRRQ'>Vaclav Smil, Wie die Welt wirklich funktioniert: Die fossilen Grundlagen unserer Zivilisation und die Zukunft der Menschheit, C.H.Beck (2023)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3rO5KDS'>Vaclav Smil, Innovationen und Erfindungen: Eine kurze Geschichte des Hypes und des Scheiterns, FinanzBuch Verlag (2023)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3PRos5P'>Tim Morgan, Life after Growth, Harriman House (2013)</a></li>
<li><a href='https://robertbryce.substack.com/p/the-power-of-power-density'>Robert Bryce, The Power Of Power Density</a></li>
<li><a href='https://www.economist.com/graphic-detail/2023/05/10/expensive-energy-may-have-killed-more-europeans-than-covid-19-last-winter'>Expensive energy may have killed more Europeans than covid-19 last winter, Economist May 10th 2023</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Der Gast der heutigen Episode ist Dr. Lars Schernikau. Er ist Energieökonom und Rohstoffhändler und befasst sich seit vielen Jahren mit Energiethemen. Er veröffentlichte in diesem Jahr ein wichtiges Buch  mit dem Titel: Unbequeme Wahrheiten: über Strom und die Energie der Zukunft veröffentlicht.</p>
<p>Energie und Energiewende wurde in früheren Episoden schon thematisiert. In dieser Episode fokussieren wir uns neben Energiethemen auch auf die Frage der Abhängigkeit von Energie und Ressourcen, die unsere Gesellschaft am laufen halten.</p>
<p> </p>
<p></p>
<p>Was sind die vier Säulen der modernen Gesellschaft nach Vaclav Smil und wie stehen diese in Zusammenhang mit Energie? Werden wir in den nächsten Jahrzehnt weniger oder gar drastisch mehr Energie benötigen? Welchen Einfluss hat die Bevölkerungsentwicklung in unterschiedlichen Regionen und das Betreben der Ärmsten Menschen aus der Armut zu gelangen?</p>

<p>"Armut und Energie stehen in einem sehr engen Zusammenhang."</p>

<p>Das sehen wir am Beispiel des Haber-Bosch-Verfahrens, das moderne Landwirtschaft und auch die Grüne Revolution in den 1960er Jahren ermöglicht und Milliarden Menschen das Leben gerettet hat.</p>
<p>Wie viel Material entnehmen die Menschen jährlich der Erde und wofür? Wie hoch ist der Rohstoffeinsatz pro erzeugter Energieeinheit? </p>
<p>Wo steht sich die deutsche Energiewende aktuell, i.B. auch hinsichtlich der selbst-gesteckten Ziele? Welcher Energie- und Rohstoffeinsatz ist mit »erneuerbaren« Energien verbunden? Was ist der EROEI (Energy Returned on Energy Invested) und warum ist diese Maßzahl fundamental wichtig in der Beurteilung von Energieformen.</p>
<p>Die Geschichte der Menschheit kann als Energiegeschichte geschrieben werden. Der Wechsel zu stetig Energie-dichteren Energieträgern ermöglicht erst unseren Fortschritt:</p>
<ul><li>Römer: 2:1 (menschliche und tierische Arbeitskraft); Holz und Essens-Nachschub (EROEI) begrenzt Stadtgröße auf ca. 1 Mio Menschen. Schernikau: <em>»Wir haben 5 von 7 Tagen damit verbracht uns am Leben zu erhalten.«</em></li>
<li>Kohle 15-30:1</li>
<li>Gas ähnlich wie Kohle</li>
<li>Kernkraft 70-90:1</li>
<li>Wind/Solar im einstelligen Bereich</li>
<li>Biomasse im geringen einstelligen Bereich</li>
</ul>
<p>Energiedichten unter 10:1 werden sehr kritisch für die moderne Gesellschaft! </p>
<p>Was ineffizient ist, ist auch eine teure (und meist nicht-ökologische) Form der Energieproduktion. Daher sind Wind und Solar teurer als alle anderen Energieformen (Kohle, Gas, Öl, Kernkraft, Wasserkraft) und sie werden umso teurer je mehr man davon zum Einsatz bringt. Die Energiekrise hat daher in Deutschland auch schon vor dem Ukraine-Krieg angefangen und wurde durch den Krieg nur verstärkt. </p>
<p>Commodities werden weltweit gehandelt. Wenn Deutschland aufgrund der gescheiterten Energiewende Gas (und Kohle) am Weltmarkt zu immer höheren Preisen kauft, können sich etwa Bangladesch und Pakistan diese Preise nicht mehr leisten. Was sind die Konsequenzen für diese Nationen?</p>

<p>»Wir nehmen den Entwicklungländern Jahre in ihrer Entwicklung weg wenn wir sie zwingen, auf ineffiziente Wind- und Solaranlagen für die Stromerzeugung umzusteigen. Hunderte Millionen Menschen bleiben dadurch länger arm.«</p>

<p>Dazu kommt eine geopolitische Perspektive: wo kommen die Ressourcen her und wo werden sie verarbeitet? Der Flächenbedarf, der mit Energieproduktion verbunden ist, gehört zu einer der wesentlichsten ökologischen Größen und ist natürlich durch die Energiedichte bestimmt.</p>
<p>Wie kann es sein, dass in den meisten Medien und von einigen einflussreichen <em>Experten</em> immer noch behauptet wird, Wind und Solar wären die billigsten Formen der Stromproduktion? Was ist der Unterschied zwischen Grenzkosten und Gesamtkosten einer Energieform? Warum ist das häufig zitierte LCOE-Maß (Levelised Cost of Electricity) irreführend? Relevant sind letztlich nur die Gesamtkosten. Was macht den Unterschied aus?</p>
<p>Gibt es eine Economy of Scale bei Wind und Solar? Gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen Produktion der Solarzellen/Windräder und der Produktion von Strom?</p>

<p>Schernikau: »Jede kWh die aus Solar und Wind kommt, hat einen geringeren Wert als die vorherige kWh.«</p>

<p>Aber Wasserstoff als Speicher wird dieses Problem lösen (wie schon vor ca. 25 Jahren versprochen), oder? Es stellt sich heraus, dass ca. 65-80 % der Energie über den Umweg des Wasserstoffes verloren gehen. Und das nach der Nutzung von bereits wenig effizienter Produktion. Hat das eine Zukunft?</p>

<p>Schernikau: »Wasserstoff zur Strom-Speicherung ist ein energieökonomisches Disaster.«</p>

<p>Warum macht es einen wesentlichen Unterschied ob man Energiedichte pro Volumen oder pro Gewicht rechnet?</p>
<p>Außerdem: Strom ist nicht gleich Energie, denn Strom macht nur einen Teil der Gesamtenergie aus, die wir als Menschheit für unser Leben benötigen. Was bedeutet dies für eine »Energiewende«?</p>
<p>Vom Prototypen zur wirkungsvollen Technologie vergehen in der Regel Jahrzehnte, sofern es sich überhaupt skalieren lässt. Was bedeutet diese Erkenntnis für die »Elektrifizierung« der Industrie? Fast 90 % der Gesamtenergie kommen weltweit aus Kohle, Gas, Öl und Kernkraft.</p>

<p>Schernikau: »Der Kohleverbrauch steigt trotz Energiewende weiter, weltweit.«</p>
<p>»fast 60% des Energiewachstums kamen im starken Wachstumsjahr 2021 (laut IEA) aus Kohle.«</p>

<p>Welche Rolle spielt Kernkraft in dieser Gemengelage? Es scheint einen politischen Richtungswechsel zu geben, etwa in Ontario Kanada, Polen, Frankreich, Schweden, Finnland, Japan, Südkorea, China und zahlreichen anderen Nationen.</p>

<p>Schernikau: »Energiepreiserhöhung kostet Menschenleben«</p>

<p>Spielt es überhaupt eine Rolle, was wir in Deutschland, Frankreich, Großbritannien machen, wenn in den nächsten Jahrzehnten Nationen mit Milliarden Menschen dramatisch mehr Energie benötigen werden als heute (China, Indien, Afrika, ...) und hunderte Millionen Menschen noch gar keinen Strom haben?</p>
<p>Während aber Deutschland Südafrika erklärt, wie man aus Kohle aussteigt, gibt es in Südafrika Blackouts und Deutschland importiert Kohle aus Südafrika:</p>
<p></p>
<p></p>

<p>Schernikau: »Deutschland könnte vielleicht von Südafrika lernen, wie man mit Stromabschaltungen umgeht.«</p>

<p>Wie können uns eine Menge wünschen, aber die Physik lässt sich durch Wünsche und Träume einfach nicht aus den Angeln heben.</p>

<p>»Ich bin optimistisch dahingehend, dass wir in den nächsten Jahren unsere Energiepolitik ändern werden und wieder auf den richtigen Weg bringen.«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/073-oekorealismus_peters/'>Episode 73:</a> Ökorealismus, ein Gespräch mit Björn Peters
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/070-future_farming_padraid_flood/'>Episode 70</a>: Future of Farming, a conversation with Padraic Flood
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/062-wirtschaft_umwelt_sinn/'>Episode 62:</a> Wirtschaft und Umwelt, ein Gespräch mit Prof. Hans-Werner Sinn
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/059-umwelt_wissenschaft-1/'>Episode 59:</a> Wissenschaft und Umwelt — Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/060-umwelt_wissenschaft-2/'>Episode 60:</a> Wissenschaft und Umwelt — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/046-activism_zion-lights/'>Episode 46:</a> Activism, a Conversation with Zion Lights
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/042-gesellschaftliche_verwundbarkeit_herbert_saurugg/'>Episode 42:</a> Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen: Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/036-energiewende-wendland/'>Episode 36:</a> Energiewende und Kernkraft, ein Gespräch mit Anna Veronika Wendland
</li>
</ul>
<p>Lars Schernikau</p>
<ul><li>Lars Schernikau auf <a href='https://twitter.com/lars_schernikau'>X/Twitter</a>, <a href='https://www.youtube.com/results?search_query=lars+schernikau'>YouTube</a>, <a href='https://www.linkedin.com/in/larsschernikau/'>LinkedIn</a>, <a href='https://www.instagram.com/lars_schernikau/'>Instagram</a></li>
<li><a href='https://unpopular-truth.com/larsschernikau/'>Lars Schernikau auf Unpopular Truth</a></li>
<li><a href='https://unpopular-truth.com'>Lars Schernikau, The Unpopular Truth about Electricity and the Future of Energy: Website</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/45t23Bo'>Lars Schernikau, William Hayden Smith, Unbequeme Wahrheiten: über Strom und die Energie der Zukunft (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=NiHrCjqP4KQ'>Tom Nelson, Lars Schernikau: “The Unpopular Truth..about Electricity &amp; Future of Energy”</a></li>
<li><a href='https://papers.ssrn.com/sol3/cf_dev/AbsByAuth.cfm?per_id=4356382'>Auswahl wissenschaftlicher Artikel</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/48OdRRQ'>Vaclav Smil, Wie die Welt wirklich funktioniert: Die fossilen Grundlagen unserer Zivilisation und die Zukunft der Menschheit, C.H.Beck (2023)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3rO5KDS'>Vaclav Smil, Innovationen und Erfindungen: Eine kurze Geschichte des Hypes und des Scheiterns, FinanzBuch Verlag (2023)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3PRos5P'>Tim Morgan, Life after Growth, Harriman House (2013)</a></li>
<li><a href='https://robertbryce.substack.com/p/the-power-of-power-density'>Robert Bryce, The Power Of Power Density</a></li>
<li><a href='https://www.economist.com/graphic-detail/2023/05/10/expensive-energy-may-have-killed-more-europeans-than-covid-19-last-winter'>Expensive energy may have killed more Europeans than covid-19 last winter, Economist May 10th 2023</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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Energie und Energiewende wurde in früheren Episoden schon thematisiert. In dieser Episode fokussieren wir uns neben Energiethemen auch auf die Frage der Abhängigkeit von Energie und Ressourcen, die unsere Gesellschaft am laufen halten.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>080 — Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion</title>
        <itunes:title>080 — Wissen, Expertise und Prognose, eine Reflexion</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/080-wissen_expertise_prognose/#comments</comments>        <pubDate>Tue, 26 Sep 2023 22:12:11 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Ich denke seit ein paar Wochen über die Begriffe »Expertise« und »Wissen« nach. Wie stehen diese zueinander und in Bezug zu Prognostik. Dazu irritiert die übliche oder alltägliche Verwendung der Begriff »Expertise« beziehungsweise »Experte«. Regelmäßig werden in Medien Experten präsentiert oder von Politikern auf Experten verwiesen, die die Welt erklären und Prognosen komplexer Systeme mit großem Selbstvertrauen darlegen. Wenn dann aber regelmäßig von Experten oder Institutionen schwere Fehler in der Einschätzung gemacht werden, dann hat das negative Effekte für alle Menschen, für unser Vertrauen in Politik und in wesentliche Institutionen.</p>
<p>Was ist die Aussage eines Experten wert?</p>
<p>Was ist von Prognosen zu halten?</p>
<p>Zum Einstieg werden einige Beispiele schwerwiegender Fehleinschätzungen von Experten über die Jahrzehnte diskutiert, und was noch schlimmer ist, Fehleinschätzungen aus denen offenbar systemisch nichts gelernt wurde:</p>
<ul><li>Es ist unmöglich die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren (Paul Ehrlich, 1960er Jahre)</li>
<li>Bevölkerungsexplosion oder -implosion (1960er Jahre bis heute)?</li>
<li>Peak Oil (1980er bis 2000er Jahre)</li>
<li>Eiszeit oder kochender Planet?</li>
<li>Versagen der deutschen Energiewende</li>
<li>Prognosen über den Ukraine Krieg</li>
<li>Verschiedenste Wirtschaftsprognosen</li>
</ul>
<p></p>

<p>»Voraussagen der Euro-Dollar-Wechselkurse sind wertlos. Jedes Jahr im Dezember sagen internationale Banken die Wechselkurse für das Ende des folgenden Jahres vorher. Meistens liegt der tatsächliche Kurs außerhalb des gesamten Prognosebereichs.«, Gerd Gigerenzer</p>

<p>Sind das alles nur Anekdoten, oder wurde die Qualität von Expertenprognosen systematisch untersucht?</p>

<p> »Der Durchschnittsexperte hatte bei vielen der von mir gestellten politischen und wirtschaftlichen Fragen kaum besser abgeschnitten als hätte er geraten […] «</p>
<p> »je berühmter ein Experte war umso schlechter war die Leistung«, Phil Tetlock</p>

<p>Mit anderen Worten: je öfter sie den »Experten« im Fernsehen sehen, desto schlechter sind wahrscheinlich seine Prognosen.</p>
<p>Was ist nun tatsächlich Expertise? Was ist Wissen? Versuchen wir eine Definition:</p>

<p>»Expertise ist die Fähigkeit, Veränderungen in der Welt konsistent vorauszusagen oder herbeizuführen.«</p>

<p>Schon in der Antike gab es unterschiedliche Begriffe für verschiedene Formen des Wissens:</p>
<ul><li>episteme (gr) oder scientia (lat) für Wissen um seines selbst Willen sowie</li>
<li>techne (gr) oder ars (lat) für angewandtes Wissen; vielleicht vergleichbar damit, was ich Expertise nenne.</li>
</ul>
<p>Gibt es Kompetenz, Expertise ohne Tun? Welche Beispiele für Bereiche gibt es, in denen man von Expertise sprechen kann, welche, in denen keine Expertise in diesem Sinne möglich ist? Gibt es Expertise an der Universität?</p>
<p>Dazu kommt die Frage des Vertrauens, wie in der letzten Episode betont wurde:</p>

<p>»Vertrauen ist ein sozialer Prozess, und Expertise ist sozial bestimmt. [...] Du musst der Wissenschaft folgen heißt, du musst mit meinen Werturteilen übereinstimmen.[...] Eine Entscheidung kann niemals wissenschaftlich fundiert sein. […] «</p>
<p>»Letztendlich ist die Definition eines Experten die eines Menschen, dessen Urteile man bereit ist, als das eigenen zu akzeptieren«</p>

<p>Was fangen wir nun mit diesem Befund an? Was tun? Eine Zusammenfassung in vier Punkten:</p>
<p>(1) Sind wir im Zeitalter der Post-Expertise angelangt?</p>

<p>»In den meisten Teilen der Gesellschaft wird man ermutigt, sich auf Experten zu verlassen — wir alle tun das mehr als wir sollten«, Noam Chomsky</p>

<p>(2) Das Tun nicht vergessen — Expertise lässt sich nicht virtualisieren</p>

<p>»Ich glaube nicht, dass man ein guter Erfinder sein kann, wenn man nicht weiß, wie das Zeug gebaut wird, dass man designed«, Walter Isaacson über Elon Musk</p>

<p>(3) Mit Unsicherheit leben lernen — die Herausforderung unserer Zeit</p>

<p>»Die Menschen neigen dazu, Unsicherheit verstörend zu empfinden.«, Phil Tetlock</p>

<p>(4) Evolution, oder: meine Arbeits-These zum Fortschritt </p>

<p>»Seed — Select — Amplify«</p>

<p>Diese Episode ist eine Reflexion und ich freue mich wieder besonders über kritisches Feedback!</p>

<p>»Dumme Menschen können Probleme verursachen, aber es braucht häufig geniale Menschen um eine wirkliche Katastrophe auszulösen«, Thomas Sowell</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/013-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen/'>Episode 13:</a> (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/014-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen-teil-2/'>Episode 14:</a> (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/036-energiewende-wendland/'>Episode 36:</a> Energiewende und Kernkraft, ein Gespräch mit Anna Veronika Wendland
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/042-gesellschaftliche_verwundbarkeit_herbert_saurugg/'>Episode 42:</a> Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen: Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/059-umwelt_wissenschaft-1/'>Episode 59:</a> Wissenschaft und Umwelt — Teil 1</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/060-umwelt_wissenschaft-2/'>Episode 60:</a> Wissenschaft und Umwelt — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/062-wirtschaft_umwelt_sinn/'>Episode 62:</a> Wirtschaft und Umwelt, ein Gespräch mit Prof. Hans-Werner Sinn
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/073-oekorealismus_peters/'>Episode 73:</a> Ökorealismus, ein Gespräch mit Björn Peters
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=NQSBn50o_8M&amp;t=32s'>Leonard Nimoy, Ice Age 1979</a></li>
<li>Vorsicht, wer die Konjunktur prophezeit, Der Standard (8.2.2020)</li>
<li><a href='https://www.spectator.co.uk/article/inflation-10.1-cost-of-living/'>Spectator Inflation Prediction (17.8.2022)</a></li>
<li>
<a href='https://unherd.com/2020/10/how-the-experts-messed-up-on-covid/'>Stuart Ritchie, Michael Story, How the experts messed up on Covid, UnHerd (2020)</a>
</li>
<li><a href='https://amzn.to/3ZC2Tuc'>Gerd Gigerenzer, Risiko – Wie man die richtigen Entscheidungen trifft, Pantheon (2020)</a></li>
<li>Karl Popper, The Myth of the Framework</li>
<li><a href='https://amzn.to/452h11b'>Daniel Yankelovich, Wicked Problems, Workable Solutions, Rowman &amp; Littlefield (2014)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=YDjOS0VHEr4&amp;t=4572s'>Neil Gershenfield, Lex Fridman #380</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=aGOV5R7M1Js'>Walter Isaacson, Lex Fridman #395</a></li>
<li><a href='https://medium.com/incerto/what-do-i-mean-by-skin-in-the-game-my-own-version-cc858dc73260'>Nassim Taleb, What do I mean by Skin in the Game? My Own Version, Medium (2018)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=aScr8O6Xhd0'>Scott Adams, Prediction and Forecast</a></li>
<li><a href='https://youtu.be/pn2gda_phAA?si=0ddtryzoxwjXwMoN'>Thomas Sowell on “Social Justice Fallacies”, Uncommon Knowledge (2023)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Ich denke seit ein paar Wochen über die Begriffe »Expertise« und »Wissen« nach. Wie stehen diese zueinander und in Bezug zu Prognostik. Dazu irritiert die übliche oder alltägliche Verwendung der Begriff »Expertise« beziehungsweise »Experte«. Regelmäßig werden in Medien Experten präsentiert oder von Politikern auf Experten verwiesen, die die Welt erklären und Prognosen komplexer Systeme mit großem Selbstvertrauen darlegen. Wenn dann aber regelmäßig von Experten oder Institutionen schwere Fehler in der Einschätzung gemacht werden, dann hat das negative Effekte für alle Menschen, für unser Vertrauen in Politik und in wesentliche Institutionen.</p>
<p>Was ist die Aussage eines Experten wert?</p>
<p>Was ist von Prognosen zu halten?</p>
<p>Zum Einstieg werden einige Beispiele schwerwiegender Fehleinschätzungen von Experten über die Jahrzehnte diskutiert, und was noch schlimmer ist, Fehleinschätzungen aus denen offenbar systemisch nichts gelernt wurde:</p>
<ul><li>Es ist unmöglich die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren (Paul Ehrlich, 1960er Jahre)</li>
<li>Bevölkerungsexplosion oder -implosion (1960er Jahre bis heute)?</li>
<li>Peak Oil (1980er bis 2000er Jahre)</li>
<li>Eiszeit oder kochender Planet?</li>
<li>Versagen der deutschen Energiewende</li>
<li>Prognosen über den Ukraine Krieg</li>
<li>Verschiedenste Wirtschaftsprognosen</li>
</ul>
<p></p>

<p>»Voraussagen der Euro-Dollar-Wechselkurse sind wertlos. Jedes Jahr im Dezember sagen internationale Banken die Wechselkurse für das Ende des folgenden Jahres vorher. Meistens liegt der tatsächliche Kurs außerhalb des gesamten Prognosebereichs.«, Gerd Gigerenzer</p>

<p>Sind das alles nur Anekdoten, oder wurde die Qualität von Expertenprognosen systematisch untersucht?</p>

<p> »Der Durchschnittsexperte hatte bei vielen der von mir gestellten politischen und wirtschaftlichen Fragen kaum besser abgeschnitten als hätte er geraten […] «</p>
<p> »je berühmter ein Experte war umso schlechter war die Leistung«, Phil Tetlock</p>

<p>Mit anderen Worten: je öfter sie den »Experten« im Fernsehen sehen, desto schlechter sind wahrscheinlich seine Prognosen.</p>
<p>Was ist nun tatsächlich Expertise? Was ist Wissen? Versuchen wir eine Definition:</p>

<p>»Expertise ist die Fähigkeit, Veränderungen in der Welt konsistent vorauszusagen oder herbeizuführen.«</p>

<p>Schon in der Antike gab es unterschiedliche Begriffe für verschiedene Formen des Wissens:</p>
<ul><li>episteme (gr) oder scientia (lat) für Wissen um seines selbst Willen sowie</li>
<li>techne (gr) oder ars (lat) für angewandtes Wissen; vielleicht vergleichbar damit, was ich Expertise nenne.</li>
</ul>
<p>Gibt es Kompetenz, Expertise ohne Tun? Welche Beispiele für Bereiche gibt es, in denen man von Expertise sprechen kann, welche, in denen keine Expertise in diesem Sinne möglich ist? Gibt es Expertise an der Universität?</p>
<p>Dazu kommt die Frage des Vertrauens, wie in der letzten Episode betont wurde:</p>

<p>»Vertrauen ist ein sozialer Prozess, und Expertise ist sozial bestimmt. [...] Du musst der Wissenschaft folgen heißt, du musst mit meinen Werturteilen übereinstimmen.[...] Eine Entscheidung kann niemals wissenschaftlich fundiert sein. […] «</p>
<p>»Letztendlich ist die Definition eines Experten die eines Menschen, dessen Urteile man bereit ist, als das eigenen zu akzeptieren«</p>

<p>Was fangen wir nun mit diesem Befund an? Was tun? Eine Zusammenfassung in vier Punkten:</p>
<p>(1) Sind wir im Zeitalter der Post-Expertise angelangt?</p>

<p>»In den meisten Teilen der Gesellschaft wird man ermutigt, sich auf Experten zu verlassen — wir alle tun das mehr als wir sollten«, Noam Chomsky</p>

<p>(2) Das Tun nicht vergessen — Expertise lässt sich nicht virtualisieren</p>

<p>»Ich glaube nicht, dass man ein guter Erfinder sein kann, wenn man nicht weiß, wie das Zeug gebaut wird, dass man designed«, Walter Isaacson über Elon Musk</p>

<p>(3) Mit Unsicherheit leben lernen — die Herausforderung unserer Zeit</p>

<p>»Die Menschen neigen dazu, Unsicherheit verstörend zu empfinden.«, Phil Tetlock</p>

<p>(4) Evolution, oder: meine Arbeits-These zum Fortschritt </p>

<p>»Seed — Select — Amplify«</p>

<p>Diese Episode ist eine Reflexion und ich freue mich wieder besonders über kritisches Feedback!</p>

<p>»Dumme Menschen können Probleme verursachen, aber es braucht häufig geniale Menschen um eine wirkliche Katastrophe auszulösen«, Thomas Sowell</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/092-wissen_expertise_2/'>Episode 92:</a> Wissen und Expertise Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/013-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen/'>Episode 13:</a> (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/014-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen-teil-2/'>Episode 14:</a> (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/036-energiewende-wendland/'>Episode 36:</a> Energiewende und Kernkraft, ein Gespräch mit Anna Veronika Wendland
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/042-gesellschaftliche_verwundbarkeit_herbert_saurugg/'>Episode 42:</a> Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen: Gespräch mit Herbert Saurugg
</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/059-umwelt_wissenschaft-1/'>Episode 59:</a> Wissenschaft und Umwelt — Teil 1</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/060-umwelt_wissenschaft-2/'>Episode 60:</a> Wissenschaft und Umwelt — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/062-wirtschaft_umwelt_sinn/'>Episode 62:</a> Wirtschaft und Umwelt, ein Gespräch mit Prof. Hans-Werner Sinn
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/073-oekorealismus_peters/'>Episode 73:</a> Ökorealismus, ein Gespräch mit Björn Peters
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=NQSBn50o_8M&amp;t=32s'>Leonard Nimoy, Ice Age 1979</a></li>
<li>Vorsicht, wer die Konjunktur prophezeit, Der Standard (8.2.2020)</li>
<li><a href='https://www.spectator.co.uk/article/inflation-10.1-cost-of-living/'>Spectator Inflation Prediction (17.8.2022)</a></li>
<li>
<a href='https://unherd.com/2020/10/how-the-experts-messed-up-on-covid/'>Stuart Ritchie, Michael Story, How the experts messed up on Covid, UnHerd (2020)</a>
</li>
<li><a href='https://amzn.to/3ZC2Tuc'>Gerd Gigerenzer, Risiko – Wie man die richtigen Entscheidungen trifft, Pantheon (2020)</a></li>
<li>Karl Popper, The Myth of the Framework</li>
<li><a href='https://amzn.to/452h11b'>Daniel Yankelovich, Wicked Problems, Workable Solutions, Rowman &amp; Littlefield (2014)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=YDjOS0VHEr4&amp;t=4572s'>Neil Gershenfield, Lex Fridman #380</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=aGOV5R7M1Js'>Walter Isaacson, Lex Fridman #395</a></li>
<li><a href='https://medium.com/incerto/what-do-i-mean-by-skin-in-the-game-my-own-version-cc858dc73260'>Nassim Taleb, What do I mean by Skin in the Game? My Own Version, Medium (2018)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=aScr8O6Xhd0'>Scott Adams, Prediction and Forecast</a></li>
<li><a href='https://youtu.be/pn2gda_phAA?si=0ddtryzoxwjXwMoN'>Thomas Sowell on “Social Justice Fallacies”, Uncommon Knowledge (2023)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Ich denke seit ein paar Wochen über die Begriffe »Expertise« und »Wissen« nach. Wie stehen diese zueinander und in Bezug zu Prognostik. Dazu irritiert die übliche oder alltägliche Verwendung der Begriff »Expertise« beziehungsweise »Experte«. Regelmäßig werden in Medien Experten präsentiert oder von Politikern auf Experten verwiesen, die die Welt erklären und Prognosen komplexer Systeme mit großem Selbstvertrauen darlegen. Wenn dann aber regelmäßig von Experten oder Institutionen schwere Fehler in der Einschätzung gemacht werden, dann hat das negative Effekte für alle Menschen, für unser Vertrauen in Politik und in wesentliche Institutionen.

Was ist die Aussage eines Experten wert?

Was ist von Prognosen zu halten?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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    <item>
        <title>079 — Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson</title>
        <itunes:title>079 — Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/079-erica_thompson_model_land/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/079-erica_thompson_model_land/#comments</comments>        <pubDate>Tue, 12 Sep 2023 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Todays guest is Dr. Erica Thompson who wrote the excellent book "Escape from Model Land", which I strongly recommend for reading.</p>
<p>Dr. Thompson is Associate Professor of Modelling for Decision Making at UCL’s Department of Science, Technology, Engineering and Public Policy. She is also a Fellow of the London Mathematical Laboratory, where she leads the research programme on Inference from Models, and a Visiting Senior Fellow at the LSE Data Science Institute.</p>
<p>She is working on the appropriate application of mathematical modelling in supporting real-world decisions, including ethical and methodological questions. For instance, what is the best use of models in climate change, public health and economics. </p>
<p>Making and using models in the real world is — as it turns out — quite a tricky business and in our conversation we go deep into the question: what constitutes model land and how can we escape model land to achieve good results for our society from what we learned in model land.</p>
<p>I covered similar topics in other podcast episodes, because this question can be tackled from a number of different perspectives. </p>
<p>The first question I ask Dr. Thompson is the obvious one: What is model land?</p>

<p>“Nobody actually cares at all about what happens in your model. […] unless you make a claim that what happens within that model land has some relationship to what happens in the real world. So, how to transfer your judgement about the model to the judgement about the real world, is the key question?”</p>

<p>What does Steven Wolfram mean with irreducibility of nature? Why do we have to treat different types of models differently?</p>
<p>What is the difference between interpolation and extrapolation, and why is this crucially important? Many models of complex systems incorporate significant amounts of expert judgement, especially when models are extrapolating. How should we deal with such models?</p>

<p>“All of these decisions about model construction imply value judgements about what we think to be important.”</p>

<p>Value judgements per se are not the problem — but are they shared by the people affected by the model? How did you get to those judegements? Are the transparent enough? Do the decision makers know and agree with these judgements?</p>
<p>Under what conditions can we assess the reliability of a model? In which category do models that are discussed in public fall, for instance climate models? What are the butterfly and hawkmoth effect? What is the difference between data driven vs. “expert driven” models and what role does data quality play in practice?</p>
<p>Most models also are partial models. What is incorporated in a model? What is left out? What conclusions are we allowed to draw from complex models? Do they highly successful data driven models distort our expections in the more assumption driven ones?</p>

<p>“The model is then very much part of the story. It is not just a prediction engine.”</p>

<p>There are models that influence the world and the world feeds back opposed to models that “just” describe the world, and performative models that actually create the reality they describe and counter-performative models. Why is it important to distinguish among these different types? </p>

<p>“Those [counter-performative models] were not made with the aim to be accurate models and correctly predicting the future. They were made with the aim of showing what could happen if we didn't action which would then avoid these worst case scenarios.”</p>

<p>What is the difference between a (conditional or unconditional) prediction and a scenario?</p>
<p>Models are tools and cannot replace judgement. But did we use these tools accordingly? Or did models in the recent past (e.g. Covid) inflict more harm than good on our society?</p>

<p>“This is exactly what models are for—to serve as working hypotheses for further research.”, Ludwig von Bertalanffy</p>

<p>and</p>

<p>“Build a society that is resistant to model errors”, Nassim Taleb</p>

<p>Is this true?</p>
<p>Models as narrative generating devices and communication tools and collective thinking — do we want that? Under what conditions — like flatten the curve? And, how to avoid group think and be captured by models?</p>

<p>“Plans are worthless but planning is everything”, Dwight D. Eisenhower
“Kein Plan überlebt die erste Feindberührung”, Helmuth Graf von Moltke</p>

<p>So, there is a significant amount of expert judgement in building models, but do people know that and which expert do we trust?</p>

<p>“Trust is a social process and expertise is socially determined. […]
You must follow the science is saying you must agree with my value judgements.[…]</p>
<p>A decision can never be science based.”</p>

<p>Thus, science is never value free.</p>
<p>Finally we talk about regulation in complex systems and how those relate to models, the long and short term perspectives and what skin in the game means. Is Niall Ferguson right when he says:</p>

<p> “Surely, once we have written a regulation for every possible misdeed, then good behaviour will ensue. This is just an amazing illustration of our ability as  human beeings to keep doing the wrong thing in the face of all experience. […] the big players are actually protected by complex regulation. […] </p>
<p>Regulation is the disease of which it pretends to be the cure.”</p>

<p>Then, how should we regulate complex systems? Should every politician be a scientist in the Platonic sense?</p>

<p>»Ultimately the definition of an expert is somebody who's judegements you are willing to accept as your own.«</p>

<p>References</p>
<p>Other Episodes</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/068-modelle_andreas_windisch/'>Episode 68:</a> Modelle und Realität, ein Gespräch mit Dr. Andreas Windisch
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/067-wissenschaft_hype-stephan_schleim/'>Episode 67:</a> Wissenschaft, Hype und Realität — ein Gespräch mit Stephan Schleim
</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/053-data_science_lukas_lang-1/'>Episode 53:</a> Data Science und Machine Learning, Hype und Realität — Teil 1</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/054-data_science_lukas_lang-2/'>Episode 54:</a> Data Science und Machine Learning, Hype und Realität — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39:</a> Follow the Science?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/002-was_wissen_wir/'>Episode 2:</a> Was wissen wir?
</li>
</ul>
Dr. Erica Thompson
<ul><li><a href='https://www.ericathompson.co.uk'>Personal Website of Dr. Thompson</a></li>
<li><a href='https://www.ucl.ac.uk/steapp'>UCL’s Department of Science, Technology, Engineering and Public Policy</a></li>
<li><a href='https://lml.org.uk'>London Mathematical Laboratory</a></li>
<li><a href='https://www.lse.ac.uk/DSI'>LSE Data Science Institute</a></li>
</ul>
<p>Other References</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3Z5mnHE'>Erica Thompson, Escape from Model Land, Basic Books (2022)</a></li>
<li><a href='https://youtu.be/PdE-waSx-d8?si=0RdlpEDyycfA40h-'>Lex Fridman #376 in conversation with Steven Wolfram (2023)</a></li>
<li>Ludwig von Bertalanffy, General Systems Theory (1969)</li>
<li><a href='https://amzn.to/3Z4elyL'>Cathy O’Neil, Weapons of Math Destruction: How Big Data Increases Inequality and Threatens Democracy, Penguin (2017)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=o-Cl3i5tSPM'>Niall Ferguson on Regulation in conversation with John Anderson (2023)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Todays guest is Dr. Erica Thompson who wrote the excellent book "Escape from Model Land", which I strongly recommend for reading.</p>
<p>Dr. Thompson is <em>Associate Professor of Modelling for Decision Making</em> at <em>UCL’s Department of Science, Technology, Engineering and Public Policy</em>. She is also a <em>Fellow of the London Mathematical Laboratory</em>, where she leads the research programme on Inference from Models, and a <em>Visiting Senior Fellow at the LSE Data Science Institute</em>.</p>
<p>She is working on the appropriate application of mathematical modelling in supporting real-world decisions, including ethical and methodological questions. For instance, what is the best use of models in climate change, public health and economics. </p>
<p>Making and using models in the real world is — as it turns out — quite a tricky business and in our conversation we go deep into the question: what constitutes model land and how can we escape model land to achieve good results for our society from what we learned in model land.</p>
<p>I covered similar topics in other podcast episodes, because this question can be tackled from a number of different perspectives. </p>
<p>The first question I ask Dr. Thompson is the obvious one: What is model land?</p>

<p>“Nobody actually cares at all about what happens in your model. […] unless you make a claim that what happens within that model land has some relationship to what happens in the real world. So, how to transfer your judgement about the model to the judgement about the real world, is the key question?”</p>

<p>What does Steven Wolfram mean with irreducibility of nature? Why do we have to treat different types of models differently?</p>
<p>What is the difference between interpolation and extrapolation, and why is this crucially important? Many models of complex systems incorporate significant amounts of expert judgement, especially when models are extrapolating. How should we deal with such models?</p>

<p>“All of these decisions about model construction imply value judgements about what we think to be important.”</p>

<p>Value judgements per se are not the problem — but are they shared by the people affected by the model? How did you get to those judegements? Are the transparent enough? Do the decision makers know and agree with these judgements?</p>
<p>Under what conditions can we assess the reliability of a model? In which category do models that are discussed in public fall, for instance climate models? What are the butterfly and hawkmoth effect? What is the difference between data driven vs. “expert driven” models and what role does data quality play in practice?</p>
<p>Most models also are partial models. What is incorporated in a model? What is left out? What conclusions are we allowed to draw from complex models? Do they highly successful data driven models distort our expections in the more assumption driven ones?</p>

<p>“The model is then very much part of the story. It is not just a prediction engine.”</p>

<p>There are models that influence the world and the world feeds back opposed to models that “just” describe the world, and performative models that actually create the reality they describe and counter-performative models. Why is it important to distinguish among these different types? </p>

<p>“Those [counter-performative models] were not made with the aim to be accurate models and correctly predicting the future. They were made with the aim of showing what could happen if we didn't action which would then avoid these worst case scenarios.”</p>

<p>What is the difference between a (conditional or unconditional) prediction and a scenario?</p>
<p>Models are tools and cannot replace judgement. But did we use these tools accordingly? Or did models in the recent past (e.g. Covid) inflict more harm than good on our society?</p>

<p>“This is exactly what models are for—to serve as working hypotheses for further research.”, Ludwig von Bertalanffy</p>

<p>and</p>

<p>“Build a society that is resistant to model errors”, Nassim Taleb</p>

<p>Is this true?</p>
<p>Models as narrative generating devices and communication tools and collective thinking — do we want that? Under what conditions — like <em>flatten the curve</em>? And, how to avoid group think and be captured by models?</p>

<p>“Plans are worthless but planning is everything”, Dwight D. Eisenhower<br>
“Kein Plan überlebt die erste Feindberührung”, Helmuth Graf von Moltke</p>

<p>So, there is a significant amount of expert judgement in building models, but do people know that and which expert do we trust?</p>

<p>“Trust is a social process and expertise is socially determined. […]<br>
You must follow the science is saying you must agree with my value judgements.[…]</p>
<p>A decision can never be science based.”</p>

<p>Thus, science is never value free.</p>
<p>Finally we talk about regulation in complex systems and how those relate to models, the long and short term perspectives and what skin in the game means. Is Niall Ferguson right when he says:</p>

<p> “Surely, once we have written a regulation for every possible misdeed, then good behaviour will ensue. This is just an amazing illustration of our ability as  human beeings to keep doing the wrong thing in the face of all experience. […] the big players are actually protected by complex regulation. […] </p>
<p>Regulation is the disease of which it pretends to be the cure.”</p>

<p>Then, how should we regulate complex systems? Should every politician be a scientist in the Platonic sense?</p>

<p>»Ultimately the definition of an expert is somebody who's judegements you are willing to accept as your own.«</p>

<p>References</p>
<p>Other Episodes</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/068-modelle_andreas_windisch/'>Episode 68:</a> Modelle und Realität, ein Gespräch mit Dr. Andreas Windisch
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/067-wissenschaft_hype-stephan_schleim/'>Episode 67:</a> Wissenschaft, Hype und Realität — ein Gespräch mit Stephan Schleim
</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/053-data_science_lukas_lang-1/'>Episode 53:</a> Data Science und Machine Learning, Hype und Realität — Teil 1</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/054-data_science_lukas_lang-2/'>Episode 54:</a> Data Science und Machine Learning, Hype und Realität — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39:</a> Follow the Science?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/002-was_wissen_wir/'>Episode 2:</a> Was wissen wir?
</li>
</ul>
Dr. Erica Thompson
<ul><li><a href='https://www.ericathompson.co.uk'>Personal Website of Dr. Thompson</a></li>
<li><a href='https://www.ucl.ac.uk/steapp'>UCL’s Department of Science, Technology, Engineering and Public Policy</a></li>
<li><a href='https://lml.org.uk'>London Mathematical Laboratory</a></li>
<li><a href='https://www.lse.ac.uk/DSI'>LSE Data Science Institute</a></li>
</ul>
<p>Other References</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3Z5mnHE'>Erica Thompson, Escape from Model Land, Basic Books (2022)</a></li>
<li><a href='https://youtu.be/PdE-waSx-d8?si=0RdlpEDyycfA40h-'>Lex Fridman #376 in conversation with Steven Wolfram (2023)</a></li>
<li>Ludwig von Bertalanffy, General Systems Theory (1969)</li>
<li><a href='https://amzn.to/3Z4elyL'>Cathy O’Neil, Weapons of Math Destruction: How Big Data Increases Inequality and Threatens Democracy, Penguin (2017)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=o-Cl3i5tSPM'>Niall Ferguson on Regulation in conversation with John Anderson (2023)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary><![CDATA[Todays guest is Dr. Erica Thompson who wrote the excellent book "Escape from Model Land", which I strongly recommend for reading.
Dr. Thompson is Associate Professor of Modelling for Decision Making at UCL’s Department of Science, Technology, Engineering and Public Policy. She is also a Fellow of the London Mathematical Laboratory, where she leads the research programme on Inference from Models, and a Visiting Senior Fellow at the LSE Data Science Institute.
She is working on the appropriate application of mathematical modelling in supporting real-world decisions, including ethical and methodological questions. For instance, what is the best use of models in climate change, public health and economics. 
Making and using models in the real world is — as it turns out — quite a tricky business and in our conversation we go deep into the question: what constitutes model land and how can we escape model land to achieve good results for our society from what we learned in model land.
I covered similar topics in other podcast episodes, because this question can be tackled from a number of different perspectives. 
The first question I ask Dr. Thompson is the obvious one: What is model land?

“Nobody actually cares at all about what happens in your model. […] unless you make a claim that what happens within that model land has some relationship to what happens in the real world. So, how to transfer your judgement about the model to the judgement about the real world, is the key question?”

What does Steven Wolfram mean with irreducibility of nature? Why do we have to treat different types of models differently?
What is the difference between interpolation and extrapolation, and why is this crucially important? Many models of complex systems incorporate significant amounts of expert judgement, especially when models are extrapolating. How should we deal with such models?

“All of these decisions about model construction imply value judgements about what we think to be important.”

Value judgements per se are not the problem — but are they shared by the people affected by the model? How did you get to those judegements? Are the transparent enough? Do the decision makers know and agree with these judgements?
Under what conditions can we assess the reliability of a model? In which category do models that are discussed in public fall, for instance climate models? What are the butterfly and hawkmoth effect? What is the difference between data driven vs. “expert driven” models and what role does data quality play in practice?
Most models also are partial models. What is incorporated in a model? What is left out? What conclusions are we allowed to draw from complex models? Do they highly successful data driven models distort our expections in the more assumption driven ones?

“The model is then very much part of the story. It is not just a prediction engine.”

There are models that influence the world and the world feeds back opposed to models that “just” describe the world, and performative models that actually create the reality they describe and counter-performative models. Why is it important to distinguish among these different types? 

“Those [counter-performative models] were not made with the aim to be accurate models and correctly predicting the future. They were made with the aim of showing what could happen if we didn't action which would then avoid these worst case scenarios.”

What is the difference between a (conditional or unconditional) prediction and a scenario?
Models are tools and cannot replace judgement. But did we use these tools accordingly? Or did models in the recent past (e.g. Covid) inflict more harm than good on our society?

“This is exactly what models are for—to serve as working hypotheses for further research.”, Ludwig von Bertalanffy

and

“Build a society that is resistant to model errors”, Nassim Taleb

Is this true?
Models as narrative generating devices and communication tools and collective thi]]></itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episode>79</itunes:episode>
        <itunes:episodeType>full</itunes:episodeType>
            </item>
    <item>
        <title>078 — Was ist in der Wurst? Podcasten im Zeitalter künstlich generierter Inhalte</title>
        <itunes:title>078 — Was ist in der Wurst? Podcasten im Zeitalter künstlich generierter Inhalte</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/078-was_ist_in_der_wurst/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/078-was_ist_in_der_wurst/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 28 Aug 2023 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>In den letzten Jahren gab es bemerkenswerte Entwicklungen im Bereich des Machine Learning und der sogenannten künstlichen Intelligenz. Wie bei fast allen neuen Technologien, sind sehr nützliche aber auch sehr gefährliche Anwendungen zu erwarten. In dieser Episode spreche ich über drei Aspekte, die mit neuen KI-Tools auf uns zu kommen, oder bereits verfügbar sind:</p>
<ul><li>Beantwortung von Fragen / Recherche</li>
<li>Generierung von Text mit Large Language Models (gegebenenfalls ergänzt mit Sprachsynthese)</li>
<li>Generierung oder Manipulation von Bildern und Videos</li>
</ul>
<p>Ich habe mich mit Aspekten dieses Themas schon vor mehr als zwei Jahren in Episode 43: Deep Fakes beschäftigt. Diese Episode ist heute noch aktueller als damals.</p>
<p>Die Frage ist: welchen Inhalten im Internet können wir in Zukunft trauen? Und in dieser Episode liegt der Fokus auf der Frage: was bedeutet diese Entwicklung für Personen und Organisationen, die Inhalte erzeugen und anbieten, im Besonderen für Podcasts sowie Konsumenten dieser Produkte.</p>
<p>Welche Verantwortung haben wir als Produzenten?</p>
<p>Wie können wir Konsumenten vertrauen in unsere Inhalte geben, in einer Welt, die immer mehr von generierten und  manipulativen Artefakten geflutet sein wird? Wie kann also mündigen Konsumenten geholfen werden, die Spreu vom Weizen zu trennen und dies ohne Schichten von Zensur einzuführen.</p>

<p>»Nicht zu viel Macht — das ist die Grundidee der Demokratie. Die Macht muss verteilt sein, sodass nicht zu viel Macht in einer Hand ist.«, Karl Popper</p>

<p>Wie verändert sich möglicherweise das Verhältnis zu den Konsumenten?</p>
<p>In dieser Episode diskutiere ich zwei wesentliche Aspekte:</p>
<ol><li>Bin ich die Person (oder Organisation), die ich behaupte zu sein, beziehungsweise wer sind die Personen, die an einer Episode teilnehmen?</li>
<li>Woher stammen die Materialien (z.B. Texte, Bilder, Videos), die ich auf meinem Kanal präsentiere</li>
</ol><p>Wie können wir auch als »kleine« und unabhängige Produzenten in Zukunft das Vertrauen in unser Produkt gewährleisten, ohne uns von wenigen Medien-Monopolisten abhängig zu machen und warum spielen gerade Podcasts eine so wesentliche Rolle in der heutigen, und hoffentlich auch zukünftigen Medienlandschaft?</p>
<p>Zuletzt mache ich meinen Produktionsprozess transparent:</p>
<ul><li>Vorbereiten von Episoden (Recherche, Inhalte zusammenstelle)</li>
<li>Aufnahme</li>
<li>Nachbearbeitung (Post-Production)</li>
<li>Wie werden verschiedene Artefakte erstellt (Audio-File, Shownotes, Transkripte)</li>
<li>Werbung und Interaktion mit Hörern</li>
</ul>
<p>An welchen Stellen wird mit welcher Art von Tools gearbeitet?</p>
<p>Wie können wir als unabhängige Podcaster in der Zukunft gewährleisten, das Vertrauen der Hörer nicht zu verlieren und gleichzeitig nicht unter die Räder einzelner Medien-Monopolisten zu geraten?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/061-digitaler_humanismus-erich_prem/'>Episode 61:</a> Digitaler Humanismus, ein Gespräch mit Erich Prem
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/043-deep_fakes-wer_bist_du/'>Episode 43:</a> Deep Fakes: Wer bist du, und – was passiert da eigentlich?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/002-was_wissen_wir/'>Episode 2:</a> Was wissen wir?
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://youtu.be/YhBuX5fPWZY'>Karl Popper - "Lasst Theorien sterben, nicht Menschen!" (1990)</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/p/transparenz-erklarung/'>Transparenz-Erklärung für diesen Podcast</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>In den letzten Jahren gab es bemerkenswerte Entwicklungen im Bereich des Machine Learning und der sogenannten künstlichen Intelligenz. Wie bei fast allen neuen Technologien, sind sehr nützliche aber auch sehr gefährliche Anwendungen zu erwarten. In dieser Episode spreche ich über drei Aspekte, die mit neuen KI-Tools auf uns zu kommen, oder bereits verfügbar sind:</p>
<ul><li>Beantwortung von Fragen / Recherche</li>
<li>Generierung von Text mit Large Language Models (gegebenenfalls ergänzt mit Sprachsynthese)</li>
<li>Generierung oder Manipulation von Bildern und Videos</li>
</ul>
<p>Ich habe mich mit Aspekten dieses Themas schon vor mehr als zwei Jahren in Episode 43: Deep Fakes beschäftigt. Diese Episode ist heute noch aktueller als damals.</p>
<p>Die Frage ist: welchen Inhalten im Internet können wir in Zukunft trauen? Und in dieser Episode liegt der Fokus auf der Frage: was bedeutet diese Entwicklung für Personen und Organisationen, die Inhalte erzeugen und anbieten, im Besonderen für Podcasts sowie Konsumenten dieser Produkte.</p>
<p>Welche Verantwortung haben wir als Produzenten?</p>
<p>Wie können wir Konsumenten vertrauen in unsere Inhalte geben, in einer Welt, die immer mehr von generierten und  manipulativen Artefakten geflutet sein wird? Wie kann also mündigen Konsumenten geholfen werden, die Spreu vom Weizen zu trennen und dies <em>ohne</em> Schichten von Zensur einzuführen.</p>

<p>»Nicht zu viel Macht — das ist die Grundidee der Demokratie. Die Macht muss verteilt sein, sodass nicht zu viel Macht in einer Hand ist.«, Karl Popper</p>

<p>Wie verändert sich möglicherweise das Verhältnis zu den Konsumenten?</p>
<p>In dieser Episode diskutiere ich zwei wesentliche Aspekte:</p>
<ol><li>Bin ich die Person (oder Organisation), die ich behaupte zu sein, beziehungsweise wer sind die Personen, die an einer Episode teilnehmen?</li>
<li>Woher stammen die Materialien (z.B. Texte, Bilder, Videos), die ich auf meinem Kanal präsentiere</li>
</ol><p>Wie können wir auch als »kleine« und unabhängige Produzenten in Zukunft das Vertrauen in unser Produkt gewährleisten, ohne uns von wenigen Medien-Monopolisten abhängig zu machen und warum spielen gerade Podcasts eine so wesentliche Rolle in der heutigen, und hoffentlich auch zukünftigen Medienlandschaft?</p>
<p>Zuletzt mache ich meinen Produktionsprozess transparent:</p>
<ul><li>Vorbereiten von Episoden (Recherche, Inhalte zusammenstelle)</li>
<li>Aufnahme</li>
<li>Nachbearbeitung (Post-Production)</li>
<li>Wie werden verschiedene Artefakte erstellt (Audio-File, Shownotes, Transkripte)</li>
<li>Werbung und Interaktion mit Hörern</li>
</ul>
<p>An welchen Stellen wird mit welcher Art von Tools gearbeitet?</p>
<p>Wie können wir als unabhängige Podcaster in der Zukunft gewährleisten, das Vertrauen der Hörer nicht zu verlieren und gleichzeitig nicht unter die Räder einzelner Medien-Monopolisten zu geraten?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/061-digitaler_humanismus-erich_prem/'>Episode 61:</a> Digitaler Humanismus, ein Gespräch mit Erich Prem
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/043-deep_fakes-wer_bist_du/'>Episode 43:</a> Deep Fakes: Wer bist du, und – was passiert da eigentlich?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/002-was_wissen_wir/'>Episode 2:</a> Was wissen wir?
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://youtu.be/YhBuX5fPWZY'>Karl Popper - "Lasst Theorien sterben, nicht Menschen!" (1990)</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/p/transparenz-erklarung/'>Transparenz-Erklärung für diesen Podcast</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>In den letzten Jahren gab es bemerkenswerte Entwicklungen im Bereich des Machine Learning und der sogenannten künstlichen Intelligenz. Wie bei fast allen neuen Technologien, sind sehr nützliche aber auch sehr gefährliche Anwendungen zu erwarten. In dieser Episode spreche ich über drei Aspekte, die mit neuen KI-Tools auf uns zu kommen, oder bereits verfügbar sind:

Beantwortung von Fragen / Recherche
Generierung von Text mit Large Language Models (gegebenenfalls ergänzt mit Sprachsynthese)
Generierung oder Manipulation von Bildern und Videos</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>077 — Freie Privatstädte, ein Gespräch mit Dr. Titus Gebel</title>
        <itunes:title>077 — Freie Privatstädte, ein Gespräch mit Dr. Titus Gebel</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/077-titus-gebel_freie_privatstaedte/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/077-titus-gebel_freie_privatstaedte/#comments</comments>        <pubDate>Tue, 08 Aug 2023 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>In der heutigen Episode freue ich mich Dr. Titus Gebel begrüßen zu dürfen. Wir sprechen über sein Konzept der »Freien Privatstädte«.</p>
<p>Titus Gebel ist Unternehmer und promovierter Jurist. Er war Mitgründer der Deutsche Rohstoff Gruppe  sowie des Startups Dual Fluid, deren CFO Björn Peters, in Episode 73 zu Gast war. Dr. Gebel spielt auch eine wesentliche Rolle in der Etablierung einer ambitionierten Sonderentwicklungszone mit dem Namen Prospera in Honduras und berät andere Sonderwirtschaftszonen weltweit.</p>
<p>Aber das Thema des Gesprächs ist breiter: wir beginnen mit der Frage, was modernes Staatswesen ausmacht, was Freiheit bedeutet, was die Rolle von Bürger und Staat sind, wo die Ursprünge und philosophischen Ideen liegen und was bis zum heutigen Zeitpunkt in verschiedenen Nationen daraus geworden ist.</p>
<p>Wir beginnen mit einem Blick in die Geschichte, was ist die Rolle des Staates nach Thomas Hobbes und John Stuart Mill? Was ist der Begriff der Freiheit? </p>

<p>»Struggle between Liberty and Authority«
»By liberty, was meant protection against the tyranny of the political rulers.«, John Stuart Mill</p>

<p>Wie hat sich die Rolle des Staates verändert?</p>

<p> »Der moderne Staat hat sich etabliert, um seinen Bürgern vor allem zwei Grundpfeiler des Lebens zu garantieren: Freiheit und Sicherheit.«, K. P. Liessmann</p>

<p>Wie kommt es zu einem Mehr an Freiheit? Aus philosophischen Überlegungen und Ideen, oder aus pragmatischeren Aspekten? Führt der Weg von der göttlichen Bestimmung zur Freiheit? Wie wird der Wille des Volkes überhaupt bestimmt und was bedeutet dies für Minderheiten?</p>
<p>Wir beide stimmen darin überein, dass wir eine beginnende, schwere Krise in den westlichen Demokratien, beziehungsweise Verwaltung erkennen. Die Frage ist: wie ist diese zu erklären und wie könnten Wege heraus aussehen? </p>

<p>»Heute haben wir es mit einer Überdehnung des modernen Staates zu tun, und zwar sowohl wohlfahrtsstaatlich wie ökologisch. Mit dem Wohlfahrtsstaat, der eigentlich schon in der traditionellen Gemeinwohlformel angelegt ist, kehrt das summum bonum zurück: das größte Glück der größten Zahl; der gehobene Lebensstandard wird als politisches Recht definiert.«, Norbert Bolz</p>

<p>Bismarck gilt als Erfinder des Sozialstaats, was war die damalige Motivation? Wie hat sich der Sozialstaat seit damals entwickelt? Führen falsche Anreizsysteme für Politiker in die Krise, denn Gratisleistungen des Staates erscheinen nur gratis, sind es aber natürlich nicht?</p>

<p>»Es gibt in westlichen Demokratien keine klassisch liberalen Parteien mehr, das sind alles Umverteilungsparteien geworden« </p>
<p>»Die Gruppe der Menschen, die tatsächlich produktiv und wertschöpfend tätig ist, wird immer kleiner.«</p>

<p>Dazu passt auch der Gedanke des mittlerweile 93 jährigen Thomas Sowell:</p>

<p>»You have people making [political] decisions, for which they pay no price when they are wrong. No matter how high a price other people pay.«</p>

<p>Dr. Gebel hat ein Konzept entwickelt, das er Freie Privatstädte nennt und wir diskutieren über das Konzept, welche Rolle Verwaltung und Regierung einnehmen sollen, wie Anreizsysteme verbessert werden können und vergleichbare andere Ansätze, die in eine ähnliche Richtung gehen. Kann es so etwas wie Verwaltung als Dienstleistung geben?</p>

<p>» Der Staat sollte aus meiner Sicht theoretisch kein Monopol auf das Staatsgebiet haben. In Liechtenstein haben wir das verwirklicht. So zwingt man den Staat, ein guter Dienstleister zu sein.«, Hans Adam II von Liechtenstein</p>

<p>Wir sprechen dann über die zwiespältige Entwicklungen des 19. Jahrhundert, Engels und den Manchester-Kapitalismus. Welche Rolle spielt Solidarität, Menschwenwürde? Wer soll diese Gewährleisten, und in welcher Form? Welche Rolle spielt Selbstorganisation (bottom up) im Gegensatz zu staatlichen Top Down Mechanismen? </p>
<p>Ab wann gleitet ein Sozialstaat in einen »Nanny-State« ab, ganz nach dem alten sozialistischen Motto »Von der Wiege bis zur Bahre« in der Hand des Staates? Gibt es in Deutschland nur mehr vier Grüne und eine rechte Partei, und sind letztlich alle auf dem Pfad des »Rent Seeking«?</p>

<p>»Aus dem Recht der Bürger, nach ihrem Glück zu streben, wurde längst die Pflicht des Staates, für dieses Glück zu sorgen. Dass in einer Demokratie die Bürger diesen Staat ausmachen und deshalb solche Forderungen an sich selbst adressieren müssten, wird gerne vergessen«, Konrad Paul Liessmann</p>

<p>Machen wir den Fehler einen vermeintlichen Idealzustand mit dem Ist-Zustand zu vergleichen? Warum gelingt es auch nicht mehr — nach Cicero — dass die Begabtesten in die Politik gehen, sondern wir heute eher eine negative Auslese erleben?</p>

<p>»Wenn man merkt, dass man ein totes Pferd reitet, sollte man absteigen.«</p>

<p>Titus Gebel erklärt dann sein Konzept der freien Privatstädte genauer, auch die Abgrenzungen zu Charter Cities und Sonderwirtschaftszonen im Allgemeinen. Warum sind seiner Ansicht nach die Anreizsysteme in diesen Konzepten besser?</p>
<p>Welche Rolle spielt der Markt — als Entdeckungsverfahren — und wie können wir evolutionäre Prinzipien auch in Verwaltung und Staatswesen etablieren mit Mutation, Nachahmung, Reproduktion, beziehungsweise dem »Seed, Select, Amplify« (Meyer, Davis) Prinzip? Probieren und Scheitern sollte wieder möglich werden, sonst gibt es auch weiterhin keinen Fortschritt.</p>

<p>»Es wäre besser, wir würden in einer Welt von 2.000 Liechtensteins leben, die alle ein veschiedenes System haben als in 200 Staaten.«</p>

<p>Aber ist es realistisch, dass sich Koordination von viele kleine Einheiten global bei wesentlichen Fragen umsetzen lässt?</p>
<p>Wie könnte ein solches System überhaupt umgesetzt werden, wo doch alle Landflächen von existierenden Nationen kontrolliert werden? Gibt es eine reale Chance der Umsetzung? Oder gibt es schon exisitierende Beispiele? Dr. Gebel spricht über Beispiele in China, dem Nahen Osten, Saudi Arabien und Südamerika?</p>
<p>Sind diese Ansätze nicht nur Gated Communities für die Elite? Was macht ein Gemeinwesen? Ich fühle ja auch keine Gemeinschaft zu anderen Gästen in einem Hotel?</p>

<p>»Es gibt zwei Arten von Menschen: die einen, die ihre Meinungen anderen aufzwingen wollen, und die anderen, die das nicht wollen und die sagen, Leben und Leben lassen. Die erste Gruppe strebt natürlich in die Politik.«</p>

<p>Findet der wirkliche politische Konflikt heute nicht, wie so oft behauptet, zwischen links und rechts, sondern vielmehr zwischen autoritär und (klassisch) liberal statt?</p>

<p>»Leben und Leben lassen in unterschiedlichsten Formen des Zusammenlebens.«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/073-oekorealismus_peters/'>Episode 73:</a> Ökorealismus, ein Gespräch mit Björn Peters
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/058-verwaltung_levesque/'>Episode 58:</a> Verwaltung und staatliche Strukturen — ein Gespräch mit Veronika Lévesque
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/057-konservativ_und_progressiv/'>Episode 57:</a> Konservativ und Progressiv
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/029-push_oder_pull/'>Episode 29:</a> Fakten oder Geschichten? Wie gestalten wir die Zukunft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/026-was_kann_politik_leisten-christoph_chorherr/'>Episode 26:</a> Was kann Politik (noch) leisten? Ein Gespräch mit Christoph Chorherr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17:</a> Kooperation
</li>
</ul>
<p>Titus Gebel</p>
<ul><li>
<a href='https://titusgebel.com/'>Webseite von Dr. Titus Gebel</a>
</li>
<li>
<a href='https://rohstoff.de/en/'>Deutsche Rohstoff AG</a>
</li>
<li>
<a href='https://dual-fluid.com'>Dual Fluid</a>
</li>
<li>
<a href='https://amzn.to/45LYMxh'>Titus Gebel, Freie Privatstädte: Mehr Wettbewerb im wichtigsten Markt der Welt (2023)</a>
</li>
<li><a href='https://free-cities.org'>Free Cities Foundation</a></li>
<li>
<a href='https://libertyinourlifetime.org'>Liberty in Our Lifetime Konferenz 2023</a>
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://free-cities.org/honduran-zedes-their-past-and-future/'>Honduran ZEDEs: Their Past and Future</a></li>
<li><a href='https://youtu.be/TwiE1dxGYNY'>Reason TV: A private libertarian city in Honduras (2023)</a></li>
<li>Franz Oppenheimer,  Der Staat (1907)</li>
<li><a href='https://austrian-institute.org/de/blog/interview-mit-fuerst-hans-adam-ii/'>Austrian Institute, „Der Staat soll nicht nur einer privilegierten Schicht dienen, sondern allen Menschen“ – Interview mit Fürst Hans-Adam II. von Liechtenstein (2017)</a></li>
<li>
<a href='https://gutenberg.org/files/34901/34901-h/34901-h.htm'>John Stuart Mill, On Liberty (1859)</a> 
</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=pn2gda_phAA'>Thomas Sowell im Gespräch mit Peter Robinson, Uncommon Knowledge(7.9.2023)</a></li>
<li>
<a href='https://amzn.to/3Dyk064'>Konrad Paul Liessmann, Lauter Lügen, Paul Zsolnay Verlag (2023)</a> 
</li>
<li>
<a href='https://amzn.to/3KlqJ70'>Norbert Bolz, Keine Macht der Moral, Politik jenseits von Gut und Böse, Matthes &amp; Seitz Berlin (2021)</a>
</li>
<li><a href='https://amzn.to/3YigC94'>Christopher Meyer, Stan Davis, It's Alive, Texere Publishing (2004)</a></li>
<li>
<a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Die_offene_Gesellschaft_und_ihre_Feinde'>Karl Popper, Die Offene Gesellschaft</a> 
</li>
<li><a href='https://youtu.be/ZO2az5Eb3H0'>Karl Popper - Ein Gespräch (1974)</a></li>
<li>
<a href='https://amzn.to/474X4Jj'>Roger Scruton, How to be a Conservative, Bloomsbury Continuum (2014)</a>
 
<p> </p>
</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>In der heutigen Episode freue ich mich Dr. Titus Gebel begrüßen zu dürfen. Wir sprechen über sein Konzept der »Freien Privatstädte«.</p>
<p>Titus Gebel ist Unternehmer und promovierter Jurist. Er war Mitgründer der <em>Deutsche Rohstoff Gruppe</em>  sowie des Startups <em>Dual Fluid</em>, deren CFO Björn Peters, in Episode 73 zu Gast war. Dr. Gebel spielt auch eine wesentliche Rolle in der Etablierung einer ambitionierten Sonderentwicklungszone mit dem Namen Prospera in Honduras und berät andere Sonderwirtschaftszonen weltweit.</p>
<p>Aber das Thema des Gesprächs ist breiter: wir beginnen mit der Frage, was modernes Staatswesen ausmacht, was Freiheit bedeutet, was die Rolle von Bürger und Staat sind, wo die Ursprünge und philosophischen Ideen liegen und was bis zum heutigen Zeitpunkt in verschiedenen Nationen daraus geworden ist.</p>
<p>Wir beginnen mit einem Blick in die Geschichte, was ist die Rolle des Staates nach Thomas Hobbes und John Stuart Mill? Was ist der Begriff der Freiheit? </p>

<p>»Struggle between Liberty and Authority«<br>
»By liberty, was meant protection against the tyranny of the political rulers.«, John Stuart Mill</p>

<p>Wie hat sich die Rolle des Staates verändert?</p>

<p> »Der moderne Staat hat sich etabliert, um seinen Bürgern vor allem zwei Grundpfeiler des Lebens zu garantieren: Freiheit und Sicherheit.«, K. P. Liessmann</p>

<p>Wie kommt es zu einem Mehr an Freiheit? Aus philosophischen Überlegungen und Ideen, oder aus pragmatischeren Aspekten? Führt der Weg von der göttlichen Bestimmung zur Freiheit? Wie wird der Wille des Volkes überhaupt bestimmt und was bedeutet dies für Minderheiten?</p>
<p>Wir beide stimmen darin überein, dass wir eine beginnende, schwere Krise in den westlichen Demokratien, beziehungsweise Verwaltung erkennen. Die Frage ist: wie ist diese zu erklären und wie könnten Wege heraus aussehen? </p>

<p>»Heute haben wir es mit einer Überdehnung des modernen Staates zu tun, und zwar sowohl wohlfahrtsstaatlich wie ökologisch. Mit dem Wohlfahrtsstaat, der eigentlich schon in der traditionellen Gemeinwohlformel angelegt ist, kehrt das summum bonum zurück: das größte Glück der größten Zahl; der gehobene Lebensstandard wird als politisches Recht definiert.«, Norbert Bolz</p>

<p>Bismarck gilt als Erfinder des Sozialstaats, was war die damalige Motivation? Wie hat sich der Sozialstaat seit damals entwickelt? Führen falsche Anreizsysteme für Politiker in die Krise, denn Gratisleistungen des Staates erscheinen nur gratis, sind es aber natürlich nicht?</p>

<p>»Es gibt in westlichen Demokratien keine klassisch liberalen Parteien mehr, das sind alles Umverteilungsparteien geworden« </p>
<p>»Die Gruppe der Menschen, die tatsächlich produktiv und wertschöpfend tätig ist, wird immer kleiner.«</p>

<p>Dazu passt auch der Gedanke des mittlerweile 93 jährigen Thomas Sowell:</p>

<p>»You have people making [political] decisions, for which they pay no price when they are wrong. No matter how high a price other people pay.«</p>

<p>Dr. Gebel hat ein Konzept entwickelt, das er Freie Privatstädte nennt und wir diskutieren über das Konzept, welche Rolle Verwaltung und Regierung einnehmen sollen, wie Anreizsysteme verbessert werden können und vergleichbare andere Ansätze, die in eine ähnliche Richtung gehen. Kann es so etwas wie Verwaltung als Dienstleistung geben?</p>

<p>» Der Staat sollte aus meiner Sicht theoretisch kein Monopol auf das Staatsgebiet haben. In Liechtenstein haben wir das verwirklicht. So zwingt man den Staat, ein guter Dienstleister zu sein.«, Hans Adam II von Liechtenstein</p>

<p>Wir sprechen dann über die zwiespältige Entwicklungen des 19. Jahrhundert, Engels und den Manchester-Kapitalismus. Welche Rolle spielt Solidarität, Menschwenwürde? Wer soll diese Gewährleisten, und in welcher Form? Welche Rolle spielt Selbstorganisation (bottom up) im Gegensatz zu staatlichen Top Down Mechanismen? </p>
<p>Ab wann gleitet ein Sozialstaat in einen »Nanny-State« ab, ganz nach dem alten sozialistischen Motto <em>»Von der Wiege bis zur Bahre«</em> in der Hand des Staates? Gibt es in Deutschland nur mehr vier Grüne und eine rechte Partei, und sind letztlich alle auf dem Pfad des »Rent Seeking«?</p>

<p>»Aus dem Recht der Bürger, nach ihrem Glück zu streben, wurde längst die Pflicht des Staates, für dieses Glück zu sorgen. Dass in einer Demokratie die Bürger diesen Staat ausmachen und deshalb solche Forderungen an sich selbst adressieren müssten, wird gerne vergessen«, Konrad Paul Liessmann</p>

<p>Machen wir den Fehler einen vermeintlichen Idealzustand mit dem Ist-Zustand zu vergleichen? Warum gelingt es auch nicht mehr — nach Cicero — dass die Begabtesten in die Politik gehen, sondern wir heute eher eine negative Auslese erleben?</p>

<p>»Wenn man merkt, dass man ein totes Pferd reitet, sollte man absteigen.«</p>

<p>Titus Gebel erklärt dann sein Konzept der freien Privatstädte genauer, auch die Abgrenzungen zu Charter Cities und Sonderwirtschaftszonen im Allgemeinen. Warum sind seiner Ansicht nach die Anreizsysteme in diesen Konzepten besser?</p>
<p>Welche Rolle spielt der Markt — als Entdeckungsverfahren — und wie können wir evolutionäre Prinzipien auch in Verwaltung und Staatswesen etablieren mit Mutation, Nachahmung, Reproduktion, beziehungsweise dem <em>»Seed, Select, Amplify« (Meyer, Davis)</em> Prinzip? Probieren und Scheitern sollte wieder möglich werden, sonst gibt es auch weiterhin keinen Fortschritt.</p>

<p>»Es wäre besser, wir würden in einer Welt von 2.000 Liechtensteins leben, die alle ein veschiedenes System haben als in 200 Staaten.«</p>

<p>Aber ist es realistisch, dass sich Koordination von viele kleine Einheiten global bei wesentlichen Fragen umsetzen lässt?</p>
<p>Wie könnte ein solches System überhaupt umgesetzt werden, wo doch alle Landflächen von existierenden Nationen kontrolliert werden? Gibt es eine reale Chance der Umsetzung? Oder gibt es schon exisitierende Beispiele? Dr. Gebel spricht über Beispiele in China, dem Nahen Osten, Saudi Arabien und Südamerika?</p>
<p>Sind diese Ansätze nicht nur <em>Gated Communities</em> für die Elite? Was macht ein Gemeinwesen? Ich fühle ja auch keine Gemeinschaft zu anderen Gästen in einem Hotel?</p>

<p>»Es gibt zwei Arten von Menschen: die einen, die ihre Meinungen anderen aufzwingen wollen, und die anderen, die das nicht wollen und die sagen, Leben und Leben lassen. Die erste Gruppe strebt natürlich in die Politik.«</p>

<p>Findet der wirkliche politische Konflikt heute nicht, wie so oft behauptet, zwischen links und rechts, sondern vielmehr zwischen autoritär und (klassisch) liberal statt?</p>

<p>»Leben und Leben lassen in unterschiedlichsten Formen des Zusammenlebens.«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/073-oekorealismus_peters/'>Episode 73:</a> Ökorealismus, ein Gespräch mit Björn Peters
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/058-verwaltung_levesque/'>Episode 58:</a> Verwaltung und staatliche Strukturen — ein Gespräch mit Veronika Lévesque
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/057-konservativ_und_progressiv/'>Episode 57:</a> Konservativ <em>und</em> Progressiv
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/029-push_oder_pull/'>Episode 29:</a> Fakten oder Geschichten? Wie gestalten wir die Zukunft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/026-was_kann_politik_leisten-christoph_chorherr/'>Episode 26:</a> Was kann Politik (noch) leisten? Ein Gespräch mit Christoph Chorherr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17:</a> Kooperation
</li>
</ul>
<p>Titus Gebel</p>
<ul><li>
<a href='https://titusgebel.com/'>Webseite von Dr. Titus Gebel</a>
</li>
<li>
<a href='https://rohstoff.de/en/'>Deutsche Rohstoff AG</a>
</li>
<li>
<a href='https://dual-fluid.com'>Dual Fluid</a>
</li>
<li>
<a href='https://amzn.to/45LYMxh'>Titus Gebel, Freie Privatstädte: Mehr Wettbewerb im wichtigsten Markt der Welt (2023)</a>
</li>
<li><a href='https://free-cities.org'>Free Cities Foundation</a></li>
<li>
<a href='https://libertyinourlifetime.org'>Liberty in Our Lifetime Konferenz 2023</a>
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://free-cities.org/honduran-zedes-their-past-and-future/'>Honduran ZEDEs: Their Past and Future</a></li>
<li><a href='https://youtu.be/TwiE1dxGYNY'>Reason TV: A private libertarian city in Honduras (2023)</a></li>
<li>Franz Oppenheimer,  Der Staat (1907)</li>
<li><a href='https://austrian-institute.org/de/blog/interview-mit-fuerst-hans-adam-ii/'>Austrian Institute, „Der Staat soll nicht nur einer privilegierten Schicht dienen, sondern allen Menschen“ – Interview mit Fürst Hans-Adam II. von Liechtenstein (2017)</a></li>
<li>
<a href='https://gutenberg.org/files/34901/34901-h/34901-h.htm'>John Stuart Mill, On Liberty (1859)</a> 
</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=pn2gda_phAA'>Thomas Sowell im Gespräch mit Peter Robinson, Uncommon Knowledge(7.9.2023)</a></li>
<li>
<a href='https://amzn.to/3Dyk064'>Konrad Paul Liessmann, Lauter Lügen, Paul Zsolnay Verlag (2023)</a> 
</li>
<li>
<a href='https://amzn.to/3KlqJ70'>Norbert Bolz, Keine Macht der Moral, Politik jenseits von Gut und Böse, Matthes &amp; Seitz Berlin (2021)</a>
</li>
<li><a href='https://amzn.to/3YigC94'>Christopher Meyer, Stan Davis, It's Alive, Texere Publishing (2004)</a></li>
<li>
<a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Die_offene_Gesellschaft_und_ihre_Feinde'>Karl Popper, Die Offene Gesellschaft</a> 
</li>
<li><a href='https://youtu.be/ZO2az5Eb3H0'>Karl Popper - Ein Gespräch (1974)</a></li>
<li>
<a href='https://amzn.to/474X4Jj'>Roger Scruton, How to be a Conservative, Bloomsbury Continuum (2014)</a>
 
<p> </p>
</li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>In der heutigen Episode freue ich mich Dr. Titus Gebel begrüßen zu dürfen. Wir sprechen über sein Konzept der »Freien Privatstädte«.

Titus Gebel ist Unternehmer und promovierter Jurist. Er war Mitgründer der Deutsche Rohstoff Gruppe  sowie des Startups Dual Fluid, deren CFO Björn Peters, in Episode 73 zu Gast war. Dr. Gebel spielt auch eine wesentliche Rolle in der Etablierung einer ambitionierten Sonderentwicklungszone mit dem Namen Prospera in Honduras und berät andere Sonderwirtschaftszonen weltweit.

Aber das Thema des Gesprächs ist breiter: wir beginnen mit der Frage, was modernes Staatswesen ausmacht, was Freiheit bedeutet, was die Rolle von Bürger und Staat sind, wo die Ursprünge und philosophischen Ideen liegen und was bis zum heutigen Zeitpunkt in verschiedenen Nationen daraus geworden ist.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>076 — Existentielle Risiken</title>
        <itunes:title>076 — Existentielle Risiken</itunes:title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 17 Jul 2023 09:34:46 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[
<p>»Wird die Zivilisation mit einem Knall oder einem Winseln untergehen? Der aktuelle Trend ist ein Winseln in Erwachsenen-Windeln.«, Elon Musk</p>

<p>Existentielle Risiken sind ein Thema, das in diesen Podcast passt, auch weil es eine interessante historische und zukünftige Dimension hat. Zur Zukunft später, zuerst zur Vergangenheit: Zwar gab es auch in der Vergangenheit für die Menschheit oder den Planeten existentielle Risiken, etwa Asteroiden-Einschläge, aber es waren Risiken, die der Mensch weder beeinflussen noch herbeiführen konnte. Die Wirkmacht der Menschen war über den größten Zeitraum menschlicher Geschichte eine lokale.</p>
<p>Das ändert sich zunächst langsam mit der industriellen Revolution und dann schlagartig ab der Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Atomwaffen waren die erste Technologie, die ganz offensichtlich gezeigt haben, dass wir nun in der Lage sind nicht nur ganze Landstriche zu verwüsten, sondern tatsächlich die ganze Welt. </p>

<p>"Wir waren immer verrückt, aber wir hatten nicht die Fähigkeiten die Welt zu zerstören. Jetzt haben wir sie.", Nassim Taleb</p>

<p>Was sind existentielle Risiken? Versuch einer Definition:</p>

<p>»Ein 'existenzielles Risiko' (X-Risiko) ist ein Ereignis, das die Möglichkeiten der Menschheit dauerhaft und drastisch einschränken könnte, indem es zum Beispiel das Aussterben der Menschheit verursacht«, CamXRisk</p>

<p>Meine erweiterte Definition:</p>

<p>Ein existenzielles Risiko für die Menschheit ist eine Bedrohung, die große Teile des Planeten oder menschlicher Strukturen zerstört oder große Teile der Menschheit in einem Ausmaß oder auf eine Weise töten könnte, dass eine Wiederherstellung eines modernen Gesellschaftsniveaus innerhalb eines Zeitrahmens von Jahrhunderten nicht wahrscheinlich ist.</p>

<p>Macht das Auflisten existentieller Risiken, das Ranken Sinn? Mit welchen Einschränkungen, unter welchen Rahmenbedingungen? Ist es überhaupt möglich, die Risiken sinnvoll einzuschätzen und wovon hängt das Risiko ab?</p>

<p>»Eine Pandemie besteht aus einem neuen Erreger und den sozialen Netzwerken, die er angreift. Wir können das Ausmaß der Ansteckung nicht verstehen, wenn wir nur das Virus selbst untersuchen, denn das Virus wird nur so viele Menschen infizieren, wie es die sozialen Netzwerke zulassen. Gleichzeitig legt eine Katastrophe die Gesellschaften und Staaten offen, die sie angreift.«, Niall Ferguson</p>

<p>Daher sind die Auswirkungen von Effekten komplexer Bedrohungen oft auch schwer einzuschätzen. So sind etwa trotz Klimawandel:</p>

<p>»Die jährlichen Todesfälle durch Tornados in den USA sind seit 1875 um mehr als das Zehnfache zurückgegangen« […] </p>
<p>"Die Zahl der wetterbedingten Todesfälle ist in den letzten hundert Jahren drastisch zurückgegangen, obwohl sich die Erde um 1,2 °C erwärmt hat; sie sind heute etwa 80-mal seltener als noch vor einem Jahrhundert. […] </p>
<p>Das liegt vor allem an der besseren Verfolgung von Stürmen, dem besseren Hochwasserschutz, der besseren medizinischen Versorgung und der verbesserten Widerstandsfähigkeit der Länder, die sich entwickelt haben. Ein aktueller UN-Bericht bestätigt den Trend der letzten zwei Jahrzehnte", Steven Koonin</p>

<p>Anhand von drei existentiellen Bedrohungen stelle ich die Schwierigkeit dar, Risiken, Auswirkungen und Rankings zu beurteilen: Atomwaffen, Bevölkerungskollaps und Klimawandel.</p>
<p>Welche Rolle spielen systemische Effekte? Wechselbeziehungen zwischen Bedrohungen, beziehungsweise sind einzelne Risiken als Folge anderer zu sehen? Wie damit umgehen?</p>

<p>»Für jede mögliche Katastrophe gibt es mindestens eine plausible Kassandra. Nicht alle Prophezeiungen können beherzigt werden. In den letzten Jahren haben wir vielleicht zugelassen, dass ein Risiko - nämlich der Klimawandel - unsere Aufmerksamkeit von den anderen ablenkt«, Niall Ferguson</p>

<p>Das Leben in einer modernen, komplexen Gesellschaft — im Anthropozän — hat positive Auswirkungen: wir sind weiter von der Natur entfernt, sind sicherer und haben einen viel höheren Lebensstandard als je zuvor. Wir sterben nicht mehr im Einklang mit der Natur, wie Hans Rosling es ausdrückte. Aber sie hat eben auch negative Auswirkungen, die leider existentielle Risiken darstellen können.</p>
<p>Die Konzentration auf die Eindämmung eines einzigen Risikos (z. B. des Klimawandels) kann dazu führen, dass wir andere Risiken unterschätzen oder sogar  andere Risiken dramatisch erhöhen.</p>

<p>»Wir sind immer gut vorbereitet auf die falsche Katastrophe. [...] Aber die Geschichte warnt uns, dass man nicht die Katastrophe bekommt, auf die man sich vorbereitet.«, Niall Ferguson</p>

<p>Wie können wir aber mit einer Vielzahl an miteinander verknüpften Risiken umgehen? Was könnten wir unternehmen um unsere Gesellschaft in einem breiteren Sinne resilienter, widerstandsfähiger zu machen? Welche Fehler haben wir in der Covid-Pandemie gemacht und was können wir daraus lernen?</p>
<p>Und nicht zuletzt — was ist die Liste der existentiellen Bedrohung in meiner Reihenfolge (die unbedingt kritisiert werden sollte!):</p>
<ol><li>Atomwaffen</li>
<li>Natürliche oder künstlich erzeugte Pathogene (»Demokratisierung« der Wissenschaft)</li>
<li>Zusammenbruch kritischer Infrastrukturen (Energie, Finanz, IKT, ...)</li>
<li>Solarer Supersturm (auch Carrington-Ereignis genannt)</li>
<li>Außer Kontrolle geratene Automatisierung/Robotik ("AI", aber auf einer allgemeineren Ebene)</li>
<li>Klimawandel (insbesondere für den Fall, dass Kipppunkte und ein unkontrollierbarer Klimawandel auftreten)</li>
<li>Nanotechnologie oder andere Möglichkeiten zur drastischen Veränderung von Herstellung und Chemie, die zu Nanomaschinen führen</li>
<li>Bevölkerungskollaps beziehungsweise starkes globales Ungleichgewicht</li>
<li>Ökosystemkollaps mit »Domino-Effekten«</li>
<li>Unbekannte Unbekannte (»Unknown unknowns«)</li>
<li>Grüne Gentechnik die außer Kontrolle gerät</li>
<li>Politischer/religiöser Extremismus</li>
<li>Asteroideneinschlag auf der Erde</li>
<li>Geoengineering (auch als Konflikt-Auslöser, -Verstärker)</li>
</ol><p>Diese Liste ist als Anregung gedacht, dieses Thema zu diskutieren. Ist die Reihenfolge richtig? Wahrscheinlich nicht. Fehlt etwas? </p>
<p>Die Kluft zwischen Nutzen und Katastrophe scheint durch moderne Technologie immer schärfer zu werden. Wir sind also gut beraten, diese Bedrohungen ernst zu nehmen. Aber um einen Punkt zu wiederholen: es ist ein großer Fehler, sich hauptsächlich auf eine Bedrohung in dieser Liste zu konzentrieren, welche auch immer das sein mag, und zu glauben, wir könnten so unser gesellschaftliches Risiko verringern.</p>
<p>Das werden wir nicht.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/060-umwelt_wissenschaft-2/'>Episode 60:</a> Wissenschaft und Umwelt — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/059-umwelt_wissenschaft-1/'>Episode 59:</a> Wissenschaft und Umwelt — Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55:</a> Strukturen der Welt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/051-vorbereiten_auf_disruption_saurugg_haas/'>Episode 51:</a> Vorbereiten auf die Disruption? Ein Gespräch mit Herbert Saurugg und John Haas
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45:</a> Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/033-naturschutz_frank_zachos/'>Episode 33:</a> Naturschutz im Anthropozän – Gespräch mit Prof. Frank Zachos
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27:</a> Wicked Problems
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/021-der-begriff-der-natur-oder-leben-im-anthropozan/'>Episode 21:</a> Der Begriff der Natur – oder: Leben im Anthropozän
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.camxrisk.org'>Cambridge Existential Risks Initiative (CERI)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3O6QDxW'>Hans Rosling, Factfulness: Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist, Ullstein (2019)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3XGzCxG'>Niall Ferguson, Doom, The Politics of Catastrophe, Penguin (2022)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3PKJ2pZ'>Steven E. Koonin, Unsettled, BenBella Books (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=5Gk9gIpGvSE'>Climate Change Debate: Bjørn Lomborg and Andrew Revkin | Lex Fridman Podcast #339</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=uOZG7jGnvm4'>Niall Ferguson on disaster preparation, Triggernometry</a></li>
<li><a href='https://science.nasa.gov/science-news/science-at-nasa/2014/23jul_superstorm/'>Near Miss: The Solar Superstorm of July 2012, NASA (2014)</a></li>
<li><a href='https://www.lloyds.com/news-and-insights/risk-reports/library/solar-storm'>Lloyds, Solar storm risk to the North American electric grid (2013)</a></li>
<li><a href='https://www.economist.com/briefing/2023/05/30/its-not-just-a-fiscal-fiasco-greying-economies-also-innovate-less'>The Economist Briefing, It’s not just a fiscal fiasco: greying economies also innovate less (2023)</a></li>
<li><a href='https://theconversation.com/the-five-biggest-threats-to-human-existence-27053'>The five biggest threats to human existence, The Conversation (2014)</a></li>
<li><a href='https://youtu.be/zaB_20bkoA4'>Elon Musk on artificial intelligence, Conversation with Tucker Carlson (2023)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[
<p>»Wird die Zivilisation mit einem Knall oder einem Winseln untergehen? Der aktuelle Trend ist ein Winseln in Erwachsenen-Windeln.«, Elon Musk</p>

<p>Existentielle Risiken sind ein Thema, das in diesen Podcast passt, auch weil es eine interessante historische und zukünftige Dimension hat. Zur Zukunft später, zuerst zur Vergangenheit: Zwar gab es auch in der Vergangenheit für die Menschheit oder den Planeten existentielle Risiken, etwa Asteroiden-Einschläge, aber es waren Risiken, die der Mensch weder beeinflussen noch herbeiführen konnte. Die Wirkmacht der Menschen war über den größten Zeitraum menschlicher Geschichte eine lokale.</p>
<p>Das ändert sich zunächst langsam mit der industriellen Revolution und dann schlagartig ab der Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Atomwaffen waren die erste Technologie, die ganz offensichtlich gezeigt haben, dass wir nun in der Lage sind nicht nur ganze Landstriche zu verwüsten, sondern tatsächlich die ganze Welt. </p>

<p>"Wir waren immer verrückt, aber wir hatten nicht die Fähigkeiten die Welt zu zerstören. Jetzt haben wir sie.", Nassim Taleb</p>

<p>Was sind existentielle Risiken? Versuch einer Definition:</p>

<p>»Ein 'existenzielles Risiko' (X-Risiko) ist ein Ereignis, das die Möglichkeiten der Menschheit dauerhaft und drastisch einschränken könnte, indem es zum Beispiel das Aussterben der Menschheit verursacht«, CamXRisk</p>

<p>Meine erweiterte Definition:</p>

<p>Ein existenzielles Risiko für die Menschheit ist eine Bedrohung, die große Teile des Planeten oder menschlicher Strukturen zerstört oder große Teile der Menschheit in einem Ausmaß oder auf eine Weise töten könnte, dass eine Wiederherstellung eines modernen Gesellschaftsniveaus innerhalb eines Zeitrahmens von Jahrhunderten nicht wahrscheinlich ist.</p>

<p>Macht das Auflisten existentieller Risiken, das<em> Ranken</em> Sinn? Mit welchen Einschränkungen, unter welchen Rahmenbedingungen? Ist es überhaupt möglich, die Risiken sinnvoll einzuschätzen und wovon hängt das Risiko ab?</p>

<p>»Eine Pandemie besteht aus einem neuen Erreger und den sozialen Netzwerken, die er angreift. Wir können das Ausmaß der Ansteckung nicht verstehen, wenn wir nur das Virus selbst untersuchen, denn das Virus wird nur so viele Menschen infizieren, wie es die sozialen Netzwerke zulassen. Gleichzeitig legt eine Katastrophe die Gesellschaften und Staaten offen, die sie angreift.«, Niall Ferguson</p>

<p>Daher sind die Auswirkungen von Effekten komplexer Bedrohungen oft auch schwer einzuschätzen. So sind etwa trotz Klimawandel:</p>

<p>»Die jährlichen Todesfälle durch Tornados in den USA sind seit 1875 um mehr als das Zehnfache zurückgegangen« […] </p>
<p>"Die Zahl der wetterbedingten Todesfälle ist in den letzten hundert Jahren drastisch zurückgegangen, obwohl sich die Erde um 1,2 °C erwärmt hat; sie sind heute etwa 80-mal seltener als noch vor einem Jahrhundert. […] </p>
<p>Das liegt vor allem an der besseren Verfolgung von Stürmen, dem besseren Hochwasserschutz, der besseren medizinischen Versorgung und der verbesserten Widerstandsfähigkeit der Länder, die sich entwickelt haben. Ein aktueller UN-Bericht bestätigt den Trend der letzten zwei Jahrzehnte", Steven Koonin</p>

<p>Anhand von drei existentiellen Bedrohungen stelle ich die Schwierigkeit dar, Risiken, Auswirkungen und Rankings zu beurteilen: Atomwaffen, Bevölkerungskollaps und Klimawandel.</p>
<p>Welche Rolle spielen systemische Effekte? Wechselbeziehungen zwischen Bedrohungen, beziehungsweise sind einzelne Risiken als Folge anderer zu sehen? Wie damit umgehen?</p>

<p>»Für jede mögliche Katastrophe gibt es mindestens eine plausible Kassandra. Nicht alle Prophezeiungen können beherzigt werden. In den letzten Jahren haben wir vielleicht zugelassen, dass ein Risiko - nämlich der Klimawandel - unsere Aufmerksamkeit von den anderen ablenkt«, Niall Ferguson</p>

<p>Das Leben in einer modernen, komplexen Gesellschaft — im Anthropozän — hat positive Auswirkungen: wir sind weiter von der Natur entfernt, sind sicherer und haben einen viel höheren Lebensstandard als je zuvor. <em>Wir sterben nicht mehr im Einklang mit der Natur</em>, wie Hans Rosling es ausdrückte. Aber sie hat eben auch negative Auswirkungen, die leider existentielle Risiken darstellen können.</p>
<p>Die Konzentration auf die Eindämmung eines einzigen Risikos (z. B. des Klimawandels) kann dazu führen, dass wir andere Risiken unterschätzen oder sogar  andere Risiken dramatisch erhöhen.</p>

<p>»Wir sind immer gut vorbereitet auf die falsche Katastrophe. [...] Aber die Geschichte warnt uns, dass man nicht die Katastrophe bekommt, auf die man sich vorbereitet.«, Niall Ferguson</p>

<p>Wie können wir aber mit einer Vielzahl an miteinander verknüpften Risiken umgehen? Was könnten wir unternehmen um unsere Gesellschaft in einem breiteren Sinne resilienter, widerstandsfähiger zu machen? Welche Fehler haben wir in der Covid-Pandemie gemacht und was können wir daraus lernen?</p>
<p>Und nicht zuletzt — was ist die Liste der existentiellen Bedrohung in meiner Reihenfolge (die unbedingt kritisiert werden sollte!):</p>
<ol><li>Atomwaffen</li>
<li>Natürliche oder künstlich erzeugte Pathogene (»Demokratisierung« der Wissenschaft)</li>
<li>Zusammenbruch kritischer Infrastrukturen (Energie, Finanz, IKT, ...)</li>
<li>Solarer Supersturm (auch Carrington-Ereignis genannt)</li>
<li>Außer Kontrolle geratene Automatisierung/Robotik ("AI", aber auf einer allgemeineren Ebene)</li>
<li>Klimawandel (insbesondere für den Fall, dass Kipppunkte und ein unkontrollierbarer Klimawandel auftreten)</li>
<li>Nanotechnologie oder andere Möglichkeiten zur drastischen Veränderung von Herstellung und Chemie, die zu Nanomaschinen führen</li>
<li>Bevölkerungskollaps beziehungsweise starkes globales Ungleichgewicht</li>
<li>Ökosystemkollaps mit »Domino-Effekten«</li>
<li>Unbekannte Unbekannte (»Unknown unknowns«)</li>
<li>Grüne Gentechnik die außer Kontrolle gerät</li>
<li>Politischer/religiöser Extremismus</li>
<li>Asteroideneinschlag auf der Erde</li>
<li>Geoengineering (auch als Konflikt-Auslöser, -Verstärker)</li>
</ol><p>Diese Liste ist als Anregung gedacht, dieses Thema zu diskutieren. Ist die Reihenfolge richtig? Wahrscheinlich nicht. Fehlt etwas? </p>
<p>Die Kluft zwischen Nutzen und Katastrophe scheint durch moderne Technologie immer schärfer zu werden. Wir sind also gut beraten, diese Bedrohungen ernst zu nehmen. Aber um einen Punkt zu wiederholen: es ist ein großer Fehler, sich hauptsächlich auf eine Bedrohung in dieser Liste zu konzentrieren, welche auch immer das sein mag, und zu glauben, wir könnten so unser gesellschaftliches Risiko verringern.</p>
<p>Das werden wir nicht.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/'>Episode 74:</a> Apocalype Always
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/060-umwelt_wissenschaft-2/'>Episode 60:</a> Wissenschaft und Umwelt — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/059-umwelt_wissenschaft-1/'>Episode 59:</a> Wissenschaft und Umwelt — Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55:</a> Strukturen der Welt
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/051-vorbereiten_auf_disruption_saurugg_haas/'>Episode 51:</a> Vorbereiten auf die Disruption? Ein Gespräch mit Herbert Saurugg und John Haas
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45:</a> Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/033-naturschutz_frank_zachos/'>Episode 33:</a> Naturschutz im Anthropozän – Gespräch mit Prof. Frank Zachos
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27:</a> Wicked Problems
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/021-der-begriff-der-natur-oder-leben-im-anthropozan/'>Episode 21:</a> Der Begriff der Natur – oder: Leben im Anthropozän
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.camxrisk.org'>Cambridge Existential Risks Initiative (CERI)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3O6QDxW'>Hans Rosling, Factfulness: Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist, Ullstein (2019)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3XGzCxG'>Niall Ferguson, Doom, The Politics of Catastrophe, Penguin (2022)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3PKJ2pZ'>Steven E. Koonin, Unsettled, BenBella Books (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=5Gk9gIpGvSE'>Climate Change Debate: Bjørn Lomborg and Andrew Revkin | Lex Fridman Podcast #339</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=uOZG7jGnvm4'>Niall Ferguson on disaster preparation, Triggernometry</a></li>
<li><a href='https://science.nasa.gov/science-news/science-at-nasa/2014/23jul_superstorm/'>Near Miss: The Solar Superstorm of July 2012, NASA (2014)</a></li>
<li><a href='https://www.lloyds.com/news-and-insights/risk-reports/library/solar-storm'>Lloyds, Solar storm risk to the North American electric grid (2013)</a></li>
<li><a href='https://www.economist.com/briefing/2023/05/30/its-not-just-a-fiscal-fiasco-greying-economies-also-innovate-less'>The Economist Briefing, It’s not just a fiscal fiasco: greying economies also innovate less (2023)</a></li>
<li><a href='https://theconversation.com/the-five-biggest-threats-to-human-existence-27053'>The five biggest threats to human existence, The Conversation (2014)</a></li>
<li><a href='https://youtu.be/zaB_20bkoA4'>Elon Musk on artificial intelligence, Conversation with Tucker Carlson (2023)</a></li>
</ul>
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»Wird die Zivilisation mit einem Knall oder einem Winseln untergehen? Der aktuelle Trend ist ein Winseln in Erwachsenen-Windeln.«, Elon Musk

Existentielle Risiken sind ein Thema, das in diesen Podcast passt, auch weil es eine interessante historische und zukünftige Dimension hat. Zur Zukunft später, zuerst zur Vergangenheit: Zwar gab es auch in der Vergangenheit für die Menschheit oder den Planeten existentielle Risiken, etwa Asteroiden-Einschläge, aber es waren Risiken, die der Mensch weder beeinflussen noch herbeiführen konnte. Die Wirkmacht der Menschen war über den größten Zeitraum menschlicher Geschichte eine lokale.
Das ändert sich zunächst langsam mit der industriellen Revolution und dann schlagartig ab der Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Atomwaffen waren die erste Technologie, die ganz offensichtlich gezeigt haben, dass wir nun in der Lage sind nicht nur ganze Landstriche zu verwüsten, sondern tatsächlich die ganze Welt. 

"Wir waren immer verrückt, aber wir hatten nicht die Fähigkeiten die Welt zu zerstören. Jetzt haben wir sie.", Nassim Taleb

Was sind existentielle Risiken? Versuch einer Definition:

»Ein 'existenzielles Risiko' (X-Risiko) ist ein Ereignis, das die Möglichkeiten der Menschheit dauerhaft und drastisch einschränken könnte, indem es zum Beispiel das Aussterben der Menschheit verursacht«, CamXRisk

Meine erweiterte Definition:

Ein existenzielles Risiko für die Menschheit ist eine Bedrohung, die große Teile des Planeten oder menschlicher Strukturen zerstört oder große Teile der Menschheit in einem Ausmaß oder auf eine Weise töten könnte, dass eine Wiederherstellung eines modernen Gesellschaftsniveaus innerhalb eines Zeitrahmens von Jahrhunderten nicht wahrscheinlich ist.

Macht das Auflisten existentieller Risiken, das Ranken Sinn? Mit welchen Einschränkungen, unter welchen Rahmenbedingungen? Ist es überhaupt möglich, die Risiken sinnvoll einzuschätzen und wovon hängt das Risiko ab?

»Eine Pandemie besteht aus einem neuen Erreger und den sozialen Netzwerken, die er angreift. Wir können das Ausmaß der Ansteckung nicht verstehen, wenn wir nur das Virus selbst untersuchen, denn das Virus wird nur so viele Menschen infizieren, wie es die sozialen Netzwerke zulassen. Gleichzeitig legt eine Katastrophe die Gesellschaften und Staaten offen, die sie angreift.«, Niall Ferguson

Daher sind die Auswirkungen von Effekten komplexer Bedrohungen oft auch schwer einzuschätzen. So sind etwa trotz Klimawandel:

»Die jährlichen Todesfälle durch Tornados in den USA sind seit 1875 um mehr als das Zehnfache zurückgegangen« […] 
"Die Zahl der wetterbedingten Todesfälle ist in den letzten hundert Jahren drastisch zurückgegangen, obwohl sich die Erde um 1,2 °C erwärmt hat; sie sind heute etwa 80-mal seltener als noch vor einem Jahrhundert. […] 
Das liegt vor allem an der besseren Verfolgung von Stürmen, dem besseren Hochwasserschutz, der besseren medizinischen Versorgung und der verbesserten Widerstandsfähigkeit der Länder, die sich entwickelt haben. Ein aktueller UN-Bericht bestätigt den Trend der letzten zwei Jahrzehnte", Steven Koonin

Anhand von drei existentiellen Bedrohungen stelle ich die Schwierigkeit dar, Risiken, Auswirkungen und Rankings zu beurteilen: Atomwaffen, Bevölkerungskollaps und Klimawandel.
Welche Rolle spielen systemische Effekte? Wechselbeziehungen zwischen Bedrohungen, beziehungsweise sind einzelne Risiken als Folge anderer zu sehen? Wie damit umgehen?

»Für jede mögliche Katastrophe gibt es mindestens eine plausible Kassandra. Nicht alle Prophezeiungen können beherzigt werden. In den letzten Jahren haben wir vielleicht zugelassen, dass ein Risiko - nämlich der Klimawandel - unsere Aufmerksamkeit von den anderen ablenkt«, Niall Ferguson

Das Leben in einer modernen, komplexen Gesellschaft — im Anthropozän — hat positive Auswirkungen: wir sind weiter von der Natur entfernt, sind sicherer und haben einen viel höheren Lebensstandard als je zuvor. Wir sterben nicht mehr im Einklang mit der Natu]]></itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episode>76</itunes:episode>
        <itunes:episodeType>full</itunes:episodeType>
            </item>
    <item>
        <title>075 — Gott und die Welt, ein Gespräch mit Werner Gruber und Erich Eder</title>
        <itunes:title>075 — Gott und die Welt, ein Gespräch mit Werner Gruber und Erich Eder</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/075-gott-und-die-welt_werner-gruber_erich-eder/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/075-gott-und-die-welt_werner-gruber_erich-eder/#comments</comments>        <pubDate>Fri, 30 Jun 2023 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>In der heutigen Episode freue ich mich einerseits, dass mein Haus und Hof Biologie Prof. Erich Eder sich wieder die Zeit für ein Gespräch nimmt, und nicht nur das, er bringt den Physiker Werner Gruber mit — wie man früher gesagt hat:  bekannt (unter anderem) aus Rundfunk und Fernsehen, Kabarett sowie Autor mehrerer Bücher. </p>
<p>Der Titel der heutigen Episode ergibt sich gleich daraus, dass wir nur ca. ein bis zwei der von mir überlegten Fragen überhaupt angegangen sind: »Gott und die Welt«. Ich beginne das Gespräch mit einem Zitat des britischen Philosophen Roger Scruton:</p>

<p>»The Enlightenment had replaced mystery with mastery.«, Roger Scruton?</p>

<p>Was ist Aufklärung? Wer ist Verantwortlich für Fortschritt und Rückschritt? Was ist die Aufgabe der Wissenschaft, welche Rolle spielt Galileo bei der Frage nach dem Warum und nach dem Wie? Welche epistemologische Rolle spielt das Messgerät, die Technik in Wechselwirkung mit Wissenschaft?</p>
<p>Was ist der Unterschied zwischen Wissenschaftern und Technikern? Und... ist die Medizin eine Wissenschaft? Erich hat da in der Ansprache zu Medizinstudenten einen pragmatischen Zugang:</p>

<p>»Ihr seid eh auch irgendwie Biologen, ihr beschäftigt euch halt nur mit einer Affenart. und da nur mit den Krankheiten und wie man sie heilen kann«</p>

<p>In diesem Zusammenhang gibt Werner Gruber auch einen wesentlichen Tipp: was sollten Sie tun, wenn Sie von Außerirdischen entführt werden und auf dieser Reise erkranken?</p>
<p>Welche Rolle spielt der Nobelpreis für die Wissenschaft und was ist notwendig um einen Nobelpreis zu gewinnen? Der Österreicher Anton Zeilinger hat zuletzt den Nobelpreis für Physik erhalten, was steckt da fachlich und methodisch dahinter?</p>

<p>Ohne die Freiheit, "Sachen zu machen die nicht Mainstream waren", sei seine Forschungsarbeit nicht möglich gewesen, Anton Zeilinger</p>

<p>Der in Österreich geborene Physiker Max Perutz, der in den 1930er Jahren vor den Nazis nach England fliehen musste und dort im berühmten Cavendish Laboratorium arbeiten könnte, erhielt einen Nobelpreis mit John Kendrew für seine Arbeiten am Haemoglobin.</p>
<p>Später leitete er selbst das Labor und in dieser Zeit erhielten neun (!) seiner Mitarbeiter ebenfalls Nobelpreise. Auf die Frage, wie er das Labor führt und diesen Erfolg ermöglicht hat:</p>

<p>»no politics, no committees, no reports, no referees, no interviews; just gifted, highly motivated people, picked by a few men of good judgement.«</p>

<p>Sind wir an unseren Universitäten für Forschung und Lehre richtig aufgestellt? Was könnten und sollten wir verändern? Welche Rolle spielen schräge Vögeln in der Forschung und erlauben wir diese überhaupt noch an den Unis und Forschungseinrichtungen? </p>

<p>»Quantität in der Wissenschaft hat massiv zugenommen, aber nicht die Qualität«</p>

<p>Welche Rolle spielt die Ruhe und Nachdenken in Bildung und Wissenschaft? Schule kommt immerhin vom griechischen σχολή (scholē) was Muße bedeutet. Nutzen wir die Strukturen, die wir eingeführt haben (Universität, Fachhochschule) richtig?</p>

<p>»Ich würde heute nicht mehr studieren wollen«</p>

<p>Was ist die wichtigste Erfindung des 20. Jahrhunderts?</p>
<p>Wie grenzen sich Wissenschaft und Aktivismus ab, und welche Rolle spielt Wissenschaft und Expertise in politischen Entscheidungsprozessen? Warum halten sich so viele Menschen heute für Experten einer Sache (z.B. der Physik) ohne auch nur die relevanten Grundkenntnisse zu besitzen — wer ist nun ein Experte? In den Medien ist jeder Wissenschafter (oder jemand der wie ein solcher wirkt) Experte (für eh alles)?</p>

<p>»Wir forcieren in der Politik nicht die Personen, die auch Mut zum Versagen haben«</p>

<p>Gefühl oder Zahlen? Wie ein Statistiker die Küche des Schweizerhauses optimiert.</p>
<p>Wie haben wir die Covid-Pandemie bewältigt? Was den Bürgermeister von Rostock geleitet hat und welche Kritik aktuelle Cochran Studie aufwerfen.</p>
<p>Was hat es mit Plagiatsjägern und Betrug in der Ausbildung auf sich? Hat die höhere Bildung überhaupt den Wert den wir ihr zuschreiben, oder ist sie im Wesentlichen Signalisierung?</p>

<p>»Es ist eigentlich wurscht wo es hinführt, ich persönlich will es wissen.«</p>

<p>Korrektur: In der Episode wird angesprochen, dass der österreichische Nobelpreisträger Erwin Schrödinger Frauen oder gar Jugendliche sexuell missbraucht hätte. Dies wäre deckt sich nicht mit aktuellen Forschungsergebnissen und dürfte die Folge einer einzelnen schlechten Biografie sein.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/067-wissenschaft_hype-stephan_schleim/'>Episode 67:</a> Wissenschaft, Hype und Realität — ein Gespräch mit Stephan Schleim
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/050-geburt_der_gegenwart_achim_landwehr/'>Episode 50:</a> Die Geburt der Gegenwart und die Entdeckung der Zukunft — ein Gespräch mit Prof. Achim Landwehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/048-evolution_erich_eder/'>Episode 48:</a> Evolution, ein Gespräch mit Erich Eder
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47:</a> Große Worte
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/041-intellektuelle_bescheidenheit_russel/'>Episode 41:</a> Intellektuelle Bescheidenheit: Was wir von Bertrand Russel und der Eugenik lernen können
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/038-eliten-michael_hartmann/'>Episode 38:</a> Eliten, ein Gespräch mit Prof. Michael Hartmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28:</a> Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/002-was_wissen_wir/'>Episode 2:</a> Was wissen wir?
</li>
</ul>
<p>Werner Gruber</p>
<ul>
<li><a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Gruber'>Werner Gruber auf Wikipedia</a></li>
</ul>
<p>Erich Eder</p>
<ul>
<li><a href='https://www.sfu.ac.at/en/person/eder-erich/'>Erich Eder an der SFU</a></li>
</ul>
<p>fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://amzn.to/3NcA8i5'>Roger Scruton, Fools, Frauds and Firebrands, Bloomsbury (2019)</a></li>
<li>
<a href='https://www.sn.at/panorama/wissen/physik-nobelpreis-fuer-oesterreichischen-quantenphysiker-anton-zeilinger-127894846'>Physik Nobelpreis für österr. Quantenphysiker Anton Zeilinger (2022)</a>
</li>
<li><a href='https://amzn.to/42PcFJJ'>Max Perutz: Geoffrey West, Scale: The Universal Laws of Life and Death in Organisms, Cities and Companies, W&amp;N (2018)</a></li>
<li><a href='https://quillette.com/2023/04/18/masking-uncertainty-in-public-health/'>Mark Alan Smith, Masking Uncertainty in Public Health, Quintette (2023)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/43NEYJH'>Bryan Caplan, The Case against Education — Why the Education System Is a Waste of Time and Money, Princeton University Press (2019)</a></li>
<li><a href='https://plagiatsgutachten.com'>»Plagiatsjäger« Stefan Weber</a></li>
<li>
<a href='https://oe1.orf.at/programm/20251113/813483/Neue-Fakten-im-Schroedinger-Skandal'>Neue Fakten im „Schrödinger Skandal“ Ö1 Dimensionen (Nov 2025) </a>
</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>In der heutigen Episode freue ich mich einerseits, dass mein Haus und Hof Biologie Prof. Erich Eder sich wieder die Zeit für ein Gespräch nimmt, und nicht nur das, er bringt den Physiker Werner Gruber mit — wie man früher gesagt hat:  bekannt (unter anderem) aus Rundfunk und Fernsehen, Kabarett sowie Autor mehrerer Bücher. </p>
<p>Der Titel der heutigen Episode ergibt sich gleich daraus, dass wir nur ca. ein bis zwei der von mir überlegten Fragen überhaupt angegangen sind: »Gott und die Welt«. Ich beginne das Gespräch mit einem Zitat des britischen Philosophen Roger Scruton:</p>

<p>»The Enlightenment had replaced mystery with mastery.«, Roger Scruton?</p>

<p>Was ist Aufklärung? Wer ist Verantwortlich für Fortschritt und Rückschritt? Was ist die Aufgabe der Wissenschaft, welche Rolle spielt Galileo bei der Frage nach dem Warum und nach dem Wie? Welche epistemologische Rolle spielt das Messgerät, die Technik in Wechselwirkung mit Wissenschaft?</p>
<p>Was ist der Unterschied zwischen Wissenschaftern und Technikern? Und... ist die Medizin eine Wissenschaft? Erich hat da in der Ansprache zu Medizinstudenten einen pragmatischen Zugang:</p>

<p>»Ihr seid eh auch irgendwie Biologen, ihr beschäftigt euch halt nur mit einer Affenart. und da nur mit den Krankheiten und wie man sie heilen kann«</p>

<p>In diesem Zusammenhang gibt Werner Gruber auch einen wesentlichen Tipp: <em>was sollten Sie tun, wenn Sie von Außerirdischen entführt werden und auf dieser Reise erkranken?</em></p>
<p>Welche Rolle spielt der Nobelpreis für die Wissenschaft und was ist notwendig um einen Nobelpreis zu gewinnen? Der Österreicher Anton Zeilinger hat zuletzt den Nobelpreis für Physik erhalten, was steckt da fachlich und methodisch dahinter?</p>

<p>Ohne die Freiheit, "Sachen zu machen die nicht Mainstream waren", sei seine Forschungsarbeit nicht möglich gewesen, Anton Zeilinger</p>

<p>Der in Österreich geborene Physiker Max Perutz, der in den 1930er Jahren vor den Nazis nach England fliehen musste und dort im berühmten Cavendish Laboratorium arbeiten könnte, erhielt einen Nobelpreis mit John Kendrew für seine Arbeiten am Haemoglobin.</p>
<p>Später leitete er selbst das Labor und in dieser Zeit erhielten neun (!) seiner Mitarbeiter ebenfalls Nobelpreise. Auf die Frage, wie er das Labor führt und diesen Erfolg ermöglicht hat:</p>

<p>»no politics, no committees, no reports, no referees, no interviews; just gifted, highly motivated people, picked by a few men of good judgement.«</p>

<p>Sind wir an unseren Universitäten für Forschung und Lehre richtig aufgestellt? Was könnten und sollten wir verändern? Welche Rolle spielen schräge Vögeln in der Forschung und erlauben wir diese überhaupt noch an den Unis und Forschungseinrichtungen? </p>

<p>»Quantität in der Wissenschaft hat massiv zugenommen, aber nicht die Qualität«</p>

<p>Welche Rolle spielt die Ruhe und Nachdenken in Bildung und Wissenschaft? Schule kommt immerhin vom griechischen σχολή (scholē) was Muße bedeutet. Nutzen wir die Strukturen, die wir eingeführt haben (Universität, Fachhochschule) richtig?</p>

<p>»Ich würde heute nicht mehr studieren wollen«</p>

<p>Was ist die wichtigste Erfindung des 20. Jahrhunderts?</p>
<p>Wie grenzen sich Wissenschaft und Aktivismus ab, und welche Rolle spielt Wissenschaft und Expertise in politischen Entscheidungsprozessen? Warum halten sich so viele Menschen heute für Experten einer Sache (z.B. der Physik) ohne auch nur die relevanten Grundkenntnisse zu besitzen — wer ist nun ein Experte? In den Medien ist jeder Wissenschafter (oder jemand der wie ein solcher wirkt) Experte (für eh alles)?</p>

<p>»Wir forcieren in der Politik nicht die Personen, die auch Mut zum Versagen haben«</p>

<p>Gefühl oder Zahlen? Wie ein Statistiker die Küche des Schweizerhauses optimiert.</p>
<p>Wie haben wir die Covid-Pandemie bewältigt? Was den Bürgermeister von Rostock geleitet hat und welche Kritik aktuelle Cochran Studie aufwerfen.</p>
<p>Was hat es mit Plagiatsjägern und Betrug in der Ausbildung auf sich? Hat die höhere Bildung überhaupt den Wert den wir ihr zuschreiben, oder ist sie im Wesentlichen Signalisierung?</p>

<p>»Es ist eigentlich wurscht wo es hinführt, ich persönlich will es wissen.«</p>

<p>Korrektur: <em>In der Episode wird angesprochen, dass der österreichische Nobelpreisträger Erwin Schrödinger Frauen oder gar Jugendliche sexuell missbraucht hätte. Dies wäre deckt sich nicht mit aktuellen Forschungsergebnissen und dürfte die Folge einer einzelnen schlechten Biografie sein.</em></p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/067-wissenschaft_hype-stephan_schleim/'>Episode 67:</a> Wissenschaft, Hype und Realität — ein Gespräch mit Stephan Schleim
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/050-geburt_der_gegenwart_achim_landwehr/'>Episode 50:</a> Die Geburt der Gegenwart und die Entdeckung der Zukunft — ein Gespräch mit Prof. Achim Landwehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/048-evolution_erich_eder/'>Episode 48:</a> Evolution, ein Gespräch mit Erich Eder
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47:</a> Große Worte
</li>
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<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/041-intellektuelle_bescheidenheit_russel/'>Episode 41:</a> Intellektuelle Bescheidenheit: Was wir von Bertrand Russel und der Eugenik lernen können
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/038-eliten-michael_hartmann/'>Episode 38:</a> Eliten, ein Gespräch mit Prof. Michael Hartmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28:</a> Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/002-was_wissen_wir/'>Episode 2:</a> Was wissen wir?
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</ul>
<p>Werner Gruber</p>
<ul>
<li><a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Gruber'>Werner Gruber auf Wikipedia</a></li>
</ul>
<p>Erich Eder</p>
<ul>
<li><a href='https://www.sfu.ac.at/en/person/eder-erich/'>Erich Eder an der SFU</a></li>
</ul>
<p>fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://amzn.to/3NcA8i5'>Roger Scruton, Fools, Frauds and Firebrands, Bloomsbury (2019)</a></li>
<li>
<a href='https://www.sn.at/panorama/wissen/physik-nobelpreis-fuer-oesterreichischen-quantenphysiker-anton-zeilinger-127894846'>Physik Nobelpreis für österr. Quantenphysiker Anton Zeilinger (2022)</a>
</li>
<li><a href='https://amzn.to/42PcFJJ'>Max Perutz: Geoffrey West, Scale: The Universal Laws of Life and Death in Organisms, Cities and Companies, W&amp;N (2018)</a></li>
<li><a href='https://quillette.com/2023/04/18/masking-uncertainty-in-public-health/'>Mark Alan Smith, Masking Uncertainty in Public Health, Quintette (2023)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/43NEYJH'>Bryan Caplan, The Case against Education — Why the Education System Is a Waste of Time and Money, Princeton University Press (2019)</a></li>
<li><a href='https://plagiatsgutachten.com'>»Plagiatsjäger« Stefan Weber</a></li>
<li>
<a href='https://oe1.orf.at/programm/20251113/813483/Neue-Fakten-im-Schroedinger-Skandal'>Neue Fakten im „Schrödinger Skandal“ Ö1 Dimensionen (Nov 2025) </a>
</li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>In der heutigen Episode freue ich mich einerseits, dass mein Haus und Hof Biologie Prof. Erich Eder sich wieder die Zeit für ein Gespräch nimmt, und nicht nur das, er bringt den Physiker Werner Gruber mit — wie man früher gesagt hat:  bekannt (unter anderem) aus Rundfunk und Fernsehen, Kabarett sowie Autor mehrerer Bücher. 

Der Titel der heutigen Episode ergibt sich gleich daraus, dass wir nur ca. ein bis zwei der von mir überlegten Fragen überhaupt angegangen sind: »Gott und die Welt«. Ich beginne das Gespräch mit einem Zitat des britischen Philosophen Roger Scruton:

»The Enlightenment had replaced mystery with mastery.«, Roger Scruton?

Was ist Aufklärung? Wer ist Verantwortlich für Fortschritt und Rückschritt? Was ist die Aufgabe der Wissenschaft, welche Rolle spielt Galileo bei der Frage nach dem Warum und nach dem Wie? Welche epistemologische Rolle spielt das Messgerät, die Technik in Wechselwirkung mit Wissenschaft?

Was ist der Unterschied zwischen Wissenschaftern und Technikern?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episode>75</itunes:episode>
        <itunes:episodeType>full</itunes:episodeType>
            </item>
    <item>
        <title>074 — Apocalypse Always</title>
        <itunes:title>074 — Apocalypse Always</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/074-apocalype_always/#comments</comments>        <pubDate>Thu, 08 Jun 2023 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Ich habe mich schon in früheren Episode mit der Frage auseinandergesetzt, wie man in schwierigen, potentiell kritischen Situationen entscheiden und handeln soll. Kürzlich bin ich auf einen Artikel des australischen Philosophen Michael Barkun, Thinking About The End in Contemporary America aus dem Jahr 1983 aufmerksam geworden.</p>
<p>Ich lese ältere Artikel der 50er bis 80er Jahre mit immer größerem Interesse, weil ich auch hier feststelle, dass viele der Beobachtungen und Erkenntnisse dieser Zeit, obwohl sie 40-70 Jahre zurückliegen, immer noch zutreffen und diese Artikel häufig viel besser geschrieben sind als heutige. Die fundamentalen Dinge ändern sich offenbar doch nicht ganz so schnell, wie von vielen behauptet...?</p>
<p>Diese Episode wird eine kurze Reflexion über Katastrophismus und apokalyptische Prognosen und Aktivisten sein. Wie immer bei solchen Reflexionen, freue ich mich auf kritische Zuschriften.</p>
<p>In dieser kurzen Reflexion stelle ich die Frage, woher Katastrophismus und Untergangsglaube kommt, dass er nahezu eine Konstante der menschlichen Geschichte ist, aber auch, dass wir deutliche Unterschiede im 20. und 21. Jahrhundert wahrnehmen, nämlich eine Verschiebung von religiösen zu säkularen Ideen.</p>

<p>»Speculations about the end of history form an almost unbroken chain over two and a half millenia«, Michael Barkun</p>

<p>Auch in früheren Gesprächen, etwa mit Prof. Achim Landwehr haben ich sehr ähnliche Aspekte bereits thematisiert. Ein Nachhören dieser älteren Episoden zahlt sich aus:</p>

<p>»Wenn Apokalypse nie ausstirbt, dann heißt das aber auch: Die Welt geht nie unter. Das ist dann vielleicht die positive Konsequenz, die man daraus ableiten könnte.« </p>

<p>Ich zitiere später in der Folge den britischen Philosophen John Gray, der sich in seinem hervorragenden Buch Black Mass sehr kritisch mit milleniaristischen und utopistischen Strömungen auseinandersetzt:</p>

<p>»The world in which we find ourselves at the start of the new millennium is littered with the debris of utopian projects. […] The alteration envisioned by utopian thinkers has not come about, and for the most part their projects have produced results opposite to those they intended.«</p>

<p>Die Tatsache, dass wir die Trümmer vergangener Utopien links und rechts um uns herum sehen, hindert aber neue Utopisten nicht daran wieder ihre reine Lehre allen anderen aufzwingen zu wollen:</p>

<p>»The use of inhumane methods to achieve impossible ends is the essence of revolutionary utopianism.«</p>

<p>Wir erleben gerade eine Vielzahl an katastrophistischen, fast religionsartigen Bewegungen wie etwa Just Stop Oil, Extinction Rebellion oder die Letzte Generation. An dieser Stelle Screenshots von zwei Webseiten, die im Podcast erwähnt werden:</p>
<p></p>
<p>Extinction Rebellion</p>
<p></p>
<p>Letzte Generation</p>
<p>Das Pamphlet endet mit den bescheidenen Worten:</p>

<p>»Und wir stehen auf der richtigen Seite der Geschichte.«</p>

<p>Am Ende stelle ich die Frage, wie wir als Gesellschaft nun mit solchen apokalyptischen Vorhersagen und kultartigen Strömungen umgehen sollen, besonders in Bezug auf Klimawandel, um den sich die meisten heute drehen. Diese Verengung ist für sich genommen bemerkenswert, denn denkt man über existentielle Bedrohungen der Menschheit nach, fallen mir ohne lange Überlegungen fast ein Dutzend Bedrohungen ein, der Klimawandel ist da nur eine unter vielen.</p>
<p>Dies merkt auch der britischen Historiker Niall Ferguson an; aus seinem ebenfalls sehr lesenswerten Buch Doom zitiert:</p>

<p>“For every potential calamity, there is at least one plausible Cassandra. Not all prophecies can be heeded. In recent years we may have allowed one risk — namely climate change — to draw our attention away from the others.”</p>

<p>Dazu kommt noch die wesentliche Frage, ob diese Probleme, die hier angesprochen werden, überhaupt eine Lösung in einem traditionellen Sinn hat, wie diese Aktivisten behaupten. Dazu empfehle ich die Episode Probleme und Lösungen nachzuholen.</p>

<p>“There are no solutions, only tradeoffs.”, Thomas Sowell</p>

<p>Am Ende noch ein Zitat aus dem herausragenden Buch von Jacob Bronowski aus dem Jahr 1956, das im Grunde meine Episode über den Irrtum der »Follow the Science« vorwegnimmt (allerdings bin ich erst nach meiner Episode auf dieses Buch gestossen):</p>

<p>»There is no more threatening and no more degrading doctrine than the fancy that somehow we may shelve the responsibility for making the decisions of our society by passing it to a few scientists armoured with a special magic.«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/062-wirtschaft_umwelt_sinn/'>Episode 62:</a> Wirtschaft und Umwelt, ein Gespräch mit Prof. Hans-Werner Sinn
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/060-umwelt_wissenschaft-2/'>Episode 60:</a> Wissenschaft und Umwelt — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/059-umwelt_wissenschaft-1/'>Episode 59:</a> Wissenschaft und Umwelt — Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/051-vorbereiten_auf_disruption_saurugg_haas/'>Episode 51:</a> Vorbereiten auf die Disruption? Ein Gespräch mit Herbert Saurugg und John Haas
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/050-geburt_der_gegenwart_achim_landwehr/'>Episode 50:</a> Die Geburt der Gegenwart und die Entdeckung der Zukunft — ein Gespräch mit Prof. Achim Landwehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47:</a> Große Worte
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/046-activism_zion-lights/'>Episode 46:</a> Activism, a Conversation with Zion Lights
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45:</a> Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39:</a> Follow the Science?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://sichten.blogspot.com/2023/05/apocalypse-always.html'>Apocalypse Always, Blog Artikel (2023)</a></li>
<li><a href='https://sichten.blogspot.com/2023/06/existential-threats.html'>Existential Threats, Blog Article (2023)</a></li>
<li><a href='https://www.maxwell.syr.edu/directory/michael-barkun'>Michael Barkun, Syracuse University</a></li>
<li>Michael Barkun, Thinking about the end in contemporary America, <a href='https://www.jstor.org/stable/41178260'>Soundings: An Interdisciplinary Journal Vol. 66, No. 3 (Fall 1983), pp. 257-280</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3N162z9'>Andrea Wulf, Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur, Bertelsmann (2016)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/43tkCov'>John Gray, Black Mass, Penguin (2008)</a></li>
<li><a href='https://juststopoil.org'>Just Stop Oil</a></li>
<li><a href='https://rebellion.global/blog/2021/01/05/citizens-assembly-climate-change/'>Extinction Rebellion, Citizens Assembly, Climate Change (2021)</a></li>
<li><a href='https://letztegeneration.de/berlin-april-2023/'>Letzte Generation, Berlin zum Stillstand bringen (April 2023)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/45N1KD0'>Niall Ferguson, Doom, Deutsche Verlagsanstalt (2021)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3q6KxUw'>Jacob Bronowski, Science and Human Values, Faber and Faber (1956)</a></li>
<li><a href='https://web.archive.org/web/20070714204136/http://www.michaelcrichton.net/speech-whyspeculate.html'>Michael Crichton, Why Speculate? (2002)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe mich schon in früheren Episode mit der Frage auseinandergesetzt, wie man in schwierigen, potentiell kritischen Situationen entscheiden und handeln soll. Kürzlich bin ich auf einen Artikel des australischen Philosophen Michael Barkun, Thinking About <em>The End in Contemporary America</em> aus dem Jahr 1983 aufmerksam geworden.</p>
<p>Ich lese ältere Artikel der 50er bis 80er Jahre mit immer größerem Interesse, weil ich auch hier feststelle, dass viele der Beobachtungen und Erkenntnisse dieser Zeit, obwohl sie 40-70 Jahre zurückliegen, immer noch zutreffen und diese Artikel häufig viel besser geschrieben sind als heutige. <em>Die fundamentalen Dinge ändern sich offenbar doch nicht ganz so schnell, wie von vielen behauptet...?</em></p>
<p>Diese Episode wird eine kurze Reflexion über Katastrophismus und apokalyptische Prognosen und Aktivisten sein. Wie immer bei solchen Reflexionen, freue ich mich auf kritische Zuschriften.</p>
<p>In dieser kurzen Reflexion stelle ich die Frage, woher Katastrophismus und Untergangsglaube kommt, dass er nahezu eine Konstante der menschlichen Geschichte ist, aber auch, dass wir deutliche Unterschiede im 20. und 21. Jahrhundert wahrnehmen, nämlich eine Verschiebung von religiösen zu säkularen Ideen.</p>

<p>»Speculations about the end of history form an almost unbroken chain over two and a half millenia«, Michael Barkun</p>

<p>Auch in früheren Gesprächen, etwa mit Prof. Achim Landwehr haben ich sehr ähnliche Aspekte bereits thematisiert. Ein Nachhören dieser älteren Episoden zahlt sich aus:</p>

<p>»Wenn Apokalypse nie ausstirbt, dann heißt das aber auch: Die Welt geht nie unter. Das ist dann vielleicht die positive Konsequenz, die man daraus ableiten könnte.« </p>

<p>Ich zitiere später in der Folge den britischen Philosophen John Gray, der sich in seinem hervorragenden Buch Black Mass sehr kritisch mit milleniaristischen und utopistischen Strömungen auseinandersetzt:</p>

<p>»The world in which we find ourselves at the start of the new millennium is littered with the debris of utopian projects. […] The alteration envisioned by utopian thinkers has not come about, and for the most part their projects have produced results opposite to those they intended.«</p>

<p>Die Tatsache, dass wir die Trümmer vergangener Utopien <em>links</em> und <em>rechts</em> um uns herum sehen, hindert aber neue Utopisten nicht daran wieder ihre reine Lehre allen anderen aufzwingen zu wollen:</p>

<p>»The use of inhumane methods to achieve impossible ends is the essence of revolutionary utopianism.«</p>

<p>Wir erleben gerade eine Vielzahl an katastrophistischen, fast religionsartigen Bewegungen wie etwa <em>Just Stop Oil</em>, <em>Extinction Rebellion</em> oder die <em>Letzte Generation</em>. An dieser Stelle Screenshots von zwei Webseiten, die im Podcast erwähnt werden:</p>
<p></p>
<p><em>Extinction Rebellion</em></p>
<p></p>
<p><em>Letzte Generation</em></p>
<p>Das Pamphlet endet mit den bescheidenen Worten:</p>

<p>»Und wir stehen auf der richtigen Seite der Geschichte.«</p>

<p>Am Ende stelle ich die Frage, wie wir als Gesellschaft nun mit solchen apokalyptischen Vorhersagen und kultartigen Strömungen umgehen sollen, besonders in Bezug auf Klimawandel, um den sich die meisten heute drehen. Diese Verengung ist für sich genommen bemerkenswert, denn denkt man über existentielle Bedrohungen der Menschheit nach, fallen mir ohne lange Überlegungen fast ein Dutzend Bedrohungen ein, der Klimawandel ist da nur eine unter vielen.</p>
<p>Dies merkt auch der britischen Historiker Niall Ferguson an; aus seinem ebenfalls sehr lesenswerten Buch <em>Doom</em> zitiert:</p>

<p>“For every potential calamity, there is at least one plausible Cassandra. Not all prophecies can be heeded. In recent years we may have allowed one risk — namely climate change — to draw our attention away from the others.”</p>

<p>Dazu kommt noch die wesentliche Frage, ob diese Probleme, die hier angesprochen werden, überhaupt eine Lösung in einem traditionellen Sinn hat, wie diese Aktivisten behaupten. Dazu empfehle ich die Episode Probleme und Lösungen nachzuholen.</p>

<p>“There are no solutions, only tradeoffs.”, Thomas Sowell</p>

<p>Am Ende noch ein Zitat aus dem herausragenden Buch von Jacob Bronowski aus dem Jahr 1956, das im Grunde meine Episode über den Irrtum der »Follow the Science« vorwegnimmt (allerdings bin ich erst nach meiner Episode auf dieses Buch gestossen):</p>

<p>»There is no more threatening and no more degrading doctrine than the fancy that somehow we may shelve the responsibility for making the decisions of our society by passing it to a few scientists armoured with a special magic.«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/076-existentielle_risiken/'>Episode 76:</a> Existentielle Risiken
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/062-wirtschaft_umwelt_sinn/'>Episode 62:</a> Wirtschaft und Umwelt, ein Gespräch mit Prof. Hans-Werner Sinn
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/060-umwelt_wissenschaft-2/'>Episode 60:</a> Wissenschaft und Umwelt — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/059-umwelt_wissenschaft-1/'>Episode 59:</a> Wissenschaft und Umwelt — Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/051-vorbereiten_auf_disruption_saurugg_haas/'>Episode 51:</a> Vorbereiten auf die Disruption? Ein Gespräch mit Herbert Saurugg und John Haas
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/050-geburt_der_gegenwart_achim_landwehr/'>Episode 50:</a> Die Geburt der Gegenwart und die Entdeckung der Zukunft — ein Gespräch mit Prof. Achim Landwehr
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47:</a> Große Worte
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/046-activism_zion-lights/'>Episode 46:</a> Activism, a Conversation with Zion Lights
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45:</a> Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39:</a> Follow the Science?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://sichten.blogspot.com/2023/05/apocalypse-always.html'>Apocalypse Always, Blog Artikel (2023)</a></li>
<li><a href='https://sichten.blogspot.com/2023/06/existential-threats.html'>Existential Threats, Blog Article (2023)</a></li>
<li><a href='https://www.maxwell.syr.edu/directory/michael-barkun'>Michael Barkun, Syracuse University</a></li>
<li>Michael Barkun, Thinking about the end in contemporary America, <a href='https://www.jstor.org/stable/41178260'>Soundings: An Interdisciplinary Journal Vol. 66, No. 3 (Fall 1983), pp. 257-280</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3N162z9'>Andrea Wulf, Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur, Bertelsmann (2016)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/43tkCov'>John Gray, Black Mass, Penguin (2008)</a></li>
<li><a href='https://juststopoil.org'>Just Stop Oil</a></li>
<li><a href='https://rebellion.global/blog/2021/01/05/citizens-assembly-climate-change/'>Extinction Rebellion, Citizens Assembly, Climate Change (2021)</a></li>
<li><a href='https://letztegeneration.de/berlin-april-2023/'>Letzte Generation, Berlin zum Stillstand bringen (April 2023)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/45N1KD0'>Niall Ferguson, Doom, Deutsche Verlagsanstalt (2021)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3q6KxUw'>Jacob Bronowski, Science and Human Values, Faber and Faber (1956)</a></li>
<li><a href='https://web.archive.org/web/20070714204136/http://www.michaelcrichton.net/speech-whyspeculate.html'>Michael Crichton, Why Speculate? (2002)</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary>Ich habe mich schon in früheren Episode mit der Frage auseinandergesetzt, wie man in schwierigen, potentiell kritischen Situationen entscheiden und handeln soll. Kürzlich bin ich auf einen Artikel des australischen Philosophen Michael Barkun, Thinking About The End in Contemporary America aus dem Jahr 1983 aufmerksam geworden.

Ich lese ältere Artikel der 50er bis 80er Jahre mit immer größerem Interesse, weil ich auch hier feststelle, dass viele der Beobachtungen und Erkenntnisse dieser Zeit, obwohl sie 40-70 Jahre zurückliegen, immer noch zutreffen und diese Artikel häufig viel besser geschrieben sind als heutige. Die fundamentalen Dinge ändern sich offenbar doch nicht ganz so schnell, wie von vielen behauptet...?

Diese Episode wird eine kurze Reflexion über Katastrophismus und apokalyptische sein. Wie immer bei solchen Reflexionen, freue ich mich auf kritische Zuschriften.

Weitere Info siehe Webseite mit Shownotes</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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    <item>
        <title>073 — Ökorealismus, ein Gespräch mit Björn Peters</title>
        <itunes:title>073 — Ökorealismus, ein Gespräch mit Björn Peters</itunes:title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/073-oekorealismus_peters/#comments</comments>        <pubDate>Wed, 17 May 2023 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>In dieser Episode führe ich ein Gespräch mit Dr. Björn Peters über ökologischen Realismus:</p>
<p>Björn ist Physiker und hat seine Karriere als Management-Berater bei McKinsey begonnen. Er war dann im Management verschiedener DAX-Konzerne im Finanzbereich tätig, und hat  wirtschaftliche und strategische Bewertungsmethoden entwickelt. Eine besondere Expertise ist dabei die Speicherfinanzierung, die er in vielen internationalen Konferenzen präsentierte. Weiters fungierte er als Vorsitzender des Energy Storage World Forums.</p>
<p>2016 hat er ein privates Forschungs- und Beratungsunternehmen gegründet, das sich auf Rohstoff-, Finanz- und Energiemärkte spezialisiert hat. Er berät Politiker in Fragen von Nachhaltigkeit und Energie-Strategie und ist seit 2021 Finanzchef beim kerntechnischen Startup Dual Fluid Energy Inc. in Vancouver / Kanada.</p>
<p>In diesem Gespräch schlagen wir einen weiten Bogen, beginnend von den großen Herausforderungen der Zeit und wie wir als Gesellschaft mit ökologische Probleme konstruktiv und faktenbasiert umgehen sollten. Dabei sprechen wir über Energieversorgung, Kybernetik, politische Strategien, sowie geopolitische Aspekte dieser Themen.</p>
<p>Was ist vom immer wieder aufflammenden Malthusianismus zu halten? Welche Rolle spielen globale Stoffkreisläufe? Mit einem Blick nach China, Indien, Afrika: welche Rolle können Nationen wie Deutschland bei Fragen des Klimawandels überhaupt spielen?</p>

<p>»Wir tragen unsere Energieproblem auf dem Rücken der Hungernden der Welt aus.«</p>

<p>Wie kommen wir von einer »Gartenzwerperspektive« zu wirksamen Strategien? Welche Rolle spielt Technologie? Finden wir einen Weg, der keinen komplexen Plan benötigt, sondern sich selbst ergibt?</p>
<p>Dann sprechen wir über die Problematik der »erneuerbaren« Energie: aus dem Versprechen einer dezentralen Energieversorgung wird in der Realität eine dezentrale Energieerzeugung mit enormen Folgekosten für die Integration, denn keine Technologie ist zentraler als »Erneuerbare«.</p>
<p>Kybernetik ist ein Begriff, der in den 1980er Jahren langsam an Bedeutung verloren hat —sollten wir ihm nicht wieder mehr Aufmerksamkeit schenken? Z.B. bei der Frage, ob komplexe Herausforderungen besser top-down oder bottom-up angegangen werden sollten? Oder über die Rolle des Staats etwa bei Technologieentscheidungen?</p>
<p>Aktuell steht es um Forschung und Entwicklung in vielen Bereichen nicht sehr gut: Wissenschaft wird eingeengt um »Lösungen« zu finden, die die Politik bereits vorgegeben hat.</p>
<p>Zuletzt interessieren mich die Möglichkeiten, die in der Renaissance der Kernkraft mit fast 100 neuen Startups liegt. Hat die Kerntechnik aufgrund des Aktivismus der 1970er und 1980er Jahre Jahrzehnte der Pause eingelegt? Wo stehen wir heute? Was hat sich bei bestehenden Anlagen verändert? Wie sieht es mit der Sicherheit aus und welche Rolle können diese neuen Startups in den nächsten Jahren spielen? Und natürlich muss ich die Frage stellen: wie gehen wir mit dem Atommüll um, der in der öffentlichen Wahrnehmung wie ein apokalyptisches Problem wirkt?</p>
<p>Welche Rolle kann Serienproduktion und Skaleneffekte für Kosten, Geschwindigkeit und Qualität spielen? Was bedeutet Dekarbonisierung der Energieversorgung wirklich, vor allem wenn man nicht nur das 1/5 Elektrizität sondern auch die 4/5 der restlichen Energie betrachtet?</p>

»Auf globaler Ebene ist die Offenheit für Kernkraft enorm.«

<p>Björn ist bei diesen Zukunftsfragen, wie sich herausstellen wird, aus einer globalen Perspektive optimistisch:</p>
»Global bin ich sehr optimistisch, lokal — für Deutschland und Österreich — wird noch ein sehr tiefes Tal der Tränen vor uns liegen, bis die Leute merken, dass man eine zuverlässige Energieversorgung braucht, die auch günstig ist.«
<p>Die Physik (oder allgemeiner: die Realität) gewinnt am Ende immer, gegen jede noch so gut gemeinte, aber sachlich falsche Idee.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/070-future_farming_padraid_flood/'>Episode 70</a>: Future of Farming, a conversation with Padraic Flood</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/062-wirtschaft_umwelt_sinn/'>Episode 62:</a> Wirtschaft und Umwelt, ein Gespräch mit Prof. Hans-Werner Sinn</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/059-umwelt_wissenschaft-1/'>Episode 59:</a> Wissenschaft und Umwelt — Teil 1</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/060-umwelt_wissenschaft-2/'>Episode 60:</a> Wissenschaft und Umwelt — Teil 2</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/057-konservativ_und_progressiv/'>Episode 57:</a> Konservativ UND Progressiv</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/050-geburt_der_gegenwart_achim_landwehr/'>Episode 50:</a> Die Geburt der Gegenwart und die Entdeckung der Zukunft — ein Gespräch mit Prof. Achim Landwehr</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/046-activism_zion-lights/'>Episode 46:</a> Activism, a Conversation with Zion Lights</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/036-energiewende-wendland/'>Episode 36:</a> Energiewende und Kernkraft, ein Gespräch mit Anna Veronika Wendland</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/033-naturschutz_frank_zachos/'>Episode 33:</a> Naturschutz im Anthropozän – Gespräch mit Prof. Frank Zachos</li>
</ul>
<p>Björn Peters</p>
<ul><li><a href='http://peterscoll.de'>Forschungs- und Beratungsinstitut für Energiewirtschaft und Politik</a></li>
<li><a href='https://deutscherarbeitgeberverband.de/Rubrik.html?PR_ID=5&Title=Die%20Energiefrage'>Deutscher Arbeitgeberverband: Artikel zu Energiefragen </a></li>
<li><a href='https://dual-fluid.com'>Dual Fluid</a></li>
<li><a href='http://www.twitter.com/BjrnPeters3'>Björn Peters auf Twitter</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>In dieser Episode führe ich ein Gespräch mit Dr. Björn Peters über ökologischen Realismus:</p>
<p>Björn ist Physiker und hat seine Karriere als Management-Berater bei McKinsey begonnen. Er war dann im Management verschiedener DAX-Konzerne im Finanzbereich tätig, und hat  wirtschaftliche und strategische Bewertungsmethoden entwickelt. Eine besondere Expertise ist dabei die Speicherfinanzierung, die er in vielen internationalen Konferenzen präsentierte. Weiters fungierte er als Vorsitzender des Energy Storage World Forums.</p>
<p>2016 hat er ein privates Forschungs- und Beratungsunternehmen gegründet, das sich auf Rohstoff-, Finanz- und Energiemärkte spezialisiert hat. Er berät Politiker in Fragen von Nachhaltigkeit und Energie-Strategie und ist seit 2021 Finanzchef beim kerntechnischen Startup Dual Fluid Energy Inc. in Vancouver / Kanada.</p>
<p>In diesem Gespräch schlagen wir einen weiten Bogen, beginnend von den großen Herausforderungen der Zeit und wie wir als Gesellschaft mit ökologische Probleme konstruktiv und faktenbasiert umgehen sollten. Dabei sprechen wir über Energieversorgung, Kybernetik, politische Strategien, sowie geopolitische Aspekte dieser Themen.</p>
<p>Was ist vom immer wieder aufflammenden Malthusianismus zu halten? Welche Rolle spielen globale Stoffkreisläufe? Mit einem Blick nach China, Indien, Afrika: welche Rolle können Nationen wie Deutschland bei Fragen des Klimawandels überhaupt spielen?</p>

<p>»Wir tragen unsere Energieproblem auf dem Rücken der Hungernden der Welt aus.«</p>

<p>Wie kommen wir von einer »Gartenzwerperspektive« zu wirksamen Strategien? Welche Rolle spielt Technologie? Finden wir einen Weg, der keinen komplexen Plan benötigt, sondern sich selbst ergibt?</p>
<p>Dann sprechen wir über die Problematik der »erneuerbaren« Energie: aus dem Versprechen einer dezentralen Energieversorgung wird in der Realität eine dezentrale Energieerzeugung mit enormen Folgekosten für die Integration, denn keine Technologie ist zentraler als »Erneuerbare«.</p>
<p>Kybernetik ist ein Begriff, der in den 1980er Jahren langsam an Bedeutung verloren hat —sollten wir ihm nicht wieder mehr Aufmerksamkeit schenken? Z.B. bei der Frage, ob komplexe Herausforderungen besser top-down oder bottom-up angegangen werden sollten? Oder über die Rolle des Staats etwa bei Technologieentscheidungen?</p>
<p>Aktuell steht es um Forschung und Entwicklung in vielen Bereichen nicht sehr gut: Wissenschaft wird eingeengt um »Lösungen« zu finden, die die Politik bereits vorgegeben hat.</p>
<p>Zuletzt interessieren mich die Möglichkeiten, die in der Renaissance der Kernkraft mit fast 100 neuen Startups liegt. Hat die Kerntechnik aufgrund des Aktivismus der 1970er und 1980er Jahre Jahrzehnte der Pause eingelegt? Wo stehen wir heute? Was hat sich bei bestehenden Anlagen verändert? Wie sieht es mit der Sicherheit aus und welche Rolle können diese neuen Startups in den nächsten Jahren spielen? Und natürlich muss ich die Frage stellen: wie gehen wir mit dem Atommüll um, der in der öffentlichen Wahrnehmung wie ein apokalyptisches Problem wirkt?</p>
<p>Welche Rolle kann Serienproduktion und Skaleneffekte für Kosten, Geschwindigkeit und Qualität spielen? Was bedeutet Dekarbonisierung der Energieversorgung wirklich, vor allem wenn man nicht nur das 1/5 Elektrizität sondern auch die 4/5 der restlichen Energie betrachtet?</p>

»Auf globaler Ebene ist die Offenheit für Kernkraft enorm.«

<p>Björn ist bei diesen Zukunftsfragen, wie sich herausstellen wird, aus einer globalen Perspektive optimistisch:</p>
»Global bin ich sehr optimistisch, lokal — für Deutschland und Österreich — wird noch ein sehr tiefes Tal der Tränen vor uns liegen, bis die Leute merken, dass man eine zuverlässige Energieversorgung braucht, die auch günstig ist.«
<p><em>Die Physik (oder allgemeiner: die Realität) gewinnt am Ende immer, gegen jede noch so gut gemeinte, aber sachlich falsche Idee.</em></p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/070-future_farming_padraid_flood/'>Episode 70</a>: Future of Farming, a conversation with Padraic Flood</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/062-wirtschaft_umwelt_sinn/'>Episode 62:</a> Wirtschaft und Umwelt, ein Gespräch mit Prof. Hans-Werner Sinn</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/059-umwelt_wissenschaft-1/'>Episode 59:</a> Wissenschaft und Umwelt — Teil 1</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/060-umwelt_wissenschaft-2/'>Episode 60:</a> Wissenschaft und Umwelt — Teil 2</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/057-konservativ_und_progressiv/'>Episode 57:</a> Konservativ UND Progressiv</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/050-geburt_der_gegenwart_achim_landwehr/'>Episode 50:</a> Die Geburt der Gegenwart und die Entdeckung der Zukunft — ein Gespräch mit Prof. Achim Landwehr</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/046-activism_zion-lights/'>Episode 46:</a> Activism, a Conversation with Zion Lights</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/036-energiewende-wendland/'>Episode 36:</a> Energiewende und Kernkraft, ein Gespräch mit Anna Veronika Wendland</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/033-naturschutz_frank_zachos/'>Episode 33:</a> Naturschutz im Anthropozän – Gespräch mit Prof. Frank Zachos</li>
</ul>
<p>Björn Peters</p>
<ul><li><a href='http://peterscoll.de'>Forschungs- und Beratungsinstitut für Energiewirtschaft und Politik</a></li>
<li><a href='https://deutscherarbeitgeberverband.de/Rubrik.html?PR_ID=5&Title=Die%20Energiefrage'>Deutscher Arbeitgeberverband: Artikel zu Energiefragen </a></li>
<li><a href='https://dual-fluid.com'>Dual Fluid</a></li>
<li><a href='http://www.twitter.com/BjrnPeters3'>Björn Peters auf Twitter</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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Details siehe Webseite</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episode>73</itunes:episode>
        <itunes:episodeType>full</itunes:episodeType>
            </item>
    <item>
        <title>072 — Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann</title>
        <itunes:title>072 — Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft — Ein Gespräch mit Jan David Zimmermann</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/072-sprache_komplexitaet_zimmermann/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 24 Apr 2023 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Das Thema der heutigen Episiode ist: »Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft«</p>
<p>Covid, Klimawandel, Energiewende oder geopolitische Krisen sind komplexe Herausforderungen.  Herausforderungen, in denen sich verschiedene wissenschaftliche Erkenntnisse mit politischen und gesellschaftlichen Interessen überschneiden. Unterschiedliche Meinungen, und damit Konflikt ist geradezu eine natürliche Folge solcher Probleme.</p>
<p>Und immer öfter scheinen wir an diesen Herausforderungen zu scheitern, und nicht nur das: wir Polarisieren dabei zunehmend unsere Gesellschaft, drohen liberale und demokratische Werte zu gefährden und beschädigen Wissenschaft und Politik auf dem Weg.</p>
<p>So erleben wir auch eine Renaissance von Paternalismus und Autoritarismus — und dies nicht unbedingt von der politischen Seite, von der es von vielen erwartet wurde. Wollen wir die Entscheidung über wesentliche gesellschaftliche Entscheidungen wenigen Auserwählten überlassen oder doch eine breite und informierte gesellschaftlichen Legitimierung anstreben?</p>
<p>Stecken wir fest? Was geschieht, gerade und welche Rolle spielt Sprache und Diskurs?</p>
<p>Diese Folge jongliert mit einer Reihe von politisch und gesellschaftlich heißen Themen und gerade darum freue ich mich sehr, dieses Gespräch mit Jan David Zimmermann führen zu können.</p>
<p>Jan ist Autor, Journalist und Wissenschaftsforscher, hat auch gerade ein neues und äußerst empfehlenswertes Buch herausgebracht.</p>
<p>Ich möchte nochmals betonen, daß wir Covid, Klimawandel  und andere Krisen ansprechen, aber es geht in keinem dieser Fälle darum, konkrete sachliche Fragen der Krisen zu diskutieren oder zu beurteilen. </p>
<p>Vielmehr interessiert uns eine Meta-Frage: wie diskutieren wir aktuell und wie sollten wir derartig schwierige und komplexe Fragestellungen in der Gesellschaft diskutieren, wo schwerwiegende und langfristig wirksame Entscheidungen unserer Ansicht nach demokratisch legitimiert sein müssen.</p>
<p>Wir beziehen keine sachliche Position zu Covid- oder Klimawandel - Fragen, sondern diskutieren auf der Meta-Ebene, wie wir gesellschaftlich und wissenschaftlich mit diesen Themen umgehen, beziehungsweise umgegangen sind, und welche zum Teil erheblichen Fehler aus unserer Sicht hier gemacht wurden. Wie funktionieren — oder funktionieren eben nicht — wesentliche gesellschaftliche Diskurse</p>

<p>»Wissenschaft ist eine tolle Sache um die materielle Welt zu verstehen, aber es dauert Zeit. Es bedarf Debatten und Diskussionen. Das Problem ist dabei nicht so sehr Wissenschaft: sondern wir haben einige hochrangige Bürokraten in die Position eines Papsts erhoben«, Jay Bhattacharya</p>


<p>»Wenn Kritiker ihre Kugeln auf Tony Fauci abfeuern, dann erkenne die Menschen, da ist eine Person. So ist es einfach zu kritisieren, aber sie kritisieren tatsächlich Wissenschaft. Denn ich repräsentiere Wissenschaft.«, Dr. Anthony Fauci</p>

<p>Ist Fauci Wissenschaft? Wer repräsentiert Wissenschaft? Was ist Wissenschaft, vor allem auch hinsichtlich der gesellschaftlichen und politischen Wirkung?</p>
<p>Sollten wir Wissenschaft nicht als ständigen Diskurs und Selbstreflexion auch mit einer wesentlichen historischen Dimension begreifen und behandeln? Wissenschaft nach Bourdieu als soziales System sehen?</p>

<p>"Wenn es darum geht, Menschenleben zu retten, mache ich keine Kompromisse.", Wolfgang Mückstein </p>

<p>und</p>

<p>»Aber ich sage Ihnen auch ganz offen, dass der Maßstab nicht das ist, was wir glauben, was wir jetzt machen wollen, sondern der Maßstab ist, was uns die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu dem Thema sagen.«, Angela Merkel (2020)</p>

<p>Was bedeutet das? Wer entscheidet was der Maßstab ist. Welcher Wissenschafter ist überhaupt in der Lage eine relevante Aussage in einer komplexen Systemlage zu geben?</p>
<p>Haben wir — besonders deutlich in der Covid-Krise —Entkontextualisierung und Enthhistorisierung sowie eine deutliche Verengung von Diskurs erlebt? Mit welchen Folgen? Der Mediziner Martin Sprenger spricht von einem virologischen Tunnelblick.</p>
<p>Aber das Problem ist nicht alleine auf den vermeintlichen Extremfall Covid begrenzt. In Deutschland wurde etwa eine Meldestelle für ideologische Abweichung eingerichtet. Dies könnte man als deutliches Beispiel für den Versuch einer autoritären Verengung des Diskurses und Zensur, sehen. Aber auch Framing ist ein wichtiges Mittel der Verzerrung medialer Diskurse Beispiel Ivermectin — haben Joe Rogan und zahlreiche andere Prominente »Pferdewurmmittel« genommen — oder ist das ein Framing um den Diskurs zu vermeiden und sie lächerlich zu machen?</p>
<p>Was ist vom Begriff der »Verschwörungstheorie« zu halten? Natürlich gibt es solche, aber wurde der Begriff möglicherweise inflationär, gar als Kampfbegriff verwendet? In zahlreichen Medienkommentaren erleben wir einen stärker werdenden Paternalismus. Wir wissen, was gut für euch ist — Narrative treiben die Berichterstattung und teilen die Bevölkerung sowie die Ansichten in »Gut« und »Böse« ein.</p>
<p>Vielen scheint es schwer zu fallen zu sehen, dass auch gegensätzlich scheinende Dinge gleichzeitig zutreffen können: Pfizer hat sich einerseits äußerst fragwürdiger Praktiken bedient und wurde dafür in den USA zur höchsten Strafe verurteilt, die das Justizministerium je verhängt hat und kann gleichzeitig auch lebenswichtige Pharmazeutika produzieren. Kritisches Hinterfragen von Großunternehmen wie Pfizer ist dringen notwendig, ohne gleich das Kind mit dem Bad ausschütten zu müssen.</p>
<p>Auch die Frage, ob Forschung einen immer stärker ideologischen Einschlag hat, im besonderen bei politisch wesentlichen Fragestellungen, darf kein Tabuthema sein. Zu viel hängt von den Ergebnissen der Forschung ab, und zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass die Qualität der Forschung in verschiedener Disziplinen sehr schlecht ist.</p>
<p>Wissenschafter selbst sind wie alle Menschen vielschichtig. Sie können in einer Sache recht und in anderen völlig unrecht haben. Billiges canceln (siehe z.B. David Hume) ist infantil und nicht zielführend. Ein genauer Blick immer notwendig und nicht nur ein blinder Fokus auf das Jetzt und das Ich und die eigene Meinung. Auf die Pandemie gemünzt hat Johannes Lehmann vom »Bann der pandemischen Gegenwart« gesprochen.</p>
<p>Zahlreiche Paradoxien tauchen auf und wir diskutieren einige beispielhaft. Aber auch die Wirkmacht der Krise als politisches Mittel wird Thema; Giorgio Agampen spricht vom Ausnahmezustand als politischem Instrument beziehungsweise Herrschaftsmittel, Naomi Klein hat schon vor vielen Jahren vor einer »Schock Doktrin« gewarnt.</p>
<p>Wir erleben das regelmäßig bei heutigen Aktivisten: Aufgrund der Krise X gibt es angeblich gar keine Zeit mehr für Widerspruch, für Diskurs! Demokratie ist ein Hindernis und wir sollten alleine den Aktivisten folgen. Ist das eine gute Idee? </p>

<p>»Die Sprache der Öffentlichkeit ist eskaliert und gleichzeitig hat sich der Diskurs verengt.«</p>

<p>Wir nennen Beispiele für diese Eskalation und Radikalisierung in ehemals linksliberalen Medien wie etwa dem Standard oder dem Falter in Österreich, der Zeit in Deutschland.</p>

<p>»Ich wünsche mir einen totalen und vernichtenden Sieg für die Ukraine«, Eva Illousz, die Zeit</p>

<p>klingt bedrückend ähnlich zu</p>

<p>»Glaubt ihr mit dem Führer und mit uns an den endgültigen, totalen Sieg der deutschen Waffen?«, Joseph Goebbels, Sportpalast Rede (1943)</p>

<p>Und dies sind keine Einzelfälle. Sarah Bosetti etwa entgleist und vergleicht Menschen mit einem Blinddarm der entfernt werden kann.</p>
<p>Wie hängt das alles mit der immer stärker werdenden Identitätspolitik zusammen? Definiert Identität Freibrief von Sprache und Handlung? Sind etablierte Prinzipien eines Rechtsstaat nichts mehr wert, wenn ich nur die richtige Identität behaupte?</p>
<p>Wir haben erheblichenSchaden an wesentlichen gesellschaftlichen Strukturen angerichtet, und dies gepaart mit einem Vertrauensverlust. Waren dies unvermeidbare Fehler oder eher Ungeschicklichkeit und Überheblichkeit von Eliten, die ihre eigenen Fähigkeiten bei weitem überschätzt haben. Ist Paternalismus und moralische Überhöhung in Ordnung um die Bevölkerung nicht zu verwirren, oder zerstört das den Zusammenhalt in einer modernen Gesllschaft?</p>

<p>“The trust we have in each other and in our institutions is a measure of social health around the world.”, Todd Rose</p>

<p>Die Kompetenz heutiger (wissenschaftlicher) Eliten waren ebenfalls in früheren Episoden ein Thema. So gibt eine Asymmetrie des Vertrauens (in Medien und Menschen): nicht der Durchschnitt zählt, sondern der Ausreißer, der »Betrug«. </p>

<p>»Komplexe Themen brauchen komplexe Diskussionen«</p>

<p>Entgegen der heutigen Schlagwort-Diversität am Oberflächlichen orientiert, gibt es tatsächlich in Institutionen und an Unis immer weniger relevante Diversität, das heißt intellektuelle Diversität — Unterschiede in Meinung und Weltanschauung.</p>
<p>Bei komplexen Fragestellungen können einzelne Personen nie »die Wahrheit« finden. Das bedeutet, der Diskurs muss im Zentrum stehen. Aber wie können wir konstruktiven Diskurs von Ablenkung durch Esoterik und Pseudowissenschaft unterscheiden?</p>
<p>Brauchen wir eine zweite Aufklärung, und wie könnte diese Aussehen?</p>
<p>Umsetzung komplexer Maßnahmen erfordert Vertrauen und Legitimation durch große Teile der Bevölkerung. Paternalistisch und autoritär verordnete Ideen führen spätestens mittelfristig zu starken Gegenreaktionen, die das möglicherweise richtige Ziel erst recht beschädigen. Wie damit umgehen?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/011-ethik-oder-warum-wir-wissenschaft-nicht-den-wissenschaftern-uberlassen-sollten/'>Episode 11:</a> Ethik, oder: Warum wir Wissenschaft nicht den Wissenschaftern überlassen sollten!</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/013-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen/'>Episode 13:</a> (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/014-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen-teil-2/'>Episode 14:</a> (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25:</a> Entscheiden unter Unsicherheit
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/029-push_oder_pull/'>Episode 29:</a> Fakten oder Geschichten? Wie gestalten wir die Zukunft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/032-datenflut_buch/'>Episode 32:</a> Überleben in der Datenflut – oder: warum das Buch wichtiger ist als je zuvor
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/038-eliten-michael_hartmann/'>Episode 38:</a> Eliten, ein Gespräch mit Prof. Michael Hartmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39:</a> Follow the Science?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47:</a> Große Worte
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/057-konservativ_und_progressiv/'>Episode 57:</a> Konservativ UND Progressiv
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/067-wissenschaft_hype-stephan_schleim/'>Episode 67:</a> Wissenschaft, Hype und Realität — ein Gespräch mit Stephan Schleim
</li>
</ul>
<p>Jan David Zimmermann</p>
<ul><li><a href='https://www.jandavidzimmermann.com'>Homepage</a></li>
<li>Facebook: Jan D. Zimmermann</li>
<li>Instagram:  j._zimmermann</li>
<li>Buch: Lethe. Vom Vergessen des Totalitären (<a href='https://ars-vobiscum.media/LETHE.-Vom-Vergessen-des-Totalitaeren-Politische-Essays-2021-2022-von-Jan-David-Zimmermann/ARV10038.3'>Webseite</a>, <a href='https://amzn.to/3K5wEMS'>Amazon</a>)</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.tt.com/artikel/30773308/forscher-labor-als-coronavirus-ursprung-ist-nicht-auszuschliessen%20und%20https://www.news.at/a/corona-laborunfall-these-12162919'>Interview mit Rossana Segretto, Tiroler Tageszeitung (2021)</a></li>
<li>Drosten und Fauci: <a href='https://www.cicero.de/kultur/corona-christian-drosten-ethikrat-wissenschaft-lutge-teil-3'>Das Versagen von Wissenschaft und Ethik, Cicero (2023)</a></li>
<li><a href='https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)30418-9/fulltext'>Peter Daszak, Christian Drosten et al, Statement in support of the scientists, public health professionals, and medical professionals of China combatting COVID-19, The Lancet (March 2020)</a></li>
<li>Tony Fauci:
<ul><li><a href='https://youtu.be/rIitFg5T2LU'>Fox News 1</a></li>
<li><a href='https://youtu.be/z41DZGk1560'>Fox News 2</a></li>
<li><a href='https://youtu.be/YBuKC32wsfE'>CBN News</a></li>
<li><a href='https://edition.cnn.com/2021/06/03/health/anthony-fauci-emails/index.html'>Jacqueline Howard, Dr. Anthony Fauci says publicly released email about lab leak is being misconstrued, CNN (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=jeGnCy5NzBw'>Fauci representing science: Megyn Kelly (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=U0EzCDah1N0'>Former CDC Director Redfield at hearing</a></li>
<li><a href='https://www.nytimes.com/2023/03/28/opinion/covid-lab-leak-theory-disinformation.html'>Megan K. Stack, Dr. Fauci Could Have Said a Lot More, New York Times Opinion (2023)</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href='https://www.uni-hamburg.de/newsroom/presse/2021/pm8.html'>Wiesendanger-Studie, Uni Hamburg (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.cicero.de/kultur/wissenschaft-szientismus-corona-covid-gain-of-function'>Jan David Zimmermann, Frankensteins Erbe, Wissenschaft zwischen Gut und Böse, Cicero (2022)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3K6msnb'>Todd Rose, Collective Illusions: Conformity, Complicity and the Science of Why We Make Bad Decisions, Hachette (2023)</a></li>
<li><a href='https://www.kleinezeitung.at/politik/innenpolitik/5968791/Neuer-Gesundheitsminister_Mueckstein_Wenn-es-darum-geht-Leben-zu'>Wolfgang Mückstein Zitat, Kleine Zeitung (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/pressekonferenz-von-bundeskanzlerin-merkel-zu-massnahmen-der-bundesregierung-im-zusammenhang-mit-dem-coronavirus-1731022'>Angela Merkel, Pressekonferenz (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=lmWJTXaDc88'>Jay Bhattacharya im Triggernometry Podcast (2023)</a></li>
<li>Meldestelle Antifeminismus (Deutschland): <a href='https://www.sueddeutsche.de/kultur/feminismus-meldestelle-antifeminismus-faktencheck-verrueckt-1.5756072?reduced=true'>Nele Pollatschek, Vielleicht sind wir kollektiv ein bisschen drüber, Süddeutsche Zeitung (2023)</a> </li>
<li>Der totale Sieg
<ul><li>Eva Illousz, die Zeit 16.2.2023 (Print); 18.2.2023 (online)</li>
<li><a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Sportpalastrede'>Joseph Goebbels, Sportpalastrede (Wikipedia)</a></li>
<li>Jan David Zimmermann über den Illousz Kommentar: <a href='https://stichpunkt-magazin.com/der-wunsch-nach-dem-totalen-sieg/'>Der Wunsch nach dem totalen Sieg, Stichpunkt (2023)</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href='https://www.derstandard.at/consent/tcf/story/2000143786658/warum-diese-angriffe-auf-die-wissenschaft'>Christoph Zielinski,  Warum diese Angriffe auf die Wissenschaft? Der Standard (2023)</a></li>
<li><a href='https://twitter.com/maternus/status/1467106205957033987/photo/1'>Sarah Bosetti »Blinddarm« Tweet (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.spectator.co.uk/article/sweden-covid-and-excess-deaths-a-look-at-the-data/'>Sweden, Covid and 'excess deaths': a look at the data, Spectator (2023)</a></li>
<li><a href='https://www.fraserinstitute.org/sites/default/files/covid-19-lessons-essay3-politicized-science.pdf'>John Tierney, COVID-19, Lessons we should have learned (2022)</a></li>
<li><a href='https://gbdeclaration.org'>Great Barrington Declaration</a></li>
<li><a href='https://www.nytimes.com/2023/02/21/opinion/do-mask-mandates-work.html'>Bret Stephens, The Mask Mandates Did Nothing. Will Any Lessons Be Learned?, NYT (2023)</a>, und der <a href='https://www.cochrane.org/news/featured-review-physical-interventions-interrupt-or-reduce-spread-respiratory-viruses'>Cochrane Bericht</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=8yQM6TdkP9o'>Long Covid, Masks, Equipoise, RCTs, Lockdown & More, ID Ethicist</a></li>
<li>Lab Leak Hypothesis:
<ul><li><a href='https://amzn.to/42Yvn2H'>Matt Ridley, Alina Chan, Viral: The Search for the Origin of Covid-19, Fourth Estate (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.samharris.org/podcasts/making-sense-episodes/311-did-sars-co-v-2-escape-from-a-lab'>Matt Ridley, Alina Chan im Gespräch mit Sam Harris: Did SARS-CoV-2 Escape from a Lab? (2023)</a></li>
</ul>
</li>
<li>Klimawandel
<ul><li><a href='https://rogerpielkejr.substack.com/p/what-the-media-wont-tell-you-about'>Roger Pielke Jr., What the media won't tell you about . . . hurricanes</a></li>
<li><a href='https://rogerpielkejr.substack.com/p/series-what-the-media-wont-tell-you'>Roger Pielke Jr., What the media won't tell you about . . . Drought in Western and Central Europe</a></li>
<li><a href='https://www.nature.com/articles/s41467-018-02954-1'>Paul S. Kench et al, Patterns of island change and persistence offer alternate adaptation pathways for atoll nations, Nature (2018)</a></li>
<li>Thomas Stocker (Vorsitzender des fünften UN-Klimareports) über Kipppunkte und Klima-Berichterstattung: <a href='https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2022-11/klimaforscher-thomas-stocker-kipppunkte-ipcc-sonderbericht'>"Eigentlich brauchen wir die Drohkulisse der Kipppunkte nicht", Die Zeit (2022)</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href='https://www.justice.gov/opa/pr/justice-department-announces-largest-health-care-fraud-settlement-its-history'>Justice Department Announces Largest Health Care Fraud Settlement in Its History — Pfizer to Pay $2.3 Billion for Fraudulent Marketing (2009)</a> </li>
<li><a href='https://science.orf.at/stories/3218048/'>ORF Artikel über »geringe psychische Folgen der Pandemie« (2023)</a> </li>
<li><a href='https://amzn.to/3Mc0LF5'>Pierre Bourdieu, Homo Academicus, Suhrkamp (1992)</a></li>
<li><a href='https://www.freitag.de/autoren/johannes-f-lehmann/aus-dem-pandemischen-jetzt'>Johannes F. Lehmann, Aus dem pandemischen Jetzt (2022)</a></li>
<li><a href='https://edition.cnn.com/2021/08/23/media/right-wing-media-ivermectin/index.html'>CNN Business, FDA on Ivermectin “You are not a horse, you are not a cow” (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=DkTXEexNB2E'>Joe Rogan und Sanjay Gupta über CNN / Ivermectin</a></li>
<li><a href='https://www.theguardian.com/commentisfree/2020/sep/20/david-hume-was-a-complex-man-erasing-his-name-is-too-simplistic-a-gesture'>Kenan Malik, David Hume was a complex man. Erasing his name is too simplistic a gesture, The Guardian (2020)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3zq85VN'>Giorgio Agampen, An welchem Punkt stehen wir?: Die Epidemie als Politik, Turia + Kant (2021)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/40TIwYR'>Naomi Klein, The Shock Doctrine, Penguin (2008)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Das Thema der heutigen Episiode ist: »Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft«</p>
<p>Covid, Klimawandel, Energiewende oder geopolitische Krisen sind komplexe Herausforderungen.  Herausforderungen, in denen sich verschiedene wissenschaftliche Erkenntnisse mit politischen und gesellschaftlichen Interessen überschneiden. Unterschiedliche Meinungen, und damit Konflikt ist geradezu eine natürliche Folge solcher Probleme.</p>
<p>Und immer öfter scheinen wir an diesen Herausforderungen zu scheitern, und nicht nur das: wir Polarisieren dabei zunehmend unsere Gesellschaft, drohen liberale und demokratische Werte zu gefährden und beschädigen Wissenschaft und Politik auf dem Weg.</p>
<p>So erleben wir auch eine Renaissance von Paternalismus und Autoritarismus — und dies nicht unbedingt von der politischen Seite, von der es von vielen erwartet wurde. Wollen wir die Entscheidung über wesentliche gesellschaftliche Entscheidungen wenigen Auserwählten überlassen oder doch eine breite und informierte gesellschaftlichen Legitimierung anstreben?</p>
<p>Stecken wir fest? Was geschieht, gerade und welche Rolle spielt Sprache und Diskurs?</p>
<p>Diese Folge jongliert mit einer Reihe von politisch und gesellschaftlich heißen Themen und gerade darum freue ich mich sehr, dieses Gespräch mit Jan David Zimmermann führen zu können.</p>
<p>Jan ist Autor, Journalist und Wissenschaftsforscher, hat auch gerade ein neues und äußerst empfehlenswertes Buch herausgebracht.</p>
<p>Ich möchte nochmals betonen, daß wir Covid, Klimawandel  und andere Krisen ansprechen, aber es geht in keinem dieser Fälle darum, konkrete sachliche Fragen der Krisen zu diskutieren oder zu beurteilen. </p>
<p>Vielmehr interessiert uns eine Meta-Frage: wie diskutieren wir aktuell und wie sollten wir derartig schwierige und komplexe Fragestellungen in der Gesellschaft diskutieren, wo schwerwiegende und langfristig wirksame Entscheidungen unserer Ansicht nach demokratisch legitimiert sein müssen.</p>
<p>Wir beziehen keine sachliche Position zu Covid- oder Klimawandel - Fragen, sondern diskutieren auf der Meta-Ebene, wie wir gesellschaftlich und wissenschaftlich mit diesen Themen umgehen, beziehungsweise umgegangen sind, und welche zum Teil erheblichen Fehler aus unserer Sicht hier gemacht wurden. Wie funktionieren — oder funktionieren eben nicht — wesentliche gesellschaftliche Diskurse</p>

<p>»Wissenschaft ist eine tolle Sache um die materielle Welt zu verstehen, aber es dauert Zeit. Es bedarf Debatten und Diskussionen. Das Problem ist dabei nicht so sehr Wissenschaft: sondern wir haben einige hochrangige Bürokraten in die Position eines Papsts erhoben«, Jay Bhattacharya</p>


<p>»Wenn Kritiker ihre Kugeln auf Tony Fauci abfeuern, dann erkenne die Menschen, da ist eine Person. So ist es einfach zu kritisieren, aber sie kritisieren tatsächlich Wissenschaft. Denn ich repräsentiere Wissenschaft.«, Dr. Anthony Fauci</p>

<p><em>Ist Fauci Wissenschaft?</em> Wer repräsentiert Wissenschaft? Was ist Wissenschaft, vor allem auch hinsichtlich der gesellschaftlichen und politischen Wirkung?</p>
<p>Sollten wir Wissenschaft nicht als ständigen Diskurs und Selbstreflexion auch mit einer wesentlichen historischen Dimension begreifen und behandeln? Wissenschaft nach Bourdieu als soziales System sehen?</p>

<p>"Wenn es darum geht, Menschenleben zu retten, mache ich keine Kompromisse.", Wolfgang Mückstein </p>

<p>und</p>

<p>»Aber ich sage Ihnen auch ganz offen, dass der Maßstab nicht das ist, was wir glauben, was wir jetzt machen wollen, sondern der Maßstab ist, was uns die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu dem Thema sagen.«, Angela Merkel (2020)</p>

<p>Was bedeutet das? Wer entscheidet was der Maßstab ist. Welcher Wissenschafter ist überhaupt in der Lage eine relevante Aussage in einer komplexen Systemlage zu geben?</p>
<p>Haben wir — besonders deutlich in der Covid-Krise —Entkontextualisierung und Enthhistorisierung sowie eine deutliche Verengung von Diskurs erlebt? Mit welchen Folgen? Der Mediziner Martin Sprenger spricht von einem <em>virologischen Tunnelblick</em>.</p>
<p>Aber das Problem ist nicht alleine auf den vermeintlichen Extremfall Covid begrenzt. In Deutschland wurde etwa eine <em>Meldestelle für ideologische Abweichung</em> eingerichtet. Dies könnte man als deutliches Beispiel für den Versuch einer autoritären Verengung des Diskurses und Zensur, sehen. Aber auch Framing ist ein wichtiges Mittel der Verzerrung medialer Diskurse Beispiel Ivermectin — <em>haben Joe Rogan und zahlreiche andere Prominente »Pferdewurmmittel« genommen</em> — oder ist das ein Framing um den Diskurs zu vermeiden und sie lächerlich zu machen?</p>
<p>Was ist vom Begriff der »Verschwörungstheorie« zu halten? Natürlich gibt es solche, aber wurde der Begriff möglicherweise inflationär, gar als Kampfbegriff verwendet? In zahlreichen Medienkommentaren erleben wir einen stärker werdenden Paternalismus. <em>Wir wissen, was gut für euch ist</em> — Narrative treiben die Berichterstattung und teilen die Bevölkerung sowie die Ansichten in »Gut« und »Böse« ein.</p>
<p>Vielen scheint es schwer zu fallen zu sehen, dass auch gegensätzlich scheinende Dinge gleichzeitig zutreffen können: Pfizer hat sich einerseits äußerst fragwürdiger Praktiken bedient und wurde dafür in den USA zur höchsten Strafe verurteilt, die das Justizministerium je verhängt hat und kann gleichzeitig auch lebenswichtige Pharmazeutika produzieren. Kritisches Hinterfragen von Großunternehmen wie Pfizer ist dringen notwendig, ohne gleich das Kind mit dem Bad ausschütten zu müssen.</p>
<p>Auch die Frage, ob Forschung einen immer stärker ideologischen Einschlag hat, im besonderen bei politisch wesentlichen Fragestellungen, darf kein Tabuthema sein. Zu viel hängt von den Ergebnissen der Forschung ab, und zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass die Qualität der Forschung in verschiedener Disziplinen sehr schlecht ist.</p>
<p>Wissenschafter selbst sind wie alle Menschen vielschichtig. Sie können in einer Sache recht und in anderen völlig unrecht haben. Billiges <em>canceln</em> (siehe z.B. David Hume) ist infantil und nicht zielführend. Ein genauer Blick immer notwendig und nicht nur ein blinder Fokus auf das <em>Jetzt</em> und das <em>Ich</em> und die <em>eigene Meinung</em>. Auf die Pandemie gemünzt hat Johannes Lehmann vom »Bann der pandemischen Gegenwart« gesprochen.</p>
<p>Zahlreiche Paradoxien tauchen auf und wir diskutieren einige beispielhaft. Aber auch die Wirkmacht der Krise als politisches Mittel wird Thema; Giorgio Agampen spricht vom Ausnahmezustand als politischem Instrument beziehungsweise Herrschaftsmittel, Naomi Klein hat schon vor vielen Jahren vor einer »Schock Doktrin« gewarnt.</p>
<p>Wir erleben das regelmäßig bei heutigen Aktivisten: Aufgrund der Krise X gibt es angeblich gar keine Zeit mehr für Widerspruch, für Diskurs! Demokratie ist ein Hindernis und wir sollten alleine den Aktivisten folgen. <em>Ist das eine gute Idee?</em> </p>

<p>»Die Sprache der Öffentlichkeit ist eskaliert und gleichzeitig hat sich der Diskurs verengt.«</p>

<p>Wir nennen Beispiele für diese Eskalation und Radikalisierung in ehemals linksliberalen Medien wie etwa dem Standard oder dem Falter in Österreich, der Zeit in Deutschland.</p>

<p>»Ich wünsche mir einen totalen und vernichtenden Sieg für die Ukraine«, Eva Illousz, die Zeit</p>

<p>klingt bedrückend ähnlich zu</p>

<p>»Glaubt ihr mit dem Führer und mit uns an den endgültigen, totalen Sieg der deutschen Waffen?«, Joseph Goebbels, Sportpalast Rede (1943)</p>

<p>Und dies sind keine Einzelfälle. Sarah Bosetti etwa entgleist und vergleicht Menschen mit einem Blinddarm der entfernt werden kann.</p>
<p>Wie hängt das alles mit der immer stärker werdenden Identitätspolitik zusammen? Definiert Identität Freibrief von Sprache und Handlung? Sind etablierte Prinzipien eines Rechtsstaat nichts mehr wert, wenn ich nur die richtige Identität behaupte?</p>
<p>Wir haben erheblichenSchaden an wesentlichen gesellschaftlichen Strukturen angerichtet, und dies gepaart mit einem Vertrauensverlust. Waren dies unvermeidbare Fehler oder eher Ungeschicklichkeit und Überheblichkeit von Eliten, die ihre eigenen Fähigkeiten bei weitem überschätzt haben. Ist Paternalismus und moralische Überhöhung in Ordnung um <em>die Bevölkerung nicht zu verwirren</em>, oder zerstört das den Zusammenhalt in einer modernen Gesllschaft?</p>

<p>“The trust we have in each other and in our institutions is a measure of social health around the world.”, Todd Rose</p>

<p>Die Kompetenz heutiger (wissenschaftlicher) Eliten waren ebenfalls in früheren Episoden ein Thema. So gibt eine Asymmetrie des Vertrauens (in Medien und Menschen): nicht der Durchschnitt zählt, sondern der Ausreißer, der »Betrug«. </p>

<p>»Komplexe Themen brauchen komplexe Diskussionen«</p>

<p>Entgegen der heutigen Schlagwort-Diversität am Oberflächlichen orientiert, gibt es tatsächlich in Institutionen und an Unis immer weniger relevante Diversität, das heißt intellektuelle Diversität — Unterschiede in Meinung und Weltanschauung.</p>
<p>Bei komplexen Fragestellungen können einzelne Personen nie »die Wahrheit« finden. Das bedeutet, der Diskurs muss im Zentrum stehen. Aber wie können wir konstruktiven Diskurs von Ablenkung durch Esoterik und Pseudowissenschaft unterscheiden?</p>
<p>Brauchen wir eine zweite Aufklärung, und wie könnte diese Aussehen?</p>
<p>Umsetzung komplexer Maßnahmen erfordert Vertrauen und Legitimation durch große Teile der Bevölkerung. Paternalistisch und autoritär verordnete Ideen führen spätestens mittelfristig zu starken Gegenreaktionen, die das möglicherweise richtige Ziel erst recht beschädigen. Wie damit umgehen?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/011-ethik-oder-warum-wir-wissenschaft-nicht-den-wissenschaftern-uberlassen-sollten/'>Episode 11:</a> Ethik, oder: Warum wir Wissenschaft nicht den Wissenschaftern überlassen sollten!</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/013-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen/'>Episode 13:</a> (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/014-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen-teil-2/'>Episode 14:</a> (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25:</a> Entscheiden unter Unsicherheit
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/029-push_oder_pull/'>Episode 29:</a> Fakten oder Geschichten? Wie gestalten wir die Zukunft?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/032-datenflut_buch/'>Episode 32:</a> Überleben in der Datenflut – oder: warum das Buch wichtiger ist als je zuvor
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/038-eliten-michael_hartmann/'>Episode 38:</a> Eliten, ein Gespräch mit Prof. Michael Hartmann
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39:</a> Follow the Science?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47:</a> Große Worte
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/057-konservativ_und_progressiv/'>Episode 57:</a> Konservativ UND Progressiv
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/067-wissenschaft_hype-stephan_schleim/'>Episode 67:</a> Wissenschaft, Hype und Realität — ein Gespräch mit Stephan Schleim
</li>
</ul>
<p>Jan David Zimmermann</p>
<ul><li><a href='https://www.jandavidzimmermann.com'>Homepage</a></li>
<li>Facebook: Jan D. Zimmermann</li>
<li>Instagram:  j._zimmermann</li>
<li>Buch: Lethe. Vom Vergessen des Totalitären (<a href='https://ars-vobiscum.media/LETHE.-Vom-Vergessen-des-Totalitaeren-Politische-Essays-2021-2022-von-Jan-David-Zimmermann/ARV10038.3'>Webseite</a>, <a href='https://amzn.to/3K5wEMS'>Amazon</a>)</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.tt.com/artikel/30773308/forscher-labor-als-coronavirus-ursprung-ist-nicht-auszuschliessen%20und%20https://www.news.at/a/corona-laborunfall-these-12162919'>Interview mit Rossana Segretto, Tiroler Tageszeitung (2021)</a></li>
<li>Drosten und Fauci: <a href='https://www.cicero.de/kultur/corona-christian-drosten-ethikrat-wissenschaft-lutge-teil-3'>Das Versagen von Wissenschaft und Ethik, Cicero (2023)</a></li>
<li><a href='https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)30418-9/fulltext'>Peter Daszak, Christian Drosten et al, Statement in support of the scientists, public health professionals, and medical professionals of China combatting COVID-19, The Lancet (March 2020)</a></li>
<li>Tony Fauci:
<ul><li><a href='https://youtu.be/rIitFg5T2LU'>Fox News 1</a></li>
<li><a href='https://youtu.be/z41DZGk1560'>Fox News 2</a></li>
<li><a href='https://youtu.be/YBuKC32wsfE'>CBN News</a></li>
<li><a href='https://edition.cnn.com/2021/06/03/health/anthony-fauci-emails/index.html'>Jacqueline Howard, Dr. Anthony Fauci says publicly released email about lab leak is being misconstrued, CNN (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=jeGnCy5NzBw'>Fauci representing science: Megyn Kelly (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=U0EzCDah1N0'>Former CDC Director Redfield at hearing</a></li>
<li><a href='https://www.nytimes.com/2023/03/28/opinion/covid-lab-leak-theory-disinformation.html'>Megan K. Stack, Dr. Fauci Could Have Said a Lot More, New York Times Opinion (2023)</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href='https://www.uni-hamburg.de/newsroom/presse/2021/pm8.html'>Wiesendanger-Studie, Uni Hamburg (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.cicero.de/kultur/wissenschaft-szientismus-corona-covid-gain-of-function'>Jan David Zimmermann, Frankensteins Erbe, Wissenschaft zwischen Gut und Böse, Cicero (2022)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3K6msnb'>Todd Rose, Collective Illusions: Conformity, Complicity and the Science of Why We Make Bad Decisions, Hachette (2023)</a></li>
<li><a href='https://www.kleinezeitung.at/politik/innenpolitik/5968791/Neuer-Gesundheitsminister_Mueckstein_Wenn-es-darum-geht-Leben-zu'>Wolfgang Mückstein Zitat, Kleine Zeitung (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/pressekonferenz-von-bundeskanzlerin-merkel-zu-massnahmen-der-bundesregierung-im-zusammenhang-mit-dem-coronavirus-1731022'>Angela Merkel, Pressekonferenz (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=lmWJTXaDc88'>Jay Bhattacharya im Triggernometry Podcast (2023)</a></li>
<li>Meldestelle Antifeminismus (Deutschland): <a href='https://www.sueddeutsche.de/kultur/feminismus-meldestelle-antifeminismus-faktencheck-verrueckt-1.5756072?reduced=true'>Nele Pollatschek, Vielleicht sind wir kollektiv ein bisschen drüber, Süddeutsche Zeitung (2023)</a> </li>
<li>Der totale Sieg
<ul><li>Eva Illousz, die Zeit 16.2.2023 (Print); 18.2.2023 (online)</li>
<li><a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Sportpalastrede'>Joseph Goebbels, Sportpalastrede (Wikipedia)</a></li>
<li>Jan David Zimmermann über den Illousz Kommentar: <a href='https://stichpunkt-magazin.com/der-wunsch-nach-dem-totalen-sieg/'>Der Wunsch nach dem totalen Sieg, Stichpunkt (2023)</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href='https://www.derstandard.at/consent/tcf/story/2000143786658/warum-diese-angriffe-auf-die-wissenschaft'>Christoph Zielinski,  Warum diese Angriffe auf die Wissenschaft? Der Standard (2023)</a></li>
<li><a href='https://twitter.com/maternus/status/1467106205957033987/photo/1'>Sarah Bosetti »Blinddarm« Tweet (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.spectator.co.uk/article/sweden-covid-and-excess-deaths-a-look-at-the-data/'>Sweden, Covid and 'excess deaths': a look at the data, Spectator (2023)</a></li>
<li><a href='https://www.fraserinstitute.org/sites/default/files/covid-19-lessons-essay3-politicized-science.pdf'>John Tierney, COVID-19, Lessons we should have learned (2022)</a></li>
<li><a href='https://gbdeclaration.org'>Great Barrington Declaration</a></li>
<li><a href='https://www.nytimes.com/2023/02/21/opinion/do-mask-mandates-work.html'>Bret Stephens, The Mask Mandates Did Nothing. Will Any Lessons Be Learned?, NYT (2023)</a>, und der <a href='https://www.cochrane.org/news/featured-review-physical-interventions-interrupt-or-reduce-spread-respiratory-viruses'>Cochrane Bericht</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=8yQM6TdkP9o'>Long Covid, Masks, Equipoise, RCTs, Lockdown & More, ID Ethicist</a></li>
<li>Lab Leak Hypothesis:
<ul><li><a href='https://amzn.to/42Yvn2H'>Matt Ridley, Alina Chan, Viral: The Search for the Origin of Covid-19, Fourth Estate (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.samharris.org/podcasts/making-sense-episodes/311-did-sars-co-v-2-escape-from-a-lab'>Matt Ridley, Alina Chan im Gespräch mit Sam Harris: Did SARS-CoV-2 Escape from a Lab? (2023)</a></li>
</ul>
</li>
<li>Klimawandel
<ul><li><a href='https://rogerpielkejr.substack.com/p/what-the-media-wont-tell-you-about'>Roger Pielke Jr., What the media won't tell you about . . . hurricanes</a></li>
<li><a href='https://rogerpielkejr.substack.com/p/series-what-the-media-wont-tell-you'>Roger Pielke Jr., What the media won't tell you about . . . Drought in Western and Central Europe</a></li>
<li><a href='https://www.nature.com/articles/s41467-018-02954-1'>Paul S. Kench et al, Patterns of island change and persistence offer alternate adaptation pathways for atoll nations, Nature (2018)</a></li>
<li>Thomas Stocker (Vorsitzender des fünften UN-Klimareports) über Kipppunkte und Klima-Berichterstattung: <a href='https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2022-11/klimaforscher-thomas-stocker-kipppunkte-ipcc-sonderbericht'>"Eigentlich brauchen wir die Drohkulisse der Kipppunkte nicht", Die Zeit (2022)</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href='https://www.justice.gov/opa/pr/justice-department-announces-largest-health-care-fraud-settlement-its-history'>Justice Department Announces Largest Health Care Fraud Settlement in Its History — Pfizer to Pay $2.3 Billion for Fraudulent Marketing (2009)</a> </li>
<li><a href='https://science.orf.at/stories/3218048/'>ORF Artikel über »geringe psychische Folgen der Pandemie« (2023)</a> </li>
<li><a href='https://amzn.to/3Mc0LF5'>Pierre Bourdieu, Homo Academicus, Suhrkamp (1992)</a></li>
<li><a href='https://www.freitag.de/autoren/johannes-f-lehmann/aus-dem-pandemischen-jetzt'>Johannes F. Lehmann, Aus dem pandemischen Jetzt (2022)</a></li>
<li><a href='https://edition.cnn.com/2021/08/23/media/right-wing-media-ivermectin/index.html'>CNN Business, FDA on Ivermectin “You are not a horse, you are not a cow” (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=DkTXEexNB2E'>Joe Rogan und Sanjay Gupta über CNN / Ivermectin</a></li>
<li><a href='https://www.theguardian.com/commentisfree/2020/sep/20/david-hume-was-a-complex-man-erasing-his-name-is-too-simplistic-a-gesture'>Kenan Malik, David Hume was a complex man. Erasing his name is too simplistic a gesture, The Guardian (2020)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3zq85VN'>Giorgio Agampen, An welchem Punkt stehen wir?: Die Epidemie als Politik, Turia + Kant (2021)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/40TIwYR'>Naomi Klein, The Shock Doctrine, Penguin (2008)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Das Thema der heutigen Episiode ist: »Scheitern an komplexen Problemen? Wissenschaft, Sprache und Gesellschaft«

Covid, Klimawandel, Energiewende oder geopolitische Krisen sind komplexe Herausforderungen.  Herausforderungen, in denen sich verschiedene wissenschaftliche Erkenntnisse mit politischen und gesellschaftlichen Interessen überschneiden. Unterschiedliche Meinungen, und damit Konflikt ist geradezu eine natürliche Folge solcher Probleme.

Und immer öfter scheinen wir an diesen Herausforderungen zu scheitern, und nicht nur das: wir Polarisieren dabei zunehmend unsere Gesellschaft, drohen liberale und demokratische Werte zu gefährden und beschädigen Wissenschaft und Politik auf dem Weg.

So erleben wir auch eine Renaissance von Paternalismus und Autoritarismus — und dies nicht unbedingt von der politischen Seite, von der es von vielen erwartet wurde. Wollen wir die Entscheidung über wesentliche gesellschaftliche Entscheidungen wenigen Auserwählten überlassen oder doch eine breite und informierte gesellschaftlichen Legitimierung anstreben?

Stecken wir fest? Was geschieht, gerade und welche Rolle spielt Sprache und Diskurs?

Diese Folge jongliert mit einer Reihe von politisch und gesellschaftlich heißen Themen und gerade darum freue ich mich sehr, dieses Gespräch mit Jan David Zimmermann führen zu können.

... mehr: siehe Shownotes im Web</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>071 — Stagnation oder Fortschritt — eine Reflexion an der Geschichte eines Lebens</title>
        <itunes:title>071 — Stagnation oder Fortschritt — eine Reflexion an der Geschichte eines Lebens</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/071-stagnation_fortschritt-reflexion_leben/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/071-stagnation_fortschritt-reflexion_leben/#comments</comments>        <pubDate>Thu, 30 Mar 2023 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Ich habe vor drei Jahren einige Episoden (16 und 18) aufgenommen, bei denen ich die Frage stelle, ob wir tatsächlich in einer Zeit bahnbrechender Innovationen oder eher in einer der Stagnation leben. Ich möchte jetzt das Thema nach dieser Zeit nochmals aufgreifen, hinterfragen und vielleicht mit neuem Kontext versehen. Bin ich richtig gelegen? </p>
<p>Ich werde dies mit einer Geschichte beginnen, mit der Geschichte zweier Brüder, Paul (1894 – 1981) und Attila Hörbiger (1896 – 1987). Beide sind in der Mitte der 1890er Jahre geboren und in den 1980er Jahren verstorben. Sie haben also einen großen Teil des 20. Jahrhunderts erlebt und sind Zeugen des Umbruchs der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert.</p>
<p></p>
<p>Attila Hörbiger als bei den Salzburger Festspielen 1947 (<a href='https://commons.wikimedia.org/wiki/File:1947_Jedermann_AttilaH%C3%B6rbiger_ASF_Foto_Doliwa.JPG'>Wikimedia Commons</a>)</p>
<p>Ich erzähle eine kurze Geschichte ihres Lebens, wobei nicht im Detail ihr Lebensweg im Zentrum steht, sondern vielmehr am Beispiel ihres Lebens, in welcher Welt sie aufgewachsen sind, gearbeitet, ihre Familien gegründet und ihre letzten Lebensjahre verbracht haben. Ihre Geschichte dient als greifbares Beispiel, welche Veränderungen wir als Gesellschaft erlebt haben, und als Anregung darüber nachzudenken, was vor und nach dem Tod der Brüder passiert ist.</p>
<p>Was also bedeutet Fortschritt im Rahmen eines Lebens? Und, vor allem im Rahmen eines Lebens, das sich von der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert bis in die 1980er Jahre gezogen hat im Vergleich etwa zu meiner bisherigen Lebenszeit die von den 1970er bis heute reicht?</p>
<p>Erleben wir, wie ich in den älteren Episoden diskutiert habe, seit den 1970er Jahren eine Stagnation oder tatsächlich — wie so häufig behauptet — enorme Beschleunigung technischer und gesellschaftlicher Fortschritte?</p>
<p>Sind alle Bereiche von Wissenschaft und Technik gleich zu betrachten? Wie ist die Situation in unterschiedlichen Regionen der Welt?</p>

<p>»Von Anwälten und Ökonomen über Programmierer und Finanz-Manager gilt, deren unproportionaler Gewinn ist für Arbeit, die völlig von den materiellen Realitäten der Welt entkoppelt sind. […]</p>
<p>sie laufen herum mit der neuen Tech—Typen, die in deren Naivität jeden technischen Wandel mit kürzlichen Entwicklungen in Elektronik und vor allem Mobiltelefonen vergleichen«, Vaclav Smil</p>

<p>Was könnte die nähere und mittlere Zukunft bringen? Weitere Stagnation? Ein Durchstarten, weil wir die letzten Jahrzehnte genutzt haben, Know-How aufzubauen, das jetzt erst Anwendung findet? Ein Steampunk-Szenario, wo Versagen in verschiedenen Bereichen und Regionen (die sogar vor die 1960er Jahre zurückfallen) einem enormen Wandel in anderen gegenüberstehen?</p>
<p>Wer wird diese Entwicklungen treiben? Die bisher bekannten oder eher atypische Akteure?</p>
<p>Was sind Gründe für die aktuelle Situation, was können und sollten wir ändern um die Entwicklungen im Griff zu halten?</p>

<p>»Der Spalt zwischen Wunschdenken und Realität ist enorm.«, Vaclav Smil</p>

<p>Referenzen</p>
<p>andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/065-getting-nothing-done-2/'>Episode 65:</a> Getting Nothing Done — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Episode 64:</a> Getting Nothing Done — Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/018-%E2%80%93-gesprach-mit-andreas-windisch-physik-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 18:</a> Gespräch mit Andreas Windisch: Physik, Fortschritt oder Stagnation
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/016-%E2%80%93-innovation-und-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 16:</a> Innovation und Fortschritt oder Stagnation?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/015-%E2%80%93-innovation-oder-fortschritt/'>Episode 15:</a> Innovation oder Fortschritt?
</li>
</ul>
<p>fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3YJ5ccT'>Vaclav Smil, How the World Really Works, Penguin (2022)</a></li>
<li>Elon Musk Zitat: <a href='https://amzn.to/3ZIMzae'>Alex Epstein, Fossil Future,Portfolio (2022)</a> </li>
<li><a href='https://www.gcsp.ch/publications/delay-detect-defend-preparing-future-which-thousands-can-release-new-pandemics'>Kevin Esvelt, Delay, Detect, Defend: Preparing for a Future in which Thousands Can Release New Pandemics (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.usaid.gov/news-information/press-releases/oct-5-2021-usaid-announces-new-125-million-project-detect-unknown-viruses-pandemic-potential'>USAID Announces New $125 Million Project To Detect Unknown Viruses With Pandemic Potential</a></li>
<li><a href='https://www.samharris.org/podcasts/making-sense-episodes/making-sense-presents-recipes-for-future-plagues'>Sam Harris, Recipes for Future Plagues, Conversation with Rob Reid and Kevin Esvelt</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=ylkGIEqQZqY'>»Heiße Dusche«, Tim Urban with Lex Fridman (2023)</a></li>
<li><a href='https://constructionphysics.substack.com/p/when-did-new-york-start-building'>Brian Potter, When did New York start building slowly? (2023)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe vor drei Jahren einige Episoden (16 und 18) aufgenommen, bei denen ich die Frage stelle, ob wir tatsächlich in einer Zeit bahnbrechender Innovationen oder eher in einer der Stagnation leben. Ich möchte jetzt das Thema nach dieser Zeit nochmals aufgreifen, hinterfragen und vielleicht mit neuem Kontext versehen. <em>Bin ich richtig gelegen?</em> </p>
<p>Ich werde dies mit einer Geschichte beginnen, mit der Geschichte zweier Brüder, Paul (1894 – 1981) und Attila Hörbiger (1896 – 1987). Beide sind in der Mitte der 1890er Jahre geboren und in den 1980er Jahren verstorben. Sie haben also einen großen Teil des 20. Jahrhunderts erlebt und sind Zeugen des Umbruchs der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert.</p>
<p></p>
<p><em>Attila Hörbiger als bei den Salzburger Festspielen 1947 (<a href='https://commons.wikimedia.org/wiki/File:1947_Jedermann_AttilaH%C3%B6rbiger_ASF_Foto_Doliwa.JPG'>Wikimedia Commons</a>)</em></p>
<p>Ich erzähle eine kurze Geschichte ihres Lebens, wobei nicht im Detail ihr Lebensweg im Zentrum steht, sondern vielmehr am Beispiel ihres Lebens, in welcher Welt sie aufgewachsen sind, gearbeitet, ihre Familien gegründet und ihre letzten Lebensjahre verbracht haben. Ihre Geschichte dient als greifbares Beispiel, welche Veränderungen wir als Gesellschaft erlebt haben, und als Anregung darüber nachzudenken, was vor und nach dem Tod der Brüder passiert ist.</p>
<p>Was also bedeutet Fortschritt im Rahmen eines Lebens? Und, vor allem im Rahmen eines Lebens, das sich von der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert bis in die 1980er Jahre gezogen hat im Vergleich etwa zu meiner bisherigen Lebenszeit die von den 1970er bis heute reicht?</p>
<p>Erleben wir, wie ich in den älteren Episoden diskutiert habe, seit den 1970er Jahren eine Stagnation oder tatsächlich — wie so häufig behauptet — enorme Beschleunigung technischer und gesellschaftlicher Fortschritte?</p>
<p>Sind alle Bereiche von Wissenschaft und Technik gleich zu betrachten? Wie ist die Situation in unterschiedlichen Regionen der Welt?</p>

<p>»Von Anwälten und Ökonomen über Programmierer und Finanz-Manager gilt, deren unproportionaler Gewinn ist für Arbeit, die völlig von den materiellen Realitäten der Welt entkoppelt sind. […]</p>
<p>sie laufen herum mit der neuen Tech—Typen, die in deren Naivität jeden technischen Wandel mit kürzlichen Entwicklungen in Elektronik und vor allem Mobiltelefonen vergleichen«, Vaclav Smil</p>

<p>Was könnte die nähere und mittlere Zukunft bringen? Weitere Stagnation? Ein Durchstarten, weil wir die letzten Jahrzehnte genutzt haben, Know-How aufzubauen, das jetzt erst Anwendung findet? Ein Steampunk-Szenario, wo Versagen in verschiedenen Bereichen und Regionen (die sogar vor die 1960er Jahre zurückfallen) einem enormen Wandel in anderen gegenüberstehen?</p>
<p>Wer wird diese Entwicklungen treiben? Die bisher bekannten oder eher atypische Akteure?</p>
<p>Was sind Gründe für die aktuelle Situation, was können und sollten wir ändern um die Entwicklungen im Griff zu halten?</p>

<p>»Der Spalt zwischen Wunschdenken und Realität ist enorm.«, Vaclav Smil</p>

<p>Referenzen</p>
<p>andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/065-getting-nothing-done-2/'>Episode 65:</a> Getting Nothing Done — Teil 2
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Episode 64:</a> Getting Nothing Done — Teil 1
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/018-%E2%80%93-gesprach-mit-andreas-windisch-physik-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 18:</a> Gespräch mit Andreas Windisch: Physik, Fortschritt oder Stagnation
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/016-%E2%80%93-innovation-und-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 16:</a> Innovation und Fortschritt oder Stagnation?
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/015-%E2%80%93-innovation-oder-fortschritt/'>Episode 15:</a> Innovation oder Fortschritt?
</li>
</ul>
<p>fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3YJ5ccT'>Vaclav Smil, How the World Really Works, Penguin (2022)</a></li>
<li>Elon Musk Zitat: <a href='https://amzn.to/3ZIMzae'>Alex Epstein, Fossil Future,Portfolio (2022)</a> </li>
<li><a href='https://www.gcsp.ch/publications/delay-detect-defend-preparing-future-which-thousands-can-release-new-pandemics'>Kevin Esvelt, Delay, Detect, Defend: Preparing for a Future in which Thousands Can Release New Pandemics (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.usaid.gov/news-information/press-releases/oct-5-2021-usaid-announces-new-125-million-project-detect-unknown-viruses-pandemic-potential'>USAID Announces New $125 Million Project To Detect Unknown Viruses With Pandemic Potential</a></li>
<li><a href='https://www.samharris.org/podcasts/making-sense-episodes/making-sense-presents-recipes-for-future-plagues'>Sam Harris, Recipes for Future Plagues, Conversation with Rob Reid and Kevin Esvelt</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=ylkGIEqQZqY'>»Heiße Dusche«, Tim Urban with Lex Fridman (2023)</a></li>
<li><a href='https://constructionphysics.substack.com/p/when-did-new-york-start-building'>Brian Potter, When did New York start building slowly? (2023)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Ich habe vor drei Jahren einige Episoden (16 und 18) aufgenommen, bei denen ich die Frage stelle, ob wir tatsächlich in einer Zeit bahnbrechender Innovationen oder eher in einer der Stagnation leben. Ich möchte jetzt das Thema nach dieser Zeit nochmals aufgreifen, hinterfragen und vielleicht mit neuem Kontext versehen. Bin ich richtig gelegen? 

Ich werde dies mit einer Geschichte beginnen, mit der Geschichte zweier Brüder, Paul (1894 – 1981) und Attila Hörbiger (1896 – 1987). Beide sind in der Mitte der 1890er Jahre geboren und in den 1980er Jahren verstorben. Sie haben also einen großen Teil des 20. Jahrhunderts erlebt und sind Zeugen des Umbruchs der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert.

Ich erzähle eine kurze Geschichte ihres Lebens, wobei nicht im Detail ihr Lebensweg im Zentrum steht, sondern vielmehr am Beispiel ihres Lebens, in welcher Welt sie aufgewachsen sind, gearbeitet, ihre Familien gegründet und ihre letzten Lebensjahre verbracht haben. Ihre Geschichte dient als greifbares Beispiel, welche Veränderungen wir als Gesellschaft erlebt haben, und als Anregung darüber nachzudenken, was vor und nach dem Tod der Brüder passiert ist.

Was also bedeutet Fortschritt im Rahmen eines Lebens? Und, vor allem im Rahmen eines Lebens, das sich von der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert bis in die 1980er Jahre gezogen hat im Vergleich etwa zu meiner bisherigen Lebenszeit die von den 1970er bis heute reicht?

Erleben wir, wie ich in den älteren Episoden diskutiert habe, seit den 1970er Jahren eine Stagnation oder tatsächlich — wie so häufig behauptet — enorme Beschleunigung technischer und gesellschaftlicher Fortschritte?

Sind alle Bereiche von Wissenschaft und Technik gleich zu betrachten? Wie ist die Situation in unterschiedlichen Regionen der Welt?

»Von Anwälten und Ökonomen über Programmierer und Finanz-Manager gilt, deren unproportionaler Gewinn ist für Arbeit, die völlig von den materiellen Realitäten der Welt entkoppelt sind. […]

sie laufen herum mit der neuen Tech—Typen, die in deren Naivität jeden technischen Wandel mit kürzlichen Entwicklungen in Elektronik und vor allem Mobiltelefonen vergleichen«, Vaclav Emil

Was könnte die nähere und mittlere Zukunft bringen? Weitere Stagnation? Ein Durchstarten, weil wir die letzten Jahrzehnte genutzt haben, Know-How aufzubauen, das jetzt erst Anwendung findet? Ein Steampunk-Szenario, wo Versagen in verschiedenen Bereichen und Regionen (die sogar vor die 1960er Jahre zurückfallen) einem enormen Wandel in anderen gegenüberstehen?

Wer wird diese Entwicklungen treiben? Die bisher bekannten oder eher atypische Akteure?

Was sind Gründe für die aktuelle Situation, was können und sollten wir ändern um die Entwicklungen im Griff zu halten?

»Der Spalt zwischen Wunschdenken und Realität ist enorm.«, Vaclav Smil

Referenzen

andere Episoden

Episode 65: Getting Nothing Done — Teil 2
Episode 64: Getting Nothing Done — Teil 1
Episode 44: Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
Episode 18: Gespräch mit Andreas Windisch: Physik, Fortschritt oder Stagnation
Episode 16: Innovation und Fortschritt oder Stagnation?
Episode 15: Innovation oder Fortschritt?
fachliche Referenzen

Vaclav Smil, How the World Really Works, Penguin (2022)
Elon Musk Zitat: Alex Epstein, Fossil Future,Portfolio (2022) 
Kevin Esvelt, Delay, Detect, Defend: Preparing for a Future in which Thousands Can Release New Pandemics (2022)
USAID Announces New $125 Million Project To Detect Unknown Viruses With Pandemic Potential
Sam Harris, Recipes for Future Plagues, Conversation with Rob Reid and Kevin Esvelt
»Heiße Dusche«, Tim Urban with Lex Fridman (2023)</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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    <item>
        <title>070 – Future of Farming, a conversation with Padraic Flood</title>
        <itunes:title>070 – Future of Farming, a conversation with Padraic Flood</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/070-future_farming_padraid_flood/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/070-future_farming_padraid_flood/#comments</comments>        <pubDate>Tue, 07 Mar 2023 06:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Today's topic is future of farming. Farming is a bedrock of our society and culture, and at the same time one of the largest contributors to environmental degradation. So, how we can feed the population of the world in the future sustainably is a subject I wanted to cover already for some time. But it was important to find an expert who can bring together theoretical knowledge and real business application and experience.</p>
<p>I am very happy that Pádraic Flood agreed to join me for this conversation. He is currently team lead for crop genetics at Infarm, a vertical farming company.</p>
<p>Before he joined Infarm, Pádraic served as a research scientist at Wageningen University, one of the world’s top agricultural research institutions, where he also completed his Ph.D. Before that, Pádraic held an appointment at the Max Planck Institute for Plant Breeding Research. </p>
<p>Over the past decade, Pádraic has worked in universities using genetics to understand key scientific questions ranging from photosynthesis to how plants adapt to extreme environments.</p>
<p>Pádraic is not only an excellent scientist, but deeply passionate about tackling the challenge of feeding the world without destroying the environment. In addition to breeding and improving crops currently cultivated by infarm, he is pursuing ways to make staple crops viable in indoor farming which, if successful, could free up vast areas of land for nature and biodiversity restoration and go a long way towards achieving food security.</p>
<p>As farming as bedrock of our society we start with a look into our past. What is domestication and breeding? What are we eating today? Old species, e.g. maize are unrecognisable in the original form compared with our modern ones. Breeding was an intergenerational project of humanity. So, what is natural? Unnatural? Is unatural, what is created by humans — which seems to be a rather strange idea?</p>
<p>Also, farming was independently discovered seven times around the world — what does that tell us? What is convergent evolution? </p>
<p>Then we discuss the impacts of farming on nature and environment. How can we reduce the impact of farming while at the same time producing enough food for humanity.</p>
<p>What are GMOs and how is genetic modification different from older breeding technologies?</p>
<p>Then we talk about the 20th century. Were the Malthusian warning voices correct?  How did Paul Ehrlichs “population bomb” play out and what did the green revolution with Norman Borlaugh achieve?</p>

<p>“rising food production reduced the malnutrition rate from 2 in 3 people in 1950 to 1 in 11 by 2019. This impressive achievement is even more noteworthy if expressed in a way that accounts for the intervening large-scale increase of the global population, from about 2.5 billion people in 1950 to 7.7 billion in 2019. […] we could not harvest such abundance, and in such a highly predictable manner, without the still-rising inputs of fossil fuels and electricity.”, Vaclav Smil</p>

<p>Modern technology and energy production managed to reduce the labor needed to produce a kilogram of grain by more than 98 percent between 1800 and 2020.</p>

<p>“Growing the grain, milling it, and baking a 1-kilogram sourdough loaf thus requires an energy input equivalent of at least 250 milliliters of diesel fuel.”  (150-500ml Diesel per kg tomatoes in Spain (unheated / heated) — ~ same amount like chicken), ibid</p>

<p>Which role do agricultural chemicals role such as herbicides and fertilisers play?</p>
<p>Agriculture is not only about carbon emissions. Purely looking at it through a “carbon lense” is misleading, more relevant seems the planetary boundaries framework. For instance the role of biodiversity, land use and other impacts are of huge importance. Land use is one of the major concerns, considering thet 50% of habitable land mass is used by agriculture.</p>
<p>Carbon tunnel vision is a real issue today and leads to significant mistakes in politics and activism, as I have discussed in other podcast episodes already.</p>
<p></p>
<p><a href='https://www.stockholmresilience.org/research/planetary-boundaries.html'>Planetary Boundaries</a>, J. Lokrantz/Azote based on Steffen et al. 2015</p>
<p>What about organic farming? It turns out, it is by far not such a good idea as often promoted. Pádraic explains what the problems are. One serious issue are externalities, where other nations pay the price for our “organic” greenwashing.</p>
<p>One of the major challenges is to manage energy and matter flows better on a global level. As energy plays a significant role in agriculture we discuss the important role of nuclear energy in a green economy, escpecially considering land use in comparison with wind and solar energy. </p>
<p>Risk perception is often not aligned with actual risks.</p>
<p>As one recent example, we discuss the Sri Lanka organic farming disaster, food security and national security:</p>

<p>“In the end, for most crops, organic farming is not net beneficial. It is actually worse for the environment than conventional food production. And people spend even extra money, thinking they do something good., when in many respects they probably are causing more harm.”</p>

<p>Organic food has a large international lobby with a vested interest to promote a green narration, preserve the well functioning but misleading marketing claims, despite of the realities on the planet. On top of that, some organic farming practices leave the realm of rationality and incorporate a number of esoteric ideas that contribute nothing to the environment or to human health, such as biodynamic practices.</p>

<p>“What is allowed in organic is not necessarily allowed because it is safer but just because we done it like that for a long time.” </p>

<p>One example is copper sulfate or organic insectisides, as Pádraic explains in this episode.</p>
<p>What we need going forward, is evidence based agriculture, not dogmatic organic / naturalistic ideas, that are stuck in the past and do more harm than good to nature and humanity.</p>

<p>“Dogma is not adaptive” and</p>
<p>“Silver bullets are only good for killing magical creatures”</p>

<p>What about meat and what role has carneval to play here? Where is science and technology standing in terms of lab grown meat? Evidently, in some countries  lab grown chicken nuggets are already a thing?!</p>
<p>One of the major recent innovations seems to be precision fermentation, which could become one of the most exiting new tools in our future farming toolbelt.</p>

<p>“Currently, we are eating our planet”</p>

<p>Now, looking into the future: how could we achieve decoupling food prodcution from ecosystem destruction. How can we feed 9-11 billion people well without eating the planet and create food resilience along the way? Some practices we talk about are</p>
<ul><li>indoor farming</li>
<li>precision fermentation</li>
<li>lab meat</li>
<li>biotechnology, GMO, Crispr/CAS</li>
</ul>

<p>Also “doing nothing has risks”</p>

<p>Especially the new bio technologies, synthetic biology seems to offer a lot of opportunities for the future of farming, but also opens up significant new risks. We see a democratisation of bio-technology and synthetic biology — can this be a good thing?</p>
<p>And finally I ask Pádraic: if young people would want to work in these important fields, what could they do instead of glueing themselves to paintings and bridges?</p>
<p>References</p>
<p>Previous Episodes</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/062-wirtschaft_umwelt_sinn/'>Episode 62:</a> Wirtschaft und Umwelt, ein Gespräch mit Prof. Hans-Werner Sinn</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/059-umwelt_wissenschaft-1/'>Episode 59</a> <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/060-umwelt_wissenschaft-2/'>und 60</a>: Wissenschaft und Umwelt 1 & 2</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/048-evolution_erich_eder/'>Episode 48:</a> Evolution, ein Gespräch mit Prof. Erich Eder</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45:</a> Mit Reboot oder Rebellion aus der Krise?</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/046-activism_zion-lights/'>Episode 46:</a> Activism, a conversation with Zion Lights</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/036-energiewende-wendland/'>Episode 36:</a> Energiewende und Kernkraft, ein Gespräch mit Anna Veronika Wendland</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/033-naturschutz_frank_zachos/'>Episode 33:</a> Naturschutz im Anthropozän – Gespräch mit Prof. Frank Zachos</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/022-biodiversitat-und-komplexe-wechselwirkungen-gesprach-mit-prof-franz-essl/'>Episode 22:</a> Biodiversität und komplexe Wechselwirkungen – Gespräch mit Prof. Franz Essl</li>
</ul>
<p>Padraic Flood</p>
<ul><li>Twitter: @PdraicFlood</li>
<li><a href='https://www.linkedin.com/in/padraic-flood-73773925/'>Padraic Flood on LinkedIn</a></li>
</ul>
<p>Literature and Links</p>
<ul><li><a href='https://www.nobelprize.org/prizes/peace/1970/borlaug/biographical/'>Norman Borlaugh — Nobel Speech (1970)</a></li>
<li>Global Population 2100: <a href='https://www.un.org/en/global-issues/population'>UN</a> / <a href='https://www.thelancet.com/infographics/population-forecast'>Lancet (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.stockholmresilience.org/research/planetary-boundaries.html'>Stockholm Resilience Centre, Planetary Boundaries</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/41xFOtt'>Vaclav Smil, How the world really works, Penguin (2022)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/41xFOtt'>Lab Grown Chicken Wings, The Smithonian</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Today's topic is future of farming. Farming is a bedrock of our society and culture, and at the same time one of the largest contributors to environmental degradation. So, how we can feed the population of the world in the future sustainably is a subject I wanted to cover already for some time. But it was important to find an expert who can bring together theoretical knowledge and real business application and experience.</p>
<p>I am very happy that Pádraic Flood agreed to join me for this conversation. He is currently team lead for crop genetics at Infarm, a vertical farming company.</p>
<p>Before he joined Infarm, Pádraic served as a research scientist at Wageningen University, one of the world’s top agricultural research institutions, where he also completed his Ph.D. Before that, Pádraic held an appointment at the Max Planck Institute for Plant Breeding Research. </p>
<p>Over the past decade, Pádraic has worked in universities using genetics to understand key scientific questions ranging from photosynthesis to how plants adapt to extreme environments.</p>
<p>Pádraic is not only an excellent scientist, but deeply passionate about tackling the challenge of feeding the world without destroying the environment. In addition to breeding and improving crops currently cultivated by infarm, he is pursuing ways to make staple crops viable in indoor farming which, if successful, could free up vast areas of land for nature and biodiversity restoration and go a long way towards achieving food security.</p>
<p>As farming as bedrock of our society we start with a look into our past. What is domestication and breeding? What are we eating today? Old species, e.g. maize are unrecognisable in the <em>original form</em> compared with our <em>modern</em> ones. Breeding was an intergenerational project of humanity. So, what is natural? Unnatural? Is unatural, what is created by humans — which seems to be a rather strange idea?</p>
<p>Also, farming was independently discovered seven times around the world — what does that tell us? What is convergent evolution? </p>
<p>Then we discuss the impacts of farming on nature and environment. How can we reduce the impact of farming while at the same time producing enough food for humanity.</p>
<p>What are GMOs and how is genetic modification different from older breeding technologies?</p>
<p>Then we talk about the 20th century. Were the Malthusian warning voices correct?  How did Paul Ehrlichs “population bomb” play out and what did the green revolution with Norman Borlaugh achieve?</p>

<p>“rising food production reduced the malnutrition rate from 2 in 3 people in 1950 to 1 in 11 by 2019. This impressive achievement is even more noteworthy if expressed in a way that accounts for the intervening large-scale increase of the global population, from about 2.5 billion people in 1950 to 7.7 billion in 2019. […] we could not harvest such abundance, and in such a highly predictable manner, without the still-rising inputs of fossil fuels and electricity.”, Vaclav Smil</p>

<p>Modern technology and energy production managed to reduce the labor needed to produce a kilogram of grain by more than 98 percent between 1800 and 2020.</p>

<p>“Growing the grain, milling it, and baking a 1-kilogram sourdough loaf thus requires an energy input equivalent of at least 250 milliliters of diesel fuel.”  (150-500ml Diesel per kg tomatoes in Spain (unheated / heated) — ~ same amount like chicken), ibid</p>

<p>Which role do agricultural chemicals role such as herbicides and fertilisers play?</p>
<p>Agriculture is not only about carbon emissions. Purely looking at it through a “carbon lense” is misleading, more relevant seems the planetary boundaries framework. For instance the role of biodiversity, land use and other impacts are of huge importance. Land use is one of the major concerns, considering thet 50% of habitable land mass is used by agriculture.</p>
<p>Carbon tunnel vision is a real issue today and leads to significant mistakes in politics and activism, as I have discussed in other podcast episodes already.</p>
<p></p>
<p><em><a href='https://www.stockholmresilience.org/research/planetary-boundaries.html'>Planetary Boundaries</a>, J. Lokrantz/Azote based on Steffen et al. 2015</em></p>
<p>What about organic farming? It turns out, it is by far not such a good idea as often promoted. Pádraic explains what the problems are. One serious issue are externalities, where other nations pay the price for our “organic” greenwashing.</p>
<p>One of the major challenges is to manage energy and matter flows better on a global level. As energy plays a significant role in agriculture we discuss the important role of nuclear energy in a green economy, escpecially considering land use in comparison with wind and solar energy. </p>
<p>Risk perception is often not aligned with actual risks.</p>
<p>As one recent example, we discuss the Sri Lanka organic farming disaster, food security and national security:</p>

<p>“In the end, for most crops, organic farming is not net beneficial. It is actually worse for the environment than conventional food production. And people spend even extra money, thinking they do something good., when in many respects they probably are causing more harm.”</p>

<p>Organic food has a large international lobby with a vested interest to promote a green narration, preserve the well functioning but misleading marketing claims, despite of the realities on the planet. On top of that, some organic farming practices leave the realm of rationality and incorporate a number of esoteric ideas that contribute nothing to the environment or to human health, such as biodynamic practices.</p>

<p>“What is allowed in organic is not necessarily allowed because it is safer but just because we done it like that for a long time.” </p>

<p>One example is copper sulfate or organic insectisides, as Pádraic explains in this episode.</p>
<p>What we need going forward, is evidence based agriculture, not dogmatic organic / naturalistic ideas, that are stuck in the past and do more harm than good to nature and humanity.</p>

<p>“Dogma is not adaptive” and</p>
<p>“Silver bullets are only good for killing magical creatures”</p>

<p>What about meat and what role has carneval to play here? Where is science and technology standing in terms of lab grown meat? Evidently, in some countries <em> lab grown chicken nuggets</em> are already a thing?!</p>
<p>One of the major recent innovations seems to be precision fermentation, which could become one of the most exiting new tools in our future farming toolbelt.</p>

<p>“Currently, we are eating our planet”</p>

<p>Now, looking into the future: how could we achieve decoupling food prodcution from ecosystem destruction. How can we feed 9-11 billion people well without eating the planet and create food resilience along the way? Some practices we talk about are</p>
<ul><li>indoor farming</li>
<li>precision fermentation</li>
<li>lab meat</li>
<li>biotechnology, GMO, Crispr/CAS</li>
</ul>

<p>Also “doing nothing has risks”</p>

<p>Especially the new bio technologies, synthetic biology seems to offer a lot of opportunities for the future of farming, but also opens up significant new risks. We see a democratisation of bio-technology and synthetic biology — can this be a good thing?</p>
<p>And finally I ask Pádraic: if young people would want to work in these important fields, what could they do instead of glueing themselves to paintings and bridges?</p>
<p>References</p>
<p>Previous Episodes</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/062-wirtschaft_umwelt_sinn/'>Episode 62:</a> Wirtschaft und Umwelt, ein Gespräch mit Prof. Hans-Werner Sinn</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/059-umwelt_wissenschaft-1/'>Episode 59</a> <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/060-umwelt_wissenschaft-2/'>und 60</a>: Wissenschaft und Umwelt 1 & 2</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/048-evolution_erich_eder/'>Episode 48:</a> Evolution, ein Gespräch mit Prof. Erich Eder</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45:</a> Mit Reboot oder Rebellion aus der Krise?</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/046-activism_zion-lights/'>Episode 46:</a> Activism, a conversation with Zion Lights</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/036-energiewende-wendland/'>Episode 36:</a> Energiewende und Kernkraft, ein Gespräch mit Anna Veronika Wendland</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/033-naturschutz_frank_zachos/'>Episode 33:</a> Naturschutz im Anthropozän – Gespräch mit Prof. Frank Zachos</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/022-biodiversitat-und-komplexe-wechselwirkungen-gesprach-mit-prof-franz-essl/'>Episode 22:</a> Biodiversität und komplexe Wechselwirkungen – Gespräch mit Prof. Franz Essl</li>
</ul>
<p>Padraic Flood</p>
<ul><li>Twitter: @PdraicFlood</li>
<li><a href='https://www.linkedin.com/in/padraic-flood-73773925/'>Padraic Flood on LinkedIn</a></li>
</ul>
<p>Literature and Links</p>
<ul><li><a href='https://www.nobelprize.org/prizes/peace/1970/borlaug/biographical/'>Norman Borlaugh — Nobel Speech (1970)</a></li>
<li>Global Population 2100: <a href='https://www.un.org/en/global-issues/population'>UN</a> / <a href='https://www.thelancet.com/infographics/population-forecast'>Lancet (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.stockholmresilience.org/research/planetary-boundaries.html'>Stockholm Resilience Centre, Planetary Boundaries</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/41xFOtt'>Vaclav Smil, How the world really works, Penguin (2022)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/41xFOtt'>Lab Grown Chicken Wings, The Smithonian</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary><![CDATA[Today's topic is future of farming. Farming is a bedrock of our society and culture, and at the same time one of the largest contributors to environmental degradation. So, how we can feed the population of the world in the future sustainably is a subject I wanted to cover already for some time. But it was important to find an expert who can bring together theoretical knowledge and real business application and experience.
I am very happy that Pádraic Flood agreed to join me for this conversation. He is currently team lead for crop genetics at Infarm, a vertical farming company.
Before he joined Infarm, Pádraic served as a research scientist at Wageningen University, one of the world’s top agricultural research institutions, where he also completed his Ph.D. Before that, Pádraic held an appointment at the Max Planck Institute for Plant Breeding Research. 
Over the past decade, Pádraic has worked in universities using genetics to understand key scientific questions ranging from photosynthesis to how plants adapt to extreme environments.
Pádraic is not only an excellent scientist, but deeply passionate about tackling the challenge of feeding the world without destroying the environment. In addition to breeding and improving crops currently cultivated by infarm, he is pursuing ways to make staple crops viable in indoor farming which, if successful, could free up vast areas of land for nature and biodiversity restoration and go a long way towards achieving food security.
As farming as bedrock of our society we start with a look into our past. What is domestication and breeding? What are we eating today? Old species, e.g. maize are unrecognisable in the original form compared with our modern ones. Breeding was an intergenerational project of humanity. So, what is natural? Unnatural? Is unatural, what is created by humans — which seems to be a rather strange idea?
Also, farming was independently discovered seven times around the world — what does that tell us? What is convergent evolution? 
Then we discuss the impacts of farming on nature and environment. How can we reduce the impact of farming while at the same time producing enough food for humanity.
What are GMOs and how is genetic modification different from older breeding technologies?
Then we talk about the 20th century. Were the Malthusian warning voices correct?  How did Paul Ehrlichs “population bomb” play out and what did the green revolution with Norman Borlaugh achieve?

“rising food production reduced the malnutrition rate from 2 in 3 people in 1950 to 1 in 11 by 2019. This impressive achievement is even more noteworthy if expressed in a way that accounts for the intervening large-scale increase of the global population, from about 2.5 billion people in 1950 to 7.7 billion in 2019. […] we could not harvest such abundance, and in such a highly predictable manner, without the still-rising inputs of fossil fuels and electricity.”, Vaclav Smil

Modern technology and energy production managed to reduce the labor needed to produce a kilogram of grain by more than 98 percent between 1800 and 2020.

“Growing the grain, milling it, and baking a 1-kilogram sourdough loaf thus requires an energy input equivalent of at least 250 milliliters of diesel fuel.”  (150-500ml Diesel per kg tomatoes in Spain (unheated / heated) — ~ same amount like chicken), ibid

Which role do agricultural chemicals role such as herbicides and fertilisers play?
Agriculture is not only about carbon emissions. Purely looking at it through a “carbon lense” is misleading, more relevant seems the planetary boundaries framework. For instance the role of biodiversity, land use and other impacts are of huge importance. Land use is one of the major concerns, considering thet 50% of habitable land mass is used by agriculture.
Carbon tunnel vision is a real issue today and leads to significant mistakes in politics and activism, as I have discussed in other podcast episodes already.

Planetary Boundaries, ]]></itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>069 — Complexity in Software</title>
        <itunes:title>069 — Complexity in Software</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/069-complexity_software/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/069-complexity_software/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 13 Feb 2023 06:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Ich möchte Sie auf eine Vorlesung hinweisen, die Sie im Zukunft-Denken YouTube-Kanal finden. Der Titel ist: “Complexity in Software — Handle with Care”</p>
<p><a href='https://youtu.be/hBaxfkzhvKg'>https://youtu.be/hBaxfkzhvKg</a></p>
<p>Die Vorlesung ist in Englisch und hat Software-Entwicklung und Management im Fokus, betrachtet aber das Thema Komplexität in einem breiteren Sinne und ist insofern auch für nicht-Software-Interessierte von Relevanz.</p>
<p>Wenn Sie an Software wenig interessiert sind — das Video hat Kapitelmarken, überspringen Sie eventuell: “Why is Complexity in Software a Problem?”</p>
<p>Was sind die Themen die in der Vorlesung behandelt werden:</p>
<ul><li>Was ist Komplexität?</li>
<li>Was sind zahme und wicked problems?</li>
<li>Was sind Attraktoren in komplexen dynamisch stabilisierten Systemen?</li>
<li>Warum wird das Zusammenspiel von Software und anderen gesellschaftlichen Services immer kritischer?</li>
<li>Was ist Komplexität in Software? Was sind treibende Faktoren, wie kann man Komplexität reduzieren?</li>
<li>Warum ist Komplexität in Software überhaupt ein Problem?</li>
<li>Was ist Emergenz, was sind Beispiele für emergentes Verhalten?</li>
</ul>
<p>Und der letzte Teil der Vorlesung ist relativ generisch in dem Sinne, dass ich versuche zu beschreiben:</p>
<ul><li>Wie reagieren Menschen in Systemen auf komplexe Probleme</li>
<li>Welche Reaktionen sinnvoll sein können, unter welchen Umständen und welche nicht zielführend sind</li>
<li>Welche neuen Management-Paradigmen sollte man überlegen</li>
<li>Welchen Einfluss spielen Metaphern in unserem Blick auf die technische Welt?</li>
</ul>
<p>Zum Abschluss führe ich noch kurz in eine für mich sehr faszinierende Idee von Stewart Brand ein, die er Pace Layering nennt. Eine Form von Schichtenmodell der Welt, die unterschiedliche Geschwindigkeiten gegeneinander darstellt und was für uns als Gesellschaft aber auch Techniker und Manager daraus folgt.</p>
<p>Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://youtu.be/hBaxfkzhvKg'>YouTube Video der Vorlesung</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Episode 64</a>: Getting Nothing Done</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/042-gesellschaftliche_verwundbarkeit_herbert_saurugg/'>Episode 42</a>: Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen: Gespräch mit Herbert Saurugg</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/040-software_nachhaltigkeit_philipp_reisinger/'>Episode 40</a>: Software Nachhaltigkeit, ein Gespräch mit Philipp Reisinger</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37</a>: Probleme und Lösungen</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/035-wartung/'>Episode 35</a>: Innovation oder: Alle Existenz ist Wartung?</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/031-software-tom-konrad/'>Episode 31</a>: Software in der modernen Gesellschaft – Gespräch mit Tom Konrad</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27</a>: Wicked Problems</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/019-offene-systeme-teil-1/'>Episode 19</a>: Offene Systeme</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episode 10</a>: Komplizierte Komplexität</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li>siehe YouTube-Video-Beschreibung</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Ich möchte Sie auf eine Vorlesung hinweisen, die Sie im Zukunft-Denken YouTube-Kanal finden. Der Titel ist: “Complexity in Software — Handle with Care”</p>
<p><a href='https://youtu.be/hBaxfkzhvKg'>https://youtu.be/hBaxfkzhvKg</a></p>
<p>Die Vorlesung ist in <em>Englisch</em> und hat Software-Entwicklung und Management im Fokus, betrachtet aber das Thema Komplexität in einem breiteren Sinne und ist insofern auch für nicht-Software-Interessierte von Relevanz.</p>
<p>Wenn Sie an Software wenig interessiert sind — das Video hat Kapitelmarken, überspringen Sie eventuell: <em>“Why is Complexity in Software a Problem?”</em></p>
<p>Was sind die Themen die in der Vorlesung behandelt werden:</p>
<ul><li>Was ist Komplexität?</li>
<li>Was sind <em>zahme</em> und wicked problems?</li>
<li>Was sind Attraktoren in komplexen dynamisch stabilisierten Systemen?</li>
<li>Warum wird das Zusammenspiel von Software und anderen gesellschaftlichen Services immer kritischer?</li>
<li>Was ist Komplexität in Software? Was sind treibende Faktoren, wie kann man Komplexität reduzieren?</li>
<li>Warum ist Komplexität in Software überhaupt ein Problem?</li>
<li>Was ist Emergenz, was sind Beispiele für emergentes Verhalten?</li>
</ul>
<p>Und der letzte Teil der Vorlesung ist relativ <em>generisch</em> in dem Sinne, dass ich versuche zu beschreiben:</p>
<ul><li>Wie reagieren Menschen in Systemen auf komplexe Probleme</li>
<li>Welche Reaktionen sinnvoll sein können, unter welchen Umständen und welche nicht zielführend sind</li>
<li>Welche neuen Management-Paradigmen sollte man überlegen</li>
<li>Welchen Einfluss spielen Metaphern in unserem Blick auf die technische Welt?</li>
</ul>
<p>Zum Abschluss führe ich noch kurz in eine für mich sehr faszinierende Idee von Stewart Brand ein, die er Pace Layering nennt. Eine Form von Schichtenmodell der Welt, die unterschiedliche Geschwindigkeiten gegeneinander darstellt und was für uns als Gesellschaft aber auch Techniker und Manager daraus folgt.</p>
<p>Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://youtu.be/hBaxfkzhvKg'>YouTube Video der Vorlesung</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Episode 64</a>: Getting Nothing Done</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/042-gesellschaftliche_verwundbarkeit_herbert_saurugg/'>Episode 42</a>: Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen: Gespräch mit Herbert Saurugg</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/040-software_nachhaltigkeit_philipp_reisinger/'>Episode 40</a>: Software Nachhaltigkeit, ein Gespräch mit Philipp Reisinger</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37</a>: Probleme und Lösungen</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/035-wartung/'>Episode 35</a>: Innovation oder: Alle Existenz ist Wartung?</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/031-software-tom-konrad/'>Episode 31</a>: Software in der modernen Gesellschaft – Gespräch mit Tom Konrad</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27</a>: Wicked Problems</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/019-offene-systeme-teil-1/'>Episode 19</a>: Offene Systeme</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episode 10</a>: Komplizierte Komplexität</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li>siehe YouTube-Video-Beschreibung</li>
</ul>
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        <itunes:summary>Ich möchte Sie auf eine Vorlesung hinweisen, die Sie im Zukunft-Denken YouTube-Kanal finden. Der Titel ist: “Complexity in Software — Handle with Care”

https://youtu.be/hBaxfkzhvKg

Die Vorlesung ist in Englisch und hat Software-Entwicklung und Management im Fokus, betrachtet aber das Thema Komplexität in einem breiteren Sinne und ist insofern auch für nicht-Software-Interessierte von Relevanz.

Wenn Sie an Software wenig interessiert sind — das Video hat Kapitelmarken, überspringen Sie eventuell: “Why is Complexity in Software a Problem?”

Was sind die Themen die in der Vorlesung behandelt werden:

Was ist Komplexität?
Was sind zahme und wicked problems?
Was sind Attraktoren in komplexen dynamisch stabilisierten Systemen?
Warum wird das Zusammenspiel von Software und anderen gesellschaftlichen Services immer kritischer?
Was ist Komplexität in Software? Was sind treibende Faktoren, wie kann man Komplexität reduzieren?
Warum ist Komplexität in Software überhaupt ein Problem?
Was ist Emergenz, was sind Beispiele für emergentes Verhalten?
Und der letzte Teil der Vorlesung ist relativ generisch in dem Sinne, dass ich versuche zu beschreiben:

Wie reagieren Menschen in Systemen auf komplexe Probleme
Welche Reaktionen sinnvoll sein können, unter welchen Umständen und welche nicht zielführend sind
Welche neuen Management-Paradigmen sollte man überlegen
Welchen Einfluss spielen Metaphern in unserem Blick auf die technische Welt?
Zum Abschluss führe ich noch kurz in eine für mich sehr faszinierende Idee von Stewart Brand ein, die er Pace Layering nennt. Eine Form von Schichtenmodell der Welt, die unterschiedliche Geschwindigkeiten gegeneinander darstellt und was für uns als Gesellschaft aber auch Techniker und Manager daraus folgt.

Referenzen

YouTube Video der Vorlesung
Andere Episoden

Episode 64: Getting Nothing Done
Episode 42: Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen: Gespräch mit Herbert Saurugg
Episode 40: Software Nachhaltigkeit, ein Gespräch mit Philipp Reisinger
Episode 37: Probleme und Lösungen
Episode 35: Innovation oder: Alle Existenz ist Wartung?
Episode 31: Software in der modernen Gesellschaft – Gespräch mit Tom Konrad
Episode 27: Wicked Problems
Episode 19: Offene Systeme
Episode 10: Komplizierte Komplexität
Fachliche Referenzen

siehe YouTube-Video-Beschreibung</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:block>No</itunes:block>
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            </item>
    <item>
        <title>068 — Modelle und Realität, ein Gespräch mit Dr. Andreas Windisch</title>
        <itunes:title>068 — Modelle und Realität, ein Gespräch mit Dr. Andreas Windisch</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/068-modelle_andreas_windisch/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/068-modelle_andreas_windisch/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 30 Jan 2023 06:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Das Thema der heutigen Episode ist »Modelle«. Was ist ein Modell in Bezug zur Realität, welche Art vom Modellen gibt es und wie sollten wir als Gesellschaft mit Modellen umgehen, im besonderen bei Fragen, die das Verhalten komplexer Systeme in die Zukunft projeziert, wie etwa Klimamodelle.</p>
<p>Mein heutiger Gesprächspartner ist, und das freut mich besonders, ein wiederkehrender Experte, Dr. Andreas Windisch. Andreas ist ein theoretischer Physiker, der 2014 an der Universität Graz sub auspiciis praesidentis promoviert hat. Nach mehreren Jahren als PostDoc an der Washington University in St. Lous in den USA (Schrödinger Fellow des öst. Wissenschaftsfonds) kehrte er nach Österreich zurück, und übernahm die Rolle eines Forschungsteamleiters bei 'Know-Center', einem Forschungszentrum für KI. </p>
<p>Andreas ist Mitbegründer und Leader der Reinforcement Learning Community, einer eigenständigen Arbeitsgruppe, die Teil des unabhängigen Think Tanks 'AI AUSTRIA' ist. Zudem ist Andreas Honorary Research Scientist der Washington University in St. Louis, er betreut Start-Ups bei dem European Space Agency Inkubator Science Park Graz und lehrt KI an der FH-Joanneum.  Seit März 2022 hält er auch eine Stelle an der TU-Graz.</p>
<p>Was ist ein Modell? Wie verhält sich ein Modell zur Realität, zur Natur? Welche Rolle spielen Variable und Freiheitsgrade? Andreas erklärt zunächst fundamentale Modelle — am Beispiel des Standardmodell der Teilchenphysik. </p>

<p>»Der Natur ist unsere persönliche Sichtweise natürlich egal.«</p>

<p>Damit ist die Suche nach der Abweichung vom Modell ein wesentlicher Aspekt der Modellierung. Was hat es mit der Filterung durch unsere Sinne und durch unsere Instrumente auf sich? Können wir überhaupt ohne Modell und Theorie Beobachtungen machen?</p>
<p>Warum ist Platons Höhlengleichnis ein gutes Beispiel für Modell und Realität?</p>
<p>Welche Arten der Modellierung gibt es? Vom bottom up / fundamentalen Modell zur Welt im Großen, zu effektiven Modellen? Damit stellt sich die Frage: kann ich die Welt im Großen aus dem fundamentalen Verständnis des Kleinstes modellieren? Also: kann ich mit dem Standardmodell der Teilchenphysik etwa das Klima modellieren? Sollte es nicht nur ein Modell der Welt geben?</p>
<p>Andreas erklärt, warum dies nicht möglich ist. Damit stellt sich die Frage: was ist eine Skala? Was sind Hierarchien von Modellen nach Skala und Fragestellung? Wir diskutieren Beispiele  von der Quantenmechanik über die klassische Mechanik bis zur Relativitätstheorie und wieder zurück.</p>
<p>Wie verhält es sich im Übergang von einem Modell einer Skala oder Anwendungsbereich zu einem Modell einer andere Skala? Wo liegen die Grenzen und wie sieht es in den Übergangsbereichen aus? Wie weit kann Extrapolation gehen? Wenn ich Modelle außerhalb des Gültigkeitsbereiches »befrage«, bekomme ich Antworten, aber was ist von diesen zu halten?</p>
<p>Gilt die heute häufig formulierte Annahme: je mehr Daten desto besser (für die Entscheidungsfindung)? Die richtige Information und Abstraktion zur richtigen Zeit ist essentiell!</p>
<p>Wir sprechen weiters über mathematische Symmetrien, »Schönheit« und Qualität von Modellen, datengetriebenem (machine learning) vs. Modell-Zugang. Sind wir am Ende der Theorie angelangt, wie vor einiger Zeit behauptet wurde, oder war das ein Irrtum?</p>
<p>Wie repräsentativ sind die Daten mit denen modelliert wird im Bezug auf die Daten, die in der Realität zu erwarten sind? Ändert sich das über die Zeit der Modell-Nutzung? </p>
<p>Wir kehren dann wieder an den Anfang zurück und diskutieren ein fundamentales historisches Beispiel, das n-Körper-Problem, beziehungsweise eine vereinfachte Form davon, das Dreikörperproblem, das ja einfach physikalisch zu lösen sein sollte. Oder doch nicht? Warum nicht? Was sind die Erkenntnisse und Folgen dieses historischen Problems, getrieben von König Oskar II und Henri Poincaré?</p>
<p>Es kann doch nicht so schwer sein, die Bahnen von Sonne, Erde und Mond zu berechnen!</p>
<p>Aus diesem Beispiel folgend: Was sind (nicht-lineare) chaotische Systeme und was bedeutet das für Modellierung und Vorhersage, vor allem in Bezug auf die Anfangsbedingungen und die Möglichkeit diese genau zu bestimmen? Wie hängt dies mit den intrinsischen Zeitskalen des Systems zusammen? Liegen hier natürliche Grenzen der Vorhersagbarkeit, die wir auch mit stetig besseren Sensoren, Computern und Algorithmen nicht brechen können?</p>
<p>Was sind Attraktoren komplexer dynamischer Systeme und Tipping Points (auch Kipppunkte,Phasenübergänge oder Regime Shifts genannt)? Kann man vorhersagen, wann sich ein System einem Kipppunkt nähert?</p>
<p>Dann diskutieren wir die Konsequenzen für Risikomanagement, den Unterschied zwischen statistisch gut beschreibbaren und bekannten Systemen, versus komplexen chaotischen Systemen und dem Vorsorgeprinzip. Was können wir daraus für politische und gesellschaftliche Entscheidungsprozesse mitnehmen?</p>
<p>Passend zur vorigen Episode disuktieren wir auch das Risiko des »Overselling« wissenschaftlicher Erkenntisse und vor allem von Modell-Ergebnissen als Wissenschafter.</p>
<p>Zum Schluss stellen wir die Frage, wie weit wir als Gesellschaft kritischen Diskurs verlernt haben. </p>

<p>»Alle Experten sagen...« ist keine relevante Aussage, sondern ein rhetorischer Trick um Diskurs zu beenden.</p>

<p>Unterschiedliche Meinungen sind gerade bei komplexen (wicked) Problems von größter Bedeutung. Es gibt keine zentrale Anlaufstelle der Wahrheit, auch wenn das von manchen politischen Akteuren gerne so dargestellt wird. Was Information und Misinformation ist, stellt sich in der täglichen Praxis als sehr schwieriges Problem heraus. Auch die aktuelle Rolle der »alten« Medien ist stark zu hinterfragen.</p>
<p>Referenzen </p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/079-erica_thompson_model_land/'>Episode 79:</a> Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson
</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/067-wissenschaft_hype-stephan_schleim/'>Episode 67</a>: Wissenschaft, Hype und Realität — ein Gespräch mit Stephan Schleim</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55</a>: Strukturen der Welt</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/053-data_science_lukas_lang-1/'>Episode 53</a>: Data Science und Machine Learning, Hype und Realität</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47</a>: Große Worte</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37</a>: Probleme und Lösungen</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27</a>: Wicked Problems</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25</a>: Entscheiden unter Unsicherheit</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episode 10</a>: Komplizierte Komplexität</li>
</ul>
<p>Andreas Windisch</p>
<ul><li><a href='https://www.linkedin.com/in/andreas-windisch-physics/'>Andreas Windisch auf LinkedIn</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/018-%E2%80%93-gesprach-mit-andreas-windisch-physik-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 18</a>: Gespräch mit Andreas Windisch: Physik, Fortschritt oder Stagnation</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.wired.com/2008/06/pb-theory/'>Chris Anderson, The End of Theory: The Data Deluge Makes the Scientific Method Obsolete, Wired (2008)</a></li>
<li><a href='https://gingerbooth.com/html5/daisy/help/index.html'>Daisyworld Model</a></li>
<li><a href='https://www.ted.com/talks/bill_gates_the_next_outbreak_we_re_not_ready'>TED-Talk Bill Gates: The next outbreak, we are not ready (2015)</a></li>
<li><a href='https://www.semanticscholar.org/paper/Catastrophic-regime-shifts-in-ecosystems%3A-linking-Scheffer-Carpenter/8cdb2602ae7a6ee7584b58ceb43fdfcf7164abdf'>Marten Scheffer, Catastrophic regime shifts in ecosystems: linking theory to observation (2003)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Das Thema der heutigen Episode ist »Modelle«. Was ist ein Modell in Bezug zur Realität, welche Art vom Modellen gibt es und wie sollten wir als Gesellschaft mit Modellen umgehen, im besonderen bei Fragen, die das Verhalten komplexer Systeme in die Zukunft projeziert, wie etwa Klimamodelle.</p>
<p>Mein heutiger Gesprächspartner ist, und das freut mich besonders, ein wiederkehrender Experte, Dr. Andreas Windisch. Andreas ist ein theoretischer Physiker, der 2014 an der Universität Graz <em>sub auspiciis praesidentis</em> promoviert hat. Nach mehreren Jahren als PostDoc an der Washington University in St. Lous in den USA (Schrödinger Fellow des öst. Wissenschaftsfonds) kehrte er nach Österreich zurück, und übernahm die Rolle eines Forschungsteamleiters bei 'Know-Center', einem Forschungszentrum für KI. </p>
<p>Andreas ist Mitbegründer und Leader der <em>Reinforcement Learning Community</em>, einer eigenständigen Arbeitsgruppe, die Teil des unabhängigen Think Tanks 'AI AUSTRIA' ist. Zudem ist Andreas <em>Honorary Research Scientist</em> der Washington University in St. Louis, er betreut Start-Ups bei dem European Space Agency Inkubator <em>Science Park Graz</em> und lehrt KI an der FH-Joanneum.  Seit März 2022 hält er auch eine Stelle an der TU-Graz.</p>
<p>Was ist ein Modell? Wie verhält sich ein Modell zur Realität, zur Natur? Welche Rolle spielen Variable und Freiheitsgrade? Andreas erklärt zunächst fundamentale Modelle — am Beispiel des Standardmodell der Teilchenphysik. </p>

<p>»Der Natur ist unsere persönliche Sichtweise natürlich egal.«</p>

<p>Damit ist die Suche nach der Abweichung vom Modell ein wesentlicher Aspekt der Modellierung. Was hat es mit der Filterung durch unsere Sinne und durch unsere Instrumente auf sich? Können wir überhaupt ohne Modell und Theorie Beobachtungen machen?</p>
<p>Warum ist Platons Höhlengleichnis ein gutes Beispiel für Modell und Realität?</p>
<p>Welche Arten der Modellierung gibt es? Vom bottom up / fundamentalen Modell zur Welt im Großen, zu effektiven Modellen? Damit stellt sich die Frage: kann ich die Welt im Großen aus dem fundamentalen Verständnis des Kleinstes modellieren? Also: kann ich mit dem Standardmodell der Teilchenphysik etwa das Klima modellieren? Sollte es nicht nur ein Modell der Welt geben?</p>
<p>Andreas erklärt, warum dies nicht möglich ist. Damit stellt sich die Frage: was ist eine Skala? Was sind Hierarchien von Modellen nach Skala und Fragestellung? Wir diskutieren Beispiele  von der <em>Quantenmechanik</em> über die <em>klassische Mechanik</em> bis zur <em>Relativitätstheorie</em> und wieder zurück.</p>
<p>Wie verhält es sich im Übergang von einem Modell einer Skala oder Anwendungsbereich zu einem Modell einer andere Skala? Wo liegen die Grenzen und wie sieht es in den Übergangsbereichen aus? Wie weit kann Extrapolation gehen? Wenn ich Modelle außerhalb des Gültigkeitsbereiches »befrage«, bekomme ich Antworten, aber was ist von diesen zu halten?</p>
<p>Gilt die heute häufig formulierte Annahme: je mehr Daten desto besser (für die Entscheidungsfindung)? Die richtige Information und Abstraktion zur richtigen Zeit ist essentiell!</p>
<p>Wir sprechen weiters über mathematische Symmetrien, »Schönheit« und Qualität von Modellen, datengetriebenem (machine learning) vs. Modell-Zugang. Sind wir am Ende der Theorie angelangt, wie vor einiger Zeit behauptet wurde, oder war das ein Irrtum?</p>
<p>Wie repräsentativ sind die Daten mit denen modelliert wird im Bezug auf die Daten, die in der Realität zu erwarten sind? Ändert sich das über die Zeit der Modell-Nutzung? </p>
<p>Wir kehren dann wieder an den Anfang zurück und diskutieren ein fundamentales historisches Beispiel, das n-Körper-Problem, beziehungsweise eine vereinfachte Form davon, das Dreikörperproblem, das ja einfach physikalisch zu lösen sein sollte. <em>Oder doch nicht?</em> Warum nicht? Was sind die Erkenntnisse und Folgen dieses historischen Problems, getrieben von König Oskar II und Henri Poincaré?</p>
<p><em>Es kann doch nicht so schwer sein, die Bahnen von Sonne, Erde und Mond zu berechnen!</em></p>
<p>Aus diesem Beispiel folgend: Was sind (nicht-lineare) chaotische Systeme und was bedeutet das für Modellierung und Vorhersage, vor allem in Bezug auf die Anfangsbedingungen und die Möglichkeit diese genau zu bestimmen? Wie hängt dies mit den intrinsischen Zeitskalen des Systems zusammen? Liegen hier natürliche Grenzen der Vorhersagbarkeit, die wir auch mit stetig besseren Sensoren, Computern und Algorithmen nicht brechen können?</p>
<p>Was sind Attraktoren komplexer dynamischer Systeme und Tipping Points (auch Kipppunkte,Phasenübergänge oder Regime Shifts genannt)? Kann man vorhersagen, wann sich ein System einem Kipppunkt nähert?</p>
<p>Dann diskutieren wir die Konsequenzen für Risikomanagement, den Unterschied zwischen statistisch gut beschreibbaren und bekannten Systemen, versus komplexen chaotischen Systemen und dem Vorsorgeprinzip. Was können wir daraus für politische und gesellschaftliche Entscheidungsprozesse mitnehmen?</p>
<p>Passend zur vorigen Episode disuktieren wir auch das Risiko des »Overselling« wissenschaftlicher Erkenntisse und vor allem von Modell-Ergebnissen als Wissenschafter.</p>
<p>Zum Schluss stellen wir die Frage, wie weit wir als Gesellschaft kritischen Diskurs verlernt haben. </p>

<p>»Alle Experten sagen...« ist keine relevante Aussage, sondern ein rhetorischer Trick um Diskurs zu beenden.</p>

<p>Unterschiedliche Meinungen sind gerade bei komplexen (wicked) Problems von größter Bedeutung. Es gibt keine zentrale Anlaufstelle der Wahrheit, auch wenn das von manchen politischen Akteuren gerne so dargestellt wird. Was Information und Misinformation ist, stellt sich in der täglichen Praxis als sehr schwieriges Problem heraus. Auch die aktuelle Rolle der »alten« Medien ist stark zu hinterfragen.</p>
<p>Referenzen </p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/079-erica_thompson_model_land/'>Episode 79:</a> Escape from Model Land, a Conversation with Dr. Erica Thompson
</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/067-wissenschaft_hype-stephan_schleim/'>Episode 67</a>: Wissenschaft, Hype und Realität — ein Gespräch mit Stephan Schleim</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/'>Episode 55</a>: Strukturen der Welt</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/053-data_science_lukas_lang-1/'>Episode 53</a>: Data Science und Machine Learning, Hype und Realität</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47</a>: Große Worte</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37</a>: Probleme und Lösungen</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27</a>: Wicked Problems</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25</a>: Entscheiden unter Unsicherheit</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episode 10</a>: Komplizierte Komplexität</li>
</ul>
<p>Andreas Windisch</p>
<ul><li><a href='https://www.linkedin.com/in/andreas-windisch-physics/'>Andreas Windisch auf LinkedIn</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/018-%E2%80%93-gesprach-mit-andreas-windisch-physik-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 18</a>: Gespräch mit Andreas Windisch: Physik, Fortschritt oder Stagnation</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.wired.com/2008/06/pb-theory/'>Chris Anderson, The End of Theory: The Data Deluge Makes the Scientific Method Obsolete, Wired (2008)</a></li>
<li><a href='https://gingerbooth.com/html5/daisy/help/index.html'>Daisyworld Model</a></li>
<li><a href='https://www.ted.com/talks/bill_gates_the_next_outbreak_we_re_not_ready'>TED-Talk Bill Gates: The next outbreak, we are not ready (2015)</a></li>
<li><a href='https://www.semanticscholar.org/paper/Catastrophic-regime-shifts-in-ecosystems%3A-linking-Scheffer-Carpenter/8cdb2602ae7a6ee7584b58ceb43fdfcf7164abdf'>Marten Scheffer, Catastrophic regime shifts in ecosystems: linking theory to observation (2003)</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary>Das Thema der heutigen Episode ist »Modelle«. Was ist ein Modell in Bezug zur Realität, welche Art vom Modellen gibt es und wie sollten wir als Gesellschaft mit Modellen umgehen, im besonderen bei Fragen, die das Verhalten komplexer Systeme in die Zukunft projeziert, wie etwa Klimamodelle.

Mein heutiger Gesprächspartner ist, und das freut mich besonders, ein wiederkehrender Experte, Dr. Andreas Windisch. Andreas ist ein theoretischer Physiker, der 2014 an der Universität Graz sub auspiciis praesidentis promoviert hat. Nach mehreren Jahren als PostDoc an der Washington University in St. Lous in den USA (Schrödinger Fellow des öst. Wissenschaftsfonds) kehrte er nach Österreich zurück, und übernahm die Rolle eines Forschungsteamleiters bei ’Know-Center’, einem Forschungszentrum für KI. 

Andreas ist Mitbegründer und Leader der Reinforcement Learning Community, einer eigenständigen Arbeitsgruppe, die Teil des unabhängigen Think Tanks ’AI AUSTRIA’ ist. Zudem ist Andreas Honorary Research Scientist der Washington University in St. Louis, er betreut Start-Ups bei dem European Space Agency Inkubator Science Park Graz und lehrt KI an der FH-Joanneum.  Seit März 2022 hält er auch eine Stelle an der TU-Graz.

Was ist ein Modell? Wie verhält sich ein Modell zur Realität, zur Natur? Welche Rolle spielen Variable und Freiheitsgrade? Andreas erklärt zunächst fundamentale Modelle — am Beispiel des Standardmodell der Teilchenphysik. 

»Der Natur ist unsere persönliche Sichtweise natürlich egal.«

Damit ist die Suche nach der Abweichung vom Modell ein wesentlicher Aspekt der Modellierung. Was hat es mit der Filterung durch unsere Sinne und durch unsere Instrumente auf sich? Können wir überhaupt ohne Modell und Theorie Beobachtungen machen?

Warum ist Platons Höhlengleichnis ein gutes Beispiel für Modell und Realität?

Welche Arten der Modellierung gibt es? Vom bottom up / fundamentalen Modell zur Welt im Großen, zu effektiven Modellen? Damit stellt sich die Frage: kann ich die Welt im Großen aus dem fundamentalen Verständnis des Kleinstes modellieren? Also: kann ich mit dem Standardmodell der Teilchenphysik etwa das Klima modellieren? Sollte es nicht nur ein Modell der Welt geben?

Andreas erklärt, warum dies nicht möglich ist. Damit stellt sich die Frage: was ist eine Skala? Was sind Hierarchien von Modellen nach Skala und Fragestellung? Wir diskutieren Beispiele  von der Quantenmechanik über die klassische Mechanik bis zur Relativitätstheorie und wieder zurück.

Wie verhält es sich im Übergang von einem Modell einer Skala oder Anwendungsbereich zu einem Modell einer andere Skala? Wo liegen die Grenzen und wie sieht es in den Übergangsbereichen aus? Wie weit kann Extrapolation gehen? Wenn ich Modelle außerhalb des Gültigkeitsbereiches »befrage«, bekomme ich Antworten, aber was ist von diesen zu halten?

Gilt die heute häufig formulierte Annahme: je mehr Daten desto besser (für die Entscheidungsfindung)? Die richtige Information und Abstraktion zur richtigen Zeit ist essentiell!

Wir sprechen weiters über mathematische Symmetrien, »Schönheit« und Qualität von Modellen, datengetriebenem (machine learning) vs. Modell-Zugang. Sind wir am Ende der Theorie angelangt, wie vor einiger Zeit behauptet wurde, oder war das ein Irrtum?

Wie repräsentativ sind die Daten mit denen modelliert wird im Bezug auf die Daten, die in der Realität zu erwarten sind? Ändert sich das über die Zeit der Modell-Nutzung? 

Wir kehren dann wieder an den Anfang zurück und diskutieren ein fundamentales historisches Beispiel, das n-Körper-Problem, beziehungsweise eine vereinfachte Form davon, das Dreikörperproblem, das ja einfach physikalisch zu lösen sein sollte. Oder doch nicht? Warum nicht? Was sind die Erkenntnisse und Folgen dieses historischen Problems, getrieben von König Oskar III und Henri Poincaré?

→ mehr auf der Podcast-Webseite</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:block>No</itunes:block>
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    <item>
        <title>067 — Wissenschaft, Hype und Realität — ein Gespräch mit Stephan Schleim</title>
        <itunes:title>067 — Wissenschaft, Hype und Realität — ein Gespräch mit Stephan Schleim</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/067-wissenschaft_hype-stephan_schleim/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/067-wissenschaft_hype-stephan_schleim/#comments</comments>        <pubDate>Sat, 31 Dec 2022 06:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>In dieser Episode führe ich ein äußerst interessates Gespräch mich mit Prof. Stephan Schleim. Er ist deutscher Philosoph und Psychologe, Professor für Theorie und Geschichte der Psychologie Universität Groningen. Seine Spezialgebiete sind die Theorie und praktische Anwendungen der Psychologie und Neurowissenschaften.  In seiner Forschung zur Wissenschaftskommunikation untersucht er, wie Darstellungen der Hirnforschung akademische und gesellschaftliche Debatten beeinflussen (z. B. in der Neuroethik oder dem Neurorecht).</p>
<p>Seit 15 Jahren ist er mit seinem Blog Menschen-Bilder bei den SciLogs vertreten, dem Portal für Wissenschaftsblogs des Spektrum-Verlags. Außerdem ist er Autor mehrerer Bücher. </p>
<p>Ich beschäftige mich ja schon länger mit der Frage, ob unser Wissenschaftsbetrieb nicht an einigen Stellen falsch abgebogen ist und was wir tun könnten, ja müssten um diese Situation zu verbessern. Warum ist es für uns wir als Gesellschaft wichtig, diese Problemlage zu verstehen? Denn wesentliche politische Entscheidungen hängen ja von wissenschaftlichen und technischen Aussagen und Möglichkeiten ab.</p>
<p>Wir beginnen unser Gespräch mit der Frage, ob sich die Erwartungen, die in der aus der Gesellschaft aber meist auch aus der Wissenschaft heraus an die Wissenschaft formuliert werden erfüllen? Schreitet Wissenschaft immer schneller voran? Führt dies stetig zu neuen und bahnbrechenden technischen Fortschritten?</p>
<p>Zahlreiche Untersuchungen legen eher das Gegenteil nahe. Wie sieht es nun mit Fortschritt und Qualität wissenschaftlicher Erkenntnis aus? Welche Anreizsysteme herrschen aktuell vor, nach welchen Indikatoren werden Wissenschafter gemessen, welche Definitionen von Produktivität gibt es in der Wissenschaft und was bedeutet dies für Erkenntnis und Innovation?</p>

<p>»Lässt man Kants akademischen Werdegang kurz Revue passieren, muss man zu dem Befund kommen, dass ein Denker wie Kant im gegenwärtigen Wissenschaftsbetrieb keine Chance gehabt hätte. Im Gegenteil: Er verkörpert geradezu alles das, was dem Eifer der Universitätsreformer ein Dorn im Auge ist.«, Konrad Paul Liessmann</p>

<p>Es gibt nur noch selten in der modernen Wissenschaft solche positiven Beispiele, etwa den 3D-Atlas des Gehirns, wo das Ergebnis jahrzehntelanger, qualitativ hochwertiger Grundlagenforschung dargestellt werden.</p>

<p>»Die Wissenschaft befindet sich großteils in einem hermeneutisch abgeriegelten, selbstreferentiellen System.«</p>

<p>Was sind Beispiele für die Probleme, die wir beschreiben? Die 90er Jahre waren in den USA die Dekade des Gehirns. Auch Europa hat mit dem Human Brain Project nachgezogen — unter anderem mit dem Ziel, ein Gehirn im Computer zu simulieren. Was ist das Ergebnis dieser Dekade? Wir diskutieren Erwartungen und Versprechungen vom Gedankenlesen bis zum  Lügendetektor; was waren die Folgen für die Diskussion des »freien Willen«, für Recht und Medizin?</p>
<p>In den letzten Jahrzehnten waren auch die »bunten Bilder« des Gehirns, die aus statistischen Auswertungen von Kernspintomographen entstehen, ein Hit in wissenschaftlichen Artikeln aber auch in populärwissenschaftlichen Berichten. Man konnte fast sagen: keine Psychologie ohne »Hirnbilder«!</p>
<p>Sind die Ergebnisse, die man mit der Kernspintomographie erhalten hat aber überhaupt vertrauenswürdig und korrekt? Beziehungsweise unter welchen Versuchsbedingungen kann man mit seriösen Ergebnissen rechnen und wurden diese in der Regel erziehlt? Also bleibt letztlich die Frage: können diese Hirnscanner, die richtig viel Geld kosten, überhaupt das Kriterium der Reproduzierbarkeit — als Mindeststandard wissenschaftlicher Qualität — erfüllen? War der Hype gerechtfertigt?</p>

<p>»Es gibt einige gute Studien, aber in der großen Masse sind viele dieser Studien, glaube ich,  nicht vertrauenswürdig. […]  Diesen Schluss muss man ziehen.«</p>

<p>Aber auch in zahlreichen anderen Bereichen der Psychologie und Psychiatrie erleben wir im Rückblick durchwachsene Ergebnisse, so etwa bei den wenig beeindruckenden Erfolgen der Antidepressiva in der Psychiatrie.</p>
<p>Ich spreche dann auch andere Hype-Themen der Vergangenheit an, und frage, warum wir aus diesen relativen Fehlschlägen so wenig lernen, z.B. Richard Nixon und den Krieg gegen den Krebs, Erik Topol und seine Kritik des Human Genome Projects sowie die mangelhafte Leistung von KI-Systemen in der Covid-Behandlung.</p>
<p>Wir diskutieren dann die Konsequenzen dieser Hypes, denn diese sind nicht einfach nur kurzfristige Irrtümer, sondern in ihnen stecken zum Teil enorme Opportunitätskosten und Kollateralschäden.</p>
<p>Wenn wir über die aktuelle Situation hinausschauen: »Wissenschaft die auch taugt« — was könnten wir die Standards sein? Prof. Schleim bezieht sich auf einen Artikel von Thomas Kuhn: Hartnäckigkeit und Dogmatismus ist manchmal auch ein wesentliches Mittel zum Erfolg in der Wissenschaft. </p>
<p>Die Behandlung von Aids kann als als Erfolgs-Beispiel gelten, auch die Entdeckung der PCR durch Kary Mullis, die psychiatrische Forschung mit Verengung auf Neuro-Wissenschaft allerdings als negatives. Überhaupt ist Kary Mullis ein gutes Beispiel für einen ultra-harnäckigen Wissenschafter gewesen, der in einem engen Bereich hohe Leistung gebracht hat, darüber hinaus aber eher für fragwürdige Ideen bekannt wurde.</p>
<p>Nun stellt sich aber die Frage: was für das Individuum des Wissenschafters gilt, gilt das auch für die Wissenschaft als Ganzes?</p>
<p>Und wo hört die Hartnäckigkeit auf und wird zum (sanften) Betrug? Fake it till you make it — ein wissenschaftliches Erfolgsmodell? Welchen Effekt haben New Public Management, Messen, Optimieren in der Wissenschaft(sverwaltung), Zitationsfaktoren, Impact-Faktor, usw?</p>

<p>»There is no cost to getting things wrong. The cost is not to getting them published.«, Prof. Brian Nosek</p>

<p>Wir erleben aktuell in vielen Bereichen einen Hyperwettbewerb und Bewertung von Forschung — wenn man in kurzen Zeiträumen »Durchbrüche« darstellen muss, um überhaupt überleben zu können — was wird das für Konseqzenzen für Richtung und Qualität und Vermarktung der Forschung haben?</p>
<p>Die Probleme, über die wir sprechen, sind bei weitem keine, die nur in den Interna der Wissenschaft Folgen haben, sondern breiten sich über Wissenschaftskommunikation und Expertenwesen in Gesellschaft und Politik aus? Hier ist auch der Aspekt zu sehen, dass die Verantwortung für diese Hypes auch an den Konsumenten liegt — eine Folge der Konkurrenz um Aufmerksamkeit.</p>
<p>Was ist überhaupt von Wissenschafts-News zu halten? Denn die Taktung wird immer höher — ist das sinnvoll oder sogar schädlich? Wissenschaft ist selten eindeutig, vor allem nicht in komplexen Fragestellungen. Führt das nicht eher zu Verwirrung statt Information bei der Bevölkerung?</p>
<p>Kann mehr Transparenz in den wissenschaftlichen Prozess die Situation verbessern? Können wir vom Rechtswesen lernen — was sind Folgen für wissenschaftliche Freiheit, politische Freiheit und Demokratie? Was können wir aus den Erfahrungen erfolgreicher Wissenschafter lernen?</p>

<p>Ohne die Freiheit, "Sachen zu machen die nicht Mainstream waren", sei seine Forschungsarbeit nicht möglich gewesen, Anton Zeilinger</p>

<p>Max Perutz, der österr. Wissenschafter, der von den Nazis nach England fliehen musste, hatte in seinem Labor neun Nobelpreisträger! Auf die Frage, wie man so erfolgreich wird antwortet er:</p>

<p>»Keine Politik, keine Gremien, keine Berichte, keine Gutachter, keine Interviews, nur begabte, hoch-motivierte junge Menschen, ausgewählt von wenigen Männern mit gutem Blick.«</p>

<p>Und was machen wir im heutigen Wissenschaftsbetrieb?</p>
<p>Einer der Ursachen für die Probleme im aktuellen Wissenschaftsbetrieb ist das Publikations(un)wesen: welche Rolle spielen kommerzielle Verlage, Open Access, Preprint, sind Daten und Prozesse transparent?</p>
<p>Welche Rolle spielt der Antrags-Irrsinn und die damit verbundene Bürokratie? Die bekannte amerikanische Tiefsee-Forscherin Edith Widder bringt den Konﬂikt zwischen innovativer Forschung und Finanzierung auf den Punkt: </p>

<p>»Die Sache ist die: In der Wissenschaft muss man den Förderstellen erklären, was man entdecken wird, bevor sie einem Geld geben. Und ich wusste nicht was ich entdecken werde. Somit bekam ich keine Unterstützung.«</p>

<p>Wo und in welchem Umfang macht Antragswesen Sinn, in welcher Form, und wo ist es ein Hindernis für gute Wissenschaft und verhindert vor allem auch, dass gute Wissenschafter Karrieren machen. Welcher innovative und kreative Wissenschafter ist Willens 30-40% seines Alltags mit stumpfer Bürokratie und Antragschreiben zu verbringen? Welche Folgen hat dies daher für die Selektion an Universitäten? </p>

<p>Eric Weinstein nennt dies passend: »snap-to-grid intellectualism«</p>

<p>Führen diese Prozesse zu kontroproduktiven Anpassungsprozessen an Indikatoren, Bürokratie, Regeln usw. Lenken wir also die verbleibende Intelligenz der Forscher weg von der Forschung hin zum Übergehen und Ausnutzen von Regeln und Bürokratie?</p>
<p>Einfache Versprechungen und Aussagen treffen in der Realität sehr schnell an ihre Grenzen und so ist es auch nicht einfach Schritte aus der Krise zu finden. Ein erster Ansatzpunkt findet sich etwa in der Magna Charta Univesitatum.</p>
<p>
Referenzen</p>
<p>Andere Podcast</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/053-data_science_lukas_lang-1/'>Episode 53</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/054-data_science_lukas_lang-2/'>Episode 54:</a> Data Science und Machine Learning, Hype und Realität</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47</a>: Große Worte</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39:</a> Follow the Science?</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28:</a> Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/019-offene-systeme-teil-1/'>Episode 19</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/020-offene-systeme-teil-2-gesprach-mit-lukas-lang-und-christoph-derndorfer/'>Episode 20</a>: Offene Systeme</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/018-%E2%80%93-gesprach-mit-andreas-windisch-physik-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 18:</a> Gespräch mit Andreas Windisch: Physik, Fortschritt oder Stagnation</li>
</ul>
<p>Stephan Schleim</p>
<ul><li><a href='https://www.schleim.info/'>Homepage von Stephan Schleim</a></li>
<li><a href='https://twitter.com/SchleimStephan'>Stephan Schleim auf Twitter</a></li>
<li><a href='https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/'>Menschen-Bilder Blog</a></li>
<li><a href='https://www.rug.nl/staff/s.schleim/'>Stephan Schleim an der Universität Groningen</a></li>
<li><a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsuniversit%C3%A4t_Groningen'>Universität Groningen</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3uiukKE'>Die Neurogesellschaft: Wie die Hirnforschung Recht und Moral herausfordert, Heise (2010)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3OMCHI1'>Psyche &amp; psychische Gesundheit: Philosophen, Psychologen und Psychiater im Gespräch, Heise (2020)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3ENTFkJ'>Wissenschaft und Willensfreiheit: Was Max Planck und andere Forschende herausfanden, Springer (2023)</a></li>
<li><a href='https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/sind-hirnscans-nur-kaffeesatzleserei/'>Stephan Schleim, Sind Hirnscans nur Kaffeesatzleserei?</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://web.stanford.edu/~chadj/IdeaPF.pdf'>Nicholas Bloom, Are Ideas Getting Harder to Find? (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(13)62678-1/fulltext'>How should medical science change, Lancet (2014)</a></li>
<li><a href='https://www.economist.com/leaders/2013/10/21/how-science-goes-wrong'>Economist: How Science goes wrong</a> </li>
<li><a href='https://www.economist.com/briefing/2013/10/18/trouble-at-the-lab'>Trouble at the lab | The Economist</a> </li>
<li><a href='https://www.zeit.de/2014/01/wissenschaft-forschung-rettung'>Rettet die Wissenschaft,Die Zeit (2014)</a> </li>
<li><a href='https://www.derstandard.at/story/1562602/dienst-ohne-vorschrift'>Konrad Paul Liessmann, Kant — Dienst ohne Vorschrift, Der Standard (2004)</a></li>
<li><a href='https://erictopol.substack.com/p/human-genomics-vs-clinical-genomics'>Eric Topol, Human genomics vs Clinical genomics — Expectation vs. Facts</a> </li>
<li>Thomas Kuhn, The Function of Dogma in Scientific Research, 1963 </li>
<li><a href='https://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371/journal.pmed.0020124'>John P. A. Ioannidis, Why Most Published Research Findings Are False (2005)</a> </li>
<li><a href='https://www.heise.de/hintergrund/Warum-KI-Werkzeuge-gegen-COVID-19-bislang-versagt-haben-6158061.html'>Warum KI-Werkzeuge gegen COVID-19 bislang versagt haben, Heise (2021)</a> </li>
<li><a href='https://www.sn.at/panorama/wissen/physik-nobelpreis-fuer-oesterreichischen-quantenphysiker-anton-zeilinger-127894846'>Physik Nobelpreis für österr. Quantenphysiker Anton Zeilinger (2022)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3BYSVZm'>Zitat Max Perutz aus Geoffrey West, Scale: The Universal Laws of Life and Death in Organisms, Cities and Companies, W&amp;N (2018)</a></li>
<li><a href='https://www.ted.com/talks/edith_widder_glowing_life_in_an_underwater_world'>Edith Widder, Glowing life in an underwater world, TED-Talk</a> </li>
<li><a href='https://www.magna-charta.org/magna-charta-universitatum'>Magna Charta Univesitatum</a> </li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>In dieser Episode führe ich ein äußerst interessates Gespräch mich mit Prof. Stephan Schleim. Er ist deutscher Philosoph und Psychologe, Professor für Theorie und Geschichte der Psychologie Universität Groningen. Seine Spezialgebiete sind die Theorie und praktische Anwendungen der Psychologie und Neurowissenschaften.  In seiner Forschung zur Wissenschaftskommunikation untersucht er, wie Darstellungen der Hirnforschung akademische und gesellschaftliche Debatten beeinflussen (z. B. in der Neuroethik oder dem Neurorecht).</p>
<p>Seit 15 Jahren ist er mit seinem Blog Menschen-Bilder bei den SciLogs vertreten, dem Portal für Wissenschaftsblogs des Spektrum-Verlags. Außerdem ist er Autor mehrerer Bücher. </p>
<p>Ich beschäftige mich ja schon länger mit der Frage, ob unser Wissenschaftsbetrieb nicht an einigen Stellen falsch abgebogen ist und was wir tun könnten, ja müssten um diese Situation zu verbessern. Warum ist es für uns wir als Gesellschaft wichtig, diese Problemlage zu verstehen? Denn wesentliche politische Entscheidungen hängen ja von wissenschaftlichen und technischen Aussagen und Möglichkeiten ab.</p>
<p>Wir beginnen unser Gespräch mit der Frage, ob sich die Erwartungen, die in der aus der Gesellschaft aber meist auch aus der Wissenschaft heraus an die Wissenschaft formuliert werden erfüllen? Schreitet Wissenschaft immer schneller voran? Führt dies stetig zu neuen und bahnbrechenden technischen Fortschritten?</p>
<p>Zahlreiche Untersuchungen legen eher das Gegenteil nahe. Wie sieht es nun mit Fortschritt und Qualität wissenschaftlicher Erkenntnis aus? Welche Anreizsysteme herrschen aktuell vor, nach welchen Indikatoren werden Wissenschafter gemessen, welche Definitionen von Produktivität gibt es in der Wissenschaft und was bedeutet dies für Erkenntnis und Innovation?</p>

<p>»Lässt man Kants akademischen Werdegang kurz Revue passieren, muss man zu dem Befund kommen, dass ein Denker wie Kant im gegenwärtigen Wissenschaftsbetrieb keine Chance gehabt hätte. Im Gegenteil: Er verkörpert geradezu alles das, was dem Eifer der Universitätsreformer ein Dorn im Auge ist.«, Konrad Paul Liessmann</p>

<p>Es gibt nur noch selten in der modernen Wissenschaft solche positiven Beispiele, etwa den 3D-Atlas des Gehirns, wo das Ergebnis jahrzehntelanger, qualitativ hochwertiger Grundlagenforschung dargestellt werden.</p>

<p>»Die Wissenschaft befindet sich großteils in einem hermeneutisch abgeriegelten, selbstreferentiellen System.«</p>

<p>Was sind Beispiele für die Probleme, die wir beschreiben? Die 90er Jahre waren in den USA die Dekade des Gehirns. Auch Europa hat mit dem Human Brain Project nachgezogen — unter anderem mit dem Ziel, ein Gehirn im Computer zu simulieren. Was ist das Ergebnis dieser Dekade? Wir diskutieren Erwartungen und Versprechungen vom Gedankenlesen bis zum  Lügendetektor; was waren die Folgen für die Diskussion des »freien Willen«, für Recht und Medizin?</p>
<p>In den letzten Jahrzehnten waren auch die »bunten Bilder« des Gehirns, die aus statistischen Auswertungen von Kernspintomographen entstehen, ein Hit in wissenschaftlichen Artikeln aber auch in populärwissenschaftlichen Berichten. Man konnte fast sagen: keine Psychologie ohne »Hirnbilder«!</p>
<p>Sind die Ergebnisse, die man mit der Kernspintomographie erhalten hat aber überhaupt vertrauenswürdig und korrekt? Beziehungsweise unter welchen Versuchsbedingungen kann man mit seriösen Ergebnissen rechnen und wurden diese in der Regel erziehlt? Also bleibt letztlich die Frage: <em>können diese Hirnscanner, die richtig viel Geld kosten, überhaupt das Kriterium der Reproduzierbarkeit</em> — als Mindeststandard wissenschaftlicher Qualität — <em>erfüllen</em>? War der Hype gerechtfertigt?</p>

<p>»Es gibt einige gute Studien, aber in der großen Masse sind viele dieser Studien, glaube ich,  nicht vertrauenswürdig. […]  Diesen Schluss muss man ziehen.«</p>

<p>Aber auch in zahlreichen anderen Bereichen der Psychologie und Psychiatrie erleben wir im Rückblick durchwachsene Ergebnisse, so etwa bei den wenig beeindruckenden Erfolgen der Antidepressiva in der Psychiatrie.</p>
<p>Ich spreche dann auch andere Hype-Themen der Vergangenheit an, und frage, warum wir aus diesen relativen Fehlschlägen so wenig lernen, z.B. Richard Nixon und den Krieg gegen den Krebs, Erik Topol und seine Kritik des Human Genome Projects sowie die mangelhafte Leistung von KI-Systemen in der Covid-Behandlung.</p>
<p>Wir diskutieren dann die Konsequenzen dieser Hypes, denn diese sind nicht einfach nur kurzfristige Irrtümer, sondern in ihnen stecken zum Teil enorme Opportunitätskosten und Kollateralschäden.</p>
<p>Wenn wir über die aktuelle Situation hinausschauen: <em>»Wissenschaft die auch taugt«</em> — was könnten wir die Standards sein? Prof. Schleim bezieht sich auf einen Artikel von Thomas Kuhn: Hartnäckigkeit und Dogmatismus ist manchmal auch ein wesentliches Mittel zum Erfolg in der Wissenschaft. </p>
<p>Die Behandlung von Aids kann als als Erfolgs-Beispiel gelten, auch die Entdeckung der PCR durch Kary Mullis, die psychiatrische Forschung mit Verengung auf Neuro-Wissenschaft allerdings als negatives. Überhaupt ist Kary Mullis ein gutes Beispiel für einen ultra-harnäckigen Wissenschafter gewesen, der in einem engen Bereich hohe Leistung gebracht hat, darüber hinaus aber eher für fragwürdige Ideen bekannt wurde.</p>
<p>Nun stellt sich aber die Frage: was für das Individuum des Wissenschafters gilt, gilt das auch für die Wissenschaft als Ganzes?</p>
<p>Und wo hört die Hartnäckigkeit auf und wird zum (sanften) Betrug? Fake it till you make it — ein wissenschaftliches Erfolgsmodell? Welchen Effekt haben <em>New Public Management</em>, Messen, Optimieren in der Wissenschaft(sverwaltung), Zitationsfaktoren, Impact-Faktor, usw?</p>

<p>»There is no cost to getting things wrong. The cost is not to getting them published.«, Prof. Brian Nosek</p>

<p>Wir erleben aktuell in vielen Bereichen einen Hyperwettbewerb und Bewertung von Forschung — wenn man in kurzen Zeiträumen »Durchbrüche« darstellen muss, um überhaupt überleben zu können — was wird das für Konseqzenzen für Richtung und Qualität und Vermarktung der Forschung haben?</p>
<p>Die Probleme, über die wir sprechen, sind bei weitem keine, die nur in den <em>Interna der Wissenschaft</em> Folgen haben, sondern breiten sich über Wissenschaftskommunikation und Expertenwesen in Gesellschaft und Politik aus? Hier ist auch der Aspekt zu sehen, dass die Verantwortung für diese Hypes auch an den Konsumenten liegt — eine Folge der Konkurrenz um Aufmerksamkeit.</p>
<p>Was ist überhaupt von Wissenschafts-News zu halten? Denn die Taktung wird immer höher — ist das sinnvoll oder sogar schädlich? Wissenschaft ist selten eindeutig, vor allem nicht in komplexen Fragestellungen. Führt das nicht eher zu Verwirrung statt Information bei der Bevölkerung?</p>
<p>Kann mehr Transparenz in den wissenschaftlichen Prozess die Situation verbessern? Können wir vom Rechtswesen lernen — was sind Folgen für wissenschaftliche Freiheit, politische Freiheit und Demokratie? Was können wir aus den Erfahrungen erfolgreicher Wissenschafter lernen?</p>

<p>Ohne die Freiheit, "Sachen zu machen die nicht Mainstream waren", sei seine Forschungsarbeit nicht möglich gewesen, Anton Zeilinger</p>

<p>Max Perutz, der österr. Wissenschafter, der von den Nazis nach England fliehen musste, hatte in seinem Labor neun Nobelpreisträger! Auf die Frage, wie man so erfolgreich wird antwortet er:</p>

<p>»Keine Politik, keine Gremien, keine Berichte, keine Gutachter, keine Interviews, nur begabte, hoch-motivierte junge Menschen, ausgewählt von wenigen Männern mit gutem Blick.«</p>

<p><em>Und was machen wir im heutigen Wissenschaftsbetrieb?</em></p>
<p>Einer der Ursachen für die Probleme im aktuellen Wissenschaftsbetrieb ist das Publikations(un)wesen: welche Rolle spielen kommerzielle Verlage, Open Access, Preprint, sind Daten und Prozesse transparent?</p>
<p>Welche Rolle spielt der Antrags-Irrsinn und die damit verbundene Bürokratie? Die bekannte amerikanische Tiefsee-Forscherin Edith Widder bringt den Konﬂikt zwischen innovativer Forschung und Finanzierung auf den Punkt: </p>

<p>»Die Sache ist die: In der Wissenschaft muss man den Förderstellen erklären, was man entdecken wird, bevor sie einem Geld geben. Und ich wusste nicht was ich entdecken werde. Somit bekam ich keine Unterstützung.«</p>

<p>Wo und in welchem Umfang macht Antragswesen Sinn, in welcher Form, und wo ist es ein Hindernis für gute Wissenschaft und verhindert vor allem auch, dass gute Wissenschafter Karrieren machen. Welcher innovative und kreative Wissenschafter ist Willens 30-40% seines Alltags mit stumpfer Bürokratie und Antragschreiben zu verbringen? Welche Folgen hat dies daher für die Selektion an Universitäten? </p>

<p>Eric Weinstein nennt dies passend: »snap-to-grid intellectualism«</p>

<p>Führen diese Prozesse zu kontroproduktiven Anpassungsprozessen an Indikatoren, Bürokratie, Regeln usw. Lenken wir also die verbleibende Intelligenz der Forscher weg von der Forschung hin zum Übergehen und Ausnutzen von Regeln und Bürokratie?</p>
<p>Einfache Versprechungen und Aussagen treffen in der Realität sehr schnell an ihre Grenzen und so ist es auch nicht einfach Schritte aus der Krise zu finden. Ein erster Ansatzpunkt findet sich etwa in der Magna Charta Univesitatum.</p>
<p><br>
Referenzen</p>
<p>Andere Podcast</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/053-data_science_lukas_lang-1/'>Episode 53</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/054-data_science_lukas_lang-2/'>Episode 54:</a> Data Science und Machine Learning, Hype und Realität</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47</a>: Große Worte</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39:</a> Follow the Science?</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28:</a> Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/019-offene-systeme-teil-1/'>Episode 19</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/020-offene-systeme-teil-2-gesprach-mit-lukas-lang-und-christoph-derndorfer/'>Episode 20</a>: Offene Systeme</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/018-%E2%80%93-gesprach-mit-andreas-windisch-physik-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 18:</a> Gespräch mit Andreas Windisch: Physik, Fortschritt oder Stagnation</li>
</ul>
<p>Stephan Schleim</p>
<ul><li><a href='https://www.schleim.info/'>Homepage von Stephan Schleim</a></li>
<li><a href='https://twitter.com/SchleimStephan'>Stephan Schleim auf Twitter</a></li>
<li><a href='https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/'>Menschen-Bilder Blog</a></li>
<li><a href='https://www.rug.nl/staff/s.schleim/'>Stephan Schleim an der Universität Groningen</a></li>
<li><a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsuniversit%C3%A4t_Groningen'>Universität Groningen</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3uiukKE'>Die Neurogesellschaft: Wie die Hirnforschung Recht und Moral herausfordert, Heise (2010)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3OMCHI1'>Psyche &amp; psychische Gesundheit: Philosophen, Psychologen und Psychiater im Gespräch, Heise (2020)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3ENTFkJ'>Wissenschaft und Willensfreiheit: Was Max Planck und andere Forschende herausfanden, Springer (2023)</a></li>
<li><a href='https://scilogs.spektrum.de/menschen-bilder/sind-hirnscans-nur-kaffeesatzleserei/'>Stephan Schleim, Sind Hirnscans nur Kaffeesatzleserei?</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://web.stanford.edu/~chadj/IdeaPF.pdf'>Nicholas Bloom, Are Ideas Getting Harder to Find? (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(13)62678-1/fulltext'>How should medical science change, Lancet (2014)</a></li>
<li><a href='https://www.economist.com/leaders/2013/10/21/how-science-goes-wrong'>Economist: How Science goes wrong</a> </li>
<li><a href='https://www.economist.com/briefing/2013/10/18/trouble-at-the-lab'>Trouble at the lab | The Economist</a> </li>
<li><a href='https://www.zeit.de/2014/01/wissenschaft-forschung-rettung'>Rettet die Wissenschaft,Die Zeit (2014)</a> </li>
<li><a href='https://www.derstandard.at/story/1562602/dienst-ohne-vorschrift'>Konrad Paul Liessmann, Kant — Dienst ohne Vorschrift, Der Standard (2004)</a></li>
<li><a href='https://erictopol.substack.com/p/human-genomics-vs-clinical-genomics'>Eric Topol, Human genomics vs Clinical genomics — Expectation vs. Facts</a> </li>
<li>Thomas Kuhn, The Function of Dogma in Scientific Research, 1963 </li>
<li><a href='https://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371/journal.pmed.0020124'>John P. A. Ioannidis, Why Most Published Research Findings Are False (2005)</a> </li>
<li><a href='https://www.heise.de/hintergrund/Warum-KI-Werkzeuge-gegen-COVID-19-bislang-versagt-haben-6158061.html'>Warum KI-Werkzeuge gegen COVID-19 bislang versagt haben, Heise (2021)</a> </li>
<li><a href='https://www.sn.at/panorama/wissen/physik-nobelpreis-fuer-oesterreichischen-quantenphysiker-anton-zeilinger-127894846'>Physik Nobelpreis für österr. Quantenphysiker Anton Zeilinger (2022)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3BYSVZm'>Zitat Max Perutz aus Geoffrey West, Scale: The Universal Laws of Life and Death in Organisms, Cities and Companies, W&amp;N (2018)</a></li>
<li><a href='https://www.ted.com/talks/edith_widder_glowing_life_in_an_underwater_world'>Edith Widder, Glowing life in an underwater world, TED-Talk</a> </li>
<li><a href='https://www.magna-charta.org/magna-charta-universitatum'>Magna Charta Univesitatum</a> </li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary><![CDATA[In dieser Episode führe ich ein äußerst interessates Gespräch mich mit Prof. Stephan Schleim. Er ist deutscher Philosoph und Psychologe, Professor für Theorie und Geschichte der Psychologie Universität Groningen. Seine Spezialgebiete sind die Theorie und praktische Anwendungen der Psychologie und Neurowissenschaften.  In seiner Forschung zur Wissenschaftskommunikation untersucht er, wie Darstellungen der Hirnforschung akademische und gesellschaftliche Debatten beeinflussen (z. B. in der Neuroethik oder dem Neurorecht).
Seit 15 Jahren ist er mit seinem Blog Menschen-Bilder bei den SciLogs vertreten, dem Portal für Wissenschaftsblogs des Spektrum-Verlags. Außerdem ist er Autor mehrerer Bücher. 
Ich beschäftige mich ja schon länger mit der Frage, ob unser Wissenschaftsbetrieb nicht an einigen Stellen falsch abgebogen ist und was wir tun könnten, ja müssten um diese Situation zu verbessern. Warum ist es für uns wir als Gesellschaft wichtig, diese Problemlage zu verstehen? Denn wesentliche politische Entscheidungen hängen ja von wissenschaftlichen und technischen Aussagen und Möglichkeiten ab.
Wir beginnen unser Gespräch mit der Frage, ob sich die Erwartungen, die in der aus der Gesellschaft aber meist auch aus der Wissenschaft heraus an die Wissenschaft formuliert werden erfüllen? Schreitet Wissenschaft immer schneller voran? Führt dies stetig zu neuen und bahnbrechenden technischen Fortschritten?
Zahlreiche Untersuchungen legen eher das Gegenteil nahe. Wie sieht es nun mit Fortschritt und Qualität wissenschaftlicher Erkenntnis aus? Welche Anreizsysteme herrschen aktuell vor, nach welchen Indikatoren werden Wissenschafter gemessen, welche Definitionen von Produktivität gibt es in der Wissenschaft und was bedeutet dies für Erkenntnis und Innovation?

»Lässt man Kants akademischen Werdegang kurz Revue passieren, muss man zu dem Befund kommen, dass ein Denker wie Kant im gegenwärtigen Wissenschaftsbetrieb keine Chance gehabt hätte. Im Gegenteil: Er verkörpert geradezu alles das, was dem Eifer der Universitätsreformer ein Dorn im Auge ist.«, Konrad Paul Liessmann

Es gibt nur noch selten in der modernen Wissenschaft solche positiven Beispiele, etwa den 3D-Atlas des Gehirns, wo das Ergebnis jahrzehntelanger, qualitativ hochwertiger Grundlagenforschung dargestellt werden.

»Die Wissenschaft befindet sich großteils in einem hermeneutisch abgeriegelten, selbstreferentiellen System.«

Was sind Beispiele für die Probleme, die wir beschreiben? Die 90er Jahre waren in den USA die Dekade des Gehirns. Auch Europa hat mit dem Human Brain Project nachgezogen — unter anderem mit dem Ziel, ein Gehirn im Computer zu simulieren. Was ist das Ergebnis dieser Dekade? Wir diskutieren Erwartungen und Versprechungen vom Gedankenlesen bis zum  Lügendetektor; was waren die Folgen für die Diskussion des »freien Willen«, für Recht und Medizin?
In den letzten Jahrzehnten waren auch die »bunten Bilder« des Gehirns, die aus statistischen Auswertungen von Kernspintomographen entstehen, ein Hit in wissenschaftlichen Artikeln aber auch in populärwissenschaftlichen Berichten. Man konnte fast sagen: keine Psychologie ohne »Hirnbilder«!
Sind die Ergebnisse, die man mit der Kernspintomographie erhalten hat aber überhaupt vertrauenswürdig und korrekt? Beziehungsweise unter welchen Versuchsbedingungen kann man mit seriösen Ergebnissen rechnen und wurden diese in der Regel erziehlt? Also bleibt letztlich die Frage: können diese Hirnscanner, die richtig viel Geld kosten, überhaupt das Kriterium der Reproduzierbarkeit — als Mindeststandard wissenschaftlicher Qualität — erfüllen? War der Hype gerechtfertigt?

»Es gibt einige gute Studien, aber in der großen Masse sind viele dieser Studien, glaube ich,  nicht vertrauenswürdig. […]  Diesen Schluss muss man ziehen.«

Aber auch in zahlreichen anderen Bereichen der Psychologie und Psychiatrie erleben wir im Rückblick durchwachsene Ergebnisse, so etwa bei den wenig beeindruckenden Erfolgen der Antidepressiva in der Psyc]]></itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>066 — Selbstverbesserung — ein Gespräch mit Prof. Anna Schaffner</title>
        <itunes:title>066 — Selbstverbesserung — ein Gespräch mit Prof. Anna Schaffner</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/066-selbstverbesserung_anna_schaffner/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/066-selbstverbesserung_anna_schaffner/#comments</comments>        <pubDate>Fri, 16 Dec 2022 06:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Das Thema Selbst-Verbesserung mag auf den ersten Blick wie eines wirken, das keinen großen gesellschaftlichen Bezug hat. Selbst-Vebesserung beziehungsweise Selbst-Optimierung hat teilweise auch einen schlechten Ruf, wenn man an die Bücherregale gefüllt mit fragwürdigen Ratgebern denkt, die so in den meisten Buchhandlungen zu finden sind, ganz zu schweigen von Coaching-Podcasts und YouTube-Videos.</p>
<p>Das Thema hat mich dann aber doch für eine Episode sehr angesprochen, nachdem ich das hervorragende Buch von Prof. Anna Schaffner gelesen. Anna Katharina Schaffner ist Professorin an der Univ. Kent und Executive und Personal Coach. Sie ist Autorin mehrerer Bücher, unter anderem Exhaustion: A History und The Art of Self-Improvement: Ten Timeless Truths und hat neben wissenschaftlichen Veröffentlichungen auch Artikel für Guardian, Psychology today und times Literary Supplement verfasst.</p>
<p>In diesem Gespräch beziehe wir uns im wesentlichen auf ihr letztes Buch zum Thema Selbst-Verbesserung. Prof. Schaffner arbeitet nicht nur den historischen Kontext der »Selbst-Verbesserungs-Ideen« auf, die Rolle, die sie für uns als Individuen hat, sie stellt diese auch in einen breiteren gesellschaftlichen Kontext und öffnet damit auch den wichtigen Diskurs, wie wir uns als Gesellschaft auf die Zukunft vorbereiten können. Eine solche Vorbereitung hat eine persönliche, aber eben auch eine soziale Komponente.</p>
<p>Dabei verwendet sie den Begriff Self-Improvement, im Deutschen: »Selbstverbesserung« und nicht Selbst-Optimierung, wie sie im Podcast erklärt.</p>

<p>»Esse est percipi«, George Berkely</p>

<p>Zunächst stelle ich die Frage nach der Freiheit, die ja eine Grundlage für Selbstverbesserung zu sein scheint. Woher kommt unser Begriff der Freiheit? Hat Freiheit ein rein positives Moment oder ist sie gar eine Belastung (für viele Menschen)? Erkennen wir Selbstverwirklichung als Möglichkeit oder gar als Zwang? Alain Ehrenberg spricht von der </p>

<p>»Müdigkeit des Selbst, das sich permanent selbstverwirklichen muss«</p>

<p>Erleben wir also Freiheit zwischen Selbstverwirklichung und Selbstversagen? Außerdem: wie frei sind wir wirklich? Sind wir eine »Blank Slate«, eine leere Tafel, die nur beschrieben werden muss und beliebig beschrieben werden kann, oder ist alles determiniert, also vorherbestimmt? Welche rolle spielen einschränkende Strukturen der Gesellschaft?</p>
<p>Sehen wir im Extremen vielleicht sogar »Victim-blaming«, also ein Herunterblicken auf Opfer der Freiheit, auf Menschen, denen es nicht gelungen ist, sich selbst zu verwirklichen, ihre Freiheit »zu nutzen«? Die Wurzeln dieses Problems scheinen aber älter zu sein, wie wir am Beispiel des Calvinismus diskutieren:</p>

<p>»Calvinismus — weltlicher Erfolg als Zeichen, dass man zu den Auserwählten gehört.«</p>

<p>Pervertiert eine implizite Forderung zur Selbstverwirklichung und Selbstoptimierung gar die Freiheit, die wir gerade erst gewonnen haben?</p>

<p>»Die Freiheit wird eine Episode gewesen sein. Episode heißt Zwischenstück. Das Gefühl der Freiheit stellt sich im Übergang von einer Lebensform zur anderen ein, bis sich diese selbst als Zwangsform erweist. […] «</p>
<p>»Wir leben in einer besonderen historische Phase, in der die Freiheit selbst Zwänge hervorruft. Die Freiheit des Könnens erzeugt sogar mehr Zwänge als das disziplinarische Sollen, das Gebote und Verbote ausspricht. Das Soll hat eine Grenze. Das Kann hat dagegen keine.«, Byung-Chul Han</p>

<p>Prof. Schaffner zitiert in diesem Zusammenhang Franz Kafka:</p>

<p>»Das Tier entwindet dem Herrn die Peitsche und peitscht sich selbst um Herr zu werden und weiß nicht, dass das nur eine Phantasie ist, erzeugt durch einen neuen Knoten im Peitschenriemen des Herrn«</p>

<p>Welche (externen) Wertesysteme haben wir also unbewusst internalisiert? Sind diese gesund für uns? Wie können wir und selbst verbessern ohne uns gleichzeitig unserer Freiheit zu berauben, zumal in unserer Gesellschaft Bedeutung, Status und Identität oftmals mit einer eher oberflächlichen Ideen des Erfolgs verwoben sind?</p>
<p>Was ist von der Ratgeber-, der Self-Help-Industrie zu halten? Was ist der Unterschied zwischem »Mac Self-Help« und philosophisch fundierteren Ideen? Hat die zeitgenössische Philosophie hier eine wesentliche Wurzel — die Beschäftigung mit dem »guten Leben« vergessen?</p>

<p>»Der Mensch wird am Du zum Ich«, Martin Buber</p>

<p>Dann tauchen wir noch einmal tiefer in die Vergangenheit und Grundlagen ein und stellen die Frage nach dem Selbst. Was ist eigentlich »das Selbst«? Und was zählt als Verbesserung? Wie sind diese Ideen historisch einzuordnen? Prof. Schaffner erklärt dabei drei verschiedene Entwürfe des Selbst:</p>
<ul><li>relationales Selbst</li>
<li>kein Selbst (in der buddhistischen Interpretation)</li>
<li>atomares, individualistisches Selbst und homo oeconomicus</li>
</ul>
<p>Sollten wir im Westen eine Rückkehr von starken individualistischen Ideen hin zu einem relationaleren Selbst suchen, gar »planetare Wesen« werden? Warum ist diese Frage für die Herausforderungen der Zukunft von großer Bedeutung?</p>
<p>Wie spielt das Dilemma zwischen Bildung und Ausbildung — im Sinne des Humboldtsches Ideals hier hinein? Und welche Rolle spielt das Systemdenken, beziehungsweise der Generalismus? Pointiert formuliert: erleben wir gerade in der Krise ein Abwendung vom »Fachidiotentum«?</p>
<p>Was ist die Rolle von Kultur und Ritualen, Zeremonien? Altmodisch und irrelevant, oder wesentliche Anker auch für moderne und zukünftige Gesellschaften?</p>
<p>Was ist vom heute sehr modischen Begriff der Authentizität zu halten?</p>

<p>»Authentisch ist der Mensch offensichtlich nur dann, wenn er sein Inneres, seine vermeintlich unverfälschte Natur, ungefiltert nach außen stülpt. Und das bedeutet letztlich: Authentizität ist das Gegenteil von Kultur. […]  Anthropologisch ist das zwar Irrsinn, denn der Mensch ist bereits seiner Natur nach ein Kulturwesen, doch lässt dies der Authentizitätsdiskurs weitgehend außer Acht, der voraussetzt, dass sich unser unverfälschtes Ich in uns selbst findet und sich nicht in unserem Zusammenspiel mit Kultur und Gesellschaft entwickelt.«, Thomas Bauer</p>

<p>Wie spielt der heutige Begriff der Authentizität mit der Romantik als Geburt des Individualismus zusammen?  Wo ist die Grenze zwischen Authentizität und performativem »Oversharing«, oder gar bis zum »vulnerability porn«?</p>
<p>Was bedeuten die Überlegungen zu Selbstverbesserung und Coaching für die heutige Arbeitswelt? Nur was messbar — quantifizierbar ist — ist etwas wert?</p>
<p>Und zuletzt, was bedeuten diese Überlegungen nun für die Zukunft der Gesellschaft und nicht nur des individuums? Verbreiten sich Tugenden (nach Konfuzius) wie gutartige Viren? Ist intellektuelle Bescheidenheit — vielleicht gar  Weisheit — noch eine zeitgemäße Tugend?</p>

<p>»Wir dürfen nie vorgeben zu wissen, und dürfen nie große Worte gebrauchen«, Karl Popper</p>

<p>Der Mensch ist, nach Arnold Gehlen ein Mängelwesen, und Rupert Riedl macht schon in den 1970er Jahren deutlich:</p>

<p>»Der menschliche Verstand ist nicht dazu geschaffen, komplexe Systeme zu verstehen«</p>

<p>Aber wie weit geht; soll die Verbesserung die technische Erweiterung des Menschen gehen? Ist sie nicht notwendig um mit der wachsenden Komplexität unserer techno-sozialen Systeme umgehen zu können? Wo ist die Grenze? Sind die Ideen des Transhumanismus nicht letztlich die logische Konsequenz (und das natürliche Ende)  der Selbst-Verbesserung? Gibt es eine (vernünftige) Grenze der technischen Verbesserung menschlicher (kognitiver) Fähigkeiten?</p>

<p>»The faith in Utopia, which killed so many in the centuries following the French Revolution, is dead.«, John Gray</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17:</a> Kooperation</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28: Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47: Große Worte</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/049-extended_mind/'>Episode 49:</a> Wo denke ich? Reflexionen über den »undichten« Geist</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/050-geburt_der_gegenwart_achim_landwehr/'>Episode 50:</a> Die Geburt der Gegenwart und die Entdeckung der Zukunft — ein Gespräch mit Prof. Achim Landwehr</li>
</ul>
<p>Anna Schaffner</p>
<ul><li><a href='https://www.the-exhaustion-coach.com/'>Executive and Personal Coaching | Exhaustion and Burnout Coaching</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3UH1IXl'>Exhaustion: A History, Columbia University Press (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3EdBFQf'>The Art of Self-Improvement: Ten Timeless Truths, Yale University Press (2021)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3TyPUVL'>The Truth about Julia, Atlantic Books (2016)</a></li>
<li><a href='https://www.psychologytoday.com/us/blog/the-art-self-improvement'>Artikel in Psychology Today</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/berkeley/'>George Berkeley</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3O5PWTG'>Alain Ehrenberg, Das erschöpfte Selbst: Depression und Gesellschaft in der Gegenwart, Campus (2015)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3UFe7uH'>Byung-Chul Han, Psychopolitik, Neoliberalismus und die neuen Machttechniken, S. Fischer (2014)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3tvT8P1'>Thomas Bauer, Die Vereindeutigung der Welt, Reclam (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3hMX6QD'>Karl Popper, Auf der Suche nach einer besseren Welt (1987)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3AkxfWN'>Arnold Gehlen, Der Mensch, Klostermann Vittorio (2016)</a></li>
<li>Rupert Riedl, Evolution und Erkenntnis, Piper (1982)</li>
<li><a href='https://amzn.to/3X7vohK'>John Gray, Black Mass, Penguin (2008)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Das Thema Selbst-Verbesserung mag auf den ersten Blick wie eines wirken, das keinen großen gesellschaftlichen Bezug hat. Selbst-Vebesserung beziehungsweise Selbst-Optimierung hat teilweise auch einen schlechten Ruf, wenn man an die Bücherregale gefüllt mit fragwürdigen Ratgebern denkt, die so in den meisten Buchhandlungen zu finden sind, ganz zu schweigen von Coaching-Podcasts und YouTube-Videos.</p>
<p>Das Thema hat mich dann aber doch für eine Episode sehr angesprochen, nachdem ich das hervorragende Buch von Prof. Anna Schaffner gelesen. Anna Katharina Schaffner ist Professorin an der Univ. Kent und <em>Executive</em> und <em>Personal Coach</em>. Sie ist Autorin mehrerer Bücher, unter anderem Exhaustion: A History und The Art of Self-Improvement: Ten Timeless Truths und hat neben wissenschaftlichen Veröffentlichungen auch Artikel für Guardian, Psychology today und times Literary Supplement verfasst.</p>
<p>In diesem Gespräch beziehe wir uns im wesentlichen auf ihr letztes Buch zum Thema Selbst-Verbesserung. Prof. Schaffner arbeitet nicht nur den historischen Kontext der »Selbst-Verbesserungs-Ideen« auf, die Rolle, die sie für uns als Individuen hat, sie stellt diese auch in einen breiteren gesellschaftlichen Kontext und öffnet damit auch den wichtigen Diskurs, wie wir uns als Gesellschaft auf die Zukunft vorbereiten können. Eine solche Vorbereitung hat eine persönliche, aber eben auch eine soziale Komponente.</p>
<p>Dabei verwendet sie den Begriff Self-Improvement, im Deutschen: »Selbstverbesserung« und nicht Selbst-Optimierung, wie sie im Podcast erklärt.</p>

<p>»Esse est percipi«, George Berkely</p>

<p>Zunächst stelle ich die Frage nach der Freiheit, die ja eine Grundlage für Selbstverbesserung zu sein scheint. Woher kommt unser Begriff der Freiheit? Hat Freiheit ein rein positives Moment oder ist sie gar eine Belastung (für viele Menschen)? Erkennen wir Selbstverwirklichung als Möglichkeit oder gar als Zwang? Alain Ehrenberg spricht von der </p>

<p>»Müdigkeit des Selbst, das sich permanent selbstverwirklichen muss«</p>

<p>Erleben wir also Freiheit zwischen Selbstverwirklichung und Selbstversagen? Außerdem: wie frei sind wir wirklich? Sind wir eine <em>»Blank Slate«</em>, eine leere Tafel, die nur beschrieben werden muss und beliebig beschrieben werden kann, oder ist alles determiniert, also vorherbestimmt? Welche rolle spielen einschränkende Strukturen der Gesellschaft?</p>
<p>Sehen wir im Extremen vielleicht sogar »Victim-blaming«, also ein Herunterblicken auf Opfer der Freiheit, auf Menschen, denen es nicht gelungen ist, sich selbst zu verwirklichen, ihre Freiheit »zu nutzen«? Die Wurzeln dieses Problems scheinen aber älter zu sein, wie wir am Beispiel des Calvinismus diskutieren:</p>

<p>»Calvinismus — weltlicher Erfolg als Zeichen, dass man zu den Auserwählten gehört.«</p>

<p>Pervertiert eine implizite Forderung zur Selbstverwirklichung und Selbstoptimierung gar die Freiheit, die wir gerade erst gewonnen haben?</p>

<p>»Die Freiheit wird eine Episode gewesen sein. Episode heißt Zwischenstück. Das Gefühl der Freiheit stellt sich im Übergang von einer Lebensform zur anderen ein, bis sich diese selbst als Zwangsform erweist. […] «</p>
<p>»Wir leben in einer besonderen historische Phase, in der die Freiheit selbst Zwänge hervorruft. Die Freiheit des Könnens erzeugt sogar mehr Zwänge als das disziplinarische Sollen, das Gebote und Verbote ausspricht. Das Soll hat eine Grenze. Das Kann hat dagegen keine.«, Byung-Chul Han</p>

<p>Prof. Schaffner zitiert in diesem Zusammenhang Franz Kafka:</p>

<p>»Das Tier entwindet dem Herrn die Peitsche und peitscht sich selbst um Herr zu werden und weiß nicht, dass das nur eine Phantasie ist, erzeugt durch einen neuen Knoten im Peitschenriemen des Herrn«</p>

<p>Welche (externen) Wertesysteme haben wir also unbewusst internalisiert? Sind diese gesund für uns? Wie können wir und selbst verbessern ohne uns gleichzeitig unserer Freiheit zu berauben, zumal in unserer Gesellschaft Bedeutung, Status und Identität oftmals mit einer eher oberflächlichen Ideen des Erfolgs verwoben sind?</p>
<p>Was ist von der Ratgeber-, der Self-Help-Industrie zu halten? Was ist der Unterschied zwischem »Mac Self-Help« und philosophisch fundierteren Ideen? Hat die zeitgenössische Philosophie hier eine wesentliche Wurzel — die Beschäftigung mit dem »guten Leben« vergessen?</p>

<p>»Der Mensch wird am Du zum Ich«, Martin Buber</p>

<p>Dann tauchen wir noch einmal tiefer in die Vergangenheit und Grundlagen ein und stellen die Frage nach dem Selbst. Was ist eigentlich »das Selbst«? Und was zählt als Verbesserung? Wie sind diese Ideen historisch einzuordnen? Prof. Schaffner erklärt dabei drei verschiedene Entwürfe des Selbst:</p>
<ul><li>relationales Selbst</li>
<li>kein Selbst (in der buddhistischen Interpretation)</li>
<li>atomares, individualistisches Selbst und homo oeconomicus</li>
</ul>
<p>Sollten wir im Westen eine Rückkehr von starken individualistischen Ideen hin zu einem relationaleren Selbst suchen, gar »planetare Wesen« werden? Warum ist diese Frage für die Herausforderungen der Zukunft von großer Bedeutung?</p>
<p>Wie spielt das Dilemma zwischen Bildung und Ausbildung — im Sinne des Humboldtsches Ideals hier hinein? Und welche Rolle spielt das Systemdenken, beziehungsweise der Generalismus? Pointiert formuliert: erleben wir gerade in der Krise ein Abwendung vom »Fachidiotentum«?</p>
<p>Was ist die Rolle von Kultur und Ritualen, Zeremonien? Altmodisch und irrelevant, oder wesentliche Anker auch für moderne und zukünftige Gesellschaften?</p>
<p>Was ist vom heute sehr modischen Begriff der Authentizität zu halten?</p>

<p>»Authentisch ist der Mensch offensichtlich nur dann, wenn er sein Inneres, seine vermeintlich unverfälschte Natur, ungefiltert nach außen stülpt. Und das bedeutet letztlich: Authentizität ist das Gegenteil von Kultur. […]  Anthropologisch ist das zwar Irrsinn, denn der Mensch ist bereits seiner Natur nach ein Kulturwesen, doch lässt dies der Authentizitätsdiskurs weitgehend außer Acht, der voraussetzt, dass sich unser unverfälschtes Ich in uns selbst findet und sich nicht in unserem Zusammenspiel mit Kultur und Gesellschaft entwickelt.«, Thomas Bauer</p>

<p>Wie spielt der heutige Begriff der Authentizität mit der Romantik als Geburt des Individualismus zusammen?  Wo ist die Grenze zwischen Authentizität und performativem »Oversharing«, oder gar bis zum »vulnerability porn«?</p>
<p>Was bedeuten die Überlegungen zu Selbstverbesserung und Coaching für die heutige Arbeitswelt? Nur was messbar — quantifizierbar ist — ist etwas wert?</p>
<p>Und zuletzt, was bedeuten diese Überlegungen nun für die Zukunft der Gesellschaft und nicht nur des individuums? Verbreiten sich Tugenden (nach Konfuzius) wie gutartige Viren? Ist intellektuelle Bescheidenheit — vielleicht gar  Weisheit — noch eine zeitgemäße Tugend?</p>

<p>»Wir dürfen nie vorgeben zu wissen, und dürfen nie große Worte gebrauchen«, Karl Popper</p>

<p>Der Mensch ist, nach Arnold Gehlen ein Mängelwesen, und Rupert Riedl macht schon in den 1970er Jahren deutlich:</p>

<p>»Der menschliche Verstand ist nicht dazu geschaffen, komplexe Systeme zu verstehen«</p>

<p>Aber wie weit geht; soll die Verbesserung die technische Erweiterung des Menschen gehen? Ist sie nicht notwendig um mit der wachsenden Komplexität unserer techno-sozialen Systeme umgehen zu können? Wo ist die Grenze? Sind die Ideen des Transhumanismus nicht letztlich die logische Konsequenz (und das natürliche Ende)  der Selbst-Verbesserung? Gibt es eine (vernünftige) Grenze der technischen Verbesserung menschlicher (kognitiver) Fähigkeiten?</p>

<p>»The faith in Utopia, which killed so many in the centuries following the French Revolution, is dead.«, John Gray</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17:</a> Kooperation</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28: Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47: Große Worte</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/049-extended_mind/'>Episode 49:</a> Wo denke ich? Reflexionen über den »undichten« Geist</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/050-geburt_der_gegenwart_achim_landwehr/'>Episode 50:</a> Die Geburt der Gegenwart und die Entdeckung der Zukunft — ein Gespräch mit Prof. Achim Landwehr</li>
</ul>
<p>Anna Schaffner</p>
<ul><li><a href='https://www.the-exhaustion-coach.com/'>Executive and Personal Coaching | Exhaustion and Burnout Coaching</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3UH1IXl'>Exhaustion: A History, Columbia University Press (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3EdBFQf'>The Art of Self-Improvement: Ten Timeless Truths, Yale University Press (2021)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3TyPUVL'>The Truth about Julia, Atlantic Books (2016)</a></li>
<li><a href='https://www.psychologytoday.com/us/blog/the-art-self-improvement'>Artikel in Psychology Today</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/berkeley/'>George Berkeley</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3O5PWTG'>Alain Ehrenberg, Das erschöpfte Selbst: Depression und Gesellschaft in der Gegenwart, Campus (2015)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3UFe7uH'>Byung-Chul Han, Psychopolitik, Neoliberalismus und die neuen Machttechniken, S. Fischer (2014)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3tvT8P1'>Thomas Bauer, Die Vereindeutigung der Welt, Reclam (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3hMX6QD'>Karl Popper, Auf der Suche nach einer besseren Welt (1987)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3AkxfWN'>Arnold Gehlen, Der Mensch, Klostermann Vittorio (2016)</a></li>
<li>Rupert Riedl, Evolution und Erkenntnis, Piper (1982)</li>
<li><a href='https://amzn.to/3X7vohK'>John Gray, Black Mass, Penguin (2008)</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary>Das Thema Selbst-Verbesserung mag auf den ersten Blick wie eines wirken, das keinen großen gesellschaftlichen Bezug hat. Selbst-Vebesserung beziehungsweise Selbst-Optimierung hat teilweise auch einen schlechten Ruf, wenn man an die Bücherregale gefüllt mit fragwürdigen Ratgebern denkt, die so in den meisten Buchhandlungen zu finden sind, ganz zu schweigen von Coaching-Podcasts und YouTube-Videos.

Das Thema hat mich dann aber doch für eine Episode sehr angesprochen, nachdem ich das hervorragende Buch von Prof. Anna Schaffner gelesen. Anna Katharina Schaffner ist Professorin an der Univ. Kent und Executive und Personal Coach. Sie ist Autorin mehrerer Bücher, unter anderem Exhaustion: A History und The Art of Self-Improvement: Ten Timeless Truths und hat neben wissenschaftlichen Veröffentlichungen auch Artikel für Guardian, Psychology today und times Literary Supplement verfasst.

In diesem Gespräch beziehe wir uns im wesentlichen auf ihr letztes Buch zum Thema Selbst-Verbesserung. Prof. Schaffner arbeitet nicht nur den historischen Kontext der »Selbst-Verbesserungs-Ideen« auf, die Rolle, die sie für uns als Individuen hat, sie stellt diese auch in einen breiteren gesellschaftlichen Kontext und öffnet damit auch den wichtigen Diskurs, wie wir uns als Gesellschaft auf die Zukunft vorbereiten können. Eine solche Vorbereitung hat eine persönliche, aber eben auch eine soziale Komponente.

Dabei verwendet sie den Begriff Self-Improvement, im Deutschen: »Selbstverbesserung« und nicht Selbst-Optimierung, wie sie im Podcast erklärt.

»Esse est percipi«, George Berkely

Zunächst stelle ich die Frage nach der Freiheit, die ja eine Grundlage für Selbstverbesserung zu sein scheint. Woher kommt unser Begriff der Freiheit? Hat Freiheit ein rein positives Moment oder ist sie gar eine Belastung (für viele Menschen)? Erkennen wir Selbstverwirklichung als Möglichkeit oder gar als Zwang? Alain Ehrenberg spricht von der 

»Müdigkeit des Selbst, das sich permanent selbstverwirklichen muss«

Erleben wir also Freiheit zwischen Selbstverwirklichung und Selbstversagen? Außerdem: wie frei sind wir wirklich? Sind wir eine »Blank Slate«, eine leere Tafel, die nur beschrieben werden muss und beliebig beschrieben werden kann, oder ist alles determiniert, also vorherbestimmt? Welche rolle spielen einschränkende Strukturen der Gesellschaft?

Sehen wir im Extremen vielleicht sogar »Victim-blaming«, also ein Herunterblicken auf Opfer der Freiheit, auf Menschen, denen es nicht gelungen ist, sich selbst zu verwirklichen, ihre Freiheit »zu nutzen«? Die Wurzeln dieses Problems scheinen aber älter zu sein, wie wir am Beispiel des Calvinismus diskutieren:

»Calvinismus — weltlicher Erfolg als Zeichen, dass man zu den Auserwählten gehört.«

Pervertiert eine implizite Forderung zur Selbstverwirklichung und Selbstoptimierung gar die Freiheit, die wir gerade erst gewonnen haben?

»Die Freiheit wird eine Episode gewesen sein. Episode heißt Zwischenstück. Das Gefühl der Freiheit stellt sich im Übergang von einer Lebensform zur anderen ein, bis sich diese selbst als Zwangsform erweist. […] «

»Wir leben in einer besonderen historische Phase, in der die Freiheit selbst Zwänge hervorruft. Die Freiheit des Könnens erzeugt sogar mehr Zwänge als das disziplinarische Sollen, das Gebote und Verbote ausspricht. Das Soll hat eine Grenze. Das Kann hat dagegen keine.«, Byung-Chul Han

Prof. Schaffner zitiert in diesem Zusammenhang Franz Kafka:

»Das Tier entwindet dem Herrn die Peitsche und peitscht sich selbst um Herr zu werden und weiß nicht, dass das nur eine Phantasie ist, erzeugt durch einen neuen Knoten im Peitschenriemen des Herrn«

Welche (externen) Wertesysteme haben wir also unbewusst internalisiert? Sind diese gesund für uns? Wie können wir und selbst verbessern ohne uns gleichzeitig unserer Freiheit zu berauben, zumal in unserer Gesellschaft Bedeutung, Status und Identität oftmals mit einer eher oberflächlichen Ideen des Erfolgs verwoben sind?

mehr siehe Webseite</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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    <item>
        <title>065 — Getting Nothing Done — Teil 2</title>
        <itunes:title>065 — Getting Nothing Done — Teil 2</itunes:title>
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                                    <description><![CDATA[<p>Shownotes siehe <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Teil 1</a></p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Shownotes siehe <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/'>Teil 1</a></p>
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        <title>064 — Getting Nothing Done — Teil 1</title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/064-getting-nothing-done-1/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 07 Nov 2022 06:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Titel der heutigen Episode ist »Getting Nothing Done« — warum die höchst-technisierte Gesellschaft der Menschheit (jedenfalls in den Industrienationen) bei wesentlichen Infrastrukturprojekten kaum mehr etwas auf die Reihe bekommt. In dieser Episode möchte ich eine Diskussion über ein sehr wichtiges Thema anstossen, über das ich in der letzten Zeit intensiv nachdenke. </p>
<p style="text-align: center;">Teilen Sie meine Ansichten, oder nicht? Hat diese Episode Sie zum Nachdenken angeregt? Schreiben Sie mir!</p>
<p>Es gibt auch eine englischsprachigen Artikel (mit Illustrationen) von mir zu diesem Thema in den Referenzen.</p>
<p>Beschäftigt man sich ein wenig mit der Vergangenheit, ist es geradezu atemberaubend, welche — zur damaligen Zeit noch neue — Infrastrukturen wir in kurzer Zeit umsetzen konnten — vom Panamakanal über die Wiener Hochquellwasserleitung bis zum Messmer Plan in Frankreich.</p>
<p>In den letzten Jahren erleben wir allerdings, so mein Argument, geradezu eine bleierne Stagnation, und dies nicht bei »innovativen« Projekten, sondern bei Projekten, die wir hunderte oder tausende Male in der Vergangenheit gebaut haben: Konzerthallen, Brücken, Eisenbahnstrecken, Flughäfen, Kernkraftwerke, Tunnel.</p>

<p>»I contrast the now common belief in an ever-faster pace of innovation with the many unmistakable signs of technical stagnation and slowing advances: there are limits to everything, and invention and innovation cannot be exceptions.«, Vaclav Smil</p>

<p>Dieses Problem beschränkt sich nicht auf die »physische« Welt, sondern findet sich in ähnlicher Weise in der virtuellen Welt der Software. Dazu kommt, dass Software/IKT und physische Infrastruktur in immer stärkerer Weise miteinander verbunden sind, was die Problemlage verschärft.</p>

<p>»Die niedrig hängenden Früchte sind größtenteils gepflückt worden, zumindest im Moment. [...] Die Große Stagnation hält an und verschlimmert sich sogar noch, angetrieben von einer zunehmend dysfunktionalen Politik.«, Tyler Cowan</p>

<p>Im ersten Teil versuche ich die Problemlage und Kontext darzustellen und im zweiten Teil Ursachen zu untersuchen, die in fünf Gruppen fallen:</p>
<ul>
<li>Enttäuschung über die Digitalisierung und allgemeine Stagnation in Forschung und Technologie</li>
<li>Regulierung, Bürokratie und Fokusverlust</li>
<li>Furchtgetriebenes Management und Verrechtlichung der Gesellschaft</li>
<li>Fokus</li>
<li>Spezifischer Verlust der Fähigkeit, große Projekte zu realisieren</li>
</ul>
<p>Zuletzt gebe ich mögliche Pfade an, wie die Situation (in Europa) verbessert werden könnte. Der wesentlichste Aspekt scheint mir aber zu sein, diese Problematik breiter zu diskutieren und zur Kenntnis zu nehmen, und sich nicht in Hype- und Innovations-Marketing-Gerede zu verlieren.</p>

<p>»Der Forschungsaufwand steigt erheblich, während die Forschungsproduktivität stark abnimmt. [...] es dauert etwa 13 Jahre, bis die Forschungsproduktivität um die Hälfte sinkt. Oder anders ausgedrückt: Die Wirtschaft muss ihre Forschungsanstrengungen alle 13 Jahre verdoppeln, nur um die gleiche Gesamtwachstumsrate aufrechtzuerhalten.«, Nicholas Bloom</p>

<p>Der Fokus reicht dabei von erheblichen Qualitätsproblemen in der Wissenschaft bis zu Regulierung und Management-Prinzipien.</p>
<p style="text-align: center;"><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/065-getting-nothing-done-2/'>Weiter geht es mit Teil 2 hier.</a></p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li><a href='https://sichten.blogspot.com/2022/10/getting-nothing-done.html'>Englischer Artikel im (an)sichten Blog</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/018-%E2%80%93-gesprach-mit-andreas-windisch-physik-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 18:</a> Gespräch mit Andreas Windisch: Physik, Fortschritt oder Stagnation</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/023-frozen-accidents/'>Episode 23:</a> Frozen Accidents</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28:</a> Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/031-software-tom-konrad/'>Episode 31:</a> Software in der modernen Gesellschaft – Gespräch mit Tom Konrad</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/038-eliten-michael_hartmann/'>Episode 38:</a> Eliten, ein Gespräch mit Prof. Michael Hartmann</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/040-software_nachhaltigkeit_philipp_reisinger/'>Episode 40:</a> Software Nachhaltigkeit, ein Gespräch mit Philipp Reisinger</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47:</a> Große Worte</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/059-umwelt_wissenschaft-1/'>Episode 59</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/060-umwelt_wissenschaft-2/'>60</a>: Wissenschaft und Umwelt</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://amzn.to/3TkrqAg'>Lee Vinsel, The Innovation Delusion, Currency (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.nytimes.com/2021/11/28/us/infrastructure-megaprojects.html'>Years of Delays, Billions in Overruns: The Dismal History of Big Infrastructure, New York Times (2021)</a></li>
<li><a href='http://homepages.cs.ncl.ac.uk/brian.randell/NATO/nato1968.PDF'>»Software Crisis</a><a href='http://homepages.cs.ncl.ac.uk/brian.randell/NATO/nato1968.PDF'>«</a><a href='http://homepages.cs.ncl.ac.uk/brian.randell/NATO/nato1968.PDF'>: Software Engineering, Report on a conference sponsored by the NATO Science Committee, Garmisch, Germany, 7th to 11th October 1968</a></li>
<li><a href='https://theintercept.com/2022/09/07/facebook-personal-data-no-accountability/'>»Facebook [ist] als datenverarbeitender Apparat so komplex, dass er sich dem Verständnis von innen heraus entzieht« (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.bleepingcomputer.com/news/security/uber-hacked-internal-systems-breached-and-vulnerability-reports-stolen/'>Massive Datenpanne bei Uber: »Sie haben so vollen Zugriff auf Uber« (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.schneier.com/blog/archives/2021/05/ransomware-shuts-down-us-pipeline.html'>»Ransomware legt US-Pipeline lahm« (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.vice.com/en/article/z3xpm8/company-that-routes-billions-of-text-messages-quietly-says-it-was-hacked'>Syniverse verarbeitet jährlich Milliarden von Textnachrichten, und Hacker hatten jahrelang unbefugten Zugriff auf das System." (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.bbc.com/news/world-us-canada-55989843'>»Ein Computerhacker hat sich Zugang zum Wassersystem einer Stadt in Florida verschafft und versucht, eine "gefährliche" Menge einer Chemikalie hineinzupumpen, sagen Beamte.  [...] Aber ein Arbeiter entdeckte es zufällig und machte die Aktion rückgängig.« (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.consultancy.uk/news/18243/lidl-cancels-sap-introduction-having-sunk-500-million-into-it'>Lidl Cancels SAP-introduction after having sunk 500 Million into it</a></li>
<li><a href='https://www.nber.org/system/files/working_papers/w18315/w18315.pdf'>Robert Gordon, Is US economic growth over? Faltering innovation confronts the six headwinds, Working Paper 18315 (2012)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3Ux1ORz'>Tyler Cowan, The Great Stagnation, Dutton (2011)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=nM9f0W2KD5s'>Eric Weinstein and Peter Thiel, The Portal #001 (2019)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=eF0cz9OmCGw'>David Graeber im Gespräch mit Peter Thiel "Where did the Future go?" (2020)</a></li>
<li><a href='https://constructionphysics.substack.com/p/when-did-new-york-start-building'>Brian Potter, When did New York start building slowly? (2023)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3Sxr7RU'>Nassim Taleb, Skin in the Game, Penguin (2018)</a></li>
<li><a href='https://medium.com/incerto/what-do-i-mean-by-skin-in-the-game-my-own-version-cc858dc73260'>Nassim Taleb, What do I mean by Skin in the Game? My Own Version, Medium (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3R9VgWe'>Gerd Gigerenzer, Risiko, Bertelsmann (2013)</a></li>
<li><a href='https://www.samharris.org/podcasts/making-sense-episodes/290-what-went-wrong'>Marc Andreessen im Gespräch mit Sam Harris, Making Sense #290 (2022)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3ScLZOo'>David Graeber, The Utopia of Rules, Melville House (2016)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3F0T7cR'>David Graeber, Bullshit Jobs, Penguin (2019)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=72dM17vsUh0'>Lukas Feiler erklärt in einer Podiumsdiskussion im Gespräch mit mir</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3CFpyLK'>Vaclav Smil, Invention and Innovation: A Brief History of Hype and Failure, MIT Press (2023)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Titel der heutigen Episode ist »Getting Nothing Done« — warum die höchst-technisierte Gesellschaft der Menschheit (jedenfalls in den Industrienationen) bei wesentlichen Infrastrukturprojekten kaum mehr etwas auf die Reihe bekommt. In dieser Episode möchte ich eine Diskussion über ein sehr wichtiges Thema anstossen, über das ich in der letzten Zeit intensiv nachdenke. </p>
<p style="text-align: center;"><em>Teilen Sie meine Ansichten, oder nicht? Hat diese Episode Sie zum Nachdenken angeregt? Schreiben Sie mir!</em></p>
<p>Es gibt auch eine englischsprachigen Artikel (mit Illustrationen) von mir zu diesem Thema in den Referenzen.</p>
<p>Beschäftigt man sich ein wenig mit der Vergangenheit, ist es geradezu atemberaubend, welche — zur damaligen Zeit noch neue — Infrastrukturen wir in kurzer Zeit umsetzen konnten — vom Panamakanal über die Wiener Hochquellwasserleitung bis zum Messmer Plan in Frankreich.</p>
<p>In den letzten Jahren erleben wir allerdings, so mein Argument, geradezu eine bleierne Stagnation, und dies nicht bei »innovativen« Projekten, sondern bei Projekten, die wir hunderte oder tausende Male in der Vergangenheit gebaut haben: Konzerthallen, Brücken, Eisenbahnstrecken, Flughäfen, Kernkraftwerke, Tunnel.</p>

<p>»I contrast the now common belief in an ever-faster pace of innovation with the many unmistakable signs of technical stagnation and slowing advances: there are limits to everything, and invention and innovation cannot be exceptions.«, Vaclav Smil</p>

<p>Dieses Problem beschränkt sich nicht auf die »physische« Welt, sondern findet sich in ähnlicher Weise in der virtuellen Welt der Software. Dazu kommt, dass Software/IKT und physische Infrastruktur in immer stärkerer Weise miteinander verbunden sind, was die Problemlage verschärft.</p>

<p>»Die niedrig hängenden Früchte sind größtenteils gepflückt worden, zumindest im Moment. [...] Die Große Stagnation hält an und verschlimmert sich sogar noch, angetrieben von einer zunehmend dysfunktionalen Politik.«, Tyler Cowan</p>

<p>Im ersten Teil versuche ich die Problemlage und Kontext darzustellen und im zweiten Teil Ursachen zu untersuchen, die in fünf Gruppen fallen:</p>
<ul>
<li>Enttäuschung über die Digitalisierung und allgemeine Stagnation in Forschung und Technologie</li>
<li>Regulierung, Bürokratie und Fokusverlust</li>
<li>Furchtgetriebenes Management und Verrechtlichung der Gesellschaft</li>
<li>Fokus</li>
<li>Spezifischer Verlust der Fähigkeit, große Projekte zu realisieren</li>
</ul>
<p>Zuletzt gebe ich mögliche Pfade an, wie die Situation (in Europa) verbessert werden könnte. Der wesentlichste Aspekt scheint mir aber zu sein, diese Problematik breiter zu diskutieren und zur Kenntnis zu nehmen, und sich nicht in Hype- und Innovations-Marketing-Gerede zu verlieren.</p>

<p>»Der Forschungsaufwand steigt erheblich, während die Forschungsproduktivität stark abnimmt. [...] es dauert etwa 13 Jahre, bis die Forschungsproduktivität um die Hälfte sinkt. Oder anders ausgedrückt: Die Wirtschaft muss ihre Forschungsanstrengungen alle 13 Jahre verdoppeln, nur um die gleiche Gesamtwachstumsrate aufrechtzuerhalten.«, Nicholas Bloom</p>

<p>Der Fokus reicht dabei von erheblichen Qualitätsproblemen in der Wissenschaft bis zu Regulierung und Management-Prinzipien.</p>
<p style="text-align: center;"><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/065-getting-nothing-done-2/'>Weiter geht es mit Teil 2 hier.</a></p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul>
<li><a href='https://sichten.blogspot.com/2022/10/getting-nothing-done.html'>Englischer Artikel im (an)sichten Blog</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/018-%E2%80%93-gesprach-mit-andreas-windisch-physik-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 18:</a> Gespräch mit Andreas Windisch: Physik, Fortschritt oder Stagnation</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/023-frozen-accidents/'>Episode 23:</a> Frozen Accidents</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28:</a> Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/031-software-tom-konrad/'>Episode 31:</a> Software in der modernen Gesellschaft – Gespräch mit Tom Konrad</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/038-eliten-michael_hartmann/'>Episode 38:</a> Eliten, ein Gespräch mit Prof. Michael Hartmann</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/040-software_nachhaltigkeit_philipp_reisinger/'>Episode 40:</a> Software Nachhaltigkeit, ein Gespräch mit Philipp Reisinger</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47:</a> Große Worte</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/059-umwelt_wissenschaft-1/'>Episode 59</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/060-umwelt_wissenschaft-2/'>60</a>: Wissenschaft und Umwelt</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul>
<li><a href='https://amzn.to/3TkrqAg'>Lee Vinsel, The Innovation Delusion, Currency (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.nytimes.com/2021/11/28/us/infrastructure-megaprojects.html'>Years of Delays, Billions in Overruns: The Dismal History of Big Infrastructure, New York Times (2021)</a></li>
<li><a href='http://homepages.cs.ncl.ac.uk/brian.randell/NATO/nato1968.PDF'>»Software Crisis</a><a href='http://homepages.cs.ncl.ac.uk/brian.randell/NATO/nato1968.PDF'>«</a><a href='http://homepages.cs.ncl.ac.uk/brian.randell/NATO/nato1968.PDF'>: Software Engineering, Report on a conference sponsored by the NATO Science Committee, Garmisch, Germany, 7th to 11th October 1968</a></li>
<li><a href='https://theintercept.com/2022/09/07/facebook-personal-data-no-accountability/'>»Facebook [ist] als datenverarbeitender Apparat so komplex, dass er sich dem Verständnis von innen heraus entzieht« (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.bleepingcomputer.com/news/security/uber-hacked-internal-systems-breached-and-vulnerability-reports-stolen/'>Massive Datenpanne bei Uber: »Sie haben so vollen Zugriff auf Uber« (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.schneier.com/blog/archives/2021/05/ransomware-shuts-down-us-pipeline.html'>»Ransomware legt US-Pipeline lahm« (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.vice.com/en/article/z3xpm8/company-that-routes-billions-of-text-messages-quietly-says-it-was-hacked'>Syniverse verarbeitet jährlich Milliarden von Textnachrichten, und Hacker hatten jahrelang unbefugten Zugriff auf das System." (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.bbc.com/news/world-us-canada-55989843'>»Ein Computerhacker hat sich Zugang zum Wassersystem einer Stadt in Florida verschafft und versucht, eine "gefährliche" Menge einer Chemikalie hineinzupumpen, sagen Beamte.  [...] Aber ein Arbeiter entdeckte es zufällig und machte die Aktion rückgängig.« (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.consultancy.uk/news/18243/lidl-cancels-sap-introduction-having-sunk-500-million-into-it'>Lidl Cancels SAP-introduction after having sunk 500 Million into it</a></li>
<li><a href='https://www.nber.org/system/files/working_papers/w18315/w18315.pdf'>Robert Gordon, Is US economic growth over? Faltering innovation confronts the six headwinds, Working Paper 18315 (2012)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3Ux1ORz'>Tyler Cowan, The Great Stagnation, Dutton (2011)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=nM9f0W2KD5s'>Eric Weinstein and Peter Thiel, The Portal #001 (2019)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=eF0cz9OmCGw'>David Graeber im Gespräch mit Peter Thiel "Where did the Future go?" (2020)</a></li>
<li><a href='https://constructionphysics.substack.com/p/when-did-new-york-start-building'>Brian Potter, When did New York start building slowly? (2023)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3Sxr7RU'>Nassim Taleb, Skin in the Game, Penguin (2018)</a></li>
<li><a href='https://medium.com/incerto/what-do-i-mean-by-skin-in-the-game-my-own-version-cc858dc73260'>Nassim Taleb, What do I mean by Skin in the Game? My Own Version, Medium (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3R9VgWe'>Gerd Gigerenzer, Risiko, Bertelsmann (2013)</a></li>
<li><a href='https://www.samharris.org/podcasts/making-sense-episodes/290-what-went-wrong'>Marc Andreessen im Gespräch mit Sam Harris, Making Sense #290 (2022)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3ScLZOo'>David Graeber, The Utopia of Rules, Melville House (2016)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3F0T7cR'>David Graeber, Bullshit Jobs, Penguin (2019)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=72dM17vsUh0'>Lukas Feiler erklärt in einer Podiumsdiskussion im Gespräch mit mir</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3CFpyLK'>Vaclav Smil, Invention and Innovation: A Brief History of Hype and Failure, MIT Press (2023)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Titel der heutigen Episode ist »Getting Nothing Done« — warum die höchst-technisierte Gesellschaft der Menschheit (jedenfalls in den Industrienationen) bei wesentlichen Infrastrukturprojekten kaum mehr etwas auf die Reihe bekommt. In dieser Episode möchte ich eine Diskussion über ein sehr wichtiges Thema anstossen, über das ich in der letzten Zeit intensiv nachdenke.

Es gibt auch eine englischsprachigen Artikel (mit Illustrationen) von mir zu diesem Thema in den Referenzen.

Beschäftigt man sich ein wenig mit der Vergangenheit, ist es geradezu atemberaubend, welche — zur damaligen Zeit noch neue — Infrastrukturen wir in kurzer Zeit umsetzen konnten — vom Panamakanal über die Wiener Hochquellwasserleitung bis zum Messmer Plan in Frankreich.

In den letzten Jahren erleben wir allerdings, so mein Argument, geradezu eine bleierne Stagnation, und dies nicht bei »innovativen« Projekten, sondern bei Projekten, die wir hunderte oder tausende Male in der Vergangenheit gebaut haben: Konzerthallen, Brücken, Eisenbahnstrecken, Flughäfen, Kernkraftwerke, Tunnel.

Dieses Problem beschränkt sich nicht auf die »physische« Welt, sondern findet sich in ähnlicher Weise in der virtuellen Welt der Software. Dazu kommt, dass Software/IKT und physische Infrastruktur in immer stärkerer Weise miteinander verbunden sind, was die Problemlage verschärft.

... siehe Shownotes im Web</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>063 – Museum der Zukünfte — ein Gespräch mit Dr. Gabriele Zipf</title>
        <itunes:title>063 – Museum der Zukünfte — ein Gespräch mit Dr. Gabriele Zipf</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/063-futurium_zipf/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/063-futurium_zipf/#comments</comments>        <pubDate>Sun, 16 Oct 2022 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>In Berlin gibt es ein Museum, ein Haus der Zukunft, das Futurium. Ich halte es für eine hervorragende Idee einen Raum zu schaffen, in dem über die Zukunft (beziehungsweise Zukünfte) diskutiert wird, vor allem auch darum, weil sich dieses Museum auch stark an Kinder, beziehungsweise junge Menschen wendet.</p>
<p>Es hat mich folglich sehr gefreut, dass die Leiterin der Ausstellung, Frau Fr. Dr. Zipf sich zu einem Gespräch bereiterklärt und mich ins Futurium eingeladen hat. </p>
<p>Im Gespräch stelle ich die Frage, warum Zukunft im Plural, also Zukünfte verwendet wird: Ziel ist das Aufzeigen von Möglichkeiten. Aber wie weit ist Zukunft gestaltbar, von wem, welche Rolle spielt das Individuum? Wie kann der Versuch, Zukunft vorstellbar machen funktionieren?</p>
<p>Dr. Zipf ist Archäologin und da stellt sich naturgemäß die Frage: wie passt die Archäologie zur Beschäftigung mit der »Zukunft«? Gibt es eine Herangehensweise an »Zeit«? Kann man möglicherweise Prinzipien aus der Geschichte ableiten?</p>

<p>»Die Geschichte wiederholt sich nicht«</p>

<p>Und dennoch ist, wie sich im Gespräch zeigt, die Beschäftigung mit der Vergangenheit von Wert, wenn man in die Zukunft blicken möchte. So  diskutieren wir die Notwendigkeit eines inter- und intradisziplinären, also eines multiperspektivischen Blicks. Was ist die Rolle von Generalisten versus Spezialistentum, der Philosophie?</p>
<p>Das Futurium selbst besteht aus vier verschiedene Ebenen:</p>
<ul><li>Ausstellung</li>
<li>Lab</li>
<li>Veranstaltungen</li>
<li>Digitales Futurium</li>
</ul>
<p>Kann ein Haus, beziehungsweise ein Projekt wie das Futurium eine vermittelnde, eine Generalisten-Rolle einnehmen? Wie versucht das Futurium die »futures literacy« zu verbessern — also pädagogische Ansätze zu entwickeln um auch junge Menschen eine kritische aber konstruktive Perspektive der Zukunft anschaulich zu machen?</p>
<p>Was ist von Zukunftsforschung zu halten (jenseits von Individuen die sich breit inszenieren, deren Vorhersagen aber selten zutreffen?)? Was sagen die Bilder, die wir uns von der Zukunft machen über uns aus?</p>
<p>Dann diskutieren wir die sehr prinzipelle Frage, was ist eigentlich eine gute Zukunft? Das führt uns das zur Frage des Fortschrittes:</p>

<p>»Wir verwechseln systematisch Fortschritt mit Innovation.«, Harald Welzer</p>

<p>Apropos Innovation: Erleben wir wirklich eine solche Beschleunigung, wie das gängige Narrativ suggeriert, oder eher eine Stagnation? Was wir heute als Zukunft diskutieren, haben wir schon vor 30 Jahren diskutiert — vielleicht sogar noch früher.</p>

<p>»Überhaupt hat der Fortschritt das an sich, daß er viel größer ausschaut, als er wirklich ist.«, Johann Nestroy</p>

<p>Helfen Dystopien, die Menschen zu bewegen, oder ist das zwar ein narrativ einfacher, aber letzlich wenig hilfeicher Pfad? Wie kommen wir von den Dystopien und einfachen Klischees/Stereotypen hin zu einer konstruktiven und sinnvollen Diskussion der Zukunft?</p>
<p>Wie können wir mit den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft umgehen: wieweit hilft Innovation? Wie kommen wir zu einer gemeinsamen Sicht auf Fortschritt? Wollen wir radikalen Wandel (siehe etwa die Vorstellungen Le Corbusiers, wie Paris umzugestalten wäre), Transformation, evolutionäre Veränderung?</p>
<p>Gibt es Kipp-Punkte in der Technik und Gesellschaft, die dazu führen können, dass eine an sich bekannte Technik (endlich) den Durchbruch schafft (siehe auch das Beispiel der Elektro LKWs in London 1917)?</p>
<p>Die Geschichte lehrt und jedenfalls eines: dass das, was aktuelle Generationen für richtig halten, nicht immer den Test der Zeit besteht. Was können und sollen wir tun um einerseit in unserer Zeit zu handeln, andererseits aber Handlungsspielraum für zukünftige Generationen zu erhalten?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/015-%E2%80%93-innovation-oder-fortschritt/'>Episode 15:</a> Innovation oder Fortschritt?</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17:</a> Kooperation</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/023-frozen-accidents/'>Episode 23:</a> Frozen Accidents</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28:</a> Jochen Hörisch — Für eine (denk)anstössige Universität!</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45:</a> Mit Reboot oder Rebellion aus der Krise?</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/050-geburt_der_gegenwart_achim_landwehr/'>Episode 50:</a> Die Geburt der Gegenwart und die Entdeckung der Zukunft — ein Gespräch mit Prof. Achim Landwehr</li>
<li>Episode <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/059-umwelt_wissenschaft-1/'>59</a>, <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/060-umwelt_wissenschaft-2/'>60</a>: Wissenschaft und Umwelt</li>
</ul>
<p>Futurium</p>
<ul><li><a href='https://futurium.de/en/about-us/team'>Dr. Gabriele Zipf</a></li>
<li><a href='https://futurium.de'>Futurium Berlin</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.technologyreview.com/2022/06/29/1054005/toronto-kill-the-smart-city/'>Toronto wants to kill the smart city forever, MIT Technology Review (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/neil-armstrongs-epoche-das-drama-einer-enttaeuschung-11869090.html'>Frank Schirrmacher, Neil Armstrongs Epoche: Das Drama einer Enttäuschung, FAZ Feuilleton (2012)</a></li>
<li><a href='https://www.scienceandsociety.co.uk/results.asp?image=10445325'>Lorries being refuelled at St Pancras goods depot, London, 11 July 1917</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3Chv4TW'>Frozen Accidents: Stewart Brand, How Buildings Learn, Penguin Books (1995)</a></li>
<li><a href='https://www.businessinsider.com/le-corbusiers-plan-voisin-for-paris-2013-7?op=1&r=US&IR=T'>Why Architect Le Corbusier Wanted To Demolish Downtown Paris, Business Insider (2013)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3Csy0xr'>David Graeber, Bürokratie, Die Utopie der Regeln, Goldmann (2017)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=4jIT0JNyoic&t=146s'>Attila Hörbiger, Johann Nestroy, Lumpazivagabundus</a></li>
</ul>
<p> </p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>In Berlin gibt es ein Museum, ein Haus der Zukunft, das Futurium. Ich halte es für eine hervorragende Idee einen Raum zu schaffen, in dem über die Zukunft (beziehungsweise Zukünfte) diskutiert wird, vor allem auch darum, weil sich dieses Museum auch stark an Kinder, beziehungsweise junge Menschen wendet.</p>
<p>Es hat mich folglich sehr gefreut, dass die Leiterin der Ausstellung, Frau Fr. Dr. Zipf sich zu einem Gespräch bereiterklärt und mich ins Futurium eingeladen hat. </p>
<p>Im Gespräch stelle ich die Frage, warum Zukunft im Plural, also Zukünfte verwendet wird: Ziel ist das Aufzeigen von Möglichkeiten. Aber wie weit ist Zukunft gestaltbar, von wem, welche Rolle spielt das Individuum? Wie kann der Versuch, Zukunft vorstellbar machen funktionieren?</p>
<p>Dr. Zipf ist Archäologin und da stellt sich naturgemäß die Frage: wie passt die Archäologie zur Beschäftigung mit der »Zukunft«? Gibt es eine Herangehensweise an »Zeit«? Kann man möglicherweise Prinzipien aus der Geschichte ableiten?</p>

<p>»Die Geschichte wiederholt sich nicht«</p>

<p>Und dennoch ist, wie sich im Gespräch zeigt, die Beschäftigung mit der Vergangenheit von Wert, wenn man in die Zukunft blicken möchte. So  diskutieren wir die Notwendigkeit eines inter- und intradisziplinären, also eines multiperspektivischen Blicks. Was ist die Rolle von Generalisten versus Spezialistentum, der Philosophie?</p>
<p>Das Futurium selbst besteht aus vier verschiedene Ebenen:</p>
<ul><li>Ausstellung</li>
<li>Lab</li>
<li>Veranstaltungen</li>
<li>Digitales Futurium</li>
</ul>
<p>Kann ein Haus, beziehungsweise ein Projekt wie das Futurium eine vermittelnde, eine Generalisten-Rolle einnehmen? Wie versucht das Futurium die »futures literacy« zu verbessern — also pädagogische Ansätze zu entwickeln um auch junge Menschen eine kritische aber konstruktive Perspektive der Zukunft anschaulich zu machen?</p>
<p>Was ist von Zukunftsforschung zu halten (jenseits von Individuen die sich breit inszenieren, deren Vorhersagen aber selten zutreffen?)? Was sagen die Bilder, die wir uns von der Zukunft machen über uns aus?</p>
<p>Dann diskutieren wir die sehr prinzipelle Frage, was ist eigentlich eine gute Zukunft? Das führt uns das zur Frage des Fortschrittes:</p>

<p>»Wir verwechseln systematisch Fortschritt mit Innovation.«, Harald Welzer</p>

<p>Apropos Innovation: Erleben wir wirklich eine solche Beschleunigung, wie das gängige Narrativ suggeriert, oder eher eine Stagnation? Was wir heute als Zukunft diskutieren, haben wir schon vor 30 Jahren diskutiert — vielleicht sogar noch früher.</p>

<p>»Überhaupt hat der Fortschritt das an sich, daß er viel größer ausschaut, als er wirklich ist.«, Johann Nestroy</p>

<p>Helfen Dystopien, die Menschen zu bewegen, oder ist das zwar ein narrativ einfacher, aber letzlich wenig hilfeicher Pfad? Wie kommen wir von den Dystopien und einfachen Klischees/Stereotypen hin zu einer konstruktiven und sinnvollen Diskussion der Zukunft?</p>
<p>Wie können wir mit den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft umgehen: wieweit hilft Innovation? Wie kommen wir zu einer gemeinsamen Sicht auf Fortschritt? Wollen wir radikalen Wandel (siehe etwa die Vorstellungen Le Corbusiers, wie Paris umzugestalten wäre), Transformation, evolutionäre Veränderung?</p>
<p>Gibt es Kipp-Punkte in der Technik und Gesellschaft, die dazu führen können, dass eine an sich bekannte Technik (endlich) den Durchbruch schafft (siehe auch das Beispiel der Elektro LKWs in London 1917)?</p>
<p>Die Geschichte lehrt und jedenfalls eines: dass das, was aktuelle Generationen für richtig halten, nicht immer den Test der Zeit besteht. Was können und sollen wir tun um einerseit in unserer Zeit zu handeln, andererseits aber Handlungsspielraum für zukünftige Generationen zu erhalten?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/015-%E2%80%93-innovation-oder-fortschritt/'>Episode 15:</a> Innovation oder Fortschritt?</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17:</a> Kooperation</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/023-frozen-accidents/'>Episode 23:</a> Frozen Accidents</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28:</a> Jochen Hörisch — Für eine (denk)anstössige Universität!</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37:</a> Probleme und Lösungen</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44:</a> Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45:</a> Mit Reboot oder Rebellion aus der Krise?</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/050-geburt_der_gegenwart_achim_landwehr/'>Episode 50:</a> Die Geburt der Gegenwart und die Entdeckung der Zukunft — ein Gespräch mit Prof. Achim Landwehr</li>
<li>Episode <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/059-umwelt_wissenschaft-1/'>59</a>, <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/060-umwelt_wissenschaft-2/'>60</a>: Wissenschaft und Umwelt</li>
</ul>
<p>Futurium</p>
<ul><li><a href='https://futurium.de/en/about-us/team'>Dr. Gabriele Zipf</a></li>
<li><a href='https://futurium.de'>Futurium Berlin</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.technologyreview.com/2022/06/29/1054005/toronto-kill-the-smart-city/'>Toronto wants to kill the smart city forever, MIT Technology Review (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/neil-armstrongs-epoche-das-drama-einer-enttaeuschung-11869090.html'>Frank Schirrmacher, Neil Armstrongs Epoche: Das Drama einer Enttäuschung, FAZ Feuilleton (2012)</a></li>
<li><a href='https://www.scienceandsociety.co.uk/results.asp?image=10445325'>Lorries being refuelled at St Pancras goods depot, London, 11 July 1917</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3Chv4TW'>Frozen Accidents: Stewart Brand, How Buildings Learn, Penguin Books (1995)</a></li>
<li><a href='https://www.businessinsider.com/le-corbusiers-plan-voisin-for-paris-2013-7?op=1&r=US&IR=T'>Why Architect Le Corbusier Wanted To Demolish Downtown Paris, Business Insider (2013)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3Csy0xr'>David Graeber, Bürokratie, Die Utopie der Regeln, Goldmann (2017)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=4jIT0JNyoic&t=146s'>Attila Hörbiger, Johann Nestroy, Lumpazivagabundus</a></li>
</ul>
<p> </p>
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Es hat mich folglich sehr gefreut, dass die Leiterin der Ausstellung, Frau Fr. Dr. Zipf sich zu einem Gespräch bereiterklärt und mich ins Futurium eingeladen hat. 

Im Gespräch stelle ich die Frage, warum Zukunft im Plural, also Zukünfte verwendet wird: Ziel ist das Aufzeigen von Möglichkeiten. Aber wie weit ist Zukunft gestaltbar, von wem, welche Rolle spielt das Individuum? Wie kann der Versuch, Zukunft vorstellbar machen funktionieren?

Dr. Zipf ist Archäologin und da stellt sich naturgemäß die Frage: wie passt die Archäologie zur Beschäftigung mit der »Zukunft«? Gibt es eine Herangehensweise an »Zeit«? Kann man möglicherweise Prinzipien aus der Geschichte ableiten?

»Die Geschichte wiederholt sich nicht«

Und dennoch ist, wie sich im Gespräch zeigt, die Beschäftigung mit der Vergangenheit von Wert, wenn man in die Zukunft blicken möchte. So  diskutieren wir die Notwendigkeit eines inter- und intradisziplinären, also eines multiperspektivischen Blicks. Was ist die Rolle von Generalisten versus Spezialistentum, der Philosophie?

Das Futurium selbst besteht aus vier verschiedene Ebenen:

Ausstellung
Lab
Veranstaltungen
Digitales Futurium
Kann ein Haus, beziehungsweise ein Projekt wie das Futurium eine vermittelnde, eine Generalisten-Rolle einnehmen? Wie versucht das Futurium die »futures literacy« zu verbessern — also pädagogische Ansätze zu entwickeln um auch junge Menschen eine kritische aber konstruktive Perspektive der Zukunft anschaulich zu machen?

Was ist von Zukunftsforschung zu halten (jenseits von Individuen die sich breit inszenieren, deren Vorhersagen aber selten zutreffen?)? Was sagen die Bilder, die wir uns von der Zukunft machen über uns aus?

Dann diskutieren wir die sehr prinzipelle Frage, was ist eigentlich eine gute Zukunft? Das führt uns das zur Frage des Fortschrittes:

»Wir verwechseln systematisch Fortschritt mit Innovation.«, Harald Welzer

Apropos Innovation: Erleben wir wirklich eine solche Beschleunigung, wie das gängige Narrativ suggeriert, oder eher eine Stagnation? Was wir heute als Zukunft diskutieren, haben wir schon vor 30 Jahren diskutiert — vielleicht sogar noch früher.

»Überhaupt hat der Fortschritt das an sich, daß er viel größer ausschaut, als er wirklich ist.«, Johann Nestroy

Helfen Dystopien, die Menschen zu bewegen, oder ist das zwar ein narrativ einfacher, aber letzlich wenig hilfeicher Pfad? Wie kommen wir von den Dystopien und einfachen Klischees/Stereotypen hin zu einer konstruktiven und sinnvollen Diskussion der Zukunft?

Wie können wir mit den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft umgehen: wieweit hilft Innovation? Wie kommen wir zu einer gemeinsamen Sicht auf Fortschritt? Wollen wir radikalen Wandel (siehe etwa die Vorstellungen Le Corbusiers, wie Paris umzugestalten wäre), Transformation, evolutionäre Veränderung?

Gibt es Kipp-Punkte in der Technik und Gesellschaft, die dazu führen können, dass eine an sich bekannte Technik (endlich) den Durchbruch schafft (siehe auch das Beispiel der Elektro LKWs in London 1917)?

Die Geschichte lehrt und jedenfalls eines: dass das, was aktuelle Generationen für richtig halten, nicht immer den Test der Zeit besteht. Was können und sollen wir tun um einerseit in unserer Zeit zu handeln, andererseits aber Handlungsspielraum für zukünftige Generationen zu erhalten?

Referenzen

Andere Episoden

Episode 15: Innovation oder Fortschritt?
Episode 17: Kooperation
Episode 23: Frozen Accidents
Episode 28: Jochen Hörisch — Für eine (denk)anstössige Universität!
Episode 37: Probleme und Lösungen
Episode 44: Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
Episode 45: Mit Reboot oder Rebellion aus der Krise?
Episode 50: Die Geburt der Gegenwart</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:block>No</itunes:block>
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        <itunes:episodeType>full</itunes:episodeType>
            </item>
    <item>
        <title>062 — Wirtschaft und Umwelt, ein Gespräch mit Prof. Hans-Werner Sinn</title>
        <itunes:title>062 — Wirtschaft und Umwelt, ein Gespräch mit Prof. Hans-Werner Sinn</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/062-wirtschaft_umwelt_sinn/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/062-wirtschaft_umwelt_sinn/#comments</comments>        <pubDate>Tue, 20 Sep 2022 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Ich habe mich in früheren Episoden öfter mit Umweltfragen beschäftigt, im besonderen auch in <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/059-umwelt_wissenschaft-1/'>Episode 59 und 60</a>. Bisher ist aber die Rolle der Wirtschaft beziehungsweise der Wirtschaftswissenschaften zu kurz gekommen. Daher freut es mich ganz besonders, mit einem der führenden deutschen Ökonomen ein Gespräch führen zu können:</p>
<p>Prof. Hans-Werner Sinn ist Jahrgang 1948, studierte Volkswirtschaftslehre in Münster. Von 1984 bis 2016 war er Professor für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Hinzu kamen Gastprofessuren und Forschungsarbeiten an der University of Western Ontario in Kanada, der London School of Economics sowie an den Universitäten Bergen, Stanford, Princeton und Jerusalem. Von 1999 bis 2016 war Hans-Werner Sinn Präsident des ifo Instituts, stand als Direktor dem Center for Economic Studies (CES) der LMU vor und war Geschäftsführer der CESifo GmbH, eine gemeinsame Initiative der LMU und des ifo Instituts.</p>
<p>Prof. Sinn kritisiert bereits seit vielen Jahren aus, wie ich meine, gutem Grund die deutsche Energiewende. In meinem Archiv habe ich einen Artikel aus dem Manager-Magazin aus dem Jahr 2014 gefunden, der bereits wesentlichen Probleme, die wir heute auch aufgreifen werden, beschreibt und der sich auch über die Jahre als zutreffend herausgestellt hat. Deutschland wäre meiner Einschätzung nach großer Schaden erspart geblieben, wenn man diese Kritik ernst genommen hätte.</p>
<p>Vor wenigen Monaten bin ich dann wieder auf einen Vortrag von Prof. Sinn gestossen, und zwar zum Klimasymposion — Konstanz Mai 2022 — mit dem Titel <a href='https://www.youtube.com/watch?v=z5trsBP9Cn4'>»Die Globale Energiewende: Sechs große Probleme«</a>.</p>
<p>Dieser Vortrag hat mich sehr beeindruckt und ich werde auf wesentliche Themen, die Prof. Sinn in diesem Vortrag beschreibt im folgenden Gespräch bezugnehmen. Ich empfehle daher diesen Vortrag vorweg zu hören. Die sechs Probleme die in diesem Vortrag genannt werden sind:</p>
<ol><li>In Paris akzeptiert nur eine Minderheit von 61 der 191 Unterzeichner eine verbindliche quantitative Emissionsbeschränkung</li>
<li>EU hat sich utopische Ziele gestellt. Deutschland will sogar gleichzeitig aus Kernkraft und Kohle aussteigen und hat sich dadurch von anderen Ländern abhängig gemacht</li>
<li>Wind- und Sonnenstrom sind viel zu volatil um eine preisgünstige Vollversorgung zu gewährleisten</li>
<li>Europa drangsaliert Autoindustrie und verstößt gegen Gesetzt des »einen Preis«. Der Markt als Entdeckungsverfahren für CO2-arme Technologie wird ausgeschaltet</li>
<li>Beim deutschen Energiemix sind die E-Autos nicht CO2-günstiger als Dieselautos</li>
<li>Bei handelbaren Brennstoffen ist der Effekt des europäischen Verzichts nicht nur klein sondern null</li>
</ol><p>Wir sprechen in dieser Episode daher im besonderen über die deutsche Energiewende, aber auch generell über die Rolle der Ökonomie, beziehungsweise Wirtschaftswissenschaften, wenn es um die Bewältigung der ökologischen Probleme der Zeit und der Zukunft geht. </p>
<p>Eine für mich dabei wichtige Metafrage ist folgende: Keiner der sechs Probleme, die Prof. Sinn in seinem Vortrag darlegt scheinen besonders schwierig zu verstehen zu sein; im besonderen nicht die ersten drei, die schon ausreichen, um etwa die deutsche »Energiewende« in Frage zu stellen. Wie kann es sein, dass eine moderne und gebildete Gesellschaft, deren politische Vertreter und Medien diese fundamentalen Kritikpunkte kaum oder nur auf sehr niedrigem Niveau diskutiert? </p>

<p>»Utopien sind für Träume schön, aber für eine reale Politik macht das keinen Sinn« </p>

<p>Wie kommen wir von Wunschvorstellungen zu realem Fortschritt, der unsere Gesellschaft nicht im Kern gefährdet? Welche Rolle spielen »Externalitäten« in der Wirtschaft? </p>

<p>»Bei der Erderwärmung haben wir einen erheblichen Misstand, und dieser muss bekämpft werden« </p>

<p>Technik und Moral alleine werden dafür nicht ausreichen. Wie können die Menschen (global) dazu bewegt werden das Richtige zu tun? Die aktuellen Maßnahmen sind nicht nur wenig dazu geeignet das Problem anzugehen, sie sind in weiten Bereichen kontraproduktiv.</p>

<p>»Die Windräder sind keine zweckdinglichen Bauten für den Naturschutz, sondern es sind Sakralbauten. […]  jeder Windflügel der errichtet wird ist sichtbar für jeden ein Nachweis dafür, wie dominant diese neue Religion ist.«</p>

<p>Was sind dann aber sinnvolle Maßnahmen? Kann Emissionshandel hier ein wesentlicher Puzzlestein sein? Wie geht man damit um, dass jeder Ansatz letztlich eine globale Perspektive hat? Wie soll die politische Seite einer tatsächlich funktionierenden Energiewende organisiert werden? Staatlich getrieben (mit welchen Maßnahmen?), libertär oder auf freiem Markt aufgebaut?</p>
<p>Was ist die Rolle der Wissenschaft? Beobachten wir bei wesentlichen Zukunftsthemen gerade eine zunehmende Verschränkung schlechter Forschung gepaart mit Aktivismus? Beschädigen Publikationszwang und Finanzierung aus der Wirtschaft den Wissenschaftsbetrieb?</p>
<p>Was ist die Rolle de Ökonomie? Erleben wir nicht seit Jahrzehnten eine Selbstüberschätzung der Wirtschaftswissenschaft, oder jedenfalls lautstarker Ökonomen in der Öffentlichkeit — denken wir an Prognostik und an die Idee steten Wirtschaftswachstums? </p>
<p>Prof. Sinn beschreibt die neoklassische Theorie als Suche nach Externalitäten und Markt-Fehlern. Welche sind dies?</p>
<p>Welche Rolle spielte die Studie des Club of Rome 1972 und das Symposium on the Economics of Exhaustible Resources 1974. Was bedeutet Wachstum für ökonomische Theorien und Modelle? Gibt es die oft zitierte Entkopplung des Wirtschaftswachstums vom Verbrauch an Ressourcen?</p>
<p>Welche Rolle spielt die Populationsgröße, ein politisch und ethisch sehr schwieriges Thema?</p>
<p>Zum Abschluss frage ich Prof. Sinn, was er einem jungen Menschen raten würde, der einen positiven Beitrag für die (Um)welt leisten möchte.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/059-umwelt_wissenschaft-1/'>Episode 59</a> und<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/060-umwelt_wissenschaft-2/'> 60</a>: Wissenschaft und Umwelt</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/046-activism_zion-lights/'>Episode 46 über Aktivismus mit Zion Lights</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45: Mit Reboot oder Rebellion aus der Krise?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/042-gesellschaftliche_verwundbarkeit_herbert_saurugg/'>Episode 42: Gesellschaftliche Verwundbarkeit, mit Herbert Saurugg</a> </li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/036-energiewende-wendland/'>Episode 36: Energiewende und Kernkraft, ein Gespräch mit Anna Veronika Wendland</a></li>
</ul>
<p>Hans-Werner Sinn</p>
<ul><li><a href='https://www.hanswernersinn.de'>Homepage von Prof. Hans-Werner Sinn</a></li>
<li><a href='https://www.ifo.de/en/sinn-hw'>Prof. Hans-Werner Sinn am ifo</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=z5trsBP9Cn4'>Hans-Werner Sinn, Klimasymposion — Konstanz Mai 2022 — mit dem Titel »Die Globale Energiewende: Sechs große Probleme«</a></li>
<li><a href='https://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/hans-werner-sinn-vom-ifo-institut-ueber-windenergie-und-energiewende-a-950237.html'>ifo-Chef Sinn zur Energiewende: »Die einzige Hoffnung der Menschheit war die Atomkraft«, Manager Magazin (2014)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3eMmDIq'>Buch: Hans-Werner Sinn, Das grüne Paradoxon, Weltbuch Verlag (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.nzz.ch/zuerich/nzz-podium-klimawandel-gaeste-sinn-jositsch-und-thoma-ld.1669045'>Suzanne Thoma, Daniel Jositsch und Hans-Werner Sinn diskutieren mit Martin Meyer über die Zukunft der Energie. Neue Zürcher Zeitung (9.2.2022)</a></li>
<li><a href='https://www.hanswernersinn.de/en/node/4122'>Hans-Werner Sinn, Die Dinos</a></li>
<li><a href='https://www.wiwo.de/technologie/mobilitaet/ist-das-e-auto-ein-rueckschritt-so-verteidigen-die-autoren-ihre-umstrittene-studie-zur-klimabilanz-von-e-autos/24261004.html'>Hans-Werner Sinn, Ist das E-Auto ein Rückschritt? Wirtschaftswoche (2019)</a></li>
</ul>
<p>weitere fachliche Referenzen</p>
<ul><li>Pigou, Arthur Cecil. 1920. The Economics of Welfare. 4th ed. London: Macmillan</li>
<li><a href='https://amzn.to/3BgslcS'>Donella Meadows, Jorgen Randers, Dennis Meadows, Grenzen des Wachstums - Das 30-Jahre-Update: Signal zum Kurswechsel, Hirzel (2020)</a> </li>
<li><a href='https://www.jstor.org/stable/i339981'>Symposium on the Economics of Exhaustible Resources (1974)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3S1vLas'>Tim Morgan, Life after Growth, Harriman House (2016)</a> </li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe mich in früheren Episoden öfter mit Umweltfragen beschäftigt, im besonderen auch in <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/059-umwelt_wissenschaft-1/'>Episode 59 und 60</a>. Bisher ist aber die Rolle der Wirtschaft beziehungsweise der Wirtschaftswissenschaften zu kurz gekommen. Daher freut es mich ganz besonders, mit einem der führenden deutschen Ökonomen ein Gespräch führen zu können:</p>
<p>Prof. Hans-Werner Sinn ist Jahrgang 1948, studierte Volkswirtschaftslehre in Münster. Von 1984 bis 2016 war er Professor für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Hinzu kamen Gastprofessuren und Forschungsarbeiten an der University of Western Ontario in Kanada, der London School of Economics sowie an den Universitäten Bergen, Stanford, Princeton und Jerusalem. Von 1999 bis 2016 war Hans-Werner Sinn Präsident des ifo Instituts, stand als Direktor dem Center for Economic Studies (CES) der LMU vor und war Geschäftsführer der CESifo GmbH, eine gemeinsame Initiative der LMU und des ifo Instituts.</p>
<p>Prof. Sinn kritisiert bereits seit vielen Jahren aus, wie ich meine, gutem Grund die deutsche Energiewende. In meinem Archiv habe ich einen Artikel aus dem <em>Manager-Magazin aus dem Jahr 2014</em> gefunden, der bereits wesentlichen Probleme, die wir heute auch aufgreifen werden, beschreibt und der sich auch über die Jahre als zutreffend herausgestellt hat. <em>Deutschland wäre meiner Einschätzung nach großer Schaden erspart geblieben, wenn man diese Kritik ernst genommen hätte.</em></p>
<p>Vor wenigen Monaten bin ich dann wieder auf einen Vortrag von Prof. Sinn gestossen, und zwar zum Klimasymposion — Konstanz Mai 2022 — mit dem Titel <a href='https://www.youtube.com/watch?v=z5trsBP9Cn4'>»Die Globale Energiewende: Sechs große Probleme«</a>.</p>
<p>Dieser Vortrag hat mich sehr beeindruckt und ich werde auf wesentliche Themen, die Prof. Sinn in diesem Vortrag beschreibt im folgenden Gespräch bezugnehmen. Ich empfehle daher diesen Vortrag vorweg zu hören. Die sechs Probleme die in diesem Vortrag genannt werden sind:</p>
<ol><li>In Paris akzeptiert nur eine Minderheit von 61 der 191 Unterzeichner eine verbindliche quantitative Emissionsbeschränkung</li>
<li>EU hat sich utopische Ziele gestellt. Deutschland will sogar gleichzeitig aus Kernkraft und Kohle aussteigen und hat sich dadurch von anderen Ländern abhängig gemacht</li>
<li>Wind- und Sonnenstrom sind viel zu volatil um eine preisgünstige Vollversorgung zu gewährleisten</li>
<li>Europa drangsaliert Autoindustrie und verstößt gegen Gesetzt des »einen Preis«. Der Markt als Entdeckungsverfahren für CO2-arme Technologie wird ausgeschaltet</li>
<li>Beim deutschen Energiemix sind die E-Autos nicht CO2-günstiger als Dieselautos</li>
<li>Bei handelbaren Brennstoffen ist der Effekt des europäischen Verzichts nicht nur klein sondern null</li>
</ol><p>Wir sprechen in dieser Episode daher im besonderen über die deutsche Energiewende, aber auch generell über die Rolle der Ökonomie, beziehungsweise Wirtschaftswissenschaften, wenn es um die Bewältigung der ökologischen Probleme der Zeit und der Zukunft geht. </p>
<p>Eine für mich dabei wichtige Metafrage ist folgende: Keiner der sechs Probleme, die Prof. Sinn in seinem Vortrag darlegt scheinen besonders schwierig zu verstehen zu sein; im besonderen nicht die ersten drei, die schon ausreichen, um etwa die deutsche »Energiewende« in Frage zu stellen. <em>Wie kann es sein, dass eine moderne und gebildete Gesellschaft, deren politische Vertreter und Medien diese fundamentalen Kritikpunkte kaum oder nur auf sehr niedrigem Niveau diskutiert?</em> </p>

<p>»Utopien sind für Träume schön, aber für eine reale Politik macht das keinen Sinn« </p>

<p>Wie kommen wir von Wunschvorstellungen zu realem Fortschritt, der unsere Gesellschaft nicht im Kern gefährdet? Welche Rolle spielen »Externalitäten« in der Wirtschaft? </p>

<p>»Bei der Erderwärmung haben wir einen erheblichen Misstand, und dieser muss bekämpft werden« </p>

<p>Technik und Moral alleine werden dafür nicht ausreichen. Wie können die Menschen (global) dazu bewegt werden <em>das Richtige</em> zu tun? Die aktuellen Maßnahmen sind nicht nur wenig dazu geeignet das Problem anzugehen, sie sind in weiten Bereichen kontraproduktiv.</p>

<p>»Die Windräder sind keine zweckdinglichen Bauten für den Naturschutz, sondern es sind Sakralbauten. […]  jeder Windflügel der errichtet wird ist sichtbar für jeden ein Nachweis dafür, wie dominant diese neue Religion ist.«</p>

<p>Was sind dann aber sinnvolle Maßnahmen? Kann Emissionshandel hier ein wesentlicher Puzzlestein sein? Wie geht man damit um, dass jeder Ansatz letztlich eine globale Perspektive hat? Wie soll die politische Seite einer tatsächlich funktionierenden Energiewende organisiert werden? Staatlich getrieben (mit welchen Maßnahmen?), libertär oder auf freiem Markt aufgebaut?</p>
<p>Was ist die Rolle der Wissenschaft? Beobachten wir bei wesentlichen Zukunftsthemen gerade eine zunehmende Verschränkung schlechter Forschung gepaart mit Aktivismus? Beschädigen Publikationszwang und Finanzierung aus der Wirtschaft den Wissenschaftsbetrieb?</p>
<p>Was ist die Rolle de Ökonomie? Erleben wir nicht seit Jahrzehnten eine Selbstüberschätzung der Wirtschaftswissenschaft, oder jedenfalls lautstarker Ökonomen in der Öffentlichkeit — denken wir an Prognostik und an die Idee steten Wirtschaftswachstums? </p>
<p>Prof. Sinn beschreibt die neoklassische Theorie als Suche nach Externalitäten und Markt-Fehlern. Welche sind dies?</p>
<p>Welche Rolle spielte die Studie des Club of Rome 1972 und das Symposium on the Economics of Exhaustible Resources 1974. Was bedeutet Wachstum für ökonomische Theorien und Modelle? Gibt es die oft zitierte Entkopplung des Wirtschaftswachstums vom Verbrauch an Ressourcen?</p>
<p>Welche Rolle spielt die Populationsgröße, ein politisch und ethisch sehr schwieriges Thema?</p>
<p><em>Zum Abschluss frage ich Prof. Sinn, was er einem jungen Menschen raten würde, der einen positiven Beitrag für die (Um)welt leisten möchte.</em></p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/059-umwelt_wissenschaft-1/'>Episode 59</a> und<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/060-umwelt_wissenschaft-2/'> 60</a>: Wissenschaft und Umwelt</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/046-activism_zion-lights/'>Episode 46 über Aktivismus mit Zion Lights</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45: Mit Reboot oder Rebellion aus der Krise?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/042-gesellschaftliche_verwundbarkeit_herbert_saurugg/'>Episode 42: Gesellschaftliche Verwundbarkeit, mit Herbert Saurugg</a> </li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/036-energiewende-wendland/'>Episode 36: Energiewende und Kernkraft, ein Gespräch mit Anna Veronika Wendland</a></li>
</ul>
<p>Hans-Werner Sinn</p>
<ul><li><a href='https://www.hanswernersinn.de'>Homepage von Prof. Hans-Werner Sinn</a></li>
<li><a href='https://www.ifo.de/en/sinn-hw'>Prof. Hans-Werner Sinn am ifo</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=z5trsBP9Cn4'>Hans-Werner Sinn, Klimasymposion — Konstanz Mai 2022 — mit dem Titel »Die Globale Energiewende: Sechs große Probleme«</a></li>
<li><a href='https://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/hans-werner-sinn-vom-ifo-institut-ueber-windenergie-und-energiewende-a-950237.html'>ifo-Chef Sinn zur Energiewende: »Die einzige Hoffnung der Menschheit war die Atomkraft«, Manager Magazin (2014)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3eMmDIq'>Buch: Hans-Werner Sinn, Das grüne Paradoxon, Weltbuch Verlag (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.nzz.ch/zuerich/nzz-podium-klimawandel-gaeste-sinn-jositsch-und-thoma-ld.1669045'>Suzanne Thoma, Daniel Jositsch und Hans-Werner Sinn diskutieren mit Martin Meyer über die Zukunft der Energie. Neue Zürcher Zeitung (9.2.2022)</a></li>
<li><a href='https://www.hanswernersinn.de/en/node/4122'>Hans-Werner Sinn, Die Dinos</a></li>
<li><a href='https://www.wiwo.de/technologie/mobilitaet/ist-das-e-auto-ein-rueckschritt-so-verteidigen-die-autoren-ihre-umstrittene-studie-zur-klimabilanz-von-e-autos/24261004.html'>Hans-Werner Sinn, Ist das E-Auto ein Rückschritt? Wirtschaftswoche (2019)</a></li>
</ul>
<p>weitere fachliche Referenzen</p>
<ul><li>Pigou, Arthur Cecil. 1920. The Economics of Welfare. 4th ed. London: Macmillan</li>
<li><a href='https://amzn.to/3BgslcS'>Donella Meadows, Jorgen Randers, Dennis Meadows, Grenzen des Wachstums - Das 30-Jahre-Update: Signal zum Kurswechsel, Hirzel (2020)</a> </li>
<li><a href='https://www.jstor.org/stable/i339981'>Symposium on the Economics of Exhaustible Resources (1974)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3S1vLas'>Tim Morgan, Life after Growth, Harriman House (2016)</a> </li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Ich habe mich in früheren Episoden öfter mit Umweltfragen beschäftigt, im besonderen auch in Episode 59 und 60. Bisher ist aber die Rolle der Wirtschaft beziehungsweise der Wirtschaftswissenschaften zu kurz gekommen. Daher freut es mich ganz besonders, mit einem der führenden deutschen Ökonomen ein Gespräch führen zu können:

Prof. Hans-Werner Sinn ist Jahrgang 1948, studierte Volkswirtschaftslehre in Münster. Von 1984 bis 2016 war er Professor für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Hinzu kamen Gastprofessuren und Forschungsarbeiten an der University of Western Ontario in Kanada, der London School of Economics sowie an den Universitäten Bergen, Stanford, Princeton und Jerusalem. Von 1999 bis 2016 war Hans-Werner Sinn Präsident des ifo Instituts, stand als Direktor dem Center for Economic Studies (CES) der LMU vor und war Geschäftsführer der CESifo GmbH, eine gemeinsame Initiative der LMU und des ifo Instituts.

Prof. Sinn kritisiert bereits seit vielen Jahren aus, wie ich meine, gutem Grund die deutsche Energiewende. In meinem Archiv habe ich einen Artikel aus dem Manager-Magazin aus dem Jahr 2014 gefunden, der bereits wesentlichen Probleme, die wir heute auch aufgreifen werden, beschreibt und der sich auch über die Jahre als zutreffend herausgestellt hat. Deutschland wäre meiner Einschätzung nach großer Schaden erspart geblieben, wenn man diese Kritik ernst genommen hätte.

Vor wenigen Monaten bin ich dann wieder auf einen Vortrag von Prof. Sinn gestossen, und zwar zum Klimasymposion — Konstanz Mai 2022 — mit dem Titel »Die Globale Energiewende: Sechs große Probleme«.

Dieser Vortrag hat mich sehr beeindruckt und ich werde auf wesentliche Themen, die Prof. Sinn in diesem Vortrag beschreibt im folgenden Gespräch bezugnehmen. Ich empfehle daher diesen Vortrag vorweg zu hören. Die sechs Probleme die in diesem Vortrag genannt werden sind:

In Paris akzeptiert nur eine Minderheit von 61 der 191 Unterzeichner eine verbindliche quantitative Emissionsbeschränkung
EU hat sich utopische Ziele gestellt. Deutschland will sogar gleichzeitig aus Kernkraft und Kohle aussteigen und hat sich dadurch von anderen Ländern abhängig gemacht
Wind- und Sonnenstrom sind viel zu volatil um eine preisgünstige Vollversorgung zu gewährleisten
Europa drangsaliert Autoindustrie und verstößt gegen Gesetzt des »einen Preis«. Der Markt als Entdeckungsverfahren für CO2-arme Technologie wird ausgeschaltet
Beim deutschen Energiemix sind die E-Autos nicht CO2-günstiger als Dieselautos
Bei handelbaren Brennstoffen ist der Effekt des europäischen Verzichts nicht nur klein sondern null
Wir sprechen in dieser Episode daher im besonderen über die deutsche Energiewende, aber auch generell über die Rolle der Ökonomie, beziehungsweise Wirtschaftswissenschaften, wenn es um die Bewältigung der ökologischen Probleme der Zeit und der Zukunft geht. 

Eine für mich dabei wichtige Metafrage ist folgende: Keiner der sechs Probleme, die Prof. Sinn in seinem Vortrag darlegt scheinen besonders schwierig zu verstehen zu sein; im besonderen nicht die ersten drei, die schon ausreichen, um etwa die deutsche »Energiewende« in Frage zu stellen. Wie kann es sein, dass eine moderne und gebildete Gesellschaft, deren politische Vertreter und Medien diese fundamentalen Kritikpunkte kaum oder nur auf sehr niedrigem Niveau diskutiert? 

»Utopien sind für Träume schön, aber für eine reale Politik macht das keinen Sinn« 

Wie kommen wir von Wunschvorstellungen zu realem Fortschritt, der unsere Gesellschaft nicht im Kern gefährdet? Welche Rolle spielen »Externalitäten« in der Wirtschaft? 

»Bei der Erderwärmung haben wir einen erheblichen Misstand, und dieser muss bekämpft werden« 

Technik und Moral alleine werden dafür nicht ausreichen. Wie können die Menschen (global) dazu bewegt werden das Richtige zu tun? Die aktuellen Maßnahmen sind nicht nur wenig dazu geeignet das Problem anzugehen, sie sind in weiten Bereichen kontraproduktiv.

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        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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    <item>
        <title>061 — Digitaler Humanismus, ein Gespräch mit Erich Prem</title>
        <itunes:title>061 — Digitaler Humanismus, ein Gespräch mit Erich Prem</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/061-digitaler_humanismus-erich_prem/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/061-digitaler_humanismus-erich_prem/#comments</comments>        <pubDate>Sun, 28 Aug 2022 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Meinen heutigen Gast habe ich ebenfalls schon länger auf meiner Wunschliste und es hat mich gefreut, dass er auch sofort zugesagt hat! Erich Prem ist nicht nur Vertreter des "digitalen Humanismus" (DH) — das Thema der heutigen Episode — sondern ein breit gebildeter, interdisziplinärer Denker, wie in dieser Episode deutlich werden wird.</p>
<p>Er ist in seiner Erstausbildung Computerwissenschafter, der sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Er hat am ÖFAI in Wien am sogenannten Symbol Grounding Problem gearbeitet und am MIT in den USA an verhaltensbasierter Robotik. Er leitet seit über zwei Jahrzehnte ein strategisches Technologieberatungsunternehmen, Eutema, in Wien, das neben der EU Kommission auch Ministerien und Universitäten berät. </p>
<p>Er beschäftigt sich als Philosoph — seiner Zweitausbildung — mit komplizierten Fragen an der Schnittstelle von Ethik, Digitalisierung und Technologiepolitik. </p>
<p>Neben vielen anderen Publikationen ist er Mitherausgeber des jüngst erschienen Buches »Perspectives of digital humanism«. Er unterrichtet Digitalen Humanismus an der TU-Wien und Datenethik an der Universität Wien.</p>
<p>In dieser Episode beginnen wir mit der Frage, wie unsere tägliche interaktion mit digitalen Geräten tatsächlich aussieht und wie wir uns das eigentlich wünschen würden. Wie verändert sich die Arbeitswelt? Wie gehen junge Menschen mit digitalen sozialen Räumen um?</p>
<p>Welche Rolle spielen digitale Technologien im geopolitischen und ökonomischen Sinne auch für Europa? Denken wir an Überwachung, langfristige Absicherung wesentlicher Technolgien.</p>
<p>Dann setzen wir uns mit dem relativ neuen Begriff des »digitalen Humanismus« etwas konkrete auseinander: Was ist Humanismus? Was ist die Rolle des Menschen, vom Menschenbild des alten Griechenlands über klassische Bildungsideale zur heutigen Zeit. Spielt Humanismus heute überhaupt noch eine Rolle und sollte er eine Rolle spielen?</p>
<p>Was ist nun der DH und warum braucht es diesen neuen Begriff? Die Kritik von Adorno und Horkheimer am Humanismus wird im DH aufgenommen und Freiheit, Menschenrechte — liberale, westliche Werte verankert, bei einigen Vertretern ist auch eine starke Kapitalismuskritik zu finden, sowie Hinweis zum Überwachungskapitalismus.</p>
<p>Allerdings betont Erich, dass das Individuum nicht alleine im Zentrum stehen darf, sondern sich immer in Reflexion mit der Gesellschaft befindet. Denn digitale Technologien sind auch Machtinstrument und bedürfen politischer und gesellschaftspolitischer Debatte um die Frage zu beantworten: wer formt »das Digitale« eigentlich, wem nutzt es?</p>
<p>Dann diskutieren wir die unterschiedliche Wahrnehmung digitaler Technologien zwischen Kulturen und Nationen, etwa am Beispiel des Techniums von Kevin Kelly, europäischer Philosophie und der Globalisierung, sowie der Frage, woher eigentlich das Design von Technik stammt: top down, bottom up oder gar ungesteuert?</p>
<p>Eine Besonderheit des DH, auch als Abgrenzung anderer wissenschaftlicher Strömungen wie etwa der Technikfolgenabschätzung ist, dass DH von Informatikern geprägt ist, mit dem Anspruch, die Folgen der eigenen Technologie besser zu bestimmen. Dies geschieht nicht Technologie-feindlich, sondern in der Erkenntnis, dass wir uns in Frühzeit der Digitalisierung befinden, die in vielen Bereichen schlicht noch nicht gut genug ist, beziehungsweise falsche Wege eingeschlagen hat. Der DH nimmt also an, dass es kein Schicksal ist sondern nach gesellschaftlichen Vorstellungen Technik gestaltbar ist.</p>
<p>Ich stelle dann die Frage, ob wir nicht teilweise auf Medien-Hypes hereinfallen und die Bedrohungen möglicherweise gar nicht so groß sind. Als Stichworte könnte man nennen: Social Score in China, Google Flue Trends oder Covid AI, und unterscheiden sich die rechtlichen Prinzipien in der analogen Welt wirklich so stark von der digialten, wie manchmal behauptet wird?</p>
<p>Auch wenn es hier und da Übertreibungen gibt, so erkennen wir doch zahlreiche Folgen der Digitalisierung, die sich mit dem Bild, den digitale Humanisten haben, nicht zur Deckung bringen lässt. Darf eine Person etwa auf ihre beobachtbaren Effekte reduziert werden — vor allem von der Vergangenheit in die Zukunft mit vielleicht anderen Kontexten? Wie sieht es mit dem Filtern und der Moderation von Inhalten auf Plattformen aus? Oder, was ist schlimmer: gute oder schlechte »künstliche Intelligenz«?</p>
<p>Einen Kritikpunkt des DH spreche ich noch an, nämlich die Frage des Anthtropozentrismus? Fokussiert sich der DH zu stark auf den Menschen? Was ist mit Nachhaltigkeit und anderen systemischen Fragen?</p>
<p>Zuletzt grenzen wir noch den Digitalen Humanismus vom ähnlich klingenden Begriff der Digital Humanities ab und, was wesentlicher ist, stellen die Frage, was unter Digitaler Souveränität zu verstehen ist: ist Souveränität das gleiche wie Autarkie? Was haben wir in Europa in dieser Hinsicht in den letzten Jahren übersehen, wie sollten wir politisch reagieren?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/004-was-will-technologie-1/'>Episode 4</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/005-was-will-technologie-2/'>Episode 5</a>: »Was will Technologie«, wo ich genauer auf die Ideen von Kevin Kelly eingehe, die wir im Gespräch erwähnen</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28</a> mit Prof. Jochen Hörisch zur Idee und aktueller Situation der Universität</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/024-hangover-was_wir_vom_internet_erwartet_und_was_wir_bekommen_haben-peter_purgathofer/'>Episode 24</a> mit Peter Purgathofer: Hangover: Was wir vom Internet erwartet und was wir bekommen haben </li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/030-technooptimismus-tim-pritlove/'>Episode 30</a> mit Tim Prilove über Techno-Optimismus</li>
</ul>
<p>Erich Prem</p>
<ul><li><a href='https://www.erichprem.at/'>Homepage von Erich</a></li>
<li><a href='https://www.eutema.com/about/'>eutema</a></li>
<li><a href='https://www.ofai.at'>ÖFAI</a></li>
<li><a href='https://philtech.univie.ac.at/team/erich-prem/'>Technikphilosophie der Uni-Wien</a></li>
</ul>
<p>fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://dighum.ec.tuwien.ac.at'>Manifest zum digitalen Humanismus</a></li>
<li><a href='https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2F978-3-030-86144-5.pdf'>Hannes Werthner, Erich Prem, Edward A. Lee, Carlo Ghezzi, Perspectives on Digital Humanism, Springer (2022)</a></li>
<li><a href='https://cacm.acm.org/magazines/2022/2/258226-a-brave-new-world-of-mediated-online-discourse/fulltext'>Erich Prem, A brave new world of mediated online discourse, Communications of the ACM (Feb. 2022)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3QAfqcz'>Shoshanna Zuboff, Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus, campus (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3QE6gM7'>Kevin Kelly, What Technology Wants, Penguin (2011)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3vxmj5P'>Edware Lee, The Coevolution, MIT Press (2020)</a></li>
<li><a href='https://pca.st/fjb0ip3u'>Social Score China: Spectator Podcast, Chinese Whispers: Mythbusting the social credit system (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.forbes.com/sites/stevensalzberg/2014/03/23/why-google-flu-is-a-failure/'>Why Google Flu is a Failure, Forbes (2014)</a></li>
<li><a href='https://www.wired.com/2015/10/can-learn-epic-failure-google-flu-trends/'>What we can learn from the epic failure of Google Flu Trends, Wired (2015)</a></li>
<li><a href='https://www.technologyreview.com/2021/07/30/1030329/machine-learning-ai-failed-covid-hospital-diagnosis-pandemic'>Hundreds of AI tools have been built to catch covid. None of them helped. | MIT Technology Review (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2022/05/social-media-democracy-trust-babel/629369/'>Jonathan Haidt, Why the Past 10 Years of American Life Have Been Uniquely Stupid, The Atlantic (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=LsW7q12WJBs'>Coleman Hughes on The Death Of Conversation with Jonathan Haidt (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.amazon.de/Weapons-Math-Destruction-Increases-Inequality-ebook/dp/B019B6VCLO/ref=sr_1_1?keywords=weapons+of+math+destruction+deutsch&qid=1660933180&sprefix=weapons+of+%2Caps%2C89&sr=8-1'>Cathy O'Neill, Weapons of Math Destruction, Crown (2016)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3ABjXWB'>David Edgerton, The Shock of the Old (2019)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Meinen heutigen Gast habe ich ebenfalls schon länger auf meiner Wunschliste und es hat mich gefreut, dass er auch sofort zugesagt hat! Erich Prem ist nicht nur Vertreter des "digitalen Humanismus" (DH) — das Thema der heutigen Episode — sondern ein breit gebildeter, interdisziplinärer Denker, wie in dieser Episode deutlich werden wird.</p>
<p>Er ist in seiner Erstausbildung Computerwissenschafter, der sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Er hat am ÖFAI in Wien am sogenannten <em>Symbol Grounding Problem</em> gearbeitet und am MIT in den USA an verhaltensbasierter Robotik. Er leitet seit über zwei Jahrzehnte ein strategisches Technologieberatungsunternehmen, Eutema, in Wien, das neben der EU Kommission auch Ministerien und Universitäten berät. </p>
<p>Er beschäftigt sich als Philosoph — seiner Zweitausbildung — mit komplizierten Fragen an der Schnittstelle von Ethik, Digitalisierung und Technologiepolitik. </p>
<p>Neben vielen anderen Publikationen ist er Mitherausgeber des jüngst erschienen Buches »Perspectives of digital humanism«. Er unterrichtet Digitalen Humanismus an der TU-Wien und Datenethik an der Universität Wien.</p>
<p>In dieser Episode beginnen wir mit der Frage, wie unsere tägliche interaktion mit digitalen Geräten tatsächlich aussieht und wie wir uns das eigentlich wünschen würden. Wie verändert sich die Arbeitswelt? Wie gehen junge Menschen mit digitalen sozialen Räumen um?</p>
<p>Welche Rolle spielen digitale Technologien im geopolitischen und ökonomischen Sinne auch für Europa? Denken wir an Überwachung, langfristige Absicherung wesentlicher Technolgien.</p>
<p>Dann setzen wir uns mit dem relativ neuen Begriff des »digitalen Humanismus« etwas konkrete auseinander: Was ist Humanismus? Was ist die Rolle des Menschen, vom Menschenbild des alten Griechenlands über klassische Bildungsideale zur heutigen Zeit. Spielt Humanismus heute überhaupt noch eine Rolle und sollte er eine Rolle spielen?</p>
<p>Was ist nun der DH und warum braucht es diesen neuen Begriff? Die Kritik von Adorno und Horkheimer am Humanismus wird im DH aufgenommen und Freiheit, Menschenrechte — liberale, westliche Werte verankert, bei einigen Vertretern ist auch eine starke Kapitalismuskritik zu finden, sowie Hinweis zum Überwachungskapitalismus.</p>
<p>Allerdings betont Erich, dass das Individuum nicht alleine im Zentrum stehen darf, sondern sich immer in Reflexion mit der Gesellschaft befindet. Denn digitale Technologien sind auch Machtinstrument und bedürfen politischer und gesellschaftspolitischer Debatte um die Frage zu beantworten: wer formt »das Digitale« eigentlich, wem nutzt es?</p>
<p>Dann diskutieren wir die unterschiedliche Wahrnehmung digitaler Technologien zwischen Kulturen und Nationen, etwa am Beispiel des Techniums von Kevin Kelly, europäischer Philosophie und der Globalisierung, sowie der Frage, woher eigentlich das Design von Technik stammt: <em>top down</em>, <em>bottom up</em> oder gar <em>ungesteuert</em>?</p>
<p>Eine Besonderheit des DH, auch als Abgrenzung anderer wissenschaftlicher Strömungen wie etwa der Technikfolgenabschätzung ist, dass DH von Informatikern geprägt ist, mit dem Anspruch, die Folgen der eigenen Technologie besser zu bestimmen. Dies geschieht nicht Technologie-feindlich, sondern in der Erkenntnis, dass wir uns in Frühzeit der Digitalisierung befinden, die in vielen Bereichen schlicht noch nicht gut genug ist, beziehungsweise falsche Wege eingeschlagen hat. Der DH nimmt also an, dass es kein Schicksal ist sondern nach gesellschaftlichen Vorstellungen Technik gestaltbar ist.</p>
<p>Ich stelle dann die Frage, ob wir nicht teilweise auf Medien-Hypes hereinfallen und die Bedrohungen möglicherweise gar nicht so groß sind. Als Stichworte könnte man nennen: <em>Social Score</em> in China, <em>Google Flue Trends</em> oder <em>Covid AI</em>, und unterscheiden sich die rechtlichen Prinzipien in der analogen Welt wirklich so stark von der digialten, wie manchmal behauptet wird?</p>
<p>Auch wenn es hier und da Übertreibungen gibt, so erkennen wir doch zahlreiche Folgen der Digitalisierung, die sich mit dem Bild, den digitale Humanisten haben, nicht zur Deckung bringen lässt. <em>Darf eine Person etwa auf ihre beobachtbaren Effekte reduziert werden</em> — vor allem von der Vergangenheit in die Zukunft mit vielleicht anderen Kontexten? Wie sieht es mit dem Filtern und der Moderation von Inhalten auf Plattformen aus? Oder, was ist schlimmer: gute oder schlechte »künstliche Intelligenz«?</p>
<p>Einen Kritikpunkt des DH spreche ich noch an, nämlich die Frage des Anthtropozentrismus? Fokussiert sich der DH zu stark auf den Menschen? Was ist mit Nachhaltigkeit und anderen systemischen Fragen?</p>
<p>Zuletzt grenzen wir noch den Digitalen Humanismus vom ähnlich klingenden Begriff der Digital Humanities ab und, was wesentlicher ist, stellen die Frage, was unter Digitaler Souveränität zu verstehen ist: ist Souveränität das gleiche wie Autarkie? Was haben wir in Europa in dieser Hinsicht in den letzten Jahren übersehen, wie sollten wir politisch reagieren?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/004-was-will-technologie-1/'>Episode 4</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/005-was-will-technologie-2/'>Episode 5</a>: »Was will Technologie«, wo ich genauer auf die Ideen von Kevin Kelly eingehe, die wir im Gespräch erwähnen</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28</a> mit Prof. Jochen Hörisch zur Idee und aktueller Situation der Universität</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/024-hangover-was_wir_vom_internet_erwartet_und_was_wir_bekommen_haben-peter_purgathofer/'>Episode 24</a> mit Peter Purgathofer: Hangover: Was wir vom Internet erwartet und was wir bekommen haben </li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/030-technooptimismus-tim-pritlove/'>Episode 30</a> mit Tim Prilove über Techno-Optimismus</li>
</ul>
<p>Erich Prem</p>
<ul><li><a href='https://www.erichprem.at/'>Homepage von Erich</a></li>
<li><a href='https://www.eutema.com/about/'>eutema</a></li>
<li><a href='https://www.ofai.at'>ÖFAI</a></li>
<li><a href='https://philtech.univie.ac.at/team/erich-prem/'>Technikphilosophie der Uni-Wien</a></li>
</ul>
<p>fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://dighum.ec.tuwien.ac.at'>Manifest zum digitalen Humanismus</a></li>
<li><a href='https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2F978-3-030-86144-5.pdf'>Hannes Werthner, Erich Prem, Edward A. Lee, Carlo Ghezzi, Perspectives on Digital Humanism, Springer (2022)</a></li>
<li><a href='https://cacm.acm.org/magazines/2022/2/258226-a-brave-new-world-of-mediated-online-discourse/fulltext'>Erich Prem, A brave new world of mediated online discourse, Communications of the ACM (Feb. 2022)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3QAfqcz'>Shoshanna Zuboff, Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus, campus (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3QE6gM7'>Kevin Kelly, What Technology Wants, Penguin (2011)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3vxmj5P'>Edware Lee, The Coevolution, MIT Press (2020)</a></li>
<li><a href='https://pca.st/fjb0ip3u'>Social Score China: Spectator Podcast, Chinese Whispers: Mythbusting the social credit system (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.forbes.com/sites/stevensalzberg/2014/03/23/why-google-flu-is-a-failure/'>Why Google Flu is a Failure, Forbes (2014)</a></li>
<li><a href='https://www.wired.com/2015/10/can-learn-epic-failure-google-flu-trends/'>What we can learn from the epic failure of Google Flu Trends, Wired (2015)</a></li>
<li><a href='https://www.technologyreview.com/2021/07/30/1030329/machine-learning-ai-failed-covid-hospital-diagnosis-pandemic'>Hundreds of AI tools have been built to catch covid. None of them helped. | MIT Technology Review (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2022/05/social-media-democracy-trust-babel/629369/'>Jonathan Haidt, Why the Past 10 Years of American Life Have Been Uniquely Stupid, The Atlantic (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=LsW7q12WJBs'>Coleman Hughes on The Death Of Conversation with Jonathan Haidt (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.amazon.de/Weapons-Math-Destruction-Increases-Inequality-ebook/dp/B019B6VCLO/ref=sr_1_1?keywords=weapons+of+math+destruction+deutsch&qid=1660933180&sprefix=weapons+of+%2Caps%2C89&sr=8-1'>Cathy O'Neill, Weapons of Math Destruction, Crown (2016)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3ABjXWB'>David Edgerton, The Shock of the Old (2019)</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary>Meinen heutigen Gast habe ich ebenfalls schon länger auf meiner Wunschliste und es hat mich gefreut, dass er auch sofort zugesagt hat! Erich Prem ist nicht nur Vertreter des ”digitalen Humanismus” (DH) — das Thema der heutigen Episode — sondern ein breit gebildeter, interdisziplinärer Denker, wie in dieser Episode deutlich werden wird.

Er ist in seiner Erstausbildung Computerwissenschafter, der sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Er hat am ÖFAI in Wien am sogenannten Symbol Grounding Problem gearbeitet und am MIT in den USA an verhaltensbasierter Robotik. Er leitet seit über zwei Jahrzehnte ein strategisches Technologieberatungsunternehmen, Eutema, in Wien, das neben der EU Kommission auch Ministerien und Universitäten berät. 

Er beschäftigt sich als Philosoph — seiner Zweitausbildung — mit komplizierten Fragen an der Schnittstelle von Ethik, Digitalisierung und Technologiepolitik. 

Neben vielen anderen Publikationen ist er Mitherausgeber des jüngst erschienen Buches »Perspectives of digital humanism«. Er unterrichtet Digitalen Humanismus an der TU-Wien und Datenethik an der Universität Wien.

In dieser Episode beginnen wir mit der Frage, wie unsere tägliche interaktion mit digitalen Geräten tatsächlich aussieht und wie wir uns das eigentlich wünschen würden. Wie verändert sich die Arbeitswelt? Wie gehen junge Menschen mit digitalen sozialen Räumen um?

Welche Rolle spielen digitale Technologien im geopolitischen und ökonomischen Sinne auch für Europa? Denken wir an Überwachung, langfristige Absicherung wesentlicher Technolgien.

Dann setzen wir uns mit dem relativ neuen Begriff des »digitalen Humanismus« etwas konkrete auseinander: Was ist Humanismus? Was ist die Rolle des Menschen, vom Menschenbild des alten Griechenlands über klassische Bildungsideale zur heutigen Zeit. Spielt Humanismus heute überhaupt noch eine Rolle und sollte er eine Rolle spielen?

Was ist nun der DH und warum braucht es diesen neuen Begriff? Die Kritik von Adorno und Horkheimer am Humanismus wird im DH aufgenommen und Freiheit, Menschenrechte — liberale, westliche Werte verankert, bei einigen Vertretern ist auch eine starke Kapitalismuskritik zu finden, sowie Hinweis zum Überwachungskapitalismus.

Allerdings betont Erich, dass das Individuum nicht alleine im Zentrum stehen darf, sondern sich immer in Reflexion mit der Gesellschaft befindet. Denn digitale Technologien sind auch Machtinstrument und bedürfen politischer und gesellschaftspolitischer Debatte um die Frage zu beantworten: wer formt »das Digitale« eigentlich, wem nutzt es?

Dann diskutieren wir die unterschiedliche Wahrnehmung digitaler Technologien zwischen Kulturen und Nationen, etwa am Beispiel des Techniums von Kevin Kelly, europäischer Philosophie und der Globalisierung, sowie der Frage, woher eigentlich das Design von Technik stammt: top down, bottom up oder gar ungesteuert?

Eine Besonderheit des DH, auch als Abgrenzung anderer wissenschaftlicher Strömungen wie etwa der Technikfolgenabschätzung ist, dass DH von Informatikern geprägt ist, mit dem Anspruch, die Folgen der eigenen Technologie besser zu bestimmen. Dies geschieht nicht Technologie-feindlich, sondern in der Erkenntnis, dass wir uns in Frühzeit der Digitalisierung befinden, die in vielen Bereichen schlicht noch nicht gut genug ist, beziehungsweise falsche Wege eingeschlagen hat. Der DH nimmt also an, dass es kein Schicksal ist sondern nach gesellschaftlichen Vorstellungen Technik gestaltbar ist.

Ich stelle dann die Frage, ob wir nicht teilweise auf Medien-Hypes hereinfallen und die Bedrohungen möglicherweise gar nicht so groß sind. Als Stichworte könnte man nennen: Social Score in China, Google Flue Trends oder Covid AI, und unterscheiden sich die rechtlichen Prinzipien in der analogen Welt wirklich so stark von der digialten, wie manchmal behauptet wird?

Auch wenn es hier und da Übertreibungen gibt, so erkennen wir doch zahlreiche Folgen der Digitalisierung, die sich mit dem Bild, den digitale Humanisten haben</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>060 — Wissenschaft und Umwelt — Teil 2</title>
        <itunes:title>060 — Wissenschaft und Umwelt — Teil 2</itunes:title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/060-umwelt_wissenschaft-2/#comments</comments>        <pubDate>Wed, 27 Jul 2022 06:00:00 +0200</pubDate>
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]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Shownotes siehe <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/059-umwelt_wissenschaft-1/'>Teil 1</a>.</p>
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        <itunes:summary>Shownotes siehe Teil 1.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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    <item>
        <title>059 — Wissenschaft und Umwelt — Teil 1</title>
        <itunes:title>059 — Wissenschaft und Umwelt — Teil 1</itunes:title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/059-umwelt_wissenschaft-1/#comments</comments>        <pubDate>Thu, 07 Jul 2022 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Schon vor ca. 20 Jahren habe ich Vorträge und Seminare zum Thema Wissenschaft und Umwelt gehalten. Vieles von dem, was ich damals gesagt habe, hat sich bis heute (leider) bestätigt. Diese Episode ist so etwas wie ein Frühjahrsputz für mich:</p>
<p>Wie steht die Einordnung der verschiedenen Ideen und Ansätze der Umweltbewegungen mit-, gegen- und zueinander? Wie steht es zwischen Theorie, Ideologie und Praxis? Werten und Aktivität? Welche Rolle spielt Wissenschaft?</p>
<p>Wo sehen wir begriffliche Verwirrungen? Wie finden wir den Weg von, aber auch der Spalt zwischen Ethik und Praxis?</p>
<p>Diese Episode wird die Themen keinesfalls abdecken, ich sehe es eher als ein Aufwerfen von Bällen, die zum Teil in früheren Episoden, zum Teil in späteren Episoden wieder aufgefangen und genauer betrachtet wurden oder werden sollten.</p>
<p>Welche Ansätze und Ideologien gibt es in der Umweltbewegung?</p>
<p>1. De-Growth (Wachstumskritik)</p>
<p>Wachstumskritik hat eine lange und wechselhafte Tradition, die wenigstens auf Thomas Robert Malthus um 1800 zurückgeht und immer wieder neu interpretiert wurde und wird. Eine moderne Definition der Ziele  ist:</p>

<p>»Gerechtes Herunterskalieren von Produktion und Konsum, der das menschliche Wohlbefinden und die ökologischen Bedingungen verbessert«</p>

<p>Wir finden in dieser Gruppe leider aber auch eine nicht zu geringe Zahl an Extremisten, denen auch die radikale Reduktion der Menschheit wünschenswert erscheint um das Ziel zu erreichen, etwa:</p>

<p>»Until such time as Homo sapiens should decide to rejoin nature, some of us can only hope for the right virus to come along.«, David Gräber</p>

<p>2. »Business as Usual«</p>
<p>Wenn wir ehrlich sind, interessiert das Thema Umwelt im Alltag immer noch fast niemanden, jedenfalls dann nicht, wenn es über das Ausrollen von Wohlfühltechnologien und -ideen geht, die dem Einzelnen (scheinbar) wenig Kosten verursachen aber ein gutes Gefühl geben, etwas geleistet zu haben:</p>

<p>»Das Ausrollen von ineffektiven Wohlfühl-Technologien ist dreifach schlecht — abgesehen vom offensichtlichen, dass sie ineffektiv sind, führt es auch dazu, dass der Druck nachlässt etwas wirkungsvolles zu tun, weil ja gehandelt wird, und vielleicht das schlimmste: es lenkt mögliche Ressourcen weg von wichtigeren Bedürfnissen.«, Steven Koonin</p>

<p>3. Eco-Modernismus</p>
<p>Dder mittlerweile 101 jährige James Lovelock in seinem letzten Buch Novacen:</p>

<p>»Das Bestreben nach einer besseren Zeit vor dem Anthropozän ist eine Phantasie. Zunächst einmal, weil es nie eine goldene Zeit frei von Wünschen und Leid gab und zweitens, weil wir, um dorthin zurück zu gelangen, die offensichtlichen Vorteile der Moderne rückgängig machen müssten«</p>

<p>Beim Eco-Modernismus steht der Mensch im Zentrum der Veränderung aber auch der Verantwortung; Reduktion des menschlichen Einflusses auf die Natur durch Entkopplung, Intensivierung und Innovation sind der Anspruch:</p>

<p>»Intensivierung vieler menschlicher Tätigkeiten — im besonderen Landwirtschaft, Energiegewinnung, Forstwirtschaft und Siedlung — mit dem Ziel, weniger Land zu nutzen und weniger in die natürlichen Welt einzugreifen ist der Schlüssel, menschliche Entwicklung von den negativen Einflüssen auf die Umwelt zu entkoppeln«</p>

<p>Eco-Modernisten lehnen radikale Wachstumskritik ab. Selbst Jorgen Randers, der Mitautor der »Grenzen des Wachstums« von 1972, schreibt vor wenigen Jahren:</p>

<p>»Der fundamentale Grund, warum die meisten Menschen Wachstum bevorzugen ist, dass es der einzige Weg ist, den moderne Gesellschaften gefunden haben um drei Probleme effektiv zu lösen: Armut, Arbeitslosigkeit und Pensionen«</p>

<p>Aber können wir glauben, dass wir die Herausforderungen der Zeit alleine mit Technik und Wachstum lösen können? Wie lange kann das gut gehen?</p>
<p>4. Singularisten/Eskapisten & Post-Humanisten</p>
<p>Die Insel oder das Landgut in Neuseeland reicht für viele Milliardäre nicht mehr aus, um sich vor den Katastrophen der Welt zu verstecken. Heute muss es der Mars, Raumstationen oder gar das Verlassen des Sonnensystems sein. Jedenfalls ist das die Vision einiger Vertreter einflussreicher US-Eliten.</p>
<p>Sollte das doch nicht klappen, können wir uns ja in Computer hochladen und virtuell weiterleben. Oder übergeben wir als Menschen gar den Stab an intelligente Maschinen? Wer glaubt an diese Phantasien, beziehungsweise hält sie für eine wünschenswerte Zukunft?</p>
<p style="text-align:center;">***</p>
<p>Im zweiten Teil dieser Episode stelle ich die Frage, was Philosophie und Ethik zu diesem Themenbereich zu sagen hat? Wer steht eigentlich im Zentrum der Betrachtung, Mensch oder Natur? Sollten wir Deep oder Shallow Ecology betreiben? Wem sollen wir folgen, Deontologen oder Utilitaristen und was ist von der »PAT« Formel zu halten?</p>
<p>Haben die Wachstumskritiker bisher mit ihren Vorhersagen recht behalten, und selbst wenn nicht — was bedeutet dies für die Zukunft? Außerdem: nicht nur die Interessen westlicher Industrienationen zählen:</p>

<p>»Diese verschiedenen Ansätze haben ein gemeinsames Design, das ökonomische Ziel, die Kosten des Klima-Aktivismus zu sozialisieren und die Armen die Rechnung für die Reichen zahlen zu lassen.« und</p>
<p>»Die Weiterführung globaler Armut und niedriger Einkommen kann nicht die Klima-Strategie der reichen Welt sein.«, Samir Saran</p>

<p>Welche Rolle spielt Ideologie und wie ist die Lücke zwischen Ideologie, Wissenschaft und tatsächlicher Umsetzung zu überbrücken. Gerade unter Aktivisten erleben wir oft ein hohes Maß an Motivation, Kritik an Missständen aber nur sehr selten kohärente und realistische Ideen, wie die Situation verbessert werden kann. </p>

<p>»Es zeigt sich, dass in den fortgeschrittensten Phasen der Idiotie der Ideenmangel mit Ideologieüberschuss kompensiert wird.«, Carlos Ruiz Zafon, eine Figur in Das Spiel der Engel</p>

<p>Oftmals scheint die Medizin des Aktivismus schlimmere Folgen zu haben als die Krankheit — helfen uns die zahlreichen NGOs also, das Problem zu lösen, oder richten sie oftmals mehr Schaden als Nutzen an?</p>

<p>»Tausende Kuhhörner, vergraben auf einem Acker, sollen für eine gute Ernte sorgen. Für Demeter-Landwirte ein gängiges Ritual. Ein Verband zwischen Biolandwirtschaft und Esoterik.«, ZDF-Bericht zur Bio-Landwirtschaft zwischen Ökologie und Esoterik</p>

<p>Dass es nicht nur um nutzlose Esoterik geht, sondern dass inkohärente Öko-Ideen auch massive Schäden anrichten können, zeigt der radikale Versuch in Sri Lanka auf eine vermeintlich grüne Landwirtschaft umzusteigen:</p>

<p>»Die Befürworter von Bio-Landbau, überzeugt von naturalistischen Fehlschlüssen und argwöhnisch über moderne landwirtschaftliche Forschung, können keine plausible Lösung anbieten. Was sie anbieten, wie das Disaster in Sri Lanka offen gelegt hat, ist Elend.«, Ted Nordhaus</p>

<p>Das Experiment in Sri Lanka wurde nach wenigen Monaten beendet, weil die Folgen verheerend waren. </p>
<p>Ein anderes Beispiel: Greenpeace protestiert zur gleichen Zeit in England gegen ein Solarkraftwerk und in Frankreich gegen Kernkraft. Wer kann das rational nachvollziehen und unterstützen?</p>
<p>Wenig hinterfragte Ideologisierung finden wir aber auf allen Seiten. Wie kommen wir aus diesem Patt heraus? Kann es gelingen, die vernünftigen Ideen aller Seiten zusammenführen und die wenig hilfreichen (aber lauten) Vertreter beider Seiten zu ignorieren? Es gibt gute Beispiele von Aktivisten, die tatsächlich zuhören und ihre Meinung ändern, wenn sie von besseren Argumenten überzeugt werden, wie auch Episode 46 mit der Aktivistin Zion Lights zeigt! Nehmen wir uns diese zum Vorbild.</p>
<p>Zum Abschluss: eine ganze Reihe von Begriffen tauchen in diesem Kontext immer wieder auf, die zumindest hinterfragt werden sollten, eine kleine Auswahl diesmal:</p>
<ul><li>Wissenschaft und Szientismus</li>
<li>Probleme vs. Dilemmata</li>
<li>»Umwelt«</li>
<li>Naturalistischer Fehlschluss</li>
<li>Vorsorge Prinzip</li>
</ul>
<p>Zusammenfassend: wie geht es weiter? Die Zeit, wo wir uns als passive, von Natur oder Gott getriebenen Lebewesen sehen konnte ist vorbei:</p>

<p>»Wir können uns wahrscheinlich kaum mehr so etwas wie Naturphänomene vorstellen, die im Sinne der klassischen Theodizeefrage vollständig auf Natur als Gegenkonzept zu Kultur oder Gesellschaft ausgelagert werden können. Selbst wenn ein Komet auf die Erde zurasen würde, […] würden wir das nicht alleine einem externen Schicksal zurechnen, sondern die Katastrophe unserem Mangel an Abwehrstrategien zurechnen«, Armin Nassehi</p>

<p>Wie kommen wir zu einer systemischen Sicht, zu einem Blick, die »Gaia« als ganzes betrachtet, das menschliche Wohlbefinden nicht hinten anstellt und trotzdem nicht zur Katastrophe führt?</p>

<p>»Catastrophists are wrong, time after time. […] And techno-optimists, who promise endless near-miraculous solutions, must reckon with a similarly poor record.«, Vaclav Smil</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/007-alles-wird-besser-oder-nicht-teil-1/'>Episode 7</a> <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/007-alles-wird-besser-oder-nicht-teil-2/'>und 8</a>: Alles wird besser... oder nicht?</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/015-%E2%80%93-innovation-oder-fortschritt/'>Episode 15: Innovation oder Fortschritt</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/016-%E2%80%93-innovation-und-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 16: Innovation oder Forrtschritt oder Stagnation?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/018-%E2%80%93-gesprach-mit-andreas-windisch-physik-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 18: Fortschritt oder Stagnation: Gespräch mit Andreas Windisch</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39: Follow the Science</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/042-gesellschaftliche_verwundbarkeit_herbert_saurugg/'>Episode 42: Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen: Gespräch mit Herbert Saurugg</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44: Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/046-activism_zion-lights/'>Episode 46: Activism, a Conversation with Zion Lights</a></li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/062-wirtschaft_umwelt_sinn/'>Episode 62:</a> Wirtschaft und Umwelt, ein Gespräch mit Prof. Hans-Werner Sinn
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/070-future_farming_padraid_flood/'>Episode 70</a>: Future of Farming, a conversation with Padraic Flood
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://rebellion.global'>Extinction Rebellion Website</a></li>
<li><a href='https://www.degrowus.org/readings'>Degrowth US Readings</a></li>
<li><a href='https://www.jasonhickel.org/blog/2018/10/27/degrowth-a-call-for-radical-abundance'>Jason Hickel, Degrowth: A Call for Radical Abundance</a></li>
<li><a href='https://www.wsj.com/articles/hating-humanity-wont-get-you-canceled-11596664176'>Hating Humanity Won’t Get You Canceled - WSJ</a></li>
<li><a href='https://www.theguardian.com/news/2018/feb/15/why-silicon-valley-billionaires-are-prepping-for-the-apocalypse-in-new-zealand'>Why Silicon Valley billionaires are prepping for the apocalypse in New Zealand, The Guardian (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3I9Q55A'>Steven Koonin, Unsettled, What Climate Science Tells Us, What It Doesn't, and Why It Matters</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3ygTZFv'>Patrick Curry, Ecological Ethics, An Introduction, Polity Press (2006)</a></li>
<li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/ethics-environmental'>Stanford Encyclopaedia of Philosophy, Environmental Ethics</a></li>
<li><a href='https://samirsaran.com/2021/03/31/enough-sermons-on-climate-its-time-for-just-action/'>Samir Saran, Enough Sermons on Climate, It’s Time for ‘Just’ Action</a></li>
<li><a href='https://web.archive.org/web/20030417075038/http://www.nitrogen.de/bub/faz.htm'>Peter Treue, Blut und Bohnen, Der Paradigmenwechsel im Künast-Ministerium ersetzt Wissenschaft durch Okkultismus, FAZ (2002)</a></li>
<li><a href='https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/corona-demeter-anthroposophie-esoterik-wissenschaftsskepsis-100.html'>Cornelius Janzen, Ritual der Demeter-Landwirte: Warum sie Kuhhörner in der Erde vergraben, ZDF (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.demeter.de/biodynamisch/praeparate'>Demeter, »biodynamische« Präparate</a></li>
<li><a href='https://allianceforscience.cornell.edu/blog/2022/05/finland-green-party-nuclear/'>Mark Lynas, Finland’s Green Party endorses nuclear power (2022)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3nYLsSO'>Mark Lynas, Seeds of Science, Why We Got It So Wrong On GMOs (2020)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3Iak6Ce'>James Lovelock, Novacene, The coming age of hyper intelligence</a></li>
<li>Jorgen Randers, 2052 A global forecast for the next forty years (2012)</li>
<li><a href='https://foreignpolicy.com/2022/03/05/sri-lanka-organic-farming-crisis/'>Ted Nordhaus, Sri Lanka's Organic Farming Experiment Went Catastrophically Wrong, Foreign Policy (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.nzz.ch/article9C9U5-1.204811'>Der Mensch - das Mängelwesen, NZZ (2004)</a></li>
<li><a href='https://www.wired.com/1997/02/the-doomslayer-2/'>The Doomslayer. The environment is going to hell, and human life is doomed to only get worse, right? Wrong. Conventional wisdom, meet Julian Simon, the Doomslayer. Wired (1997)</a></li>
<li><a href='https://www.e-education.psu.edu/geog30/node/328'>Population, Affluence, and Technology, Penn State College of Earth and Mineral Sciences</a></li>
<li><a href='https://rogerpielkejr.blogspot.com/2010/09/more-on-iron-law-of-climate-policy.html'>Roger Pielke Jr., More on the Iron Law of Climate Policy (2010)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3OYsLtJ'>Carlos Ruiz Zafón, eine Figur in Das Spiel des Engels</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3QwkVcN'>Vaclav Smil, How the World Really Works, Penguin (2022)</a></li>
</ul>
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                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Schon vor ca. 20 Jahren habe ich Vorträge und Seminare zum Thema Wissenschaft und Umwelt gehalten. Vieles von dem, was ich damals gesagt habe, hat sich bis heute (leider) bestätigt. Diese Episode ist so etwas wie ein Frühjahrsputz für mich:</p>
<p>Wie steht die Einordnung der verschiedenen Ideen und Ansätze der Umweltbewegungen mit-, gegen- und zueinander? Wie steht es zwischen Theorie, Ideologie und Praxis? Werten und Aktivität? Welche Rolle spielt Wissenschaft?</p>
<p>Wo sehen wir begriffliche Verwirrungen? Wie finden wir den Weg von, aber auch der Spalt zwischen Ethik und Praxis?</p>
<p>Diese Episode wird die Themen keinesfalls abdecken, ich sehe es eher als ein <em>Aufwerfen von Bällen</em>, die zum Teil in früheren Episoden, zum Teil in späteren Episoden wieder aufgefangen und genauer betrachtet wurden oder werden sollten.</p>
<p>Welche Ansätze und Ideologien gibt es in der Umweltbewegung?</p>
<p>1. De-Growth (Wachstumskritik)</p>
<p>Wachstumskritik hat eine lange und wechselhafte Tradition, die wenigstens auf <em>Thomas Robert Malthus</em> um 1800 zurückgeht und immer wieder neu interpretiert wurde und wird. Eine moderne Definition der Ziele  ist:</p>

<p>»Gerechtes Herunterskalieren von Produktion und Konsum, der das menschliche Wohlbefinden und die ökologischen Bedingungen verbessert«</p>

<p>Wir finden in dieser Gruppe leider aber auch eine nicht zu geringe Zahl an Extremisten, denen auch die radikale Reduktion der Menschheit wünschenswert erscheint um das Ziel zu erreichen, etwa:</p>

<p>»Until such time as Homo sapiens should decide to rejoin nature, some of us can only hope for the right virus to come along.«, David Gräber</p>

<p>2. »Business as Usual«</p>
<p>Wenn wir ehrlich sind, interessiert das Thema Umwelt <em>im Alltag</em> immer noch fast niemanden, jedenfalls dann nicht, wenn es über das Ausrollen von Wohlfühltechnologien und -ideen geht, die dem Einzelnen (scheinbar) wenig Kosten verursachen aber ein gutes Gefühl geben, etwas geleistet zu haben:</p>

<p>»Das Ausrollen von ineffektiven Wohlfühl-Technologien ist dreifach schlecht — abgesehen vom offensichtlichen, dass sie ineffektiv sind, führt es auch dazu, dass der Druck nachlässt etwas wirkungsvolles zu tun, weil ja gehandelt wird, und vielleicht das schlimmste: es lenkt mögliche Ressourcen weg von wichtigeren Bedürfnissen.«, Steven Koonin</p>

<p>3. Eco-Modernismus</p>
<p>Dder mittlerweile 101 jährige James Lovelock in seinem letzten Buch Novacen:</p>

<p>»Das Bestreben nach einer besseren Zeit vor dem Anthropozän ist eine Phantasie. Zunächst einmal, weil es nie eine goldene Zeit frei von Wünschen und Leid gab und zweitens, weil wir, um dorthin zurück zu gelangen, die offensichtlichen Vorteile der Moderne rückgängig machen müssten«</p>

<p>Beim Eco-Modernismus steht der Mensch im Zentrum der Veränderung aber auch der Verantwortung; Reduktion des menschlichen Einflusses auf die Natur durch Entkopplung, Intensivierung und Innovation sind der Anspruch:</p>

<p>»Intensivierung vieler menschlicher Tätigkeiten — im besonderen Landwirtschaft, Energiegewinnung, Forstwirtschaft und Siedlung — mit dem Ziel, weniger Land zu nutzen und weniger in die natürlichen Welt einzugreifen ist der Schlüssel, menschliche Entwicklung von den negativen Einflüssen auf die Umwelt zu entkoppeln«</p>

<p>Eco-Modernisten lehnen radikale Wachstumskritik ab. Selbst Jorgen Randers, der Mitautor der »Grenzen des Wachstums« von 1972, schreibt vor wenigen Jahren:</p>

<p>»Der fundamentale Grund, warum die meisten Menschen Wachstum bevorzugen ist, dass es der einzige Weg ist, den moderne Gesellschaften gefunden haben um drei Probleme effektiv zu lösen: Armut, Arbeitslosigkeit und Pensionen«</p>

<p>Aber können wir glauben, dass wir die Herausforderungen der Zeit alleine mit Technik und Wachstum lösen können? Wie lange kann das gut gehen?</p>
<p>4. Singularisten/Eskapisten & Post-Humanisten</p>
<p>Die Insel oder das Landgut in Neuseeland reicht für viele Milliardäre nicht mehr aus, um sich vor den Katastrophen der Welt zu verstecken. Heute muss es der Mars, Raumstationen oder gar das Verlassen des Sonnensystems sein. Jedenfalls ist das die Vision einiger Vertreter einflussreicher US-Eliten.</p>
<p>Sollte das doch nicht klappen, können wir uns ja in Computer hochladen und virtuell weiterleben. Oder übergeben wir als Menschen gar den Stab an intelligente Maschinen? Wer glaubt an diese Phantasien, beziehungsweise hält sie für eine wünschenswerte Zukunft?</p>
<p style="text-align:center;">***</p>
<p>Im zweiten Teil dieser Episode stelle ich die Frage, was Philosophie und Ethik zu diesem Themenbereich zu sagen hat? Wer steht eigentlich im Zentrum der Betrachtung, Mensch oder Natur? Sollten wir Deep oder Shallow Ecology betreiben? Wem sollen wir folgen, Deontologen oder Utilitaristen und was ist von der »PAT« Formel zu halten?</p>
<p>Haben die Wachstumskritiker bisher mit ihren Vorhersagen recht behalten, und selbst wenn nicht — was bedeutet dies für die Zukunft? Außerdem: nicht nur die Interessen westlicher Industrienationen zählen:</p>

<p>»Diese verschiedenen Ansätze haben ein gemeinsames Design, das ökonomische Ziel, die Kosten des Klima-Aktivismus zu sozialisieren und die Armen die Rechnung für die Reichen zahlen zu lassen.« und</p>
<p>»Die Weiterführung globaler Armut und niedriger Einkommen kann nicht die Klima-Strategie der reichen Welt sein.«, Samir Saran</p>

<p>Welche Rolle spielt Ideologie und wie ist die Lücke zwischen Ideologie, Wissenschaft und tatsächlicher Umsetzung zu überbrücken. Gerade unter Aktivisten erleben wir oft ein hohes Maß an Motivation, Kritik an Missständen aber nur sehr selten kohärente und realistische Ideen, wie die Situation verbessert werden kann. </p>

<p>»Es zeigt sich, dass in den fortgeschrittensten Phasen der Idiotie der Ideenmangel mit Ideologieüberschuss kompensiert wird.«, Carlos Ruiz Zafon, eine Figur in Das Spiel der Engel</p>

<p>Oftmals scheint die Medizin des Aktivismus schlimmere Folgen zu haben als die Krankheit — helfen uns die zahlreichen NGOs also, das Problem zu lösen, oder richten sie oftmals mehr Schaden als Nutzen an?</p>

<p>»Tausende Kuhhörner, vergraben auf einem Acker, sollen für eine gute Ernte sorgen. Für Demeter-Landwirte ein gängiges Ritual. Ein Verband zwischen Biolandwirtschaft und Esoterik.«, ZDF-Bericht zur Bio-Landwirtschaft zwischen Ökologie und Esoterik</p>

<p>Dass es nicht nur um nutzlose Esoterik geht, sondern dass inkohärente Öko-Ideen auch massive Schäden anrichten können, zeigt der radikale Versuch in Sri Lanka auf eine vermeintlich grüne Landwirtschaft umzusteigen:</p>

<p>»Die Befürworter von Bio-Landbau, überzeugt von naturalistischen Fehlschlüssen und argwöhnisch über moderne landwirtschaftliche Forschung, können keine plausible Lösung anbieten. Was sie anbieten, wie das Disaster in Sri Lanka offen gelegt hat, ist Elend.«, Ted Nordhaus</p>

<p>Das Experiment in Sri Lanka wurde nach wenigen Monaten beendet, weil die Folgen verheerend waren. </p>
<p>Ein anderes Beispiel: Greenpeace protestiert zur gleichen Zeit in England gegen ein Solarkraftwerk und in Frankreich gegen Kernkraft. Wer kann das rational nachvollziehen und unterstützen?</p>
<p>Wenig hinterfragte Ideologisierung finden wir aber auf allen Seiten. Wie kommen wir aus diesem Patt heraus? Kann es gelingen, die vernünftigen Ideen aller Seiten zusammenführen und die wenig hilfreichen (aber lauten) Vertreter beider Seiten zu ignorieren? Es gibt gute Beispiele von Aktivisten, die tatsächlich zuhören und ihre Meinung ändern, wenn sie von besseren Argumenten überzeugt werden, wie auch Episode 46 mit der Aktivistin Zion Lights zeigt! Nehmen wir uns diese zum Vorbild.</p>
<p>Zum Abschluss: eine ganze Reihe von Begriffen tauchen in diesem Kontext immer wieder auf, die zumindest hinterfragt werden sollten, eine kleine Auswahl diesmal:</p>
<ul><li>Wissenschaft und Szientismus</li>
<li>Probleme vs. Dilemmata</li>
<li>»Umwelt«</li>
<li>Naturalistischer Fehlschluss</li>
<li>Vorsorge Prinzip</li>
</ul>
<p>Zusammenfassend: wie geht es weiter? Die Zeit, wo wir uns als passive, von Natur oder Gott getriebenen Lebewesen sehen konnte ist vorbei:</p>

<p>»Wir können uns wahrscheinlich kaum mehr so etwas wie Naturphänomene vorstellen, die im Sinne der klassischen Theodizeefrage vollständig auf Natur als Gegenkonzept zu Kultur oder Gesellschaft ausgelagert werden können. Selbst wenn ein Komet auf die Erde zurasen würde, […] würden wir das nicht alleine einem externen Schicksal zurechnen, sondern die Katastrophe unserem Mangel an Abwehrstrategien zurechnen«, Armin Nassehi</p>

<p>Wie kommen wir zu einer systemischen Sicht, zu einem Blick, die »Gaia« als ganzes betrachtet, das menschliche Wohlbefinden nicht hinten anstellt und trotzdem nicht zur Katastrophe führt?</p>

<p>»Catastrophists are wrong, time after time. […] And techno-optimists, who promise endless near-miraculous solutions, must reckon with a similarly poor record.«, Vaclav Smil</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/007-alles-wird-besser-oder-nicht-teil-1/'>Episode 7</a> <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/007-alles-wird-besser-oder-nicht-teil-2/'>und 8</a>: Alles wird besser... oder nicht?</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/015-%E2%80%93-innovation-oder-fortschritt/'>Episode 15: Innovation oder Fortschritt</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/016-%E2%80%93-innovation-und-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 16: Innovation oder Forrtschritt oder Stagnation?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/018-%E2%80%93-gesprach-mit-andreas-windisch-physik-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 18: Fortschritt oder Stagnation: Gespräch mit Andreas Windisch</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39: Follow the Science</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/042-gesellschaftliche_verwundbarkeit_herbert_saurugg/'>Episode 42: Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen: Gespräch mit Herbert Saurugg</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44: Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/046-activism_zion-lights/'>Episode 46: Activism, a Conversation with Zion Lights</a></li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/062-wirtschaft_umwelt_sinn/'>Episode 62:</a> Wirtschaft und Umwelt, ein Gespräch mit Prof. Hans-Werner Sinn
</li>
<li>
<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/070-future_farming_padraid_flood/'>Episode 70</a>: Future of Farming, a conversation with Padraic Flood
</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://rebellion.global'>Extinction Rebellion Website</a></li>
<li><a href='https://www.degrowus.org/readings'>Degrowth US Readings</a></li>
<li><a href='https://www.jasonhickel.org/blog/2018/10/27/degrowth-a-call-for-radical-abundance'>Jason Hickel, Degrowth: A Call for Radical Abundance</a></li>
<li><a href='https://www.wsj.com/articles/hating-humanity-wont-get-you-canceled-11596664176'>Hating Humanity Won’t Get You Canceled - WSJ</a></li>
<li><a href='https://www.theguardian.com/news/2018/feb/15/why-silicon-valley-billionaires-are-prepping-for-the-apocalypse-in-new-zealand'>Why Silicon Valley billionaires are prepping for the apocalypse in New Zealand, The Guardian (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3I9Q55A'>Steven Koonin, Unsettled, What Climate Science Tells Us, What It Doesn't, and Why It Matters</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3ygTZFv'>Patrick Curry, Ecological Ethics, An Introduction, Polity Press (2006)</a></li>
<li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/ethics-environmental'>Stanford Encyclopaedia of Philosophy, Environmental Ethics</a></li>
<li><a href='https://samirsaran.com/2021/03/31/enough-sermons-on-climate-its-time-for-just-action/'>Samir Saran, Enough Sermons on Climate, It’s Time for ‘Just’ Action</a></li>
<li><a href='https://web.archive.org/web/20030417075038/http://www.nitrogen.de/bub/faz.htm'>Peter Treue, Blut und Bohnen, Der Paradigmenwechsel im Künast-Ministerium ersetzt Wissenschaft durch Okkultismus, FAZ (2002)</a></li>
<li><a href='https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/corona-demeter-anthroposophie-esoterik-wissenschaftsskepsis-100.html'>Cornelius Janzen, Ritual der Demeter-Landwirte: Warum sie Kuhhörner in der Erde vergraben, ZDF (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.demeter.de/biodynamisch/praeparate'>Demeter, »biodynamische« Präparate</a></li>
<li><a href='https://allianceforscience.cornell.edu/blog/2022/05/finland-green-party-nuclear/'>Mark Lynas, Finland’s Green Party endorses nuclear power (2022)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3nYLsSO'>Mark Lynas, Seeds of Science, Why We Got It So Wrong On GMOs (2020)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3Iak6Ce'>James Lovelock, Novacene, The coming age of hyper intelligence</a></li>
<li>Jorgen Randers, 2052 A global forecast for the next forty years (2012)</li>
<li><a href='https://foreignpolicy.com/2022/03/05/sri-lanka-organic-farming-crisis/'>Ted Nordhaus, Sri Lanka's Organic Farming Experiment Went Catastrophically Wrong, Foreign Policy (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.nzz.ch/article9C9U5-1.204811'>Der Mensch - das Mängelwesen, NZZ (2004)</a></li>
<li><a href='https://www.wired.com/1997/02/the-doomslayer-2/'>The Doomslayer. The environment is going to hell, and human life is doomed to only get worse, right? Wrong. Conventional wisdom, meet Julian Simon, the Doomslayer. Wired (1997)</a></li>
<li><a href='https://www.e-education.psu.edu/geog30/node/328'>Population, Affluence, and Technology, Penn State College of Earth and Mineral Sciences</a></li>
<li><a href='https://rogerpielkejr.blogspot.com/2010/09/more-on-iron-law-of-climate-policy.html'>Roger Pielke Jr., More on the Iron Law of Climate Policy (2010)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3OYsLtJ'>Carlos Ruiz Zafón, eine Figur in Das Spiel des Engels</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3QwkVcN'>Vaclav Smil, How the World Really Works, Penguin (2022)</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary><![CDATA[Schon vor ca. 20 Jahren habe ich Vorträge und Seminare zum Thema Wissenschaft und Umwelt gehalten. Vieles von dem, was ich damals gesagt habe, hat sich bis heute (leider) bestätigt. Diese Episode ist so etwas wie ein Frühjahrsputz für mich:
Wie steht die Einordnung der verschiedenen Ideen und Ansätze der Umweltbewegungen mit-, gegen- und zueinander? Wie steht es zwischen Theorie, Ideologie und Praxis? Werten und Aktivität? Welche Rolle spielt Wissenschaft?
Wo sehen wir begriffliche Verwirrungen? Wie finden wir den Weg von, aber auch der Spalt zwischen Ethik und Praxis?
Diese Episode wird die Themen keinesfalls abdecken, ich sehe es eher als ein Aufwerfen von Bällen, die zum Teil in früheren Episoden, zum Teil in späteren Episoden wieder aufgefangen und genauer betrachtet wurden oder werden sollten.
Welche Ansätze und Ideologien gibt es in der Umweltbewegung?
1. De-Growth (Wachstumskritik)
Wachstumskritik hat eine lange und wechselhafte Tradition, die wenigstens auf Thomas Robert Malthus um 1800 zurückgeht und immer wieder neu interpretiert wurde und wird. Eine moderne Definition der Ziele  ist:

»Gerechtes Herunterskalieren von Produktion und Konsum, der das menschliche Wohlbefinden und die ökologischen Bedingungen verbessert«

Wir finden in dieser Gruppe leider aber auch eine nicht zu geringe Zahl an Extremisten, denen auch die radikale Reduktion der Menschheit wünschenswert erscheint um das Ziel zu erreichen, etwa:

»Until such time as Homo sapiens should decide to rejoin nature, some of us can only hope for the right virus to come along.«, David Gräber

2. »Business as Usual«
Wenn wir ehrlich sind, interessiert das Thema Umwelt im Alltag immer noch fast niemanden, jedenfalls dann nicht, wenn es über das Ausrollen von Wohlfühltechnologien und -ideen geht, die dem Einzelnen (scheinbar) wenig Kosten verursachen aber ein gutes Gefühl geben, etwas geleistet zu haben:

»Das Ausrollen von ineffektiven Wohlfühl-Technologien ist dreifach schlecht — abgesehen vom offensichtlichen, dass sie ineffektiv sind, führt es auch dazu, dass der Druck nachlässt etwas wirkungsvolles zu tun, weil ja gehandelt wird, und vielleicht das schlimmste: es lenkt mögliche Ressourcen weg von wichtigeren Bedürfnissen.«, Steven Koonin

3. Eco-Modernismus
Dder mittlerweile 101 jährige James Lovelock in seinem letzten Buch Novacen:

»Das Bestreben nach einer besseren Zeit vor dem Anthropozän ist eine Phantasie. Zunächst einmal, weil es nie eine goldene Zeit frei von Wünschen und Leid gab und zweitens, weil wir, um dorthin zurück zu gelangen, die offensichtlichen Vorteile der Moderne rückgängig machen müssten«

Beim Eco-Modernismus steht der Mensch im Zentrum der Veränderung aber auch der Verantwortung; Reduktion des menschlichen Einflusses auf die Natur durch Entkopplung, Intensivierung und Innovation sind der Anspruch:

»Intensivierung vieler menschlicher Tätigkeiten — im besonderen Landwirtschaft, Energiegewinnung, Forstwirtschaft und Siedlung — mit dem Ziel, weniger Land zu nutzen und weniger in die natürlichen Welt einzugreifen ist der Schlüssel, menschliche Entwicklung von den negativen Einflüssen auf die Umwelt zu entkoppeln«

Eco-Modernisten lehnen radikale Wachstumskritik ab. Selbst Jorgen Randers, der Mitautor der »Grenzen des Wachstums« von 1972, schreibt vor wenigen Jahren:

»Der fundamentale Grund, warum die meisten Menschen Wachstum bevorzugen ist, dass es der einzige Weg ist, den moderne Gesellschaften gefunden haben um drei Probleme effektiv zu lösen: Armut, Arbeitslosigkeit und Pensionen«

Aber können wir glauben, dass wir die Herausforderungen der Zeit alleine mit Technik und Wachstum lösen können? Wie lange kann das gut gehen?
4. Singularisten/Eskapisten & Post-Humanisten
Die Insel oder das Landgut in Neuseeland reicht für viele Milliardäre nicht mehr aus, um sich vor den Katastrophen der Welt zu verstecken. Heute muss es der Mars, Raumstationen oder gar das Verlassen des Sonnensystems sein. Jedenfalls ist das die Vision einiger V]]></itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>058 — Verwaltung und staatliche Strukturen — ein Gespräch mit Veronika Lévesque</title>
        <itunes:title>058 — Verwaltung und staatliche Strukturen — ein Gespräch mit Veronika Lévesque</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/058-verwaltung_levesque/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/058-verwaltung_levesque/#comments</comments>        <pubDate>Thu, 16 Jun 2022 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Ich hatte seit längerer Zeit in Thema im Hinterkopf, das für die Zukunft unserer modernen Gesellschaften von großer Bedeutung ist, und dennoch häufig unter dem Radar läuft, beziehungsweise in den letzten Jahren seit dem immer stärkeren durch systemisches Versagen in vielen Ländern unter Beschuss geraten ist. So weit, dass manche von einer fundamentalen Ablöse träumen — sei es in Blockchain-Träumen oder mondäneren Varianten davon:</p>
<p>Dieses Thema ist, »Verwaltung und staatlichen Strukturen«, denn beide bilden meiner Ansicht nach das Rückgrat jeder modernen Gesellschaft und es freut mich daher besonders mit Veronika Lévesque, eine äußerst kompetente Ansprechpartnerin zu diesem Themenfeld gefunden zu haben.</p>
<p>Veronika Lévesque ist Organisationsbegleiterin und Projektmensch am Institut für Arbeitsforschung und Organistionberatung IAFOB. Beschäftigt sich vorzugsweise mit Fragen, für die es noch keine fertige Antwort gibt. Das macht sie natürlich zu einer perfekten Ansprechpartnerin für diesen Podcast.</p>
<p>Ebenso, dass Frau Lévesque begeisterte Grenzgängerin ist: sie ist  in vier Ländern, drei Sprachen und am liebsten in den Zwischenräumen zwischen Disziplinen unterwegs, mit den  Schwerpunkten: Transformation, Organisations- und Entwicklungshandwerk, agile Spielfelder in nicht-agilen Umgebungen und Methodenentwicklung. Der Umgang mit Nicht-Planbarem ist dabei immer ein wesentliches Motiv.</p>
»Ein ambitionierter Fehler ist oft hilfreicher als eine mutlose Wahrheit.«
<p>Sie hat ihre Karriere im weiteren Sinne in der Erwachsenenausbildung begonnen, in Schulen weitergeführt und nutzt ihre Erfahrung in der Organisationsentwicklung um in der Verwaltung in der Schweiz für 15 Jahre zu arbeiten.</p>
<p>Wir werden daher eine Einsicht in die Situation der Schweiz bekommen, was mich freut, weil wir von der Schweiz im restlichen deutschsprachigen Raum ohnedies zu wenig erfahren, die Schweiz aber offensichtlich in einigen Bereichen sehr erfolgreich agiert; wir diskutieren aber auch über Deutschland und Österreich, sowie die globale Situation.</p>
<p>Wir beginnen mit der Frage, ob meine Ansicht, dass die Verwaltung das Rückgrat einer modernen Gesellschaft sei zutrifft? Wie spielen Exekutive, Legislative, Judikative und Verwaltung zusammen und — ist die Verwaltung damit die vierte Gewalt im Staate?</p>

<p>»Die Verwaltung schützt das gesetzte Recht und gleichzeitig hilft sie dabei es zu ändern.«</p>

<p>Ist die Verwaltung auch für Fragen »der Zukunft« verantwortlich, also Themen, die sich kurzfristigen ökonomischen Betrachtungen entziehen? </p>
<p>Mit dem Ansatz des New Public Management wurde der Anspruch gestellt, dass auch Verwaltungen effizient sein müssen, was zu einer deutlichen Verkleinerung in den letzten Jahrzehnten geführt hat. D.h. Aufgaben, die besser am freien Markt zu erledigen sind, wurde ausgelagert. Was ist das aktuelle Fazit dieser Veränderungen?</p>
<p>Auch stellt sich wieder das im Podcast häufiger genannte Dilemma zwischen Effizienz und Resilienz, das heißt der Fähigkeit sich auf eine unbekannte Zukunft mit neuen Herausforderungen und Risiken einzustellen.</p>

<p>»Most modern efficiencies are deferred punishment«, Nassim Taleb</p>

<p>Wie spielen politische Ideoligien (von sozialdemokratisch bis libertär) zusammen mit Verwaltung und: was zählen wir eigentlich zur Verwaltung? Eine weitere wichtige Rolle spielen staatsnahe Unternehmungen, die aber nicht im engeren Sinne zur Verwaltung zu zählen sind.</p>
<p>Wird die Verwaltung immer nur dann genannt, wenn etwas nicht funktioniert, oder anders ausgedrückt: leidet die Verwaltung darunter, dass sie im Kern unsichtbar wird, wenn sie (zu) gut funktioniert?</p>
<p>Wie geht die Verwaltung mit der zunehmenden gesellschaftlichen und politischen Anforderung nach Transparenz um und ist Transparenz überhaupt ein Wert an sich? Wem verantwortet sich die Verwaltung gegenüber?</p>

<p>»Demokratie ist eine träge Maschinerie, konzipiert um Entscheidungen zu verlangsamen«, Herfried Münkler, zitiert in Philipp Blom, Was auf dem Spiel steht</p>

<p>Wie sieht es mit Zeitlichkeit aus, nach Herfried Münkler — ist Verwaltung vielleicht auch ein notwendiges und sinnvolles dämpfendes Element einer modernen Gesellschaft? Standardisierung, Stabilität, Nachvollziehbarkeit waren der Erfolgsmuster der Vergangenheit — das bereitet uns zunehmend Schwierigkeiten. Aber nicht nur die Verwaltung hat Probleme sich der Geschwindigkeit der Zeit anzupassen, auch die Gesetzgebung kommt selten hinterher, sie wird von den Themen getrieben und setzt sie selten.</p>

<p>»Die Verwaltung als Bastion gegen Willkür«</p>

<p>Wird, wie so häufig, das gemessen, was sich leicht messe lässt: also der Kosten, und nicht der Nutzen — zum Schaden der Gesellschaft?</p>
<p>Was macht die »Digitalisierung« mit der Verwaltung, beziehungsweise die Verwaltung mit der Digitalisierung? </p>
<p>Dann unterhalten wir uns über den Unterschied zwischen Politik und Verwaltung, die sehr gegensätzlich sind: erstere laut, schnell und flach, die letztere still, konzentriert und tief?</p>
<p>Haben wir Angst, gesetzlich die Idee (und nicht jedes Detail) klarzustellen und Verwaltung beziehungsweise  Exekutive mehr Freiheit in der Umsetzung zu lassen und versuchen wir stattdessen (erfolglos) alles bis ins Letzte zu regeln und zu bestimmen und scheitern dabei naturgemäß an der Komplexität und Geschwindigkeit der Welt? Haben wir also, anders gesagt, Angst selbstständig zu denken? Wollen wir jeden kleinsten Schritt vorbestimmt haben, wissend, dass dies zum Scheitern verurteilt ist?</p>

<p>»When I look at people I have hope. When I look at institutions I am hopeless«, Donella Meadows via Vicki Robin</p>

<p>Was sind die Krisen der letzten Jahre und Jahrzehnte zu beurteilen und welche Rolle spielen dabei Verwaltung und staatliche Strukturen (Finanzkrise, Flüchtlingskrise, Versagen im Covid-Management usw.):</p>

<p>„Der Bund hatte die im Pandemiefall notwendigen organisatorischen Strukturen und personellen Grundvoraussetzungen nicht sichergestellt.“  und</p>
<p>„die Herausforderungen des Krisenmanagements in der COVID-19-Pandemie [waren] bislang ungelöst. Die seit Ausbruch der Pandemie gemachten Erfahrungen wurden zu wenig genutzt, um das Krisenmanagement im Sinne von Lessons Learned weiterzuentwickeln“, Rechnungshofbericht Österreich, Juni 2022</p>

<p>Also, nicht nur wurden erhebliche Fehler gemacht, man hat aus diesen bisher auch nicht nennenswert gelernt — ein rein österreichisches Problem?</p>
<p>Wie bekommt man Kompetenz, Schlagkraft, Handlungsfähigkeit und Agilität in die Verwaltung, die gleichzeitig auch Stabilität und Langfristigkeit sichern soll? Und damit im Zusammenhang: ist das Beamtenwesen überhaupt noch ein Zukunftsmodell, oder sollte die Verwaltung nicht vielmehr den Rest der Gesellschaft widerspiegeln?</p>
<p>Und nicht zuletzt zeichnet Frau Lévesque auch ein optimistischeres Bild für die Kooperation zwischen den Generationen — vom Übergang einer linearen in eine digitale Lebenslogik mit Hilfe anderer Denkmodelle der »Gamergeneration«?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Veronika Lévesque</p>
<ul><li><a href='https://iafob.ch/teammember/veronika-levesque-m-a/'>Veronika Lévesque am IAFOB</a></li>
<li><a href='https://agile-verwaltung.org/2017/09/14/wie-innovierend-agierend-und-selbstaktiv-getrieben-kann-und-soll-eine-verwaltung-sein/'>Veronika Lévesque, Wie innovierend, agierend und selbstaktiv getrieben kann und soll eine Verwaltung sein? (2017)</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17: Kooperation</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25: Entscheiden unter Unsicherheit</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/026-was_kann_politik_leisten-christoph_chorherr/'>Episode 26: Was kann Politik (noch) leisten? Ein Gespräch mit Christoph Chorherr</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/030-technooptimismus-tim-pritlove/'>Episode 30: (Techno-)Optimismus — ein Gespräch mit Tim Pritlove</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/038-eliten-michael_hartmann/'>Episode 38: Eliten, ein Gespräch mit Prof. Michael Hartmann</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/042-gesellschaftliche_verwundbarkeit_herbert_saurugg/'>Episode 42: Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen: Gespräch mit Herbert Saurugg</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45: Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://agile-verwaltung.org'>Forum Agile Verwaltung</a></li>
<li><a href='https://www.rechnungshof.gv.at/rh/home/home/2022-18_Pandemiemanagement.pdf'>Rechnungshofbericht zum österr. Pandemiemanagement (Juni 2022)</a></li>
<li><a href='https://www.teamhuman.fm/episodes/ep-202-vicki-robin'>Vicki Robin im Team Human Podcast am 9.2.2022 (Douglas Rushkoff)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3QkKI7x'>Philipp Blom, Was auf dem Spiel steht (2017)</a></li>
<li><a href='https://www.nytimes.com/2022/02/20/health/covid-cdc-data.html'>The C.D.C. Isn't Publishing Large Portions of the Covid Data It Collects (20.2.2022)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte seit längerer Zeit in Thema im Hinterkopf, das für die Zukunft unserer modernen Gesellschaften von großer Bedeutung ist, und dennoch häufig unter dem Radar läuft, beziehungsweise in den letzten Jahren seit dem immer stärkeren durch systemisches Versagen in vielen Ländern unter Beschuss geraten ist. So weit, dass manche von einer fundamentalen Ablöse träumen — sei es in <em>Blockchain-Träumen</em> oder mondäneren Varianten davon:</p>
<p>Dieses Thema ist, »Verwaltung und staatlichen Strukturen«, denn beide bilden meiner Ansicht nach das Rückgrat jeder modernen Gesellschaft und es freut mich daher besonders mit Veronika Lévesque, eine äußerst kompetente Ansprechpartnerin zu diesem Themenfeld gefunden zu haben.</p>
<p>Veronika Lévesque ist Organisationsbegleiterin und Projektmensch am Institut für Arbeitsforschung und Organistionberatung IAFOB. Beschäftigt sich vorzugsweise mit Fragen, für die es noch keine fertige Antwort gibt. Das macht sie natürlich zu einer perfekten Ansprechpartnerin für diesen Podcast.</p>
<p>Ebenso, dass Frau Lévesque begeisterte Grenzgängerin ist: sie ist  in vier Ländern, drei Sprachen und am liebsten in den Zwischenräumen zwischen Disziplinen unterwegs, mit den  Schwerpunkten: Transformation, Organisations- und Entwicklungshandwerk, agile Spielfelder in nicht-agilen Umgebungen und Methodenentwicklung. Der Umgang mit Nicht-Planbarem ist dabei immer ein wesentliches Motiv.</p>
»Ein ambitionierter Fehler ist oft hilfreicher als eine mutlose Wahrheit.«
<p>Sie hat ihre Karriere im weiteren Sinne in der Erwachsenenausbildung begonnen, in Schulen weitergeführt und nutzt ihre Erfahrung in der Organisationsentwicklung um in der Verwaltung in der Schweiz für 15 Jahre zu arbeiten.</p>
<p>Wir werden daher eine Einsicht in die Situation der Schweiz bekommen, was mich freut, weil wir von der Schweiz im restlichen deutschsprachigen Raum ohnedies zu wenig erfahren, die Schweiz aber offensichtlich in einigen Bereichen sehr erfolgreich agiert; wir diskutieren aber auch über Deutschland und Österreich, sowie die globale Situation.</p>
<p>Wir beginnen mit der Frage, ob meine Ansicht, dass die <em>Verwaltung das Rückgrat einer modernen Gesellschaft sei</em> zutrifft? Wie spielen Exekutive, Legislative, Judikative und Verwaltung zusammen und — ist die Verwaltung damit die vierte Gewalt im Staate?</p>

<p>»Die Verwaltung schützt das gesetzte Recht und gleichzeitig hilft sie dabei es zu ändern.«</p>

<p>Ist die Verwaltung auch für Fragen »der Zukunft« verantwortlich, also Themen, die sich kurzfristigen ökonomischen Betrachtungen entziehen? </p>
<p>Mit dem Ansatz des <em>New Public Management</em> wurde der Anspruch gestellt, dass auch Verwaltungen effizient sein müssen, was zu einer deutlichen Verkleinerung in den letzten Jahrzehnten geführt hat. D.h. Aufgaben, die besser am freien Markt zu erledigen sind, wurde ausgelagert. Was ist das aktuelle Fazit dieser Veränderungen?</p>
<p>Auch stellt sich wieder das im Podcast häufiger genannte Dilemma zwischen Effizienz und Resilienz, das heißt der Fähigkeit sich auf eine unbekannte Zukunft mit neuen Herausforderungen und Risiken einzustellen.</p>

<p>»Most modern efficiencies are deferred punishment«, Nassim Taleb</p>

<p>Wie spielen politische Ideoligien (von sozialdemokratisch bis libertär) zusammen mit Verwaltung und: was zählen wir eigentlich zur Verwaltung? Eine weitere wichtige Rolle spielen staatsnahe Unternehmungen, die aber nicht im engeren Sinne zur Verwaltung zu zählen sind.</p>
<p>Wird die Verwaltung immer nur dann genannt, wenn etwas nicht funktioniert, oder anders ausgedrückt: leidet die Verwaltung darunter, dass sie im Kern unsichtbar wird, wenn sie (zu) gut funktioniert?</p>
<p>Wie geht die Verwaltung mit der zunehmenden gesellschaftlichen und politischen Anforderung nach Transparenz um und<em> ist Transparenz überhaupt ein Wert an sich</em>? Wem verantwortet sich die Verwaltung gegenüber?</p>

<p>»Demokratie ist eine träge Maschinerie, konzipiert um Entscheidungen zu verlangsamen«, Herfried Münkler, zitiert in Philipp Blom, Was auf dem Spiel steht</p>

<p>Wie sieht es mit Zeitlichkeit aus, nach Herfried Münkler — ist Verwaltung vielleicht auch ein notwendiges und sinnvolles dämpfendes Element einer modernen Gesellschaft? Standardisierung, Stabilität, Nachvollziehbarkeit waren der Erfolgsmuster der Vergangenheit — das bereitet uns zunehmend Schwierigkeiten. Aber nicht nur die Verwaltung hat Probleme sich der Geschwindigkeit der Zeit anzupassen, auch die Gesetzgebung kommt selten hinterher, sie wird von den Themen getrieben und setzt sie selten.</p>

<p>»Die Verwaltung als Bastion gegen Willkür«</p>

<p>Wird, wie so häufig, das gemessen, was sich leicht messe lässt: also der Kosten, und nicht der Nutzen — zum Schaden der Gesellschaft?</p>
<p>Was macht die »Digitalisierung« mit der Verwaltung, beziehungsweise die Verwaltung mit der Digitalisierung? </p>
<p>Dann unterhalten wir uns über den Unterschied zwischen Politik und Verwaltung, die sehr gegensätzlich sind: erstere laut, schnell und flach, die letztere still, konzentriert und tief?</p>
<p>Haben wir Angst, gesetzlich die Idee (und nicht jedes Detail) klarzustellen und Verwaltung beziehungsweise  Exekutive mehr Freiheit in der Umsetzung zu lassen und versuchen wir stattdessen (erfolglos) alles bis ins Letzte zu regeln und zu bestimmen und scheitern dabei naturgemäß an der Komplexität und Geschwindigkeit der Welt? Haben wir also, anders gesagt, Angst selbstständig zu denken? Wollen wir jeden kleinsten Schritt vorbestimmt haben, wissend, dass dies zum Scheitern verurteilt ist?</p>

<p>»When I look at people I have hope. When I look at institutions I am hopeless«, Donella Meadows via Vicki Robin</p>

<p>Was sind die Krisen der letzten Jahre und Jahrzehnte zu beurteilen und welche Rolle spielen dabei Verwaltung und staatliche Strukturen (Finanzkrise, Flüchtlingskrise, Versagen im Covid-Management usw.):</p>

<p>„Der Bund hatte die im Pandemiefall notwendigen organisatorischen Strukturen und personellen Grundvoraussetzungen nicht sichergestellt.“  und</p>
<p>„die Herausforderungen des Krisenmanagements in der COVID-19-Pandemie [waren] bislang ungelöst. Die seit Ausbruch der Pandemie gemachten Erfahrungen wurden zu wenig genutzt, um das Krisenmanagement im Sinne von Lessons Learned weiterzuentwickeln“, Rechnungshofbericht Österreich, Juni 2022</p>

<p>Also, nicht nur wurden erhebliche Fehler gemacht, man hat aus diesen bisher auch nicht nennenswert gelernt — ein rein österreichisches Problem?</p>
<p>Wie bekommt man Kompetenz, Schlagkraft, Handlungsfähigkeit und Agilität in die Verwaltung, die gleichzeitig auch Stabilität und Langfristigkeit sichern soll? Und damit im Zusammenhang: ist das Beamtenwesen überhaupt noch ein Zukunftsmodell, oder sollte die Verwaltung nicht vielmehr den Rest der Gesellschaft widerspiegeln?</p>
<p>Und nicht zuletzt zeichnet Frau Lévesque auch ein optimistischeres Bild für die Kooperation zwischen den Generationen — vom Übergang einer linearen in eine digitale Lebenslogik mit Hilfe anderer Denkmodelle der »Gamergeneration«?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Veronika Lévesque</p>
<ul><li><a href='https://iafob.ch/teammember/veronika-levesque-m-a/'>Veronika Lévesque am IAFOB</a></li>
<li><a href='https://agile-verwaltung.org/2017/09/14/wie-innovierend-agierend-und-selbstaktiv-getrieben-kann-und-soll-eine-verwaltung-sein/'>Veronika Lévesque, Wie innovierend, agierend und selbstaktiv getrieben kann und soll eine Verwaltung sein? (2017)</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17: Kooperation</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25: Entscheiden unter Unsicherheit</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/026-was_kann_politik_leisten-christoph_chorherr/'>Episode 26: Was kann Politik (noch) leisten? Ein Gespräch mit Christoph Chorherr</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/030-technooptimismus-tim-pritlove/'>Episode 30: (Techno-)Optimismus — ein Gespräch mit Tim Pritlove</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/038-eliten-michael_hartmann/'>Episode 38: Eliten, ein Gespräch mit Prof. Michael Hartmann</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/042-gesellschaftliche_verwundbarkeit_herbert_saurugg/'>Episode 42: Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen: Gespräch mit Herbert Saurugg</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45: Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://agile-verwaltung.org'>Forum Agile Verwaltung</a></li>
<li><a href='https://www.rechnungshof.gv.at/rh/home/home/2022-18_Pandemiemanagement.pdf'>Rechnungshofbericht zum österr. Pandemiemanagement (Juni 2022)</a></li>
<li><a href='https://www.teamhuman.fm/episodes/ep-202-vicki-robin'>Vicki Robin im Team Human Podcast am 9.2.2022 (Douglas Rushkoff)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3QkKI7x'>Philipp Blom, Was auf dem Spiel steht (2017)</a></li>
<li><a href='https://www.nytimes.com/2022/02/20/health/covid-cdc-data.html'>The C.D.C. Isn't Publishing Large Portions of the Covid Data It Collects (20.2.2022)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Ich hatte seit längerer Zeit in Thema im Hinterkopf, das für die Zukunft unserer modernen Gesellschaften von großer Bedeutung ist, und dennoch häufig unter dem Radar läuft, beziehungsweise in den letzten Jahren seit dem immer stärkeren durch systemisches Versagen in vielen Ländern unter Beschuss geraten ist. So weit, dass manche von einer fundamentalen Ablöse träumen — sei es in Blockchain-Träumen oder mondäneren Varianten davon:

Dieses Thema ist, »Verwaltung und staatlichen Strukturen«, denn beide bilden meiner Ansicht nach das Rückgrat jeder modernen Gesellschaft und es freut mich daher besonders mit Veronika Lévesque, eine äußerst kompetente Ansprechpartnerin zu diesem Themenfeld gefunden zu haben.

Veronika Lévesque ist Organisationsbegleiterin und Projektmensch am Institut für Arbeitsforschung und Organistionberatung IAFOB. Beschäftigt sich vorzugsweise mit Fragen, für die es noch keine fertige Antwort gibt. Das macht sie natürlich zu einer perfekten Ansprechpartnerin für diesen Podcast.

Ebenso, dass Frau Lévesque begeisterte Grenzgängerin ist: sie ist  in vier Ländern, drei Sprachen und am liebsten in den Zwischenräumen zwischen Disziplinen unterwegs, mit den  Schwerpunkten: Transformation, Organisations- und Entwicklungshandwerk, agile Spielfelder in nicht-agilen Umgebungen und Methodenentwicklung. Der Umgang mit Nicht-Planbarem ist dabei immer ein wesentliches Motiv.

»Ein ambitionierter Fehler ist oft hilfreicher als eine mutlose Wahrheit.«
Sie hat ihre Karriere im weiteren Sinne in der Erwachsenenausbildung begonnen, in Schulen weitergeführt und nutzt ihre Erfahrung in der Organisationsentwicklung um in der Verwaltung in der Schweiz für 15 Jahre zu arbeiten.

Wir werden daher eine Einsicht in die Situation der Schweiz bekommen, was mich freut, weil wir von der Schweiz im restlichen deutschsprachigen Raum ohnedies zu wenig erfahren, die Schweiz aber offensichtlich in einigen Bereichen sehr erfolgreich agiert; wir diskutieren aber auch über Deutschland und Österreich, sowie die globale Situation.

Wir beginnen mit der Frage, ob meine Ansicht, dass die Verwaltung das Rückgrat einer modernen Gesellschaft sei zutrifft? Wie spielen Exekutive, Legislative, Judikative und Verwaltung zusammen und — ist die Verwaltung damit die vierte Gewalt im Staate?

»Die Verwaltung schützt das gesetzte Recht und gleichzeitig hilft sie dabei es zu ändern.«

Ist die Verwaltung auch für Fragen »der Zukunft« verantwortlich, also Themen, die sich kurzfristigen ökonomischen Betrachtungen entziehen? 

Mit dem Ansatz des New Public Management wurde der Anspruch gestellt, dass auch Verwaltungen effizient sein müssen, was zu einer deutlichen Verkleinerung in den letzten Jahrzehnten geführt hat. D.h. Aufgaben, die besser am freien Markt zu erledigen sind, wurde ausgelagert. Was ist das aktuelle Fazit dieser Veränderungen?

Auch stellt sich wieder das im Podcast häufiger genannte Dilemma zwischen Effizienz und Resilienz, das heißt der Fähigkeit sich auf eine unbekannte Zukunft mit neuen Herausforderungen und Risiken einzustellen.

»Most modern efficiencies are deferred punishment«, Nassim Taleb

Wie spielen politische Ideoligien (von sozialdemokratisch bis libertär) zusammen mit Verwaltung und: was zählen wir eigentlich zur Verwaltung? Eine weitere wichtige Rolle spielen staatsnahe Unternehmungen, die aber nicht im engeren Sinne zur Verwaltung zu zählen sind.

Wird die Verwaltung immer nur dann genannt, wenn etwas nicht funktioniert, oder anders ausgedrückt: leidet die Verwaltung darunter, dass sie im Kern unsichtbar wird, wenn sie (zu) gut funktioniert?

Wie geht die Verwaltung mit der zunehmenden gesellschaftlichen und politischen Anforderung nach Transparenz um und ist Transparenz überhaupt ein Wert an sich? Wem verantwortet sich die Verwaltung gegenüber?

»Demokratie ist eine träge Maschinerie, konzipiert um Entscheidungen zu verlangsamen«, Herfried Münkler, zitiert in Philipp Blom, Was auf dem Spiel steht

Wie sieht es mit Zeitlichkeit aus, nac</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>057 — Konservativ UND Progressiv</title>
        <itunes:title>057 — Konservativ UND Progressiv</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/057-konservativ_und_progressiv/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/057-konservativ_und_progressiv/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 23 May 2022 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Das Theme der heutigen Episode ist: Konservativ und Progressiv, die Betonung liegt dabei auf dem und; wie hoffentlich nach dieser Episode klarer sein wird.</p>
<p>Rutger Bregmans TED-Video über das bedingungslose Grundeinkommen hat mich »getriggert« über einen Themenbereich zu sprechen, der in anderen Episoden schon angekratzt wurde. Mir scheint es aber wesentlich zu sein, dieses Thema von unterschiedlichen Seiten zu beleuchten. Außerdem ist die politische Dimension der Lagerbildung in sogenannte konservative und progressive Gruppen bisher noch nicht konkret angesprochen worden.</p>
<p>Wie verändern wir die Welt, sodass gerade nicht das bekannte Zitat »Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint« zum Einsatz kommen muss?</p>
<p>Wie  kommunizieren wir komplexe Probleme der Zeit in angemessener Weise?</p>
<p>Wie können wir zu einer Diskurs-Kultur kommen, die nicht an politischen Grenzen und Lagern zerschellt?</p>
<p>Was ist die Rolle von Wissenschaft? Sollte Wissenschaft und Aktivismus voneinander getrennt sein, weil Wissenschafter sonst das Risiko eingehen ihre oftmals enge Sicht zu überschätzen und sich, wie immer öfter zu beobachten ist, in fast religiösen Eifer steigern und damit ihre Glaubwürdigkeit verspielen.</p>
<p>Was ist das TED-Problem?</p>

<p>»The world out there is a complex place, and those who want “easiness” can always gorge themselves on TED talks.«, Evgeny Morozov</p>

<p>Kein komplexes Problem der Welt ist mit einfachen Mitteln und Ideen zu lösen. Es ist relativ einfach auf die Schwächen bestehender Systeme hinzuweisen, viel schwerer aber diese durch etwas besseres zu ersetzen:</p>

<p>»The high point of techno-democratic optimism was arguably 2011, a year that began with the Arab Spring and ended with the global Occupy movement.«, Jonathan Haidt</p>

<p>Welche Rolle spielen in diesem Dilemma konservative und progressive Ideen?</p>

<p>Underlying idea of conservatism: »There is an intuition, even if they don't think of it that way logically, that almost everything did not make it through evolution in terms of social systems. And the few things that did weren't the things people thought would. So there is a lot of embedded wisdom that wasn't understood, it was hard earned. And we want to preserve that and not break it because we think we understand it well enough and we might not.«</p>
<p>»Progressive intuition is that we deal with fundamentally novel situations evolution did not yet figure out and we need innovation.«</p>
<p>»And of course the synthesis of this dialectic is: we see new innovation that is commensurate with that what should be conserved. And not everything deserves to be conserved«, Daniel Schmachtenberger</p>

<p>Rutger Bregman hat Recht, wenn er sagt:</p>

<p>»I'm a historian. And if history teaches us anything, it is that things could be different. There is nothing inevitable about the way we structured our society and economy right now. Ideas can and do change the world.«</p>

<p>Die andere Seite aber spricht der britische Philosoph John Gray an:</p>

<p>»The world in which we find ourselves at the start of the new millennium is littered with the debris of utopian projects«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/007-alles-wird-besser-oder-nicht-teil-1/'>Episode 7</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/008-alles-wird-besser-oder-nicht-teil-2/'>Episode 8</a>: Alles wird besser... oder nicht?</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/029-push_oder_pull/'>Episode 29: Fakten oder Geshichten? Wie gestalten wir die Zukunft?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37: Probleme und Lösungen</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39: Follow the Science?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45: Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47: Große Worte</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.ted.com/talks/rutger_bregman_poverty_isn_t_a_lack_of_character_it_s_a_lack_of_cash'>TED-Talk von Rutger Bregman: Poverty isn't a lack of character; it's a lack of cash (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3kMDbQc'>Jesse Singal, The Quick Fix: Why Fad Psychology Can't Cure Our Social Ills (2021)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3KTaP1d'>Evgeny Morozov, To Save Everything, Click here (2013)</a></li>
<li><a href='https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2022/05/social-media-democracy-trust-babel/629369/'>Jonathan Haidt, Why the Past 10 Years of American Life Have Been Uniquely Stupid, The Atlantic (2022)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3L0iuLu'>John Gray, Black Mass, Apocalyptic Religion and the Death of Utopia (2011)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3NxyiHh'>Robert Greene, 48 laws of power (2010)</a></li>
<li><a href='https://www.thetimes.co.uk/article/how-sri-lankas-shift-to-organic-farming-left-it-in-the-manure-0td92r6fp'>How Sri Lanka's shifts to organic farming left it in the manure, The Times (2022)</a></li>
<li><a href='https://foreignpolicy.com/2022/03/05/sri-lanka-organic-farming-crisis/'>In Sri Lanka, Organic Farming Went Catastrophically Wrong. A nationwide experiment is abandoned after producing only misery. Foreign Policy (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=YPJug0s2u4w'>Dark Horse Podcast, Brett Weinstein, Daniel Schmachtenberger (2021)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Das Theme der heutigen Episode ist: <em>Konservativ und Progressiv</em>, die Betonung liegt dabei auf dem und; wie hoffentlich nach dieser Episode klarer sein wird.</p>
<p>Rutger Bregmans TED-Video über das bedingungslose Grundeinkommen hat mich »getriggert« über einen Themenbereich zu sprechen, der in anderen Episoden schon <em>angekratzt</em> wurde. Mir scheint es aber wesentlich zu sein, dieses Thema von unterschiedlichen Seiten zu beleuchten. Außerdem ist die politische Dimension der Lagerbildung in sogenannte konservative und progressive Gruppen bisher noch nicht konkret angesprochen worden.</p>
<p>Wie verändern wir die Welt, sodass gerade nicht das bekannte Zitat »Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint« zum Einsatz kommen muss?</p>
<p>Wie  kommunizieren wir komplexe Probleme der Zeit in angemessener Weise?</p>
<p>Wie können wir zu einer Diskurs-Kultur kommen, die nicht an politischen Grenzen und Lagern zerschellt?</p>
<p>Was ist die Rolle von Wissenschaft? Sollte Wissenschaft und Aktivismus voneinander getrennt sein, weil Wissenschafter sonst das Risiko eingehen ihre oftmals enge Sicht zu überschätzen und sich, wie immer öfter zu beobachten ist, in fast religiösen Eifer steigern und damit ihre Glaubwürdigkeit verspielen.</p>
<p>Was ist das TED-Problem?</p>

<p>»The world out there is a complex place, and those who want “easiness” can always gorge themselves on TED talks.«, Evgeny Morozov</p>

<p>Kein komplexes Problem der Welt ist mit einfachen Mitteln und Ideen zu lösen. Es ist relativ einfach auf die Schwächen bestehender Systeme hinzuweisen, viel schwerer aber diese durch etwas besseres zu ersetzen:</p>

<p>»The high point of techno-democratic optimism was arguably 2011, a year that began with the Arab Spring and ended with the global Occupy movement.«, Jonathan Haidt</p>

<p>Welche Rolle spielen in diesem Dilemma konservative und progressive Ideen?</p>

<p>Underlying idea of conservatism: »There is an intuition, even if they don't think of it that way logically, that almost everything did not make it through evolution in terms of social systems. And the few things that did weren't the things people thought would. So there is a lot of embedded wisdom that wasn't understood, it was hard earned. And we want to preserve that and not break it because we think we understand it well enough and we might not.«</p>
<p>»Progressive intuition is that we deal with fundamentally novel situations evolution did not yet figure out and we need innovation.«</p>
<p>»And of course the synthesis of this dialectic is: we see new innovation that is commensurate with that what should be conserved. And not everything deserves to be conserved«, Daniel Schmachtenberger</p>

<p>Rutger Bregman hat Recht, wenn er sagt:</p>

<p>»I'm a historian. And if history teaches us anything, it is that things could be different. There is nothing inevitable about the way we structured our society and economy right now. Ideas can and do change the world.«</p>

<p>Die andere Seite aber spricht der britische Philosoph John Gray an:</p>

<p>»The world in which we find ourselves at the start of the new millennium is littered with the debris of utopian projects«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/007-alles-wird-besser-oder-nicht-teil-1/'>Episode 7</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/008-alles-wird-besser-oder-nicht-teil-2/'>Episode 8</a>: Alles wird besser... oder nicht?</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/029-push_oder_pull/'>Episode 29: Fakten oder Geshichten? Wie gestalten wir die Zukunft?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37: Probleme und Lösungen</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39: Follow the Science?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45: Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Episode 47: Große Worte</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.ted.com/talks/rutger_bregman_poverty_isn_t_a_lack_of_character_it_s_a_lack_of_cash'>TED-Talk von Rutger Bregman: Poverty isn't a lack of character; it's a lack of cash (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3kMDbQc'>Jesse Singal, The Quick Fix: Why Fad Psychology Can't Cure Our Social Ills (2021)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3KTaP1d'>Evgeny Morozov, To Save Everything, Click here (2013)</a></li>
<li><a href='https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2022/05/social-media-democracy-trust-babel/629369/'>Jonathan Haidt, Why the Past 10 Years of American Life Have Been Uniquely Stupid, The Atlantic (2022)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3L0iuLu'>John Gray, Black Mass, Apocalyptic Religion and the Death of Utopia (2011)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3NxyiHh'>Robert Greene, 48 laws of power (2010)</a></li>
<li><a href='https://www.thetimes.co.uk/article/how-sri-lankas-shift-to-organic-farming-left-it-in-the-manure-0td92r6fp'>How Sri Lanka's shifts to organic farming left it in the manure, The Times (2022)</a></li>
<li><a href='https://foreignpolicy.com/2022/03/05/sri-lanka-organic-farming-crisis/'>In Sri Lanka, Organic Farming Went Catastrophically Wrong. A nationwide experiment is abandoned after producing only misery. Foreign Policy (2022)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=YPJug0s2u4w'>Dark Horse Podcast, Brett Weinstein, Daniel Schmachtenberger (2021)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Das Theme der heutigen Episode ist: Konservativ und Progressiv, die Betonung liegt dabei auf dem und; wie hoffentlich nach dieser Episode klarer sein wird.

Rutger Bregmans TED-Video über das bedingungslose Grundeinkommen hat mich »getriggert« über einen Themenbereich zu sprechen, der in anderen Episoden schon angekratzt wurde. Mir scheint es aber wesentlich zu sein, dieses Thema von unterschiedlichen Seiten zu beleuchten. Außerdem ist die politische Dimension der Lagerbildung in sogenannte konservative und progressive Gruppen bisher noch nicht konkret angesprochen worden.

Wie verändern wir die Welt, sodass gerade nicht das bekannte Zitat »Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint« zum Einsatz kommen muss?

Wie  kommunizieren wir komplexe Probleme der Zeit in angemessener Weise?

Wie können wir zu einer Diskurs-Kultur kommen, die nicht an politischen Grenzen und Lagern zerschellt?

Was ist die Rolle von Wissenschaft? Sollte Wissenschaft und Aktivismus voneinander getrennt sein, weil Wissenschafter sonst das Risiko eingehen ihre oftmals enge Sicht zu überschätzen und sich, wie immer öfter zu beobachten ist, in fast religiösen Eifer steigern und damit ihre Glaubwürdigkeit verspielen.

Was ist das TED-Problem?

»The world out there is a complex place, and those who want “easiness” can always gorge themselves on TED talks.«, Evgeny Morozov

Kein komplexes Problem der Welt ist mit einfachen Mitteln und Ideen zu lösen. Es ist relativ einfach auf die Schwächen bestehender Systeme hinzuweisen, viel schwerer aber diese durch etwas besseres zu ersetzen:

»The high point of techno-democratic optimism was arguably 2011, a year that began with the Arab Spring and ended with the global Occupy movement.«, Jonathan Haidt

Welche Rolle spielen in diesem Dilemma konservative und progressive Ideen?

Underlying idea of conservatism: »There is an intuition, even if they don’t think of it that way logically, that almost everything did not make it through evolution in terms of social systems. And the few things that did weren’t the things people thought would. So there is a lot of embedded wisdom that wasn’t understood, it was hard earned. And we want to preserve that and not break it because we think we understand it well enough and we might not.«

»Progressive intuition is that we deal with fundamentally novel situations evolution did not yet figure out and we need innovation.«

»And of course the synthesis of this dialectic is: we see new innovation that is commensurate with that what should be conserved. And not everything deserves to be conserved«, Daniel Schmachtenberger

Rutger Bregman hat Recht, wenn er sagt:

»I’m a historian. And if history teaches us anything, it is that things could be different. There is nothing inevitable about the way we structured our society and economy right now. Ideas can and do change the world.«

Die andere Seite aber spricht der britische Philosoph John Gray an:

»The world in which we find ourselves at the start of the new millennium is littered with the debris of utopian projects«

Referenzen

Andere Episoden

Episode 7 und Episode 8: Alles wird besser... oder nicht?
Episode 29: Fakten oder Geshichten? Wie gestalten wir die Zukunft?
Episode 37: Probleme und Lösungen
Episode 39: Follow the Science?
Episode 45: Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?
Episode 47: Große Worte
Fachliche Referenzen

TED-Talk von Rutger Bregman: Poverty isn’t a lack of character; it’s a lack of cash (2017)
Jesse Singal, The Quick Fix: Why Fad Psychology Can’t Cure Our Social Ills (2021)
Evgeny Morozov, To Save Everything, Click here (2013)
Jonathan Haidt, Why the Past 10 Years of American Life Have Been Uniquely Stupid, The Atlantic (2022)
John Gray, Black Mass, Apocalyptic Religion and the Death of Utopia (2011)
Robert Greene, 48 laws of power (2010)
How Sri Lanka’s shifts to organic farming left it in the manure, The Times (2022)
In Sri Lanka, Organic Farming Went Catastrophically Wrong. A nationwide experiment is abandone</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>056 — Kunst und Zukunft</title>
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        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/056-kunst_zukunft_hanno_rauterberg/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/056-kunst_zukunft_hanno_rauterberg/#comments</comments>        <pubDate>Fri, 29 Apr 2022 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>In der heutigen Episode möchte ich ein Thema aufgreifen, über das ich schon längere Zeit nachdenke, wo ich aber bisher noch keinen guten Zugang gefunden habe. Das Thema ist »Kunst und Zukunft«. Mit anderen Worten: Welche Rolle spielt Kunst und Kultur in Betrachtung und Gestaltung unserer Zukunft, aber auch umgekehrt: wie wirkt Zukunft auf Kunst.</p>
<p>Ich freue mich daher ganz besonders für diese erste Episode in diesem Themenenbereich Hanno Rauterberg gewonnen zu haben: </p>
<p>Hanno Rauterberg ist Kunsthistoriker und stellvertretender Ressortleiter des Feuilletons der Wochenzeitung Die Zeit sowie Autor zahlreicher hervorragender Sachbücher. </p>
<p>Das Buch, das diese Episode motiviert hat ist »Die Kunst der Zukunft.« Daneben hat er aber eine Reihe weiterer Bücher veröffentlicht, unter anderem »Wie frei ist die Kunst« oder »Die Kunst und das gute Leben«. </p>
<p>In dieser Episode sprechen wir über die Kunst in der Zukunft aber auch über die Rolle, die Kunst spielt mit der Zukunft umzugehen.</p>
<p>Ich beginne mit der nur schwer zu beantwortenden Frage: Was ist Kunst? ist eine Definition möglich? Hier stellt sich auch eine Machtfrage: wer bestimmt (über Kunst)? Welche Aufgabe, welche Funktion hat die Kunst?</p>
<p>Ist Kunst eine konservative / konservierende / tradierende Brücke in die Vergangenheit oder ein progressiver, kritischer Blick der Gegenwart sowie ein Seismograph der Zukunft? Ist die Kunst gar elitär, belehrend oder ein Luxusgut, welche Rolle spielt der moderne Kunstmarkt? Muss Kunst Erwartungen enttäuschen? Will Kunst eine heilende Funktion wahrnehmen?</p>
<p>Dann sprechen wir über die Rolle des Museums. Geht es um Auswahl, Selektion oder um Verhandlung, was Kunst ist? Welche Rolle spielen dabei die klassischen Kriterien wie Komposition, Originalität, Ikonographie, handwerkliche Aspekte, Innovation technischer Merkmale? Tritt Produktion und Ästhetik in den Hintergrund? Wird Kunst zur Deklaration, »Ready Made« à la Marcel Duchamp, zur reinen Pose? Wann ist ein Werk abgeschlossen, wie verhält es sich mit Performance und Immersion?</p>

<p>»Die Kamera der Gegenwart ist ein hochgezüchteter Computer, eine Manipulationsmaschine, die darauf ausgelegt ist, das Wirkliche dem Idealbild ihrer Programmierer anzugleichen — und die zugleich dazu auffordert, das Foto nicht als Endprodukt zu verstehen, sondern als Rohmaterial, das lustvoll bearbeitet und den inneren Bildern der Fotografen angeglichen werden will.«</p>

<p>Welche Rolle spielt(e) Technik für Schöpfung (Methoden der Produktion, Distribution verändern sich nachhaltig) aber auch für die Rezeption und Interaktion mit Kunst und Künstlern? Das Private und öffentliche Leben sind nicht mehr so klar voneinander getrennt wie in der Vergangenheit, was sind die Folgen?</p>

<p>»Das Private wird als etwas öffentliches gestaltet und das Öffentliche als etwas Privates«</p>

<p>Der Technikphilosoph Günter Anders wesentliche Trends, die wir heute beobachten bereits in den 1960er Jahren beschrieben:</p>

<p>»Wenn das Ferne zu nahe tritt, entfernt oder verwischt sich das Nahe.«</p>

<p>sowie</p>

<p>»Wenn das Ereignis in seiner Reproduktionsform sozial wichtiger wird als in seiner Originalform, dann muß das Original sich nach seiner Reproduktion richten, das Ereignis also zur bloßen Matrize ihrer Reproduktion werden.«</p>

<p>Dann sprechen wir über die Rolle von Machine Learning sowie neuen Formen der Vermarktung, wie etwa NFTs. Sind Maschinen kreativ und schaffen sie Kunst? Ist Kreativität das nicht vorhersehbare, was sind dann die Bilder von Wombo?</p>

<p>»In dem Maße, in dem Maschinen kreativ erscheinen,  als begabte, künstlerhafte Wesen erscheinen, kann man sie auch für zivilisiert halten. […] Die Technik rückt uns Menschen näher.«</p>

<p>Die Technik soll also über »Kunst« anders in der Welt verankert werden!</p>

<p>»Nur die Maschine weiß noch, wie wir aus der Krise herauskommen […]  darum müssen wir uns ihr anvertrauen« </p>

<p>Damit kommen wir von der menschlichen zur maschinellen Avant Garde? Ist das der freie Weg zum Transhumanismus? Die Maschinen als bessere Menschen?</p>

<p>»So überwindet der Mensch alles, was ihm fremd und bedrohlich scheint, nur um mit sich selbst zu fremdeln und das eigene Tun als Bedrohung wahrzunehmen.« </p>

<p>Zuletzt stelle ich die Frage, welche Rolle die Kunst in der Bewältigung unserer Zukunft spielt? Wir sprechen über gemeinschaftsstiftende Funktion der Kunst. Aber auch die schwere Greifbarkent. Die Kunst ist unwirklich, aber wie wirkt sie dann auf die Wirklichkeit?</p>

<p>»Das Bedürfnis nach dem Eigentlichen nimmt in dem Maße zu indem wir uns im Uneigentlichen Bewegen« </p>

<p>Ambivalenz wird somit produktiv erfahrbar?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/029-push_oder_pull/'>Episode 29: Fakten oder Geschichten? Wie gestalten wir die Zukunft?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/043-deep_fakes-wer_bist_du/'>Episode 43: Deep Fakes: Wer bist du, und – was passiert da eigentlich?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/053-data_science_lukas_lang-1/'>Episode 53</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/054-data_science_lukas_lang-2/'>54</a>: Data Science und Machine Learning, Hype und Realität</li>
</ul>
<p>fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/35JZe5R'>Hanno Rauterberg, Die Kunst der Zukunft (2021)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3L5K2jK'>Hanno Rauterberg, Wie frei ist die Kunst? (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3GlwcGb'>Hanno Rauterberg, Die Kunst und das gute Leben: Über die Ethik der Ästhetik (2015)</a></li>
<li>Günther Anders, Die Antiquiertheit des Menschen <a href='https://amzn.to/3LjJaI5'>Teil 1</a> und <a href='https://amzn.to/3jUVFxD'>Teil 2</a></li>
<li><a href='https://www.wombo.art'>Wombo Art</a></li>
<li><a href='https://www.gladstonegallery.com/artist/anicka-yi/works'>Anicka Yi (Gladstone Gallery)</a></li>
<li><a href='https://www.tate.org.uk/whats-on/tate-modern/exhibition/hyundai-commission-anicka-yi'>Anicka Yi (Tate Gallery)</a></li>
</ul>
<p> </p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>In der heutigen Episode möchte ich ein Thema aufgreifen, über das ich schon längere Zeit nachdenke, wo ich aber bisher noch keinen guten Zugang gefunden habe. Das Thema ist »Kunst und Zukunft«. Mit anderen Worten: Welche Rolle spielt Kunst und Kultur in Betrachtung und Gestaltung unserer Zukunft, aber auch umgekehrt: wie wirkt Zukunft auf Kunst.</p>
<p>Ich freue mich daher ganz besonders für diese erste Episode in diesem Themenenbereich Hanno Rauterberg gewonnen zu haben: </p>
<p>Hanno Rauterberg ist Kunsthistoriker und stellvertretender Ressortleiter des Feuilletons der Wochenzeitung Die Zeit sowie Autor zahlreicher hervorragender Sachbücher. </p>
<p>Das Buch, das diese Episode motiviert hat ist »Die Kunst der Zukunft.« Daneben hat er aber eine Reihe weiterer Bücher veröffentlicht, unter anderem »Wie frei ist die Kunst« oder »Die Kunst und das gute Leben«. </p>
<p>In dieser Episode sprechen wir über die Kunst in der Zukunft aber auch über die Rolle, die Kunst spielt mit der Zukunft umzugehen.</p>
<p>Ich beginne mit der nur schwer zu beantwortenden Frage: Was ist Kunst? ist eine Definition möglich? Hier stellt sich auch eine Machtfrage: wer bestimmt (über Kunst)? Welche Aufgabe, welche Funktion hat die Kunst?</p>
<p>Ist Kunst eine konservative / konservierende / tradierende Brücke in die Vergangenheit oder ein progressiver, kritischer Blick der Gegenwart sowie ein <em>Seismograph</em> der Zukunft? Ist die Kunst gar elitär, belehrend oder ein Luxusgut, welche Rolle spielt der moderne Kunstmarkt? Muss Kunst Erwartungen enttäuschen? Will Kunst eine heilende Funktion wahrnehmen?</p>
<p>Dann sprechen wir über die Rolle des Museums. Geht es um Auswahl, Selektion oder um Verhandlung, was Kunst ist? Welche Rolle spielen dabei die klassischen Kriterien wie <em>Komposition, Originalität, Ikonographie, handwerkliche Aspekte, Innovation technischer Merkmale</em>? Tritt Produktion und Ästhetik in den Hintergrund? Wird Kunst zur Deklaration, »Ready Made« à la Marcel Duchamp, zur reinen Pose? Wann ist ein Werk abgeschlossen, wie verhält es sich mit Performance und Immersion?</p>

<p>»Die Kamera der Gegenwart ist ein hochgezüchteter Computer, eine Manipulationsmaschine, die darauf ausgelegt ist, das Wirkliche dem Idealbild ihrer Programmierer anzugleichen — und die zugleich dazu auffordert, das Foto nicht als Endprodukt zu verstehen, sondern als Rohmaterial, das lustvoll bearbeitet und den inneren Bildern der Fotografen angeglichen werden will.«</p>

<p>Welche Rolle spielt(e) Technik für Schöpfung (Methoden der Produktion, Distribution verändern sich nachhaltig) aber auch für die Rezeption und Interaktion mit Kunst und Künstlern? Das Private und öffentliche Leben sind nicht mehr so klar voneinander getrennt wie in der Vergangenheit, was sind die Folgen?</p>

<p>»Das Private wird als etwas öffentliches gestaltet und das Öffentliche als etwas Privates«</p>

<p>Der Technikphilosoph Günter Anders wesentliche Trends, die wir heute beobachten bereits in den 1960er Jahren beschrieben:</p>

<p>»Wenn das Ferne zu nahe tritt, entfernt oder verwischt sich das Nahe.«</p>

<p>sowie</p>

<p>»Wenn das Ereignis in seiner Reproduktionsform sozial wichtiger wird als in seiner Originalform, dann muß das Original sich nach seiner Reproduktion richten, das Ereignis also zur bloßen Matrize ihrer Reproduktion werden.«</p>

<p>Dann sprechen wir über die Rolle von Machine Learning sowie neuen Formen der Vermarktung, wie etwa NFTs. Sind Maschinen kreativ und schaffen sie Kunst? Ist Kreativität das nicht vorhersehbare, <em>was sind dann die Bilder von Wombo?</em></p>

<p>»In dem Maße, in dem Maschinen kreativ erscheinen,  als begabte, künstlerhafte Wesen erscheinen, kann man sie auch für zivilisiert halten. […] Die Technik rückt uns Menschen näher.«</p>

<p>Die Technik soll also über »Kunst« anders in der Welt verankert werden!</p>

<p>»Nur die Maschine weiß noch, wie wir aus der Krise herauskommen […]  darum müssen wir uns ihr anvertrauen« </p>

<p>Damit kommen wir von der menschlichen zur maschinellen Avant Garde? Ist das der freie Weg zum Transhumanismus? Die Maschinen als <em>bessere Menschen</em>?</p>

<p>»So überwindet der Mensch alles, was ihm fremd und bedrohlich scheint, nur um mit sich selbst zu fremdeln und das eigene Tun als Bedrohung wahrzunehmen.« </p>

<p>Zuletzt stelle ich die Frage, welche Rolle die Kunst in der Bewältigung unserer Zukunft spielt? Wir sprechen über gemeinschaftsstiftende Funktion der Kunst. Aber auch die schwere Greifbarkent. Die Kunst ist unwirklich, aber wie wirkt sie dann auf die Wirklichkeit?</p>

<p>»Das Bedürfnis nach dem Eigentlichen nimmt in dem Maße zu indem wir uns im Uneigentlichen Bewegen« </p>

<p>Ambivalenz wird somit produktiv erfahrbar?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/029-push_oder_pull/'>Episode 29: Fakten oder Geschichten? Wie gestalten wir die Zukunft?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/043-deep_fakes-wer_bist_du/'>Episode 43: Deep Fakes: Wer bist du, und – was passiert da eigentlich?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/053-data_science_lukas_lang-1/'>Episode 53</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/054-data_science_lukas_lang-2/'>54</a>: Data Science und Machine Learning, Hype und Realität</li>
</ul>
<p>fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/35JZe5R'>Hanno Rauterberg, Die Kunst der Zukunft (2021)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3L5K2jK'>Hanno Rauterberg, Wie frei ist die Kunst? (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3GlwcGb'>Hanno Rauterberg, Die Kunst und das gute Leben: Über die Ethik der Ästhetik (2015)</a></li>
<li>Günther Anders, Die Antiquiertheit des Menschen <a href='https://amzn.to/3LjJaI5'>Teil 1</a> und <a href='https://amzn.to/3jUVFxD'>Teil 2</a></li>
<li><a href='https://www.wombo.art'>Wombo Art</a></li>
<li><a href='https://www.gladstonegallery.com/artist/anicka-yi/works'>Anicka Yi (Gladstone Gallery)</a></li>
<li><a href='https://www.tate.org.uk/whats-on/tate-modern/exhibition/hyundai-commission-anicka-yi'>Anicka Yi (Tate Gallery)</a></li>
</ul>
<p> </p>
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        <itunes:summary>In der heutigen Episode möchte ich ein Thema aufgreifen, über das ich schon längere Zeit nachdenke, wo ich aber bisher noch keinen guten Zugang gefunden habe. Das Thema ist »Kunst und Zukunft«. Mit anderen Worten: Welche Rolle spielt Kunst und Kultur in Betrachtung und Gestaltung unserer Zukunft, aber auch umgekehrt: wie wirkt Zukunft auf Kunst.

Ich freue mich daher ganz besonders für diese erste Episode in diesem Themenenbereich Hanno Rauterberg gewonnen zu haben: 

Hanno Rauterberg ist Kunsthistoriker und stellvertretender Ressortleiter des Feuilletons der Wochenzeitung Die Zeit sowie Autor zahlreicher hervorragender Sachbücher. 

Das Buch, das diese Episode motiviert hat ist »Die Kunst der Zukunft.« Daneben hat er aber eine Reihe weiterer Bücher veröffentlicht, unter anderem »Wie frei ist die Kunst« oder »Die Kunst und das gute Leben«. 

In dieser Episode sprechen wir über die Kunst in der Zukunft aber auch über die Rolle, die Kunst spielt mit der Zukunft umzugehen.

Ich beginne mit der nur schwer zu beantwortenden Frage: Was ist Kunst? ist eine Definition möglich? Hier stellt sich auch eine Machtfrage: wer bestimmt (über Kunst)? Welche Aufgabe, welche Funktion hat die Kunst?

Ist Kunst eine konservative / konservierende / tradierende Brücke in die Vergangenheit oder ein progressiver, kritischer Blick der Gegenwart sowie ein Seismograph der Zukunft? Ist die Kunst gar elitär, belehrend oder ein Luxusgut, welche Rolle spielt der moderne Kunstmarkt? Muss Kunst Erwartungen enttäuschen? Will Kunst eine heilende Funktion wahrnehmen?

Dann sprechen wir über die Rolle des Museums. Geht es um Auswahl, Selektion oder um Verhandlung, was Kunst ist? Welche Rolle spielen dabei die klassischen Kriterien wie Komposition, Originalität, Ikonographie, handwerkliche Aspekte, Innovation technischer Merkmale? Tritt Produktion und Ästhetik in den Hintergrund? Wird Kunst zur Deklaration, »Ready Made« à la Marcel Duchamp, zur reinen Pose? Wann ist ein Werk abgeschlossen, wie verhält es sich mit Performance und Immersion?

»Die Kamera der Gegenwart ist ein hochgezüchteter Computer, eine Manipulationsmaschine, die darauf ausgelegt ist, das Wirkliche dem Idealbild ihrer Programmierer anzugleichen — und die zugleich dazu auffordert, das Foto nicht als Endprodukt zu verstehen, sondern als Rohmaterial, das lustvoll bearbeitet und den inneren Bildern der Fotografen angeglichen werden will.«

Welche Rolle spielt(e) Technik für Schöpfung (Methoden der Produktion, Distribution verändern sich nachhaltig) aber auch für die Rezeption und Interaktion mit Kunst und Künstlern? Das Private und öffentliche Leben sind nicht mehr so klar voneinander getrennt wie in der Vergangenheit, was sind die Folgen?

»Das Private wird als etwas öffentliches gestaltet und das Öffentliche als etwas Privates«

Der Technikphilosoph Günter Anders wesentliche Trends, die wir heute beobachten bereits in den 1960er Jahren beschrieben:

»Wenn das Ferne zu nahe tritt, entfernt oder verwischt sich das Nahe.«

sowie

»Wenn das Ereignis in seiner Reproduktionsform sozial wichtiger wird als in seiner Originalform, dann muß das Original sich nach seiner Reproduktion richten, das Ereignis also zur bloßen Matrize ihrer Reproduktion werden.«

Dann sprechen wir über die Rolle von Machine Learning sowie neuen Formen der Vermarktung, wie etwa NFTs. Sind Maschinen kreativ und schaffen sie Kunst? Ist Kreativität das nicht vorhersehbare, was sind dann die Bilder von Wombo?

»In dem Maße, in dem Maschinen kreativ erscheinen,  als begabte, künstlerhafte Wesen erscheinen, kann man sie auch für zivilisiert halten. […] Die Technik rückt uns Menschen näher.«

Die Technik soll also über »Kunst« anders in der Welt verankert werden!

»Nur die Maschine weiß noch, wie wir aus der Krise herauskommen […]  darum müssen wir uns ihr anvertrauen« 

Damit kommen wir von der menschlichen zur maschinellen Avant Garde? Ist das der freie Weg zum Transhumanismus? Die Maschinen als bessere Menschen?

»So überwindet der Mensc</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>055 — Strukturen der Welt</title>
        <itunes:title>055 — Strukturen der Welt</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/055-strukture_der_welt/#comments</comments>        <pubDate>Thu, 07 Apr 2022 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Dies ist eine Episode mit großer Tiefenschärfe, wenn man so sagen möchte; vielleicht eine, die mehr Fragen als Antworten aufwirft. Lassen Sie sich trotzdem auf das Thema ein, denn ich glaube, dass wir auf die Gedanken dieser Episode in der Zukunft zurückkommen werden! </p>
<p>Strukturen bestimmen unser Leben. Aber welche? Wie sind sie entstanden? Sind sie geplant, zufällig, veränderbar, unveränderlich?</p>
<p>Würde ein Außerirdischer unseren Planeten zum ersten Mal besuchen, welche Strukten würde er vorfinden, welche würden ihn vielleicht überraschen? In dieser Episode spreche ich im wesentlichen über drei beziehungsweise vier verschiedene Strukturen</p>
<ol><li>Alles was im weiteren Sinne »geologisch« bestimmt ist</li>
<li>Leben auf unserer Erde</li>
<li>Menschliche Artefakte</li>
<li>Die Möglichkeit völlig neuartiger Arten menschlicher Artefakte in der Zukunft </li>
</ol><p>Dabei mache ich einen Ausflug in die Ideen der Gaia-Hypothese von James Lovelock, der Frage, was Leben ist, gibt es überhaupt eine allgemein akzeptierte Definition, und warum ist diese Frage ziemlich entscheidend?</p>

<p>»Leben erscheint als geordnetes und gesetzmäßiges Verhalten der Materie, das nicht ausschließlich auf deren Neigung beruht, von Ordnung zu Unordnung überzugehen«, Erwin Schrödinger, Was ist Leben?</p>

<p>Warum entscheiden sich menschliche Artefakte fundamental von den anderen beiden genannten Strukturen?</p>

<p>»Life is the universe developing a memory«, Lee Cronin</p>

<p>Zuletzt stelle ich die wesentliche Frage, wie, nach welchem »Plan« die jeweiligen Strukturen geformt werden, wo dieser »Plan« gespeichert ist und welche wesentlichen Konsequenzen das für uns Menschen jetzt und in der Zukunft hat.</p>

<p>»Solang der Wirt nur weiter borgt // Sind sie vergnügt und unbesorgt.« (Mephisto)</p>

<p>Referenzen</p>
<p>andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17: Kooperation</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/021-der-begriff-der-natur-oder-leben-im-anthropozan/'>Episode 21: Der Begriff der Natur, oder: Leben im Anthropozän</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/022-biodiversitat-und-komplexe-wechselwirkungen-gesprach-mit-prof-franz-essl/'>Episode 22: Biodiversität und komplexe Wechselwirkungen – Gespräch mit Prof. Franz Essl</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/033-naturschutz_frank_zachos/'>Episode 33: Naturschutz im Anthropozän – Gespräch mit Prof. Frank Zachos</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/023-frozen-accidents/'>Episode 23: Frozen Accidents</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45: Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/048-evolution_erich_eder/'>Episode 48: Evolution, ein Gespräch mit Prof. Erich Eder</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/049-extended_mind/'>Episode 49: Wo denke ich? Reflexionen über den »undichten« Geist</a></li>
</ul>
<p>fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://ia800407.us.archive.org/6/items/WhatIsLife-EdwardSchrodinger/whatislife-schrodinger.pdf'>Erwin Schrödinger, Was ist Leben / What is Life (1951)</a></li>
<li>Rupert Riedl, Die Ordnung des Lebendigen (1973)</li>
<li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/life/'>Stanford Encyclopedia of Philosophy, Life</a></li>
<li>
<a href='https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3005285/'>Steven A. Benner, Defining Life (2010)</a>
</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=ZecQ64l-gKM'>Lee Cronin im Lex Friedman Podcast #269: Origin of Life, Aliens, Complexity and Consciousness (2022)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/35g0cH2'>Richard David Precht, Erkenne die Welt: Geschichte der Philosophie 1 (2015)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Dies ist eine Episode mit <em>großer Tiefenschärfe</em>, wenn man so sagen möchte; vielleicht eine, die mehr Fragen als Antworten aufwirft. Lassen Sie sich trotzdem auf das Thema ein, denn ich glaube, dass wir auf die Gedanken dieser Episode in der Zukunft zurückkommen werden! </p>
<p>Strukturen bestimmen unser Leben. Aber welche? Wie sind sie entstanden? Sind sie geplant, zufällig, veränderbar, unveränderlich?</p>
<p>Würde ein Außerirdischer unseren Planeten zum ersten Mal besuchen, welche Strukten würde er vorfinden, welche würden ihn vielleicht überraschen? In dieser Episode spreche ich im wesentlichen über drei beziehungsweise vier verschiedene Strukturen</p>
<ol><li>Alles was im weiteren Sinne »geologisch« bestimmt ist</li>
<li>Leben auf unserer Erde</li>
<li>Menschliche Artefakte</li>
<li>Die Möglichkeit völlig neuartiger Arten menschlicher Artefakte in der Zukunft </li>
</ol><p>Dabei mache ich einen Ausflug in die Ideen der Gaia-Hypothese von James Lovelock, der Frage, was Leben ist, gibt es überhaupt eine allgemein akzeptierte Definition, und warum ist diese Frage ziemlich entscheidend?</p>

<p>»Leben erscheint als geordnetes und gesetzmäßiges Verhalten der Materie, das nicht ausschließlich auf deren Neigung beruht, von Ordnung zu Unordnung überzugehen«, Erwin Schrödinger, Was ist Leben?</p>

<p>Warum entscheiden sich menschliche Artefakte fundamental von den anderen beiden genannten Strukturen?</p>

<p>»Life is the universe developing a memory«, Lee Cronin</p>

<p>Zuletzt stelle ich die wesentliche Frage, wie, nach welchem »Plan« die jeweiligen Strukturen geformt werden, wo dieser »Plan« gespeichert ist und welche wesentlichen Konsequenzen das für uns Menschen jetzt und in der Zukunft hat.</p>

<p>»Solang der Wirt nur weiter borgt // Sind sie vergnügt und unbesorgt.« (Mephisto)</p>

<p>Referenzen</p>
<p>andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17: Kooperation</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/021-der-begriff-der-natur-oder-leben-im-anthropozan/'>Episode 21: Der Begriff der Natur, oder: Leben im Anthropozän</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/022-biodiversitat-und-komplexe-wechselwirkungen-gesprach-mit-prof-franz-essl/'>Episode 22: Biodiversität und komplexe Wechselwirkungen – Gespräch mit Prof. Franz Essl</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/033-naturschutz_frank_zachos/'>Episode 33: Naturschutz im Anthropozän – Gespräch mit Prof. Frank Zachos</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/023-frozen-accidents/'>Episode 23: Frozen Accidents</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45: Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/048-evolution_erich_eder/'>Episode 48: Evolution, ein Gespräch mit Prof. Erich Eder</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/049-extended_mind/'>Episode 49: Wo denke ich? Reflexionen über den »undichten« Geist</a></li>
</ul>
<p>fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://ia800407.us.archive.org/6/items/WhatIsLife-EdwardSchrodinger/whatislife-schrodinger.pdf'>Erwin Schrödinger, Was ist Leben / What is Life (1951)</a></li>
<li>Rupert Riedl, Die Ordnung des Lebendigen (1973)</li>
<li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/life/'>Stanford Encyclopedia of Philosophy, Life</a></li>
<li>
<a href='https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3005285/'>Steven A. Benner, Defining Life (2010)</a>
</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=ZecQ64l-gKM'>Lee Cronin im Lex Friedman Podcast #269: Origin of Life, Aliens, Complexity and Consciousness (2022)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/35g0cH2'>Richard David Precht, Erkenne die Welt: Geschichte der Philosophie 1 (2015)</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary><![CDATA[Dies ist eine Episode mit großer Tiefenschärfe, wenn man so sagen möchte; vielleicht eine, die mehr Fragen als Antworten aufwirft. Lassen Sie sich trotzdem auf das Thema ein, denn ich glaube, dass wir auf die Gedanken dieser Episode in der Zukunft zurückkommen werden! 
Strukturen bestimmen unser Leben. Aber welche? Wie sind sie entstanden? Sind sie geplant, zufällig, veränderbar, unveränderlich?
Würde ein Außerirdischer unseren Planeten zum ersten Mal besuchen, welche Strukten würde er vorfinden, welche würden ihn vielleicht überraschen? In dieser Episode spreche ich im wesentlichen über drei beziehungsweise vier verschiedene Strukturen
Alles was im weiteren Sinne »geologisch« bestimmt ist
Leben auf unserer Erde
Menschliche Artefakte
Die Möglichkeit völlig neuartiger Arten menschlicher Artefakte in der Zukunft 
Dabei mache ich einen Ausflug in die Ideen der Gaia-Hypothese von James Lovelock, der Frage, was Leben ist, gibt es überhaupt eine allgemein akzeptierte Definition, und warum ist diese Frage ziemlich entscheidend?

»Leben erscheint als geordnetes und gesetzmäßiges Verhalten der Materie, das nicht ausschließlich auf deren Neigung beruht, von Ordnung zu Unordnung überzugehen«, Erwin Schrödinger, Was ist Leben?

Warum entscheiden sich menschliche Artefakte fundamental von den anderen beiden genannten Strukturen?

»Life is the universe developing a memory«, Lee Cronin

Zuletzt stelle ich die wesentliche Frage, wie, nach welchem »Plan« die jeweiligen Strukturen geformt werden, wo dieser »Plan« gespeichert ist und welche wesentlichen Konsequenzen das für uns Menschen jetzt und in der Zukunft hat.

»Solang der Wirt nur weiter borgt // Sind sie vergnügt und unbesorgt.« (Mephisto)

Referenzen
andere Episoden
Episode 17: Kooperation
Episode 21: Der Begriff der Natur, oder: Leben im Anthropozän
Episode 22: Biodiversität und komplexe Wechselwirkungen – Gespräch mit Prof. Franz Essl und Episode 33: Naturschutz im Anthropozän – Gespräch mit Prof. Frank Zachos
Episode 23: Frozen Accidents
Episode 45: Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?
Episode 48: Evolution, ein Gespräch mit Prof. Erich Eder
Episode 49: Wo denke ich? Reflexionen über den »undichten« Geist
fachliche Referenzen
Erwin Schrödinger, Was ist Leben / What is Life (1951)
Rupert Riedl, Die Ordnung des Lebendigen (1973)
Stanford Encyclopedia of Philosophy, Life

Steven A. Benner, Defining Life (2010)

Lee Cronin im Lex Friedman Podcast #269: Origin of Life, Aliens, Complexity and Consciousness (2022)
Richard David Precht, Erkenne die Welt: Geschichte der Philosophie 1 (2015)
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        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>054 — Data Science und Machine Learning, Hype und Realität — Teil 2</title>
        <itunes:title>054 — Data Science und Machine Learning, Hype und Realität — Teil 2</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/054-data_science_lukas_lang-2/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/054-data_science_lukas_lang-2/#comments</comments>        <pubDate>Tue, 15 Mar 2022 05:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Dies ist der zweite Teil mit Dr. Lukas Lang zum Thema Data Science und Machine Learninig (auch »artificial intelligence« genannt). Ein Themenbereich, der sehr viel Potential für unsere Zukunft hat, aber wie alle diese Themenbereiche auch eine Menge an Gefahren, Herausforderungen und Hypes generiert.</p>
<p>Bitte hören Sie zunächst Teil 1 und beachten Sie dort auch die umfangreichen Shownotes, Links und Referenzen.</p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Dies ist der zweite Teil mit Dr. Lukas Lang zum Thema Data Science und Machine Learninig (auch »artificial intelligence« genannt). Ein Themenbereich, der sehr viel Potential für unsere Zukunft hat, aber wie alle diese Themenbereiche auch eine Menge an Gefahren, Herausforderungen und Hypes generiert.</p>
<p>Bitte hören Sie zunächst Teil 1 und beachten Sie dort auch die umfangreichen Shownotes, Links und Referenzen.</p>
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        <itunes:summary><![CDATA[Dies ist der zweite Teil mit Dr. Lukas Lang zum Thema Data Science und Machine Learninig (auch »artificial intelligence« genannt). Ein Themenbereich, der sehr viel Potential für unsere Zukunft hat, aber wie alle diese Themenbereiche auch eine Menge an Gefahren, Herausforderungen und Hypes generiert.
Bitte hören Sie zunächst Teil 1 und beachten Sie dort auch die umfangreichen Shownotes, Links und Referenzen.]]></itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>053 — Data Science und Machine Learning, Hype und Realität — Teil 1</title>
        <itunes:title>053 — Data Science und Machine Learning, Hype und Realität — Teil 1</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/053-data_science_lukas_lang-1/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/053-data_science_lukas_lang-1/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 21 Feb 2022 06:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>In dieser Episode ist wieder Dr. Lukas Lang zu Gast. Wir sprechen über Data Science und Machine Learninig (auch »artificial intelligence« genannt). Das ist ein Themenbereich, der sehr viel Potential für unsere Zukunft hat, aber wie alle diese Themenbereiche auch eine Menge an Gefahren, Herausforderungen und Hypes generiert.</p>
<p>Lukas ist ein perfekter Gesprächspartner für dieses Thema, weil er sowohl in der Spitzenforschung tätig war als auch in der industriellen Praxis mit diesen Themen beschäftigt ist. Diese Mischung scheint mir bei komplexen technischen Fragestellungen und Problemen sehr nützlich zu sein.</p>
<p>Lukas hat nach seinem Studium der Informatik eine Promotion im Spezialgebiet Computational Science gemacht. Anschließend war er mehrere Jahre in der universitären Forschung im Bereich der mathematischen Bild- und Datenanalyse tätig, zuletzt an der Universität Cambridge. Seine Arbeit hat Anwendungen in der medizinischen Bildgebung, in der Molekular- und Zellbiologie, und in der Computer Vision.</p>
<p>Derzeit leitet er den Geschäftsbereich »Data Science and AI« eines Spin-Offs des internationalen Industriekonzerns Voestalpine. Sein Team arbeitet an der Umsetzung von Daten-Projekten in der Erzeugung und Verarbeitung von Spezialmetallen, und am Aufbau eines globalen Data Science Programms für die Produktionsstandorte.</p>
<p>Wir haben dieses umfangreiche Thema in zwei Episoden aufgeteilt:</p>
<p>In der ersten Episode beginnen wir das Thema Data Science einzuführen, auch anhand einiger Beispiele, beginnend mit historischen Beispielen sowie Anwendungsfällen der heutigen Zeit. Wir spannen dabei den Bogen von Tycho Brahe und Florence Nightingale bis zu modernen Sprachassistenten und Entscheidungsunterstützung im Militär und zivilen Bereich.</p>
<p>Dann gibt Lukas einen Überblick über wesentliche Prinzipien und Begriffe, die in diesem Zusammenhang immer wieder auftreten, wie Datascience, die Rolle der klassischen Statistik, Modellierung, Visualisierung, EDA, AI, KI, machine learning, multivariate statistik, Datenqualität und vieles mehr. </p>
<p>Wir sprechen dann über die These die seit einiger Zeit im Raum steht, dass man dank Daten und »AI« ja keine Modelle, keine Theorie mehr benötigt — The End of Theory —, sondern einfach aus Daten lernt und das wäre hinreichend für die wissenschaftliche Betrachtung der Welt.</p>
<p>Wir diskutieren dann Möglichkeiten, Geschäftsmodelle und Grenzen von Machine Learning und Data Science. Wer trifft heute überhaupt Entscheidungen und was ist die Rolle und Funktion eines Data Scientists? Sollten Menschen immer das letzt Wort bei wesentlichen Entscheidungen haben? Ist das überhaupt (noch) realistisch? Welche Rolle spielen regulatorische Maßnahmen wie das aktuelle EU-Framework?</p>
<p style="text-align:left;">In der zweiten Episode werden wir darauf aufbauend die Frage stellen, wie viel der aktuellen Behauptungen in diesem Feld Realität und wie viel Hype ist. Was können wir in der Zukunft zu erwarten — sowohl im positiven wie auch im negativen? Was sind dominierende Forschungsfragen und wo Grenzen liegen, unerwartete Effekte auftreten, und welche ethischen Fragen durch diese neuen Möglichkeiten zu diskutieren.</p>
<p></p>
<p><a href='https://xkcd.com/2582/'>xkcd Cartoon</a></p>
<p>Konkret gibt es das Spannungsfeld zwischen Datensparsamkeit und der Idee alles zu sammeln, weil wir das irgendwie in der Zukunft für uns nutzen können. Aber will der Data Scientists überhaupt in Daten untergehen? Führen mehr Daten zu besseren Entscheidungen?</p>
<p>Wir diskutieren wieder anhand konkreter Beispiele für gute und problematische Anwendungen wie predictiver Policing, Mapping und »KI« für militärische Dronenpiloten.</p>
<p>Welche individuelle Verantwortung leiten wir daraus für Techniker ab? Wie geht Lukas selbst mit diesen Herausforderungen um? </p>
<p>Referenzen</p>
<p>Lukas Lang</p>
<ul><li><a href='http://www.lukaslang.eu/'>Persönliche Webseite von Lukas</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>Episode 40: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/040-software_nachhaltigkeit_philipp_reisinger/'>Software Nachhaltigkeit, ein Gespräch mit Philipp Reisinger</a></li>
<li>Episode 37: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Probleme und Lösungen</a></li>
<li>Episode 32: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/032-datenflut_buch/'>Überleben in der Datenflut – oder: warum das Buch wichtiger ist als je zuvor</a></li>
<li>Episode 31: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/031-software-tom-konrad/'>Software in der modernen Gesellschaft – Gespräch mit Tom Konrad</a></li>
<li>Episode 25:<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Entscheiden unter Unsicherheit</a></li>
<li>Episode 19: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/019-offene-systeme-teil-1/'>Offene Systeme – Teil 1</a> und Episode 20, <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/020-offene-systeme-teil-2-gesprach-mit-lukas-lang-und-christoph-derndorfer/'>Teil 2</a></li>
<li>Episode 6: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/006-messen-was-messbar-ist/'>Messen, was messbar ist?</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://arxiv.org/pdf/2102.09391.pdf%20-%20HBR,%20Data%20Scientist:%20The%20Sexiest%20Job%20of%20the%2021st%20Century%20https://hbr.org/2012/10/data-scientist-the-sexiest-job-of-the-21st-century'>Adhikari, DeNero, Jordan, Interleaving Computational and Inferential Thinking: Data Science for Undergraduates at Berkeley</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/32S0WB8'>Melanie Mitchell, Artificial Intelligence: A Guide for Thinking Humans (2020)</a></li>
<li><a href='https://hdsr.mitpress.mit.edu/pub/wot7mkc1/release/9'>Michael I. Jordan, The revolution hasn’t happened yet</a></li>
<li><a href='https://www.newyorker.com/magazine/2021/03/29/what-data-cant-do'>Hannah Fry, What data can’t do</a></li>
<li><a href='https://www.bloomberg.com/news/articles/2021-03-26/goodhart-s-law-rules-the-modern-world-here-are-nine-examples'>Peter Coy, Goodhart’s Law Rules the Modern World. Here Are Nine Examples </a></li>
<li><a href='https://www.nature.com/articles/s42256-021-00307-0'>Roberts et al., Common pitfalls and recommendations for using machine learning to detect and prognosticate for COVID-19 using chest radiographs and CT scans</a> </li>
<li><a href='https://www.pnas.org/content/117/48/30088'>Antun et al., On instabilities of deep learning in image reconstruction and the potential costs of AI</a></li>
<li><a href='https://www.bmj.com/content/374/bmj.n1872'>Use of AI in breast cancer detection:</a> 94% of AI systems evaluated in these studies were less accurate than a single radiologist, and all were less accurate than consensus of two or more radiologists</li>
<li><a href='https://lukaslang.github.io/blog/2021/06/20/what-is-data-science/'>Lukas Lang, What is Data Science?</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3uerho3'>Seth Stephens-Davidowitz, Everybody Lies</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/35KUPjf'>Evgeny Morozov, To Save Everything, Click here (2014)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/34pRIfC'>Meredith Broussard, Artificial Unintelligence (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3s50Kak'>Cathy O‘Neill, Weapons of Maths destruction (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/34pQAsu'>Richard David Precht, Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens (2020)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3ubQ1xo'>Jerry Z Muller, The Tyrrany of Metrics (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3sb5VW2'>Joseph Weizenbaum, Computermacht und Gesellschaft (2001)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3gf9pBn'>Margaret Heffernan, Uncharted: How to Map the Future (2021)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3oieFIR'>Edward Snowden, Permanent Record (2019)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/34sp4uj'>Shoshanna Zuboff, Surveillance Capitalism (2019)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3L1uZr9'>Hartmut Rosa, Unverfügbarkeit (2020)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3gh71df'>Duncan J Watts, Everything is obvious, once you know the answer (2011)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3L1bWNS'>Gerd Gigerenzer, Klick: Wie wir in einer digitalen Welt die Kontrolle behalten und die richtigen Entscheidungen treffen - Vom Autor des Bestsellers »Bauchentscheidungen« (2021)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3udNqTH'>Byung-Chul Han, Im Schwarm, Ansichten des Digitalen (2015)</a></li>
<li><a href='https://www.evernote.com/shard/s13/sh/70348ac2-b95b-2a7e-50c5-88c82f984bf6/8936e20e6b9a2cc52a8962d3be60c932'>Marinanne Bellotti, A.I. is solving the wrong problem</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3s50nws'>Hannah Fry, Hello World: How to be Human in the Age of Algorithms (2018)</a></li>
<li><a href='https://www.newyorker.com/magazine/2019/09/09/what-statistics-can-and-cant-tell-us-about-ourselves'>Hannah Fry, What Statistics Can and Can't Tell Us About Ourselves, The New Yorker (2019)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3419PJj'>David Spiegelhalter, The Art of Statistics: Learning from Statistics (2020)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3gfnP4v'>James, Witten, Hastie & Tibshirani. Introduction to Statistical Learning (2021)</a></li>
<li>The end of theory: The data deluge makes the scientific method obsolete. Wired 6/2008</li>
<li><a href='https://www.bbc.co.uk/programmes/p0b7gdx3'>Rutherford and Fry on Living with AI: The Biggest Event in Human History</a></li>
<li><a href='https://deepmind.com/learning-resources/deepmind-the-podcast'>Deep Mind, The Podcast</a></li>
<li><a href='https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/10618600.2017.1384734'>David Donoho, 50 Years of Data Science, Journal of Computational and Graphical Statistics (2017)</a></li>
<li><a href='http://aima.cs.berkeley.edu/'>Stuart Russel and Peter Norving, Artificial Intelligence, A Modern Approach, Berkely Textbook (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.nature.com/articles/s42256-021-00307-0'>Michael Roberts et al, Common pitfalls and recommendations for using machine learning to detect and prognosticate for COVID-19 using chest radiographs and CT scans, Nature Machine Intelligence (2021)</a></li>
<li><a href='https://spectrum.ieee.org/deep-learning-computational-cost'>Neil Thompson, Deep Learning's Diminishing Returns, The Cost of Improvement Is Becoming Unsustainable, IEEE Spectrum (2021)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>In dieser Episode ist wieder Dr. Lukas Lang zu Gast. Wir sprechen über Data Science und Machine Learninig (auch »artificial intelligence« genannt). Das ist ein Themenbereich, der sehr viel Potential für unsere Zukunft hat, aber wie alle diese Themenbereiche auch eine Menge an Gefahren, Herausforderungen und Hypes generiert.</p>
<p>Lukas ist ein perfekter Gesprächspartner für dieses Thema, weil er sowohl in der Spitzenforschung tätig war als auch in der industriellen Praxis mit diesen Themen beschäftigt ist. Diese Mischung scheint mir bei komplexen technischen Fragestellungen und Problemen sehr nützlich zu sein.</p>
<p>Lukas hat nach seinem Studium der Informatik eine Promotion im Spezialgebiet Computational Science gemacht. Anschließend war er mehrere Jahre in der universitären Forschung im Bereich der mathematischen Bild- und Datenanalyse tätig, zuletzt an der Universität Cambridge. Seine Arbeit hat Anwendungen in der medizinischen Bildgebung, in der Molekular- und Zellbiologie, und in der Computer Vision.</p>
<p>Derzeit leitet er den Geschäftsbereich »Data Science and AI« eines Spin-Offs des internationalen Industriekonzerns Voestalpine. Sein Team arbeitet an der Umsetzung von Daten-Projekten in der Erzeugung und Verarbeitung von Spezialmetallen, und am Aufbau eines globalen Data Science Programms für die Produktionsstandorte.</p>
<p>Wir haben dieses umfangreiche Thema in zwei Episoden aufgeteilt:</p>
<p>In der ersten Episode beginnen wir das Thema Data Science einzuführen, auch anhand einiger Beispiele, beginnend mit historischen Beispielen sowie Anwendungsfällen der heutigen Zeit. Wir spannen dabei den Bogen von Tycho Brahe und Florence Nightingale bis zu modernen Sprachassistenten und Entscheidungsunterstützung im Militär und zivilen Bereich.</p>
<p>Dann gibt Lukas einen Überblick über wesentliche Prinzipien und Begriffe, die in diesem Zusammenhang immer wieder auftreten, wie Datascience, die Rolle der klassischen Statistik, Modellierung, Visualisierung, EDA, AI, KI, machine learning, multivariate statistik, Datenqualität und vieles mehr. </p>
<p>Wir sprechen dann über die These die seit einiger Zeit im Raum steht, dass man dank Daten und »AI« ja keine Modelle, keine Theorie mehr benötigt <em>—</em><em> The End of Theory</em><em> —</em>, sondern einfach aus Daten lernt und das wäre hinreichend für die wissenschaftliche Betrachtung der Welt.</p>
<p>Wir diskutieren dann Möglichkeiten, Geschäftsmodelle und Grenzen von <em>Machine Learning</em> und <em>Data Science</em>. Wer trifft heute überhaupt Entscheidungen und was ist die Rolle und Funktion eines Data Scientists? Sollten Menschen immer das letzt Wort bei wesentlichen Entscheidungen haben? Ist das überhaupt (noch) realistisch? Welche Rolle spielen regulatorische Maßnahmen wie das aktuelle EU-Framework?</p>
<p style="text-align:left;">In der zweiten Episode werden wir darauf aufbauend die Frage stellen, wie viel der aktuellen Behauptungen in diesem Feld Realität und wie viel Hype ist. Was können wir in der Zukunft zu erwarten — sowohl im positiven wie auch im negativen? Was sind dominierende Forschungsfragen und wo Grenzen liegen, unerwartete Effekte auftreten, und welche ethischen Fragen durch diese neuen Möglichkeiten zu diskutieren.</p>
<p></p>
<p><a href='https://xkcd.com/2582/'>xkcd Cartoon</a></p>
<p>Konkret gibt es das Spannungsfeld zwischen Datensparsamkeit und der Idee alles zu sammeln, weil wir das irgendwie in der Zukunft für uns nutzen können. Aber will der Data Scientists überhaupt in Daten untergehen? Führen mehr Daten zu besseren Entscheidungen?</p>
<p>Wir diskutieren wieder anhand konkreter Beispiele für gute und problematische Anwendungen wie predictiver Policing, Mapping und »KI« für militärische Dronenpiloten.</p>
<p>Welche individuelle Verantwortung leiten wir daraus für Techniker ab? Wie geht Lukas selbst mit diesen Herausforderungen um? </p>
<p>Referenzen</p>
<p>Lukas Lang</p>
<ul><li><a href='http://www.lukaslang.eu/'>Persönliche Webseite von Lukas</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>Episode 40: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/040-software_nachhaltigkeit_philipp_reisinger/'>Software Nachhaltigkeit, ein Gespräch mit Philipp Reisinger</a></li>
<li>Episode 37: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Probleme und Lösungen</a></li>
<li>Episode 32: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/032-datenflut_buch/'>Überleben in der Datenflut – oder: warum das Buch wichtiger ist als je zuvor</a></li>
<li>Episode 31: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/031-software-tom-konrad/'>Software in der modernen Gesellschaft – Gespräch mit Tom Konrad</a></li>
<li>Episode 25:<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Entscheiden unter Unsicherheit</a></li>
<li>Episode 19: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/019-offene-systeme-teil-1/'>Offene Systeme – Teil 1</a> und Episode 20, <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/020-offene-systeme-teil-2-gesprach-mit-lukas-lang-und-christoph-derndorfer/'>Teil 2</a></li>
<li>Episode 6: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/006-messen-was-messbar-ist/'>Messen, was messbar ist?</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://arxiv.org/pdf/2102.09391.pdf%20-%20HBR,%20Data%20Scientist:%20The%20Sexiest%20Job%20of%20the%2021st%20Century%20https://hbr.org/2012/10/data-scientist-the-sexiest-job-of-the-21st-century'>Adhikari, DeNero, Jordan, Interleaving Computational and Inferential Thinking: Data Science for Undergraduates at Berkeley</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/32S0WB8'>Melanie Mitchell, Artificial Intelligence: A Guide for Thinking Humans (2020)</a></li>
<li><a href='https://hdsr.mitpress.mit.edu/pub/wot7mkc1/release/9'>Michael I. Jordan, The revolution hasn’t happened yet</a></li>
<li><a href='https://www.newyorker.com/magazine/2021/03/29/what-data-cant-do'>Hannah Fry, What data can’t do</a></li>
<li><a href='https://www.bloomberg.com/news/articles/2021-03-26/goodhart-s-law-rules-the-modern-world-here-are-nine-examples'>Peter Coy, Goodhart’s Law Rules the Modern World. Here Are Nine Examples </a></li>
<li><a href='https://www.nature.com/articles/s42256-021-00307-0'>Roberts et al., Common pitfalls and recommendations for using machine learning to detect and prognosticate for COVID-19 using chest radiographs and CT scans</a> </li>
<li><a href='https://www.pnas.org/content/117/48/30088'>Antun et al., On instabilities of deep learning in image reconstruction and the potential costs of AI</a></li>
<li><a href='https://www.bmj.com/content/374/bmj.n1872'>Use of AI in breast cancer detection:</a> 94% of AI systems evaluated in these studies were less accurate than a single radiologist, and all were less accurate than consensus of two or more radiologists</li>
<li><a href='https://lukaslang.github.io/blog/2021/06/20/what-is-data-science/'>Lukas Lang, What is Data Science?</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3uerho3'>Seth Stephens-Davidowitz, Everybody Lies</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/35KUPjf'>Evgeny Morozov, To Save Everything, Click here (2014)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/34pRIfC'>Meredith Broussard, Artificial Unintelligence (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3s50Kak'>Cathy O‘Neill, Weapons of Maths destruction (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/34pQAsu'>Richard David Precht, Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens (2020)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3ubQ1xo'>Jerry Z Muller, The Tyrrany of Metrics (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3sb5VW2'>Joseph Weizenbaum, Computermacht und Gesellschaft (2001)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3gf9pBn'>Margaret Heffernan, Uncharted: How to Map the Future (2021)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3oieFIR'>Edward Snowden, Permanent Record (2019)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/34sp4uj'>Shoshanna Zuboff, Surveillance Capitalism (2019)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3L1uZr9'>Hartmut Rosa, Unverfügbarkeit (2020)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3gh71df'>Duncan J Watts, Everything is obvious, once you know the answer (2011)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3L1bWNS'>Gerd Gigerenzer, Klick: Wie wir in einer digitalen Welt die Kontrolle behalten und die richtigen Entscheidungen treffen - Vom Autor des Bestsellers »Bauchentscheidungen« (2021)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3udNqTH'>Byung-Chul Han, Im Schwarm, Ansichten des Digitalen (2015)</a></li>
<li><a href='https://www.evernote.com/shard/s13/sh/70348ac2-b95b-2a7e-50c5-88c82f984bf6/8936e20e6b9a2cc52a8962d3be60c932'>Marinanne Bellotti, A.I. is solving the wrong problem</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3s50nws'>Hannah Fry, Hello World: How to be Human in the Age of Algorithms (2018)</a></li>
<li><a href='https://www.newyorker.com/magazine/2019/09/09/what-statistics-can-and-cant-tell-us-about-ourselves'>Hannah Fry, What Statistics Can and Can't Tell Us About Ourselves, The New Yorker (2019)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3419PJj'>David Spiegelhalter, The Art of Statistics: Learning from Statistics (2020)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3gfnP4v'>James, Witten, Hastie & Tibshirani. Introduction to Statistical Learning (2021)</a></li>
<li>The end of theory: The data deluge makes the scientific method obsolete. Wired 6/2008</li>
<li><a href='https://www.bbc.co.uk/programmes/p0b7gdx3'>Rutherford and Fry on Living with AI: The Biggest Event in Human History</a></li>
<li><a href='https://deepmind.com/learning-resources/deepmind-the-podcast'>Deep Mind, The Podcast</a></li>
<li><a href='https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/10618600.2017.1384734'>David Donoho, 50 Years of Data Science, Journal of Computational and Graphical Statistics (2017)</a></li>
<li><a href='http://aima.cs.berkeley.edu/'>Stuart Russel and Peter Norving, Artificial Intelligence, A Modern Approach, Berkely Textbook (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.nature.com/articles/s42256-021-00307-0'>Michael Roberts et al, Common pitfalls and recommendations for using machine learning to detect and prognosticate for COVID-19 using chest radiographs and CT scans, Nature Machine Intelligence (2021)</a></li>
<li><a href='https://spectrum.ieee.org/deep-learning-computational-cost'>Neil Thompson, Deep Learning's Diminishing Returns, The Cost of Improvement Is Becoming Unsustainable, IEEE Spectrum (2021)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>In dieser Episode ist wieder Dr. Lukas Lang zu Gast. Wir sprechen über Data Science und Machine Learninig (auch »artificial intelligence« genannt). Das ist ein Themenbereich, der sehr viel Potential für unsere Zukunft hat, aber wie alle diese Themenbereiche auch eine Menge an Gefahren, Herausforderungen und Hypes generiert.

Lukas ist ein perfekter Gesprächspartner für dieses Thema, weil er sowohl in der Spitzenforschung tätig war als auch in der industriellen Praxis mit diesen Themen beschäftigt ist. Diese Mischung scheint mir bei komplexen technischen Fragestellungen und Problemen sehr nützlich zu sein.

Lukas hat nach seinem Studium der Informatik eine Promotion im Spezialgebiet Computational Science gemacht. Anschließend war er mehrere Jahre in der universitären Forschung im Bereich der mathematischen Bild- und Datenanalyse tätig, zuletzt an der Universität Cambridge. Seine Arbeit hat Anwendungen in der medizinischen Bildgebung, in der Molekular- und Zellbiologie, und in der Computer Vision.

Derzeit leitet er den Geschäftsbereich »Data Science and AI« eines Spin-Offs des internationalen Industriekonzerns Voestalpine. Sein Team arbeitet an der Umsetzung von Daten-Projekten in der Erzeugung und Verarbeitung von Spezialmetallen, und am Aufbau eines globalen Data Science Programms für die Produktionsstandorte.

Wir haben dieses umfangreiche Thema in zwei Episoden aufgeteilt:

In der ersten Episode beginnen wir das Thema Data Science einzuführen, auch anhand einiger Beispiele, beginnend mit historischen Beispielen sowie Anwendungsfällen der heutigen Zeit. Wir spannen dabei den Bogen von Tycho Brahe und Florence Nightingale bis zu modernen Sprachassistenten und Entscheidungsunterstützung im Militär und zivilen Bereich.

Dann gibt Lukas einen Überblick über wesentliche Prinzipien und Begriffe, die in diesem Zusammenhang immer wieder auftreten, wie Datascience, die Rolle der klassischen Statistik, Modellierung, Visualisierung, EDA, AI, KI, machine learning, multivariate statistik, Datenqualität und vieles mehr. 

Wir sprechen dann über die These die seit einiger Zeit im Raum steht, dass man dank Daten und »AI« ja keine Modelle, keine Theorie mehr benötigt — The End of Theory —, sondern einfach aus Daten lernt und das wäre hinreichend für die wissenschaftliche Betrachtung der Welt.

Wir diskutieren dann Möglichkeiten, Geschäftsmodelle und Grenzen von Machine Learning und Data Science. Wer trifft heute überhaupt Entscheidungen und was ist die Rolle und Funktion eines Data Scientists? Sollten Menschen immer das letzt Wort bei wesentlichen Entscheidungen haben? Ist das überhaupt (noch) realistisch? Welche Rolle spielen regulatorische Maßnahmen wie das aktuelle EU-Framework?

In der zweiten Episode werden wir darauf aufbauend die Frage stellen, wie viel der aktuellen Behauptungen in diesem Feld Realität und wie viel Hype ist. Was können wir in der Zukunft zu erwarten — sowohl im positiven wie auch im negativen? Was sind dominierende Forschungsfragen und wo Grenzen liegen, unerwartete Effekte auftreten, und welche ethischen Fragen durch diese neuen Möglichkeiten zu diskutieren.

Konkret gibt es das Spannungsfeld zwischen Datensparsamkeit und der Idee alles zu sammeln, weil wir das irgendwie in der Zukunft für uns nutzen können. Aber will der Data Scientists überhaupt in Daten untergehen? Führen mehr Daten zu besseren Entscheidungen?

Wir diskutieren wieder anhand konkreter Beispiele für gute und problematische Anwendungen wie predictiver Policing, Mapping und »KI« für militärische Dronenpiloten.

Welche individuelle Verantwortung leiten wir daraus für Techniker ab? Wie geht Lukas selbst mit diesen Herausforderungen um? 

Referenzen

Lukas Lang

Persönliche Webseite von Lukas
Andere Episoden

Episode 40: Software Nachhaltigkeit, ein Gespräch mit Philipp Reisinger
Episode 37: Probleme und Lösungen
Episode 32: Überleben in der Datenflut – oder: warum das Buch wichtiger ist als je zuvor
Episode 31: Software in der modernen Gesellschaft – G</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>052 — Reflexionen</title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/052-reflexionen/#comments</comments>        <pubDate>Sun, 23 Jan 2022 06:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Ich habe mittlerweile über 50 Episoden erstellt, was durchaus ein Anlass zu einer ersten kritischen Reflexion sein darf. Vor Weihnachten  habe ich zahlreiche Zuschriften bekommen, die mich alle sehr gefreut haben. Dabei war auch das eine oder andere, was mich nachdenklich gemacht hat, und das mich zusätzlich zu dieser Episode motiviert hat.</p>
<p>Vielen Dank jedenfalls an dieser Stelle an alle, die <a href='http://www.schatten.info'>mir schreiben</a>. Ich versuche allen zu antworten, und freue mich über weitere Kommentare, Anregungen, Kritik.</p>
<p>Ich habe durch das machen der Podcasts selbst viel dazugelernt. Gesehen, dass es sehr schwer ist, Dinge angemessen einzuordnen. In dieser Reflexion versuche ich nochmals übergreifende Themen aufzunehmen:</p>
<ul><li>Realismus und Bescheidenheit,</li>
<li>die Rolle der Wissenschaft,</li>
<li>Wunschdenken,</li>
<li>Unsicherheit und Verantwortung,</li>
</ul>
<p>aber vor allem auch die Frage, ob man überhaupt noch positiv, mit Hoffnung in die Zukunft blicken soll.</p>
<p>Referenzen</p>
<ul><li>Episode 11: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/011-ethik-oder-warum-wir-wissenschaft-nicht-den-wissenschaftern-uberlassen-sollten/'>Ethik, oder: Warum wir Wissenschaft nicht den Wissenschaftern überlassen sollten!</a></li>
<li>Episode 17: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Kooperation</a></li>
<li>Episode 25: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Entscheiden unter Unsicherheit</a></li>
<li>Episode 27: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Wicked Problems</a></li>
<li>Episode 28: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!</a></li>
<li>Episode 30: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/030-technooptimismus-tim-pritlove/'>(Techno-)Optimismus – ein Gespräch mit Tim Pritlove</a></li>
<li>Episode 36: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/036-energiewende-wendland/'>Energiewende und Kernkraft, ein Gespräch mit Anna Veronika Wendland</a></li>
<li>Episode 37: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Probleme und Lösungen</a></li>
<li>Episode 39: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Follow the Science?</a></li>
<li>Episode 41: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/041-intellektuelle_bescheidenheit_russel/'>Intellektuelle Bescheidenheit: Was wir von Bertrand Russel und der Eugenik lernen können</a></li>
<li>Episode 42: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/042-gesellschaftliche_verwundbarkeit_herbert_saurugg/'>Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen: Gespräch mit Herbert Saurugg</a></li>
<li>Episode 44: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom</a> </li>
<li>Episode 45:<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'> Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?</a></li>
<li>Episode 46: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/046-activism_zion-lights/'>Activism, a Conversation with Zion Lights</a></li>
<li>Episode 47: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Große Worte</a></li>
<li>Episode 50: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/050-geburt_der_gegenwart_achim_landwehr/'>Die Geburt der Gegenwart und die Entdeckung der Zukunft — ein Gespräch mit Prof. Achim Landwehr</a></li>
<li>Episode 51: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/051-vorbereiten_auf_disruption_saurugg_haas/'>Vorbereiten auf die Disruption? Ein Gespräch mit Herbert Saurugg und John Haas</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe mittlerweile über 50 Episoden erstellt, was durchaus ein Anlass zu einer ersten kritischen Reflexion sein darf. Vor Weihnachten  habe ich zahlreiche Zuschriften bekommen, die mich alle sehr gefreut haben. Dabei war auch das eine oder andere, was mich nachdenklich gemacht hat, und das mich zusätzlich zu dieser Episode motiviert hat.</p>
<p>Vielen Dank jedenfalls an dieser Stelle an alle, die <a href='http://www.schatten.info'>mir schreiben</a>. Ich versuche allen zu antworten, und freue mich über weitere Kommentare, Anregungen, Kritik.</p>
<p>Ich habe durch das machen der Podcasts selbst viel dazugelernt. Gesehen, dass es sehr schwer ist, Dinge angemessen einzuordnen. In dieser Reflexion versuche ich nochmals übergreifende Themen aufzunehmen:</p>
<ul><li>Realismus und Bescheidenheit,</li>
<li>die Rolle der Wissenschaft,</li>
<li>Wunschdenken,</li>
<li>Unsicherheit und Verantwortung,</li>
</ul>
<p>aber vor allem auch die Frage, ob man überhaupt noch positiv, mit Hoffnung in die Zukunft blicken soll.</p>
<p>Referenzen</p>
<ul><li>Episode 11: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/011-ethik-oder-warum-wir-wissenschaft-nicht-den-wissenschaftern-uberlassen-sollten/'>Ethik, oder: Warum wir Wissenschaft nicht den Wissenschaftern überlassen sollten!</a></li>
<li>Episode 17: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Kooperation</a></li>
<li>Episode 25: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Entscheiden unter Unsicherheit</a></li>
<li>Episode 27: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Wicked Problems</a></li>
<li>Episode 28: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!</a></li>
<li>Episode 30: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/030-technooptimismus-tim-pritlove/'>(Techno-)Optimismus – ein Gespräch mit Tim Pritlove</a></li>
<li>Episode 36: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/036-energiewende-wendland/'>Energiewende und Kernkraft, ein Gespräch mit Anna Veronika Wendland</a></li>
<li>Episode 37: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Probleme und Lösungen</a></li>
<li>Episode 39: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Follow the Science?</a></li>
<li>Episode 41: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/041-intellektuelle_bescheidenheit_russel/'>Intellektuelle Bescheidenheit: Was wir von Bertrand Russel und der Eugenik lernen können</a></li>
<li>Episode 42: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/042-gesellschaftliche_verwundbarkeit_herbert_saurugg/'>Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen: Gespräch mit Herbert Saurugg</a></li>
<li>Episode 44: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom</a> </li>
<li>Episode 45:<a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'> Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?</a></li>
<li>Episode 46: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/046-activism_zion-lights/'>Activism, a Conversation with Zion Lights</a></li>
<li>Episode 47: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/'>Große Worte</a></li>
<li>Episode 50: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/050-geburt_der_gegenwart_achim_landwehr/'>Die Geburt der Gegenwart und die Entdeckung der Zukunft — ein Gespräch mit Prof. Achim Landwehr</a></li>
<li>Episode 51: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/051-vorbereiten_auf_disruption_saurugg_haas/'>Vorbereiten auf die Disruption? Ein Gespräch mit Herbert Saurugg und John Haas</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary>Ich habe mittlerweile über 50 Episoden erstellt, was durchaus ein Anlass zu einer ersten kritischen Reflexion sein darf. Vor Weihnachten  habe ich zahlreiche Zuschriften bekommen, die mich alle sehr gefreut haben. Dabei war auch das eine oder andere, was mich nachdenklich gemacht hat, und das mich zusätzlich zu dieser Episode motiviert hat.

Vielen Dank jedenfalls an dieser Stelle an alle, die mir schreiben. Ich versuche allen zu antworten, und freue mich über weitere Kommentare, Anregungen, Kritik.

Ich habe durch das machen der Podcasts selbst viel dazugelernt. Gesehen, dass es sehr schwer ist, Dinge angemessen einzuordnen. In dieser Reflexion versuche ich nochmals übergreifende Themen aufzunehmen:

Realismus und Bescheidenheit,
die Rolle der Wissenschaft,
Wunschdenken,
Unsicherheit und Verantwortung,
aber vor allem auch die Frage, ob man überhaupt noch positiv, mit Hoffnung in die Zukunft blicken soll.

Referenzen

Episode 11: Ethik, oder: Warum wir Wissenschaft nicht den Wissenschaftern überlassen sollten!
Episode 17: Kooperation
Episode 25: Entscheiden unter Unsicherheit
Episode 27: Wicked Problems
Episode 28: Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!
Episode 30: (Techno-)Optimismus – ein Gespräch mit Tim Pritlove
Episode 36: Energiewende und Kernkraft, ein Gespräch mit Anna Veronika Wendland
Episode 37: Probleme und Lösungen
Episode 39: Follow the Science?
Episode 41: Intellektuelle Bescheidenheit: Was wir von Bertrand Russel und der Eugenik lernen können
Episode 42: Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen: Gespräch mit Herbert Saurugg
Episode 44: Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom 
Episode 45: Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?
Episode 46: Activism, a Conversation with Zion Lights
Episode 47: Große Worte
Episode 50: Die Geburt der Gegenwart und die Entdeckung der Zukunft — ein Gespräch mit Prof. Achim Landwehr
Episode 51: Vorbereiten auf die Disruption? Ein Gespräch mit Herbert Saurugg und John Haas</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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    <item>
        <title>051 — Vorbereiten auf die Disruption? Ein Gespräch mit Herbert Saurugg und John Haas</title>
        <itunes:title>051 — Vorbereiten auf die Disruption? Ein Gespräch mit Herbert Saurugg und John Haas</itunes:title>
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                                    <description><![CDATA[<p>In Episode 42 habe ich mit Herbert Saurugg über gesellschaftliche Verwundbarkeit, mit starkem Fokus auf Blackout und die Gründe dafür, sowie die Risiken, die zu wenig im Bewusstsein sind, gesprochen. Wenn wir die Reaktion auf die Covid-Pandemie in vielen Staaten beobachten, sowie den Umgang mit Energiesystemen — Stichwort »Energiewende« — wird vielen Menschen klar, dass eine Disruption, ein katastrophaler Einschnitt, ein Kollaps der gewohnten Prozesse der Moderne durchaus möglich, wenn nicht gar wahrscheinlich ist.</p>
<p>Ein Blackout des Energiesystems, wie mit Herbert in der vorigen Folge besprochen, ist aber nur eine der zahlreichen möglichen Auslöser von Disruptionen des gesellschaftlichen Lebens und dies mit unter Umständen globalen Dimensionen. Man könnte unter anderem an folgende Auslöser denken:</p>
<ul><li>Covid-19 als Vorgeschmack anderer (gefährlicherer) Pandemien</li>
<li>Konflikte großer politischer Systeme (USA, Europa, China, Russland, …)</li>
<li>Finanz-Crash </li>
<li>Lieferketten-Risiken (etwa in Folge der Fragilität ausgelöst durch »Just in Time« Optimierung der 1990er)</li>
<li>Carrington Event (siehe Referenzen)</li>
<li>IT-Störungen / Hack-Angriffe, außer Kontrolle geratene Systeme usw. (siehe andere Episoden)</li>
</ul>
<p>In dieser Episode spreche ich wieder mit Herbert Saurugg und als neuer Gast hinzu kommt John Haas:</p>
<p>John Haas ist Psychologe, FH-Lektor und Autor des Bestsellers Covid-19 und Psychologie - Mensch und Gesellschaft in Zeiten der Pandemie</p>
<p>Herbert Saurugg ist internationaler Blackout- und Krisenvorsorge-Experte und betreibt ein Fachblog zum Thema. </p>
<p>Wir beginnen die Episode mit der Frage, was wir unter Moderne und deren Disruptions-Risiken verstehen? Herbert betont, dass wir seit spätestens den 1950er Jahren in einer Netzwerkgesellschaft leben und diese Vernetzung und damit verbundene Komplexität ständig an Fahrt aufnimmt. Wie geht unser Bildungssystem mit diesen Änderungen um?</p>
<p>Wir erleben bei vielen globalen systemischen Problemen eine zeitverzögerte Wirkung wo kleine Ursache große Wirkung zeigen können. Bis heute scheint dies in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nicht hinreichend verstanden.</p>
<p>Wir versuchen vielmehr alte Strukturen aufrechtzuerhalten, die mit der Komplexität der modernen Welt nicht mehr zusammenpassen — kann das gut gehen? Auch wenn es keine fertigen Lösungen geben mag — in welchen Räumen könnte und sollte man nachdenken?</p>
<p>Aus psychologischer Sicht könnte man sehen, dass die Funktionserwartung der Welt den Diskurs über Disruption voraussetzt!</p>

<p>Was machen wir mit einem »Alten Hirn in einer neuen Welt?«, John</p>

<p>Denken wir immer noch in monokausalen Pfaden und Attributionen? Wie kann unsere »alte Hardware« mit der neuen Welt umgehen (lernen) und was ist in diesem Zusammenhang von dem »Hype-Wort« Resilienz zu verstehen oder zu halten?</p>
<p>Ein »Blackout«, wie in der letzten Folge besprochen, kann als eines, von vielen möglichen Szenarien gelten — in diese Folge stelle ich die Frage, ob wir uns an einer abstraktere Betrachtung und Krisenvorsorge versuchen sollten?</p>
<p>Die Idee, so John, von einem Weltenende begleitet uns seit Jahrtausenden. Was steckt dahinter? Vielleicht tiefenpsychologisch der Drang, die Welt als einfach zu verstehen, nach dem Motto: »Die Welt ist mir zu kompliziert, daher muss das alles mal den Bach runtergehen.« oder theologisch eine Endzeiterwartung?</p>
<p>Sehnen wir uns die Disruption also nur herbei, oder droht sie tatsächlich?</p>
<p>Was bedeutet »vorbereiten« aus psychologischer Sicht? Welche Rolle spielt die evolutionäre Entwicklung unseres Gehirns? </p>
<p>Konkreter gesprochen: was hat es mit dem Ziel als Individuum und Familie 14 Tage autark über die Runde kommen zu können auf sich?</p>
<p>Aber das kann nicht alles gewesen sein: den eigenen »kleinen Misthaufen« zu optimieren, scheint oftmals irrelevant. Wenn in einer vernetzten Welt die Krise über uns hereinbricht — kann man sich da hinreichend isolieren? Sieht jeder nur seine kleine Welt, nicht aber die Risiken der Abhängigkeiten von anderen?</p>
<p>Wie können wir als Gesellschaft und als Politik mit dem Vorsorgeparadoxon umgehen: gerade wenn man gut vorbereitet ist, passiert die Katastrophe nicht und man muss sich unter Umständen rechtfertigen, warum man Geld für eben diese Vorsorge ausgegeben hat. Rächt sich gar die enorm hohe Versorgungssicherheit der letzten Jahrzehnte im Westen heute in Form schlechter Risiko-Kompetenz?</p>
<p>Wie kann bessere Risikokompetenz — wie sie etwa Gert Gigerenzer fordert — erreicht werden?</p>
<p>Was also können wir auf individueller Ebene (als Vorsorge) tun? Welche Rolle spielen Strukturen verschiedener Skalierung (Gemeinde, Stadt, Staat, EU, ...) und was ist auf diesen anderen Ebenen systemisch zu erledigen, aber auch von staatlichen Organisationen wie dem Militär?</p>
<p>Nach Frederic Vester gilt: mit Vernetzung steigt Stabiliät — aber wie lange?</p>
<p>Und ebenso wichtig: welcher psychologischer Hilfsmittel kann ich mich bedienen? Oder birgt gerade die präventive Beschäftigung mit diesen Themen Risiken (für manche Gruppen von Menschen)? Welche Rolle spielt das Individuum als Medienproduzent, sprich: was ist die Rolle des Internets und der sozialen Medien in der Herstellung »richtiger« Strukturen oder der Verhinderung notwendiger lokaler Strukturen? Spielen diese weak ties hier eine wesentliche Rolle oder führen sie eher zu Störung und Ablenkung, gar zu existentieller Verunsicherung bei (manchen) Menschen?</p>
<p>Ein Schwarz/Weiß-Denken hilft letztlich nicht, sondern nur »sowohl als auch«: Der Weg aus der Disruption kann letztlich nur aus einem klugen Zusammenspiel zwischen Individuen, kleinen Gruppen und gesellschaftlichen Strukturen funktionieren, aber wie?</p>
<p>Welche Rolle spielen Effizienz und Optimierung?</p>
<p>Wenn es im Zuge dieser Notwendigkeiten zu einem Verlust der Bedeutung des Nationalstaats kommt, vielleicht sogar kommen muss, welche — auch negativen — Effekte sind zu erwarten?</p>
<p>Und um die politische Dimension weiterzudenken: gibt es eine »linke« und »rechte« oder »libertäre« Betrachtung der Krise? In welchem Wechselspiel sollten wir denken? Welche Rolle spielt Wettbewerb und Kollaboration? </p>
<p>Wo stehen wir global, wenn sich einflussreiche intellektuelle und ökonomische »Eliten« von der Welt mit Phantasien oder Plänen von Rückzug auf einsamen Inseln mit Privatarmeen, durch vermeintliche Kolonialisierung des Weltraums oder in die Singularität des Computers verabschieden?</p>
<p>Was ist psychologisch im Falle einer Disruption zu erwarten? Die extremen Ängste dieser ökonomischen Eliten mit Mord und Totschlag oder eher der Versuch kooperativ wieder einen Normalzustand herzustellen? </p>
<p>Was ist in diesem Fall die Inkompetenz-Illusion?</p>

<p>»Die Menschen können nach wie vor viel, nur unterschätzen sie sich in vielerlei Belangen«, John</p>

<p>Referenzen</p>
<p>John Haas</p>
<ul><li><a href='https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-32031-7'>John Haas, "Covid-19 und Psychologie - Mensch und Gesellschaft in Zeiten der Pandemie"</a></li>
<li><a href='https://at.linkedin.com/in/mindster'>Linkedin</a></li>
<li><a href='https://www.researchgate.net/profile/John-Haas-5'>Research Gate</a></li>
<li><a href='https://www.mindster.at/'>Persönliche Webseite</a></li>
</ul>
<p>Herbert Saurugg</p>
<ul><li><a href='http://www.saurugg.net'>Fachblog Vernetzung & Komplexität / Blackout</a></li>
<li><a href='http://www.gfkv.at'>Österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge</a></li>
<li><a href='http://www.krisenfit.jetzt/'>Initiative "Mach mit! Österreich wird krisenfit!"</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/hintergrundthemen/netzwerkgesellschaft'>Netzwerkgesellschaft</a></li>
<li>Email <a href='mailto:office@saurugg.net'>office@saurugg.net</a></li>
<li><a href='https://twitter.com/herbertsaurugg'>Twitter</a> </li>
<li><a href='https://www.linkedin.com/in/herbert-saurugg'>LinkedIn</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/042-gesellschaftliche_verwundbarkeit_herbert_saurugg/'>Episode 42: Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen: Gespräch mit Herbert Saurugg</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45: Mit Reboor oder Rebellion aus der Krise</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17: Kooperation</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li>Carrington Event: <a href='https://www.lloyds.com/news-and-insights/risk-reports/library/solar-storm'>Lloyds, Solar Storm Risk</a> und <a href='https://science.nasa.gov/science-news/science-at-nasa/2014/23jul_superstorm/'>NASA science: near miss of 2012</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3paTzwX'>Frederic Vester, Unser Welt — ein vernetztes System, dtv (1983)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3pbON28'>Rupert Riedl, Biologie der Erkenntnis, Parey (1980)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3Fh83ki'>Gert Gigerenzer, Risiko: Wie man die richtigen Entscheidungen trifft, Bertelsmann (2013)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3e7Jdrt'>Daniel Kahnemann, Schnelles Denken, langsames Denken, Penguin (2016)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3GTFTMK'>Geoffrey West, Scale, W&N (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3eg7nzL'>Koyaanisqatsi Film — »Die Welt außerhalb der Balance«</a></li>
<li><a href='https://jods.mitpress.mit.edu/pub/issue3-brand/release/2'>Steward Brand, Pace Layering: How Complex Systems Learn and Keep Learning (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3pdD0k4'>Mark Elsberg, Gier, blanvalet (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2018/blog/gesellschaft/der-seneca-effekt'>Der Seneca-Effekt - Bardi, Ugo</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2014/blog/vernetzung-und-komplexitaet/der-ploetzliche-kollaps-von-allem-wie-extreme-ereignisse-unsere-zukunft-zerstoeren-koennen'>Der plötzliche Kollaps von allem, John Casti</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3ebRF8Q'>Nassim Taleb, Antifragilität, Pantheon (2018)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2021/blog/vernetzung-und-komplexitaet/die-zerbrechlichkeit-der-welt'>Die Zerbrechlichkeit der Welt: Kollaps oder Wende. Wir haben es in der Hand, Stefan Thurner</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3EdsuNO'>Klaus Vondung, Apokalypse ohne Ende,  Universitätsverlag Winter, Heidelberg (2018)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>In Episode 42 habe ich mit Herbert Saurugg über gesellschaftliche Verwundbarkeit, mit starkem Fokus auf Blackout und die Gründe dafür, sowie die Risiken, die zu wenig im Bewusstsein sind, gesprochen. Wenn wir die Reaktion auf die Covid-Pandemie in vielen Staaten beobachten, sowie den Umgang mit Energiesystemen — Stichwort »Energiewende« — wird vielen Menschen klar, dass eine Disruption, ein katastrophaler Einschnitt, ein Kollaps der gewohnten Prozesse der Moderne durchaus möglich, wenn nicht gar wahrscheinlich ist.</p>
<p>Ein Blackout des Energiesystems, wie mit Herbert in der vorigen Folge besprochen, ist aber nur eine der zahlreichen möglichen Auslöser von Disruptionen des gesellschaftlichen Lebens und dies mit unter Umständen globalen Dimensionen. Man könnte unter anderem an folgende Auslöser denken:</p>
<ul><li>Covid-19 als Vorgeschmack anderer (gefährlicherer) Pandemien</li>
<li>Konflikte großer politischer Systeme (USA, Europa, China, Russland, …)</li>
<li>Finanz-Crash </li>
<li>Lieferketten-Risiken (etwa in Folge der Fragilität ausgelöst durch »Just in Time« Optimierung der 1990er)</li>
<li>Carrington Event (siehe Referenzen)</li>
<li>IT-Störungen / Hack-Angriffe, außer Kontrolle geratene Systeme usw. (siehe andere Episoden)</li>
</ul>
<p>In dieser Episode spreche ich wieder mit Herbert Saurugg und als neuer Gast hinzu kommt John Haas:</p>
<p>John Haas ist Psychologe, FH-Lektor und Autor des Bestsellers <em>Covid-19 und Psychologie - Mensch und Gesellschaft in Zeiten der Pandemie</em></p>
<p>Herbert Saurugg ist internationaler Blackout- und Krisenvorsorge-Experte und betreibt ein Fachblog zum Thema. </p>
<p>Wir beginnen die Episode mit der Frage, was wir unter Moderne und deren Disruptions-Risiken verstehen? Herbert betont, dass wir seit spätestens den 1950er Jahren in einer Netzwerkgesellschaft leben und diese Vernetzung und damit verbundene Komplexität ständig an Fahrt aufnimmt. Wie geht unser Bildungssystem mit diesen Änderungen um?</p>
<p>Wir erleben bei vielen globalen systemischen Problemen eine zeitverzögerte Wirkung wo kleine Ursache große Wirkung zeigen können. Bis heute scheint dies in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nicht hinreichend verstanden.</p>
<p>Wir versuchen vielmehr alte Strukturen aufrechtzuerhalten, die mit der Komplexität der modernen Welt nicht mehr zusammenpassen — kann das gut gehen? Auch wenn es keine fertigen Lösungen geben mag — in welchen Räumen könnte und sollte man nachdenken?</p>
<p>Aus psychologischer Sicht könnte man sehen, dass die Funktionserwartung der Welt den Diskurs über Disruption voraussetzt!</p>

<p>Was machen wir mit einem »Alten Hirn in einer neuen Welt?«, John</p>

<p>Denken wir immer noch in monokausalen Pfaden und Attributionen? Wie kann unsere »alte Hardware« mit der neuen Welt umgehen (lernen) und was ist in diesem Zusammenhang von dem »Hype-Wort« Resilienz zu verstehen oder zu halten?</p>
<p>Ein »Blackout«, wie in der letzten Folge besprochen, kann als eines, von vielen möglichen Szenarien gelten — in diese Folge stelle ich die Frage, ob wir uns an einer abstraktere Betrachtung und Krisenvorsorge versuchen sollten?</p>
<p>Die Idee, so John, von einem Weltenende begleitet uns seit Jahrtausenden. Was steckt dahinter? Vielleicht tiefenpsychologisch der Drang, die Welt als <em>einfach</em> zu verstehen, nach dem Motto: »Die Welt ist mir zu kompliziert, daher muss das alles mal den Bach runtergehen.« oder theologisch eine Endzeiterwartung?</p>
<p><em>Sehnen wir uns die Disruption also nur herbei, oder droht sie tatsächlich?</em></p>
<p>Was bedeutet »vorbereiten« aus psychologischer Sicht? Welche Rolle spielt die evolutionäre Entwicklung unseres Gehirns? </p>
<p>Konkreter gesprochen: was hat es mit dem Ziel als Individuum und Familie 14 Tage autark über die Runde kommen zu können auf sich?</p>
<p>Aber das kann nicht alles gewesen sein: den eigenen »kleinen Misthaufen« zu optimieren, scheint oftmals irrelevant. Wenn in einer vernetzten Welt die Krise über uns hereinbricht — kann man sich da hinreichend isolieren? Sieht jeder nur seine kleine Welt, nicht aber die Risiken der Abhängigkeiten von anderen?</p>
<p>Wie können wir als Gesellschaft und als Politik mit dem Vorsorgeparadoxon umgehen: gerade wenn man gut vorbereitet ist, passiert die Katastrophe nicht und man muss sich unter Umständen rechtfertigen, warum man Geld für eben diese Vorsorge ausgegeben hat. Rächt sich gar die enorm hohe Versorgungssicherheit der letzten Jahrzehnte im Westen heute in Form schlechter Risiko-Kompetenz?</p>
<p>Wie kann bessere Risikokompetenz — wie sie etwa Gert Gigerenzer fordert — erreicht werden?</p>
<p>Was also können wir auf individueller Ebene (als Vorsorge) tun? Welche Rolle spielen Strukturen verschiedener Skalierung (Gemeinde, Stadt, Staat, EU, ...) und was ist auf diesen anderen Ebenen systemisch zu erledigen, aber auch von staatlichen Organisationen wie dem Militär?</p>
<p>Nach Frederic Vester gilt: <em>mit Vernetzung steigt Stabiliät</em> — aber wie lange?</p>
<p>Und ebenso wichtig: welcher psychologischer Hilfsmittel kann ich mich bedienen? Oder birgt gerade die präventive Beschäftigung mit diesen Themen Risiken (für manche Gruppen von Menschen)? Welche Rolle spielt das Individuum als Medienproduzent, sprich: was ist die Rolle des Internets und der sozialen Medien in der Herstellung »richtiger« Strukturen oder der Verhinderung notwendiger lokaler Strukturen? Spielen diese weak ties hier eine wesentliche Rolle oder führen sie eher zu Störung und Ablenkung, gar zu existentieller Verunsicherung bei (manchen) Menschen?</p>
<p>Ein Schwarz/Weiß-Denken hilft letztlich nicht, sondern nur »sowohl als auch«: Der Weg aus der Disruption kann letztlich nur aus einem klugen Zusammenspiel zwischen Individuen, kleinen Gruppen und gesellschaftlichen Strukturen funktionieren, aber wie?</p>
<p>Welche Rolle spielen Effizienz und Optimierung?</p>
<p>Wenn es im Zuge dieser Notwendigkeiten zu einem Verlust der Bedeutung des Nationalstaats kommt, vielleicht sogar kommen muss, welche — auch negativen — Effekte sind zu erwarten?</p>
<p>Und um die politische Dimension weiterzudenken: gibt es eine »linke« und »rechte« oder »libertäre« Betrachtung der Krise? In welchem Wechselspiel sollten wir denken? Welche Rolle spielt Wettbewerb und Kollaboration? </p>
<p>Wo stehen wir global, wenn sich einflussreiche intellektuelle und ökonomische »Eliten« von der Welt mit Phantasien oder Plänen von Rückzug auf einsamen Inseln mit Privatarmeen, durch vermeintliche Kolonialisierung des Weltraums oder in die Singularität des Computers verabschieden?</p>
<p>Was ist psychologisch im Falle einer Disruption zu erwarten? Die extremen Ängste dieser ökonomischen Eliten mit Mord und Totschlag oder eher der Versuch kooperativ wieder einen Normalzustand herzustellen? </p>
<p>Was ist in diesem Fall die Inkompetenz-Illusion?</p>

<p>»Die Menschen können nach wie vor viel, nur unterschätzen sie sich in vielerlei Belangen«, John</p>

<p>Referenzen</p>
<p>John Haas</p>
<ul><li><a href='https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-32031-7'>John Haas, "Covid-19 und Psychologie - Mensch und Gesellschaft in Zeiten der Pandemie"</a></li>
<li><a href='https://at.linkedin.com/in/mindster'>Linkedin</a></li>
<li><a href='https://www.researchgate.net/profile/John-Haas-5'>Research Gate</a></li>
<li><a href='https://www.mindster.at/'>Persönliche Webseite</a></li>
</ul>
<p>Herbert Saurugg</p>
<ul><li><a href='http://www.saurugg.net'>Fachblog Vernetzung & Komplexität / Blackout</a></li>
<li><a href='http://www.gfkv.at'>Österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge</a></li>
<li><a href='http://www.krisenfit.jetzt/'>Initiative "Mach mit! Österreich wird krisenfit!"</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/hintergrundthemen/netzwerkgesellschaft'>Netzwerkgesellschaft</a></li>
<li>Email <a href='mailto:office@saurugg.net'>office@saurugg.net</a></li>
<li><a href='https://twitter.com/herbertsaurugg'>Twitter</a> </li>
<li><a href='https://www.linkedin.com/in/herbert-saurugg'>LinkedIn</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/042-gesellschaftliche_verwundbarkeit_herbert_saurugg/'>Episode 42: Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen: Gespräch mit Herbert Saurugg</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45: Mit Reboor oder Rebellion aus der Krise</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17: Kooperation</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li>Carrington Event: <a href='https://www.lloyds.com/news-and-insights/risk-reports/library/solar-storm'>Lloyds, Solar Storm Risk</a> und <a href='https://science.nasa.gov/science-news/science-at-nasa/2014/23jul_superstorm/'>NASA science: near miss of 2012</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3paTzwX'>Frederic Vester, Unser Welt — ein vernetztes System, dtv (1983)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3pbON28'>Rupert Riedl, Biologie der Erkenntnis, Parey (1980)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3Fh83ki'>Gert Gigerenzer, Risiko: Wie man die richtigen Entscheidungen trifft, Bertelsmann (2013)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3e7Jdrt'>Daniel Kahnemann, Schnelles Denken, langsames Denken, Penguin (2016)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3GTFTMK'>Geoffrey West, Scale, W&N (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3eg7nzL'>Koyaanisqatsi Film — »Die Welt außerhalb der Balance«</a></li>
<li><a href='https://jods.mitpress.mit.edu/pub/issue3-brand/release/2'>Steward Brand, Pace Layering: How Complex Systems Learn and Keep Learning (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3pdD0k4'>Mark Elsberg, Gier, blanvalet (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2018/blog/gesellschaft/der-seneca-effekt'>Der Seneca-Effekt - Bardi, Ugo</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2014/blog/vernetzung-und-komplexitaet/der-ploetzliche-kollaps-von-allem-wie-extreme-ereignisse-unsere-zukunft-zerstoeren-koennen'>Der plötzliche Kollaps von allem, John Casti</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3ebRF8Q'>Nassim Taleb, Antifragilität, Pantheon (2018)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2021/blog/vernetzung-und-komplexitaet/die-zerbrechlichkeit-der-welt'>Die Zerbrechlichkeit der Welt: Kollaps oder Wende. Wir haben es in der Hand, Stefan Thurner</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3EdsuNO'>Klaus Vondung, Apokalypse ohne Ende,  Universitätsverlag Winter, Heidelberg (2018)</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary>In Episode 42 habe ich mit Herbert Saurugg über gesellschaftliche Verwundbarkeit, mit starkem Fokus auf Blackout und die Gründe dafür, sowie die Risiken, die zu wenig im Bewusstsein sind, gesprochen. Wenn wir die Reaktion auf die Covid-Pandemie in vielen Staaten beobachten, sowie den Umgang mit Energiesystemen — Stichwort »Energiewende« — wird vielen Menschen klar, dass eine Disruption, ein katastrophaler Einschnitt, ein Kollaps der gewohnten Prozesse der Moderne durchaus möglich, wenn nicht gar wahrscheinlich ist.

Ein Blackout des Energiesystems, wie mit Herbert in der vorigen Folge besprochen, ist aber nur eine der zahlreichen möglichen Auslöser von Disruptionen des gesellschaftlichen Lebens und dies mit unter Umständen globalen Dimensionen. Man könnte unter anderem an folgende Auslöser denken:

Covid-19 als Vorgeschmack anderer (gefährlicherer) Pandemien
Konflikte großer politischer Systeme (USA, Europa, China, Russland, …)
Finanz-Crash 
Lieferketten-Risiken (etwa in Folge der Fragilität ausgelöst durch »Just in Time« Optimierung der 1990er)
Carrington Event (siehe Referenzen)
IT-Störungen / Hack-Angriffe, außer Kontrolle geratene Systeme usw. (siehe andere Episoden)
In dieser Episode spreche ich wieder mit Herbert Saurugg und als neuer Gast hinzu kommt John Haas:

John Haas ist Psychologe, FH-Lektor und Autor des Bestsellers Covid-19 und Psychologie - Mensch und Gesellschaft in Zeiten der Pandemie

Herbert Saurugg ist internationaler Blackout- und Krisenvorsorge-Experte und betreibt ein Fachblog zum Thema. 

Wir beginnen die Episode mit der Frage, was wir unter Moderne und deren Disruptions-Risiken verstehen? Herbert betont, dass wir seit spätestens den 1950er Jahren in einer Netzwerkgesellschaft leben und diese Vernetzung und damit verbundene Komplexität ständig an Fahrt aufnimmt. Wie geht unser Bildungssystem mit diesen Änderungen um?

Wir erleben bei vielen globalen systemischen Problemen eine zeitverzögerte Wirkung wo kleine Ursache große Wirkung zeigen können. Bis heute scheint dies in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nicht hinreichend verstanden.

Wir versuchen vielmehr alte Strukturen aufrechtzuerhalten, die mit der Komplexität der modernen Welt nicht mehr zusammenpassen — kann das gut gehen? Auch wenn es keine fertigen Lösungen geben mag — in welchen Räumen könnte und sollte man nachdenken?

Aus psychologischer Sicht könnte man sehen, dass die Funktionserwartung der Welt den Diskurs über Disruption voraussetzt!

Was machen wir mit einem »Alten Hirn in einer neuen Welt?«, John

Denken wir immer noch in monokausalen Pfaden und Attributionen? Wie kann unsere »alte Hardware« mit der neuen Welt umgehen (lernen) und was ist in diesem Zusammenhang von dem »Hype-Wort« Resilienz zu verstehen oder zu halten?

Ein »Blackout«, wie in der letzten Folge besprochen, kann als eines, von vielen möglichen Szenarien gelten — in diese Folge stelle ich die Frage, ob wir uns an einer abstraktere Betrachtung und Krisenvorsorge versuchen sollten?

Die Idee, so John, von einem Weltenende begleitet uns seit Jahrtausenden. Was steckt dahinter? Vielleicht tiefenpsychologisch der Drang, die Welt als einfach zu verstehen, nach dem Motto: »Die Welt ist mir zu kompliziert, daher muss das alles mal den Bach runtergehen.« oder theologisch eine Endzeiterwartung?

Sehnen wir uns die Disruption also nur herbei, oder droht sie tatsächlich?

Was bedeutet »vorbereiten« aus psychologischer Sicht? Welche Rolle spielt die evolutionäre Entwicklung unseres Gehirns? 

Konkreter gesprochen: was hat es mit dem Ziel als Individuum und Familie 14 Tage autark über die Runde kommen zu können auf sich?

Aber das kann nicht alles gewesen sein: den eigenen »kleinen Misthaufen« zu optimieren, scheint oftmals irrelevant. Wenn in einer vernetzten Welt die Krise über uns hereinbricht — kann man sich da hinreichend isolieren? Sieht jeder nur seine kleine Welt, nicht aber die Risiken der Abhängigkeiten von anderen?

Wie können wir als Gesellschaft und als Politik mit de</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>050 — Die Geburt der Gegenwart und die Entdeckung der Zukunft — ein Gespräch mit Prof. Achim Landwehr</title>
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        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/050-geburt_der_gegenwart_achim_landwehr/</link>
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                                    <description><![CDATA[<p>Dies ist mittlerweile die 50. Episode von Zukunft Denken. Bei einem Podcast mit diesem Namen muss die Frage erlaubt sein, was wir als Gesellschaft überhaupt unter Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verstehen. Es bietet sich also diese Episode auch als Zwischenschritt der Selbst-Reflexion an. </p>
<p>Daher freue ich mich, dass ich Prof. Achim Landwehr für ein Gespräch gewinnen konnte. Achim Landwehr ist deutscher Historiker und Germanist, er war unter anderem an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, am Max Planck Institut für Europäische Rechtsgeschichte, und an der Uni Augsburg tätig. Er ist heute Dekan der philosophischen Fakultät der Heinrich Heine Universität Düsseldorf.</p>
<p>In dieser Episode setzen wir uns mit der Frage auseinander, wie sich das Verständnis der Zeit und der Gegenwart (in Europa) in der Neuzeit verändert hat. </p>
<p>Zuvor war es die Vergangenheit, die positiv besetzt war, oftmals eine Idealisierung der Antike. Die Zukunft galt eher negativ oder vorherbestimmt. Es herrschte ein Zeitverständnis vor, das auf Statik hinausläuft und Stabilität der Verhältnisse idealisiert, beziehungsweise eine Rückkehr zu den Ideen der Antike. Das Neue heißt Veränderung und ist eher nicht erwünscht, weil es eine Veränderung zum schlechteren ist.</p>

<p>»Die Aussichten auf das Leben waren für die Zeitgenossen des 16. und 17. Jahrhunderts nicht unbedingt erfreulich. Die Dinge, die da kommen würden, waren schon längst vorherbestimmt, man musste eigentlich nur noch auf ihr Eintreffen warten. Die Wegweiser zeigten eindeutig in Richtung Untergang, […]«</p>

<p>Mit der Neuzeit beginnt sich manches zu ändern. </p>

<p>»Seit der Antike gilt: es ist egal wann sie geboren sind oder sterben, es läuft immer dasselbe Stück – Dies stimmt seit 200 Jahren nun nicht mehr.«, Peter Sloterdijk</p>

<p>Aber was ist es, das sich ändert? Wo setzen wir Epochen? Denn Rückschau verzerrt die Dinge auch immer: je weiter weg, desto stabiler erscheinen sie uns und wir bekommen ein Perspektivenproblem. Und so deckt sich die Wahrnehmung der Zeit nicht immer mit der Wahrnehmung der Rückschau:</p>

<p>»1450-1500 wurden europaweit genauso viele Bücher produziert wie in den eintausend Jahren zuvor — es war eine mediale Explosion!!«</p>

<p>So ist auch die Rolle des 30 jährigen Krieges heute den meisten kaum gegenwärtig: die Zerstörung und Verunsicherung war enorm — es war wohl die größte menschengemachte Katastrophe bis zum 20. Jahrhundert </p>
<p>Und dennoch verschieben sich die Dinge: Das Zeitalter der Universalgelehrten geht langsam aber sicher zu Ende — sofern der Begriff des Universalgenies überhaupt von der Menge der Information abghängig ist? Aber auch das christliche apokalyptische Denken wird brüchig.</p>
<p>Gegenwart ist zunächst ein räumlicher Begriff, der dann abstrahiert auf das Verständnis der Zeit wird. Zeitbegriffe können also auch als Abstraktion verstanden werden.</p>
<p>Abstraktion, die wir in Wirkungen auf zahlreiche Bereiche beobachten können: von den Anfängen der Naturwissenschaft, über die Sprache und Politik bis zum Versicherungswesen verändert sich der Umgang mit der Welt und der Zeit. Die Rolle der Naturwissenschaften liegt dabei nicht nur im Veständnis der Welt sondern besonders auch im Verständnis der Veränderbarkeit und Gestaltbarkeit der Welt und führt langsam zur Ausformung der modernen wissenschaftlichen Disziplinen.</p>
<p>Auch die zunehmende Technik spielt natürlich eine Rolle, die etwa Uhrengebrauch hervorbringt und Prozesse erfordert, die diese technischen Systeme der industriellen Revolution am Laufen halten.</p>
<p>Nicht immer kommen die heute bekannten Umbrüche aber von sogenannten Progressiven, manchmal werden aus Traditionalisten (ungewollt) Revolutionäre, wir wir am Beispiel von Galileo, Kepler und Descartes diskutieren — sozusagen eine »Neuzeitlichkeit wider Willen«.</p>

<p>»Pflanzen binden Energie. Tiere binden Raum, sie können sich bewegen, jagen, Energie und Ressourcen eines wesentlich größeren Raumes einfangen. Menschen allerdings, sind in der Lage Zeit zu binden: wir können die Erfahrungen einer Generation erfassen und an die nächste weitergeben.«, Douglas Ruskoff</p>

<p>Wie gehen wir dann mit diesen neuen Möglichkeiten und auch gesellschaftlichen Ideen der Gegenwart und Zukunft um — im Übergang vom 19. ins 20. Jahrhundert? Um die Idee der Zeitbindung weiter zu spinnen: folgen aus den neuen Technischen Möglichkeitung und dem Binden der Zeit neue Verantwortungen?</p>
<p>Prof. Landwehr betont, dass selten eine einzelne Wahrnehmung von Zeit und Geschwindigkeit gilt, sondern dass eher eine Pluritemporalität vorherrscht. Auch in der heutigen Zeit. Dazu passt auch das Zitat von Herfried Münkler:</p>

<p>»Demokratie ist eine träge Maschinerie, konzipiert um Entscheidungen zu verlangsamen.«</p>

<p>Zuletzt bewegen wir uns in die heutige Zeit. Was bedeutet die zunehmende Ökonomisierung der Zeit, Zeit als Ressource und Zeit als Lebensqualität? Wie gehen wir wir mir diesen Pluritemporalitäten heute um? — von Nostalgie (die zu gewissen Zeiten auch als Krankheit galt) bis zu den zum Teil abstrusen Widersprüchen von Retropien bis zur techno-Phantasie der Singularität. </p>

<p>»Wir leben in einer besonderen historische Phase, in der die Freiheit selbst Zwänge hervorruft. Die Freiheit des Könnens erzeugt sogar mehr Zwänge als das disziplinarische Sollen, das Gebote und Verbote ausspricht. Das Soll hat eine Grenze. Das Kann hat dagegen keine.«, Byung-Chul Han</p>

<p>Am Ende gibt es noch eine — von historischer Perspektive getragene — optimistischen Blick in die Zukunft und den Umgang mit apokalyptischen Vorstellungen, die die Menschheit ebenfalls seit langer Zeit begleiten.</p>

<p>»Wenn Apokalypse nie ausstirbt, dann heißt das aber auch: Die Welt geht nie unter. Das ist dann vielleicht die positive Konsequenz, die man daraus ableiten könnte.«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Prof. Achim Landwehr</p>
<ul><li><a href='https://www.geschichte.hhu.de/abteilungen/lehrstuhl-fuer-geschichte-der-fruehen-neuzeit/unser-team/detailseite-landwehr'>Achim Landwehr an der Heinrich Heine Universität Düsseldorf</a></li>
</ul>
<p>andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/009-abstraktion-platos-idee-kommunismus-und-die-zukunft/'>Episode 9: Abstraktion: Platos Idee, Kommunismus und die Zukunft</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/012-wie-wir-die-zukunft-entdeckt-und-wieder-verloren-haben'>Episode 12: Wie wir die Zukunft entdeckt und wieder verloren haben</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom'>Episode 44, Was ist Fortschritt, im Gespräch mit Philip Blom</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37 – Probleme und Lösungen (Über Generalisten)</a></li>
</ul>
<p>fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3kXmPod'>Achim Landwehr, Geburt der Gegenwart: Eine Geschichte der Zeit im 17. Jahrhundert, Fischer (2014)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3nE2wOu'>Achim Landwehr, Diesseits der Geschichte, Wallstein (2020)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3CDqkX4'>Douglas Rushkoff, Present Shock, Current (2013)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=DHu2qzoZacg'>Peter Sloterdijk: Sternstunden Philosophie</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3HEAZV7'>Philipp Blom: Was auf dem Spiel steht, Hanser (2017); (Zitat Herfried Münkler)</a></li>
<li><a href='https://dl.epdf.pub/download/cognitive-development-its-cultural-and-social-foundations.html?hash=ab8f928b67c605b778c5eb7db696613b&captcha=9d3ebe1f92583ffc88d32cf259cf040d'>Alexander Luria</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/30HdkTv'>Byung-Chul Han, Psychopolitik, S. Fischer (2014)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3xaM2Rh'>Zygmunt Baumann, Retrotopia, Edition Suhrkamp (2017)</a></li>
</ul>
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                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Dies ist mittlerweile die 50. Episode von <em>Zukunft Denken</em>. Bei einem Podcast mit diesem Namen muss die Frage erlaubt sein, was wir als Gesellschaft überhaupt unter Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verstehen. Es bietet sich also diese Episode auch als Zwischenschritt der Selbst-Reflexion an. </p>
<p>Daher freue ich mich, dass ich Prof. Achim Landwehr für ein Gespräch gewinnen konnte. Achim Landwehr ist deutscher Historiker und Germanist, er war unter anderem an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, am Max Planck Institut für Europäische Rechtsgeschichte, und an der Uni Augsburg tätig. Er ist heute Dekan der philosophischen Fakultät der Heinrich Heine Universität Düsseldorf.</p>
<p>In dieser Episode setzen wir uns mit der Frage auseinander, wie sich das Verständnis der Zeit und der Gegenwart (in Europa) in der Neuzeit verändert hat. </p>
<p>Zuvor war es die Vergangenheit, die positiv besetzt war, oftmals eine Idealisierung der Antike. Die Zukunft galt eher negativ oder vorherbestimmt. Es herrschte ein Zeitverständnis vor, das auf Statik hinausläuft und Stabilität der Verhältnisse idealisiert, beziehungsweise eine Rückkehr zu den Ideen der Antike. Das Neue heißt Veränderung und ist eher nicht erwünscht, weil es eine Veränderung zum schlechteren ist.</p>

<p>»Die Aussichten auf das Leben waren für die Zeitgenossen des 16. und 17. Jahrhunderts nicht unbedingt erfreulich. Die Dinge, die da kommen würden, waren schon längst vorherbestimmt, man musste eigentlich nur noch auf ihr Eintreffen warten. Die Wegweiser zeigten eindeutig in Richtung Untergang, […]«</p>

<p>Mit der Neuzeit beginnt sich manches zu ändern. </p>

<p>»Seit der Antike gilt: es ist egal wann sie geboren sind oder sterben, es läuft immer dasselbe Stück – Dies stimmt seit 200 Jahren nun nicht mehr.«, Peter Sloterdijk</p>

<p>Aber was ist es, das sich ändert? Wo setzen wir Epochen? Denn Rückschau verzerrt die Dinge auch immer: je weiter weg, desto stabiler erscheinen sie uns und wir bekommen ein Perspektivenproblem. Und so deckt sich die Wahrnehmung der Zeit nicht immer mit der Wahrnehmung der Rückschau:</p>

<p>»1450-1500 wurden europaweit genauso viele Bücher produziert wie in den eintausend Jahren zuvor — es war eine mediale Explosion!!«</p>

<p>So ist auch die Rolle des 30 jährigen Krieges heute den meisten kaum gegenwärtig: die Zerstörung und Verunsicherung war enorm — es war wohl die größte menschengemachte Katastrophe bis zum 20. Jahrhundert </p>
<p>Und dennoch verschieben sich die Dinge: Das Zeitalter der Universalgelehrten geht langsam aber sicher zu Ende — sofern der Begriff des Universalgenies überhaupt von der Menge der Information abghängig ist? Aber auch das christliche apokalyptische Denken wird brüchig.</p>
<p>Gegenwart ist zunächst ein räumlicher Begriff, der dann abstrahiert auf das Verständnis der Zeit wird. Zeitbegriffe können also auch als Abstraktion verstanden werden.</p>
<p>Abstraktion, die wir in Wirkungen auf zahlreiche Bereiche beobachten können: von den Anfängen der Naturwissenschaft, über die Sprache und Politik bis zum Versicherungswesen verändert sich der Umgang mit der Welt und der Zeit. Die Rolle der Naturwissenschaften liegt dabei nicht nur im Veständnis der Welt sondern besonders auch im Verständnis der Veränderbarkeit und Gestaltbarkeit der Welt und führt langsam zur Ausformung der modernen wissenschaftlichen Disziplinen.</p>
<p>Auch die zunehmende Technik spielt natürlich eine Rolle, die etwa Uhrengebrauch hervorbringt und Prozesse erfordert, die diese technischen Systeme der industriellen Revolution am Laufen halten.</p>
<p>Nicht immer kommen die heute bekannten Umbrüche aber von sogenannten Progressiven, manchmal werden aus Traditionalisten (ungewollt) Revolutionäre, wir wir am Beispiel von Galileo, Kepler und Descartes diskutieren — sozusagen eine »Neuzeitlichkeit wider Willen«.</p>

<p>»Pflanzen binden Energie. Tiere binden Raum, sie können sich bewegen, jagen, Energie und Ressourcen eines wesentlich größeren Raumes einfangen. Menschen allerdings, sind in der Lage Zeit zu binden: wir können die Erfahrungen einer Generation erfassen und an die nächste weitergeben.«, Douglas Ruskoff</p>

<p>Wie gehen wir dann mit diesen neuen Möglichkeiten und auch gesellschaftlichen Ideen der Gegenwart und Zukunft um — im Übergang vom 19. ins 20. Jahrhundert? Um die Idee der Zeitbindung weiter zu spinnen: folgen aus den neuen Technischen Möglichkeitung und dem Binden der Zeit neue Verantwortungen?</p>
<p>Prof. Landwehr betont, dass selten eine einzelne Wahrnehmung von Zeit und Geschwindigkeit gilt, sondern dass eher eine Pluritemporalität vorherrscht. Auch in der heutigen Zeit. Dazu passt auch das Zitat von Herfried Münkler:</p>

<p>»Demokratie ist eine träge Maschinerie, konzipiert um Entscheidungen zu verlangsamen.«</p>

<p>Zuletzt bewegen wir uns in die heutige Zeit. Was bedeutet die zunehmende Ökonomisierung der Zeit, Zeit als Ressource und Zeit als Lebensqualität? Wie gehen wir wir mir diesen Pluritemporalitäten heute um? — von Nostalgie (die zu gewissen Zeiten auch als Krankheit galt) bis zu den zum Teil abstrusen Widersprüchen von Retropien bis zur techno-Phantasie der Singularität. </p>

<p>»Wir leben in einer besonderen historische Phase, in der die Freiheit selbst Zwänge hervorruft. Die Freiheit des Könnens erzeugt sogar mehr Zwänge als das disziplinarische Sollen, das Gebote und Verbote ausspricht. Das Soll hat eine Grenze. Das Kann hat dagegen keine.«, Byung-Chul Han</p>

<p>Am Ende gibt es noch eine — von historischer Perspektive getragene — optimistischen Blick in die Zukunft und den Umgang mit apokalyptischen Vorstellungen, die die Menschheit ebenfalls seit langer Zeit begleiten.</p>

<p>»Wenn Apokalypse nie ausstirbt, dann heißt das aber auch: Die Welt geht nie unter. Das ist dann vielleicht die positive Konsequenz, die man daraus ableiten könnte.«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Prof. Achim Landwehr</p>
<ul><li><a href='https://www.geschichte.hhu.de/abteilungen/lehrstuhl-fuer-geschichte-der-fruehen-neuzeit/unser-team/detailseite-landwehr'>Achim Landwehr an der Heinrich Heine Universität Düsseldorf</a></li>
</ul>
<p>andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/009-abstraktion-platos-idee-kommunismus-und-die-zukunft/'>Episode 9: Abstraktion: Platos Idee, Kommunismus und die Zukunft</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/012-wie-wir-die-zukunft-entdeckt-und-wieder-verloren-haben'>Episode 12: Wie wir die Zukunft entdeckt und wieder verloren haben</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom'>Episode 44, Was ist Fortschritt, im Gespräch mit Philip Blom</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37 – Probleme und Lösungen (Über Generalisten)</a></li>
</ul>
<p>fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3kXmPod'>Achim Landwehr, Geburt der Gegenwart: Eine Geschichte der Zeit im 17. Jahrhundert, Fischer (2014)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3nE2wOu'>Achim Landwehr, Diesseits der Geschichte, Wallstein (2020)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3CDqkX4'>Douglas Rushkoff, Present Shock, Current (2013)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=DHu2qzoZacg'>Peter Sloterdijk: Sternstunden Philosophie</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3HEAZV7'>Philipp Blom: Was auf dem Spiel steht, Hanser (2017); (Zitat Herfried Münkler)</a></li>
<li><a href='https://dl.epdf.pub/download/cognitive-development-its-cultural-and-social-foundations.html?hash=ab8f928b67c605b778c5eb7db696613b&captcha=9d3ebe1f92583ffc88d32cf259cf040d'>Alexander Luria</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/30HdkTv'>Byung-Chul Han, Psychopolitik, S. Fischer (2014)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3xaM2Rh'>Zygmunt Baumann, Retrotopia, Edition Suhrkamp (2017)</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary>Dies ist mittlerweile die 50. Episode von Zukunft Denken. Bei einem Podcast mit diesem Namen muss die Frage erlaubt sein, was wir als Gesellschaft überhaupt unter Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verstehen. Es bietet sich also diese Episode auch als Zwischenschritt der Selbst-Reflexion an. 

Daher freue ich mich, dass ich Prof. Achim Landwehr für ein Gespräch gewinnen konnte. Achim Landwehr ist deutscher Historiker und Germanist, er war unter anderem an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, am Max Planck Institut für Europäische Rechtsgeschichte, und an der Uni Augsburg tätig. Er ist heute Dekan der philosophischen Fakultät der Heinrich Heine Universität Düsseldorf.

In dieser Episode setzen wir uns mit der Frage auseinander, wie sich das Verständnis der Zeit und der Gegenwart (in Europa) in der Neuzeit verändert hat. 

Zuvor war es die Vergangenheit, die positiv besetzt war, oftmals eine Idealisierung der Antike. Die Zukunft galt eher negativ oder vorherbestimmt. Es herrschte ein Zeitverständnis vor, das auf Statik hinausläuft und Stabilität der Verhältnisse idealisiert, beziehungsweise eine Rückkehr zu den Ideen der Antike. Das Neue heißt Veränderung und ist eher nicht erwünscht, weil es eine Veränderung zum schlechteren ist.

»Die Aussichten auf das Leben waren für die Zeitgenossen des 16. und 17. Jahrhunderts nicht unbedingt erfreulich. Die Dinge, die da kommen würden, waren schon längst vorherbestimmt, man musste eigentlich nur noch auf ihr Eintreffen warten. Die Wegweiser zeigten eindeutig in Richtung Untergang, […]«

Mit der Neuzeit beginnt sich manches zu ändern. 

»Seit der Antike gilt: es ist egal wann sie geboren sind oder sterben, es läuft immer dasselbe Stück – Dies stimmt seit 200 Jahren nun nicht mehr.«, Peter Sloterdijk

Aber was ist es, das sich ändert? Wo setzen wir Epochen? Denn Rückschau verzerrt die Dinge auch immer: je weiter weg, desto stabiler erscheinen sie uns und wir bekommen ein Perspektivenproblem. Und so deckt sich die Wahrnehmung der Zeit nicht immer mit der Wahrnehmung der Rückschau:

»1450-1500 wurden europaweit genauso viele Bücher produziert wie in den eintausend Jahren zuvor — es war eine mediale Explosion!!«

So ist auch die Rolle des 30 jährigen Krieges heute den meisten kaum gegenwärtig: die Zerstörung und Verunsicherung war enorm — es war wohl die größte menschengemachte Katastrophe bis zum 20. Jahrhundert 

Und dennoch verschieben sich die Dinge: Das Zeitalter der Universalgelehrten geht langsam aber sicher zu Ende — sofern der Begriff des Universalgenies überhaupt von der Menge der Information abghängig ist? Aber auch das christliche apokalyptische Denken wird brüchig.

Gegenwart ist zunächst ein räumlicher Begriff, der dann abstrahiert auf das Verständnis der Zeit wird — Zeitbegriffe können also auch als Abstraktion.

Abstraktion, die wir in Wirkungen auf zahlreiche Bereiche beobachten können: von den Anfängen der Naturwissenschaft, über die Sprache und Politik bis zum Versicherungswesen verändert sich der Umgang mit der Welt und der Zeit. Die Rolle der Naturwissenschaften liegt dabei nicht nur im Veständnis der Welt sondern besonders auch im Verständnis der Veränderbarkeit und Gestaltbarkeit der Welt und führt langsam zur Ausformung der modernen wissenschaftlichen Disziplinen.

Auch die zunehmende Technik spielt natürlich eine Rolle, die etwa Uhrengebrauch hervorbringt und Prozesse erfordert, die diese technischen Systeme der industriellen Revolution am Laufen halten.

Nicht immer kommen die heute bekannten Umbrüche aber von sogenannten Progressiven, manchmal werden aus Traditionalisten (ungewollt) Revolutionäre, wir wir am Beispiel von Galileo, Kepler und Descartes diskutieren — sozusagen eine »Neuzeitlichkeit wider Willen«.

»Pflanzen binden Energie. Tiere binden Raum, sie können sich bewegen, jagen, Energie und Ressourcen eines wesentlich größeren Raumes einfangen. Menschen allerdings, sind in der Lage Zeit zu binden: wir können die Erfahrungen einer Generation erfassen und</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>049 — Wo denke ich? Reflexionen über den »undichten« Geist.</title>
        <itunes:title>049 — Wo denke ich? Reflexionen über den »undichten« Geist.</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/049-extended_mind/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/049-extended_mind/#comments</comments>        <pubDate>Wed, 10 Nov 2021 06:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Über lange Zeit war die Ansicht geläufig, dass eines der wesentlichen Unterscheidungsmerkmale zwischen Tier und Mensch beim Werkzeuggebrauch liegt. Diese Idee, wie viele andere eindimensionale Unterscheidungen zwischen Tier und Mensch, scheinen aber wissenschaftlich nicht haltbar zu sein. Dennoch ist der Gebrauch und die Schaffung von Werkzeugen einer der konstituierenen Faktoren moderner Gesellschaften.</p>
<p>Manche Artefakte sind aber keine Werkzeuge im klassischen Verständnis, sondern scheinen vielmehr unser Denken zu erweitern. Damit stellt sich die etwa von Andy Clark und David Chalmers aufgeworfene Frage:</p>

<p>»Wo endet der Geist und wo beginnt der Rest der Welt?«</p>

<p>Andy Clark sieht dies in seinem Buch Being There etwas bildlich so:</p>

<p>»Der Geist ist ein undichtes Organ, er entflieht stetig seinen natürlichen Beschränkungen und mischt sich schamlos mit dem Körper und der Welt.«</p>

<p>Schon aus der Antike kennen wir die Ansicht, dass Körper und Geist in einer wesentlichen Wechselwirkung stehen, so schreibt Juvenal:</p>

<p>»Mens sana in corpore sano«, »Ein gesunder Geist steck in einem gesunden Körper.«</p>

<p>Aber in einem klassischen philosophischen Artikel aus dem Jahr 1998 konkretisieren Clark und Chalmers anhand einer Reihe von Beispielen die These, dass das Denken auch immer mehr unsere Umgebung einbezieht.</p>
<p>In dieser Folge versuche ich weniger die komplizierte philosophische Diskussion zu erfassen als mehr die Frage, welche Folgen diese Idee für unsere moderne Gesellschaft hat. Warum ist es wünschenswert, die natürlichen Beschränkungen unseres »biologischen Geistes« zu überwinden?</p>
<p>Wir werden in dieser Folge feststellen, dass wohl fast alle komplexen Prozesse unserer Gesellschaft ohne diesen »ausfließenden Geist« kaum vorstellbar wären.</p>
<p>Aber, wie so oft, gibt es auch Risiken oder Seiteneffekte, derer man sich bewusst sein sollte.</p>
<ol><li>Was bedeutet dies etwa für das Selbstverständnis und die Fähigkeiten des Menschen, das Ich, das Selbst?</li>
<li>Wenn wir erweiterte Kognition erleben, wo sich die Denkprozesse mehrerer Menschen überschneiden, was hat dies für Folgen?</li>
<li>Was bedeutet dies für die Komplexität und Resilienz unserer Gesellschaft uns so manchen abenteuerlicher Ideen, wie der Kolonialisierung des Weltraums, um ein extremes Beispiel zu nennen?</li>
</ol><p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/009-abstraktion-platos-idee-kommunismus-und-die-zukunft/'>Episode 9: Abstraktion: Platos Idee, Kommunismus und die Zukunft</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episide 10: Komplizierte Komplexität</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17: Kooperation</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/032-datenflut_buch/'>Episode 32: Überleben in der Datenflut – oder: warum das Buch wichtiger ist als je zuvor</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li>Andy Clark, David Chalmers, The Extended Mind, Analysis 58.1. (1998)</li>
<li><a href='https://amzn.to/3mOtm69'>Andy Clark, Being There, Bradford (1998)</a> </li>
<li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/content-externalism/'>Externalism about the mind, Stanford Encyclopedia of Philosophy</a></li>
<li><a href='https://www.theatlantic.com/magazine/archive/1905/04/thoreaus-journal-part-iv/542109/'>Henry David Thoreau, Journal 1851</a></li>
<li>Watson und Crick — (an)sichten Artikel: <a href='https://sichten.blogspot.com/2012/11/watson-doppelhelix.html'>James Watson, Die Doppel-Helix</a>, Die Struktur der DNS <a href='https://sichten.blogspot.com/2012/11/watsoncrick.html'>Teil 1 (Watson und Crick)</a> und <a href='https://sichten.blogspot.com/2012/11/watsoncrickmodel.html'>Teil 2 (Die Doppelhelix)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=fN_rq-4uHAc'>Mark Rowlands, Extended Mentality (YouTube)</a></li>
<li><a href='https://fee.org/resources/i-pencil/'>Leonard E. Read, I, Pencil</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3qaE60L'>Annie Murphy Paul, The Extended Mind</a></li>
<li><a href='https://copilot.github.com'>GitHub Copilote</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=qhwTZi3Ld3Y'>Jonathan Haidt, How Social Media Is Changing Social Networks, Group Dynamics, Democracies  & Gen Z</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3kcIWH4'>Nicholas Christakis, Connected, Harper Collins (2021)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Über lange Zeit war die Ansicht geläufig, dass eines der wesentlichen Unterscheidungsmerkmale zwischen Tier und Mensch beim Werkzeuggebrauch liegt. Diese Idee, wie viele andere eindimensionale Unterscheidungen zwischen Tier und Mensch, scheinen aber wissenschaftlich nicht haltbar zu sein. Dennoch ist der Gebrauch und die Schaffung von Werkzeugen einer der konstituierenen Faktoren moderner Gesellschaften.</p>
<p>Manche Artefakte sind aber keine Werkzeuge im klassischen Verständnis, sondern scheinen vielmehr unser Denken zu erweitern. Damit stellt sich die etwa von Andy Clark und David Chalmers aufgeworfene Frage:</p>

<p>»Wo endet der Geist und wo beginnt der Rest der Welt?«</p>

<p>Andy Clark sieht dies in seinem Buch <em>Being There</em> etwas bildlich so:</p>

<p>»Der Geist ist ein undichtes Organ, er entflieht stetig seinen natürlichen Beschränkungen und mischt sich schamlos mit dem Körper und der Welt.«</p>

<p>Schon aus der Antike kennen wir die Ansicht, dass Körper und Geist in einer wesentlichen Wechselwirkung stehen, so schreibt Juvenal:</p>

<p>»Mens sana in corpore sano«, »Ein gesunder Geist steck in einem gesunden Körper.«</p>

<p>Aber in einem klassischen philosophischen Artikel aus dem Jahr 1998 konkretisieren Clark und Chalmers anhand einer Reihe von Beispielen die These, dass das Denken auch immer mehr unsere Umgebung einbezieht.</p>
<p>In dieser Folge versuche ich weniger die komplizierte philosophische Diskussion zu erfassen als mehr die Frage, welche Folgen diese Idee für unsere moderne Gesellschaft hat. Warum ist es wünschenswert, die natürlichen Beschränkungen unseres »biologischen Geistes« zu überwinden?</p>
<p>Wir werden in dieser Folge feststellen, dass wohl fast alle komplexen Prozesse unserer Gesellschaft ohne diesen »ausfließenden Geist« kaum vorstellbar wären.</p>
<p>Aber, wie so oft, gibt es auch Risiken oder Seiteneffekte, derer man sich bewusst sein sollte.</p>
<ol><li>Was bedeutet dies etwa für das Selbstverständnis und die Fähigkeiten des Menschen, das Ich, das Selbst?</li>
<li>Wenn wir erweiterte Kognition erleben, wo sich die Denkprozesse mehrerer Menschen überschneiden, was hat dies für Folgen?</li>
<li>Was bedeutet dies für die Komplexität und Resilienz unserer Gesellschaft uns so manchen abenteuerlicher Ideen, wie der Kolonialisierung des Weltraums, um ein extremes Beispiel zu nennen?</li>
</ol><p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/009-abstraktion-platos-idee-kommunismus-und-die-zukunft/'>Episode 9: Abstraktion: Platos Idee, Kommunismus und die Zukunft</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episide 10: Komplizierte Komplexität</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17: Kooperation</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/032-datenflut_buch/'>Episode 32: Überleben in der Datenflut – oder: warum das Buch wichtiger ist als je zuvor</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li>Andy Clark, David Chalmers, The Extended Mind, Analysis 58.1. (1998)</li>
<li><a href='https://amzn.to/3mOtm69'>Andy Clark, Being There, Bradford (1998)</a> </li>
<li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/content-externalism/'>Externalism about the mind, Stanford Encyclopedia of Philosophy</a></li>
<li><a href='https://www.theatlantic.com/magazine/archive/1905/04/thoreaus-journal-part-iv/542109/'>Henry David Thoreau, Journal 1851</a></li>
<li>Watson und Crick — (an)sichten Artikel: <a href='https://sichten.blogspot.com/2012/11/watson-doppelhelix.html'>James Watson, Die Doppel-Helix</a>, Die Struktur der DNS <a href='https://sichten.blogspot.com/2012/11/watsoncrick.html'>Teil 1 (Watson und Crick)</a> und <a href='https://sichten.blogspot.com/2012/11/watsoncrickmodel.html'>Teil 2 (Die Doppelhelix)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=fN_rq-4uHAc'>Mark Rowlands, Extended Mentality (YouTube)</a></li>
<li><a href='https://fee.org/resources/i-pencil/'>Leonard E. Read, I, Pencil</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3qaE60L'>Annie Murphy Paul, The Extended Mind</a></li>
<li><a href='https://copilot.github.com'>GitHub Copilote</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=qhwTZi3Ld3Y'>Jonathan Haidt, How Social Media Is Changing Social Networks, Group Dynamics, Democracies  & Gen Z</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3kcIWH4'>Nicholas Christakis, Connected, Harper Collins (2021)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Über lange Zeit war die Ansicht geläufig, dass eines der wesentlichen Unterscheidungsmerkmale zwischen Tier und Mensch beim Werkzeuggebrauch liegt. Diese Idee, wie viele andere eindimensionale Unterscheidungen zwischen Tier und Mensch, scheinen aber wissenschaftlich nicht haltbar zu sein. Dennoch ist der Gebrauch und die Schaffung von Werkzeugen einer der konstituierenen Faktoren moderner Gesellschaften.

Manche Artefakte sind aber keine Werkzeuge im klassischen Verständnis, sondern scheinen vielmehr unser Denken zu erweitern. Damit stellt sich die etwa von Andy Clark und David Chalmers aufgeworfene Frage:

»Wo endet der Geist und wo beginnt der Rest der Welt?«

Andy Clark sieht dies in seinem Buch Being There etwas bildlich so:

»Der Geist ist ein undichtes Organ, er entflieht stetig seinen natürlichen Beschränkungen und mischt sich schamlos mit dem Körper und der Welt.«

Schon aus der Antike kennen wir die Ansicht, dass Körper und Geist in einer wesentlichen Wechselwirkung stehen, so schreibt Juvenal:

»Mens sana in corpore sano«, »Ein gesunder Geist steck in einem gesunden Körper.«

Aber in einem klassischen philosophischen Artikel aus dem Jahr 1998 konkretisieren Clark und Chalmers anhand einer Reihe von Beispielen die These, dass das Denken auch immer mehr unsere Umgebung einbezieht.

In dieser Folge versuche ich weniger die komplizierte philosophische Diskussion zu erfassen als mehr die Frage, welche Folgen diese Idee für unsere moderne Gesellschaft hat. Warum ist es wünschenswert, die natürlichen Beschränkungen unseres »biologischen Geistes« zu überwinden?

Wir werden in dieser Folge feststellen, dass wohl fast alle komplexen Prozesse unserer Gesellschaft ohne diesen »ausfließenden Geist« kaum vorstellbar wären.

Aber, wie so oft, gibt es auch Risiken oder Seiteneffekte, derer man sich bewusst sein sollte.

Was bedeutet dies etwa für das Selbstverständnis und die Fähigkeiten des Menschen, das Ich, das Selbst?
Wenn wir erweiterte Kognition erleben, wo sich die Denkprozesse mehrerer Menschen überschneiden, was hat dies für Folgen?
Was bedeutet dies für die Komplexität und Resilienz unserer Gesellschaft uns so manchen abenteuerlicher Ideen, wie der Kolonialisierung des Weltraums, um ein extremes Beispiel zu nennen?
Referenzen

Andere Episoden

Episode 9: Abstraktion: Platos Idee, Kommunismus und die Zukunft
Episide 10: Komplizierte Komplexität
Episode 17: Kooperation
Episode 32: Überleben in der Datenflut – oder: warum das Buch wichtiger ist als je zuvor
Fachliche Referenzen

Andy Clark, David Chalmers, The Extended Mind, Analysis 58.1. (1998)
Andy Clark, Being There, Bradford (1998) 
Externalism about the mind, Stanford Encyclopedia of Philosophy
Henry David Thoreau, Journal 1851
Watson und Crick — (an)sichten Artikel: James Watson, Die Doppel-Helix, Die Struktur der DNS Teil 1 (Watson und Crick) und Teil 2 (Die Doppelhelix)
Mark Rowlands, Extended Mentality (YouTube)
Leonard E. Read, I, Pencil
Annie Murphy Paul, The Extended Mind
GitHub Copilote
Jonathan Haidt, How Social Media Is Changing Social Networks, Group Dynamics, Democracies  &amp; Gen Z</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>048 — Evolution, ein Gespräch mit Erich Eder</title>
        <itunes:title>048 — Evolution, ein Gespräch mit Erich Eder</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/048-evolution_erich_eder/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/048-evolution_erich_eder/#comments</comments>        <pubDate>Sun, 17 Oct 2021 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>In vergangenen Episoden habe ich mehrfach über evolutionäre Veränderungen gesprochen — es ist also höchste Zeit zum Thema »Evolution« eine eigene Episode zu machen.</p>
<p>Ich freue mich besonders dieses Thema mit Erich Eder diskutieren zu können. Erich ist Professor für Biologe an der medizinische Fakultät der Sigmund Freud Privatuniversität. Erich lehrt auch an der Univ. Wien, hat jahrelang an Urzeitkrebsen, sowie am Department für Evolutionsbiologie geforscht.</p>
<p>Zu dieser Aufnahme hat mich Erich auf seinen wunderbaren Bauernhof in die »Urwälder Wiens« eingeladen. Diese Atmosphäre hat auch auf die Aufnahme auf sehr schöne Weise abgefärbt: Wir haben Nachmittags bei Sonnenschein mit der Aufnahme  begonnen , dann ist ein Unwetter durchgezogen, was auch zur Folge hatte, das ein Schaf gerne bei uns im Haus Unterschlupf bekommen hätte. </p>
<p>In dieser tollen Atmosphäre sprechen wir über die Geschichte der Evolution und damit die ersten wesentlichen Erkenntnisse die auf Charles Darwin und seine Zeitgenossen zurückgehen. Dies sind Erkenntnisse, die teilweise aber auf Ideen beruhen, die bis zur Antike zurückreichen. </p>

<p>»Es ist deshalb müssig, immer wieder auf die Nützlichkeit der einzelnen Tiere oder Pflanzen, sowie auf ihre erstaunliche Anpassung aneinander hinzuweisen. Ich möchte gerne wissen, wie ein Lebewesen existieren könnte, wenn seine Teile nicht in dieser Weise angepasst wären. Finden wir nicht, dass es sogleich eingeht, wenn diese Anpassung aufhört? [...] Und kann man nicht auf diese Weise den Anschein von Weisheit und Planung, wie ihn das Universum bietet erklären?«, David Hume</p>

<p>Charles Darwin war eine äußerst interessante Persönlichkeit, der in regem Austausch mit bedeutenden Zeitgenossen wie etwa Thomas Henry Huxley, Alfred Russel Wallace und Sir Charles Lyell stand. Erich erzählt von Darwins Reise mit der »Beagle« und dem Verhältnis zu Captain Fitzroy, das als Beispiel  für die Reaktion vieler auf Darwins Erkenntnisse dienen kann. Im Jahr 1858 werden Darwins Forschungsergebnisse in der Royal Society präsentiert — und finden keine Beachtung. Das eher populärwissenschaftliche Buch »On the Origin of Species« (veröffentlicht 1859) wird hingegen ein durchschlagender Erfolg.</p>

<p>»Evolution always wins«</p>

<p>Wir sprechen weiters über Biologismus, Sozialdarwinismus des beginnenden 20. Jahrhunderts und Ideen der Eugenik, über die ich ansatzweise schon in den Episoden 44 mit Philipp Blom sowie 41 über Bertrand Russel diskutiert habe.</p>
<p>Dann erklärt Erich wesentliche neue Erkenntnisse des 20. und 21. Jahrhunderts, wie etwa Symbiose, die Rolle von Viren im Austausch von DNA und Epigenitik, Variation in der Mutationsrate, Gruppenselektion und die Systemtheorie nach Rupert Riedl und was ist vom »selbstsüchtigen Gen« zu halten?</p>
<p>Nicht nur die Erkenntnis wächst, auch unsere Fähigkeit das Genom von Organismen (und Viren) zu manipulieren. Was können wir von der Zukunft erwarten, mit der synthetischen Biologie, die bereits voll an Fahrt aufnimmt — wird jeder Schüler in der Garage seine eigenen Viren züchten können?</p>
<p>Zuletzt stelle ich die Frage, welche Rolle die Prinzipien der Evolution jenseits der Biologie, also etwa in unseren techno-sozialen Systemen, aber auch aus erkenntnistheoretischer Sicht spielen (könnten).</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/033-naturschutz_frank_zachos'>Episode 33: Naturschutz im Anthropozän, Ein Gespräch mit Prof. Frank Zachos</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/041-intellektuelle_bescheidenheit_russel'>Episode 41 – Intellektuelle Bescheidenheit: Was wir von Bertrand Russel und der Eugenik lernen können</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom'>Episode 44 – Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom </a></li>
</ul>
<p>Erich Eder</p>
<ul><li><a href='https://www.sfu.ac.at/en/person/eder-erich/'>https://www.sfu.ac.at/en/person/eder-erich/</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='http://amzn.to/iKKWnt'>Gerhard Streminger, Hume, Rowolth bildmonographien (1984)</a></li>
<li><a href='http://darwin-online.org.uk/EditorialIntroductions/Freeman_OntheOriginofSpecies.html'>Charles Darwin, On the Origin of Species </a></li>
<li><a href='https://sichten.blogspot.com/2020/04/brian-arthur-uber-algorithmen-und-die.html'>Brian Arthur über Algorithmen und Wissenschaft</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3npUl8X'>John Gray, Black Mass, Penguin (2008)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3k3FRcz'>Richard Dawkins, The Selfish Gen: 40th Anniversary Edition, Oxford Landmark Science (2016)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>In vergangenen Episoden habe ich mehrfach über evolutionäre Veränderungen gesprochen — es ist also höchste Zeit zum Thema »Evolution« eine eigene Episode zu machen.</p>
<p>Ich freue mich besonders dieses Thema mit Erich Eder diskutieren zu können. Erich ist Professor für Biologe an der medizinische Fakultät der Sigmund Freud Privatuniversität. Erich lehrt auch an der Univ. Wien, hat jahrelang an Urzeitkrebsen, sowie am Department für Evolutionsbiologie geforscht.</p>
<p>Zu dieser Aufnahme hat mich Erich auf seinen wunderbaren Bauernhof in die »Urwälder Wiens« eingeladen. Diese <em>Atmosphäre</em> hat auch auf die Aufnahme auf sehr schöne Weise abgefärbt: Wir haben Nachmittags bei Sonnenschein mit der Aufnahme  begonnen , dann ist ein Unwetter durchgezogen, was auch zur Folge hatte, das ein Schaf gerne bei uns im Haus Unterschlupf bekommen hätte. </p>
<p>In dieser tollen Atmosphäre sprechen wir über die Geschichte der Evolution und damit die ersten wesentlichen Erkenntnisse die auf Charles Darwin und seine Zeitgenossen zurückgehen. Dies sind Erkenntnisse, die teilweise aber auf Ideen beruhen, die bis zur Antike zurückreichen. </p>

<p>»Es ist deshalb müssig, immer wieder auf die Nützlichkeit der einzelnen Tiere oder Pflanzen, sowie auf ihre erstaunliche Anpassung aneinander hinzuweisen. Ich möchte gerne wissen, wie ein Lebewesen existieren könnte, wenn seine Teile nicht in dieser Weise angepasst wären. Finden wir nicht, dass es sogleich eingeht, wenn diese Anpassung aufhört? [...] Und kann man nicht auf diese Weise den Anschein von Weisheit und Planung, wie ihn das Universum bietet erklären?«, David Hume</p>

<p>Charles Darwin war eine äußerst interessante Persönlichkeit, der in regem Austausch mit bedeutenden Zeitgenossen wie etwa Thomas Henry Huxley, Alfred Russel Wallace und Sir Charles Lyell stand. Erich erzählt von Darwins Reise mit der »Beagle« und dem Verhältnis zu Captain Fitzroy, das als Beispiel  für die Reaktion vieler auf Darwins Erkenntnisse dienen kann. Im Jahr 1858 werden Darwins Forschungsergebnisse in der Royal Society präsentiert — und finden keine Beachtung. Das eher populärwissenschaftliche Buch »On the Origin of Species« (veröffentlicht 1859) wird hingegen ein durchschlagender Erfolg.</p>

<p>»Evolution always wins«</p>

<p>Wir sprechen weiters über Biologismus, Sozialdarwinismus des beginnenden 20. Jahrhunderts und Ideen der Eugenik, über die ich ansatzweise schon in den Episoden 44 mit Philipp Blom sowie 41 über Bertrand Russel diskutiert habe.</p>
<p>Dann erklärt Erich wesentliche neue Erkenntnisse des 20. und 21. Jahrhunderts, wie etwa Symbiose, die Rolle von Viren im Austausch von DNA und Epigenitik, Variation in der Mutationsrate, Gruppenselektion und die Systemtheorie nach Rupert Riedl und was ist vom »selbstsüchtigen Gen« zu halten?</p>
<p>Nicht nur die Erkenntnis wächst, auch unsere Fähigkeit das Genom von Organismen (und Viren) zu manipulieren. Was können wir von der Zukunft erwarten, mit der synthetischen Biologie, die bereits voll an Fahrt aufnimmt — wird jeder Schüler in der Garage seine eigenen Viren züchten können?</p>
<p>Zuletzt stelle ich die Frage, welche Rolle die Prinzipien der Evolution jenseits der Biologie, also etwa in unseren techno-sozialen Systemen, aber auch aus erkenntnistheoretischer Sicht spielen (könnten).</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/033-naturschutz_frank_zachos'>Episode 33: Naturschutz im Anthropozän, Ein Gespräch mit Prof. Frank Zachos</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/041-intellektuelle_bescheidenheit_russel'>Episode 41 – Intellektuelle Bescheidenheit: Was wir von Bertrand Russel und der Eugenik lernen können</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom'>Episode 44 – Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom </a></li>
</ul>
<p>Erich Eder</p>
<ul><li><a href='https://www.sfu.ac.at/en/person/eder-erich/'>https://www.sfu.ac.at/en/person/eder-erich/</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='http://amzn.to/iKKWnt'>Gerhard Streminger, Hume, Rowolth bildmonographien (1984)</a></li>
<li><a href='http://darwin-online.org.uk/EditorialIntroductions/Freeman_OntheOriginofSpecies.html'>Charles Darwin, On the Origin of Species </a></li>
<li><a href='https://sichten.blogspot.com/2020/04/brian-arthur-uber-algorithmen-und-die.html'>Brian Arthur über Algorithmen und Wissenschaft</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3npUl8X'>John Gray, Black Mass, Penguin (2008)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3k3FRcz'>Richard Dawkins, The Selfish Gen: 40th Anniversary Edition, Oxford Landmark Science (2016)</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary>In vergangenen Episoden habe ich schon mehrfach über evolutionäre Veränderungen gesprochen — es ist also höchste Zeit zum Thema »Evolution« eine eigene Episode zu machen.

Ich freue mich besonders dieses Thema mit Prof. Erich Eder diskutieren zu können. Erich ist Professor für Biologe an der medizinische Fakultät der Sigmund Freud Privatuniversität. Erich lehrt auch an der Univ. Wien, hat jahrelang an Urzeitkrebsen, sowie am Department für Evolutionsbiologie geforscht.

Zu dieser Aufnahme hat mich Erich auf seinen wunderbaren Bauernhof in die »Urwälder Wiens« eingeladen. Diese Atmosphäre hat auch auf die Aufnahme auf sehr schöne Weise abgefärbt: Wir haben Nachmittags bei Sonnenschein mit der Aufnahme  begonnen , dann ist ein Unwetter durchgezogen, was auch zur Folge hatte, das ein Schaf gerne bei uns im Haus Unterschlupf bekommen hätte. 

In dieser tollen Atmosphäre sprechen wir über die Geschichte der Evolution und damit die ersten wesentlichen Erkenntnisse die auf Charles Darwin und seine Zeitgenossen zurückgehen. Dies sind Erkenntnisse, die teilweise aber auf Ideen beruhen, die bis zur Antike zurückreichen. 

»Es ist deshalb müssig, immer wieder auf die Nützlichkeit der einzelnen Tiere oder Pflanzen, sowie auf ihre erstaunliche Anpassung aneinander hinzuweisen. Ich möchte gerne wissen, wie ein Lebewesen existieren könnte, wenn seine Teile nicht in dieser Weise angepasst wären. Finden wir nicht, dass es sogleich eingeht, wenn diese Anpassung aufhört? [...] Und kann man nicht auf diese Weise den Anschein von Weisheit und Planung, wie ihn das Universum bietet erklären?«, David Hume

Charles Darwin war eine äußerst interessante Persönlichkeit, der in regem Austausch mit bedeutenden Zeitgenossen wie etwa Thomas Henry Huxley, Alfred Russel Wallace und Sir Charles Lyell stand. Erich erzählt von Darwins Reise mit der »Beagle« und dem Verhältnis zu Captain Fitzroy, das als Beispiel  für die Reaktion vieler auf Darwins Erkenntnisse dienen kann. Im Jahr 1858 werden Darwins Forschungsergebnisse in der Royal Society präsentiert — und finden keine Beachtung. Das eher populärwissenschaftliche Buch »On the Origin of Species« (veröffentlicht 1859) wird hingegen ein durchschlagender Erfolg.

»Evolution always wins«

Wir sprechen weiters über Biologismus, Sozialdarwinismus des beginnenden 20. Jahrhunderts und Ideen der Eugenik, über die ich ansatzweise schon in den Episoden 44 mit Philipp Blom sowie 41 über Bertrand Russel diskutiert habe.

Dann erklärt Erich wesentliche neue Erkenntnisse des 20. und 21. Jahrhunderts, wie etwa Symbiose, die Rolle von Viren im Austausch von DNA und Epigenitik, Variation in der Mutationsrate, Gruppenselektion und die Systemtheorie nach Rupert Riedl und was ist vom »selbstsüchtigen Gen« zu halten?

Nicht nur die Erkenntnis wächst, auch unsere Fähigkeit das Genom von Organismen (und Viren) zu manipulieren. Was können wir von der Zukunft erwarten, mit der synthetischen Biologie, die bereits voll an Fahrt aufnimmt — wird jeder Schüler in der Garage seine eigenen Viren züchten können?

Zuletzt stelle ich die Frage, welche Rolle die Prinzipien der Evolution jenseits der Biologie, also etwa in unseren techno-sozialen Systemen, aber auch aus erkenntnistheoretischer Sicht spielen (könnten).

Referenzen

Andere Episoden

Episode 33: Naturschutz im Anthropozän, Ein Gespräch mit Prof. Frank Zachos
Episode 41 – Intellektuelle Bescheidenheit: Was wir von Bertrand Russel und der Eugenik lernen können
Episode 44 – Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom
Erich Eder

https://www.sfu.ac.at/en/person/eder-erich/
Fachliche Referenzen

Gerhard Streminger, Hume, Rowolth bildmonographien (1984)
Charles Darwin, On the Origin of Species 
Jürgen Neffe, Darwin: Das Abenteuer des Lebens, Penguin (2017)
Rupert Riedl, Die Strategie der Genesis, Naturgeschichte der realen Welt, Piper (1976)
Rupert Riedl, Evolution und Erkenntnis, Piper (1984)
Brian Arthur über Algorithmen und Wissenschaft
John Gray, Black Mass, Penguin (2008)
Richa</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
        <itunes:explicit>false</itunes:explicit>
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    <item>
        <title>047 — Große Worte</title>
        <itunes:title>047 — Große Worte</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/047-grosse_worte/#comments</comments>        <pubDate>Wed, 22 Sep 2021 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[
<p>»Der Starke ist am mächtigsten allein.«, Friedrich Schiller, Wilhelm Tell, beziehungsweise Dagobert Duck in der Übersetzung von Dr. Erika Fuchs</p>

<p>Die Idee zu dieser Episode reift schon seit längerer Zeit, aber gerade meine Beobachtung vom Verhalten und Auftreten Intellektueller und Wissenschafter in sozialen (aber auch traditionellen) Medien hat jetzt den Ausschlag gegeben. Einerseits erlauben uns soziale Medien die Vernetzung untereinander und fallweise auch Verteilung und Diskussion interessanter neuer Ideen, gleichzeitig aber fühlen sich Netzwerke wie Twitter immer mehr wie ein Virus an, der viele von uns und damit die Diskussionskultur vergiftet.</p>
<p>Selbst führende Intellektuellen, schaffen es oftmals nicht einen kühlen, ruhigen and distanzierten Kopf zu bewahren und werden auf dieser Plattform zu schlechteren Menschen und schlechteren Wissenschaftern / Experten. Dümmer, weniger interessant, polarisierend. Oder wie es der Internet-Pionier Jaron Lanier eine Spur provokanter ausdrückt: </p>

<p>»Soziale Medien machen dich (wahrscheinlich) zum Arschloch« und »Die heutigen sozialen Medien ziehen Großmäuler und Arschlöcher an.«</p>

<p>Was mich besonders beunruhigt: In der aktuellen  Krise zeigt sich, dass auch Intellektuelle, die bisher eher zu nüchternder und kluger Analyse geneigt haben, zunehmend neben der Spur stehen. </p>
<p>In Episode 32 habe ich mich mit einem anderen, aber überschneidenden Aspekt dieses Themas beschäftigt: Was ist Information, was sind Daten, in welcher Form werden wir am besten informiert? In Episode 41 diskutiere ich ebenfalls intellektuelle Bescheidenheit, beziehungsweise meine Forderung danach, aber auch in dieser vergangenen Episode ist der Bezug ein anderer, nämlich die Frage, wie wir mit vergangenen Irrtümern und intellektuellen Irrläufern umgehen sollten.</p>
<p>In dieser Episode steht eher die umgekehrte Richtung im Vordergrund: also nicht nur wie konsumieren wir Information und nicht nur Rauschen, sondern vor allem auch, wie interagieren wir mit anderen und wie tragen wir aktuell zu Diskursen bei. Welche Rolle spielen soziale Medien dabei heute, und welche sollten sie für uns in der Zukunft spielen.</p>
<p>Auch in dieser Folge nehme ich zunächst auf Ansichten des Philosophen Karl Popper aus den 1980er Jahren Bezug:</p>

<p>»Wir dürfen nie vorgeben zu wissen, und dürfen nie große Worte gebrauchen« </p>
<p>»Wenn ein Mensch verantwortlich sprechen will, muß er so reden, daß man ihm nachweisen kann, daß er etwas Falsches gesagt hat. Dann wird er auch etwas bescheidener sein.«</p>

<p>Ein Aufruf, der heute aktueller ist als je zuvor. Wir sind umgeben von Besserwissern, Leuten, die die eigenen Fähigkeiten dramatisch überschätzen oder ihrer Umgebung mehr Sicherheit vorspielen als gegeben ist. Große Worte und Arroganz schaden der wichtigen Auseinandersetzung bei unterschiedlichen Ansichten.</p>
<p>Nicht nur soziale Netzwerke selbst sind vergiftet, sondern zunehmend auch der wissenschaftliche und politisch/gesellschaftliche Diskurs — quasi als Kollateralschaden der Reproduktionsform, um mit Günther Anders zu sprechen: </p>

<p>“Wenn das Ereignis in seiner Reproduktionsform sozial wichtiger wird als in seiner Originalform, dann muß das Original sich nach seiner Reproduktion richten, das Ereignis also zur bloßen Matrize ihrer Reproduktion werden.”</p>
<p>“Wenn das Ferne zu nahe tritt, entfernt oder verwischt sich das Nahe.”</p>

<p>Sowohl in den Naturwissenschaften aber besonders auch den Geisteswissenschaften und Sozialwissenschaften finden wir immer mehr Blender und Schwätzer.</p>

<p>»Jeder Intellektuelle hat eine ganz spezielle Verantwortung. Er hat das Privileg und die Gelegenheit, zu studieren. Dafür schuldet er es seinen Mitmenschen (oder der Gesellschaft), die Erkenntnisse seines Studiums in der einfachsten und klarsten und bescheidensten Form darzustellen. Das Schlimmste ist, wenn die Intellektuellen es versuchen, sich ihren Mitmenschen gegenüber als große Propheten aufzuspielen und sie mit orakelnden Philosophien zu beeindrucken. Wer’s nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und weiterarbeiten, bis er’s klar sagen kann.«, Karl Popper</p>

<p>Dieses Wettrüsten der Worte um immer großspurigere und gleichzeitig inhaltsleere Darstellungen zu befeuern mag dem eigenen Image dienen (in Form von moral grandstanding und virtue signaling) schadet aber Wissenschaft, Gesellschaft und Politik.</p>
<p>Wie können wir es wieder ruhiger und bescheidener angehen und die (a)sozialen Netzwerke weitgehend hinter uns lassen? Was hat es mit Rudeln und Einzelgängern auf sich und wie helfen uns diese Überlegungen bessere Gespräche zu führen und damit zu besseren Entscheidungen zu kommen.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/041-intellektuelle_bescheidenheit_russel/'>Episode 41: Intellektuelle Bescheidenheit: Was wir von Bertrand Russel und der Eugenik lernen können</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/032-datenflut_buch/'>Episode 32: Überleben in der Datenflut – oder: warum das Buch wichtiger ist als je zuvor</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/016-%E2%80%93-innovation-und-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 16: Innovation und Fortschritt oder Stagnation?</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3yoG65W'>Jaron Lanier, Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst</a></li>
<li>Karl Popper, Ich weiß, dass ich nichts weiß – und kaum das</li>
<li><a href='https://amzn.to/3t71PP3'>Karl Popper, Auf der Suche nach einer besseren Welt (1987)</a></li>
<li>Günther Anders, Die Antiquiertheit des Menschen, <a href='https://amzn.to/3zpK1Rx'>Band 1</a>, <a href='https://amzn.to/2XVlhCA'>Band 2</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=YPJug0s2u4w'>Brett Weinstein, Dark Horse Podcast mit Daniel Schmachtenberger, 11. Feb. 2021</a> </li>
<li><a href='https://www.friedrich-schiller-archiv.de/wilhelm-tell-text/1-aufzug-3-szene/4/'>Friedrich Schiller, Wilhelm Tell</a> </li>
<li><a href='https://amzn.to/38kaDar'>Philipp Blom, Was auf dem Spiel steht, Carl Hanser (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3mD8M91'>Justin Tosi, Grandstanding: The Use and Abuse of Moral Talk, Oxford Univ. Press (2020)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[
<p>»Der Starke ist am mächtigsten allein.«, Friedrich Schiller, Wilhelm Tell, beziehungsweise Dagobert Duck in der Übersetzung von Dr. Erika Fuchs</p>

<p>Die Idee zu dieser Episode reift schon seit längerer Zeit, aber gerade meine Beobachtung vom Verhalten und Auftreten Intellektueller und Wissenschafter in sozialen (aber auch traditionellen) Medien hat jetzt den Ausschlag gegeben. Einerseits erlauben uns soziale Medien die Vernetzung untereinander und fallweise auch Verteilung und Diskussion interessanter neuer Ideen, gleichzeitig aber fühlen sich Netzwerke wie Twitter immer mehr wie ein Virus an, der viele von uns und damit die Diskussionskultur vergiftet.</p>
<p>Selbst führende Intellektuellen, schaffen es oftmals nicht einen kühlen, ruhigen and distanzierten Kopf zu bewahren und werden auf dieser Plattform zu schlechteren Menschen und schlechteren Wissenschaftern / Experten. Dümmer, weniger interessant, polarisierend. Oder wie es der Internet-Pionier Jaron Lanier eine Spur provokanter ausdrückt: </p>

<p>»Soziale Medien machen dich (wahrscheinlich) zum Arschloch« und »Die heutigen sozialen Medien ziehen Großmäuler und Arschlöcher an.«</p>

<p>Was mich besonders beunruhigt: In der aktuellen  Krise zeigt sich, dass auch Intellektuelle, die bisher eher zu nüchternder und kluger Analyse geneigt haben, zunehmend neben der Spur stehen. </p>
<p>In Episode 32 habe ich mich mit einem anderen, aber überschneidenden Aspekt dieses Themas beschäftigt: Was ist Information, was sind Daten, in welcher Form werden wir am besten informiert? In Episode 41 diskutiere ich ebenfalls <em>intellektuelle Bescheidenheit</em>, beziehungsweise meine Forderung danach, aber auch in dieser vergangenen Episode ist der Bezug ein anderer, nämlich die Frage, wie wir mit vergangenen <em>Irrtümern</em> und intellektuellen Irrläufern umgehen sollten.</p>
<p>In dieser Episode steht eher die umgekehrte Richtung im Vordergrund: also nicht nur wie konsumieren wir Information und nicht nur Rauschen, sondern vor allem auch, wie interagieren wir mit anderen und wie tragen wir aktuell zu Diskursen bei. Welche Rolle spielen soziale Medien dabei heute, und welche sollten sie für uns in der Zukunft spielen.</p>
<p>Auch in dieser Folge nehme ich zunächst auf Ansichten des Philosophen Karl Popper aus den 1980er Jahren Bezug:</p>

<p>»Wir dürfen nie vorgeben zu wissen, und dürfen nie große Worte gebrauchen« </p>
<p>»Wenn ein Mensch verantwortlich sprechen will, muß er so reden, daß man ihm nachweisen kann, daß er etwas Falsches gesagt hat. Dann wird er auch etwas bescheidener sein.«</p>

<p>Ein Aufruf, der heute aktueller ist als je zuvor. Wir sind umgeben von Besserwissern, Leuten, die die eigenen Fähigkeiten dramatisch überschätzen oder ihrer Umgebung mehr Sicherheit vorspielen als gegeben ist. Große Worte und Arroganz schaden der wichtigen Auseinandersetzung bei unterschiedlichen Ansichten.</p>
<p>Nicht nur soziale Netzwerke selbst sind vergiftet, sondern zunehmend auch der wissenschaftliche und politisch/gesellschaftliche Diskurs — quasi als Kollateralschaden der Reproduktionsform, um mit Günther Anders zu sprechen: </p>

<p>“Wenn das Ereignis in seiner Reproduktionsform sozial wichtiger wird als in seiner Originalform, dann muß das Original sich nach seiner Reproduktion richten, das Ereignis also zur bloßen Matrize ihrer Reproduktion werden.”</p>
<p>“Wenn das Ferne zu nahe tritt, entfernt oder verwischt sich das Nahe.”</p>

<p>Sowohl in den Naturwissenschaften aber besonders auch den Geisteswissenschaften und Sozialwissenschaften finden wir immer mehr Blender und Schwätzer.</p>

<p>»Jeder Intellektuelle hat eine ganz spezielle Verantwortung. Er hat das Privileg und die Gelegenheit, zu studieren. Dafür schuldet er es seinen Mitmenschen (oder der Gesellschaft), die Erkenntnisse seines Studiums in der einfachsten und klarsten und bescheidensten Form darzustellen. Das Schlimmste ist, wenn die Intellektuellen es versuchen, sich ihren Mitmenschen gegenüber als große Propheten aufzuspielen und sie mit orakelnden Philosophien zu beeindrucken. Wer’s nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und weiterarbeiten, bis er’s klar sagen kann.«, Karl Popper</p>

<p>Dieses Wettrüsten der Worte um immer großspurigere und gleichzeitig inhaltsleere Darstellungen zu befeuern mag dem eigenen Image dienen (in Form von <em>moral grandstanding </em>und <em>virtue signaling</em>) schadet aber Wissenschaft, Gesellschaft und Politik.</p>
<p>Wie können wir es wieder ruhiger und bescheidener angehen und die (a)sozialen Netzwerke weitgehend hinter uns lassen? Was hat es mit Rudeln und Einzelgängern auf sich und wie helfen uns diese Überlegungen bessere Gespräche zu führen und damit zu besseren Entscheidungen zu kommen.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/041-intellektuelle_bescheidenheit_russel/'>Episode 41: Intellektuelle Bescheidenheit: Was wir von Bertrand Russel und der Eugenik lernen können</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/032-datenflut_buch/'>Episode 32: Überleben in der Datenflut – oder: warum das Buch wichtiger ist als je zuvor</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/016-%E2%80%93-innovation-und-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 16: Innovation und Fortschritt oder Stagnation?</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3yoG65W'>Jaron Lanier, Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst</a></li>
<li>Karl Popper, Ich weiß, dass ich nichts weiß – und kaum das</li>
<li><a href='https://amzn.to/3t71PP3'>Karl Popper, Auf der Suche nach einer besseren Welt (1987)</a></li>
<li>Günther Anders, Die Antiquiertheit des Menschen, <a href='https://amzn.to/3zpK1Rx'>Band 1</a>, <a href='https://amzn.to/2XVlhCA'>Band 2</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=YPJug0s2u4w'>Brett Weinstein, Dark Horse Podcast mit Daniel Schmachtenberger, 11. Feb. 2021</a> </li>
<li><a href='https://www.friedrich-schiller-archiv.de/wilhelm-tell-text/1-aufzug-3-szene/4/'>Friedrich Schiller, Wilhelm Tell</a> </li>
<li><a href='https://amzn.to/38kaDar'>Philipp Blom, Was auf dem Spiel steht, Carl Hanser (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3mD8M91'>Justin Tosi, Grandstanding: The Use and Abuse of Moral Talk, Oxford Univ. Press (2020)</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary>»Der Starke ist am mächtigsten allein.«, Friedrich Schiller, Wilhelm Tell, beziehungsweise Dagobert Duck in der Übersetzung von Dr. Erika Fuchs

Die Idee zu dieser Episode reift schon seit längerer Zeit, aber gerade meine Beobachtung vom Verhalten und Auftreten Intellektueller und Wissenschafter in sozialen (aber auch traditionellen) Medien hat jetzt den Ausschlag gegeben. Einerseits erlauben uns soziale Medien die Vernetzung untereinander und fallweise auch Verteilung und Diskussion interessanter neuer Ideen, gleichzeitig aber fühlen sich Netzwerke wie Twitter immer mehr wie ein Virus an, der viele von uns und damit die Diskussionskultur vergiftet.

Selbst führende Intellektuellen, schaffen es oftmals nicht einen kühlen, ruhigen and distanzierten Kopf zu bewahren und werden auf dieser Plattform zu schlechteren Menschen und schlechteren Wissenschaftern / Experten. Dümmer, weniger interessant, polarisierend. Oder wie es der Internet-Pionier Jaron Lanier eine Spur provokanter ausdrückt: 

»Soziale Medien machen dich (wahrscheinlich) zum Arschloch« und »Die heutigen sozialen Medien ziehen Großmäuler und Arschlöcher an.«

Was mich besonders beunruhigt: In der aktuellen  Krise zeigt sich, dass auch Intellektuelle, die bisher eher zu nüchternder und kluger Analyse geneigt haben, zunehmend neben der Spur stehen. 

In Episode 32 habe ich mich mit einem anderen, aber überschneidenden Aspekt dieses Themas beschäftigt: Was ist Information, was sind Daten, in welcher Form werden wir am besten informiert? In Episode 41 diskutiere ich ebenfalls intellektuelle Bescheidenheit, beziehungsweise meine Forderung danach, aber auch in dieser vergangenen Episode ist der Bezug ein anderer, nämlich die Frage, wie wir mit vergangenen Irrtümern und intellektuellen Irrläufern umgehen sollten.

In dieser Episode steht eher die umgekehrte Richtung im Vordergrund: also nicht nur wie konsumieren wir Information und nicht nur Rauschen, sondern vor allem auch, wie interagieren wir mit anderen und wie tragen wir aktuell zu Diskursen bei. Welche Rolle spielen soziale Medien dabei heute, und welche sollten sie für uns in der Zukunft spielen.

Auch in dieser Folge nehme ich zunächst auf Ansichten des Philosophen Karl Popper aus den 1980er Jahren Bezug:

»Wir dürfen nie vorgeben zu wissen, und dürfen nie große Worte gebrauchen« 

»Wenn ein Mensch verantwortlich sprechen will, muß er so reden, daß man ihm nachweisen kann, daß er etwas Falsches gesagt hat. Dann wird er auch etwas bescheidener sein.«

Ein Aufruf, der heute aktueller ist als je zuvor. Wir sind umgeben von Besserwissern, Leuten, die die eigenen Fähigkeiten dramatisch überschätzen oder ihrer Umgebung mehr Sicherheit vorspielen als gegeben ist. Große Worte und Arroganz schaden der wichtigen Auseinandersetzung bei unterschiedlichen Ansichten.

Nicht nur soziale Netzwerke selbst sind vergiftet, sondern zunehmend auch der wissenschaftliche und politisch/gesellschaftliche Diskurs — quasi als Kollateralschaden der Reproduktionsform, um mit Günther Anders zu sprechen: 

“Wenn das Ereignis in seiner Reproduktionsform sozial wichtiger wird als in seiner Originalform, dann muß das Original sich nach seiner Reproduktion richten, das Ereignis also zur bloßen Matrize ihrer Reproduktion werden.”

“Wenn das Ferne zu nahe tritt, entfernt oder verwischt sich das Nahe.”

Sowohl in den Naturwissenschaften aber besonders auch den Geisteswissenschaften und Sozialwissenschaften finden wir immer mehr Blender und Schwätzer.

»Jeder Intellektuelle hat eine ganz spezielle Verantwortung. Er hat das Privileg und die Gelegenheit, zu studieren. Dafür schuldet er es seinen Mitmenschen (oder der Gesellschaft), die Erkenntnisse seines Studiums in der einfachsten und klarsten und bescheidensten Form darzustellen. Das Schlimmste ist, wenn die Intellektuellen es versuchen, sich ihren Mitmenschen gegenüber als große Propheten aufzuspielen und sie mit orakelnden Philosophien zu beeindrucken. Wer’s nicht einfach und klar sagen kann, der soll </itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>046 – Activism, a Conversation with Zion Lights</title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/046-activism_zion-lights/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 30 Aug 2021 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>This is an exceptional episode — not only because of my guest, but also because of the fact that this episode is in English in a generally German speaking podcast. I might make the odd exception also in the future. Check the Tags to select English episodes.</p>
<p>Das ist heute ausnahmsweise eine englischsprachige Episode, es würde mich freuen, wenn Sie dabei bleiben, andernfalls geht es in Zukunft wieder deutschsprachig weiter. </p>
<p>In todays episode I am exctited to welcome Zion Lights. Zion Lights is a science communicator who is known for her environmental advocacy work. She is Founder of Emergency Reactor and author of The Ultimate Guide to Green Parenting, the first evidence-based book of its kind. Zion is an astronomer and she has given a TED talk on stargazing and she is the former Editor of The Hourglass, Extinction Rebellion's print newspaper, and a former spokesperson for the group. </p>
<p>The overarching topic of this episode is activism. I talked about activism, let's say in the footnotes of other episodes (see references). Activism clearly plays an important role in our world to change things — hopefully for the better, and exactly »hopefully« is the term I am discussing with Zion.</p>

<p>»Soundbites are appealing to people«</p>

<p>What is the role of activism in our world? How can activism go wrong — activism is (also historically) very strong on the side of reason but increasingly also on the side of nonsense. We see that small numbers of people can change the world — for the good or for the worse, how can we ensure it is for the better?</p>

<p>»Every great cause begins as a movement, becomes a business and eventually degenerates into a racket.«, Eric Hoffer</p>

<p>What role does science play and maybe more importantly: what is the interaction between good science and good activism? We then talk about naturalistic fallacies and the precautionary principle. Finally we touch on the difficult but important subject of risk communication.</p>

<p>»We have to learn to be more rational creatures, really«</p>

<p>What additionally fascinates me about Zion Lights: she openly changed her mind on an important and divisive topic (nuclear energy) as a person with significant exposure. She didn't fall into the »ideology trap«, but constantly revisited her opinions, continued to learn and listened to science — even though it would have been much easier to stick to the more popular opinions in her circle, like most of her peers did.</p>
<p>Other Episodes</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45: Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39: Follow the Science</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37: Probleme und Lösungen</a></li>
</ul>
<p>References</p>
<ul><li>Zion Lights:
<ul><li>Twitter @ziontree</li>
<li><a href='http://www.zionlights.co.uk'>www.zionlights.co.uk</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3Bf0uIP'>The Ultimate Guide to Green Parenting</a></li>
<li>Sign up to the mailing list at <a href='http://www.emergencyreactor.org'>www.emergencyreactor.org</a></li>
<li>TEDx Talk: <a href='https://www.ted.com/talks/zion_lights_don_t_forget_to_look_up'>Don't forget to look up</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=fjhrQsG3VNg'>Andrew Neill Show</a></li>
<li><a href='https://en.wikipedia.org/wiki/Zwentendorf_Nuclear_Power_Plant'>Zwentendorf nuclear powerplant </a></li>
<li><a href='https://www.nature.com/articles/d41586-020-02989-9'>Andrew Wakefield, The discredited doctor hailed by the anti-vaccine movement, Nature (2020)</a></li>
<li><a href='https://withouthotair.com'>David MacKay, Without the hot air (2015)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>This is an exceptional episode — not only because of my guest, but also because of the fact that this episode is in English in a generally German speaking podcast. I might make the odd exception also in the future. Check the Tags to select English episodes.</p>
<p><em>Das ist heute ausnahmsweise eine englischsprachige Episode, es würde mich freuen, wenn Sie dabei bleiben, andernfalls geht es in Zukunft wieder deutschsprachig weiter. </em></p>
<p>In todays episode I am exctited to welcome Zion Lights. Zion Lights is a science communicator who is known for her environmental advocacy work. She is Founder of Emergency Reactor and author of The Ultimate Guide to Green Parenting, the first evidence-based book of its kind. Zion is an astronomer and she has given a TED talk on stargazing and she is the former Editor of The Hourglass, Extinction Rebellion's print newspaper, and a former spokesperson for the group. </p>
<p>The overarching topic of this episode is activism. I talked about activism, let's say in the footnotes of other episodes (see references). Activism clearly plays an important role in our world to change things — hopefully for the better, and exactly <em>»hopefully«</em> is the term I am discussing with Zion.</p>

<p>»Soundbites are appealing to people«</p>

<p>What is the role of activism in our world? How can activism go wrong — activism is (also historically) very strong on the side of reason but increasingly also on the side of nonsense. We see that small numbers of people can change the world — for the good or for the worse, how can we ensure it is for the better?</p>

<p>»Every great cause begins as a movement, becomes a business and eventually degenerates into a racket.«, Eric Hoffer</p>

<p>What role does science play and maybe more importantly: what is the interaction between good science and good activism? We then talk about naturalistic fallacies and the precautionary principle. Finally we touch on the difficult but important subject of risk communication.</p>

<p>»We have to learn to be more rational creatures, really«</p>

<p><em>What additionally fascinates me about Zion Lights: she openly changed her mind on an important and divisive topic (nuclear energy) as a person with significant exposure. She didn't fall into the »ideology trap«, but constantly revisited her opinions, continued to learn and listened to science — even though it would have been much easier to stick to the more popular opinions in her circle, like most of her peers did.</em></p>
<p>Other Episodes</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/'>Episode 45: Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/'>Episode 39: Follow the Science</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37: Probleme und Lösungen</a></li>
</ul>
<p>References</p>
<ul><li>Zion Lights:
<ul><li>Twitter @ziontree</li>
<li><a href='http://www.zionlights.co.uk'>www.zionlights.co.uk</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3Bf0uIP'>The Ultimate Guide to Green Parenting</a></li>
<li>Sign up to the mailing list at <a href='http://www.emergencyreactor.org'>www.emergencyreactor.org</a></li>
<li>TEDx Talk: <a href='https://www.ted.com/talks/zion_lights_don_t_forget_to_look_up'>Don't forget to look up</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=fjhrQsG3VNg'>Andrew Neill Show</a></li>
<li><a href='https://en.wikipedia.org/wiki/Zwentendorf_Nuclear_Power_Plant'>Zwentendorf nuclear powerplant </a></li>
<li><a href='https://www.nature.com/articles/d41586-020-02989-9'>Andrew Wakefield, The discredited doctor hailed by the anti-vaccine movement, Nature (2020)</a></li>
<li><a href='https://withouthotair.com'>David MacKay, Without the hot air (2015)</a></li>
</ul>
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Das ist heute ausnahmsweise eine englischsprachige Episode, es würde mich freuen, wenn Sie dabei bleiben, andernfalls geht es in Zukunft wieder deutschsprachig weiter. 

In todays episode I am exctited to welcome Zion Lights. Zion Lights is a science communicator who is known for her environmental advocacy work. She is Founder of Emergency Reactor and author of The Ultimate Guide to Green Parenting, the first evidence-based book of its kind. Zion is an astronomer and she has given a TED talk on stargazing and she is the former Editor of The Hourglass, Extinction Rebellion’s print newspaper, and a former spokesperson for the group. 

The overarching topic of this episode is activism. I talked about activism, let’s say in the footnotes of other episodes (see references). Activism clearly plays an important role in our world to change things — hopefully for the better, and exactly »hopefully« is the term I am discussing with Zion.

»Soundbites are appealing to people«

What is the role of activism in our world? How can activism go wrong — activism is (also historically) very strong on the side of reason but increasingly also on the side of nonsense. We see that small numbers of people can change the world — for the good or for the worse, how can we ensure it is for the better?

»Every great cause begins as a movement, becomes a business and eventually degenerates into a racket.«, Eric Hoffer

What role does science play and maybe more importantly: what is the interaction between good science and good activism? We then talk about naturalistic fallacies and the precautionary principle. Finally we touch on the difficult but important subject of risk communication.

»We have to learn to be more rational creatures, really«

What additionally fascinates me about Zion Lights: she openly changed her mind on an important and divisive topic (nuclear energy) as a person with significant exposure. She didn’t fall into the »ideology trap«, but constantly revisited her opinions, continued to learn and listened to science — even though it would have been much easier to stick to the more popular opinions in her circle, like most of her peers did.

Other Episodes

- Episode 45: Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?
- Episode 39: Follow the Science
- Episode 37: Probleme und Lösungen

References

Zion Lights:
- Twitter @ziontree
- www.zionlights.co.uk
- The Ultimate Guide to Green Parenting
- Sign up to the mailing list at www.emergencyreactor.org
- TEDx Talk: Don’t forget to look up

- Andrew Neill Show
- Zwentendorf nuclear powerplant 
- Andrew Wakefield, The discredited doctor hailed by the anti-vaccine movement, Nature (2020)
- David MacKay, Without the hot air (2015)</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>045 – Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?</title>
        <itunes:title>045 – Mit »Reboot« oder Rebellion aus der Krise?</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/045-reboot_rebellion/#comments</comments>        <pubDate>Wed, 04 Aug 2021 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Gerade in Zeiten der Krise liest und hört man immer wieder Geschichten, Phantasien, manchmal auch Schreckens- oder gar Wunschvorstellungen, unsere (globale) Gesellschaft könnte kollabieren und dann einen sogenannten Reboot durchleben. Wie ein Phoenix aus der Asche könnte eine neue, bessere Gesellschaft aus den Ruinen der alten aufstehen. </p>
<p></p>
<p>So wird auch von manchen extremeren Gruppen die Idee in den Raum gestellt, eine solche Disruption bewusst herbeizuführen.</p>

»Traditionelle Strategien wir Petitionen, Lobbying, Wahlen und Proteste haben aufgrund der tief verankerten Interessen von politischen und ökonomischen Kräften nicht funktioniert. Unser Vorgehen ist daher gewaltfreier, disruptiver ziviler Ungehorsam — eine Rebellion um Änderungen herbeizuführen, zumal alle anderen Mittel versagt haben«,  Extinction Rebellion global, Website (Hervorhebungen von mir)

<p>Es gibt noch radikalere Vorstellungen und Phantasien in politisch radikalen Strömungen, von Anarchisten bis zu rechts-radikalen und in radikal religiösen Bewegungen wie dem Islamismus oder evangelikalen Bewegungen, etwa in den USA, die ebenfalls glauben über radikale Änderungen eine bessere Welt herbeiführen zu können oder gar über einen Kollaps und Neuaufbau.</p>
<p>Der britische Philosoph John Gray fasst dies so zusammen:</p>

<p>»Der millenaristische Geist glaubt, die menschliche Welt kann komplett und schlagartig transformiert werden […]  Zur Zeit des Mittelalters wurde dies durch Gott oder Gottes Vertreter auf Erden erreicht. In modernen Zeiten, gilt als Autor dieser neuen Welt die Humanität oder selbsternannte revolutionäre Avantgarde.«</p>

<p>Nutzen wir doch die Krise, räumen wir das alte Zeug weg, und bauen wir von vorne neu auf! Wir beginnen also von vorne, aber wissen es diesmal besser, machen alles besser und alles wird gut?</p>
<p>In dieser Episode diskutiere ich einerseits die Idee schneller, radikaler Reformen und die Frage, ob es möglich ist, eine moderne Gesellschaft aus den Ruinen der heutigen wieder aufzubauen.</p>
<p>Die kurze Antwort ist: nein. Wir haben die Leitern, auf denen wir auf die heutige gesellschaftliche Komplexität hochgeklettert sind, weggeworfen. Nicht nur würde ein Kollaps unfassbares Leid anrichten, wir wären wohl auch nicht mehr in der Lage eine moderne Gesellschaft wiederherzustellen.</p>
<p>Auch die Phantasien schneller, radikaler Reformen sind aus mehreren Gründen nicht nur unrealistisch sondern wahrscheinlich brandgefährlich. Etwas zerstören ist einfach, etwas funktionierendes Aufbauen ungeheuer schwierig und, wenn es große Teile der Gesellschaft, Wirtschaft und Politik betrifft, auch nicht planbar.</p>

<p>»Eine Revolution lässt sich nicht als Fortschritt beschreiben«, Christoph Möllers</p>

<p>Die Kunst der Transformation unserer Gesellschaft hin zu einem nachhaltigen Lebensstil ist daher wohl ein ungeheuer komplexer Balanceakt, wo substantielle Veränderung geschehen sollte, dies hochgradig rational und nicht von Ideologien getrieben, aber bei gleichzeitiger Erhaltung bestehender Systeme und Strukturen, bis diese tatsächlich durch funktionierende neue ersetzt wurden.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44: Was ist Fortschritt, Gespräch mit Philipp Blom</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/041-intellektuelle_bescheidenheit_russel/'>Episode 41: Intellektuelle Bescheidenheit</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37: Probleme und Lösungen</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27: Wicked Problems</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17: Kooperation</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3zEYrwM'>John Gray, Black Mass</a></li>
<li><a href='https://www.bbc.co.uk/sounds/play/m000c8rz'>John Gray, BBC A Point of View, The recurrent dream of an end-time (2019)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3ryQczw'>Andy Clark, Being There</a></li>
<li><a href='https://rebellion.global/about-us/'>Extinction Rebellion Website</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3Xd13id'>Christoph Möllers, Freiheitsgrade, Suhrkamp (2020)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Gerade in Zeiten der Krise liest und hört man immer wieder Geschichten, Phantasien, manchmal auch Schreckens- oder gar Wunschvorstellungen, unsere (globale) Gesellschaft könnte kollabieren und dann einen sogenannten Reboot durchleben. Wie ein <em>Phoenix aus der Asche</em> könnte eine neue, bessere Gesellschaft aus den <em>Ruinen der alten</em> aufstehen. </p>
<p></p>
<p>So wird auch von manchen extremeren Gruppen die Idee in den Raum gestellt, eine solche Disruption bewusst herbeizuführen.</p>

»Traditionelle Strategien wir Petitionen, Lobbying, Wahlen und Proteste haben aufgrund der tief verankerten Interessen von politischen und ökonomischen Kräften nicht funktioniert. Unser Vorgehen ist daher gewaltfreier, disruptiver ziviler Ungehorsam — eine Rebellion um Änderungen herbeizuführen, zumal alle anderen Mittel versagt haben«,  Extinction Rebellion global, Website <em>(Hervorhebungen von mir)</em>

<p>Es gibt noch radikalere Vorstellungen und Phantasien in politisch radikalen Strömungen, von Anarchisten bis zu rechts-radikalen und in radikal religiösen Bewegungen wie dem Islamismus oder evangelikalen Bewegungen, etwa in den USA, die ebenfalls glauben über radikale Änderungen eine bessere Welt herbeiführen zu können oder gar über einen Kollaps und Neuaufbau.</p>
<p>Der britische Philosoph John Gray fasst dies so zusammen:</p>

<p>»Der millenaristische Geist glaubt, die menschliche Welt kann komplett und schlagartig transformiert werden […]  Zur Zeit des Mittelalters wurde dies durch Gott oder Gottes Vertreter auf Erden erreicht. In modernen Zeiten, gilt als Autor dieser neuen Welt die Humanität oder selbsternannte revolutionäre Avantgarde.«</p>

<p><em>Nutzen wir doch die Krise, räumen wir das alte Zeug weg, und bauen wir von vorne neu auf!</em> Wir beginnen also von vorne, aber wissen es diesmal besser, machen alles besser und alles wird gut?</p>
<p>In dieser Episode diskutiere ich einerseits die Idee schneller, radikaler Reformen und die Frage, ob es möglich ist, eine moderne Gesellschaft aus den Ruinen der heutigen wieder aufzubauen.</p>
<p>Die kurze Antwort ist: nein. Wir haben die Leitern, auf denen wir auf die heutige gesellschaftliche Komplexität hochgeklettert sind, weggeworfen. Nicht nur würde ein Kollaps unfassbares Leid anrichten, wir wären wohl auch nicht mehr in der Lage eine moderne Gesellschaft wiederherzustellen.</p>
<p>Auch die Phantasien schneller, radikaler Reformen sind aus mehreren Gründen nicht nur unrealistisch sondern wahrscheinlich brandgefährlich. Etwas zerstören ist einfach, etwas funktionierendes Aufbauen ungeheuer schwierig und, wenn es große Teile der Gesellschaft, Wirtschaft und Politik betrifft, auch nicht planbar.</p>

<p>»Eine Revolution lässt sich nicht als Fortschritt beschreiben«, Christoph Möllers</p>

<p>Die Kunst der Transformation unserer Gesellschaft hin zu einem nachhaltigen Lebensstil ist daher wohl ein ungeheuer komplexer Balanceakt, wo substantielle Veränderung geschehen sollte, dies hochgradig rational und nicht von Ideologien getrieben, aber bei gleichzeitiger Erhaltung bestehender Systeme und Strukturen, bis diese tatsächlich durch funktionierende neue ersetzt wurden.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/'>Episode 44: Was ist Fortschritt, Gespräch mit Philipp Blom</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/041-intellektuelle_bescheidenheit_russel/'>Episode 41: Intellektuelle Bescheidenheit</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37: Probleme und Lösungen</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27: Wicked Problems</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17: Kooperation</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3zEYrwM'>John Gray, Black Mass</a></li>
<li><a href='https://www.bbc.co.uk/sounds/play/m000c8rz'>John Gray, BBC A Point of View, The recurrent dream of an end-time (2019)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3ryQczw'>Andy Clark, Being There</a></li>
<li><a href='https://rebellion.global/about-us/'>Extinction Rebellion Website</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3Xd13id'>Christoph Möllers, Freiheitsgrade, Suhrkamp (2020)</a></li>
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So wird auch von manchen extremeren Gruppen die Idee in den Raum gestellt, eine solche Disruption bewusst herbeizuführen.

»Traditionelle Strategien wir Petitionen, Lobbying, Wahlen und Proteste haben aufgrund der tief verankerten Interessen von politischen und ökonomischen Kräften nicht funktioniert. Unser Vorgehen ist daher gewaltfreier, disruptiver ziviler Ungehorsam — eine Rebellion um Änderungen herbeizuführen, zumal alle anderen Mittel versagt haben«,  Extinction Rebellion global, Website
Es gibt noch radikalere Vorstellungen und Phantasien in politisch radikalen Strömungen, von Anarchisten bis zu rechts-radikalen und in radikal religiösen Bewegungen wie dem Islamismus oder evangelikalen Bewegungen, etwa in den USA, die ebenfalls glauben über radikale Änderungen eine bessere Welt herbeiführen zu können oder gar über einen Kollaps und Neuaufbau.

Der britische Philosoph John Gray fasst dies so zusammen:

»Der millenaristische Geist glaubt, die menschliche Welt kann komplett und schlagartig transformiert werden […]  Zur Zeit des Mittelalters wurde dies durch Gott oder Gottes Vertreter auf Erden erreicht. In modernen Zeiten, gilt als Autor dieser neuen Welt die Humanität oder selbsternannte revolutionäre Avantgarde.«

Nutzen wir doch die Krise, räumen wir das alte Zeug weg, und bauen wir von vorne neu auf! Wir beginnen also von vorne, aber wissen es diesmal besser, machen alles besser und alles wird gut?

In dieser Episode diskutiere ich einerseits die Idee schneller, radikaler Reformen und die Frage, ob es möglich ist, eine moderne Gesellschaft aus den Ruinen der heutigen wieder aufzubauen.

Die kurze Antwort ist: nein. Wir haben die Leitern, auf denen wir auf die heutige gesellschaftliche Komplexität hochgeklettert sind, weggeworfen. Nicht nur würde ein Kollaps unfassbares Leid anrichten, wir wären wohl auch nicht mehr in der Lage eine moderne Gesellschaft wiederherzustellen.

Auch die Phantasien schneller, radikaler Reformen sind aus mehreren Gründen nicht nur unrealistisch sonder wahrscheinlich brandgefährlich. Etwas zerstören ist einfach, etwas funktionierendes Aufbauen ungeheuer schwierig und, wenn es große Teile der Gesellschaft, Wirtschaft und Politik betrifft, auch nicht planbar.

Die Kunst der Transformation unserer Gesellschaft hin zu einem nachhaltigen Lebensstil ist daher wohl ein ungeheuer komplexer Balanceakt, wo substantielle Veränderung geschehen sollte, dies hochgradig rational und nicht von Ideologien getrieben, aber bei gleichzeitiger Erhaltung bestehender Systeme und Strukturen, bis diese tatsächlich durch funktionierende neue ersetzt wurden.

Referenzen

Andere Episoden

- Episode 44: Was ist Fortschritt, Gespräch mit Philipp Blom
- Episode 41: Intellektuelle Bescheidenheit
- Episode 37: Probleme und Lösungen
- Episode 27: Wicked Problems
- Episode 17: Kooperation

Fachliche Referenzen

- John Gray, Black Mass
- Andy Clark, Being There
- Extinction Rebellion Website</itunes:summary>
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        <title>044 – Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom</title>
        <itunes:title>044 – Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Philipp Blom</itunes:title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/044-fortschritt_philipp_blom/#comments</comments>        <pubDate>Wed, 14 Jul 2021 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Auf diese Episode habe ich mich lange gefreut: Ich spreche mit dem Historiker, Philosophen, Autor und Generalisten Philipp Blom über Fortschritt und die Reflexion des Fortschrittsbegriffes in der Geschichte.</p>
<p>Ich beginne das Gespräch mit einer persönlichen Frage zur Bedeutung von Geschichte für das Verständnis aktueller Probleme und der Suche nach einer lebenswerten Zukunft. Sehen wir aktuell das »Auftauchen alter Probleme in neuem Gewand?« oder ist Gegenwart und Zukunft doch etwas völlig anderes?</p>
<p>Wie so oft dürfte die Wahrheit in der Mitte liegen: zahlreiche Muster scheinen sich zu wiederholen und moderne Konflikte sind häufig ohne die geschichtliche Perspektive nicht zu begreifen und dann gibt es doch Brüche:</p>

»Die Möglichkeit unserer Auslöschung ist etwas Neues – die realistische Möglichkeit, dass sich der Mensch selbst abschafft ist etwas Neues.«

<p>Dies wurde uns als Menschheit das erste Mal mit der Erfindung der Atombombe bewusst, wiederholt sich aber in den letzten Jahrzehnten mit den Folgen neuer Technologien, etwa bei Klimawandel oder synthetischer Biologie. Waren die Menschen früher ebenso töricht wie heute, hatten aber nicht die notwendigen technischen Möglichkeiten um die ganze Welt und sich selbst mit der Welt zu zerstören?</p>
<p>Philipp Blom gehört aus meiner Sicht zu den wichtigen Generalisten der Zeit, weil er sich nicht auf eine enge Betrachtung von Geschichte beschränkt, sondern das intellektuelle Risiko eingeht sie im Wechselspiel mit Technik, Gesellschaft und Natur zu beschreiben. Besonders auch der Aspekt der Natur wird im Gespräch immer wieder vorkommen:</p>

<p>»Im Westen haben wir Geschichte ohne die Natur geschrieben.«</p>

<p>Wir diskutieren über die nur langsam reifende Erkenntnis systemischen Denkens, eine Erkenntnis, die so langsam reift, dass die Auto-Korrektur meines aktuellen Computers den Begriff »systemisch« ständig in »systematisch« korrigieren will. Dieses Verständnis, dass »alles mit allem« in komplexer Weise verbunden ist, geht im europäischen Denken sehr stark auf Alexander von Humboldt, einem Universalgelehrten des frühen 19. Jahrhunderts, zurück.</p>
<p>Dem gegenüber steht ein für die christlichen Tradition wirkmächtiger Satz in der Bibel: »Macht euch die Erde untertan«. Ist dies ein Rückschritt im Vergleich zur mythologischen Welt der Griechen? Die Vielzahl an Göttern konnte man als Metaphern für verschiedene Aspekte der Natur begreifen — man steht in Wechselwirkung mit der Natur und ist abhängig von ihr?</p>
<p>Diese Abwendung von der Interaktion mit der Natur als Ergebnis technischer Naturbeherrschung – Erhöhung über die Natur, wie in der Bibel dargestellt — kommt in der Neuzeit zu einem Höhepunkt und es dauert auch nach Humboldt noch lange, bis sich dieses Verständnis langsam zu ändern beginnt.</p>
<p>Ist Fortschritt somit historisch ein Fortschritt Mancher zu Lasten Anderer? Ist Fortschritt notwendig mit der Unterwerfung der Natur verbunden? Beginnt sich diese Logik heute umzukehren?</p>
<p>Der Begriff des »Fortschritts« findet zum ersten Mal in der Neuzeit breite Verwendung — eine Zeit, in der unter anderem die jungen Naturwissenschaften und die darauf bauende Industrialisierung zeigen: man kann eine neue Welt gestalten, eine Zukunft schaffen.</p>

<p>»Dass man tatsächlich eine neue Welt konstruieren kann, und nicht nur auf sie warten muss bis der Herr beschließt, jetzt ist der richtige Moment.«</p>

<p>Der Stein scheint ins Rollen gebracht. Die industrielle Revolution treibt die Idee des Fortschrittes voran. Das spiegelt sich dann auch tatsächlich in der Realität der Menschen wieder: Leben in Städten mit steigender Wohlstand, mehr Dynamik, Erfindungen, Neuigkeiten, aber auch ausufernder Glaube an positive Veränderungen</p>

<p>»Wir werden Armut und Kriege ausrotten.«</p>

<p>Spätestens mit dem 20. Jahrhundert beginnt dieser Glaube aber auch Risse zu bekommen. Am Beispiel des Begriffes der Neurastenie sprechen wir über Verwerfungen in der Gesellschaft — die Geschwindigkeit wirft uns um, und führt zu einem »Zauberlehrlings-Moment«:</p>

<p>»Und sie laufen! Naß und nässer
wirds im Saal und auf den Stufen.
Welch entsetzliches Gewässer!
Herr und Meister! hör mich rufen! – 
Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
werd ich nun nicht los.« </p>

<p>Mit dem Unterschied, dass uns kein »Meister« zu Hilfe eilen wird um den Schlamassel, den wir angerichtet haben, aufzuräumen.</p>
<p>Wir sprechen auch über Szientismus, in dessen Folge etwa Eugenik zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einer weit akzeptierten und progressiven Agenda wird. Spätestens mit dem Erste  Weltkrieg zeigt der Fortschritt seine schreckliche Seite. Wir leben in der Ambivalenz der Maschine, die dem Menschen helfen, ihn aber auch immer leichter töten kann:</p>

<p>»Der Fortschrittsgedanke kippt mit dem ersten Weltkrieg. […]  Die Soldaten merken, dass sie den Wettlauf gegen die Maschine verloren haben.«</p>

<p>Wir verwenden heute den Begriff der Eugenik nicht mehr gerne, aber es ist wohl nur eine Frage der Zeit bis genetische modifizierte Menschen auf die Welt kommen. Stecken wir immer häufiger in ethischen Dilemmata und Zugzwängen fest? </p>
<p>Wir haben seit der Neuzeit auch immer weniger gesicherte Identitäten — mit allen Vor- und Nachteilen: einerseits erleben wir reale individuelle Freiheit, andererseits wird diese Freiheit auch zur Zumutung.</p>
<p>Wir sprechen weiter über die Ästhetik des Fortschrittes — wie reflektiert Kunst und Propaganda den Fortschrittsgedanken — und damit verbunden die Frage, ob Technik ein Mittel der Demokratisierung oder der sozialen Trennung ist.</p>

<p>»Wir leben in einer besonderen historische Phase, in der die Freiheit selbst Zwänge hervorruft. Die Freiheit des Könnens erzeugt sogar mehr Zwänge als das disziplinarische Sollen, das Gebote und Verbote ausspricht. Das Soll hat eine Grenze. Das Kann hat dagegen keine.«, Byung-Chul Han</p>

<p>Woher kommt mit zunehmender Technisierung und individueller Freiheit nach der Aufklärung die Struktur, die wir als Menschen brauchen? Wie lässt sich das Dilemma an der aktuellen Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommen diskutieren?</p>
<p>Letztlich stellt sich die Frage: wie frei sind wir wirklich? Lässt sich Erkenntnis aufhalten, oder sind wir letztlich vom Technium getrieben?</p>

<p>»It is almost as if life has an imperative. It wants to materialize certain patterns.«, und »We are at a second tipping point where the technium's ability to alter us exceeds our ability to alter the technium.« Kevin Kelly</p>

<p>Was können wir somit überhaupt noch über die Zukunft entscheiden? Über den Fluß der Technik? Haben wir die Hoffnung für eine bessere und lebenswerte Zukunft verloren und denken nur noch in Retropien?</p>
<p>Andererseits: kein Mensch der Macht hatte, kannte zu seiner Zeit den Namen von Baruch Spinoza, und dennoch hat er sich als äußerst wirkmächtig herausgestellt. Die Rolle von sozialen Bewegungen in der Entscheidung, wohin unsere Welt sich bewegt ist kaum vorherzusagen. </p>
<p>Manchmal scheint magisches, kontrafaktische Denken auch das einzige zu sein, das uns als Menschheit wachsen lässt.</p>

<p>»Wir wissen noch nicht vor was wir gelebt haben werden.«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Philipp Blom</p>
<ul><li><a href='https://www.philipp-blom.eu'>Webseite von Philipp Blom</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2IWklUm'>Philipp Blom, Die Welt aus den Angeln (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3gyG9ns'>Philipp Blom, Was auf dem Spiel steht, Hanser (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/35ETdUM'>Philipp Blom, Der taumelnde Kontinent, 1900-1914 (2011)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3eNMsEb'>Philipp Blom, Die zerrissenen Jahre, 1918-1938, dtv (2016)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/37BLy8L'>Philipp Blom, Der taumelnde Kontinent: Europa 1900–1914 (2011)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2HClWiX'>Philipp Blom, Böse Philosophen (2013)</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/004-was-will-technologie-1/'>Episode 4</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/005-was-will-technologie-2/'>Episode 5</a>: Was will Technologie?</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/012-wie-wir-die-zukunft-entdeckt-und-wieder-verloren-haben/'>Episode 12: Wie wir die Zukunft entdeckt und wieder verloren haben</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/015-%E2%80%93-innovation-oder-fortschritt/'>Episode 15: Innovation oder Fortschritt?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/016-%E2%80%93-innovation-und-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 16: Innovation und Fortschritt oder Stagnation?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/021-der-begriff-der-natur-oder-leben-im-anthropozan/'>Episode 21: Der Begriff der Natur — oder: Leben im Anthropozän</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/029-push_oder_pull/'>Episode 29: Fakten oder Geschichten? Wie gestalten wir die Zukunft?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37: Probleme und Lösungen</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/041-intellektuelle_bescheidenheit_russel/'>Episode 41: Intellektuelle Bescheidenheit: Was wir von Bertrand Russel und der Eugenik lernen können</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/38kdGOf'>Andrea Wulf, Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur, C. Bertelsmann (2016)</a></li>
<li>
<a href='https://amzn.to/2Yb39B6'>Byung Chul Han, Psychopolitik, S. Fischer (2014)</a>
</li>
<li><a href='https://amzn.to/2U6erqj'>Kevin Kelly, What Technology Wants, Penguin (2011)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2CAwN97'>Kevin Kelly, Inevitable, Penguin (2016)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2ISKtiR'>Zygmunt Bauman, Retrotopia, Suhrkamp (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/35zWJyo'>Achim Landwehr, Geburt der Gegenwart: Eine Geschichte der Zeit im 17. Jahrhundert, S. Fischer (2014)</a></li>
<li><a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Zauberlehrling'>Johann Wolfgang von Goethe, Der Zauberlehrling</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=2DX2yVucz24'>Walt Disneys Interpretation des Zauberlehrlings aus Fantasia</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Auf diese Episode habe ich mich lange gefreut: Ich spreche mit dem Historiker, Philosophen, Autor und <em>Generalisten</em> Philipp Blom über Fortschritt und die Reflexion des Fortschrittsbegriffes in der Geschichte.</p>
<p>Ich beginne das Gespräch mit einer persönlichen Frage zur Bedeutung von Geschichte für das Verständnis aktueller Probleme und der Suche nach einer lebenswerten Zukunft. Sehen wir aktuell das <em>»Auftauchen alter Probleme in neuem Gewand?«</em> oder ist Gegenwart und Zukunft doch etwas völlig anderes?</p>
<p>Wie so oft dürfte die Wahrheit in der Mitte liegen: zahlreiche Muster scheinen sich zu wiederholen und moderne Konflikte sind häufig ohne die geschichtliche Perspektive nicht zu begreifen und dann gibt es doch Brüche:</p>

»Die Möglichkeit unserer Auslöschung ist etwas Neues – die realistische Möglichkeit, dass sich der Mensch selbst abschafft ist etwas Neues.«

<p>Dies wurde uns als Menschheit das erste Mal mit der Erfindung der Atombombe bewusst, wiederholt sich aber in den letzten Jahrzehnten mit den Folgen neuer Technologien, etwa bei Klimawandel oder synthetischer Biologie. Waren die Menschen früher ebenso töricht wie heute, hatten aber nicht die notwendigen technischen Möglichkeiten um die ganze Welt und sich selbst mit der Welt zu zerstören?</p>
<p>Philipp Blom gehört aus meiner Sicht zu den wichtigen Generalisten der Zeit, weil er sich nicht auf eine enge Betrachtung von Geschichte beschränkt, sondern das intellektuelle Risiko eingeht sie im Wechselspiel mit Technik, Gesellschaft und Natur zu beschreiben. Besonders auch der Aspekt der Natur wird im Gespräch immer wieder vorkommen:</p>

<p>»Im Westen haben wir Geschichte ohne die Natur geschrieben.«</p>

<p>Wir diskutieren über die nur langsam reifende Erkenntnis systemischen Denkens, eine Erkenntnis, die so langsam reift, dass die <em>Auto-Korrektur</em> meines aktuellen Computers den Begriff »systemisch« ständig in »systematisch« korrigieren will. Dieses Verständnis, dass »alles mit allem« in komplexer Weise verbunden ist, geht im europäischen Denken sehr stark auf Alexander von Humboldt, einem Universalgelehrten des frühen 19. Jahrhunderts, zurück.</p>
<p>Dem gegenüber steht ein für die christlichen Tradition wirkmächtiger Satz in der Bibel: <em>»Macht euch die Erde untertan«</em>. Ist dies ein Rückschritt im Vergleich zur mythologischen Welt der Griechen? Die Vielzahl an Göttern konnte man als Metaphern für verschiedene Aspekte der Natur begreifen — man steht in <em>Wechselwirkung mit</em> der Natur und ist <em>abhängig</em> von ihr?</p>
<p>Diese Abwendung von der Interaktion mit der Natur als Ergebnis technischer Naturbeherrschung – Erhöhung über die Natur, wie in der Bibel dargestellt — kommt in der Neuzeit zu einem Höhepunkt und es dauert auch nach Humboldt noch lange, bis sich dieses Verständnis langsam zu ändern beginnt.</p>
<p>Ist Fortschritt somit historisch ein <em>Fortschritt Mancher</em> zu <em>Lasten Anderer</em>? Ist Fortschritt notwendig mit der Unterwerfung der Natur verbunden? Beginnt sich diese Logik heute umzukehren?</p>
<p>Der Begriff des »Fortschritts« findet zum ersten Mal in der Neuzeit breite Verwendung — eine Zeit, in der unter anderem die jungen Naturwissenschaften und die darauf bauende Industrialisierung zeigen: man kann eine neue Welt gestalten, eine Zukunft <em>schaffen</em>.</p>

<p>»Dass man tatsächlich eine neue Welt konstruieren kann, und nicht nur auf sie warten muss bis der Herr beschließt, jetzt ist der richtige Moment.«</p>

<p>Der Stein scheint ins Rollen gebracht. Die industrielle Revolution treibt die Idee des Fortschrittes voran. Das spiegelt sich dann auch tatsächlich in der Realität der Menschen wieder: Leben in Städten mit steigender Wohlstand, mehr Dynamik, Erfindungen, Neuigkeiten, aber auch ausufernder Glaube an positive Veränderungen</p>

<p>»Wir werden Armut und Kriege ausrotten.«</p>

<p>Spätestens mit dem 20. Jahrhundert beginnt dieser Glaube aber auch Risse zu bekommen. Am Beispiel des Begriffes der Neurastenie sprechen wir über Verwerfungen in der Gesellschaft — die Geschwindigkeit wirft uns um, und führt zu einem »Zauberlehrlings-Moment«:</p>

<p>»Und sie laufen! Naß und nässer<br>
wirds im Saal und auf den Stufen.<br>
Welch entsetzliches Gewässer!<br>
Herr und Meister! hör mich rufen! – <br>
Ach, da kommt der Meister!<br>
Herr, die Not ist groß!<br>
Die ich rief, die Geister<br>
werd ich nun nicht los.« </p>

<p><em>Mit dem Unterschied, dass uns kein »Meister« zu Hilfe eilen wird um den Schlamassel, den wir angerichtet haben, aufzuräumen.</em></p>
<p>Wir sprechen auch über Szientismus, in dessen Folge etwa Eugenik zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einer weit akzeptierten und progressiven Agenda wird. Spätestens mit dem Erste  Weltkrieg zeigt der Fortschritt seine schreckliche Seite. Wir leben in der Ambivalenz der Maschine, die dem Menschen helfen, ihn aber auch immer leichter töten kann:</p>

<p>»Der Fortschrittsgedanke kippt mit dem ersten Weltkrieg. […]  Die Soldaten merken, dass sie den Wettlauf gegen die Maschine verloren haben.«</p>

<p>Wir verwenden heute den Begriff der <em>Eugenik</em> nicht mehr gerne, aber es ist wohl nur eine Frage der Zeit bis genetische modifizierte Menschen auf die Welt kommen. Stecken wir immer häufiger in ethischen Dilemmata und Zugzwängen fest? </p>
<p>Wir haben seit der Neuzeit auch immer weniger gesicherte Identitäten — mit allen Vor- und Nachteilen: einerseits erleben wir <em>reale individuelle Freiheit</em>, andererseits wird diese Freiheit auch zur <em>Zumutung</em>.</p>
<p>Wir sprechen weiter über die Ästhetik des Fortschrittes — wie reflektiert Kunst und Propaganda den Fortschrittsgedanken — und damit verbunden die Frage, ob Technik ein Mittel der Demokratisierung oder der sozialen Trennung ist.</p>

<p>»Wir leben in einer besonderen historische Phase, in der die Freiheit selbst Zwänge hervorruft. Die Freiheit des Könnens erzeugt sogar mehr Zwänge als das disziplinarische Sollen, das Gebote und Verbote ausspricht. Das Soll hat eine Grenze. Das Kann hat dagegen keine.«, Byung-Chul Han</p>

<p>Woher kommt mit zunehmender Technisierung und individueller Freiheit nach der Aufklärung die Struktur, die wir als Menschen brauchen? Wie lässt sich das Dilemma an der aktuellen Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommen diskutieren?</p>
<p>Letztlich stellt sich die Frage: wie frei sind wir wirklich? Lässt sich Erkenntnis aufhalten, oder sind wir letztlich vom <em>Technium</em> getrieben?</p>

<p>»It is almost as if life has an imperative. It <em>wants</em> to materialize certain patterns.«, und »We are at a second tipping point where the technium's ability to alter us exceeds our ability to alter the technium.« Kevin Kelly</p>

<p>Was können wir somit überhaupt noch über die Zukunft entscheiden? Über den Fluß der Technik? Haben wir die Hoffnung für eine bessere und lebenswerte Zukunft verloren und denken nur noch in Retropien?</p>
<p>Andererseits: kein Mensch der Macht hatte, kannte zu seiner Zeit den Namen von Baruch Spinoza, und dennoch hat er sich als äußerst wirkmächtig herausgestellt. Die Rolle von sozialen Bewegungen in der Entscheidung, wohin unsere Welt sich bewegt ist kaum vorherzusagen. </p>
<p>Manchmal scheint magisches, kontrafaktische Denken auch das einzige zu sein, das uns als Menschheit wachsen lässt.</p>

<p>»Wir wissen noch nicht vor was wir gelebt haben werden.«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Philipp Blom</p>
<ul><li><a href='https://www.philipp-blom.eu'>Webseite von Philipp Blom</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2IWklUm'>Philipp Blom, Die Welt aus den Angeln (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3gyG9ns'>Philipp Blom, Was auf dem Spiel steht, Hanser (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/35ETdUM'>Philipp Blom, Der taumelnde Kontinent, 1900-1914 (2011)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3eNMsEb'>Philipp Blom, Die zerrissenen Jahre, 1918-1938, dtv (2016)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/37BLy8L'>Philipp Blom, Der taumelnde Kontinent: Europa 1900–1914 (2011)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2HClWiX'>Philipp Blom, Böse Philosophen (2013)</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/004-was-will-technologie-1/'>Episode 4</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/005-was-will-technologie-2/'>Episode 5</a>: Was will Technologie?</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/012-wie-wir-die-zukunft-entdeckt-und-wieder-verloren-haben/'>Episode 12: Wie wir die Zukunft entdeckt und wieder verloren haben</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/015-%E2%80%93-innovation-oder-fortschritt/'>Episode 15: Innovation oder Fortschritt?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/016-%E2%80%93-innovation-und-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 16: Innovation und Fortschritt oder Stagnation?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/021-der-begriff-der-natur-oder-leben-im-anthropozan/'>Episode 21: Der Begriff der Natur — oder: Leben im Anthropozän</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/029-push_oder_pull/'>Episode 29: Fakten oder Geschichten? Wie gestalten wir die Zukunft?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37: Probleme und Lösungen</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/041-intellektuelle_bescheidenheit_russel/'>Episode 41: Intellektuelle Bescheidenheit: Was wir von Bertrand Russel und der Eugenik lernen können</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/38kdGOf'>Andrea Wulf, Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur, C. Bertelsmann (2016)</a></li>
<li>
<a href='https://amzn.to/2Yb39B6'>Byung Chul Han, Psychopolitik, S. Fischer (2014)</a>
</li>
<li><a href='https://amzn.to/2U6erqj'>Kevin Kelly, What Technology Wants, Penguin (2011)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2CAwN97'>Kevin Kelly, Inevitable, Penguin (2016)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2ISKtiR'>Zygmunt Bauman, Retrotopia, Suhrkamp (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/35zWJyo'>Achim Landwehr, Geburt der Gegenwart: Eine Geschichte der Zeit im 17. Jahrhundert, S. Fischer (2014)</a></li>
<li><a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Zauberlehrling'>Johann Wolfgang von Goethe, Der Zauberlehrling</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=2DX2yVucz24'>Walt Disneys Interpretation des Zauberlehrlings aus Fantasia</a></li>
</ul>
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Ich beginne das Gespräch mit einer persönlichen Frage zur Bedeutung von Geschichte für das Verständnis aktueller Probleme und der Suche nach einer lebenswerten Zukunft. Sehen wir aktuell das »Auftauchen alter Probleme in neuem Gewand?« oder ist Gegenwart und Zukunft doch etwas völlig anderes?

Wie so oft dürfte die Wahrheit in der Mitte liegen: zahlreiche Muster scheinen sich zu wiederholen und moderne Konflikte sind häufig ohne die geschichtliche Perspektive nicht zu begreifen und dann gibt es doch Brüche:

»Die Möglichkeit unserer Auslöschung ist etwas Neues – die realistische Möglichkeit, dass sich der Mensch selbst abschafft ist etwas Neues.«
Dies wurde uns als Menschheit das erste Mal mit der Erfindung der Atombombe bewusst, wiederholt sich aber in den letzten Jahrzehnten mit den Folgen neuer Technologien, etwa bei Klimawandel oder synthetischer Biologie. Waren die Menschen früher ebenso töricht wie heute, hatten aber nicht die notwendigen technischen Möglichkeiten um die ganze Welt und sich selbst mit der Welt zu zerstören?

Philipp Blom gehört aus meiner Sicht zu den wichtigen Generalisten der Zeit, weil er sich nicht auf eine enge Betrachtung von Geschichte beschränkt, sondern das intellektuelle Risiko eingeht sie im Wechselspiel mit Technik, Gesellschaft und Natur zu beschreiben. Besonders auch der Aspekt der Natur wird im Gespräch immer wieder vorkommen:

»Im Westen haben wir Geschichte ohne die Natur geschrieben.«

Wir diskutieren über die nur langsam reifende Erkenntnis systemischen Denkens, eine Erkenntnis, die so langsam reift, dass die Auto-Korrektur meines aktuellen Computers den Begriff »systemisch« ständig in »systematisch« korrigieren will. Dieses Verständnis, dass »alles mit allem« in komplexer Weise verbunden ist, geht im europäischen Denken sehr stark auf Alexander von Humboldt, einem Universalgelehrten des frühen 19. Jahrhunderts, zurück.

Dem gegenüber steht ein für die christlichen Tradition wirkmächtiger Satz in der Bibel: »Macht euch die Erde untertan«. Ist dies ein Rückschritt im Vergleich zur mythologischen Welt der Griechen? Die Vielzahl an Göttern konnte man als Metaphern für verschiedene Aspekte der Natur begreifen — man steht in Wechselwirkung mit der Natur und ist abhängig von ihr?

Diese Abwendung von der Interaktion mit der Natur als Ergebnis technischer Naturbeherrschung – Erhöhung über die Natur, wie in der Bibel dargestellt — kommt in der Neuzeit zu einem Höhepunkt und es dauert auch nach Humboldt noch lange, bis sich dieses Verständnis langsam zu ändern beginnt.

Ist Fortschritt somit historisch ein Fortschritt Mancher zu Lasten Anderer? Ist Fortschritt notwendig mit der Unterwerfung der Natur verbunden? Beginnt sich diese Logik heute umzukehren?

Der Begriff des »Fortschritts« findet zum ersten Mal in der Neuzeit breite Verwendung — eine Zeit, in der unter anderem die jungen Naturwissenschaften und die darauf bauende Industrialisierung zeigen: man kann eine neue Welt gestalten, eine Zukunft schaffen.

»Dass man tatsächlich eine neue Welt konstruieren kann, und nicht nur auf sie warten muss bis der Herr beschließt, jetzt ist der richtige Moment.«

Der Stein scheint ins Rollen gebracht. Die industrielle Revolution treibt die Idee des Fortschrittes voran. Das spiegelt sich dann auch tatsächlich in der Realität der Menschen wieder: Leben in Städten mit steigender Wohlstand, mehr Dynamik, Erfindungen, Neuigkeiten, aber auch ausufernder Glaube an positive Veränderungen

»Wir werden Armut und Kriege ausrotten.«

Spätestens mit dem 20. Jahrhundert beginnt dieser Glaube aber auch Risse zu bekommen. Am Beispiel des Begriffes der Neurastenie sprechen wir über Verwerfungen in der Gesellschaft — die Geschwindigkeit wirft uns um, und führt zu einem »Zauberlehrlings-Moment«:

»Und sie laufen! Naß</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>043 – Deep Fakes: Wer bist du, und – was passiert da eigentlich?</title>
        <itunes:title>043 – Deep Fakes: Wer bist du, und – was passiert da eigentlich?</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/043-deep_fakes-wer_bist_du/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/043-deep_fakes-wer_bist_du/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 21 Jun 2021 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Wollte man den Titel dieser Episode etwas gelehrter ausdrücken könnte man vielleicht sagen: Das Fenster der vermittelten Authentizität, das das 20. Jahrhundert geprägt hat, schließt sich gerade. Und es schließt sich in bemerkenswertem Tempo.</p>
<p>Bitte die Referenzen unten ansehen: dort finden sich alle in der Episode genannten Bilder.</p>
<p>Vor Ende des 19. Jahrhunderts gab es keine Mittel technischer Reproduktion der »Wirklichkeit«, also weder Photographie, noch Film noch Tonaufnahmen. Diese analogen Reproduktionstechniken haben einen interessanten »Sweetspot«: sie sind schnell, billig und effektiv genug um die Welt mit Abbildungen von Ereignissen über weite Strecken zu versorgen, aber unflexibel genug, dass Manipulation und Fälschung verhältnismässig aufwändig sind. So haben wir im 20. Jahrhundert natürlich Fälschungen gesehen, aber diese waren im Vergleich zu den authentischen Medien vergleichsweise selten.</p>
<p></p>
<p>Robert Capa, Death of a loylist soldier (Spanischer Bürgerkrieg)</p>
<p>Im Augenblick entstehen technische aber extrem einfach zugängliche technische Mittel (Software, Smartphones), die glaubwürdige Manipulationen oder Fabrikationen beliebiger Medien für Jedermann ermöglichen – auch Deep Fakes genannt.</p>
<p>In dieser Episode bespreche ich den geschichtlichen Hintergrund der technischen Innovationen, wie wesentliche Information vor dem 20. Jahrhundert vermittelt wurde – auch am Beispiel der Schlachtenmalerei – und wo wir uns heute hinbewegen. Ich zeige, wie analoge Medien gefälscht wurden, warum dies aber nur ein vergleichsweise kleines Problem war.</p>
<p>Dann diskutiere ich, was Deep Fakes eigentlich manipulieren und was Authentizität in der vermittelten Abbildung der Welt für uns bedeutet? Wie werden wir (bald) damit umgehen, wenn jeder 14 Jährige auf der ganzen Welt:</p>
<ul><li>eine Podcast-Episode erstellen kann, in der vermeintlich Joe Rogan mit Donald Trump oder Barack Obama spricht;</li>
<li>ein YouTube Video, wo ein bekannter Journalist die Bundeskanzlerin interviewt;</li>
<li>einen Film, in dem Tom Cruise mit Marilyn Monroe gemeinsam auf dem Motorrad fährt;</li>
<li>oder ein unappetitliches Video anfertigt und online stellt oder über Plattformen teilt, dass eine Klassenkameradin in einer pornographischen Situation zeigt?</li>
</ul>
<p>All diese Medien werden kaum oder gar nicht von echten Aufnahmen unterscheidbar sein und all diese Medien werden, wie gesagt, mit äußerst geringen Sachkenntnissen und ubiquitär verfügbaren Computern hergestellt werden können.</p>
<p>Können wir diese Entwicklung noch verhindern? Die Effekte eingrenzen? Können wir das Vertrauen in vermittelte Realität wieder zurückgewinnen, sollte es einmal durch einen Tsunami an solchen Deep Fakes zerstört worden sein?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/004-was-will-technologie-1/'>Episode 4</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/005-was-will-technologie-2/'>Episode 5</a>: Was will Technologie?</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/030-technooptimismus-tim-pritlove/'>Episode 30: (Techno-)Optimismus – ein Gespräch mit Tim Pritlove</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/040-software_nachhaltigkeit_philipp_reisinger/'>Episode 40: Software Nachhaltigkeit, ein Gespräch mit Philipp Reisinger</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/015-%E2%80%93-innovation-oder-fortschritt/'>Episode 15: Innovation oder Fortschritt?</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li>(an)sichten Blog: <a href='https://sichten.blogspot.com/2021/04/the-closing-window-auf-mediated.html'>The Closing Window auf Mediated Authenticity</a></li>
<li><a href='https://rarehistoricalphotos.com/stalin-photo-manipulation-1922-1953'>Stalin und Photo-Manipulationen</a></li>
<li><a href='https://rarehistoricalphotos.com/soviet-flag-reichstag-berlin-1945'>Die sowjetische Flagge am Berliner Reichstag 1945</a></li>
<li>Robert Capa, der fallende Soldat: <a href='https://amzn.to/3yazqtu'>Philipp Blom, Der taumelnde Kontinent, dtv (2011)</a></li>
<li><a href='https://doi.org/10.15779/Z38RV0D15J'>Bobby Chesney, Danielle Citron, Deep Fakes: A Looming Challenge for Privacy, Democracy, and National Security (2019)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3wiFv5p'>Pedro J. Colombo, Der Photograph von Mauthausen, Tahoe books (2021)</a></li>
<li>Zu Deep Fakes: keine konkrete Referenz, weil sich hier alles so schnell bewegt. Eine Internet Suche zum Stichwort »Deep Fake« bringt zahlreiche Beispiele (Obama, Trump, Fake Porn, Joe Rogan)</li>
<li><a href='https://www.theguardian.com/world/2021/apr/22/european-mps-targeted-by-deepfake-video-calls-imitating-russian-opposition'>The Guardian, European MPs targeted by Deep Fake Video Calls Imitating Russian Opposition (2021)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Wollte man den Titel dieser Episode etwas gelehrter ausdrücken könnte man vielleicht sagen: Das Fenster der vermittelten Authentizität, das das 20. Jahrhundert geprägt hat, schließt sich gerade. Und es schließt sich in bemerkenswertem Tempo.</p>
<p><em>Bitte die Referenzen unten ansehen: dort finden sich alle in der Episode genannten Bilder.</em></p>
<p>Vor Ende des 19. Jahrhunderts gab es keine Mittel technischer Reproduktion der »Wirklichkeit«, also weder Photographie, noch Film noch Tonaufnahmen. Diese analogen Reproduktionstechniken haben einen interessanten »Sweetspot«: sie sind schnell, billig und effektiv genug um die Welt mit Abbildungen von Ereignissen über weite Strecken zu versorgen, aber unflexibel genug, dass Manipulation und Fälschung verhältnismässig aufwändig sind. So haben wir im 20. Jahrhundert natürlich Fälschungen gesehen, aber diese waren im Vergleich zu den authentischen Medien vergleichsweise selten.</p>
<p></p>
<p><em>Robert Capa, Death of a loylist soldier (Spanischer Bürgerkrieg)</em></p>
<p>Im Augenblick entstehen technische aber extrem einfach zugängliche technische Mittel (Software, Smartphones), die glaubwürdige Manipulationen oder Fabrikationen beliebiger Medien für Jedermann ermöglichen – auch Deep Fakes genannt.</p>
<p>In dieser Episode bespreche ich den geschichtlichen Hintergrund der technischen Innovationen, wie wesentliche Information <em>vor</em> dem 20. Jahrhundert vermittelt wurde – auch am Beispiel der Schlachtenmalerei – und wo wir uns heute hinbewegen. Ich zeige, wie analoge Medien gefälscht wurden, warum dies aber nur ein vergleichsweise kleines Problem war.</p>
<p>Dann diskutiere ich, was Deep Fakes eigentlich manipulieren und was Authentizität in der vermittelten Abbildung der Welt für uns bedeutet? Wie werden wir (bald) damit umgehen, wenn jeder 14 Jährige auf der ganzen Welt:</p>
<ul><li>eine Podcast-Episode erstellen kann, in der vermeintlich Joe Rogan mit Donald Trump oder Barack Obama spricht;</li>
<li>ein YouTube Video, wo ein bekannter Journalist die Bundeskanzlerin interviewt;</li>
<li>einen Film, in dem Tom Cruise mit Marilyn Monroe gemeinsam auf dem Motorrad fährt;</li>
<li>oder ein unappetitliches Video anfertigt und online stellt oder über Plattformen teilt, dass eine Klassenkameradin in einer pornographischen Situation zeigt?</li>
</ul>
<p>All diese Medien werden kaum oder gar nicht von echten Aufnahmen unterscheidbar sein und all diese Medien werden, wie gesagt, mit äußerst geringen Sachkenntnissen und ubiquitär verfügbaren Computern hergestellt werden können.</p>
<p>Können wir diese Entwicklung noch verhindern? Die Effekte eingrenzen? Können wir das Vertrauen in vermittelte Realität wieder zurückgewinnen, sollte es einmal durch einen Tsunami an solchen Deep Fakes zerstört worden sein?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/004-was-will-technologie-1/'>Episode 4</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/005-was-will-technologie-2/'>Episode 5</a>: Was will Technologie?</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/030-technooptimismus-tim-pritlove/'>Episode 30: (Techno-)Optimismus – ein Gespräch mit Tim Pritlove</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/040-software_nachhaltigkeit_philipp_reisinger/'>Episode 40: Software Nachhaltigkeit, ein Gespräch mit Philipp Reisinger</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/015-%E2%80%93-innovation-oder-fortschritt/'>Episode 15: Innovation oder Fortschritt?</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li>(an)sichten Blog: <a href='https://sichten.blogspot.com/2021/04/the-closing-window-auf-mediated.html'>The Closing Window auf Mediated Authenticity</a></li>
<li><a href='https://rarehistoricalphotos.com/stalin-photo-manipulation-1922-1953'>Stalin und Photo-Manipulationen</a></li>
<li><a href='https://rarehistoricalphotos.com/soviet-flag-reichstag-berlin-1945'>Die sowjetische Flagge am Berliner Reichstag 1945</a></li>
<li>Robert Capa, der fallende Soldat: <a href='https://amzn.to/3yazqtu'>Philipp Blom, Der taumelnde Kontinent, dtv (2011)</a></li>
<li><a href='https://doi.org/10.15779/Z38RV0D15J'>Bobby Chesney, Danielle Citron, Deep Fakes: A Looming Challenge for Privacy, Democracy, and National Security (2019)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3wiFv5p'>Pedro J. Colombo, Der Photograph von Mauthausen, Tahoe books (2021)</a></li>
<li>Zu Deep Fakes: keine konkrete Referenz, weil sich hier alles so schnell bewegt. Eine Internet Suche zum Stichwort »Deep Fake« bringt zahlreiche Beispiele (Obama, Trump, Fake Porn, Joe Rogan)</li>
<li><a href='https://www.theguardian.com/world/2021/apr/22/european-mps-targeted-by-deepfake-video-calls-imitating-russian-opposition'>The Guardian, European MPs targeted by Deep Fake Video Calls Imitating Russian Opposition (2021)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Wollte man den Titel dieser Episode etwas gelehrter ausdrücken könnte man vielleicht sagen: Das Fenster der vermittelten Authentizität, das das 20. Jahrhundert geprägt hat, schließt sich gerade. Und es schließt sich in bemerkenswertem Tempo.

Bitte die Referenzen unten ansehen: dort finden sich alle in der Episode genannten Bilder.

Vor Ende des 19. Jahrhunderts gab es keine Mittel technischer Reproduktion der »Wirklichkeit«, also weder Photographie, noch Film noch Tonaufnahmen. Diese analogen Reproduktionstechniken haben einen interessanten »Sweetspot«: sie sind schnell, billig und effektiv genug um die Welt mit Abbildungen von Ereignissen über weite Strecken zu versorgen, aber unflexibel genug, dass Manipulation und Fälschung verhältnismässig aufwändig sind. So haben wir im 20. Jahrhundert natürlich Fälschungen gesehen, aber diese waren im Vergleich zu den authentischen Medien vergleichsweise selten.


Robert Capa, Death of a loylist soldier (Spanischer Bürgerkrieg)

Im Augenblick entstehen technische aber extrem einfach zugängliche technische Mittel (Software, Smartphones), die glaubwürdige Manipulationen oder Fabrikationen beliebiger Medien für Jedermann ermöglichen – auch Deep Fakes genannt.

In dieser Episode bespreche ich den geschichtlichen Hintergrund der technischen Innovationen, wie wesentliche Information vor dem 20. Jahrhundert vermittelt wurde – auch am Beispiel der Schlachtenmalerei – und wo wir uns heute hinbewegen. Ich zeige, wie analoge Medien gefälscht wurden, warum dies aber nur ein vergleichsweise kleines Problem war.

Dann diskutiere ich, was Deep Fakes eigentlich manipulieren und was Authentizität in der vermittelten Abbildung der Welt für uns bedeutet? Wie werden wir (bald) damit umgehen, wenn jeder 14 Jährige auf der ganzen Welt:

- eine Podcast-Episode erstellen kann, in der vermeintlich Joe Rogan mit Donald Trump oder Barack Obama spricht;
- ein YouTube Video, wo ein bekannter Journalist die Bundeskanzlerin interviewt;
- einen Film, in dem Tom Cruise mit Marilyn Monroe gemeinsam auf dem Motorrad fährt;
- oder ein unappetitliches Video anfertigt und online stellt oder über Plattformen teilt, dass eine Klassenkameradin in einer pornographischen Situation zeigt?

All diese Medien werden kaum oder gar nicht von echten Aufnahmen unterscheidbar sein und all diese Medien werden, wie gesagt, mit äußerst geringen Sachkenntnissen und ubiquitär verfügbaren Computern hergestellt werden können.

Können wir diese Entwicklung noch verhindern? Die Effekte eingrenzen? Können wir das Vertrauen in vermittelte Realität wieder zurückgewinnen, sollte es einmal durch einen Tsunami an solchen Deep Fakes zerstört worden sein?

Referenzen

Andere Episoden

- Episode 4 und Episode 5: Was will Technologie?
- Episode 30: (Techno-)Optimismus – ein Gespräch mit Tim Pritlove
- Episode 40: Software Nachhaltigkeit, ein Gespräch mit Philipp Reisinger
- Episode 15: Innovation oder Fortschritt?

Fachliche Referenzen

- (an)sichten Blog: The Closing Window auf Mediated Authenticity
- Stalin und Photo-Manipulationen
- Die sowjetische Flagge am Berliner Reichstag 1945
- Robert Capa, der fallende Soldat: Philipp Blom, Der taumelnde Kontinent, dtv (2011)
- Bobby Chesney, Danielle Citron, Deep Fakes: A Looming Challenge for Privacy, Democracy, and National Security (2019)
- Pedro J. Colombo, Der Photograph von Mauthausen, Tahoe books (2021)
- Zu Deep Fakes: keine konkrete Referenz, weil sich hier alles so schnell bewegt. Eine Internet Suche zum Stichwort »Deep Fake« bringt zahlreiche Beispiele (Obama, Trump, Fake Porn, Joe Rogan)
- The Guardian, European MPs targeted by Deep Fake Video Calls Imitating Russian Opposition (2021)</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>042 – Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen: Gespräch mit Herbert Saurugg</title>
        <itunes:title>042 – Gesellschaftliche Verwundbarkeit, ein Blick hinter die Kulissen: Gespräch mit Herbert Saurugg</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/042-gesellschaftliche_verwundbarkeit_herbert_saurugg/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/042-gesellschaftliche_verwundbarkeit_herbert_saurugg/#comments</comments>        <pubDate>Thu, 27 May 2021 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>In dieser Episode diskutiere ich unsere gesellschaftliche Verwundbarkeit mit Herbert Saurugg. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen, im Besonderen auch auf unser europäisches Stromversorgungssystem und die Gefahren eines Blackouts.</p>
<p>Herbert Saurugg ist Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge und ist internationaler Blackout- und Krisenvorsorgeexperte, Autor zahlreicher Fachpublikationen sowie gefragter Keynote-Speaker und Interviewpartner zum Thema »ein europaweiter Strom-, Infrastruktur- sowie Versorgungsausfall«.</p>
<p>Er beschäftigt sich seit 10 Jahren mit der steigenden Komplexität und Fragilität lebenswichtiger Infrastrukturen sowie mit den möglichen Lösungsansätzen, wie die Versorgung mit lebenswichtigen Gütern wieder robuster und antifragil gestaltet werden kann. </p>
<p>In dieser Episode frage ich, was Katastrophenschutz im 21. Jahrhundert ausmacht, welche Rolle die immer stärkere Vernetzung aller technischer und gesellschaftlicher Systeme in diesem Zusammenhang spielen. Denn Strom, Internet, Kommunikation, Lieferketten und wieder Stromversorgung stehen in einem wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnis. Können wir etwa die IT-Systeme nach einem kompletten (ungeplanten) Shutdown überhaupt wieder hochfahren? Wer hat diese Erfahrung im großen Maßstab?</p>
<p>Was verstehen wir in diesem Kontext unter Resilienz und Robustheit sowie Antifragilität? </p>
<p>Warum ist Antizipation und rechtzeitiges, regelmäßiges Lernen wichtig (lernen und verhindern von Ausfällen, aber ebenso die Vorbereitung auf die Bewältigung eines Ausfalls wesentlicher technischer Infrastruktur)?</p>
<p>Wir fürchten uns heute oft vor Volatilität, aber in der Praxis ist Volatilität gerade nicht das Problem, wir stecken häufig im Verlässlichkeits- / Sicherheitsparadox fest und haben immer mehr Rückfallebenen abgebaut: Effizienz steht vor Resilienz:</p>

<p>»Most modern efficiencies are deferred punishment.«, Nassim Taleb</p>

<p>Eine – etwa bei der Energiewende – selten diskutierte Frage von großer Bedeutung ist: Wie lange dauert es, bis wir als Gesellschaft eine Großtechnologie im Griff haben? Nur weil wir uns eine Groß-Infrastruktur vorstellen können und die einzelnen Teile kennen, bedeutet dies noch lange nicht, dass wir sie auch als komplexes System begreifen. Im Zuge der Energiewende hin zu »erneuerbaren« Energien verlieren wir gerade große Teile an »Momentanreserven«. Warum sind diese aber zentral für die Netzstabilität?</p>
<p>Dass die Gefahr eines europaweiten Strom-Blackouts nicht nur theoretisch ist, hat ein Vorfall im Jänner 2021 gezeigt: was ist mit dem europäischen Stromnetz passiert, wie kann es sein, dass wir knapp vor einem Blackout gestanden sind, und die Medien über dieses extrem wichtige Ereignis fast nicht berichtet haben? Warum war das die schwerste Störung seit Jahrzehnten und was sind die Folgen für die Zukunft?</p>
<p>Herbert Saurugg erklärt, was ein (europaweites) Blackout bedeuten könnte: wie kann es dazu kommen, was wären die Folgen für verschiedene gesellschaftliche Systeme? Wie lange würde es dauern, bis wir einen »Normalzustand« wieder hergestellt hätten?</p>

<p>»Spätestens am Ende der ersten Woche wäre eine Katastrophe zu erwarten, d. h. die gesundheitliche Schädigung bzw. der Tod sehr vieler Menschen sowie eine mit lokal bzw. regional verfügbaren Mitteln und personellen Kapazitäten nicht mehr zu bewältigende Problemlage.«, TAB-Studie</p>

<p>Was sind weitere Hintergründe und Zusammenhänge in der europäischen Stromversorgung, die zu einem Blackout führen können: Privatisierung, Erzeugung, Verbrauch, Stromhandel?</p>
<p>Welche Rolle spielt die »Energiewende« in der zunehmenden Fragilität unserer Netze und warum spielen Stromspeicher eine fundamentale Rolle in einem robusten Netz? Welche Leistung bringen Solar- oder Windanlagen in der Praxis tatsächlich und was stimmt hier häufig bei der Kommunikation nicht?</p>
<p>Haben wir es gerade mit einer Energiewende oder eher einer Realitätsverweigerung, mit einer Technik- oder Kulturwende zu tun? Was sollten wir individuell, als Gesellschaft und politisch unternehmen um eine ernstzunehmende Energiewende hinzubekommen, welche Vorbereitungsmaßnahmen sollte jeder von uns in den Alltag integrieren?</p>
<p>Können wir von der Natur lernen, gemeinschaftliche Unterstrukturen, funktionale Einheiten, Energiezellensystem schaffen um Störungen nicht großflächig ausbrechen zu lassen? </p>
<p>Und nicht zuletzt spricht Herbert Saurugg eine Idee an, die in einer Technik-verliebten Welt vergessen ist: manchmal kann man Systeme durch Entfernen von Technik verbessern! Mehr ist nicht in allen Fällen besser!</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Herbert Saurugg</p>
<ul><li>Fachblog: <a href='http://www.saurugg.net'>www.saurugg.net</a></li>
<li><a href='https://gfkv.at'>Österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/blackout'>https://www.saurugg.net/blackout</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/strom-blackout/leitfaeden-zur-selbsthilfe'>Leitfäden und Hilfestellungen für die Eigenvorsorge und Selbsthilfe</a></li>
<li>Email <a href='mailto:office@saurugg.net'>office@saurugg.net</a></li>
<li>Twitter: <a href='https://twitter.com/herbertsaurugg'>@herbertsaurugg</a> </li>
<li>LinkedIn: <a href='https://www.linkedin.com/in/herbert-saurugg'>Herbert Saurugg</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episode 10: Komplizierte Komplexität</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17: Kooperation</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/023-frozen-accidents/'>Episode 23: Frozen Accidents</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25: Entscheiden unter Unsicherheit</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27: Wicked Problems</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/036-energiewende-wendland/'>Episode 36: Energiewende und Kernkraft, ein Gespräch mit Anna Veronika Wendland</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/040-software_nachhaltigkeit_philipp_reisinger/'>Episode 40: Software Nachhaltigkeit, ein Gespräch mit Philipp Reisinger</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3uxY6JX'>Die Grenzen des Wachstums, Bericht an den Club of Rome zur Lage der Menschheit (1972)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2019/blog/vernetzung-und-komplexitaet/die-grenzen-des-denkens'>Die Grenzen des Denkens (2010)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3tAMTae'>Die neuen Grenzen des Wachstums (1993)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2021/blog/stromversorgung/bericht-bundesrechnungshof-umsetzung-der-energiewende-im-hinblick-auf-die-versorgungssicherheit'>Bericht Bundesrechnungshof „Umsetzung der Energiewende im Hinblick auf die Versorgungssicherheit“ (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2011/blog/stromversorgung/tab-studie'>TAB-Studie: „Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften durch Stromausfall“ (2011)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2021/blog/stromversorgung/bedenkliche-ereignisse-2021'>Großstörung am 08. Jänner 2021</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2021/blog/stromversorgung/europa-auf-dem-weg-in-die-katastrophe'>Europa auf dem Weg in die Katastrophe (2021)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3o4DaYy'>Nassim Taleb, Antifragilität – Anleitung für eine Welt, die wir nicht verstehen (2013)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/hintergrundthemen/resilienz-und-anpassung'>Resilienz</a></li>
<li><a href='https://science.orf.at/stories/3205880/'>„Weniger ist mehr“ fällt schwer, ORF (2021)</a></li>
</ul>
<p> </p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>In dieser Episode diskutiere ich unsere gesellschaftliche Verwundbarkeit mit Herbert Saurugg. Wir werfen einen <em>Blick hinter die Kulissen</em>, im Besonderen auch auf unser europäisches Stromversorgungssystem und die Gefahren eines Blackouts.</p>
<p>Herbert Saurugg ist Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge und ist internationaler Blackout- und Krisenvorsorgeexperte, Autor zahlreicher Fachpublikationen sowie gefragter Keynote-Speaker und Interviewpartner zum Thema <em>»ein europaweiter Strom-, Infrastruktur- sowie Versorgungsausfall«</em>.</p>
<p>Er beschäftigt sich seit 10 Jahren mit der steigenden Komplexität und Fragilität lebenswichtiger Infrastrukturen sowie mit den möglichen Lösungsansätzen, wie die Versorgung mit lebenswichtigen Gütern wieder robuster und antifragil gestaltet werden kann. </p>
<p>In dieser Episode frage ich, was Katastrophenschutz im 21. Jahrhundert ausmacht, welche Rolle die immer stärkere Vernetzung aller technischer und gesellschaftlicher Systeme in diesem Zusammenhang spielen. Denn Strom, Internet, Kommunikation, Lieferketten und wieder Stromversorgung stehen in einem wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnis. Können wir etwa die IT-Systeme nach einem kompletten (ungeplanten) Shutdown überhaupt wieder hochfahren? Wer hat diese Erfahrung im großen Maßstab?</p>
<p>Was verstehen wir in diesem Kontext unter Resilienz und Robustheit sowie Antifragilität? </p>
<p>Warum ist Antizipation und rechtzeitiges, regelmäßiges Lernen wichtig (lernen und verhindern von Ausfällen, aber ebenso die Vorbereitung auf die Bewältigung eines Ausfalls wesentlicher technischer Infrastruktur)?</p>
<p>Wir fürchten uns heute oft vor Volatilität, aber in der Praxis ist Volatilität gerade nicht das Problem, wir stecken häufig im Verlässlichkeits- / Sicherheitsparadox fest und haben immer mehr Rückfallebenen abgebaut: Effizienz steht vor Resilienz:</p>

<p>»Most modern efficiencies are deferred punishment.«, Nassim Taleb</p>

<p>Eine – etwa bei der Energiewende – selten diskutierte Frage von großer Bedeutung ist: <em>Wie lange dauert es, bis wir als Gesellschaft eine Großtechnologie im Griff haben?</em> Nur weil wir uns eine Groß-Infrastruktur vorstellen können und die einzelnen Teile kennen, bedeutet dies noch lange nicht, dass wir sie auch als komplexes System begreifen. Im Zuge der Energiewende hin zu »erneuerbaren« Energien verlieren wir gerade große Teile an »Momentanreserven«. Warum sind diese aber zentral für die Netzstabilität?</p>
<p>Dass die Gefahr eines europaweiten Strom-Blackouts nicht nur theoretisch ist, hat ein Vorfall im Jänner 2021 gezeigt: was ist mit dem europäischen Stromnetz passiert, wie kann es sein, dass wir knapp vor einem Blackout gestanden sind, und die Medien über dieses extrem wichtige Ereignis fast nicht berichtet haben? Warum war das die schwerste Störung seit Jahrzehnten und was sind die Folgen für die Zukunft?</p>
<p>Herbert Saurugg erklärt, was ein (europaweites) Blackout bedeuten könnte: wie kann es dazu kommen, was wären die Folgen für verschiedene gesellschaftliche Systeme? Wie lange würde es dauern, bis wir einen »Normalzustand« wieder hergestellt hätten?</p>

<p>»Spätestens am Ende der ersten Woche wäre eine Katastrophe zu erwarten, d. h. die gesundheitliche Schädigung bzw. der Tod sehr vieler Menschen sowie eine mit lokal bzw. regional verfügbaren Mitteln und personellen Kapazitäten nicht mehr zu bewältigende Problemlage.«, TAB-Studie</p>

<p>Was sind weitere Hintergründe und Zusammenhänge in der europäischen Stromversorgung, die zu einem Blackout führen können: Privatisierung, Erzeugung, Verbrauch, Stromhandel?</p>
<p>Welche Rolle spielt die »Energiewende« in der zunehmenden Fragilität unserer Netze und warum spielen Stromspeicher eine fundamentale Rolle in einem robusten Netz? Welche Leistung bringen Solar- oder Windanlagen in der Praxis tatsächlich und was stimmt hier häufig bei der Kommunikation nicht?</p>
<p>Haben wir es gerade mit einer Energiewende oder eher einer Realitätsverweigerung, mit einer Technik- oder Kulturwende zu tun? Was sollten wir individuell, als Gesellschaft und politisch unternehmen um eine ernstzunehmende Energiewende hinzubekommen, welche Vorbereitungsmaßnahmen sollte jeder von uns in den Alltag integrieren?</p>
<p>Können wir von der Natur lernen, gemeinschaftliche Unterstrukturen, funktionale Einheiten, Energiezellensystem schaffen um Störungen nicht großflächig ausbrechen zu lassen? </p>
<p>Und nicht zuletzt spricht Herbert Saurugg eine Idee an, die in einer Technik-verliebten Welt vergessen ist: manchmal kann man Systeme durch Entfernen von Technik verbessern! Mehr ist nicht in allen Fällen besser!</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Herbert Saurugg</p>
<ul><li>Fachblog: <a href='http://www.saurugg.net'>www.saurugg.net</a></li>
<li><a href='https://gfkv.at'>Österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/blackout'>https://www.saurugg.net/blackout</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/strom-blackout/leitfaeden-zur-selbsthilfe'>Leitfäden und Hilfestellungen für die Eigenvorsorge und Selbsthilfe</a></li>
<li>Email <a href='mailto:office@saurugg.net'>office@saurugg.net</a></li>
<li>Twitter: <a href='https://twitter.com/herbertsaurugg'>@herbertsaurugg</a> </li>
<li>LinkedIn: <a href='https://www.linkedin.com/in/herbert-saurugg'>Herbert Saurugg</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episode 10: Komplizierte Komplexität</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17: Kooperation</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/023-frozen-accidents/'>Episode 23: Frozen Accidents</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25: Entscheiden unter Unsicherheit</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27: Wicked Problems</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/036-energiewende-wendland/'>Episode 36: Energiewende und Kernkraft, ein Gespräch mit Anna Veronika Wendland</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/040-software_nachhaltigkeit_philipp_reisinger/'>Episode 40: Software Nachhaltigkeit, ein Gespräch mit Philipp Reisinger</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3uxY6JX'>Die Grenzen des Wachstums, Bericht an den Club of Rome zur Lage der Menschheit (1972)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2019/blog/vernetzung-und-komplexitaet/die-grenzen-des-denkens'>Die Grenzen des Denkens (2010)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3tAMTae'>Die neuen Grenzen des Wachstums (1993)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2021/blog/stromversorgung/bericht-bundesrechnungshof-umsetzung-der-energiewende-im-hinblick-auf-die-versorgungssicherheit'>Bericht Bundesrechnungshof „Umsetzung der Energiewende im Hinblick auf die Versorgungssicherheit“ (2021)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2011/blog/stromversorgung/tab-studie'>TAB-Studie: „Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften durch Stromausfall“ (2011)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2021/blog/stromversorgung/bedenkliche-ereignisse-2021'>Großstörung am 08. Jänner 2021</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/2021/blog/stromversorgung/europa-auf-dem-weg-in-die-katastrophe'>Europa auf dem Weg in die Katastrophe (2021)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3o4DaYy'>Nassim Taleb, Antifragilität – Anleitung für eine Welt, die wir nicht verstehen (2013)</a></li>
<li><a href='https://www.saurugg.net/hintergrundthemen/resilienz-und-anpassung'>Resilienz</a></li>
<li><a href='https://science.orf.at/stories/3205880/'>„Weniger ist mehr“ fällt schwer, ORF (2021)</a></li>
</ul>
<p> </p>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>In dieser Episode diskutiere ich gesellschaftliche Verwundbarkeit mit Herbert Saurugg. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen, im besonderen auch auf unser europäisches Energiesystem und die Gefahren eines Blackouts.

Herbert Saurugg ist Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge und ist internationaler Blackout- und Krisenvorsorgeexperte, Autor zahlreicher Fachpublikationen sowie gefragter Keynote-Speaker und Interviewpartner zum Thema »ein europaweiter Strom-, Infrastruktur- sowie Versorgungsausfall«.

Er beschäftigt sich seit 10 Jahren mit der steigenden Komplexität und Fragilität lebenswichtiger Infrastrukturen sowie mit den möglichen Lösungsansätzen, wie die Versorgung mit lebenswichtigen Gütern wieder robuster und antifragil gestaltet werden kann. 

In dieser Episode frage ich, was Katastrophenschutz im 21. Jahrhundert ausmacht, welche Rolle die immer stärkere Vernetzung aller technischer und gesellschaftlicher Systeme in diesem Zusammenhang spielen. Denn Strom, Internet, Kommunikation, Lieferketten und wieder Stromversorgung stehen in einem wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnis. Können wir etwa die IT-Systeme nach einem kompletten (ungeplanten) Shutdown überhaupt wieder hochfahren? Wer hat diese Erfahrung im großen Maßstab?

Was verstehen wir in diesem Kontext unter Resilienz und Robustheit sowie Antifragilität? 

Warum ist Antizipation und rechtzeitiges, regelmäßiges Lernen wichtig (lernen und verhindern von Ausfällen, aber ebenso die Vorbereitung auf die Bewältigung eines Ausfalls wesentlicher technischer Infrastruktur)?

Wir fürchten uns heute oft vor Volatilität, aber in der Praxis ist Volatilität gerade nicht das Problem, wir stecken häufig im Verlässlichkeits- / Sicherheitsparadox fest und haben immer mehr Rückfallebenen abgebaut: Effizienz steht vor Resilienz:

»Most modern efficiencies are deferred punishment.«, Nassim Taleb

Eine – etwa bei der Energiewende – selten diskutierte Frage von großer Bedeutung ist: Wie lange dauert es, bis wir als Gesellschaft eine Großtechnologie im Griff haben? Nur weil wir uns eine Groß-Infrastruktur vorstellen können und die einzelnen Teile kennen, bedeutet dies noch lange nicht, dass wir sie auch als komplexes System begreifen. Im Zuge der Energiewende hin zu »erneuerbaren« Energien verlieren wir gerade große Teile an »Momentanreserven«. Warum sind diese aber zentral für die Netzstabilität?

Dass die Gefahr eines europaweiten Strom-Blackouts nicht nur theoretisch ist, hat ein Vorfall im Jänner 2021 gezeigt: was ist mit dem europäischen Stromnetz passiert, wie kann es sein, dass wir knapp vor einem Blackout gestanden sind, und die Medien über dieses extrem wichtige Ereignis fast nicht berichtet haben? Warum war das die schwerste Störung seit Jahrzehnten und was sind die Folgen für die Zukunft?

Herbert Saurugg erklärt, was ein (europaweites) Blackout bedeuten könnte: wie kann es dazu kommen, was wären die Folgen für verschiedene gesellschaftliche Systeme? Wie lange würde es dauern, bis wir einen »Normalzustand« wieder hergestellt hätten?

Was sind weitere Hintergründe und Zusammenhänge in der europäischen Stromversorgung, die zu einem Blackout führen können: Privatisierung, Erzeugung, Verbrauch, Stromhandel?

Welche Rolle spielt die »Energiewende« in der zunehmenden Fragilität unserer Netze und warum spielen Stromspeicher eine fundamentale Rolle in einem robusten Netz? Welche Leistung bringen Solar- oder Windanlagen in der Praxis tatsächlich und was stimmt hier häufig bei der Kommunikation nicht?

Haben wir es gerade mit einer Energiewende oder eher einer Realitätsverweigerung, mit einer Technik- oder Kulturwende zu tun? Was sollten wir individuell, als Gesellschaft und politisch unternehmen um eine ernstzunehmende Energiewende hinzubekommen, welche Vorbereitungsmaßnahmen sollte jeder von uns in den Alltag integrieren?

Können wir von der Natur lernen, gemeinschaftliche Unterstrukturen, funktionale Einheiten, Energiezellensystem schaffen um Störungen nic</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>041 – Intellektuelle Bescheidenheit: Was wir von Bertrand Russel und der Eugenik lernen können</title>
        <itunes:title>041 – Intellektuelle Bescheidenheit: Was wir von Bertrand Russel und der Eugenik lernen können</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/041-intellektuelle_bescheidenheit_russel/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/041-intellektuelle_bescheidenheit_russel/#comments</comments>        <pubDate>Thu, 06 May 2021 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Die Idee zu dieser Episode ist mir gekommen, als mir ein altes Buch von Bertrand Russell in die Hände gefallen ist: Marriage and Morals. Ein heute (wie sich herausstellen wird zum Glück) recht unbekanntes Werk von ihm.</p>
<p style="text-align:justify;">Bertrand Russell war ein Philosoph, Logiker und public intellectual, den ich sehr schätze. Er ist 1872 geboren und 1970 gestorben, war einer der führenden Wissenschafter, Philosophen und Intellektuellen seiner Zeit. Ein Mensch, der in seinen Handlungen über seine Lebenszeit offensichtlich versucht hat die Gesellschaft in eine positive Richtung weiterzuentwickeln.</p>
<p></p>
<p style="text-align:justify;">Er befürwortete früh im 20. Jahrhundert das Frauenwahlrecht, wurde zweimal für seine Friedensbemühungen inhaftiert, war Atheist und unterstützte linke Ideen, obwohl er selbst einem alten Adelsgeschlecht entstammte. </p>
<p style="text-align:justify;">Viele seiner Bücher sind bis heute – aus gutem Grund – gerne gelesen.</p>
<p style="text-align:justify;">So ist die Auseinandersetzung  (für mich) mit Marriage and Morals alles andere als einfach. In dieser Episode beschränkte ich mich auf ein Kapitel aus diesem Buch, das sich mit Eugenik beschäftigt. Unter Eugenik versteht man im weiten Sinne die Anwendung technischer oder politische Mittel oder Maßnahmen, mit dem Ziel, die Anteil vermeintlich positiver Erbanlagen in der Bevölkerung zu verbessern. Im Deutschen ist ein Begriff der NS-Zeit, die sogenannte Rassenhygiene, sehr eng damit verwandt.</p>
<p style="text-align:justify;">Russell äußert in diesem Kapitel Ansichten, die – wie in der Episode diskutiert wird – mit einem heutigen Blick auf die Welt in keiner Weise mehr vereinbar sind.</p>
<p style="text-align:justify;">Gerade darum war diese Auseinandersetzung für mich so lehrreich: Wie kann es sein, dass einer der führenden Intellektuellen seiner Zeit auf solche gedanklichen Abwege kommt? Was bedeutet dies über die Dinge die ich oder andere Menschen in der heutigen Zeit vertreten? </p>
<p style="text-align:justify;">Russel war nicht der erste und wird nicht der letzte Intellektuelle bleiben, der sich in einem Thema verirrt. So schreibt etwa Karl Popper über Platon:</p>

<p style="text-align:justify;">»Er war ein großer Philosoph. Er hat die Philosophie begründet und hat viele großartige Ideen gehabt. Aber ich habe versucht zu zeigen, daß ein großer Philosoph auch sehr schlimme Dinge vertreten kann. In einer Zeit, die eine Aufklärungszeit war, in der andere Denker gegen die Sklaverei waren, schrieb Platon wie ein arroganter Sklavenhalter und trat für die Sklaverei ein.«</p>

<p style="text-align:justify;">Zunächst versuche ich in dieser Episode einen Schritt zurück zu machen und den Kontext der Zeit, das Verständnis von Eugenik kurz darzustellen. Menschen sind immer auch Kinder ihrer Zeit – welche Rolle spielt das in ihrem Denken? Dann kehren wir zu Russel und auch in die heutige Zeit zurück: Wie sollen wir Menschen der Vergangenheit beurteilen? Menschen, mit denen wir heute (intellektuelle oder politische) Konflikte haben? Dürfen wir Menschen verurteilen, die sich »Ausrutscher« erlaubt haben? Unter welchen Umständen?</p>

<p style="text-align:justify;">»Wer Eindeutigkeit erstrebt, wird darauf beharren, dass es stets nur eine einzige Wahrheit geben kann und dass diese Wahrheit auch eindeutig erkennbar ist.«, Thomas Bauer</p>

<p style="text-align:justify;">Ich denke, dass wir wesentlich mehr intellektuelle Bescheidenheit fordern müssen, sowohl in dem was wir behaupten, aber auch in dem was wir kritisieren.</p>
<p style="text-align:justify;">Dies ist eine für mich schwierig zu verdauende Folge. Ich hoffe, es ist mir gelungen diesen Themenbereich angemessen zu diskutieren. Ich freue mich daher gerade bei dieser Episode ganz besonders auf <a href='http://www.schatten.info'>Feedback und Kritik</a>.</p>

<p style="text-align:justify;">»Wir dürfen nie vorgeben zu wissen, und dürfen nie große Worte gebrauchen«, Karl Popper</p>

<p style="text-align:justify;">Referenzen</p>
<p style="text-align:justify;">Bertrand Russel</p>
<ul><li style="text-align:justify;"><a href='https://www.britannica.com/biography/Bertrand-Russelll%20'>Bertrand Russell: Biographie in der Encyclopedia Britannica</a></li>
<li style="text-align:justify;"><a href='https://plato.stanford.edu/entries/russell/'>Bertrand Russell in der Stanford Encyclopedia of Philosophy</a></li>
<li style="text-align:justify;"><a href='https://pugwash.org/1955/07/09/statement-manifesto/'>Das Russell-Einstein Manifest</a></li>
</ul>
<p>Bücher von Bertrand Russel</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3vAhxC3'>Eroberung des Glücks: Neue Wege zu einer besseren Lebensgestaltung</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3uiDTIg'>Lob des Müßiggangs</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3gQrCH0'>Warum ich kein Christ bin</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3eL8KXf'>Philosophie des Abendlandes</a></li>
<li><a href='https://archive.org/details/marriagemorals00russ_0/page/n11/mode/2up'>Marriage and Morals, H. Liverlight (1929)</a></li>
</ul>
<p>fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3eNMsEb'>Philipp Blom, Die zerrissenen Jahre, dtv (2016)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3nGShrh'>Richard David Precht, Sei du selbst, Goldmann (2019)</a></li>
<li>Karl Popper, Ich weiß, dass ich nichts weiß, und kaum das, Ullstein</li>
<li><a href='https://amzn.to/2QGmafi'>Karl Popper, Auf der Suche nach einer besseren Welt, Piper (2009)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3398ziY'>Thomas Bauer, Vereindeutigung der Welt, Reclam (2018)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Die Idee zu dieser Episode ist mir gekommen, als mir ein altes Buch von Bertrand Russell in die Hände gefallen ist: Marriage and Morals. Ein heute (wie sich herausstellen wird zum Glück) recht unbekanntes Werk von ihm.</p>
<p style="text-align:justify;">Bertrand Russell war ein Philosoph, Logiker und <em>public intellectual</em>, den ich sehr schätze. Er ist 1872 geboren und 1970 gestorben, war einer der führenden Wissenschafter, Philosophen und Intellektuellen seiner Zeit. Ein Mensch, der in seinen Handlungen über seine Lebenszeit offensichtlich versucht hat die Gesellschaft in eine positive Richtung weiterzuentwickeln.</p>
<p></p>
<p style="text-align:justify;">Er befürwortete früh im 20. Jahrhundert das Frauenwahlrecht, wurde zweimal für seine Friedensbemühungen inhaftiert, war Atheist und unterstützte linke Ideen, obwohl er selbst einem alten Adelsgeschlecht entstammte. </p>
<p style="text-align:justify;">Viele seiner Bücher sind bis heute – aus gutem Grund – gerne gelesen.</p>
<p style="text-align:justify;">So ist die Auseinandersetzung  (für mich) mit <em>Marriage and Morals</em> alles andere als einfach. In dieser Episode beschränkte ich mich auf ein Kapitel aus diesem Buch, das sich mit Eugenik beschäftigt. Unter Eugenik versteht man im weiten Sinne die Anwendung technischer oder politische Mittel oder Maßnahmen, mit dem Ziel, die Anteil vermeintlich <em>positiver Erbanlagen</em> in der Bevölkerung zu verbessern. Im Deutschen ist ein Begriff der NS-Zeit, die sogenannte <em>Rassenhygiene</em>, sehr eng damit verwandt.</p>
<p style="text-align:justify;">Russell äußert in diesem Kapitel Ansichten, die – wie in der Episode diskutiert wird – mit einem heutigen Blick auf die Welt in keiner Weise mehr vereinbar sind.</p>
<p style="text-align:justify;">Gerade darum war diese Auseinandersetzung für mich so lehrreich: Wie kann es sein, dass einer der führenden Intellektuellen seiner Zeit auf solche gedanklichen Abwege kommt? Was bedeutet dies über die Dinge die <em>ich</em> oder <em>andere Menschen</em> in der heutigen Zeit vertreten? </p>
<p style="text-align:justify;">Russel war nicht der erste und wird nicht der letzte Intellektuelle bleiben, der sich in einem Thema verirrt. So schreibt etwa Karl Popper über Platon:</p>

<p style="text-align:justify;">»Er war ein großer Philosoph. Er hat die Philosophie begründet und hat viele großartige Ideen gehabt. Aber ich habe versucht zu zeigen, daß ein großer Philosoph auch sehr schlimme Dinge vertreten kann. In einer Zeit, die eine Aufklärungszeit war, in der andere Denker gegen die Sklaverei waren, schrieb Platon wie ein arroganter Sklavenhalter und trat für die Sklaverei ein.«</p>

<p style="text-align:justify;">Zunächst versuche ich in dieser Episode einen Schritt zurück zu machen und den Kontext der Zeit, das Verständnis von Eugenik kurz darzustellen. Menschen sind immer auch Kinder ihrer Zeit – welche Rolle spielt das in ihrem Denken? Dann kehren wir zu Russel und auch in die heutige Zeit zurück: Wie sollen wir Menschen der Vergangenheit beurteilen? Menschen, mit denen wir heute (intellektuelle oder politische) Konflikte haben? Dürfen wir Menschen verurteilen, die sich »Ausrutscher« erlaubt haben? Unter welchen Umständen?</p>

<p style="text-align:justify;">»Wer Eindeutigkeit erstrebt, wird darauf beharren, dass es stets nur eine einzige Wahrheit geben kann und dass diese Wahrheit auch eindeutig erkennbar ist.«, Thomas Bauer</p>

<p style="text-align:justify;">Ich denke, dass wir wesentlich mehr intellektuelle Bescheidenheit fordern müssen, sowohl in dem was wir behaupten, aber auch in dem was wir kritisieren.</p>
<p style="text-align:justify;">Dies ist eine für mich schwierig zu verdauende Folge. Ich hoffe, es ist mir gelungen diesen Themenbereich angemessen zu diskutieren. Ich freue mich daher gerade bei dieser Episode ganz besonders auf <a href='http://www.schatten.info'>Feedback und Kritik</a>.</p>

<p style="text-align:justify;">»Wir dürfen nie vorgeben zu wissen, und dürfen nie große Worte gebrauchen«, Karl Popper</p>

<p style="text-align:justify;">Referenzen</p>
<p style="text-align:justify;">Bertrand Russel</p>
<ul><li style="text-align:justify;"><a href='https://www.britannica.com/biography/Bertrand-Russelll%20'>Bertrand Russell: Biographie in der Encyclopedia Britannica</a></li>
<li style="text-align:justify;"><a href='https://plato.stanford.edu/entries/russell/'>Bertrand Russell in der Stanford Encyclopedia of Philosophy</a></li>
<li style="text-align:justify;"><a href='https://pugwash.org/1955/07/09/statement-manifesto/'>Das Russell-Einstein Manifest</a></li>
</ul>
<p>Bücher von Bertrand Russel</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3vAhxC3'>Eroberung des Glücks: Neue Wege zu einer besseren Lebensgestaltung</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3uiDTIg'>Lob des Müßiggangs</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3gQrCH0'>Warum ich kein Christ bin</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3eL8KXf'>Philosophie des Abendlandes</a></li>
<li><a href='https://archive.org/details/marriagemorals00russ_0/page/n11/mode/2up'>Marriage and Morals, H. Liverlight (1929)</a></li>
</ul>
<p>fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3eNMsEb'>Philipp Blom, Die zerrissenen Jahre, dtv (2016)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3nGShrh'>Richard David Precht, Sei du selbst, Goldmann (2019)</a></li>
<li>Karl Popper, Ich weiß, dass ich nichts weiß, und kaum das, Ullstein</li>
<li><a href='https://amzn.to/2QGmafi'>Karl Popper, Auf der Suche nach einer besseren Welt, Piper (2009)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3398ziY'>Thomas Bauer, Vereindeutigung der Welt, Reclam (2018)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Die Idee zu dieser Episode ist mir gekommen, als mir ein altes Buch von Betrand Russell in die Hände gefallen ist: Marriage and Morals. Ein heute (wie sich herausstellen wird zum Glück) recht unbekanntes Werk von ihm.

Betrand Russell war ein Philosoph, Logiker und public intellectual, den ich sehr schätze. Er ist 1872 geboren und 1970 gestorben, war einer der führenden Wissenschafter, Philosophen und Intellektuellen seiner Zeit. Ein Mensch, der in seinen Handlungen über seine Lebenszeit offensichtlich versucht hat die Gesellschaft in eine positive Richtung weiterzuentwickeln.

Er befürwortete früh im 20. Jahrhundert das Frauenwahlrecht, wurde zweimal für seine Friedensbemühungen inhaftiert, war Atheist und unterstützte linke Ideen, obwohl er selbst einem alten Adelsgeschlecht entstammte. 

Viele seiner Bücher sind bis heute – aus gutem Grund – gerne gelesen.

So ist die Auseinandersetzung (für mich) mit Marriage and Morals alles andere als einfach. In dieser Episode beschränkte ich mich auf die kurze Auseinandersetzung mit einem Kapitel aus diesem Buch, das sich mit Eugenik beschäftigt. Unter Eugenik versteht man im weiten Sinne die Anwendung technischer oder politische Mittel oder Maßnahmen, mit dem Ziel, die Anteil vermeintlich positiver Erbanlagen in der Bevölkerung zu verbessern. Im Deutschen ist ein Begriff der NS-Zeit, die sogenannte Rassenhygiene, sehr eng damit verwandt.

Russell äußert in diesem Kapitel Ansichten, die – wie in der Episode diskutiert wird – mit einem heutigen Blick auf die Welt in keiner Weise mehr vereinbar sind.

Gerade darum war diese Auseinandersetzung für mich so lehrreich: Wie kann es sein, dass einer der führenden Intellektuellen seiner Zeit auf solche gedanklichen Abwege kommt? Was bedeutet dies über die Dinge die ich oder andere Menschen in der heutigen Zeit vertreten? 

Russel war nicht der erste und wird nicht der letzte Intellektuelle bleiben, der sich in einem Thema verirrt. So schreibt etwa Karl Popper über Platon:

»Er war ein großer Philosoph. Er hat die Philosophie begründet und hat viele großartige Ideen gehabt. Aber ich habe versucht zu zeigen, daß ein großer Philosoph auch sehr schlimme Dinge vertreten kann. In einer Zeit, die eine Aufklärungszeit war, in der andere Denker gegen die Sklaverei waren, schrieb Platon wie ein arroganter Sklavenhalter und trat für die Sklaverei ein.«

Zunächst versuche ich in dieser Episode einen Schritt zurück zu machen und den Kontext der Zeit, das Verständnis von Eugenik kurz darzustellen. Menschen sind immer auch Kinder ihrer Zeit – welche Rolle spielt das in ihrem Denken? Dann kehren wir zu Russel und auch in die heutige Zeit zurück: Wie sollen wir Menschen der Vergangenheit beurteilen? Menschen, mit denen wir heute (intellektuelle oder politische) Konflikte haben? Dürfen wir Menschen verurteilen, die sich »Ausrutscher« erlaubt haben? Unter welchen Umständen?

»Wer Eindeutigkeit erstrebt, wird darauf beharren, dass es stets nur eine einzige Wahrheit geben kann und dass diese Wahrheit auch eindeutig erkennbar ist.«, Thomas Bauer

Ich denke, dass wir wesentlich mehr intellektuelle Bescheidenheit fordern müssen, sowohl in dem was wir behaupten, aber auch in dem was wir kritisieren.

Dies ist eine für mich schwierig zu verdauende Folge. Ich hoffe, es ist mir gelungen diesen Themenbereich angemessen zu diskutieren. Ich freue mich daher gerade bei dieser Episode ganz besonders auf Feedback und Kritik.

»Wir dürfen nie vorgeben zu wissen, und dürfen nie große Worte gebrauchen«, Karl Popper

Referenzen

siehe Shownotes im Web!</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>040 – Software Nachhaltigkeit, ein Gespräch mit Philipp Reisinger</title>
        <itunes:title>040 – Software Nachhaltigkeit, ein Gespräch mit Philipp Reisinger</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/040-software_nachhaltigkeit_philipp_reisinger/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/040-software_nachhaltigkeit_philipp_reisinger/#comments</comments>        <pubDate>Wed, 14 Apr 2021 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>In Episode 31 habe ich mich mit Tom Konrad über die Rolle von Software in der modernen Gesellschaft ausgetauscht. Diese Episode hat zahlreiche Dinge angesprochen, aber auch noch viele Aspekte offen gelassen. Daher freue ich mich, dass Philipp Reisinger in dieser zweiten Episode in diesem Themenbereich zur Verfügung gestanden ist.</p>
<p>Philipp ist bei SBA-Research Experte für organisatorische Informationssicherheitsberatung, hält Zertifizierungs-Vorbereitungs-Trainings und ist Lektor an der FH St. Pölten. </p>
<p>Wir sprechen in dieser Episode über die Auswirkung von Software-Fehlern – warum sich die virtuelle Welt hier völlig anders verhält als die physische Welt. Wir führen dann den Begriff der Software-Nachhaltigkeit ein, und diskutieren die ungleiche Verteilung von Nutzen und Schaden wenn elementare Prinzipien der Nachhaltigkeit nicht erfüllt werden.</p>
<p>Wir sprechen über zahlreiche negative Beispiele mangelnder Qualität und Nachhaltigkeit wesentlicher digitaler Infrastruktur, von Flugzeugabstürzen, digitaler Übernahme von Autos während der Fahrt, Manipulation von Wahlen durch Wahlcomputer und den massiven Hack von US-Infrastruktur (»Solar Winds«).</p>
<p></p>
<p style="text-align:center;"><a href='https://xkcd.com/2030/'>XKCD: Voting Software</a></p>
<p>Software und Digitalisierung sind heute Tagesthemen, aber auf welchen Prämissen beruht dieser Drang zur Digitalisierung aller Lebensbereiche? Wer gewinnt, wer verliert? Sollten wir Digitalisierung neu denken? Kann Lean Digitisation eine Alternative sein? Sollten wir bestimmte Lebensbereiche oder Industriefelder bewusst nicht Digitalisieren und analog betreiben?</p>
<p>Werden wir angesichts des großen Ungleichgewichts zwischen einzelnen Großunternehmen, die von der Digitalisierung gewinnen und den Kosten, die vielfach die Gesellschaft trägt ohne signifikante Regulierung auskommen? Erste Schritte gibt es bereits mit der Datenschutzgrundverordnung sowie der NIS-Richtlinie. Aber welche Risiken sind mit Regulierung verbunden?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Philipp Reisinger</p>
<ul><li><a href='https://www.sba-research.org/team/philipp-reisinger/'>Philipp Reisinger / SBA-Research</a></li>
<li><a href='https://www.fhstp.ac.at/en/about-us/staff-a-z/reisinger-philipp'>Philipp Reisinger / FH-St. Pölten</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/019-offene-systeme-teil-1/'>Episode 19</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/020-offene-systeme-teil-2-gesprach-mit-lukas-lang-und-christoph-derndorfer/'>Episode 20</a>:  Offene Systeme: Gespräch mit Lukas Lang und Christoph Derndorfer</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/024-hangover-was_wir_vom_internet_erwartet_und_was_wir_bekommen_haben-peter_purgathofer/'>Episode 24: Hangover: Was wir vom Internet erwartet und was wir bekommen haben – Gespräch mit Peter Purgathofer</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/030-technooptimismus-tim-pritlove/'>Episode 30: Techno-Optimismus – ein Gespräch mit Tim Pritlove</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/031-software-tom-konrad/'>Episode 31: Software in der modernen Gesellschaft – Gespräch mit Tom Konrad</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/035-wartung/'>Episode 35: Innovation oder: Alle Existenz ist Wartung</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.slideshare.net/secret/HbMZVIj8ypN433'>Security in the real and virtual world (Presentation by Philipp Reisinger)</a></li>
<li><a href='https://www.spiegel.de/reise/aktuell/boeing-737-max-offenbar-eine-ursache-fuer-die-abstuerze-gefunden-a-1259446.html'>Boeing 737 Max MCAS</a> </li>
<li><a href='https://www.oeamtc.at/autotouring/menschen/chesley-sullenberger-11226028%20%C2%A0(%C3%9Cberschrift:%20%E2%80%A6%20%C3%BCber%20m%C3%BCde%20Piloten)%20und%20https://nbaa.org/aircraft-operations/safety/faa-recommends-pilots-spend-less-time-using-autopilot/'>Risiken Automatisierung im Flugverkehr</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=MK0SrxBC1xs'>Video Jeep Hack</a></li>
<li><a href='https://www.wired.com/2015/07/hackers-remotely-kill-jeep-highway'>Artikel Jeep Hack</a></li>
<li><a href='https://electrek.co/2020/08/27/tesla-hack-control-over-entire-fleet'>Tesla Flotten Hack</a></li>
<li><a href='https://fm4.orf.at/stories/3008096/'>Langsames Patchen von Software Problemen am Beispiel Microsoft Exchange</a></li>
<li><a href='https://www.lucidity.co.nz/amazon-aws-s3-outage-breaking-a-lot-of-things/'>AWS Ausfall beeinträchtigt IOT 2017</a></li>
<li><a href='https://www.bbc.com/news/technology-55087054'>AWS Ausfall beeinträchtigt IOT 2020</a></li>
<li><a href='https://www.utilitydive.com/news/senate-passes-cybersecurity-bill-to-decrease-grid-digitization-move-toward/557959'>USA Gesetzesvorschlag analoge Steuerung Kraftwerke</a></li>
<li><a href='https://www.schneier.com/blog/archives/2021/03/national-security-risks-of-late-stage-capitalism.html'>Solarwinds Hack und ökonomische Fehlanreize</a><a href='https://www.schneier.com/blog/archives/2021/03/national-security-risks-of-late-stage-capitalism.html'> </a></li>
<li><a href='https://www.cl.cam.ac.uk/~rja14/Papers/econ_czech.pdf'>Information Security Economics</a> und <a href='https://www.cl.cam.ac.uk/~rja14/econsec.html'>Informations Sammlung</a></li>
<li><a href='https://sre.google/books/building-secure-reliable-systems'>Google Building Secure & Reliable Systems Initial vs. Sustained Velocity</a></li>
<li><a href='https://www.slideshare.net/secret/HbMZVIj8ypN433'>Security in the real and virtual world</a></li>
<li><a href='https://www.heise.de/newsticker/meldung/Nach-NotPetya-Angriff-Weltkonzern-Maersk-arbeitete-zehn-Tage-lang-analog-3952112.html'>Maersk Not Petya Angriff</a></li>
<li><a href='https://www.heise.de/news/Sicherheitsdienstleister-Angestellter-bespitzelt-ueber-Kameras-Kunden-beim-Sex-5033734.html'>Missbrauch Aufzeichnung von Überwachungskameras durch Servicetechniker</a></li>
<li><a href='https://www.golem.de/news/smart-home-belkin-macht-ueberwachungskameras-zu-elektroschrott-2005-148377.html'>Geplante Obsolenz IOT</a></li>
<li><a href='https://www.theguardian.com/commentisfree/2018/apr/18/american-elections-hack-bruce-scheier'>Wahlcomputer Paper Ballot</a>  und <a href='https://www.schneier.com/blog/archives/2021/02/georgias-ballot-marking-devices.html'>Schneier Blog</a></li>
<li><a href='https://www.heise.de/newsticker/meldung/Brisanter-Krypto-Fehler-in-Schweizer-E-Voting-System-entdeckt-4337774.html'>Wahlsoftware Schwachstelle Schweiz</a></li>
<li><a href='https://www.heise.de/newsticker/meldung/US-Kriegsmarine-baut-Touchscreens-wegen-Unfallgefahr-aus-4493593.html'>Navy baut Touchscreens wegen Unfallgefahr aus</a></li>
<li><a href='https://www.golem.de/news/lockheed-martin-f-35-touchscreen-fuehrt-zu-fehleingaben-2101-153800.html'>F-35 Touchscreen führt zu Fehleingaben</a></li>
<li><a href='https://www.autozeitung.de/autos-multimedia-touchscreens-sicherheit-ablenkung-74996.html'>Touchscreens als Sicherheitsrisiko im Auto</a></li>
<li><a href='https://www.heise.de/security/artikel/Produkthaftung-aendert-alles-270358.html'>Produkthaftung für Softwareschwachstellen</a></li>
<li><a href='https://www.schneier.com/essays/archives/2017/01/click_here_to_kill_e.html'>Argumentation für mehr Regulierung bezüglich Software Sicherheit</a></li>
<li><a href='https://www.heise.de/news/Bundesregierung-Rueckgaberecht-fuer-kostenlose-Apps-und-Update-Pflicht-5023347.html'>EU Richtlinie zur Wartung digitaler Güter (Update Pflicht)</a></li>
<li><a href='https://de.wikipedia.org/wiki/The_Market_for_Lemons'>Akerlof Siprale Verdrängung guter/qualitativer Anbieter aus einem Markt</a> </li>
<li><a href='https://sichten.blogspot.com/2020/11/the-long-shadow-of-innovation-or-lean.html'>The long shadow of innovation, or: Lean digitisation and the car</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>In Episode 31 habe ich mich mit Tom Konrad über die Rolle von Software in der modernen Gesellschaft ausgetauscht. Diese Episode hat zahlreiche Dinge angesprochen, aber auch noch viele Aspekte offen gelassen. Daher freue ich mich, dass Philipp Reisinger in dieser zweiten Episode in diesem Themenbereich zur Verfügung gestanden ist.</p>
<p>Philipp ist bei SBA-Research Experte für organisatorische Informationssicherheitsberatung, hält Zertifizierungs-Vorbereitungs-Trainings und ist Lektor an der FH St. Pölten. </p>
<p>Wir sprechen in dieser Episode über die Auswirkung von Software-Fehlern – warum sich die virtuelle Welt hier völlig anders verhält als die physische Welt. Wir führen dann den Begriff der Software-Nachhaltigkeit ein, und diskutieren die ungleiche Verteilung von Nutzen und Schaden wenn elementare Prinzipien der Nachhaltigkeit nicht erfüllt werden.</p>
<p>Wir sprechen über zahlreiche negative Beispiele mangelnder Qualität und Nachhaltigkeit wesentlicher digitaler Infrastruktur, von Flugzeugabstürzen, digitaler Übernahme von Autos während der Fahrt, Manipulation von Wahlen durch Wahlcomputer und den massiven Hack von US-Infrastruktur (»Solar Winds«).</p>
<p></p>
<p style="text-align:center;"><a href='https://xkcd.com/2030/'>XKCD: Voting Software</a></p>
<p>Software und Digitalisierung sind heute Tagesthemen, aber auf welchen Prämissen beruht dieser Drang zur Digitalisierung aller Lebensbereiche? Wer gewinnt, wer verliert? Sollten wir Digitalisierung neu denken? Kann Lean Digitisation eine Alternative sein? Sollten wir bestimmte Lebensbereiche oder Industriefelder bewusst nicht Digitalisieren und analog betreiben?</p>
<p>Werden wir angesichts des großen Ungleichgewichts zwischen einzelnen Großunternehmen, die von der Digitalisierung gewinnen und den Kosten, die vielfach die Gesellschaft trägt ohne signifikante Regulierung auskommen? Erste Schritte gibt es bereits mit der Datenschutzgrundverordnung sowie der NIS-Richtlinie. Aber welche Risiken sind mit Regulierung verbunden?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Philipp Reisinger</p>
<ul><li><a href='https://www.sba-research.org/team/philipp-reisinger/'>Philipp Reisinger / SBA-Research</a></li>
<li><a href='https://www.fhstp.ac.at/en/about-us/staff-a-z/reisinger-philipp'>Philipp Reisinger / FH-St. Pölten</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/019-offene-systeme-teil-1/'>Episode 19</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/020-offene-systeme-teil-2-gesprach-mit-lukas-lang-und-christoph-derndorfer/'>Episode 20</a>:  Offene Systeme: Gespräch mit Lukas Lang und Christoph Derndorfer</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/024-hangover-was_wir_vom_internet_erwartet_und_was_wir_bekommen_haben-peter_purgathofer/'>Episode 24: Hangover: Was wir vom Internet erwartet und was wir bekommen haben – Gespräch mit Peter Purgathofer</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/030-technooptimismus-tim-pritlove/'>Episode 30: Techno-Optimismus – ein Gespräch mit Tim Pritlove</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/031-software-tom-konrad/'>Episode 31: Software in der modernen Gesellschaft – Gespräch mit Tom Konrad</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/035-wartung/'>Episode 35: Innovation oder: Alle Existenz ist Wartung</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.slideshare.net/secret/HbMZVIj8ypN433'>Security in the real and virtual world (Presentation by Philipp Reisinger)</a></li>
<li><a href='https://www.spiegel.de/reise/aktuell/boeing-737-max-offenbar-eine-ursache-fuer-die-abstuerze-gefunden-a-1259446.html'>Boeing 737 Max MCAS</a> </li>
<li><a href='https://www.oeamtc.at/autotouring/menschen/chesley-sullenberger-11226028%20%C2%A0(%C3%9Cberschrift:%20%E2%80%A6%20%C3%BCber%20m%C3%BCde%20Piloten)%20und%20https://nbaa.org/aircraft-operations/safety/faa-recommends-pilots-spend-less-time-using-autopilot/'>Risiken Automatisierung im Flugverkehr</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=MK0SrxBC1xs'>Video Jeep Hack</a></li>
<li><a href='https://www.wired.com/2015/07/hackers-remotely-kill-jeep-highway'>Artikel Jeep Hack</a></li>
<li><a href='https://electrek.co/2020/08/27/tesla-hack-control-over-entire-fleet'>Tesla Flotten Hack</a></li>
<li><a href='https://fm4.orf.at/stories/3008096/'>Langsames Patchen von Software Problemen am Beispiel Microsoft Exchange</a></li>
<li><a href='https://www.lucidity.co.nz/amazon-aws-s3-outage-breaking-a-lot-of-things/'>AWS Ausfall beeinträchtigt IOT 2017</a></li>
<li><a href='https://www.bbc.com/news/technology-55087054'>AWS Ausfall beeinträchtigt IOT 2020</a></li>
<li><a href='https://www.utilitydive.com/news/senate-passes-cybersecurity-bill-to-decrease-grid-digitization-move-toward/557959'>USA Gesetzesvorschlag analoge Steuerung Kraftwerke</a></li>
<li><a href='https://www.schneier.com/blog/archives/2021/03/national-security-risks-of-late-stage-capitalism.html'>Solarwinds Hack und ökonomische Fehlanreize</a><a href='https://www.schneier.com/blog/archives/2021/03/national-security-risks-of-late-stage-capitalism.html'> </a></li>
<li><a href='https://www.cl.cam.ac.uk/~rja14/Papers/econ_czech.pdf'>Information Security Economics</a> und <a href='https://www.cl.cam.ac.uk/~rja14/econsec.html'>Informations Sammlung</a></li>
<li><a href='https://sre.google/books/building-secure-reliable-systems'>Google Building Secure & Reliable Systems Initial vs. Sustained Velocity</a></li>
<li><a href='https://www.slideshare.net/secret/HbMZVIj8ypN433'>Security in the real and virtual world</a></li>
<li><a href='https://www.heise.de/newsticker/meldung/Nach-NotPetya-Angriff-Weltkonzern-Maersk-arbeitete-zehn-Tage-lang-analog-3952112.html'>Maersk Not Petya Angriff</a></li>
<li><a href='https://www.heise.de/news/Sicherheitsdienstleister-Angestellter-bespitzelt-ueber-Kameras-Kunden-beim-Sex-5033734.html'>Missbrauch Aufzeichnung von Überwachungskameras durch Servicetechniker</a></li>
<li><a href='https://www.golem.de/news/smart-home-belkin-macht-ueberwachungskameras-zu-elektroschrott-2005-148377.html'>Geplante Obsolenz IOT</a></li>
<li><a href='https://www.theguardian.com/commentisfree/2018/apr/18/american-elections-hack-bruce-scheier'>Wahlcomputer Paper Ballot</a>  und <a href='https://www.schneier.com/blog/archives/2021/02/georgias-ballot-marking-devices.html'>Schneier Blog</a></li>
<li><a href='https://www.heise.de/newsticker/meldung/Brisanter-Krypto-Fehler-in-Schweizer-E-Voting-System-entdeckt-4337774.html'>Wahlsoftware Schwachstelle Schweiz</a></li>
<li><a href='https://www.heise.de/newsticker/meldung/US-Kriegsmarine-baut-Touchscreens-wegen-Unfallgefahr-aus-4493593.html'>Navy baut Touchscreens wegen Unfallgefahr aus</a></li>
<li><a href='https://www.golem.de/news/lockheed-martin-f-35-touchscreen-fuehrt-zu-fehleingaben-2101-153800.html'>F-35 Touchscreen führt zu Fehleingaben</a></li>
<li><a href='https://www.autozeitung.de/autos-multimedia-touchscreens-sicherheit-ablenkung-74996.html'>Touchscreens als Sicherheitsrisiko im Auto</a></li>
<li><a href='https://www.heise.de/security/artikel/Produkthaftung-aendert-alles-270358.html'>Produkthaftung für Softwareschwachstellen</a></li>
<li><a href='https://www.schneier.com/essays/archives/2017/01/click_here_to_kill_e.html'>Argumentation für mehr Regulierung bezüglich Software Sicherheit</a></li>
<li><a href='https://www.heise.de/news/Bundesregierung-Rueckgaberecht-fuer-kostenlose-Apps-und-Update-Pflicht-5023347.html'>EU Richtlinie zur Wartung digitaler Güter (Update Pflicht)</a></li>
<li><a href='https://de.wikipedia.org/wiki/The_Market_for_Lemons'>Akerlof Siprale Verdrängung guter/qualitativer Anbieter aus einem Markt</a> </li>
<li><a href='https://sichten.blogspot.com/2020/11/the-long-shadow-of-innovation-or-lean.html'>The long shadow of innovation, or: Lean digitisation and the car</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>In Episode 31 habe ich mich mit Tom Konrad über die Rolle von Software in der modernen Gesellschaft ausgetauscht. Diese Episode hat zahlreiche Dinge angesprochen, aber auch noch viele Aspekte offen gelassen. Daher freue ich mich, dass Philipp Reisinger in dieser zweiten Episode in diesem Themenbereich zur Verfügung gestanden ist.

Philipp ist bei SBA-Research Experte für organisatorische Informationssicherheitsberatung, hält Kurse und Zertifizierung und ist Lektor an der FH St. Pölten. 

Wir sprechen in dieser Episode über die Auswirkung von Software-Fehlern – warum sich die virtuelle Welt hier völlig anders verhält als die physische Welt. Wir führen dann den Begriff der Software-Nachhaltigkeit ein, und diskutieren die ungleiche Verteilung von Nutzen und Schaden wenn elementare Prinzipien der Nachhaltigkeit nicht erfüllt werden.

Wir sprechen über zahlreiche negative Beispiele mangelnder Qualität und Nachhaltigkeit wesentlicher digitaler Infrastruktur, von Flugzeugabstürzen, digitaler Übernahme von Autos während der Fahrt, Manipulation von Wahlen durch Wahlcomputer und den massiven Hack von US-Infrastruktur (»Solar Winds«).

Software und Digitalisierung sind heute Tagesthemen, aber auf welchen Prämissen beruht dieser Drang zur Digitalisierung aller Lebensbereiche? Wer gewinnt, wer verliert? Sollten wir Digitalisierung neu denken? Kann Lean Digitisation eine Alternative sein? Sollten wir bestimmte Lebensbereiche oder Industriefelder bewusst nicht Digitalisieren und analog betreiben?

Werden wir angesichts des großen Ungleichgewichts zwischen einzelnen Großunternehmen, die von der Digitalisierung gewinnen und den Kosten, die vielfach die Gesellschaft trägt ohne signifikante Regulierung auskommen? Erste Schritte gibt es bereits mit der Datenschutzgrundverordnung sowie der NIS-Richtlinie. Aber welche Risiken sind mit Regulierung verbunden?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>039 – Follow the Science?</title>
        <itunes:title>039 – Follow the Science?</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/039-follow_science/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 22 Mar 2021 05:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[
<p>»Science does not say you shouldn’t pee on high-voltage lines, it says urine is an excellent conductor.«, <a href='https://twitter.com/Axel_Bojanowski'>Axel Bojanowski</a>, Twitter Header</p>

<p>»Follow the science«, also »Folge der Wissenschaft« ist das Motto oder die Forderung vieler Umweltbewegungen aber auch zunehmend politischer Akteure. </p>
<p>Was ist von dem Slogan zu halten? Was könnte falsch daran sein, den Erkenntnissen der Wissenschaft zu folgen? Bei genauerer Betrachtung stellt sich die Sache leider (wie so häufig) etwas komplexer dar. </p>
<p>Diese Frage öffnet drei grundsätzliche Ebenen:</p>
<ol><li>In welchem Umfang können wir Wissenschaft und Erkenntnis vertrauen? Denn Follow the Science setzt natürlich hohe Ansprüche an die Qualität des Wissens.</li>
<li>Gibt es in komplexen Systemen überhaupt eine klare Beschreibung von Problemen und Lösungen? Oder ist schon diese Betrachtung problematisch?</li>
<li>Selbst wenn wir diese ersten beiden (schwerwiegenden) Aspekte einmal ignorieren, stellen wir fest, dass es dennoch sehr fundamentale Gründe gibt, warum follow the science in der naiven Form kaum haltbar ist.</li>
</ol><p>In dieser Episode geht es  daher alleine um den dritten Aspekt. Die ersten beiden Aspekte wurden in anderen Episoden bereits diskutiert (s.u.).</p>
<p>Anhand von vier Gedankenexperimenten wird die Problemlage deutlich gemacht:</p>
<ul><li>Welche Rolle spielt die Wissenschaft in der Entscheidungsfindung?</li>
<li>Kann aus wissenschaftlicher Erkenntnis unmittelbar Aktivitäten abgeleitet werden?</li>
<li>Wie ist das Zusammenspiel von ethischer Bewertung, gesellschaftlichen Werten und naturwissenschaftlicher Erkenntnis?</li>
</ul>
<p>In dieser Episode gilt ganz besonders: <a href='http://www.schatten.info'>Teilen</a> Sie Ihre Überlegungen mit mir!</p>

<p>»Es gibt keine bedrohlichere und entwürdigendere Doktrin als die Vorstellung, dass wir die Verantwortung für die Entscheidungen unserer Gesellschaft irgendwie aus der Hand geben können, indem wir sie einigen wenigen, mit einem besonderen Zauber ausgestatteten Wissenschaftlern übertragen.«, Jacob Bronowski (1956)</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden: (1) Welcher Erkenntnis können wir trauen</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/013-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen/'>Episode 13</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/014-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen-teil-2/'>Episode 14</a>: (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 1 & 2</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/011-ethik-oder-warum-wir-wissenschaft-nicht-den-wissenschaftern-uberlassen-sollten'>Episode 11: Ethik, oder: Warum wir Wissenschaft nicht den Wissenschaftern überlassen sollten!</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden: (2) Probleme und Lösungen</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/006-messen-was-messbar-ist/'>Episode 6: Messen was messbar ist – über die Idee aus Messbarkeit heraus die Welt zu begreifen</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episode 10: Komplizierte Komplexität</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27: Wicked Problems</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25: Entscheiden unter Unsicherheit</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37: Probleme und Lösungen</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li>
<a href='https://amzn.to/37WpJmX'>Margaret Heffernan, Uncharted: How to Map the Future. Simon & Schuster UK (2020)</a>
</li>
<li>
<a href='https://amzn.to/3q2IL1a'>Roman Krznaric, The Good Ancestor, WH Allen; 1. Edition (2020)</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.youtube.com/watch?v=sagg2C30RMk'>Peter Singer, Drowning Child Experiment</a>
</li>
<li>
Max Weber, Die »Objektivität« sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis (1904)
</li>
<li>
<a href='https://amzn.to/3r55Q4H'>Richard David Precht, Sei du selbst, Goldmann (2019)</a>
</li>
<li><a href='https://amzn.to/42XlHVE'>Jacob Bronowksi, Science and Human Values (1956)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[
<p>»Science does not say you shouldn’t pee on high-voltage lines, it says urine is an excellent conductor.«, <a href='https://twitter.com/Axel_Bojanowski'>Axel Bojanowski</a>, Twitter Header</p>

<p>»Follow the science«, also »Folge der Wissenschaft« ist das Motto oder die Forderung vieler Umweltbewegungen aber auch zunehmend politischer Akteure. </p>
<p>Was ist von dem Slogan zu halten? Was könnte falsch daran sein, den Erkenntnissen der Wissenschaft zu folgen? Bei genauerer Betrachtung stellt sich die Sache leider (wie so häufig) etwas komplexer dar. </p>
<p>Diese Frage öffnet drei grundsätzliche Ebenen:</p>
<ol><li>In welchem Umfang können wir Wissenschaft und Erkenntnis vertrauen? <em>Denn Follow the Science setzt natürlich hohe Ansprüche an die Qualität des Wissens.</em></li>
<li>Gibt es in komplexen Systemen überhaupt eine klare Beschreibung von Problemen und Lösungen? Oder ist schon diese Betrachtung problematisch?</li>
<li>Selbst wenn wir diese ersten beiden (schwerwiegenden) Aspekte einmal ignorieren, stellen wir fest, dass es dennoch sehr fundamentale Gründe gibt, warum <em>follow the science</em> in der naiven Form kaum haltbar ist.</li>
</ol><p>In dieser Episode geht es  daher alleine um den dritten Aspekt. Die ersten beiden Aspekte wurden in anderen Episoden bereits diskutiert (s.u.).</p>
<p>Anhand von vier Gedankenexperimenten wird die Problemlage deutlich gemacht:</p>
<ul><li>Welche Rolle spielt die Wissenschaft in der Entscheidungsfindung?</li>
<li>Kann aus wissenschaftlicher Erkenntnis <em>unmittelbar</em> Aktivitäten abgeleitet werden?</li>
<li>Wie ist das Zusammenspiel von ethischer Bewertung, gesellschaftlichen Werten und naturwissenschaftlicher Erkenntnis?</li>
</ul>
<p>In dieser Episode gilt ganz besonders: <a href='http://www.schatten.info'>Teilen</a> Sie Ihre Überlegungen mit mir!</p>

<p>»Es gibt keine bedrohlichere und entwürdigendere Doktrin als die Vorstellung, dass wir die Verantwortung für die Entscheidungen unserer Gesellschaft irgendwie aus der Hand geben können, indem wir sie einigen wenigen, mit einem besonderen Zauber ausgestatteten Wissenschaftlern übertragen.«, Jacob Bronowski (1956)</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden: <em>(1) Welcher Erkenntnis können wir trauen</em></p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/013-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen/'>Episode 13</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/014-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen-teil-2/'>Episode 14</a>: (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 1 & 2</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/011-ethik-oder-warum-wir-wissenschaft-nicht-den-wissenschaftern-uberlassen-sollten'>Episode 11: Ethik, oder: Warum wir Wissenschaft nicht den Wissenschaftern überlassen sollten!</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden: <em>(2) Probleme und Lösungen</em></p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/006-messen-was-messbar-ist/'>Episode 6: Messen was messbar ist – über die Idee aus Messbarkeit heraus die Welt zu begreifen</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episode 10: Komplizierte Komplexität</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27: Wicked Problems</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25: Entscheiden unter Unsicherheit</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/'>Episode 37: Probleme und Lösungen</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li>
<a href='https://amzn.to/37WpJmX'>Margaret Heffernan, Uncharted: How to Map the Future. Simon & Schuster UK (2020)</a>
</li>
<li>
<a href='https://amzn.to/3q2IL1a'>Roman Krznaric, The Good Ancestor, WH Allen; 1. Edition (2020)</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.youtube.com/watch?v=sagg2C30RMk'>Peter Singer, Drowning Child Experiment</a>
</li>
<li>
Max Weber, Die »Objektivität« sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis (1904)
</li>
<li>
<a href='https://amzn.to/3r55Q4H'>Richard David Precht, Sei du selbst, Goldmann (2019)</a>
</li>
<li><a href='https://amzn.to/42XlHVE'>Jacob Bronowksi, Science and Human Values (1956)</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary>»Follow the science«, also »Folge der Wissenschaft« ist das Motto oder die Forderung vieler Umweltbewegungen aber auch zunehmend politischer Akteure. 

Was ist von dem Slogan zu halten? Was könnte falsch daran sein, den Erkenntnissen der Wissenschaft zu folgen? Bei genauerer Betrachtung stellt sich die Sache leider (wie so häufig) etwas komplexer dar. 

Diese Frage öffnet drei grundsätzliche Ebenen:

In welchem Umfang können wir Wissenschaft und Erkenntnis vertrauen? Denn Follow the Science setzt natürlich hohe Ansprüche an die Qualität des Wissens.
Gibt es in komplexen Systemen überhaupt eine klare Beschreibung von Problemen und Lösungen? Oder ist schon diese Betrachtung problematisch?
Selbst wenn wir diese ersten beiden (schwerwiegenden) Aspekte einmal ignorieren, stellen wir fest, dass es dennoch sehr fundamentale Gründe gibt, warum follow the science in der naiven Form kaum haltbar ist.
In dieser Episode geht es  daher alleine um den dritten Aspekt. Die ersten beiden Aspekte wurden in anderen Episoden bereits diskutiert (s.u.).

Anhand von vier Gedankenexperimenten wird die Problemlage deutlich gemacht:

Welche Rolle spielt die Wissenschaft in der Entscheidungsfindung?
Kann aus wissenschaftlicher Erkenntnis unmittelbar Aktivitäten abgeleitet werden?
Wie ist das Zusammenspiel von ethischer Bewertung, gesellschaftlichen Werten und naturwissenschaftlicher Erkenntnis?
In dieser Episode gilt ganz besonders: Teilen Sie Ihre Überlegungen mit mir!</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>038 – Eliten, ein Gespräch mit Prof. Michael Hartmann</title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/038-eliten-michael_hartmann/#comments</comments>        <pubDate>Thu, 25 Feb 2021 08:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>In dieser Episode frage ich Prof. Michael Hartmann über die Rolle der Eliten in unserer Gesellschaft: wer sind die Machteliten, welche Rolle spielen sie für unsre Zukunft.</p>
<p>Prof. Hartmann gilt als einer der führenden Soziologen und Elite-Forscher Deutschlands, geboren 1952 und seit einigen Jahren pensioniert.</p>
<p>Er ist eher »zufällig« in die Elitenforschung gekommen: zunächst beschäftigte er sich mit Juristen, einer traditionell konservativen Berufsgruppe und stellt eine hohe Kohärenz in den dortigen Eliten fest. Er wechselte dann den Blick hin zu Informatikern – das war die jüngste und dynamischste Gruppe –, aber am Bild änderte sich nichts. Sein Interesse war geweckt und die systematische Elite-Forschung begann somit in den 1980er Jahren und streckt sich über die nächsten Jahrzehnte.</p>
<p>Wir sprechen über den Begriff der Elite, der zunächst als Widerstand der Leistungs-Eliten gegen den Adel zu verstehen war und die dann wechselhafte Verwendung des Begriffes über das 20. Jahrhundert hinweg. Mit 2008 (und der Finanzkrise) spricht man in der Öffentlichkeit nicht mehr so gerne von »Eliten«, wenngleich sich an deren Einfluss wenig verändert hat.</p>
<p>Wenn sich am Einfluss wenig verändert hat: ist Elite mit Demokratie vereinbar? Entscheidungen müssen ja in Gesellschaften und Unternehmen getroffen werden. Wie kann man das Selbstverständnis der Eliten beschreiben? </p>
<p>Provokant gefragt: was spricht gegen Eliten, die sich aus sich selbst heraus rekrutieren? Wenn sie gut gebildet, erzogen und erfolgreich sind, ist das doch gut für alle – eine Theorie, die in den 1980er und 1990er Jahren auch als Trickle Down Effekt bezeichnet wurde.</p>
<p>Interessant ist, dass die Jobs, die viel Geld verdienen und als Elite-Jobs gelten fast alle in die Kategorie von Bullshit Jobs  (nach David Graeber) fallen, trifft dies zu?</p>
<p>Oft wird beobachtet, dass sich Eliten untereinander am Habitus erkennen. Was ist der Unterschied im Habitus zwischen Bürgerkindern und den »unteren« Schichten? Trägt der Manager den Anzug oder der Anzug den Manager?</p>
<p>Gelten die Führungspositionen in den Legacy-Medien auch als Elite? Welche Rolle spielen diese Medien in der Selektion, Stützung oder auch dem Sturz von Eliten?</p>
<p>Welche Rolle spielt Introvertiertheit gegenüber Extrovertiertheit? (Der Name, der uns beiden in der Episode nicht eingefallen ist war natürlich <a href='https://www.britannica.com/biography/Stephen-Gary-Wozniak'>Steve Wozniack</a>, der Apple-Gründungspartner von Steve Jobs.)</p>
<p>Interessant ist es auch, dass gesellschaftliche Ziele auch miteinander in Konflikt stehen können, so etwa das Bestreben eine höhere Chancengerechtigkeit für Frauen in Führungspositionen herzustellen gegenüber dem Ziel einer größeren Durchlässigkeit für untere gesellschaftliche Schichten.</p>
<p>Weiters sprechen wir über Eliten und die immer genormteren Lebensläufe in der Wissenschaft und welche Rolle das für Forschung und Innovation bedeutet.</p>
<p>In der Wissenschaft sind kosmopolitische Lebensläufe seit langem üblich, aber wie sieht es in der Wirtschaft und Politik aus? Oftmals wird ja die hohe internationale Konkurrenz als Grund für die Notwendigkeit extrem hoher Gehälter genannt. Wie sieht es in unterschiedlichen Sektoren aus? Wirtschaft, Politik, Verwaltung? Apropos Rechtfertigung hoher Gehälter: wie verhält es sich mit den vermeintlich großen persönlichen Risiken von Spitzenmanagern?</p>
<p>Wo stehen wir heute und wie sieht die Situation in die Zukunft gedacht aus? Beschädigen die (aktuellen) Eliten die Demokratie und damit auch unsere Chancen für die Zukunft?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28: Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.ifs.tu-darmstadt.de/institut_ifs/mitarbeitende_ifs/hartmann_ifs/index.de.jsp'>Prof. Michael Hartmann am Institut für Soziologie der TU-Darmstadt</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3tY7tCX'>Michael Hartmann, Die Abgehobenen: Wie die Eliten die Demokratie gefährden, Campus (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2VRnElO'>David Graeber, Bullshit Jobs, Penguin (2019)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3jOwV9i'>Susan Cain, Quiet: The Power of Introverts in a World That Can't Stop Talking, Penguin (2012)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>In dieser Episode frage ich Prof. Michael Hartmann über die Rolle der Eliten in unserer Gesellschaft: wer sind die Machteliten, welche Rolle spielen sie für unsre Zukunft.</p>
<p>Prof. Hartmann gilt als einer der führenden Soziologen und Elite-Forscher Deutschlands, geboren 1952 und seit einigen Jahren pensioniert.</p>
<p>Er ist eher »zufällig« in die Elitenforschung gekommen: zunächst beschäftigte er sich mit Juristen, einer traditionell konservativen Berufsgruppe und stellt eine hohe Kohärenz in den dortigen Eliten fest. Er wechselte dann den Blick hin zu Informatikern – das war die jüngste und dynamischste Gruppe –, aber am Bild änderte sich nichts. Sein Interesse war geweckt und die systematische Elite-Forschung begann somit in den 1980er Jahren und streckt sich über die nächsten Jahrzehnte.</p>
<p>Wir sprechen über den Begriff der Elite, der zunächst als Widerstand der Leistungs-Eliten gegen den Adel zu verstehen war und die dann wechselhafte Verwendung des Begriffes über das 20. Jahrhundert hinweg. Mit 2008 (und der Finanzkrise) spricht man in der Öffentlichkeit nicht mehr so gerne von »Eliten«, wenngleich sich an deren Einfluss wenig verändert hat.</p>
<p>Wenn sich am Einfluss wenig verändert hat: ist Elite mit Demokratie vereinbar? Entscheidungen müssen ja in Gesellschaften und Unternehmen getroffen werden. Wie kann man das Selbstverständnis der Eliten beschreiben? </p>
<p>Provokant gefragt: was spricht gegen Eliten, die sich aus sich selbst heraus rekrutieren? Wenn sie gut gebildet, erzogen und erfolgreich sind, ist das doch gut für alle – eine Theorie, die in den 1980er und 1990er Jahren auch als Trickle Down Effekt bezeichnet wurde.</p>
<p>Interessant ist, dass die Jobs, die viel Geld verdienen und als Elite-Jobs gelten fast alle in die Kategorie von Bullshit Jobs  (nach David Graeber) fallen, trifft dies zu?</p>
<p>Oft wird beobachtet, dass sich Eliten untereinander am Habitus erkennen. Was ist der Unterschied im Habitus zwischen Bürgerkindern und den »unteren« Schichten? <em>Trägt der Manager den Anzug oder der Anzug den Manager?</em></p>
<p>Gelten die Führungspositionen in den Legacy-Medien auch als Elite? Welche Rolle spielen diese Medien in der Selektion, Stützung oder auch dem Sturz von Eliten?</p>
<p>Welche Rolle spielt Introvertiertheit gegenüber Extrovertiertheit? (Der Name, der uns beiden in der Episode nicht eingefallen ist war natürlich <a href='https://www.britannica.com/biography/Stephen-Gary-Wozniak'>Steve Wozniack</a>, der Apple-Gründungspartner von Steve Jobs.)</p>
<p>Interessant ist es auch, dass gesellschaftliche Ziele auch miteinander in Konflikt stehen können, so etwa das Bestreben eine höhere Chancengerechtigkeit für Frauen in Führungspositionen herzustellen gegenüber dem Ziel einer größeren Durchlässigkeit für untere gesellschaftliche Schichten.</p>
<p>Weiters sprechen wir über Eliten und die immer genormteren Lebensläufe in der Wissenschaft und welche Rolle das für Forschung und Innovation bedeutet.</p>
<p>In der Wissenschaft sind kosmopolitische Lebensläufe seit langem üblich, aber wie sieht es in der Wirtschaft und Politik aus? Oftmals wird ja die hohe internationale Konkurrenz als Grund für die Notwendigkeit extrem hoher Gehälter genannt. Wie sieht es in unterschiedlichen Sektoren aus? Wirtschaft, Politik, Verwaltung? Apropos Rechtfertigung hoher Gehälter: wie verhält es sich mit den vermeintlich großen persönlichen Risiken von Spitzenmanagern?</p>
<p>Wo stehen wir heute und wie sieht die Situation in die Zukunft gedacht aus? Beschädigen die (aktuellen) Eliten die Demokratie und damit auch unsere Chancen für die Zukunft?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28: Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.ifs.tu-darmstadt.de/institut_ifs/mitarbeitende_ifs/hartmann_ifs/index.de.jsp'>Prof. Michael Hartmann am Institut für Soziologie der TU-Darmstadt</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3tY7tCX'>Michael Hartmann, Die Abgehobenen: Wie die Eliten die Demokratie gefährden, Campus (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2VRnElO'>David Graeber, Bullshit Jobs, Penguin (2019)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3jOwV9i'>Susan Cain, Quiet: The Power of Introverts in a World That Can't Stop Talking, Penguin (2012)</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary>In dieser Episode frage ich Prof. Michael Hartmann über die Rolle der Eliten in unserer Gesellschaft: wer sind die Machteliten, welche Rolle spielen sie für unsre Zukunft.

Prof. Hartmann gilt als einer der führenden Soziologen und Elite-Forscher Deutschlands, geboren 1952 und seit einigen Jahren pensioniert.

Er ist eher »zufällig« in die Elitenforschung gekommen: zunächst beschäftigte er sich mit Juristen, einer traditionell konservativen Berufsgruppe und stellt eine hohe Kohärenz in den dortigen Eliten fest. Er wechselte dann den Blick hin zu Informatikern – das war die jüngste und dynamischste Gruppe –, aber am Bild änderte sich nichts. Sein Interesse war geweckt und die systematische Elite-Forschung begann somit in den 1980er Jahren und streckt sich über die nächsten Jahrzehnte.

Wir sprechen über den Begriff der Elite, der zunächst als Widerstand der Leistungs-Eliten gegen den Adel zu verstehen war und die dann wechselhafte Verwendung des Begriffes über das 20. Jahrhundert hinweg. Mit 2008 (und der Finanzkrise) spricht man in der Öffentlichkeit nicht mehr so gerne von »Eliten«, wenngleich sich an deren Einfluss wenig verändert hat.

Wenn sich am Einfluss wenig verändert hat: ist Elite mit Demokratie vereinbar? Entscheidungen müssen ja in Gesellschaften und Unternehmen getroffen werden. Wie kann man das Selbstverständnis der Eliten beschreiben? 

Provokant gefragt: was spricht gegen Eliten, die sich aus sich selbst heraus rekrutieren? Wenn sie gut gebildet, erzogen und erfolgreich sind, ist das doch gut für alle – eine Theorie, die in den 1980er und 1990er Jahren auch als Trickle Down Effekt bezeichnet wurde.

Interessant ist, dass die Jobs, die viel Geld verdienen und als Elite-Jobs gelten fast alle in die Kategorie von Bullshit Jobs  (nach David Graeber) fallen, trifft dies zu?

Oft wird beobachtet, dass sich Eliten untereinander am Habitus erkennen. Was ist der Unterschied im Habitus zwischen Bürgerkindern und den »unteren« Schichten? Trägt der Manager den Anzug oder der Anzug den Manager?

Gelten die Führungspositionen in den Legacy-Medien auch als Elite? Welche Rolle spielen diese Medien in der Selektion, Stützung oder auch dem Sturz von Eliten?

Welche Rolle spielt Introvertiertheit gegenüber Extrovertiertheit? (Der Name, der uns beiden in der Episode nicht eingefallen ist war natürlich Steve Wozniack, der Apple-Gründungspartner von Steve Jobs.)

Interessant ist es auch, dass gesellschaftliche Ziele auch miteinander in Konflikt stehen können, so etwa das Bestreben eine höhere Chancengerechtigkeit für Frauen in Führungspositionen herzustellen gegenüber dem Ziel einer größeren Durchlässigkeit für untere gesellschaftliche Schichten.

Weiters sprechen wir über Eliten und die immer genormteren Lebensläufe in der Wissenschaft und welche Rolle das für Forschung und Innovation bedeutet.

In der Wissenschaft sind kosmopolitische Lebensläufe seit langem üblich, aber wie sieht es in der Wirtschaft und Politik aus? Oftmals wird ja die hohe internationale Konkurrenz als Grund für die Notwendigkeit extrem hoher Gehälter genannt. Wie sieht es in unterschiedlichen Sektoren aus? Wirtschaft, Politik, Verwaltung? Apropos Rechtfertigung hoher Gehälter: wie verhält es sich mit den vermeintlich großen persönlichen Risiken von Spitzenmanagern?

Wo stehen wir heute und wie sieht die Situation in die Zukunft gedacht aus? Beschädigen die (aktuellen) Eliten die Demokratie und damit auch unsere Chancen für die Zukunft?

Referenzen

Andere Episoden
- Episode 28: Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!

Fachliche Referenzen

- Prof. Michael Hartmann am Institut für Soziologie der TU-Darmstadt
- Michael Hartmann, Die Abgehobenen: Wie die Eliten die Demokratie gefährden, Campus (2018)
- David Graeber, Bullshit Jobs, Penguin (2019)
- Susan Cain, Quiet: The Power of Introverts in a World That Can’t Stop Talking, Penguin (2012)</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>037 – Probleme und Lösungen</title>
        <itunes:title>037 – Probleme und Lösungen</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/037-probleme_loesungen/#comments</comments>        <pubDate>Tue, 02 Feb 2021 06:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[Wir sprechen sehr gerne von Problemen in Politik, Wirtschaft, Organisationen usw. Dabei wird meist impliziert, dass es für diese Probleme »eine Lösung« gibt. Es wird gefordert, »das Problem« endlich »zu lösen!« mit Ausrufungszeichen, so als ob jeder über
<ul><li>dasselbe Problem,</li>
<li>dieselbe Lösung spricht und</li>
<li>jeder wüsste und übereinstimmt, wie man vom einem zum anderen gelangt</li>
</ul>
<p>Sprache und Rhetorik bestimmt auch unser Handeln. In dieser Episode spreche ich über verschiedene Arten von Problemen, und wie diese unterschiedliche Zugänge verlangen. Am Beispiel des Problemschachs wird die einfachste Art von Problemen erklärt.</p>
<p></p>
<p><a href='https://en.wikipedia.org/wiki/Chess_problem'>Thomas Taverner 1889: Weiß setzt Schwarz in zwei Zügen Matt</a></p>
<p>Wir werden dann aber feststellen, dass fast alle Probleme, die uns im Leben und der Welt begegnen, gerade nicht in diese Kategorie fallen – schon auf die »normale« Schachpartie trifft dies nicht mehr zu.</p>
<p>Probleme in der Welt sind häufig Wicked Problems. Probleme, die sich schwer fassen lassen, die keine klare Lösung und kein klares Ziel haben. Probleme, die sich auch nicht leicht reproduzieren oder studieren lassen.</p>
<p>Wie gehen wir damit um? Sollten wir uns von Wunschdenken und Wunschvorstellungen lösen und in manchen Bereichen auch die Erkenntnis annehmen, dass wir von Problemen umgeben sind, die wir nicht, oder nicht mehr lösen können? Dazu zählt wohl auch der Klimawandel. </p>

<p>»Wenn man sagt, es ist ein Wettlauf mit der Zeit (wir haben noch diese drei Jahre...), dann werden wir diesen Wettlauf verlieren«, Wolfram Eilenberger</p>

<p>Was können wir angesichts solcher, auch existentieller Probleme überhaupt erwarten? Schuldzuweisungen? Können wir in eine erwachsene Diskussion kommen? Wollen wir evolutionäre Transformationsprozesse oder Revolutionen? Was ist die Rolle von Generalisten? Und der Umgang mit dem Scheitern?</p>

<p>»Die rettende Idee besteht schlicht darin, dafür zu sorgen, dass die menschlichen und Berechnungsfehler beschränkt bleiben, und zu verhindern, dass sie sich im System ausbreiten«, Nassim Taleb</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episode 10: Komplizierte Komplexität</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25: Entscheiden unter Unsicherheit</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27: Wicked Problems</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28: Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=jCQd5ljhCGI'>Jung und Naiv Folge 467 mit Wolfram Eilenberger (20.9.2020)</a></li>
<li><a href='https://www.theguardian.com/environment/2017/jan/19/cat-in-hells-chance-why-losing-battle-keep-global-warming-2c-climate-change?CMP=Share_iOSApp_Other'>‘A cat in hell’s chance’ – why we’re losing the battle to keep global warming below 2C, The Guardian (19.1.2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3syrmjd'>Nassim Taleb, Der schwarze Schwan, Konsequenzen aus der Krise</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=dXQPL9GooyI'>Kenneth Stanley, Why Greatness Cannot be Planned – The Myth of the Objective (Sep. 2015)</a></li>
</ul>
<p> </p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[Wir sprechen sehr gerne von Problemen in Politik, Wirtschaft, Organisationen usw. Dabei wird meist impliziert, dass es für diese Probleme »eine Lösung« gibt. Es wird gefordert, »das Problem« <em>endlich</em> »zu lösen!« mit <em>Ausrufungszeichen</em>, so als ob jeder über
<ul><li>dasselbe Problem,</li>
<li>dieselbe Lösung spricht und</li>
<li>jeder wüsste und übereinstimmt, wie man vom einem zum anderen gelangt</li>
</ul>
<p>Sprache und Rhetorik bestimmt auch unser Handeln. In dieser Episode spreche ich über verschiedene Arten von Problemen, und wie diese unterschiedliche Zugänge verlangen. Am Beispiel des Problemschachs wird die <em>einfachste</em> Art von Problemen erklärt.</p>
<p></p>
<p><a href='https://en.wikipedia.org/wiki/Chess_problem'>Thomas Taverner 1889: Weiß setzt Schwarz in zwei Zügen Matt</a></p>
<p>Wir werden dann aber feststellen, dass fast alle Probleme, die uns im Leben und der Welt begegnen, gerade <em>nicht</em> in diese Kategorie fallen – schon auf die »normale« Schachpartie trifft dies nicht mehr zu.</p>
<p>Probleme in der Welt sind häufig Wicked Problems. Probleme, die sich schwer fassen lassen, die keine klare Lösung und kein klares Ziel haben. Probleme, die sich auch nicht leicht reproduzieren oder studieren lassen.</p>
<p>Wie gehen wir damit um? Sollten wir uns von Wunschdenken und Wunschvorstellungen lösen und in manchen Bereichen auch die Erkenntnis annehmen, dass wir von Problemen umgeben sind, die wir <em>nicht</em>, oder <em>nicht mehr</em> lösen können? Dazu zählt wohl auch der Klimawandel. </p>

<p>»Wenn man sagt, es ist ein Wettlauf mit der Zeit (wir haben noch diese drei Jahre...), dann werden wir diesen Wettlauf verlieren«, Wolfram Eilenberger</p>

<p>Was können wir angesichts solcher, auch existentieller Probleme überhaupt erwarten? Schuldzuweisungen? Können wir in eine erwachsene Diskussion kommen? Wollen wir evolutionäre Transformationsprozesse oder Revolutionen? Was ist die Rolle von Generalisten? Und der Umgang mit dem Scheitern?</p>

<p>»Die rettende Idee besteht schlicht darin, dafür zu sorgen, dass die menschlichen und Berechnungsfehler beschränkt bleiben, und zu verhindern, dass sie sich im System ausbreiten«, Nassim Taleb</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episode 10: Komplizierte Komplexität</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25: Entscheiden unter Unsicherheit</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27: Wicked Problems</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28: Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=jCQd5ljhCGI'>Jung und Naiv Folge 467 mit Wolfram Eilenberger (20.9.2020)</a></li>
<li><a href='https://www.theguardian.com/environment/2017/jan/19/cat-in-hells-chance-why-losing-battle-keep-global-warming-2c-climate-change?CMP=Share_iOSApp_Other'>‘A cat in hell’s chance’ – why we’re losing the battle to keep global warming below 2C, The Guardian (19.1.2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3syrmjd'>Nassim Taleb, Der schwarze Schwan, Konsequenzen aus der Krise</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=dXQPL9GooyI'>Kenneth Stanley, Why Greatness Cannot be Planned – The Myth of the Objective (Sep. 2015)</a></li>
</ul>
<p> </p>
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        <itunes:summary>Wir sprechen sehr gerne von Problemen in Politik, Wirtschaft, Organisationen usw. Dabei wird meist impliziert, dass es für diese Probleme »eine Lösung« gibt. Es wird gefordert, »das Problem« endlich »zu lösen!« mit Ausrufungszeichen, so als ob jeder über

- dasselbe Problem,
- dieselbe Lösung spricht und
- jeder wüsste und übereinstimmg, wie man vom einem zum anderen gelangt

Sprache und Rhetorik bestimmt auch unser Handeln. In dieser Episode spreche ich über verschiedene Arten von Problemen, und wie diese unterschiedliche Zugänge verlangen. Am Beispiel des Problemschachs wird die einfachste Art von Problemen erklärt.

Thomas Taverner 1889: Weiß setzt Schwarz in zwei Zügen Matt

Wir werden dann aber feststellen, dass fast alle Probleme, die uns im Leben und der Welt begegnen gerade nicht in diese Kategorie fallen – schon auf die »normale« Schachpartie trifft dies nicht mehr zu.

Probleme in der Welt sind häufig Wicked Problems. Probleme, die sich schwer fassen lassen, die keine klare Lösung und kein klares Ziel haben. Probleme, die sich auch nicht leicht reproduzieren oder studieren lassen.

Wie gehen wir damit um? Sollten wir uns von Wunschdenken und Wunschvorstellungen lösen und in manchen Bereichen auch die Erkenntnis annehmen, dass wir von Problemen umgeben sind, die wir nicht, oder nicht mehr lösen können? Dazu zählt wohl auch die Klimakrise. 

»Wenn man sagt, es ist ein Wettlauf mit der Zeit (wir haben noch diese drei Jahre...), dann werden wir diesen Wettlauf verlieren«, Wolfram Eilenberger

Was können wir angesichts solcher, auch existentieller Probleme überhaupt erwarten? Schuldzuweisungen? Können wir in eine erwachsene Diskussion kommen? Wollen wir evolutionäre Transformationsprozesse oder Revolutionen? Was ist die Rolle von Generalisten? Und der Umgang mit dem Scheitern?

»Die rettende Idee besteht schlicht darin, dafür zu sorgen, dass die menschlichen und Berechnungsfehler beschränkt bleiben, und zu verhindern, dass sie sich im System ausbreiten«, Nassim Taleb</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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    <item>
        <title>036 – Energiewende und Kernkraft, ein Gespräch mit Anna Veronika Wendland</title>
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        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/036-energiewende-wendland/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/036-energiewende-wendland/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 11 Jan 2021 06:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Die Notwendigkeit unsere Gesellschaft zu dekarbonisieren um Klima- und auch Biodiversitätskrise zu bekämpfen, macht auch in Corona-Zeiten keine Pause.</p>
<p>In dieser Episode spreche ich mit Dr. Anna Veronika Wendland. </p>
<p>Dr. Wendland ist Osteuropa- und Technikhistorikerin, Projektleiterin im Sonderforschungbereich „Dynamiken der Sicherheit“ (Marburg / Gießen). Derzeitige Forschungsschwerpunkte sind komparative Umwelt- und Technikgeschichte, Reaktorsicherheit, industrielle Anthropologie, kerntechnische Arbeitswelten und Ingenieurskulturen in Osteuropa und Deutschland. </p>
<p>1989 hat sie ein abenteuerliches Forschungsjahr  in der Ukraine – als Atomkraftgegnerin – mit der Bewältigung der Tschernobyl-Katastrophe verbracht. Dem folgen weitere Forschungsprojekte über viele Jahre als Langzeit-Beobachterin in Kernkraftwerken in Osteuropa und Deutschland. </p>
<p>
Blick aus dem IT-Büro auf das Atomkraftwerk Rivne, ca. 1982, Foto: Nadija Tymofejenko, Rivnenska Atomna Elektrychna Stantsiia, Varash, Ukraine</p>
<p>Sie navigiert zwischen den Polen einer »klassischen« Zeithistorikerin mit einer Fülle an Quellen und der Tatsache, dass die Kernkraftwerke als Orte aber abgeschottet und schwer zugänglich sind. Es gibt wenig Fachliteratur, vor allem in Bezug auf die realen Prozesse und menschliche Seite der Interaktion zwischen Menschen und (Kerntechnik-) Maschinen. Industrielle Anthropologie in diesem Bereich ist daher sehr schwierig und aufwändig.</p>
<p>In der heutigen Wissenschaftslandschaft ist es äußerst schwierig sich finanziell für solche lange und interdisziplinäre Forschung über Wasser zu halten. Daher sind derartige Projekte – so wichtig sie sind – mit der heutigen »Bologna-Universität« und Uni-Richtlinien kaum vereinbar.</p>
<p>Diese Geschichte der (osteuropäischen) Kerntechnik führt zu ihrer Habilitatiionschrift: Kernenergie als Moderne-Phänomen. </p>
<p>Im Juli 2020 hat Dr. Wendland gemeinsam mit dem Nuklearsicherheitsexperten Rainer Moormann, der als Kritiker der Atomindustrie bekannt wurde, ein vielbeachtetes Memorandum veröffentlicht, in dem die Autoren zur schnelleren Erreichung der deutschen Klimaziele fordern, den Atomausstieg zugunsten eines schnelleren Kohleausstiegs auszusetzen. </p>
<p>In dieser Episode sprechen wir über die Energiewende und ob wir noch in der Lage sind, wichtige und komplexe Probleme der Zeit in der Gesellschaft rational zu diskutieren. Sind Kernkraftwerke wirklich – wie so oft in Deutschland und Österreich behauptet – gefährliche Technik der Vergangenheit oder können sie eine wichtige Komponente einer zukünftigen (global) dekarbonisierten Energieerzeugung darstellen? </p>
<p>Dr. Wendland spricht über Risiken und Chancen, gesellschaftliche und mediale Phänomene, die diese Frage begleiten. Wir erleben etwa häufig Diskurs der über Angst geführt wird. Welche Folgen hat dies? Wir diskutieren verschiedene Arten von Risiken – systemische und lokale – für die unterschiedlichen Arten der Energiebereitstellung. Welche Rolle spielt NIMBY (not in my backyard), das Vertrauen und Misstrauen der Öffentlichkeit gegen Wissenschaft und Industrie und die Frage, welche Rolle Subventionen und Regulierungen spielen (können und sollen).</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25: Entscheiden unter Unsicherheit</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27: Wicked Problems</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28: Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/032-datenflut_buch/'>Episode 32: Überleben in der Datenflut</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/022-biodiversitat-und-komplexe-wechselwirkungen-gesprach-mit-prof-franz-essl/'>Episode 22: Biodiversität, Gespräch mit Prof. Essl</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/033-naturschutz_frank_zachos/'>Episode 33: Naturschutz im Anthropozän, Gespräch mit Prof. Zachos</a></li>
</ul>
<p>Dr. Wendland</p>
<ul><li><a href='https://www.zeit.de/2020/30/deutsche-klimastrategie-atomausstieg-co2-emissionen-bundesregierung'>Rainer Moormann, Anna Veronika Wendland, Stoppt den Atomausstieg, Die Zeit (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.salonkolumnisten.com/stellt-euch-vor-es-ist-klimanotstand-und-das-kleinere-uebel-ist-braunkohle'>Stellt euch vor, es ist Klimanotstand, und das kleinere Übel heißt Braunkohle (25.09. 2020)</a></li>
<li>Kerntechnische Moderne. Atomstädte, nukleare Arbeitswelten und Reaktorsicherheit in Ostund Westeuropa, 1966-2020 (abgeschlossen, Titel siehe PDF) Habilitationsschrift, WS 2020/21, Universität Marburg. </li>
<li>Peer Riews and the Making of Transnational Nuclear Safety, PI deliverable for the DFG Collaborative Research Centre "SFB/TRR 138: Dynamics of Security. Types of Securitization from a Historical Perspective", Phase II, 2018-2021, Project C01/2 “Nuclear Governance beyond the National State/ Nukleares Regieren jenseits des Nationalstaats”, 2018-2021</li>
<li>“Reaktorbegrenzungen als public technology”, Aufsatzprojekt über die leittechnischen Spezifika von KWU-Anlagen vor dem Hintergrund von Reaktorsicherheitsdebatten in der Bundesrepublik Deutschland, ab 2020</li>
<li>Die technischen Kapitel ihrer Habilitationsschrift beruhen zu großen Teilen auf den methodischen Ansätzen der Industrial Anthropology und der Technographie (nach W. Rammert). </li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li>Greenpeace Proteste gegen die »Industrialisierung der Landschaft« durch ein Solarkraftwerk in Kent, England, <a href='https://www.independent.co.uk/environment/cleve-hill-solar-farm-kent-biggest-uk-environment-battery-storage-safety-government-a9531361.html'>Independent Artikel (2020)</a></li>
<li>(2020) Ukrainian Memory Spaces and Nuclear Technology. The Musealisation of Chornobyl’s Disaster, in: Technology and Culture 61 (2020), October 2020, 1162-1177 </li>
<li><a href='https://www.stahleisen.de/stahl-und-eisen/stahl-und-eisen-news/co2-armes-stahlwerk-und-stromversorgung/'>(2020) Das CO2-arme Stahlwerk und seine Stromversorgung, in: stahl + eisen Nr. 3 (2020), 16-18</a></li>
<li>(2019/20) Nuclearizing Ukraine – Ukrainizing the Atom. Soviet nuclear technopolitics, crisis, and resilience at the imperial periphery, in: Cahiers du Monde Russe 60 (2019), Nr. 2-3, 335-367</li>
<li>(2019) Das “Teuer-und-gefährlich”-Papier des DIW zur Kernenergie auf dem Prüfstand, in: atw – International Journal for Nuclear Power 64 (2019), Nr. 10/11, 469-479 (mit Björn Peters)</li>
<li>(2019) Modernity in the Marshlands: Interventions and Transformations at the European Periphery from the Nineteenth to the Twenty-first Century. Introduction, in: Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung / Journal of East Central European Studies 68 (2019), H. 3, 319-343 (mit D. Siebert, T. Bohn)</li>
<li>(2018) Reaktorsicherheit als Zukunftskommunikation. Nuklearpolitik, Atomdebatten und kerntechnische Entwicklungen in Westdeutschland und Osteuropa 1970-2015, in: Christoph Kampmann / Angela Marciniak / Wencke Meteling, „Security turns its eye exclusively to the future“. Zum Verhältnis von Sicherheit und Zukunft in der Geschichte, Baden-Baden 2018 , 305-352</li>
<li>(2017) Technosoziale Realitäten und kerntechnisches Tabu: Überlegungen zu einer Revision der Energiewende, in: Michael Beckmann /Antonio Hurtado (Hrsg.), Kraftwerkstechnik 2017. Strategien, Anlagentechnik und Betrieb, Freiberg 2017, 61-78</li>
<li>(2017) Negotiating Nuclear Security under Social Stress: On-site Participant Observations on Human and Organizational Factors in Nuclear Facilities of the Global North, in: Proceedings of the IAEA Nuclear Security Conference 2016, Vienna 2017 (CD-ROM) </li>
<li>(2017) Tracing the Tacit Meanings of Nuclear Things, in: Felix Ackermann, Benjamin Cope & Siarhei Liubimau (Eds.), Mapping Visaginas. Sources of urbanity in a former mono-functional town, Vilnius 2017,119-123</li>
<li><a href='http://www.leibniz-krisen.de/forschung/working-papers/#c13324'>(2017) (mit V. Brinks und O. Ibert) Beratung unter Stress: Experten in und für Krisen. Leibniz-Forschungsverbund "Krisen einer globalisierten Welt", Working Papers No. 2, April 2017</a></li>
<li>(2016) Tschernobyl: (K)eine Visuelle Geschichte. Nukleare Bilderwelten in der Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten, in: Melanie Arndt (Hrsg.) Politik und Gesellschaft nach Tschernobyl, Berlin 2016, 182-210</li>
<li>(2015) Inventing the Atomograd. Nuclear Urbanism as a Way of Life in Eastern Europe, 1970-2011, in: Thomas Bohn, Thomas Feldhoff Lisette Gebhardt, Arndt Graf (Eds), The Impact of Disaster: Social and Cultural Approaches to Fukushima and Chernobyl", Berlin 2015, 261-287</li>
<li>(2014) Wissensformen der Kerntechnik im transnationalen Vergleich, in: Ferrum 86 (2014), 57-65 Negotiating Nuclear Security under Social Stress: On-site Participant Observations on Human and Organizational Factors in Nuclear Facilities of the Global North, IAEA Full Paper CN-244-065, IAEA International Conference on Nuclear Security: Commitment and Actions, Vienna 2016 </li>
<li><a href='http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-22268'>(2014) Atomwirtschaft und Reaktorsicherheit in der Bundesrepublik. Sammelrezension zu: Laufs, Paul: Reaktorsicherheit für Leistungskernkraftwerke. Die Entwicklung im politischen und technischen Umfeld der Bundesrepublik Deutschland. Berlin 2013 / Radkau, Joachim; Hahn, Lothar: Aufstieg und Fall der deutschen Atomwirtschaft, München 2013, in: H-Soz-Kult, 03.11.2014</a> </li>
<li>(2014) Wissensformen der Kerntechnik im transnationalen Vergleich, in: Ferrum 86 (2014) S. 57-65 </li>
<li><a href='https://skepticalinquirer.org/2021/06/ten-years-of-fukushima-disinformation/'>Anna Veronia Wendland, Ten Years of Fukushima Disinformation, Skeptical Inquirer (2022)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Die Notwendigkeit unsere Gesellschaft zu dekarbonisieren um Klima- und auch Biodiversitätskrise zu bekämpfen, macht auch in Corona-Zeiten keine Pause.</p>
<p>In dieser Episode spreche ich mit Dr. Anna Veronika Wendland. </p>
<p>Dr. Wendland ist Osteuropa- und Technikhistorikerin, Projektleiterin im Sonderforschungbereich „Dynamiken der Sicherheit“ (Marburg / Gießen). Derzeitige Forschungsschwerpunkte sind komparative Umwelt- und Technikgeschichte, Reaktorsicherheit, industrielle Anthropologie, kerntechnische Arbeitswelten und Ingenieurskulturen in Osteuropa und Deutschland. </p>
<p>1989 hat sie ein abenteuerliches Forschungsjahr  in der Ukraine – als Atomkraftgegnerin – mit der Bewältigung der Tschernobyl-Katastrophe verbracht. Dem folgen weitere Forschungsprojekte über viele Jahre als Langzeit-Beobachterin in Kernkraftwerken in Osteuropa und Deutschland. </p>
<p><br>
<em>Blick aus dem IT-Büro auf das Atomkraftwerk Rivne, ca. 1982, Foto: Nadija Tymofejenko, Rivnenska Atomna Elektrychna Stantsiia, Varash, Ukraine</em></p>
<p>Sie navigiert zwischen den Polen einer »klassischen« Zeithistorikerin mit einer Fülle an Quellen und der Tatsache, dass die Kernkraftwerke als Orte aber abgeschottet und schwer zugänglich sind. Es gibt wenig Fachliteratur, vor allem in Bezug auf die realen Prozesse und menschliche Seite der Interaktion zwischen Menschen und (Kerntechnik-) Maschinen. Industrielle Anthropologie in diesem Bereich ist daher sehr schwierig und aufwändig.</p>
<p>In der heutigen Wissenschaftslandschaft ist es äußerst schwierig sich finanziell für solche lange und interdisziplinäre Forschung über Wasser zu halten. Daher sind derartige Projekte – so wichtig sie sind – mit der heutigen »Bologna-Universität« und Uni-Richtlinien kaum vereinbar.</p>
<p>Diese Geschichte der (osteuropäischen) Kerntechnik führt zu ihrer Habilitatiionschrift: <em>Kernenergie als Moderne-Phänomen</em>. </p>
<p>Im Juli 2020 hat Dr. Wendland gemeinsam mit dem Nuklearsicherheitsexperten Rainer Moormann, der als Kritiker der Atomindustrie bekannt wurde, ein vielbeachtetes Memorandum veröffentlicht, in dem die Autoren zur schnelleren Erreichung der deutschen Klimaziele fordern, den Atomausstieg zugunsten eines schnelleren Kohleausstiegs auszusetzen. </p>
<p>In dieser Episode sprechen wir über die Energiewende und ob wir noch in der Lage sind, wichtige und komplexe Probleme der Zeit in der Gesellschaft rational zu diskutieren. Sind Kernkraftwerke wirklich – wie so oft in Deutschland und Österreich behauptet – gefährliche Technik der Vergangenheit oder können sie eine wichtige Komponente einer zukünftigen (global) dekarbonisierten Energieerzeugung darstellen? </p>
<p>Dr. Wendland spricht über Risiken und Chancen, gesellschaftliche und mediale Phänomene, die diese Frage begleiten. Wir erleben etwa häufig Diskurs der über Angst geführt wird. Welche Folgen hat dies? Wir diskutieren verschiedene Arten von Risiken – systemische und lokale – für die unterschiedlichen Arten der Energiebereitstellung. Welche Rolle spielt NIMBY (not in my backyard), das Vertrauen und Misstrauen der Öffentlichkeit gegen Wissenschaft und Industrie und die Frage, welche Rolle Subventionen und Regulierungen spielen (können und sollen).</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25: Entscheiden unter Unsicherheit</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27: Wicked Problems</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28: Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/032-datenflut_buch/'>Episode 32: Überleben in der Datenflut</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/022-biodiversitat-und-komplexe-wechselwirkungen-gesprach-mit-prof-franz-essl/'>Episode 22: Biodiversität, Gespräch mit Prof. Essl</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/033-naturschutz_frank_zachos/'>Episode 33: Naturschutz im Anthropozän, Gespräch mit Prof. Zachos</a></li>
</ul>
<p>Dr. Wendland</p>
<ul><li><a href='https://www.zeit.de/2020/30/deutsche-klimastrategie-atomausstieg-co2-emissionen-bundesregierung'>Rainer Moormann, Anna Veronika Wendland, Stoppt den Atomausstieg, Die Zeit (2020)</a></li>
<li><a href='https://www.salonkolumnisten.com/stellt-euch-vor-es-ist-klimanotstand-und-das-kleinere-uebel-ist-braunkohle'>Stellt euch vor, es ist Klimanotstand, und das kleinere Übel heißt Braunkohle (25.09. 2020)</a></li>
<li>Kerntechnische Moderne. Atomstädte, nukleare Arbeitswelten und Reaktorsicherheit in Ostund Westeuropa, 1966-2020 (abgeschlossen, Titel siehe PDF) Habilitationsschrift, WS 2020/21, Universität Marburg. </li>
<li>Peer Riews and the Making of Transnational Nuclear Safety, PI deliverable for the DFG Collaborative Research Centre "SFB/TRR 138: Dynamics of Security. Types of Securitization from a Historical Perspective", Phase II, 2018-2021, Project C01/2 “Nuclear Governance beyond the National State/ Nukleares Regieren jenseits des Nationalstaats”, 2018-2021</li>
<li>“Reaktorbegrenzungen als public technology”, Aufsatzprojekt über die leittechnischen Spezifika von KWU-Anlagen vor dem Hintergrund von Reaktorsicherheitsdebatten in der Bundesrepublik Deutschland, ab 2020</li>
<li>Die technischen Kapitel ihrer Habilitationsschrift beruhen zu großen Teilen auf den methodischen Ansätzen der Industrial Anthropology und der Technographie (nach W. Rammert). </li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li>Greenpeace Proteste gegen die »Industrialisierung der Landschaft« durch ein Solarkraftwerk in Kent, England, <a href='https://www.independent.co.uk/environment/cleve-hill-solar-farm-kent-biggest-uk-environment-battery-storage-safety-government-a9531361.html'>Independent Artikel (2020)</a></li>
<li>(2020) Ukrainian Memory Spaces and Nuclear Technology. The Musealisation of Chornobyl’s Disaster, in: Technology and Culture 61 (2020), October 2020, 1162-1177 </li>
<li><a href='https://www.stahleisen.de/stahl-und-eisen/stahl-und-eisen-news/co2-armes-stahlwerk-und-stromversorgung/'>(2020) Das CO2-arme Stahlwerk und seine Stromversorgung, in: stahl + eisen Nr. 3 (2020), 16-18</a></li>
<li>(2019/20) Nuclearizing Ukraine – Ukrainizing the Atom. Soviet nuclear technopolitics, crisis, and resilience at the imperial periphery, in: Cahiers du Monde Russe 60 (2019), Nr. 2-3, 335-367</li>
<li>(2019) Das “Teuer-und-gefährlich”-Papier des DIW zur Kernenergie auf dem Prüfstand, in: atw – International Journal for Nuclear Power 64 (2019), Nr. 10/11, 469-479 (mit Björn Peters)</li>
<li>(2019) Modernity in the Marshlands: Interventions and Transformations at the European Periphery from the Nineteenth to the Twenty-first Century. Introduction, in: Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung / Journal of East Central European Studies 68 (2019), H. 3, 319-343 (mit D. Siebert, T. Bohn)</li>
<li>(2018) Reaktorsicherheit als Zukunftskommunikation. Nuklearpolitik, Atomdebatten und kerntechnische Entwicklungen in Westdeutschland und Osteuropa 1970-2015, in: Christoph Kampmann / Angela Marciniak / Wencke Meteling, „Security turns its eye exclusively to the future“. Zum Verhältnis von Sicherheit und Zukunft in der Geschichte, Baden-Baden 2018 , 305-352</li>
<li>(2017) Technosoziale Realitäten und kerntechnisches Tabu: Überlegungen zu einer Revision der Energiewende, in: Michael Beckmann /Antonio Hurtado (Hrsg.), Kraftwerkstechnik 2017. Strategien, Anlagentechnik und Betrieb, Freiberg 2017, 61-78</li>
<li>(2017) Negotiating Nuclear Security under Social Stress: On-site Participant Observations on Human and Organizational Factors in Nuclear Facilities of the Global North, in: Proceedings of the IAEA Nuclear Security Conference 2016, Vienna 2017 (CD-ROM) </li>
<li>(2017) Tracing the Tacit Meanings of Nuclear Things, in: Felix Ackermann, Benjamin Cope & Siarhei Liubimau (Eds.), Mapping Visaginas. Sources of urbanity in a former mono-functional town, Vilnius 2017,119-123</li>
<li><a href='http://www.leibniz-krisen.de/forschung/working-papers/#c13324'>(2017) (mit V. Brinks und O. Ibert) Beratung unter Stress: Experten in und für Krisen. Leibniz-Forschungsverbund "Krisen einer globalisierten Welt", Working Papers No. 2, April 2017</a></li>
<li>(2016) Tschernobyl: (K)eine Visuelle Geschichte. Nukleare Bilderwelten in der Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten, in: Melanie Arndt (Hrsg.) Politik und Gesellschaft nach Tschernobyl, Berlin 2016, 182-210</li>
<li>(2015) Inventing the Atomograd. Nuclear Urbanism as a Way of Life in Eastern Europe, 1970-2011, in: Thomas Bohn, Thomas Feldhoff Lisette Gebhardt, Arndt Graf (Eds), The Impact of Disaster: Social and Cultural Approaches to Fukushima and Chernobyl", Berlin 2015, 261-287</li>
<li>(2014) Wissensformen der Kerntechnik im transnationalen Vergleich, in: Ferrum 86 (2014), 57-65 Negotiating Nuclear Security under Social Stress: On-site Participant Observations on Human and Organizational Factors in Nuclear Facilities of the Global North, IAEA Full Paper CN-244-065, IAEA International Conference on Nuclear Security: Commitment and Actions, Vienna 2016 </li>
<li><a href='http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-22268'>(2014) Atomwirtschaft und Reaktorsicherheit in der Bundesrepublik. Sammelrezension zu: Laufs, Paul: Reaktorsicherheit für Leistungskernkraftwerke. Die Entwicklung im politischen und technischen Umfeld der Bundesrepublik Deutschland. Berlin 2013 / Radkau, Joachim; Hahn, Lothar: Aufstieg und Fall der deutschen Atomwirtschaft, München 2013, in: H-Soz-Kult, 03.11.2014</a> </li>
<li>(2014) Wissensformen der Kerntechnik im transnationalen Vergleich, in: Ferrum 86 (2014) S. 57-65 </li>
<li><a href='https://skepticalinquirer.org/2021/06/ten-years-of-fukushima-disinformation/'>Anna Veronia Wendland, Ten Years of Fukushima Disinformation, Skeptical Inquirer (2022)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Die Notwendigkeit unsere Gesellschaft zu dekarbonisieren um Klima- und auch Biodiversitätskrise zu bekämpfen, macht auch in Corona-Zeiten keine Pause.

In dieser Episode spreche ich mit Dr. Anna Veronika Wendland. 

Dr. Wendland ist Osteuropa- und Technikhistorikerin, Projektleiterin im Sonderforschungbereich „Dynamiken der Sicherheit“ (Marburg / Gießen). Derzeitige Forschungsschwerpunkte sind komparative Umwelt- und Technikgeschichte, Reaktorsicherheit, industrielle Anthropologie, kerntechnische Arbeitswelten und Ingenieurskulturen in Osteuropa und Deutschland. 

1989 hat sie ein abenteuerliches Forschungsjahr  in der Ukraine – als Atomkraftgegnerin – mit der Bewältigung der Tschernobyl-Katastrophe verbracht. Dem folgen weitere Forschungsprojekte über viele Jahre als Langzeit-Beobachterin in Kernkraftwerken in Osteuropa und Deutschland. 

Sie navigiert zwischen den Polen einer »klassischen« Zeithistorikerin mit einer Fülle an Quellen und der Tatsache, dass die Kernkraftwerke als Orte aber abgeschottet und schwer zugänglich sind. Es gibt wenig Fachliteratur, vor allem in Bezug auf die realen Prozesse und menschliche Seite der Interaktion zwischen Menschen und (Kerntechnik-) Maschinen. Industrielle Anthropologie in diesem Bereich ist daher sehr schwierig und aufwändig.

In der heutigen Wissenschaftslandschaft ist es äußerst schwierig sich finanziell für solche lange und interdisziplinäre Forschung über Wasser zu halten. Daher sind derartige Projekte – so wichtig sie sind – mit der heutigen »Bologna-Universität« und Uni-Richtlinien kaum vereinbar.

Diese Geschichte der (osteuropäischen) Kerntechnik führt zu ihrer Habilitatiionschrift: Kernenergie als Moderne-Phänomen. 

Im Juli 2020 hat Dr. Wendland gemeinsam mit dem Nuklearsicherheitsexperten Rainer Moormann, der als Kritiker der Atomindustrie bekannt wurde, ein vielbeachtetes Memorandum veröffentlicht, in dem die Autoren zur schnelleren Erreichung der deutschen Klimaziele fordern, den Atomausstieg zugunsten eines schnelleren Kohleausstiegs auszusetzen. 

In dieser Episode sprechen wir über die Energiewende und ob wir noch in der Lage sind, wichtige und komplexe Probleme der Zeit in der Gesellschaft rational zu diskutieren. Sind Kernkraftwerke wirklich – wie so oft in Deutschland und Österreich behauptet – gefährliche Technik der Vergangenheit oder können sie eine wichtige Komponente einer zukünftigen (global) dekarbonisierten Energieerzeugung darstellen? 

Dr. Wendland spricht über Risiken und Chancen, gesellschaftliche und mediale Phänomene, die diese Frage begleiten. Wir erleben etwa häufig Diskurs der über Angst geführt wird. Welche Folgen hat dies? Wir diskutieren verschiedene Arten von Risiken – systemische und lokale – für die unterschiedlichen Arten der Energiebereitstellung. Welche Rolle spielt NIMBY (not in my backyard), das Vertrauen und Misstrauen der Öffentlichkeit gegen Wissenschaft und Industrie und die Frage, welche Rolle Subventionen und Regulierungen spielen (können und sollen).</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
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        <title>035 – Innovation oder: Alle Existenz ist Wartung?</title>
        <itunes:title>035 – Innovation oder: Alle Existenz ist Wartung?</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/035-wartung/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/035-wartung/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 14 Dec 2020 20:44:01 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[
<p>»Most work is keeping things the same«, David Graeber</p>

<p>Kann nur Innovation unsere Zukunft sichern, oder leben wir gar im Innovations-Wahn?</p>

<p>»Wir springen von einer Klippe und erst auf dem Weg nach unten bauen wir unsere Flügel«, Ray Bradbury</p>

<p>Das scheint in vielerlei Hinsicht die Strategie unserer Gesellschaft zu sein, aber ist das eine kluge Strategie, die wir weiterführen sollten? Welche Technologie ist eigentlich relevant für uns? Wer entscheidet dies? Wer hat welche Interessen? Wie spielen alte und neue Technologien zusammen?</p>
<p>Silicon Valley Speak erklärt im wesentlichen IKT zur Technologie, aber das ist nur ein sehr kleiner Teil des Bildes. Was nehmen wir eigentlich als Technologie wahr?</p>

<p>»Der Faszination des Neuen folgt in der Regel die Phase der Gewöhnung, die so weit geht, dass wir das Technische gar nicht mehr als das Technische wahrnehmen«, Klaus Kornwachs</p>

<p>Wir sind abhängig von lebenswichtiger technischer Infrastruktur und diese ist im ständigen Kampf gegen die Entropie.</p>
<p>Alles ist Wartung:</p>

<p>»Everything, without exception requires additional energy and order to maintain itself. Existence, it seems, is chiefly maintenance«, Kevin Kelly</p>

<p>Je komplexer wir aber unsere Infrastruktur machen, desto aufwändiger wird die Wartung. Innovation, im besonderen auch Digitalisierung, erschein vielleicht nicht teuer in der Anschaffung, aber haben wir bedacht, dass sie unsere bestehenden Systeme viel komplexer macht und wir diese Komplexität über Jahrzehnte warten müssen?</p>
<p>Wartung ist das Fundament von Fortschritt und Innovation und die Voraussetzung für gesellschaftliche Agilität. Gleichzeitig sind Wartung und Nachhaltigkeit auch zwei Seiten derselben Medaille.</p>
<p>Wem nützt der aktuellen Angst-machenden »Innovation Speak«: Innovieren oder Verlieren; Disruption oder abgehängt werden; move fast and break things. Wirklich? Cui bono? Wem nützt das? Was ist für die Gesellschaft wirklich von Bedeutung?</p>
<p>Was bedeuten diese Überlegungen für unser Schul- und Bildungssystem, für Universitäten und Forschung? Gibt es eine »STEM-Crisis« und brauchen wir daher wirklich mehr Akademiker?</p>
<p>Anhand einiger Beispiele wie der Hyperloop, Wifi und Ladegeräte in New Yorks Bussen, Digitalisierung in Schulen, Green New Deal und Energiewende zeigen sich fragwürdige Formen von Innovation, die Wartung und sinnvolle Investition kaum erfüllen.</p>

<p>“Der Gedanke, dass Schulen auch Schutzräume darstellen können, die sich bewusst auf wesentliche Fragen, Probleme und Inhalte konzentrieren und sich gegenüber den Zumutungen einer hysterisierten Öffentlichkeit auch abschotten können, ist uns sehr, sehr fremd geworden.”, K. P. Liessmann</p>

<p>Wir leben – und auch aus dieser Perspektive kann man das Thema betrachten – in einer Wegwerfgesellschaft. Wartung spielt häufig keine Rolle. Ein kompliziertes Gerät funktioniert nicht mehr. Wegwerfen! Neu kaufen! Geplante Obsoleszenz wird zum Standard der Wirtschaftspraxis. Das ist ökologisch ein wirkliches Problem, aber was macht das mit uns Menschen?</p>
<p>Was können und sollen wir tun, wie kommen wir voran? Wie erzielen wir inklusiven Fortschritt? Was ist ein gutes Produkt und was bedeutet dies für die Wertschöpfung? Ist dieser Themenbereich politisch umstritten oder vielleicht gar konsens-fähig? Packen wir es an: </p>

<p>»Take care, pay attention, do your job«, Lee Vinsel</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/015-%E2%80%93-innovation-oder-fortschritt/'>Episode 15: Innovation oder Fortschritt?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/016-%E2%80%93-innovation-und-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 16: Innovation und Fortschritt oder Stagnation?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/018-%E2%80%93-gesprach-mit-andreas-windisch-physik-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 18: Physik, Fortschritt oder Stagnation: Gespräch mit Andreas Windisch</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/019-offene-systeme-teil-1/'>Episode 19: Offene Systeme – Teil 1</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/020-offene-systeme-teil-2-gesprach-mit-lukas-lang-und-christoph-derndorfer/'>Episode 20: Offene Systeme – Teil 2</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/030-technooptimismus-tim-pritlove/'>Episode 30: (Techno-)Optimismus: Ein Gespräch mit Tim Pritlove</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/031-software-tom-konrad/'>Episode 31: Software in der modernen Gesellschaft – Ein Gespräch mit Tom Konrad</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/2VRnElO'>David Graeber, Bullshit Jobs, Penguin (2019)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2VShkKC'>Lee Vinsel, The Innovation Delusion, Currency (2020)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/37Igt4X'>Kevin Kelly, The Inevitable: Understanding the 12 Technological Forces That Will Shape Our Future, Penguin (2017)</a></li>
<li><a href='https://www.ted.com/talks/robert_gordon_the_death_of_innovation_the_end_of_growth'>TED-Talk: Robert Gordon, The death of innovation, the end of growth (2013)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2SvlB4w'>Klaus Kornwachs, Philosophie der Technik, C.H.Beck Wissen (2013)</a></li>
<li><a href='https://spectrum.ieee.org/at-work/education/the-stem-crisis-is-a-myth'>Robert Charette, The STEM crisis is a myth, IEEE Spectrum (2013)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=8pEKehxiQW4'>Julian Nida-Rümelin: Gefährdet der Akademisierungswahn die berufliche Bildung? (2016)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2W2ZBk1'>Konrad Paul Liessmann, Geisterstunde: Die Praxis der Unbildung: Eine Streitschrift, Piper (2016)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[
<p>»Most work is keeping things the same«, David Graeber</p>

<p>Kann nur Innovation unsere Zukunft sichern, oder leben wir gar im <em>Innovations-Wahn</em>?</p>

<p>»Wir springen von einer Klippe und erst auf dem Weg nach unten bauen wir unsere Flügel«, Ray Bradbury</p>

<p>Das scheint in vielerlei Hinsicht die Strategie unserer Gesellschaft zu sein, aber ist das eine kluge Strategie, die wir weiterführen sollten? Welche Technologie ist eigentlich relevant für uns? Wer entscheidet dies? Wer hat welche Interessen? Wie spielen alte und neue Technologien zusammen?</p>
<p>Silicon Valley Speak erklärt im wesentlichen IKT zur Technologie, aber das ist nur ein sehr kleiner Teil des Bildes. Was nehmen wir eigentlich als Technologie wahr?</p>

<p>»Der Faszination des Neuen folgt in der Regel die Phase der Gewöhnung, die so weit geht, dass wir das Technische gar nicht mehr als das Technische wahrnehmen«, Klaus Kornwachs</p>

<p>Wir sind abhängig von lebenswichtiger technischer Infrastruktur und diese ist im ständigen Kampf gegen die <em>Entropie</em>.</p>
<p><em>Alles ist Wartung:</em></p>

<p>»Everything, without exception requires additional energy and order to maintain itself. Existence, it seems, is chiefly maintenance«, Kevin Kelly</p>

<p>Je komplexer wir aber unsere Infrastruktur machen, desto aufwändiger wird die Wartung. Innovation, im besonderen auch Digitalisierung, erschein vielleicht nicht teuer in der Anschaffung, aber haben wir bedacht, dass sie unsere bestehenden Systeme viel komplexer macht und wir diese Komplexität über Jahrzehnte warten müssen?</p>
<p>Wartung ist das Fundament von Fortschritt und Innovation und die Voraussetzung für gesellschaftliche Agilität. Gleichzeitig sind Wartung und Nachhaltigkeit auch zwei Seiten derselben Medaille.</p>
<p>Wem nützt der aktuellen Angst-machenden <em>»Innovation Speak«</em>: Innovieren oder Verlieren; Disruption oder abgehängt werden; <em>move fast and break things</em>. Wirklich? Cui bono? Wem nützt das? Was ist für die Gesellschaft wirklich von Bedeutung?</p>
<p>Was bedeuten diese Überlegungen für unser Schul- und Bildungssystem, für Universitäten und Forschung? Gibt es eine »STEM-Crisis« und brauchen wir daher wirklich mehr Akademiker?</p>
<p>Anhand einiger Beispiele wie der Hyperloop, Wifi und Ladegeräte in New Yorks Bussen, Digitalisierung in Schulen, Green New Deal und Energiewende zeigen sich fragwürdige Formen von Innovation, die Wartung und sinnvolle Investition kaum erfüllen.</p>

<p>“Der Gedanke, dass Schulen auch Schutzräume darstellen können, die sich bewusst auf wesentliche Fragen, Probleme und Inhalte konzentrieren und sich gegenüber den Zumutungen einer hysterisierten Öffentlichkeit auch abschotten können, ist uns sehr, sehr fremd geworden.”, K. P. Liessmann</p>

<p>Wir leben – und auch aus dieser Perspektive kann man das Thema betrachten – in einer Wegwerfgesellschaft. Wartung spielt häufig keine Rolle. Ein kompliziertes Gerät funktioniert nicht mehr. Wegwerfen! Neu kaufen! Geplante Obsoleszenz wird zum Standard der Wirtschaftspraxis. Das ist ökologisch ein wirkliches Problem, aber was macht das mit uns Menschen?</p>
<p>Was können und sollen wir tun, wie kommen wir voran? Wie erzielen wir inklusiven Fortschritt? Was ist ein gutes Produkt und was bedeutet dies für die Wertschöpfung? Ist dieser Themenbereich politisch umstritten oder vielleicht gar konsens-fähig? Packen wir es an: </p>

<p>»Take care, pay attention, do your job«, Lee Vinsel</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/015-%E2%80%93-innovation-oder-fortschritt/'>Episode 15: Innovation oder Fortschritt?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/016-%E2%80%93-innovation-und-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 16: Innovation und Fortschritt oder Stagnation?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/018-%E2%80%93-gesprach-mit-andreas-windisch-physik-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 18: Physik, Fortschritt oder Stagnation: Gespräch mit Andreas Windisch</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/019-offene-systeme-teil-1/'>Episode 19: Offene Systeme – Teil 1</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/020-offene-systeme-teil-2-gesprach-mit-lukas-lang-und-christoph-derndorfer/'>Episode 20: Offene Systeme – Teil 2</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/030-technooptimismus-tim-pritlove/'>Episode 30: (Techno-)Optimismus: Ein Gespräch mit Tim Pritlove</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/031-software-tom-konrad/'>Episode 31: Software in der modernen Gesellschaft – Ein Gespräch mit Tom Konrad</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/2VRnElO'>David Graeber, Bullshit Jobs, Penguin (2019)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2VShkKC'>Lee Vinsel, The Innovation Delusion, Currency (2020)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/37Igt4X'>Kevin Kelly, The Inevitable: Understanding the 12 Technological Forces That Will Shape Our Future, Penguin (2017)</a></li>
<li><a href='https://www.ted.com/talks/robert_gordon_the_death_of_innovation_the_end_of_growth'>TED-Talk: Robert Gordon, The death of innovation, the end of growth (2013)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2SvlB4w'>Klaus Kornwachs, Philosophie der Technik, C.H.Beck Wissen (2013)</a></li>
<li><a href='https://spectrum.ieee.org/at-work/education/the-stem-crisis-is-a-myth'>Robert Charette, The STEM crisis is a myth, IEEE Spectrum (2013)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=8pEKehxiQW4'>Julian Nida-Rümelin: Gefährdet der Akademisierungswahn die berufliche Bildung? (2016)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2W2ZBk1'>Konrad Paul Liessmann, Geisterstunde: Die Praxis der Unbildung: Eine Streitschrift, Piper (2016)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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Kann nur Innovation unsere Zukunft sichern, oder leben wir gar im Innovations-Wahn?

»Wir springen von einer Klippe und erst auf dem Weg nach unten bauen wir unsere Flügel«, Ray Bradbury

Das scheint in vielerlei Hinsicht die Strategie unserer Gesellschaft zu sein, aber ist das eine kluge Strategie, die wir weiterführen sollten? Welche Technologie ist eigentlich relevant für uns? Wer entscheidet dies? Wer hat welche Interessen? Wie spielen alte und neue Technologien zusammen?

Silicon Valley Speak erklärt im wesentlichen IKT zur Technologie, aber das ist nur ein sehr kleiner Teil des Bildes. Was nehmen wir eigentlich als Technologie wahr?

»Der Faszination des Neuen folgt in der Regel die Phase der Gewöhnung, die so weit geht, dass wir das Technische gar nicht mehr als das Technische wahrnehmen«, Klaus Kornwachs

Wir sind abhängig von lebenswichtiger technischer Infrastruktur und diese ist im ständigen Kampf gegen die Entropie.

Alles ist Wartung:

»Everything, without exception requires additional energy and order to maintain itself. Existence, it seems, is chiefly maintenance«, Kevin Kelly

Je komplexer wir aber unsere Infrastruktur machen, desto aufwändiger wird die Wartung. Innovation, im besonderen auch Digitalisierung, erschein vielleicht nicht teuer in der Anschaffung, aber haben wir bedacht, dass sie unsere bestehenden Systeme viel komplexer macht und wir diese Komplexität über Jahrzehnte warten müssen?

Wartung ist das Fundament von Fortschritt und Innovation und die Voraussetzung für gesellschaftliche Agilität. Gleichzeitig sind Wartung und Nachhaltigkeit auch zwei Seiten derselben Medaille.

Wem nützt der aktuellen Angst-machenden »Innovation Speak«: Innovieren oder Verlieren; Disruption oder abgehängt werden; move fast and break things. Wirklich? Cui bono? Wem nützt das? Was ist für die Gesellschaft wirklich von Bedeutung?

Was bedeuten diese Überlegungen für unser Schul- und Bildungssystem, für Universitäten und Forschung? Gibt es eine »STEM-Crisis« und brauchen wir daher wirklich mehr Akademiker?

Anhand einiger Beispiele wie der Hyperloop, Wifi und Ladegeräte in New Yorks Bussen, Digitalisierung in Schulen, Green New Deal und Energiewende zeigen sich fragwürdige Formen von Innovation, die Wartung und sinnvolle Investition kaum erfüllen.

“Der Gedanke, dass Schulen auch Schutzräume darstellen können, die sich bewusst auf wesentliche Fragen, Probleme und Inhalte konzentrieren und sich gegenüber den Zumutungen einer hysterisierten Öffentlichkeit auch abschotten können, ist uns sehr, sehr fremd geworden.”, K. P. Liessmann

Wir leben – und auch aus dieser Perspektive kann man das Thema betrachten – in einer Wegwerfgesellschaft. Wartung spielt häufig keine Rolle. Ein kompliziertes Gerät funktioniert nicht mehr. Wegwerfen! Neu kaufen! Geplante Obsoleszenz wird zum Standard der Wirtschaftspraxis. Das ist ökologisch ein wirkliches Problem, aber was macht das mit uns Menschen?

Was können und sollen wir tun, wie kommen wir voran? Wie erzielen wir inklusiven Fortschritt? Was ist ein gutes Produkt und was bedeutet dies für die Wertschöpfung? Ist dieser Themenbereich politisch umstritten oder vielleicht gar konsens-fähig? Packen wir es an: 

»Take care, pay attention, do your job«, Lee Vinsel</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>034 – Die Übersetzungsbewegung, oder: wie Ideen über Zeiten, Kulturen und Sprachen wandern – Gespräch mit Prof. Rüdiger Lohlker</title>
        <itunes:title>034 – Die Übersetzungsbewegung, oder: wie Ideen über Zeiten, Kulturen und Sprachen wandern – Gespräch mit Prof. Rüdiger Lohlker</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/034-uebersetzungsbewegung-ruediger-lohlker/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/034-uebersetzungsbewegung-ruediger-lohlker/#comments</comments>        <pubDate>Thu, 26 Nov 2020 06:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Bei der Übersetzungsbewegung handelt es sich um – wie man heute sagen würde – um wissenschaftlichen Austausch der über Jahrhunderte gewirkt hat, mit dem Epizentrum im persischen und arabischen Raum um das Jahr 1.000. Die Wirkungen dieser Bewegung reichten von Griechenland über die islamische Kultur nach Asien, Afrika und eben über die iberische Halbinsel nach Mitteleuropa. </p>
<p>Dieses Thema ist für den Podcast relevant, weil es uns hilft, ein Verständnis wesentlicher historischer Zusammenhänge an der Schnittstelle von Wissen, Gesellschaft und Politik zu bekommen, die in die Zukunft wirken.</p>
<p>Ich freue mich auch in dieser Episode wieder einen äußerst kompetenten Gesprächspartnern gewinnen zu können: Rüdiger Lohlker, Professor für Islamwissenschaften. Er war unter anderem an der Univ. Göttingen, Kiel und Giessen tätig und arbeitet nun an der Universität Wien am Institut für Orientalistik. Seine Forschungsinteressen liegen im Islam in der Gegenwart, der arabischen und islamischen Welt online, Sufismus und Medical Humanities. Dabei handelt es sich um ein interdisziplinäres Feld an der Schnittstelle zwischen Medizin und Geisteswissenschaft. Er forscht aber auch zu Themen wie Jihadismus und Salafismus.</p>
<p>In dieser Episode diskutieren wir also zahlreiche Fragen mit weitreichender Wirkung, etwa: Warum ist es im 8. bis 10. Jahrhundert überhaupt zu einem solchen Aufschwung der Naturphilosophie und Medizin und der Übersetzungsbewegung gekommen? Was ist die Rolle von Universalgelehrten und Generalisten? Wie ist das Zusammenspiel zwischen der Administration eines Großreiches (oder allgemeiner der Politik), der Urbanisierung und der Wissenschaft (wie wir es heute nennen würden)? Wie finanziert sich die »Wissenschaft« der Zeit? Herrscht im islamischen Mittelalter mehr Ambiguität vor? Wie lassen sich verschiedene Lebensentwürfe und Religionen vereinbaren? Warum war die islamische Kultur und Wissenschaft der Zeit der europäischen deutlich überlegen? Wie verschieben sich Schwerpunkte des Wissens und Wissenskulturen, welche Rolle spielen dabei Kooperation und Konkurrenz und was können wir wir für die heutige Zeit und die Zukunft lernen?</p>
<p>Nicht zuletzt wird das Gespräch sich auch (vielleicht etwas überraschend) mit Piraten beschäftigen.</p>
<p>Wir sprechen auch beispielhaft über wesentliche Gelehrte und Herrscher der Zeit und deren Wirkungskreise wie unter anderem</p>
<ul><li>Al-Maʾmūn</li>
<li>ibn Sina (Avicenna)</li>
<li>al Biruni</li>
<li>Nasir ad-Din at-Tusi</li>
<li>Al Hazen</li>
</ul>
<p style="text-align:left;"></p>
<p style="text-align:left;">Nasir al-Din al-Tusi im Observatorium in Maragha, Persien 
(Britisch Library, <a href='https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nasir_al-Din_al-Tusi_at_observatory.jpg'>Wikimedia commons</a>)</p>
<p style="text-align:center;"> </p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>Episode 17: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Kooperation</a></li>
<li>Episode 28: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!</a></li>
</ul>
<p>Prof. Rüdiger Lohlker</p>
<ul><li><a href='https://ufind.univie.ac.at/de/person.html?id=85025'>Prof. Lohlker (Uni-Wien)</a></li>
<li><a href='https://univie.academia.edu/R%C3%BCdigerLohlker'>Lebenslauf und Publikationen</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/2tveEb5'>Thomas Bauer, Die Vereindeutigung der Welt, Reclam (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3dUpHNW'>Gotthart Strohmaier, Avicenna, C.H. Beck (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/37JeTRM'>Ulrich Rudolph, Islamische Philosophie, C.H. Beck (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3dWPKEh'>Georg Bossong, Das Maurische Spanien, C.H. Beck (2016)</a></li>
<li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/llull/'>Ramon Llull</a></li>
<li><a href='https://mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Gherard/'>Gerhard von Cremona</a></li>
<li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/ibn-sina/'>Ibn Sina (Avicenna)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=dYedbOuATng'>Al-Biruni (BBC – In Our Time)</a></li>
<li><a href='https://mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Al-Tusi_Nasir/'>Nasir al-Din al-Tusi</a></li>
<li><a href='http://sternwarte-recklinghausen.de/astronomie/himmelscheibe-von-nebra/'>Die Dynamische Interpretation der Himmelsscheibe von Nebra, mit Erklärung des Tusi-Paars, Sternwarte Recklinghausen</a></li>
<li><a href='https://mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Al-Haytham/'>Alhazen (Abu Ali al-Hasan ibn al-Haitham)</a></li>
<li>Uwe Springfeld, Das Mekka der Naturwissenschaften, SWR2 Wissen, 2. Jänner 2003 (Al Hazen)</li>
<li><a href='https://muslimheritage.com/instruments-istanbul-observatory/'>The instruments of Istanbul Observatory</a></li>
<li><a href='https://www.nytimes.com/2010/12/19/magazine/19Urban_West-t.html'>Jonah Lehrer, A Physicist Solves the City, Artikel über Geoffrey West, New York Times, 17. Dez. 2010</a></li>
<li><a href='https://muslimheritage.com'>Muslim Heritage Website</a></li>
<li>Nidhal Guessoum, Islam’s Quantum Question: Reconciling Muslim Tradition and Modern Science</li>
<li><a href='https://amzn.to/2Ta0l5j'>Janet Abu-Lughod, Before European Hegemony: The World System A.D. 1250-1350</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Bei der Übersetzungsbewegung handelt es sich um – wie man heute sagen würde – um <em>wissenschaftlichen</em> Austausch der über Jahrhunderte gewirkt hat, mit dem Epizentrum im persischen und arabischen Raum um das Jahr 1.000. Die Wirkungen dieser Bewegung reichten von Griechenland über die islamische Kultur nach Asien, Afrika und eben über die iberische Halbinsel nach Mitteleuropa. </p>
<p>Dieses Thema ist für den Podcast relevant, weil es uns hilft, ein Verständnis wesentlicher historischer Zusammenhänge an der Schnittstelle von Wissen, Gesellschaft und Politik zu bekommen, die in die Zukunft wirken.</p>
<p>Ich freue mich auch in dieser Episode wieder einen äußerst kompetenten Gesprächspartnern gewinnen zu können: Rüdiger Lohlker, Professor für Islamwissenschaften. Er war unter anderem an der Univ. Göttingen, Kiel und Giessen tätig und arbeitet nun an der Universität Wien am Institut für Orientalistik. Seine Forschungsinteressen liegen im Islam in der Gegenwart, der arabischen und islamischen Welt online, Sufismus und <em>Medical Humanities</em>. Dabei handelt es sich um ein interdisziplinäres Feld an der Schnittstelle zwischen Medizin und Geisteswissenschaft. Er forscht aber auch zu Themen wie Jihadismus und Salafismus.</p>
<p>In dieser Episode diskutieren wir also zahlreiche Fragen mit weitreichender Wirkung, etwa: Warum ist es im 8. bis 10. Jahrhundert überhaupt zu einem solchen Aufschwung der Naturphilosophie und Medizin und der Übersetzungsbewegung gekommen? Was ist die Rolle von Universalgelehrten und Generalisten? Wie ist das Zusammenspiel zwischen der Administration eines Großreiches (oder allgemeiner der Politik), der Urbanisierung und der Wissenschaft (wie wir es heute nennen würden)? Wie finanziert sich die »Wissenschaft« der Zeit? Herrscht im islamischen Mittelalter mehr Ambiguität vor? Wie lassen sich verschiedene Lebensentwürfe und Religionen vereinbaren? Warum war die islamische Kultur und Wissenschaft der Zeit der europäischen deutlich überlegen? Wie verschieben sich Schwerpunkte des Wissens und Wissenskulturen, welche Rolle spielen dabei Kooperation und Konkurrenz und was können wir wir für die heutige Zeit und die Zukunft lernen?</p>
<p>Nicht zuletzt wird das Gespräch sich auch (vielleicht etwas überraschend) mit Piraten beschäftigen.</p>
<p>Wir sprechen auch beispielhaft über wesentliche Gelehrte und Herrscher der Zeit und deren Wirkungskreise wie unter anderem</p>
<ul><li>Al-Maʾmūn</li>
<li>ibn Sina (Avicenna)</li>
<li>al Biruni</li>
<li>Nasir ad-Din at-Tusi</li>
<li>Al Hazen</li>
</ul>
<p style="text-align:left;"></p>
<p style="text-align:left;">Nasir al-Din al-Tusi im Observatorium in Maragha, Persien <br>
(Britisch Library, <a href='https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nasir_al-Din_al-Tusi_at_observatory.jpg'>Wikimedia commons</a>)</p>
<p style="text-align:center;"> </p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li>Episode 17: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Kooperation</a></li>
<li>Episode 28: <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!</a></li>
</ul>
<p>Prof. Rüdiger Lohlker</p>
<ul><li><a href='https://ufind.univie.ac.at/de/person.html?id=85025'>Prof. Lohlker (Uni-Wien)</a></li>
<li><a href='https://univie.academia.edu/R%C3%BCdigerLohlker'>Lebenslauf und Publikationen</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/2tveEb5'>Thomas Bauer, Die Vereindeutigung der Welt, Reclam (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3dUpHNW'>Gotthart Strohmaier, Avicenna, C.H. Beck (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/37JeTRM'>Ulrich Rudolph, Islamische Philosophie, C.H. Beck (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3dWPKEh'>Georg Bossong, Das Maurische Spanien, C.H. Beck (2016)</a></li>
<li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/llull/'>Ramon Llull</a></li>
<li><a href='https://mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Gherard/'>Gerhard von Cremona</a></li>
<li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/ibn-sina/'>Ibn Sina (Avicenna)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=dYedbOuATng'>Al-Biruni (BBC – In Our Time)</a></li>
<li><a href='https://mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Al-Tusi_Nasir/'>Nasir al-Din al-Tusi</a></li>
<li><a href='http://sternwarte-recklinghausen.de/astronomie/himmelscheibe-von-nebra/'>Die Dynamische Interpretation der Himmelsscheibe von Nebra, mit Erklärung des Tusi-Paars, Sternwarte Recklinghausen</a></li>
<li><a href='https://mathshistory.st-andrews.ac.uk/Biographies/Al-Haytham/'>Alhazen (Abu Ali al-Hasan ibn al-Haitham)</a></li>
<li>Uwe Springfeld, Das Mekka der Naturwissenschaften, SWR2 Wissen, 2. Jänner 2003 (Al Hazen)</li>
<li><a href='https://muslimheritage.com/instruments-istanbul-observatory/'>The instruments of Istanbul Observatory</a></li>
<li><a href='https://www.nytimes.com/2010/12/19/magazine/19Urban_West-t.html'>Jonah Lehrer, A Physicist Solves the City, Artikel über Geoffrey West, New York Times, 17. Dez. 2010</a></li>
<li><a href='https://muslimheritage.com'>Muslim Heritage Website</a></li>
<li>Nidhal Guessoum, Islam’s Quantum Question: Reconciling Muslim Tradition and Modern Science</li>
<li><a href='https://amzn.to/2Ta0l5j'>Janet Abu-Lughod, Before European Hegemony: The World System A.D. 1250-1350</a></li>
</ul>
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            </item>
    <item>
        <title>033 – Naturschutz im Anthropozän – Gespräch mit Prof. Frank Zachos</title>
        <itunes:title>033 – Naturschutz im Anthropozän – Gespräch mit Prof. Frank Zachos</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/033-naturschutz_frank_zachos/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/033-naturschutz_frank_zachos/#comments</comments>        <pubDate>Fri, 06 Nov 2020 06:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>»Anthropozän« bedeutet, dass der Mensch zur bestimmenden Kraft des Planeten geworden ist. Aus dieser Tatsache heraus folgt eine Verantwortung, die sich auch im Gedanken des Naturschutzes widerspiegelt.</p>
<p>In dieser Episode führe ich ein Gespräch mit Prof. Frank Zachos, der ein Studium der Biologie, Philosophie und Wissenschaftsgeschichte in Kiel und Jena absolviert hat und heute Leiter der Säugetiersammlung am Naturhistorischen Museum in Wien ist. Seine Forschungsinteressen sind im Bereich der Biodiversität, Evolution, Systematik und Taxonomie, wobei sein theoretisches Hauptinteresse beim Artproblem in der Biologie sowie dessen philosophischen Grundlagen und historischer Entwicklung liegt.</p>
<p>Unser Gespräch findet im Naturhistorischen Museum in Wien statt, was ein perfektes Ambiente geboten hat um die Geschichte des Naturschutzes aber auch die Rolle von Museen in der Vergangenheit und Zukunft für Naturschutz und Wissenschaft zu diskutieren.</p>

<p>»Die Wildnis sei deformiert. Obwohl Buffon ein Jahr vor der französischen Revolution starb, hielten sich seine Ansichten über die Neue Welt hartnäckig. […] Nur die kultivierte Natur sei schön, schrieb Buffon. Humboldt hingegen warnte, dass man begreifen müsse, wie die Kräfte der Natur wirkten, wie alle diese verschiedenen Fäden miteinander verknüpft seien.«, Andrea Wulf, Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur</p>

<p>Wann haben wir als Menschen begonnen die Natur als »schützenswert« zu erkennen? Es gibt erste Bestrebungen die Natur systematisch zu schützen, etwa in Gran Paradiso–Italien. Allerdings war die Motivation, die  Tiere für adelige Jagd zu erhalten. Später wurde daraus der Gran Paradiso Nationalpark. Auch die Nationalparks in den USA gelten als Beispiel.</p>
<p>Was aber ist die Voraussetzung für das Verständnis von Biodiversität? Natürlich ein Begriff von Art, eine Aufteilung der lebendigen Welt. Wie hat sich dies über die menschliche Geschichte entwickelt? Wie funktioniert Taxonomie in der modernen Biologie? Erfassung und Klassifizierung der Lebewesen gilt heute als eine der Fundamental-Disziplinen der Biologie.</p>
<p>Taxonomie hat unterschiedliche Ansätze, wir sprechen kurz über die Rolle von Morphologie vs. Genetik (auch mit einem Rückblick auf den wichtigen österr. Biologen Rupert Riedl), sowie Fortschritte der Technik sowohl im Bereich der Gen-Analyse wie aber auch in der Morphologie. Taxonomie hat aber auch Herausforderungen: sie ist ein diskretes Prinzip, Evolution aber ein kontinuierlicher Prozess. Man stülpt ein diskretes auf ein kontinuierliches Prinzip – da gibt es Reibungen. Was bedeutet dies und was sind die Konsequenzen?</p>
<p>Verlassen wir dann die Vergangenheit: Gibt es eine Veränderung, wie »Naturschutz« gesehen und betrieben wird, vor allem in die Zukunft gedacht? Conservation Biology wurde zunächst im Deutschen als Artenschutz übersetzt, später aber Naturschutzbiologie genannt – es geht eben nicht nur um einzelne Arten. </p>
<p>Naturschutz ist nicht nur im Kern ein biologisches Thema sondern hat natürlich Konsequenzen für Handel, Wirtschaft und zeigt auch durchaus überraschende rechtliche Folgen. Welche Rolle spielt also der Mensch im Naturschutz und wie sollten wir das Zusammenspiel Mensch/Natur in die Zukunft denken? </p>
<p>Was ist etwa die Rolle unseres Lebensstils sowie der Größe der menschlichen Population? Die globale Mittelschicht ist verantwortlich für den Klimawandel, die Biodiversitätskrise und das Artensterben. Es gibt ca. seit 150 Jahren Nationalparks: in dieser Zeit ist die menschliche Population von 1 Milliarde Menschen auf 8 Milliarden Menschen angewachsen.</p>

<p>»mit dem exponentiellen menschlichen Wachstum steigt auch der Verlust der Biodiversität«</p>

<p>Welche Rolle spielen Museen und Zoos, auch im Zusammenspiel mit Universitäten und der interessierten Öffentlichkeit um diese Probleme zu thematisieren und besser zu verstehen?</p>
<p>Dann diskutieren wir systemische und philosophische Aspekte. Wie nehmen wir Natur war und was hat das mit unserem Erkenntnisapparat zu tun? Ist die Klassifikation von Mustern tief in unseren Genen verankert und damit »Schubladendenken«? Auch philosophische Strömungen des 20. Jahrhunderts haben sich an diese Erkenntnisse angelehnt, so etwa die evolutionäre Erkenntnistheorie.</p>
<p>Unser Erkenntnisapparat ist nicht evolviert um uns mit Quantenmechanik oder Mathematik auseinanderzusetzen. Außerdem und das hat auch fatale Konsequenzen – denken wir in Linearitäten. Das Exponentielle verstehen wir nicht. Die negativen Folgen sehen wir in unserer Wirtschafts- und Finanzpolitik, bei Pandemien und der Zerstörung unseres Lebensraumes.</p>
<p>Wir sind also als Menschen »getuned« auf den Meso-Kosmos.</p>

<p>»Die Selektion hat uns Anschauungsformen gemäß den Aufgaben in noch höchst einfachen Lebensbereichen eingebaut. Und mit Anschauungen von gestern unterwerfen wir uns eine Welt von morgen.«, Rupert Riedl</p>

<p>Am Ende noch eine (nicht ganz ernstgemeinte) Frage über De-Extinction – wird Prof. Zachos den Dodo mit modernster Technik wieder ins Leben rufen? Die Antwort auf diese und alle anderen Fragen (und auch: warum die Adam und Eva oder die Arche Noah Idee in der Realität nicht funktioniert) im Gespräch.</p>
<p></p>
<p>Welche Rolle »Nessie« übrigens in dieser ganzen Thematik spielt – erfahren Sie ebenfalls in der Episode!</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Prof. Frank Zachos</p>
<ul><li><a href='https://www.nhm-wien.ac.at/frank_emmanuel_zachos'>Prof. Zachos im Naturhistorischen Museum in Wien</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/021-der-begriff-der-natur-oder-leben-im-anthropozan/'>Episode 21: Der Begriff der Natur – oder: Leben im Anthropozän</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/022-biodiversitat-und-komplexe-wechselwirkungen-gesprach-mit-prof-franz-essl/'>Episode 22: Biodiversität und komplexe Wechselwirkungen – Gespräch mit Prof. Franz Essl</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.springer.com/de/book/9783319449647'>Frank Zachos, Species Concepts in Biology, Springer (2016)</a></li>
<li><a href='https://www.springer.com/de/book/9783642209918'>Frank Zachos, Jan Habel, Biodiversity Hotspots, Springer (2011)</a></li>
<li><a href='https://journals.plos.org/plosbiology/article?id=10.1371/journal.pbio.3000736'>Stephen Garnett et al, Principles for creating a single authoritative list of the world’s species, PLOS Biology (2020)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/38kdGOf'>Andrea Wulf, Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur, C. Bertelsmann (2016)</a></li>
<li><a href='http://www.pngp.it/en/'>Gran Paradiso National Park</a></li>
<li>Rupert Riedl, Evolution und Erkenntnis, Piper (1985)</li>
<li><a href='https://www.nature.com/articles/258466a0'>Peter Scott & Robert Rines, Naming the Loch Ness Monser, Nature (1975)</a></li>
<li><a href='https://ebird.org/ebird/species/calgna'>California Gnatcatcher</a></li>
<li><a href='https://www.iucnredlist.org/species/22711585/132099401'>Rote Liste</a></li>
<li><a href='https://www.conservation.org/priorities/biodiversity-hotspots'>Biodiversitätsv-Hotspots</a></li>
<li>Carl Zimmer, Frühwarnsysteme für bedrohte Welten, Spektrum der Wissenschaft, Dez. 2012</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>»Anthropozän« bedeutet, dass der Mensch zur bestimmenden Kraft des Planeten geworden ist. Aus dieser Tatsache heraus folgt eine Verantwortung, die sich auch im Gedanken des Naturschutzes widerspiegelt.</p>
<p>In dieser Episode führe ich ein Gespräch mit Prof. Frank Zachos, der ein Studium der Biologie, Philosophie und Wissenschaftsgeschichte in Kiel und Jena absolviert hat und heute Leiter der Säugetiersammlung am Naturhistorischen Museum in Wien ist. Seine Forschungsinteressen sind im Bereich der Biodiversität, Evolution, Systematik und Taxonomie, wobei sein theoretisches Hauptinteresse beim Artproblem in der Biologie sowie dessen philosophischen Grundlagen und historischer Entwicklung liegt.</p>
<p>Unser Gespräch findet im Naturhistorischen Museum in Wien statt, was ein perfektes Ambiente geboten hat um die Geschichte des Naturschutzes aber auch die Rolle von Museen in der Vergangenheit und Zukunft für Naturschutz und Wissenschaft zu diskutieren.</p>

<p>»Die Wildnis sei deformiert. Obwohl Buffon ein Jahr vor der französischen Revolution starb, hielten sich seine Ansichten über die Neue Welt hartnäckig. […] Nur die kultivierte Natur sei schön, schrieb Buffon. Humboldt hingegen warnte, dass man begreifen müsse, wie die Kräfte der Natur wirkten, wie alle diese verschiedenen Fäden miteinander verknüpft seien.«, Andrea Wulf, Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur</p>

<p>Wann haben wir als Menschen begonnen die Natur als »schützenswert« zu erkennen? Es gibt erste Bestrebungen die Natur systematisch zu schützen, etwa in Gran Paradiso–Italien. Allerdings war die Motivation, die  Tiere für adelige Jagd zu erhalten. Später wurde daraus der Gran Paradiso Nationalpark. Auch die Nationalparks in den USA gelten als Beispiel.</p>
<p>Was aber ist die Voraussetzung für das Verständnis von Biodiversität? Natürlich ein Begriff von Art, eine Aufteilung der lebendigen Welt. Wie hat sich dies über die menschliche Geschichte entwickelt? Wie funktioniert Taxonomie in der modernen Biologie? Erfassung und Klassifizierung der Lebewesen gilt heute als eine der Fundamental-Disziplinen der Biologie.</p>
<p>Taxonomie hat unterschiedliche Ansätze, wir sprechen kurz über die Rolle von Morphologie vs. Genetik (auch mit einem Rückblick auf den wichtigen österr. Biologen Rupert Riedl), sowie Fortschritte der Technik sowohl im Bereich der Gen-Analyse wie aber auch in der Morphologie. Taxonomie hat aber auch Herausforderungen: sie ist ein diskretes Prinzip, Evolution aber ein kontinuierlicher Prozess. Man stülpt ein diskretes auf ein kontinuierliches Prinzip – da gibt es Reibungen. Was bedeutet dies und was sind die Konsequenzen?</p>
<p>Verlassen wir dann die Vergangenheit: Gibt es eine Veränderung, wie »Naturschutz« gesehen und betrieben wird, vor allem in die Zukunft gedacht? Conservation Biology wurde zunächst im Deutschen als Artenschutz übersetzt, später aber Naturschutzbiologie genannt – es geht eben nicht nur um einzelne Arten. </p>
<p>Naturschutz ist nicht nur im Kern ein biologisches Thema sondern hat natürlich Konsequenzen für Handel, Wirtschaft und zeigt auch durchaus überraschende rechtliche Folgen. Welche Rolle spielt also der Mensch im Naturschutz und wie sollten wir das Zusammenspiel Mensch/Natur in die Zukunft denken? </p>
<p>Was ist etwa die Rolle unseres Lebensstils sowie der Größe der menschlichen Population? Die globale Mittelschicht ist verantwortlich für den Klimawandel, die Biodiversitätskrise und das Artensterben. Es gibt ca. seit 150 Jahren Nationalparks: in dieser Zeit ist die menschliche Population von 1 Milliarde Menschen auf 8 Milliarden Menschen angewachsen.</p>

<p>»mit dem exponentiellen menschlichen Wachstum steigt auch der Verlust der Biodiversität«</p>

<p>Welche Rolle spielen Museen und Zoos, auch im Zusammenspiel mit Universitäten und der interessierten Öffentlichkeit um diese Probleme zu thematisieren und besser zu verstehen?</p>
<p>Dann diskutieren wir systemische und philosophische Aspekte. Wie nehmen wir Natur war und was hat das mit unserem Erkenntnisapparat zu tun? Ist die Klassifikation von Mustern tief in unseren Genen verankert und damit »Schubladendenken«? Auch philosophische Strömungen des 20. Jahrhunderts haben sich an diese Erkenntnisse angelehnt, so etwa die evolutionäre Erkenntnistheorie.</p>
<p><em>Unser Erkenntnisapparat ist nicht evolviert um uns mit Quantenmechanik oder Mathematik auseinanderzusetzen.</em> Außerdem und das hat auch fatale Konsequenzen – denken wir in Linearitäten. Das Exponentielle verstehen wir nicht. Die negativen Folgen sehen wir in unserer Wirtschafts- und Finanzpolitik, bei Pandemien und der Zerstörung unseres Lebensraumes.</p>
<p>Wir sind also als Menschen »getuned« auf den Meso-Kosmos.</p>

<p>»Die Selektion hat uns Anschauungsformen gemäß den Aufgaben in noch höchst einfachen Lebensbereichen eingebaut. Und mit Anschauungen von gestern unterwerfen wir uns eine Welt von morgen.«, Rupert Riedl</p>

<p>Am Ende noch eine (nicht ganz ernstgemeinte) Frage über De-Extinction – <em>wird Prof. Zachos den Dodo mit modernster Technik wieder ins Leben rufen?</em> Die Antwort auf diese und alle anderen Fragen (und auch: warum die Adam und Eva oder die Arche Noah Idee in der Realität nicht funktioniert) im Gespräch.</p>
<p></p>
<p><em>Welche Rolle »Nessie« übrigens in dieser ganzen Thematik spielt – erfahren Sie ebenfalls in der Episode!</em></p>
<p>Referenzen</p>
<p>Prof. Frank Zachos</p>
<ul><li><a href='https://www.nhm-wien.ac.at/frank_emmanuel_zachos'>Prof. Zachos im Naturhistorischen Museum in Wien</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/021-der-begriff-der-natur-oder-leben-im-anthropozan/'>Episode 21: Der Begriff der Natur – oder: Leben im Anthropozän</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/022-biodiversitat-und-komplexe-wechselwirkungen-gesprach-mit-prof-franz-essl/'>Episode 22: Biodiversität und komplexe Wechselwirkungen – Gespräch mit Prof. Franz Essl</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.springer.com/de/book/9783319449647'>Frank Zachos, Species Concepts in Biology, Springer (2016)</a></li>
<li><a href='https://www.springer.com/de/book/9783642209918'>Frank Zachos, Jan Habel, Biodiversity Hotspots, Springer (2011)</a></li>
<li><a href='https://journals.plos.org/plosbiology/article?id=10.1371/journal.pbio.3000736'>Stephen Garnett et al, Principles for creating a single authoritative list of the world’s species, PLOS Biology (2020)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/38kdGOf'>Andrea Wulf, Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur, C. Bertelsmann (2016)</a></li>
<li><a href='http://www.pngp.it/en/'>Gran Paradiso National Park</a></li>
<li>Rupert Riedl, Evolution und Erkenntnis, Piper (1985)</li>
<li><a href='https://www.nature.com/articles/258466a0'>Peter Scott & Robert Rines, Naming the Loch Ness Monser, Nature (1975)</a></li>
<li><a href='https://ebird.org/ebird/species/calgna'>California Gnatcatcher</a></li>
<li><a href='https://www.iucnredlist.org/species/22711585/132099401'>Rote Liste</a></li>
<li><a href='https://www.conservation.org/priorities/biodiversity-hotspots'>Biodiversitätsv-Hotspots</a></li>
<li>Carl Zimmer, Frühwarnsysteme für bedrohte Welten, Spektrum der Wissenschaft, Dez. 2012</li>
</ul>
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    <item>
        <title>032 – Überleben in der Datenflut – oder: warum das Buch wichtiger ist als je zuvor</title>
        <itunes:title>032 – Überleben in der Datenflut – oder: warum das Buch wichtiger ist als je zuvor</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/032-datenflut_buch/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/032-datenflut_buch/#comments</comments>        <pubDate>Thu, 15 Oct 2020 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Wir leben in immer schnelleren Zeiten. Um hier nicht den Anschluss zu verlieren, müssen wir auch unsere Informationskanäle beschleunigen: Soziale Medien, Videos, Newsfeeds... Bücher sind da ein überflüssiger Anachronismus und haben im 21. Jahrhundert keinen Platz mehr.</p>
<p>Oder doch?</p>
<p>In dieser Episode provoziere ich wieder zum <a href='https://schatten.info/cv.html'>Widerspruch</a>.</p>
<p>Was sind Daten und was ist Information? Braucht man in einer (angeblich) schnellen Zeit wirklich schnellere Medien, oder ist die Krise in der wir stecken vielleicht eine Folge dieses Irrtums?</p>

<p>Information ist »irgendein Unterschied, der bei einem späteren Ereignis einen Unterschied macht«, Gregory Bateson (zitiert aus K. P. Liessmann, Theorie der Unbildung)</p>

<p>Was ist das Signal/Rausch-Verhältnis moderner Medien? Gibt es überhaupt News, und wenn ja, helfen uns diese weiter? Vermissen wir irgendetwas, oder ist fear of missing out schlicht eine Marketing-Strategie um uns Unsinn zu verkaufen und abhängig zu machen?</p>
<p>Welche Rolle spielt das Buch in dieser Gemengelage und in welcher Form sollten wir es lesen?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/002-was_wissen_wir/'>Episode 2: Was wissen wir?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/009-abstraktion-platos-idee-kommunismus-und-die-zukunft/'>Episode 9: Abstraktion: Platos Idee, Kommunismus und die Zukunft</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/016-%E2%80%93-innovation-und-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 16: Innovation und Fortschritt oder Stagnation?</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3bylSgv'>Konrad Paul Liessmann, Theorie der Unbildung, Piper (2008)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2Ufyba0'>Douglas Rushkoff, Team Human (2019)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3i7U1pH'>Sherry Turkle, Alone Together, Basic Books (2017)</a></li>
<li><a href='https://medium.com/thrive-global/how-technology-hijacks-peoples-minds-from-a-magician-and-google-s-design-ethicist-56d62ef5edf3'>Tristan Harris, How Technology is Hijacking Your Mind — from a Magician and Google Design Ethicist</a></li>
<li><a href='https://www.scientificamerican.com/article/reading-paper-screens/'>The Reading Brain in the Digital Age: The Science of Paper versus Screens, Scientific American (2013)</a></li>
<li><a href='https://natlib.govt.nz/blog/posts/reading-on-screen-vs-reading-in-print-whats-the-difference-for-learning'>Lisa Allcott, Reading on-screen vs reading in print: What's the difference for learning? (2019)</a></li>
<li><a href='https://hechingerreport.org/evidence-increases-for-reading-on-paper-instead-of-screens/'>Jill Barshay, Evidence increases for reading on paper instead of screens, Hechinger Report (2019)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Wir leben in immer schnelleren Zeiten. Um hier nicht den Anschluss zu verlieren, müssen wir auch unsere Informationskanäle beschleunigen: Soziale Medien, Videos, Newsfeeds... Bücher sind da ein überflüssiger Anachronismus und haben im 21. Jahrhundert keinen Platz mehr.</p>
<p><em>Oder doch?</em></p>
<p>In dieser Episode provoziere ich wieder zum <a href='https://schatten.info/cv.html'>Widerspruch</a>.</p>
<p>Was sind Daten und was ist Information? Braucht man in einer (angeblich) schnellen Zeit wirklich schnellere Medien, oder ist die Krise in der wir stecken vielleicht eine Folge dieses Irrtums?</p>

<p>Information ist »irgendein Unterschied, der bei einem späteren Ereignis einen Unterschied macht«, Gregory Bateson (zitiert aus K. P. Liessmann, Theorie der Unbildung)</p>

<p>Was ist das Signal/Rausch-Verhältnis moderner Medien? Gibt es überhaupt News, und wenn ja, helfen uns diese weiter? Vermissen wir irgendetwas, oder ist fear of missing out schlicht eine Marketing-Strategie um uns Unsinn zu verkaufen und abhängig zu machen?</p>
<p>Welche Rolle spielt das Buch in dieser Gemengelage und in welcher Form sollten wir es lesen?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/002-was_wissen_wir/'>Episode 2: Was wissen wir?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/009-abstraktion-platos-idee-kommunismus-und-die-zukunft/'>Episode 9: Abstraktion: Platos Idee, Kommunismus und die Zukunft</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/016-%E2%80%93-innovation-und-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 16: Innovation und Fortschritt oder Stagnation?</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3bylSgv'>Konrad Paul Liessmann, Theorie der Unbildung, Piper (2008)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2Ufyba0'>Douglas Rushkoff, Team Human (2019)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3i7U1pH'>Sherry Turkle, Alone Together, Basic Books (2017)</a></li>
<li><a href='https://medium.com/thrive-global/how-technology-hijacks-peoples-minds-from-a-magician-and-google-s-design-ethicist-56d62ef5edf3'>Tristan Harris, How Technology is Hijacking Your Mind — from a Magician and Google Design Ethicist</a></li>
<li><a href='https://www.scientificamerican.com/article/reading-paper-screens/'>The Reading Brain in the Digital Age: The Science of Paper versus Screens, Scientific American (2013)</a></li>
<li><a href='https://natlib.govt.nz/blog/posts/reading-on-screen-vs-reading-in-print-whats-the-difference-for-learning'>Lisa Allcott, Reading on-screen vs reading in print: What's the difference for learning? (2019)</a></li>
<li><a href='https://hechingerreport.org/evidence-increases-for-reading-on-paper-instead-of-screens/'>Jill Barshay, Evidence increases for reading on paper instead of screens, Hechinger Report (2019)</a></li>
</ul>
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Oder doch?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>031 – Software in der modernen Gesellschaft – Gespräch mit Tom Konrad</title>
        <itunes:title>031 – Software in der modernen Gesellschaft – Gespräch mit Tom Konrad</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/031-software-tom-konrad/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/031-software-tom-konrad/#comments</comments>        <pubDate>Thu, 24 Sep 2020 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Vor fast 10 Jahren hat der Slogan des IT-Unternehmers und Gründers von Netscape Marc Andreessen »Software isst die Welt« (»Software is eating the world«) seine Kreise gezogen. Er hatte mit einem Recht: Software ist das digitale Nervensystem unserer modernen Gesellschaft geworden. Es gibt keine Lebensbereiche mehr – vom fließenden Wasser über die Versorgung mit Lebensmitteln, Mobilität, Kommunikation, Medizin bis zur Politik und Verwaltung – die nicht vollständig von Software abhängig geworden ist.</p>
<p>Die meisten traditionellen Unternehmen und Organisationen (auch Verwaltungen) haben diese fundamentale Erkenntnis noch nicht vollzogen: sie sind in den letzten Jahrzehnten (ob sie das wollen oder nicht) zu Software-Unternehmen geworden, mit allen positiven aber auch negativen Effekten. </p>
<p>Dabei haben wir als Management, als Entwickler, als Fachbereiche, als Nutzer, als Gesellschaft vergessen auf die Qualität und die Architektur dieser überlebenswichtigen Systeme zu achten. Software hat – ohne dass das den meisten Menschen bewusst wäre – vielfach bei weitem nicht die Qualität, die für die Rolle die sie spielt angemessen und notwendig wäre. Etwas direkter ausgedrückt: wir haben ein richtiges, tiefreichendes Problem.</p>
<p>In dieser Episode spreche ich mit Tom Konrad, einem Kollegen von mir und langjährigen Software- und Security-Experten über dieses Themenfeld. Er ist seit über zehn Jahren als Penetration-Tester und Software-Entwickler im Security-Team bei SBA Research tätig und ist Mitbegründer der sec4dev-Konferenz, einer Security-Konferenz speziell für Softwareentwickler.</p>
<p>Eine wichtig Anmerkung dabei: Dieses Gespräch richtet sich nicht in erster Linie an Techniker oder Software-Entwickler, sondern auch und besonders an nicht-Experten. An eine breitere Gesellschaft, Bürger, Management und Politik.</p>
<p>Wir sprechen über die Rolle von Software in unserer Gesellschaft, welche gravierenden Folgen mangelnde Qualität bereits heute hat und was für die Zukunft zu erwarten ist. </p>
<p>Was bedeutet dies für kritische Infrastruktur und wie kommt es, dass große Unternehmen nicht in der Lage sind etablierte (und offen gesagt langweilige) Standardsoftware einzuführen und diese Projekte häufig in große Probleme mit Millionen-Verlusten geraten?</p>
<p style="text-align:left;">Als Nutzer, der nicht hinter die Kulissen blicken kann, lassen wir uns zu häufig vom »Glanz an der Oberfläche« täuschen. Tatsächlich ist Software heute mehr eine Art von Archäologie, wo die Aquädukte der Römer noch ein Kern-Bestandteil der Wasserversorgung einer modernen Stadt sind (ohne, dass die meisten Bürger das wissen und ohne, dass wir in der Lage sind, diese noch zu warten).</p>
<p style="text-align:center;">
<a href='https://xkcd.com/2347/'>xkcd – Dependency</a></p>
<p>Wir haben die zahlreichen neuen Möglichkeiten (Programmiersprachen, Tools, Prozesse) leider nicht genutzt, um wichtige Software stabiler und besser zu machen, sondern um immer mehr Software auf fragwürdigem Niveau zu entwickeln.</p>
<p>Welche Rolle spielt dabei Komplexität verteilter Systeme? Wie steht es um Abhängigkeiten innerhalb und außerhalb von Unternehmen? 80% des Softwarecodes eines typischen Softwareprojektes sind externe Abhängigkeiten, die nicht im direkten Einflussgebiet der Entwickler liegen, aber integraler Teil der eigenen Software sind.</p>
<p>Zuletzt stellen wir die Frage: wie können wir diese fundamentale Infrastruktur auf ein Qualitätsniveau heben, das unbedingt für eine resiliente Gesellschaft notwendig ist? Wer hat welche Verantwortung? Was ist konkret die Verantwortung von Entwicklern? Vom Management? Von Gesellschaft und Politik? Wie verhält es sich mit kurzfristigen und langfristigen Anreizsystemen? Was ist die geopolitische Dimension und – in die Zukunft gedacht – für Europa?</p>
<p>Wir benötigen neue Narrative – organische Bilder. Software ist viel besser als Ökosystem begreiflich als als »technisches System des 19. Jahrhunderts« oder als »Projekt«.  Wir brauchen aber auch klare gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen und Gesetze.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Tom Konrad</p>
<ul><li><a href='https://www.sba-research.org/professional-services/'>SBA-Research / Professional Services</a></li>
<li><a href='https://www.sba-research.org/team/thomas-konrad/'>Tom @ SBA</a></li>
<li><a href='https://twitter.com/_thomaskonrad'>Tom auf Twitter</a></li>
<li><a href='https://sec4dev.io'>Sec4Dev Konferenz</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/030-technooptimismus-tim-pritlove/'>Episode 30: (Techno)Optimismus – ein Gespräch mit Tim Pritlove</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27: Wicked Problems</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/024-hangover-was_wir_vom_internet_erwartet_und_was_wir_bekommen_haben-peter_purgathofer/'>Episode 24: Hangover, Was wir vom Internet erwartet und was wir bekommen haben – Gespräch mit Peter Purgathofer</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/019-offene-systeme-teil-1/'>Episode 19</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/020-offene-systeme-teil-2-gesprach-mit-lukas-lang-und-christoph-derndorfer/'>Episode 20</a>: Offene Systeme </li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episode 10: Komplizierte Komplexität</a></li>
</ul>
<p>fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://a16z.com/2011/08/20/why-software-is-eating-the-world/'>Marc Andreessen, Software is eating the world</a></li>
<li>I Pencil (When ideas have sex)
<ul><li><a href='https://fee.org/resources/i-pencil/'>I, Pencil, Artikel</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=IYO3tOqDISE'>I, Pencil, YouTube Video</a></li>
<li><a href='https://www.ted.com/talks/matt_ridley_when_ideas_have_sex'>Matt Ridley, When ideas have sex, TED-Talk</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href='https://informationisbeautiful.net/visualizations/worlds-biggest-data-breaches-hacks/'>World biggest data breaches and hacks (website)</a></li>
<li><a href='https://www.heise.de/security/meldung/31C3-CCC-Tueftler-hackt-Merkels-Iris-und-von-der-Leyens-Fingerabdruck-2506929.html'>Fingerabdruck von Foto von Glas</a></li>
<li><a href='https://www.bsi.bund.de/DE/DasBSI/NIS-Richtlinie/NIS_Richtlinie_node.html'>BSI/NIS-Richtlinie</a></li>
<li><a href='https://t3n.de/news/500-millionen-euro-projekt-scheitert-lidl-blaest-sap-software-ab-1095673/'>Lidl 500Mio Projekt scheitert</a></li>
<li><a href='https://t3n.de/news/privacy-shield-gekippt-vielen-1300226/'>Nachfolge von Safe Harbour gekippt (Max Schrems)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Vor fast 10 Jahren hat der Slogan des IT-Unternehmers und Gründers von Netscape Marc Andreessen »Software isst die Welt« (»Software is eating the world«) seine Kreise gezogen. Er hatte mit einem Recht: Software ist das digitale Nervensystem unserer modernen Gesellschaft geworden. Es gibt keine Lebensbereiche mehr – vom fließenden Wasser über die Versorgung mit Lebensmitteln, Mobilität, Kommunikation, Medizin bis zur Politik und Verwaltung – die nicht vollständig von Software abhängig geworden ist.</p>
<p>Die meisten traditionellen Unternehmen und Organisationen (auch Verwaltungen) haben diese fundamentale Erkenntnis noch nicht vollzogen: sie sind in den letzten Jahrzehnten (ob sie das wollen oder nicht) zu Software-Unternehmen geworden, mit allen positiven aber auch negativen Effekten. </p>
<p>Dabei haben wir als Management, als Entwickler, als Fachbereiche, als Nutzer, als Gesellschaft vergessen auf die Qualität und die Architektur dieser überlebenswichtigen Systeme zu achten. Software hat – ohne dass das den meisten Menschen bewusst wäre – vielfach bei weitem nicht die Qualität, die für die Rolle die sie spielt angemessen und notwendig wäre. Etwas direkter ausgedrückt: wir haben ein richtiges, tiefreichendes Problem.</p>
<p>In dieser Episode spreche ich mit Tom Konrad, einem Kollegen von mir und langjährigen Software- und Security-Experten über dieses Themenfeld. Er ist seit über zehn Jahren als Penetration-Tester und Software-Entwickler im Security-Team bei SBA Research tätig und ist Mitbegründer der sec4dev-Konferenz, einer Security-Konferenz speziell für Softwareentwickler.</p>
<p>Eine wichtig Anmerkung dabei: Dieses Gespräch richtet sich nicht in erster Linie an Techniker oder Software-Entwickler, sondern auch und besonders an nicht-Experten. An eine breitere Gesellschaft, Bürger, Management und Politik.</p>
<p>Wir sprechen über die Rolle von Software in unserer Gesellschaft, welche gravierenden Folgen mangelnde Qualität bereits heute hat und was für die Zukunft zu erwarten ist. </p>
<p>Was bedeutet dies für kritische Infrastruktur und wie kommt es, dass große Unternehmen nicht in der Lage sind etablierte (und offen gesagt langweilige) Standardsoftware einzuführen und diese Projekte häufig in große Probleme mit Millionen-Verlusten geraten?</p>
<p style="text-align:left;">Als Nutzer, der nicht hinter die Kulissen blicken kann, lassen wir uns zu häufig vom »Glanz an der Oberfläche« täuschen. Tatsächlich ist Software heute mehr eine Art von Archäologie, wo die Aquädukte der Römer noch ein Kern-Bestandteil der Wasserversorgung einer modernen Stadt sind (ohne, dass die meisten Bürger das wissen und ohne, dass wir in der Lage sind, diese noch zu warten).</p>
<p style="text-align:center;"><br>
<a href='https://xkcd.com/2347/'>xkcd – Dependency</a></p>
<p>Wir haben die zahlreichen neuen Möglichkeiten (Programmiersprachen, Tools, Prozesse) leider nicht genutzt, um wichtige Software stabiler und besser zu machen, sondern um immer mehr Software auf fragwürdigem Niveau zu entwickeln.</p>
<p>Welche Rolle spielt dabei Komplexität verteilter Systeme? Wie steht es um Abhängigkeiten innerhalb und außerhalb von Unternehmen? 80% des Softwarecodes eines typischen Softwareprojektes sind externe Abhängigkeiten, die nicht im direkten Einflussgebiet der Entwickler liegen, aber integraler Teil der eigenen Software sind.</p>
<p>Zuletzt stellen wir die Frage: wie können wir diese fundamentale Infrastruktur auf ein Qualitätsniveau heben, das unbedingt für eine resiliente Gesellschaft notwendig ist? Wer hat welche Verantwortung? Was ist konkret die Verantwortung von Entwicklern? Vom Management? Von Gesellschaft und Politik? Wie verhält es sich mit kurzfristigen und langfristigen Anreizsystemen? Was ist die geopolitische Dimension und – in die Zukunft gedacht – für Europa?</p>
<p>Wir benötigen neue Narrative – organische Bilder. Software ist viel besser als Ökosystem begreiflich als als »technisches System des 19. Jahrhunderts« oder als »Projekt«.  Wir brauchen aber auch klare gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen und Gesetze.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Tom Konrad</p>
<ul><li><a href='https://www.sba-research.org/professional-services/'>SBA-Research / Professional Services</a></li>
<li><a href='https://www.sba-research.org/team/thomas-konrad/'>Tom @ SBA</a></li>
<li><a href='https://twitter.com/_thomaskonrad'>Tom auf Twitter</a></li>
<li><a href='https://sec4dev.io'>Sec4Dev Konferenz</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/030-technooptimismus-tim-pritlove/'>Episode 30: (Techno)Optimismus – ein Gespräch mit Tim Pritlove</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27: Wicked Problems</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/024-hangover-was_wir_vom_internet_erwartet_und_was_wir_bekommen_haben-peter_purgathofer/'>Episode 24: Hangover, Was wir vom Internet erwartet und was wir bekommen haben – Gespräch mit Peter Purgathofer</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/019-offene-systeme-teil-1/'>Episode 19</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/020-offene-systeme-teil-2-gesprach-mit-lukas-lang-und-christoph-derndorfer/'>Episode 20</a>: Offene Systeme </li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episode 10: Komplizierte Komplexität</a></li>
</ul>
<p>fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://a16z.com/2011/08/20/why-software-is-eating-the-world/'>Marc Andreessen, Software is eating the world</a></li>
<li>I Pencil (When ideas have sex)
<ul><li><a href='https://fee.org/resources/i-pencil/'>I, Pencil, Artikel</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=IYO3tOqDISE'>I, Pencil, YouTube Video</a></li>
<li><a href='https://www.ted.com/talks/matt_ridley_when_ideas_have_sex'>Matt Ridley, When ideas have sex, TED-Talk</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href='https://informationisbeautiful.net/visualizations/worlds-biggest-data-breaches-hacks/'>World biggest data breaches and hacks (website)</a></li>
<li><a href='https://www.heise.de/security/meldung/31C3-CCC-Tueftler-hackt-Merkels-Iris-und-von-der-Leyens-Fingerabdruck-2506929.html'>Fingerabdruck von Foto von Glas</a></li>
<li><a href='https://www.bsi.bund.de/DE/DasBSI/NIS-Richtlinie/NIS_Richtlinie_node.html'>BSI/NIS-Richtlinie</a></li>
<li><a href='https://t3n.de/news/500-millionen-euro-projekt-scheitert-lidl-blaest-sap-software-ab-1095673/'>Lidl 500Mio Projekt scheitert</a></li>
<li><a href='https://t3n.de/news/privacy-shield-gekippt-vielen-1300226/'>Nachfolge von Safe Harbour gekippt (Max Schrems)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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Dabei haben wir als Management, als Entwickler, als Fachbereiche, als Nutzer, als Gesellschaft vergessen auf die Qualität und die Architektur dieser überlebenswichtigen Systeme zu achten. Software hat – ohne dass das den meisten Menschen bewusst wäre – vielfach bei weitem nicht die Qualität, die für die Rolle die sie spielt angemessen und notwendig wäre. Etwas direkter ausgedrückt: wir haben ein richtiges, tiefreichendes Problem.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>030 – (Techno-)Optimismus – ein Gespräch mit Tim Pritlove</title>
        <itunes:title>030 – (Techno-)Optimismus – ein Gespräch mit Tim Pritlove</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/030-technooptimismus-tim-pritlove/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/030-technooptimismus-tim-pritlove/#comments</comments>        <pubDate>Thu, 03 Sep 2020 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Wie optimistisch können wir in die Zukunft blicken und welche Rolle spielt dabei Technologie?</p>

<p>»Ohne Optimismus kann man auch gleich im Bett bleiben«</p>

<p>In dieser Episode spreche ich mit Tim Pritlove. Tim ist »Nerd« der frühen Stunde und seit den 1980er Jahren im Hacker-Umfeld (auch des Chaos Computer Clubs) »sozialisiert« worden. So war er auch über viele Jahre in der Organisation des Chaos Communication Kongresses tätig.</p>
<p>Seine Interessen sind aber deutlich vielseitiger. So hat er sich mit dem Projekt Blinkenlights einen Namen als Medienkünstler gemacht und gilt heute als einer der führenden deutschen Podcaster. Dabei beschränkt er sich nicht auf Themen im Umfeld von Computern und Technik, sondern betreibt Podcasts um wissenschaftliche Themen für einer breiteren Zuhörerschaft verständlich zu machen, im Bereich von (Netz)Politik aber auch Unterhaltung im weiteren Sinne.</p>
<p>In dieser Episode unterhalten wir uns über Füchse und Igel (nach Phil Tetlock), das heißt wir stellen die Frage, welche Rolle Generalisten und Spezialisten in unserer Gesellschaft im allgemeinen haben, und wie »Nerds« hier einzuordnen sind. </p>
<p>Wie werden Entscheidungen getroffen? Welche Herausforderungen muss die Demokratie meistern um nicht in eine Expertokratie oder in Populismus abzugleiten?</p>
<p>Welche Rolle spielt dabei Kommunikationstechnologie? Sind die Erwartungen seit jeher überzogen oder gibt es keine gemeinsame Zukunft ohne globale Kommunikationsmittel? Wie wird Demokratie durch die neuen Möglichkeiten verändert (z.B. Liquid Feedback, Wahlmaschinen) und was sollte man überhaupt ändern? Wie geht man mit Extremisten, mit Trollen um, wo endet Meinungsfreiheit?</p>

<p>»Unser inhaltlicher Umgang mit Wahnsinn gehört überarbeitet.«</p>

<p>Wie sind die Ideen der »Nerds« und Autodidakten der 1980er und 1990er Jahre heute zu bewerten? Skalieren die oftmals idealistischen Ideen der damaligen Zeit? Von welchen Fehleinschätzungen sollten wir für die Zukunft lernen?</p>
<p>Wie gehen wir mit den techno-sozialen »Wellenbewegungen« um? Vom Compuserve und AOL der 1990er Jahre über das »freie Internet« zurück zum Compuserve des 21. Jahrhunderts mit dem Namen Facebook? Wie sieht die nächste Welle aus?</p>
<p>Welche Rolle spielt Geschwindigkeit oder Langsamkeit – In der Adoption von Technik, in gesellschaftlichen Phänomenen und demokratischen Prozessen?</p>

<p>»In einem gesellschaftlichen System brauchst du genug Zeit um die Leute mitzunehmen […] Geschwindigkeit, schnelle Entscheidung ist per se keine Qualität«</p>

<p>Hat Europa den Anschluss bei strategischen Technologien verloren? Entscheiden wir in Europa überhaupt noch selbst, oder müssen wir zur Kenntnis nehmen, was in anderen Teilen der Welt definiert wird?</p>
<p>Wie verändert sich Kommunikation? Sind Menschen wirklich nur an Soundbites interessiert – wie von Legacy-Medien immer behauptet wurde, warum ist dann gerade heute das Interesse an Langformen auf YouTube oder auch bei Podcasts so beliebt? Ändert sich die Kommunikation in einer Krise?</p>

<p>»In Momenten der real erlebten Krise sind die allermeisten Leute in der Lage sich zusammenzuraufen-es kann dann schon sehr schnell gehen.«</p>

<p>Solutionism: verlieren wir uns in technischen Visionen (wie dem E-Auto, Kolonialisierung des Weltraums, Singularitätsphantasien) anstatt die klügsten Menschen an den größten Probleme der Zeit arbeiten zu lassen?</p>

<p>»Über kurz der lang wird es das Internet gebraucht haben« »Ich kann mir keinen Planeten Erde vorstellen […], der kein globales Kommunikationssystem hat. Aber wir sind noch lange nicht da.«, alle Zitate von Tim Pritlove</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Tim Pritlove</p>
<ul><li><a href='https://twitter.com/timpritlove'>Tim auf Twitter</a></li>
<li><a href='https://twitter.com/metaebene'>Metaebene auf Twitter</a></li>
<li><a href='https://www.ccc.de/en/home'>Chaos Computer Club</a></li>
<li>Chaos Communication Congress (<a href='https://events.ccc.de'>Event Blog</a>, <a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Chaos_Communication_Congress'>Wikipedia</a>)</li>
<li>Projekt <a href='http://blinkenlights.net'>Blinkenlights</a> (<a href='https://en.wikipedia.org/wiki/Project_Blinkenlights'>Wikipedia</a>)</li>
<li><a href='https://metaebene.me'>Metaebene</a> – Das »Dach« des Podcast-Imperiums</li>
<li>Podcasts (eine Auswahl)
<ul><li><a href='https://cre.fm'>CRE: Technik, Kultur, Gesellschaft</a></li>
<li><a href='https://freakshow.fm'>Freakshow</a></li>
<li><a href='https://forschergeist.de'>Forschergeist</a></li>
<li><a href='https://raumzeit-podcast.de'>Raumzeit</a></li>
<li><a href='https://logbuch-netzpolitik.de'>Logbuch:Netzpolitik</a></li>
<li><a href='https://ukw.fm'>UKW – Unsere kleine Welt</a></li>
<li>(<a href='https://not-safe-for-work.de'>Not Safe For Work</a>)</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/026-was_kann_politik_leisten-christoph_chorherr/'>Episode 26: Was kann Politik (noch) leisten? Ein Gespräch mit Christoph Chorherr</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/024-hangover-was_wir_vom_internet_erwartet_und_was_wir_bekommen_haben-peter_purgathofer/'>Episode 24: Hangover: Was wir vom Internet erwartet und was wir bekommen haben – Gespräch mit Peter Purgathofer</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/019-offene-systeme-teil-1/'>Episode 19</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/020-offene-systeme-teil-2-gesprach-mit-lukas-lang-und-christoph-derndorfer/'>Episode 20</a> zu Offenen Systemen, hier gibt es ebenfalls zahlreiche Ergänzungen zu den mit Tim diskutierten Themen</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/015-%E2%80%93-innovation-oder-fortschritt/'>Episode 15</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/016-%E2%80%93-innovation-und-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 16</a>: was hat es mit Innovation und Fortschritt auf sich?</li>
<li>Episode 31: Die Rolle von komplexen Software-Systemen in unserer Gesellschaft, Gespräch mit Thomas Konrad</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3dUoQeP'>Philip Tetlock, Superforecasting. The Art and Science of Prediction, Cornerstone (2015)</a></li>
<li><a href='https://liquidfeedback.org'>Liquid Feedback (Software)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/343UWU3'>Evgeny Morozov: To save everything, click here, Penguin (2014)</a></li>
<li><a href='https://www.nzz.ch/meinung/leben-mit-dem-virus-viel-vergnuegen-ld.1566031'>Konrad Paul Liessmann, Leben mit dem Virus</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Wie optimistisch können wir in die Zukunft blicken und welche Rolle spielt dabei Technologie?</p>

<p>»Ohne Optimismus kann man auch gleich im Bett bleiben«</p>

<p>In dieser Episode spreche ich mit Tim Pritlove. Tim ist »Nerd« der frühen Stunde und seit den 1980er Jahren im Hacker-Umfeld (auch des Chaos Computer Clubs) »sozialisiert« worden. So war er auch über viele Jahre in der Organisation des Chaos Communication Kongresses tätig.</p>
<p>Seine Interessen sind aber deutlich vielseitiger. So hat er sich mit dem Projekt Blinkenlights einen Namen als Medienkünstler gemacht und gilt heute als einer der führenden deutschen Podcaster. Dabei beschränkt er sich nicht auf Themen im Umfeld von Computern und Technik, sondern betreibt Podcasts um wissenschaftliche Themen für einer breiteren Zuhörerschaft verständlich zu machen, im Bereich von (Netz)Politik aber auch Unterhaltung im weiteren Sinne.</p>
<p>In dieser Episode unterhalten wir uns über Füchse und Igel (nach Phil Tetlock), das heißt wir stellen die Frage, welche Rolle Generalisten und Spezialisten in unserer Gesellschaft im allgemeinen haben, und wie »Nerds« hier einzuordnen sind. </p>
<p>Wie werden Entscheidungen getroffen? Welche Herausforderungen muss die Demokratie meistern um nicht in eine Expertokratie oder in Populismus abzugleiten?</p>
<p>Welche Rolle spielt dabei Kommunikationstechnologie? Sind die Erwartungen seit jeher überzogen oder gibt es keine gemeinsame Zukunft ohne globale Kommunikationsmittel? Wie wird Demokratie durch die neuen Möglichkeiten verändert (z.B. Liquid Feedback, Wahlmaschinen) und was sollte man überhaupt ändern? Wie geht man mit Extremisten, mit Trollen um, wo endet Meinungsfreiheit?</p>

<p>»Unser inhaltlicher Umgang mit Wahnsinn gehört überarbeitet.«</p>

<p>Wie sind die Ideen der »Nerds« und Autodidakten der 1980er und 1990er Jahre heute zu bewerten? Skalieren die oftmals idealistischen Ideen der damaligen Zeit? Von welchen Fehleinschätzungen sollten wir für die Zukunft lernen?</p>
<p>Wie gehen wir mit den techno-sozialen »Wellenbewegungen« um? Vom Compuserve und AOL der 1990er Jahre über das »freie Internet« zurück zum Compuserve des 21. Jahrhunderts mit dem Namen Facebook? Wie sieht die nächste Welle aus?</p>
<p>Welche Rolle spielt Geschwindigkeit oder Langsamkeit – In der Adoption von Technik, in gesellschaftlichen Phänomenen und demokratischen Prozessen?</p>

<p>»In einem gesellschaftlichen System brauchst du genug Zeit um die Leute mitzunehmen […] Geschwindigkeit, schnelle Entscheidung ist per se keine Qualität«</p>

<p>Hat Europa den Anschluss bei strategischen Technologien verloren? Entscheiden wir in Europa überhaupt noch selbst, oder müssen wir zur Kenntnis nehmen, was in anderen Teilen der Welt definiert wird?</p>
<p>Wie verändert sich Kommunikation? Sind Menschen wirklich nur an Soundbites interessiert – wie von Legacy-Medien immer behauptet wurde, warum ist dann gerade heute das Interesse an Langformen auf YouTube oder auch bei Podcasts so beliebt? Ändert sich die Kommunikation in einer Krise?</p>

<p>»In Momenten der real erlebten Krise sind die allermeisten Leute in der Lage sich zusammenzuraufen-es kann dann schon sehr schnell gehen.«</p>

<p>Solutionism: verlieren wir uns in technischen Visionen (wie dem E-Auto, Kolonialisierung des Weltraums, Singularitätsphantasien) anstatt die klügsten Menschen an den größten Probleme der Zeit arbeiten zu lassen?</p>

<p>»Über kurz der lang wird es das Internet gebraucht haben« »Ich kann mir keinen Planeten Erde vorstellen […], der kein globales Kommunikationssystem hat. Aber wir sind noch lange nicht da.«, alle Zitate von Tim Pritlove</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Tim Pritlove</p>
<ul><li><a href='https://twitter.com/timpritlove'>Tim auf Twitter</a></li>
<li><a href='https://twitter.com/metaebene'>Metaebene auf Twitter</a></li>
<li><a href='https://www.ccc.de/en/home'>Chaos Computer Club</a></li>
<li>Chaos Communication Congress (<a href='https://events.ccc.de'>Event Blog</a>, <a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Chaos_Communication_Congress'>Wikipedia</a>)</li>
<li>Projekt <a href='http://blinkenlights.net'>Blinkenlights</a> (<a href='https://en.wikipedia.org/wiki/Project_Blinkenlights'>Wikipedia</a>)</li>
<li><a href='https://metaebene.me'>Metaebene</a> – Das »Dach« des Podcast-Imperiums</li>
<li>Podcasts (eine Auswahl)
<ul><li><a href='https://cre.fm'>CRE: Technik, Kultur, Gesellschaft</a></li>
<li><a href='https://freakshow.fm'>Freakshow</a></li>
<li><a href='https://forschergeist.de'>Forschergeist</a></li>
<li><a href='https://raumzeit-podcast.de'>Raumzeit</a></li>
<li><a href='https://logbuch-netzpolitik.de'>Logbuch:Netzpolitik</a></li>
<li><a href='https://ukw.fm'>UKW – Unsere kleine Welt</a></li>
<li><em>(<a href='https://not-safe-for-work.de'>Not Safe For Work</a>)</em></li>
</ul>
</li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/026-was_kann_politik_leisten-christoph_chorherr/'>Episode 26: Was kann Politik (noch) leisten? Ein Gespräch mit Christoph Chorherr</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/024-hangover-was_wir_vom_internet_erwartet_und_was_wir_bekommen_haben-peter_purgathofer/'>Episode 24: Hangover: Was wir vom Internet erwartet und was wir bekommen haben – Gespräch mit Peter Purgathofer</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/019-offene-systeme-teil-1/'>Episode 19</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/020-offene-systeme-teil-2-gesprach-mit-lukas-lang-und-christoph-derndorfer/'>Episode 20</a> zu Offenen Systemen, hier gibt es ebenfalls zahlreiche Ergänzungen zu den mit Tim diskutierten Themen</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/015-%E2%80%93-innovation-oder-fortschritt/'>Episode 15</a> und <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/016-%E2%80%93-innovation-und-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 16</a>: was hat es mit Innovation und Fortschritt auf sich?</li>
<li>Episode 31: Die Rolle von komplexen Software-Systemen in unserer Gesellschaft, Gespräch mit Thomas Konrad</li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3dUoQeP'>Philip Tetlock, Superforecasting. The Art and Science of Prediction, Cornerstone (2015)</a></li>
<li><a href='https://liquidfeedback.org'>Liquid Feedback (Software)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/343UWU3'>Evgeny Morozov: To save everything, click here, Penguin (2014)</a></li>
<li><a href='https://www.nzz.ch/meinung/leben-mit-dem-virus-viel-vergnuegen-ld.1566031'>Konrad Paul Liessmann, Leben mit dem Virus</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Wie optimistisch können wir in die Zukunft blicken und welche Rolle spielt dabei Technologie?

In dieser Episode spreche ich mit Tim Pritlove. Tim ist »Nerd« der frühen Stunde und seit den 1980er Jahren im Hacker-Umfeld (auch des Chaos Computer Clubs) »sozialisiert« worden. So war er auch über viele Jahre in der Organisation des Chaos Communication Kongresses tätig und gilt heute als einer der führenden deutschen Podcaster.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:block>No</itunes:block>
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        <itunes:episode>30</itunes:episode>
        <itunes:episodeType>full</itunes:episodeType>
            </item>
    <item>
        <title>029 – Fakten oder Geschichten? Wie gestalten wir die Zukunft?</title>
        <itunes:title>029 – Fakten oder Geschichten? Wie gestalten wir die Zukunft?</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/029-push_oder_pull/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/029-push_oder_pull/#comments</comments>        <pubDate>Fri, 21 Aug 2020 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Eine Episode die zum Nachdenken anregen soll, und die Motivation dieses Podcasts reflektiert: </p>

<p>»Fakten sind wichtig aber nicht entscheidend.«</p>

<p>Werden wir geschoben – von der Vergangenheit, den Problemen, den bestehenden Narrativen, oder agieren wir, denken wir aktiv über die Zukunft nach – ziehen wir uns also in Richtung Zukunft?</p>
<p>Übernehmen wir die Verantwortung über unser Leben und die Zukunft der Gesellschaft oder verlieren wir uns in Zynismus – das Handeln ist alternativlos...?</p>

<p>»Menschen sind die Produkte der Geschichten, die sie über sich selbst erzählen, die ihre Gemeinschaft über sich erzählt. Fakten spielen dabei höchstens eine untergeordnete Rolle.«, Philip Blom</p>

<p>Welche Rolle spielen dabei Narrative, Fakten, Wissenschaft,  Geschichten?</p>

<p>»Those who tell the stories run the world.«, George Mobiot</p>

<p>Was bedeutet das? Wie kommen wir zu Entscheidungen? Wie verändern wir die Welt?</p>

<p>»Bewegungen, welche die Welt zu verändern suchen, beginnen oft damit, dass sie die Geschichte umschreiben und die Menschen damit in die Lage versetzen, sich die Zukunft neu auszumalen.«, Yuval Noah Harari</p>

<p><a href='https://www.schatten.info/cv.html'>Schreiben Sie mir Ihre Meinung!</a></p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/012-wie-wir-die-zukunft-entdeckt-und-wieder-verloren-haben/'>Episode 12: Wie wir die Zukunft entdeckt und wieder verloren haben</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25: Entscheiden unter Unsicherheit</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27: Wicked Problems</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28: Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.nzz.ch/meinung/leben-mit-dem-virus-viel-vergnuegen-ld.1566031'>Konrad Paul Liessmann, Leben mit dem Virus</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3gyG9ns'>Philip Blom, Was auf dem Spiel steht, Hanser (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2DeOjCY'>George Mobiot, Out of the Wreckage, Verso (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3gwqsNg'>Yuval Noah Harari, Homo Deus, Eine Geschichte von Morgen, C. H. Beck (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2DLLcmL'>Evgeny Morozov, To Save Everything, Click Here, Penguin (2014)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/31lYJc7'>Julia Shaw, Das trügerische Gedächtnis, Heyne (2018)</a></li>
<li><a href='http://www.andreaschuhmacher.de/htm/print/wissenschaft_06.html'>Andrea Schuhmacher, Das betrogene Ich, Die Zeit 13. Oktober 2009</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Eine Episode die zum Nachdenken anregen soll, und die Motivation dieses Podcasts reflektiert: </p>

<p>»Fakten sind wichtig aber nicht entscheidend.«</p>

<p>Werden wir geschoben – von der Vergangenheit, den Problemen, den bestehenden Narrativen, oder agieren wir, denken wir aktiv über die Zukunft nach – ziehen wir uns also in Richtung Zukunft?</p>
<p>Übernehmen wir die Verantwortung über unser Leben und die Zukunft der Gesellschaft oder verlieren wir uns in Zynismus – <em>das Handeln ist alternativlos...?</em></p>

<p>»Menschen sind die Produkte der Geschichten, die sie über sich selbst erzählen, die ihre Gemeinschaft über sich erzählt. Fakten spielen dabei höchstens eine untergeordnete Rolle.«, Philip Blom</p>

<p>Welche Rolle spielen dabei Narrative, Fakten, Wissenschaft,  Geschichten?</p>

<p>»Those who tell the stories run the world.«, George Mobiot</p>

<p>Was bedeutet das? Wie kommen wir zu Entscheidungen? Wie verändern wir die Welt?</p>

<p>»Bewegungen, welche die Welt zu verändern suchen, beginnen oft damit, dass sie die Geschichte umschreiben und die Menschen damit in die Lage versetzen, sich die Zukunft neu auszumalen.«, Yuval Noah Harari</p>

<p><a href='https://www.schatten.info/cv.html'>Schreiben Sie mir Ihre Meinung!</a></p>
<p>Referenzen</p>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/012-wie-wir-die-zukunft-entdeckt-und-wieder-verloren-haben/'>Episode 12: Wie wir die Zukunft entdeckt und wieder verloren haben</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25: Entscheiden unter Unsicherheit</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27: Wicked Problems</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/'>Episode 28: Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.nzz.ch/meinung/leben-mit-dem-virus-viel-vergnuegen-ld.1566031'>Konrad Paul Liessmann, Leben mit dem Virus</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3gyG9ns'>Philip Blom, Was auf dem Spiel steht, Hanser (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2DeOjCY'>George Mobiot, Out of the Wreckage, Verso (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3gwqsNg'>Yuval Noah Harari, Homo Deus, Eine Geschichte von Morgen, C. H. Beck (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2DLLcmL'>Evgeny Morozov, To Save Everything, Click Here, Penguin (2014)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/31lYJc7'>Julia Shaw, Das trügerische Gedächtnis, Heyne (2018)</a></li>
<li><a href='http://www.andreaschuhmacher.de/htm/print/wissenschaft_06.html'>Andrea Schuhmacher, Das betrogene Ich, Die Zeit 13. Oktober 2009</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary>Eine Episode die zum Nachdenken anregen soll, und die Motivation dieses Podcasts reflektiert: 

»Fakten sind wichtig aber nicht entscheidend.«

Werden wir geschoben – von der Vergangenheit, den Problemen, den bestehenden Narrativen, oder agieren wir, denken wir aktiv über die Zukunft nach – ziehen wir uns also in Richtung Zukunft?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>028 – Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!</title>
        <itunes:title>028 – Jochen Hörisch: Für eine (denk)anstössige Universität!</itunes:title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/028-jochen_hoerisch_denkanstoessige_universitaet/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 03 Aug 2020 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Ich freue mich in dieser Episode wieder einen sehr interessanten Gast begrüßen zu dürfen, Prof. Jochen Hörisch.</p>
<p>Jochen Hörisch, geboren 1951, studierte Germanistik, Philosophie und Geschichte. Ab 1988 war er Ordinarius für neuere Germanistik und Medienanalyse an der Universität Mannheim. Er bekleidete zahlreiche Gastprofessuren an anderen Universitäten in Europa sowie den Vereinigten Staaten. Er ist mittlerweile emeritiert und hat sich dankenswerterweise zu einem online Gespräch mit mir bereiterklärt.</p>
<p>In früheren Episoden, wie #16 und #18 habe ich mich schon kritisch mit dem aktuellen Zustand von Forschung und Universität auseinandergesetzt. So manche Innovation die heute bejubelt wird, scheint mehr Theaterdonner als tatsächlicher Fortschritt zu sein.</p>
<p>In Episode 11 habe ich die Frage gestellt, wie man mit schwierigen ethischen Fragen umgehen sollte, auch mit solchen, die sich aus der Technik und Wissenschaft heraus ergeben, innerhalb dieser aber nicht entschieden werden können oder sollten. In Episode 27 stelle ich Wicked Problems zur Diskussion und die Rolle, die Generalisten für die Lösung der wesentlichen Probleme unserer Zeit spielen (werden).</p>
<p>Daraus ergeben sich zwei wesentliche thematische Aspekte, mit denen wir uns in dieser Episode auseinandersetzen werden:</p>
<p>(1) Die Rolle der Universität für unseren Lebensstandard, Kultur und Zukunft und damit verbunden: der Zustand der heutigen Universität in Deutschland und Österreich</p>
<p>(2) Wir neigen dazu, wichtige Fragen der Zeit, die die Gesellschaft in einem breiteren Sinne betreffen, sehr stark aus einem technisch/naturwissenschaftlichen oder ökonomischen Blickwinkel zu betrachten, mit allen daraus folgenden Problemen. Naturwissenschaft und Technik erzeugt (fast immer) geisteswissenschaftliche oder kulturwissenschaftliche Probleme und Fragen.</p>
<p>So sprechen wir unter anderem über die Frage, wie die heutige Universität historisch zu verorten ist, über die platonische Akademie, die Häuser der Weisheit sowie die Humboldtsche Bildungsreform. »Abweichler und Häretiker« haben dabei immer eine wichtige Rolle gespielt und einen Platz bekommen.</p>
<p>Heute aber ist an den Universitäten die Bologna-Professionalität eingezogen, es wird gemessen, gemanaged – die Leidenschaft ist dahin? Wir haben wohl auch bei einem Etikettenschwindel mitgemacht. Was internationalisiert werden sollte wurde bürokritisiert und verschult. Wo freies Denken möglich sein sollte herrscht das Geld, oder Geld-artige Anreizsysteme.</p>
<p>Wo Prozess-Steuerung und Performance-Indikatoren Einzug halten geht da nicht nur die Leidenschaft sondern auch die Qualität des Werkes verloren?</p>
<p>Wir stellen uns weiters die Frage, ob originelle Charaktere, Intellektuelle (»Abweichler«) noch eine Chance auf eine Uni-Karriere in Zeiten stromlinienförmiger Institute und Manager haben?</p>
<p>Was ist die Rolle von Generalisten heute und für die Zukunft?</p>
<p>Auch die Kultur- und Geisteswissenschaften müssen sich die Frage gefallen lassen, ob sie ihre (wichtige) Rolle in der Verortung des (technisch/naturwissenschaftlich/ökonomischen) Wissens hinreichend Ernst nehmen, in Diskurs mit der Öffentlichkeit gehen, ob sie Narrative, die unsere Gesellschaft treiben hinterfragen und kritisieren.</p>
<p>Nicht zuletzt beschreibt Prof. Hörisch die Rolle der Philosophie aber auch verschiedener vermeintlicher Orchideenfächer. Er betont die Rolle bekennender Dilettanten und philosophischer Narren.</p>
<p>Wir sollten wieder für eine Alma Mater Libido, für eine libidinöse Universität kämpfen, die sich nicht scheut anstössig zu sein, die nackte Wahrheit freilegen möchte.</p>

<p>"Wissenschaft ist obszön, sie stellt das auf die Bühne, was andere zunächst nicht sehen wollen"</p>
<p>"Ohne Tabubrechen ist die Universität nicht zu haben“</p>

<p>Arbeiten wir also gemeinsam an einer libidinösen und denkanstössigen Universität der Zukunft!</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Prof. Jochen Hörisch</p>
<ul><li><a href='https://www.phil.uni-mannheim.de/neuere-deutsche-literaturwissenschaft-sp/lehrstuhl/prof-dr-jochen-hoerisch/'>Prof. Hörisch / Uni Mannheim</a></li>
<li><a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Jochen_H%C3%B6risch'>Prof. Hörisch – Wikipedia</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/011-ethik-oder-warum-wir-wissenschaft-nicht-den-wissenschaftern-uberlassen-sollten/'>Episode 11: Ethik, oder: Warum wir Wissenschaft nicht den Wissenschaftern überlassen sollten!</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/016-%E2%80%93-innovation-und-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 16: Innovation und Fortschritt oder Stagnation?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/018-%E2%80%93-gesprach-mit-andreas-windisch-physik-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 18: Gespräch mit Andreas Windisch: Physik, Fortschritt oder Stagnation</a></li>
<li>Episode 27: Wicked Problems</li>
</ul>
<p>Fachliche Resourcen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3gwoNY2'>Jochen Hörisch, Die ungeliebte Universität – Rettet die Alma Mater, Hanser (2006)</a></li>
<li><a href='https://www.metropolis-verlag.de/Das-Geld-der-Wissenschaft/13222/book.do'>Jochen Hörisch, Das Geld der Wissenschaft (2016)</a></li>
<li><a href='https://www.derstandard.at/story/1562602/dienst-ohne-vorschrift'>Konrad Paul Liessmann, Kant, Dienst ohne Vorschrift (2004)</a></li>
<li><a href='https://misik.at/2006/09/werden_wir_immer_dummer_herr_liessmann/'>Konrad Paul Liessmann im Interview mit Robert Misik</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3gyG9ns'>Philipp Blom, Was auf dem Spiel steht, Hanser (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2DeOjCY'>George Monbiot, Out of the Wreckage, Verso (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2ZFEDJb'>Zymunt Bauman, Retrotopia, Suhrkamp (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3gwqsNg'>Noah Yuval Harari, Homo Deus, Eine Geschichte von Morgen, C. H. Beck (2018)</a></li>
<li><a href='https://ia800407.us.archive.org/6/items/WhatIsLife-EdwardSchrodinger/whatislife-schrodinger.pdf'>Erwin Schrödinger, What is Life? (1944)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/31O5Snr'>Michel Serres, Was genau war früher besser?, Suhrkamp (2019)</a> </li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Ich freue mich in dieser Episode wieder einen sehr interessanten Gast begrüßen zu dürfen, Prof. Jochen Hörisch.</p>
<p>Jochen Hörisch, geboren 1951, studierte Germanistik, Philosophie und Geschichte. Ab 1988 war er Ordinarius für neuere Germanistik und Medienanalyse an der Universität Mannheim. Er bekleidete zahlreiche Gastprofessuren an anderen Universitäten in Europa sowie den Vereinigten Staaten. Er ist mittlerweile emeritiert und hat sich dankenswerterweise zu einem online Gespräch mit mir bereiterklärt.</p>
<p>In früheren Episoden, wie #16 und #18 habe ich mich schon kritisch mit dem aktuellen Zustand von Forschung und Universität auseinandergesetzt. So manche Innovation die heute bejubelt wird, scheint mehr Theaterdonner als tatsächlicher Fortschritt zu sein.</p>
<p>In Episode 11 habe ich die Frage gestellt, wie man mit schwierigen ethischen Fragen umgehen sollte, auch mit solchen, die sich aus der Technik und Wissenschaft heraus ergeben, innerhalb dieser aber nicht entschieden werden können oder sollten. In Episode 27 stelle ich Wicked Problems zur Diskussion und die Rolle, die Generalisten für die Lösung der wesentlichen Probleme unserer Zeit spielen (werden).</p>
<p>Daraus ergeben sich zwei wesentliche thematische Aspekte, mit denen wir uns in dieser Episode auseinandersetzen werden:</p>
<p>(1) Die Rolle der Universität für unseren Lebensstandard, Kultur und Zukunft und damit verbunden: der Zustand der heutigen Universität in Deutschland und Österreich</p>
<p>(2) Wir neigen dazu, wichtige Fragen der Zeit, die die Gesellschaft in einem breiteren Sinne betreffen, sehr stark aus einem technisch/naturwissenschaftlichen oder ökonomischen Blickwinkel zu betrachten, mit allen daraus folgenden Problemen. Naturwissenschaft und Technik erzeugt (fast immer) geisteswissenschaftliche oder kulturwissenschaftliche Probleme und Fragen.</p>
<p>So sprechen wir unter anderem über die Frage, wie die heutige Universität historisch zu verorten ist, über die platonische Akademie, die Häuser der Weisheit sowie die Humboldtsche Bildungsreform. »Abweichler und Häretiker« haben dabei immer eine wichtige Rolle gespielt und einen Platz bekommen.</p>
<p>Heute aber ist an den Universitäten die Bologna-Professionalität eingezogen, es wird gemessen, gemanaged – die Leidenschaft ist dahin? Wir haben wohl auch bei einem Etikettenschwindel mitgemacht. Was <em>internationalisiert</em> werden sollte wurde bürokritisiert und verschult. Wo freies Denken möglich sein sollte herrscht das Geld, oder Geld-artige Anreizsysteme.</p>
<p>Wo Prozess-Steuerung und Performance-Indikatoren Einzug halten geht da nicht nur die Leidenschaft sondern auch die Qualität des Werkes verloren?</p>
<p>Wir stellen uns weiters die Frage, ob originelle Charaktere, Intellektuelle (»Abweichler«) noch eine Chance auf eine Uni-Karriere in Zeiten stromlinienförmiger Institute und Manager haben?</p>
<p>Was ist die Rolle von Generalisten heute und für die Zukunft?</p>
<p>Auch die Kultur- und Geisteswissenschaften müssen sich die Frage gefallen lassen, ob sie ihre (wichtige) Rolle in der Verortung des (technisch/naturwissenschaftlich/ökonomischen) Wissens hinreichend Ernst nehmen, in Diskurs mit der Öffentlichkeit gehen, ob sie Narrative, die unsere Gesellschaft treiben hinterfragen und kritisieren.</p>
<p>Nicht zuletzt beschreibt Prof. Hörisch die Rolle der Philosophie aber auch verschiedener vermeintlicher Orchideenfächer. Er betont die Rolle <em>bekennender Dilettanten</em> und <em>philosophischer Narren</em>.</p>
<p>Wir sollten wieder für eine Alma Mater Libido, für eine libidinöse Universität kämpfen, die sich nicht scheut anstössig zu sein, die nackte Wahrheit freilegen möchte.</p>

<p>"Wissenschaft ist obszön, sie stellt das auf die Bühne, was andere zunächst nicht sehen wollen"</p>
<p>"Ohne Tabubrechen ist die Universität nicht zu haben“</p>

<p><em>Arbeiten wir also gemeinsam an einer libidinösen und denkanstössigen Universität der Zukunft!</em></p>
<p>Referenzen</p>
<p>Prof. Jochen Hörisch</p>
<ul><li><a href='https://www.phil.uni-mannheim.de/neuere-deutsche-literaturwissenschaft-sp/lehrstuhl/prof-dr-jochen-hoerisch/'>Prof. Hörisch / Uni Mannheim</a></li>
<li><a href='https://de.wikipedia.org/wiki/Jochen_H%C3%B6risch'>Prof. Hörisch – Wikipedia</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/011-ethik-oder-warum-wir-wissenschaft-nicht-den-wissenschaftern-uberlassen-sollten/'>Episode 11: Ethik, oder: Warum wir Wissenschaft nicht den Wissenschaftern überlassen sollten!</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/016-%E2%80%93-innovation-und-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 16: Innovation und Fortschritt oder Stagnation?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/018-%E2%80%93-gesprach-mit-andreas-windisch-physik-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 18: Gespräch mit Andreas Windisch: Physik, Fortschritt oder Stagnation</a></li>
<li>Episode 27: Wicked Problems</li>
</ul>
<p>Fachliche Resourcen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3gwoNY2'>Jochen Hörisch, Die ungeliebte Universität – Rettet die Alma Mater, Hanser (2006)</a></li>
<li><a href='https://www.metropolis-verlag.de/Das-Geld-der-Wissenschaft/13222/book.do'>Jochen Hörisch, Das Geld der Wissenschaft (2016)</a></li>
<li><a href='https://www.derstandard.at/story/1562602/dienst-ohne-vorschrift'>Konrad Paul Liessmann, Kant, Dienst ohne Vorschrift (2004)</a></li>
<li><a href='https://misik.at/2006/09/werden_wir_immer_dummer_herr_liessmann/'>Konrad Paul Liessmann im Interview mit Robert Misik</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3gyG9ns'>Philipp Blom, Was auf dem Spiel steht, Hanser (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2DeOjCY'>George Monbiot, Out of the Wreckage, Verso (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2ZFEDJb'>Zymunt Bauman, Retrotopia, Suhrkamp (2017)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3gwqsNg'>Noah Yuval Harari, Homo Deus, Eine Geschichte von Morgen, C. H. Beck (2018)</a></li>
<li><a href='https://ia800407.us.archive.org/6/items/WhatIsLife-EdwardSchrodinger/whatislife-schrodinger.pdf'>Erwin Schrödinger, What is Life? (1944)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/31O5Snr'>Michel Serres, Was genau war früher besser?, Suhrkamp (2019)</a> </li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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    <item>
        <title>027 – Wicked Problems</title>
        <itunes:title>027 – Wicked Problems</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 13 Jul 2020 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>In <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25</a> haben wir uns mit Entscheiden unter Unsicherheit auseinandergesetzt. Wann macht Evidenz-basiertes Entscheiden Sinn, wann müssen wir andere Strategien anwenden. Dies war ein erster Aufschlag zu diesem Thema.</p>
<p>In dieser Episode greifen wir einen der kurz erwähnten Aspekte auf und vertiefen ihn: Wicked Problems.</p>
<p>Mit dem einflussreichen Fachartikel aus dem Jahr 1973 haben Horst Rittel und Melvin Webber den Begriff eingeführt, ins Deutsche vielleicht mit »bösartige Probleme« übersetzbar.</p>
<p>Wir werden uns mit der Frage auseinandersetzen was Wicked Problems von Tame Problems also »zahmen Problemen« unterscheidet und welche Rolle Effizienz dabei spielt.</p>
<p>Rittel und Webber beschreiben 10 Charakteristika von wicked problems, die ich auf 4+1 Aspekte zusammenfasse. Die Erkenntnisse dieses fast fünfzig Jahre alten Artikels sind heute gültiger als zur Zeit der Veröffentlichung.</p>
<p>Das zeigen zahlreiche neuere Publikationen, die die Terminologie und Konzepte aufgreifen. Ich wähle beispielhaft zwei hervor: David Epstein (Range) und Chris Clearfield (Meltdown). Beide beschäftigen sich mit der Frage, wie wir mit den heute überall zu sehenden wicked problems und wicked domains umgehen sollen.</p>
<p>Was ist die Konsequenz für unsere Zukunft? Schule, Universität, Politik, Management?</p>
<p>Und nicht zuletzt: was halten wir von Experten, oder besser gesagt: wie können wir Experten, denen wir täglich in den Medien begegnen einschätzen?</p>
<p>Referenzen</p>
<ul><li>Horst Rittel, Melvin Webber, Dilemmas in a General Theory of Planning, Policy Sciences 4 (1973), 155-169</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=m3QqDOeSahU'>Peter Kruse, Wie reagieren Menschen auf Komplexität?</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3iyINvc'>Peter Kruse, Next Practice, Gabel (2004)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2BmoEI1'>David J. Epstein, Range: Why Generalists Triumph in a Specialized World, Riverhead (2019)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2NOTwTV'>Chris Clearfield, Meltdown: Why systems fail and what we can do about it, Atlantic (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3dUoQeP'>Philip Tetlock, Superforecasting. The Art and Science of Prediction, Cornerstone (2015)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=Fe5iqD7Mp-U'>Roger Willemsen: Die Kunst des Streitens in der Mediengesellschaft, Keynote (2014)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>In <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/'>Episode 25</a> haben wir uns mit Entscheiden unter Unsicherheit auseinandergesetzt. Wann macht Evidenz-basiertes Entscheiden Sinn, wann müssen wir andere Strategien anwenden. Dies war ein erster Aufschlag zu diesem Thema.</p>
<p>In dieser Episode greifen wir einen der kurz erwähnten Aspekte auf und vertiefen ihn: Wicked Problems.</p>
<p>Mit dem einflussreichen Fachartikel aus dem Jahr 1973 haben Horst Rittel und Melvin Webber den Begriff eingeführt, ins Deutsche vielleicht mit »bösartige Probleme« übersetzbar.</p>
<p>Wir werden uns mit der Frage auseinandersetzen was Wicked Problems von Tame Problems also »zahmen Problemen« unterscheidet und welche Rolle Effizienz dabei spielt.</p>
<p>Rittel und Webber beschreiben 10 Charakteristika von wicked problems, die ich auf 4+1 Aspekte zusammenfasse. Die Erkenntnisse dieses fast fünfzig Jahre alten Artikels sind heute gültiger als zur Zeit der Veröffentlichung.</p>
<p>Das zeigen zahlreiche neuere Publikationen, die die Terminologie und Konzepte aufgreifen. Ich wähle beispielhaft zwei hervor: David Epstein (Range) und Chris Clearfield (Meltdown). Beide beschäftigen sich mit der Frage, wie wir mit den heute überall zu sehenden wicked problems und wicked domains umgehen sollen.</p>
<p>Was ist die Konsequenz für unsere Zukunft? Schule, Universität, Politik, Management?</p>
<p>Und nicht zuletzt: was halten wir von Experten, oder besser gesagt: wie können wir Experten, denen wir täglich in den Medien begegnen einschätzen?</p>
<p>Referenzen</p>
<ul><li>Horst Rittel, Melvin Webber, Dilemmas in a General Theory of Planning, Policy Sciences 4 (1973), 155-169</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=m3QqDOeSahU'>Peter Kruse, Wie reagieren Menschen auf Komplexität?</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3iyINvc'>Peter Kruse, Next Practice, Gabel (2004)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2BmoEI1'>David J. Epstein, Range: Why Generalists Triumph in a Specialized World, Riverhead (2019)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2NOTwTV'>Chris Clearfield, Meltdown: Why systems fail and what we can do about it, Atlantic (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3dUoQeP'>Philip Tetlock, Superforecasting. The Art and Science of Prediction, Cornerstone (2015)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=Fe5iqD7Mp-U'>Roger Willemsen: Die Kunst des Streitens in der Mediengesellschaft, Keynote (2014)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>In Episode 25 haben wir uns mit Entscheiden unter Unsicherheit auseinandergesetzt. Wann macht Evidenz-basiertes Entscheiden Sinn, wann müssen wir andere Strategien anwenden. In dieser Episode greifen wir einen der nur kurz erwähnten, aber sehr wichtigen Aspekte auf und vertiefen ihn: Wicked Problems.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episode>27</itunes:episode>
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            </item>
    <item>
        <title>026 – Was kann Politik (noch) leisten? Ein Gespräch mit Christoph Chorherr</title>
        <itunes:title>026 – Was kann Politik (noch) leisten? Ein Gespräch mit Christoph Chorherr</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/026-was_kann_politik_leisten-christoph_chorherr/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/026-was_kann_politik_leisten-christoph_chorherr/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 22 Jun 2020 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>In dieser Episode spreche ich mit Christoph Chorherr über die Herausforderungen und Chancen von Politik für die Gestaltung unserer Zukunft. </p>
<p>Christoph Chorherr war langjähriger Politiker und Stadtplaner. Er war etwa Stadtrat der Grünen in Wien, sowie Bundesprecher der Grünen. 2008 gründete er in Südafrika das Ithuba Skills College, eine Schule in einer Township nahe Johannesburg. Er ist seit Anfang 2019 aus der aktiven Politik zurückgetreten und eröffnet Ende 2019 gemeinsam mit Helmut Gragger eine Bio Holzofen-Bäckerei.</p>
<p>In diesem Gespräch freue ich mich über die langjährige politische Erfahrung von Christoph Chorherr um über Politik und die Gestaltungsmöglichkeiten die Politik heute bietet zu diskutieren.</p>
<p>Wir beginnen das Gespräch mit seiner persönliche Motivation, die ihn in die Politik geführt hat – »Engagement lohnt sich«. Wir stellen die Frage, was wir aus »Corona« lernen können. Ist Politik alternativlos oder kann sie gestalten? Wenn ja, in welcher Weise und auf welchen Ebenen?</p>
<p>Technologie spielt eine immer wichtige Rolle in der Lebenswelt vieler Menschen. Erleben wir gerade ein Auseinanderdriften in moralisierende Lager, Twitter- und Facebook-Blasen? Wie gehen wir mit widersprechenden Positionen um und wie können wir wieder zueinander und zu einem konstruktiven Dialog finden?</p>
<p>Wir sprechen weiters über die Schwierigkeit der Prognose, Irrtümer und wie man daraus lernt:</p>
<p>Wird die Welt immer besser oder schlechter? In einem zum Teil inneren Dialog (am Beispiel von systemischen Effekten, Ökologie, der Zukunft Afrikas und des Gesundheitssystems) spricht der Optimist Christoph Chorherr mit dem Pessimisten und verhandelt einen Weg aus dem Dilemma.</p>
<p>Wo treffen wir sinnvollerweise die immer schwieriger werdenden Entscheidungen der Zeit? Global, top down, oder eher im Lokalen, im Kleinen?</p>
<p>Am Beispiel von Steve Bannon zeige ich die Gefahr zynischer Interpretationen der kritischen Lage der Welt auf und stelle die Frage, wie es gelingen kann, zu einer gemeinsamen, solidarischen Interpretation und Handlungsmacht zu gelangen. Homo homini lupus? Oder ist der Mensch doch gut, wenn man den richtigen Wolf füttert?</p>
<p>Wie greifen noch einmal die Ambiguitäten der moderen (sozialen) Medien auf? Trennen oder vereinen sie uns? Machen sie uns klüger oder doch dümmer? Wir gelangen mit dieser Frage zur Bedeutung von Bildung, aber welcher Bildung? Einer digitalten oder gar einer (altmodischen) humanistischen Bildung? Nimmt die Aufmerksamkeit stetig ab und wollen die Menschen nur mehr Soundbites – warum hören sie dann politische Podcasts die mehrere Stunden dauern?</p>
<p>Zuletzt sprechen wir über die Bedeutung von Entschleunigung im Prozess der Zivilisierung und die verschiedenen Gesichter der Transparenz.</p>
<p>Zum Abschluss stellen wir die Frage, wie man (Partei-) Politik wieder mehr Menschen zugänglich machen kann. »Wir haben eine Denunziation des politischen Engagement« in den letzten Jahrzehnten erlebt. Können wir das umdrehen? Sind Parteien doch gar keine so schlechte Idee und »Immunisieren gegen den Durchmarsch charismatischer Verrückter«. Und wie gehen wir als Europäer mit der »chinesischen Herausforderung« um?</p>
<p>Christoph Chorherr endet mit einer Frage zum Weiterdenken: wie können wir die Partien, die im 19. Jahrhundert gegründet wurden fit für das 21. Jahrhundert machen?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Christoph Chorherr</p>
<ul><li>
<a href='https://twitter.com/chorherr'>Christoph Chorherr auf Twitter</a>
</li>
<li>
<a href='https://christophchorherr.at/'>Homepage/Blog</a>
</li>
<li>
<a href='http://www.ithuba.org/'>Ithuba – Schulprojekt</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.gragger-chorherr.at/'>Gragger und Chorherr Bäckerei</a>
</li>
<li>
<a href='https://amzn.to/3f0cHWj'>Christoph Chorherr, Verändert! Über die Lust die Welt zu gestalten</a>
</li>
</ul>
<p>andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/024-hangover-was_wir_vom_internet_erwartet_und_was_wir_bekommen_haben-peter_purgathofer/'>Episode 24: Hangover – Was wir vom Internet erwartet und was wir bekommen haben</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17: Kooperation</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/012-wie-wir-die-zukunft-entdeckt-und-wieder-verloren-haben/'>Episode 12: Wie wir die Zukunft entdeckt und wieder verloren haben</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/007-alles-wird-besser-oder-nicht-teil-1/'>Episode 7</a>, <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/008-alles-wird-besser-oder-nicht-teil-2/'>Episode 8</a>: Alles wird besser (oder nicht?)</li>
</ul>
<p>fachliche Referenzen</p>
<ul><li>Hans Rosling
<ul><li><a href='https://amzn.to/30cLJ9Q'>Factfulness: Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist</a></li>
<li>
<a href='https://www.ted.com/search?q=hans+rosling'>TED-Talks</a>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<a href='https://www.maxroser.com/'>Max Roser</a>, <a href='https://ourworldindata.org/'>Our World in Data</a>
</li>
<li>
<a href='https://amzn.to/30gh6R8'>Jonathan Haidt, The Righteous Mind</a>
</li>
<li>
<a href='https://amzn.to/3f69FzQ'>Ulrike Guerot, Warum Europa eine Republik werden muss: Eine politische Utopie</a>
</li>
<li>
<a href='https://amzn.to/2AeXqCs'>Nassim Taleb, Das Risiko und sein Preis – Skin in the Game</a>
</li>
<li>Steven Bannon
<ul><li>
<a href='https://www.vice.com/en_us/article/qkjn87/the-strange-history-of-steve-bannon-and-the-biosphere-2-experiment'>Steven Bannon</a>, <a href='https://www.britannica.com/topic/Biosphere-2'>Biosphere project</a>
</li>
<li><a href='https://www.wired.com/2016/12/trumps-chief-strategist-ran-massive-climate-experiment/'>Trump's Chief Strategist Steve Bannon Ran a Massive Climate Experiment, Wired (2016)</a></li>
</ul>
</li>
<li>
<a href='https://amzn.to/2UnINDw'>Rutger Bregman, Im Grunde gut: Eine neue Geschichte der Menschheit</a>
</li>
<li>
<a href='https://amzn.to/2XFAhSK'>Bernhard Pörksen, Die Kunst des Miteinander-Redens</a>
</li>
<li>Douglas Rushkoff
<ul><li>
<a href='https://teamhuman.fm/'>Team Human Podcast</a>
</li>
<li>
<a href='https://amzn.to/2Ufyba0'>Team Human Buch</a>
</li>
</ul>
</li>
<li>
Richard David Precht – Entschleunigung (<a href='https://www.youtube.com/watch?v=hdQhdJajQf8'>Sternstunde Philosophie</a>)
</li>
<li>
Transparenzgesellschaft
<ul><li>
<a href='https://amzn.to/2Yb39B6'>Byung Chul Han, Psychopolitik</a>
</li>
<li>
<a href='https://newrepublic.com/article/70097/against-transparency'>Lawrence Lessig, Against Transparency</a>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p> </p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>In dieser Episode spreche ich mit Christoph Chorherr über die Herausforderungen und Chancen von Politik für die Gestaltung unserer Zukunft. </p>
<p>Christoph Chorherr war langjähriger Politiker und Stadtplaner. Er war etwa Stadtrat der Grünen in Wien, sowie Bundesprecher der Grünen. 2008 gründete er in Südafrika das Ithuba Skills College, eine Schule in einer Township nahe Johannesburg. Er ist seit Anfang 2019 aus der aktiven Politik zurückgetreten und eröffnet Ende 2019 gemeinsam mit Helmut Gragger eine Bio Holzofen-Bäckerei.</p>
<p>In diesem Gespräch freue ich mich über die langjährige politische Erfahrung von Christoph Chorherr um über Politik und die Gestaltungsmöglichkeiten die Politik heute bietet zu diskutieren.</p>
<p>Wir beginnen das Gespräch mit seiner persönliche Motivation, die ihn in die Politik geführt hat – »Engagement lohnt sich«. Wir stellen die Frage, was wir aus »Corona« lernen können. Ist Politik <em>alternativlos</em> oder kann sie gestalten? Wenn ja, in welcher Weise und auf welchen Ebenen?</p>
<p>Technologie spielt eine immer wichtige Rolle in der Lebenswelt vieler Menschen. Erleben wir gerade ein Auseinanderdriften in moralisierende Lager, Twitter- und Facebook-Blasen? Wie gehen wir mit widersprechenden Positionen um und wie können wir wieder zueinander und zu einem konstruktiven Dialog finden?</p>
<p>Wir sprechen weiters über die Schwierigkeit der Prognose, Irrtümer und wie man daraus lernt:</p>
<p>Wird die Welt immer besser oder schlechter? In einem zum Teil <em>inneren Dialog</em> (am Beispiel von systemischen Effekten, Ökologie, der Zukunft Afrikas und des Gesundheitssystems) spricht der <em>Optimist</em> Christoph Chorherr mit dem <em>Pessimisten</em> und verhandelt einen Weg aus dem Dilemma.</p>
<p>Wo treffen wir sinnvollerweise die immer schwieriger werdenden Entscheidungen der Zeit? Global, <em>top down</em>, oder eher im Lokalen, im Kleinen?</p>
<p>Am Beispiel von Steve Bannon zeige ich die Gefahr <em>zynischer Interpretationen</em> der kritischen Lage der Welt auf und stelle die Frage, wie es gelingen kann, zu einer gemeinsamen, solidarischen Interpretation und Handlungsmacht zu gelangen. <em>Homo homini lupus?</em> Oder ist der Mensch doch gut, wenn man <em>den richtigen Wolf</em> füttert?</p>
<p>Wie greifen noch einmal die Ambiguitäten der moderen (sozialen) Medien auf? Trennen oder vereinen sie uns? Machen sie uns klüger oder doch dümmer? Wir gelangen mit dieser Frage zur Bedeutung von Bildung, aber welcher Bildung? Einer <em>digitalten</em> oder gar einer (altmodischen) <em>humanistischen </em>Bildung? Nimmt die Aufmerksamkeit stetig ab und wollen die Menschen nur mehr <em>Soundbites</em> – warum hören sie dann politische Podcasts die mehrere Stunden dauern?</p>
<p>Zuletzt sprechen wir über die Bedeutung von Entschleunigung im Prozess der Zivilisierung und die verschiedenen Gesichter der Transparenz.</p>
<p>Zum Abschluss stellen wir die Frage, wie man (Partei-) Politik wieder mehr Menschen zugänglich machen kann. »Wir haben eine Denunziation des politischen Engagement« in den letzten Jahrzehnten erlebt. Können wir das umdrehen? Sind Parteien doch gar keine so schlechte Idee und »Immunisieren gegen den Durchmarsch charismatischer Verrückter«. Und wie gehen wir als Europäer mit der »chinesischen Herausforderung« um?</p>
<p>Christoph Chorherr endet mit einer Frage zum Weiterdenken: wie können wir die Partien, die im 19. Jahrhundert gegründet wurden fit für das 21. Jahrhundert machen?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Christoph Chorherr</p>
<ul><li>
<a href='https://twitter.com/chorherr'>Christoph Chorherr auf Twitter</a>
</li>
<li>
<a href='https://christophchorherr.at/'>Homepage/Blog</a>
</li>
<li>
<a href='http://www.ithuba.org/'>Ithuba – Schulprojekt</a>
</li>
<li>
<a href='https://www.gragger-chorherr.at/'>Gragger und Chorherr Bäckerei</a>
</li>
<li>
<a href='https://amzn.to/3f0cHWj'>Christoph Chorherr, Verändert! Über die Lust die Welt zu gestalten</a>
</li>
</ul>
<p>andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/024-hangover-was_wir_vom_internet_erwartet_und_was_wir_bekommen_haben-peter_purgathofer/'>Episode 24: Hangover – Was wir vom Internet erwartet und was wir bekommen haben</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17: Kooperation</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/012-wie-wir-die-zukunft-entdeckt-und-wieder-verloren-haben/'>Episode 12: Wie wir die Zukunft entdeckt und wieder verloren haben</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/007-alles-wird-besser-oder-nicht-teil-1/'>Episode 7</a>, <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/008-alles-wird-besser-oder-nicht-teil-2/'>Episode 8</a>: Alles wird besser (oder nicht?)</li>
</ul>
<p>fachliche Referenzen</p>
<ul><li>Hans Rosling
<ul><li><a href='https://amzn.to/30cLJ9Q'>Factfulness: Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist</a></li>
<li>
<a href='https://www.ted.com/search?q=hans+rosling'>TED-Talks</a>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<a href='https://www.maxroser.com/'>Max Roser</a>, <a href='https://ourworldindata.org/'>Our World in Data</a>
</li>
<li>
<a href='https://amzn.to/30gh6R8'>Jonathan Haidt, The Righteous Mind</a>
</li>
<li>
<a href='https://amzn.to/3f69FzQ'>Ulrike Guerot, Warum Europa eine Republik werden muss: Eine politische Utopie</a>
</li>
<li>
<a href='https://amzn.to/2AeXqCs'>Nassim Taleb, Das Risiko und sein Preis – Skin in the Game</a>
</li>
<li>Steven Bannon
<ul><li>
<a href='https://www.vice.com/en_us/article/qkjn87/the-strange-history-of-steve-bannon-and-the-biosphere-2-experiment'>Steven Bannon</a>, <a href='https://www.britannica.com/topic/Biosphere-2'>Biosphere project</a>
</li>
<li><a href='https://www.wired.com/2016/12/trumps-chief-strategist-ran-massive-climate-experiment/'>Trump's Chief Strategist Steve Bannon Ran a Massive Climate Experiment, Wired (2016)</a></li>
</ul>
</li>
<li>
<a href='https://amzn.to/2UnINDw'>Rutger Bregman, Im Grunde gut: Eine neue Geschichte der Menschheit</a>
</li>
<li>
<a href='https://amzn.to/2XFAhSK'>Bernhard Pörksen, Die Kunst des Miteinander-Redens</a>
</li>
<li>Douglas Rushkoff
<ul><li>
<a href='https://teamhuman.fm/'>Team Human Podcast</a>
</li>
<li>
<a href='https://amzn.to/2Ufyba0'>Team Human Buch</a>
</li>
</ul>
</li>
<li>
Richard David Precht – Entschleunigung (<a href='https://www.youtube.com/watch?v=hdQhdJajQf8'>Sternstunde Philosophie</a>)
</li>
<li>
Transparenzgesellschaft
<ul><li>
<a href='https://amzn.to/2Yb39B6'>Byung Chul Han, Psychopolitik</a>
</li>
<li>
<a href='https://newrepublic.com/article/70097/against-transparency'>Lawrence Lessig, Against Transparency</a>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p> </p>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>In dieser Episode spreche ich mit Christoph Chorherr über die Herausforderungen und Chancen von Politik für die Gestaltung unserer Zukunft. </itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
        <itunes:explicit>false</itunes:explicit>
        <itunes:block>No</itunes:block>
        <itunes:duration>5143</itunes:duration>
        <itunes:season>1</itunes:season>
        <itunes:episode>26</itunes:episode>
        <itunes:episodeType>full</itunes:episodeType>
            </item>
    <item>
        <title>025 – Entscheiden unter Unsicherheit</title>
        <itunes:title>025 – Entscheiden unter Unsicherheit</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/025-entscheiden_unter_unsicherheit/#comments</comments>        <pubDate>Fri, 29 May 2020 06:00:00 +0200</pubDate>
        <guid isPermaLink="false">zukunftdenken.podbean.com/1b092ad8-6284-50e6-97e0-c02508781e01</guid>
                                    <description><![CDATA[<p>Thema dieser Episode ist Entscheiden unter Unsicherheit oder etwas genauer, Unter welchen Voraussetzungen sind evidenzbasierte Entscheidungen angebracht, und wie ist unter Unsicherheit, also etwa bei komplexen Problemen zu entscheiden.</p>
<p>Auch dies ist wieder keine Corona-Episode im engeren Sinne, wenngleich die Corona-Krise ein gutes Beispiel für eine Situation ist, wo evidenzbasierte Entscheidung nur bedingt möglich ist.</p>
<p></p>
<p>Zunächst gibt es wieder einmal einen Blick in die Vergangenheit: Was können wir von James Lind, Florence Nightingale, Archie Cochrane und John Ioannidis über Fortschritt in der Medizin und evidenzbasiertes Entscheiden lernen?</p>
<p>Was sind die Voraussetzungen, damit man in einer bestimmten Problemlage evidenzbasiert Entscheiden kann?</p>
<p>Zunächst versuche ich Risiken in drei Klassen einzuteilen und mit Beispielen zu unterlegen um damit deutlich zu machen, dass es von großer Bedeutung ist zunächst einmal zu verstehen, mit welcher Art von Risiko wir es in einem konkreten Fall überhaupt zu tun haben. Darf man etwa</p>
<ul><li>Masern</li>
<li>Herzinfarkt</li>
<li>Autounfälle</li>
<li>Ertrinken im Swimmingpool</li>
<li>politische Konflikte</li>
<li>Covid-19</li>
<li>Finanzmärkte</li>
<li>Klimakrise</li>
</ul>
<p>miteinander vergleichen? Wenn ja, unter welchen Voraussetzungen? Wann ist ein System oder ein Problem komplex und was bedeutet das für Entscheidungen?</p>
<p>Unter welchen Voraussetzungen ist schnelles und aggressives Handeln das Mittel der Wahl, unter welchen Deliberation und Bezug auf vergangene Ereignisse?</p>
<p>Ist rationales Entscheiden Intuition und Bauchgefühl immer überlegen? Warum wird dann so häufig defensiv oder pseudo-rational entschieden?</p>
<p>Wenn man über ein akutes Problem hinausblickt: wie kann man sich für die Zukunft vorbereiten? Welche systemischen Aspekte könnte man bedenken</p>
<ul><li>Vorbereiten auf Tail Risks </li>
<li>Resilienz vs. Effizienz</li>
<li>Vielfalt statt Einfalt</li>
<li>Verteilung statt Konzentration</li>
<li>enge oder lockere Kopplung?</li>
<li>Versicherung</li>
</ul>
<p>In dieser Episode wird es wieder einige Anregungen zum Weiterdenken geben, aber wir müssen auch einige Aspekte für spätere Episoden offen lassen, z.B. </p>
<ul><li>Eine vertiefte Betrachtung komplexer Systeme und deren Probleme, z.B. »Wicked Problems«</li>
<li>Solutionism – wie Technik unseren Blick auf Probleme verwirren kann</li>
<li>Atomwaffen und internationale Politische Konflikte</li>
</ul>
<p>Referenzen</p>
<p>andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27: Wicked Problems</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/023-frozen-accidents/'>Episode 23: Frozen Accidents</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/022-biodiversitat-und-komplexe-wechselwirkungen-gesprach-mit-prof-franz-essl/'>Episode 22: Biodiversität und komplexe Wechselwirkungen – Gespräch mit Prof. Franz Essl</a></li>
<li>Episode 13 und 14 – (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/013-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen/'>Teil 1</a> & <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/014-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen-teil-2/'>Teil 2</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episode 10: Komplizierte Komplexität</a></li>
<li>Episode <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/006-messen-was-messbar-ist/'>6: Messen, was messbar ist?</a></li>
</ul>
<p>fachliche Referenzen</p>
<ul><li>John Ioannidis
<ul><li><a href='https://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371/journal.pmed.0020124'>John Ioannidis, Why most published research finding are false, PLoS medicine (2005)</a></li>
<li><a href='https://www.statnews.com/2020/03/17/a-fiasco-in-the-making-as-the-coronavirus-pandemic-takes-hold-we-are-making-decisions-without-reliable-data/'>John Ioannidis, A fiasco in the making? As the coronavirus pandemic takes hold, we are making decisions without reliable data</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href='https://www.bbc.com/news/uk-england-37320399'>James Lind: The man who helped to cure scurvy with lemons, BBC</a></li>
<li>Florence Nightingale – Data Scientist
<ul><li>Florence Nightingale as Statistician, Edwin W. Kopf, Publications of the American Statistical Association, Vol. 15, No. 116 (Dec., 1916)</li>
<li><a href='https://www.theguardian.com/news/datablog/2010/aug/13/florence-nightingale-graphics'>Florence Nightingale, datajournalist: information has always been beautiful,  The Guardian (2010)</a></li>
<li><a href='https://www.gresham.ac.uk/lectures-and-events/florence-nightingale-and-her-crimean-war-statistics-lessons-for-hospital-safety-'>Presentation by Prof. Lynn McDonald at Gresham College. (30. Oct., 2014)</a></li>
</ul>
</li>
<li>Archie Cochrane
<ul><li>Archie Cochrane: - 1971 Rock Carling Fellowship monograph Effectiveness and Efficiency: Random Reflections on Health Services, first published in 1972 by the Nuffield Provincial Hospitals Trust</li>
<li><a href='https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2746659/pdf/nihms139759.pdf'>Archie Cochrane and his vision for evidence-based medicine, Hriday M. Shah, Kevin C. Chung (2009)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3gl0u0e'>Tim Harford, Trial and Error (2012)</a></li>
</ul>
</li>
<li>Flash Crash
<ul><li>Neil Johnson, Abrupt rise of new machine ecology beyond human response time, Nature Scientific Reports (2013)</li>
<li><a href='https://amzn.to/2LVw2f8'>Chris Clearfield, Meltdown: Why systems fail and what we can do about it (2018)</a></li>
<li><a href='http://waitbutwhy.com/2015/01/artificial-intelligence-revolution-1.html'>The Artificial Intelligence Revolution: Part 1 - Wait But Why (2015)</a></li>
</ul>
</li>
<li>Gerd Gigerenzer
<ul><li><a href='http://www.siaf.ch/files/gigerenzer2.pdf'>Gerd Gigerenzer, Wie trifft man gute Entscheidungen</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3ga3o7I'>Gerd Gigerenzer, Bauchentscheidungen (2008)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2WVTNcZ'>Gerd Gigerenzer, Risiko (2014)</a></li>
</ul>
</li>
<li>Peter Kruse
<ul><li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=m3QqDOeSahU&feature=share'>Peter Kruse, Wie reagieren Menschen auf Komplexität? (YouTube)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2TvFpGm'>Peter Kruse, next practice. Erfolgreiches Management von Instabilität (2004)</a></li>
</ul>
</li>
<li>Nassim Taleb
<ul><li><a href='https://amzn.to/3d2j37a'>Nassim Taleb, Skin in the Game (2018)</a></li>
<li><a href='https://nassimtaleb.org/2020/03/uncertainty-certainty-systemic-risk/'>Nassim Taleb, Yaneer Bar-Yam, Uncertainty, Certainty and what to do when there is Systemic Risk(2020)</a></li>
<li><a href='https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0169207020301230'>Nassim Taleb, Yaneer Bar-Yam, Pasquale Cirillo, On single point forecasts for fat-tailed variables (2020)</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=bYgigNVjKA0'>Steve Jobs on Consulting</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Thema dieser Episode ist <em>Entscheiden unter Unsicherheit</em> oder etwas genauer, <em>Unter welchen Voraussetzungen sind evidenzbasierte Entscheidungen angebracht, und wie ist unter Unsicherheit, also etwa bei komplexen Problemen zu entscheiden.</em></p>
<p>Auch dies ist wieder <em>keine</em> Corona-Episode im engeren Sinne, wenngleich die Corona-Krise ein gutes Beispiel für eine Situation ist, wo evidenzbasierte Entscheidung nur bedingt möglich ist.</p>
<p></p>
<p>Zunächst gibt es wieder einmal einen Blick in die Vergangenheit: Was können wir von <em>James Lind</em>, <em>Florence Nightingale</em>, <em>Archie Cochrane</em> und <em>John Ioannidis</em> über Fortschritt in der Medizin und evidenzbasiertes Entscheiden lernen?</p>
<p>Was sind die Voraussetzungen, damit man in einer bestimmten Problemlage evidenzbasiert Entscheiden kann?</p>
<p>Zunächst versuche ich Risiken in drei Klassen einzuteilen und mit Beispielen zu unterlegen um damit deutlich zu machen, dass es von großer Bedeutung ist zunächst einmal zu verstehen, mit welcher Art von Risiko wir es in einem konkreten Fall überhaupt zu tun haben. Darf man etwa</p>
<ul><li>Masern</li>
<li>Herzinfarkt</li>
<li>Autounfälle</li>
<li>Ertrinken im Swimmingpool</li>
<li>politische Konflikte</li>
<li>Covid-19</li>
<li>Finanzmärkte</li>
<li>Klimakrise</li>
</ul>
<p>miteinander vergleichen? Wenn ja, unter welchen Voraussetzungen? Wann ist ein System oder ein Problem komplex und was bedeutet das für Entscheidungen?</p>
<p>Unter welchen Voraussetzungen ist schnelles und aggressives Handeln das Mittel der Wahl, unter welchen Deliberation und Bezug auf vergangene Ereignisse?</p>
<p>Ist rationales Entscheiden Intuition und Bauchgefühl immer überlegen? Warum wird dann so häufig defensiv oder pseudo-rational entschieden?</p>
<p>Wenn man über ein akutes Problem hinausblickt: wie kann man sich für die Zukunft vorbereiten? Welche systemischen Aspekte könnte man bedenken</p>
<ul><li>Vorbereiten auf Tail Risks </li>
<li>Resilienz vs. Effizienz</li>
<li>Vielfalt statt Einfalt</li>
<li>Verteilung statt Konzentration</li>
<li>enge oder lockere Kopplung?</li>
<li>Versicherung</li>
</ul>
<p>In dieser Episode wird es wieder einige Anregungen zum Weiterdenken geben, aber wir müssen auch einige Aspekte für spätere Episoden offen lassen, z.B. </p>
<ul><li>Eine vertiefte Betrachtung komplexer Systeme und deren Probleme, z.B. »Wicked Problems«</li>
<li>Solutionism – wie Technik unseren Blick auf Probleme verwirren kann</li>
<li>Atomwaffen und internationale Politische Konflikte</li>
</ul>
<p>Referenzen</p>
<p>andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/027-wicked_problems/'>Episode 27: Wicked Problems</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/023-frozen-accidents/'>Episode 23: Frozen Accidents</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/022-biodiversitat-und-komplexe-wechselwirkungen-gesprach-mit-prof-franz-essl/'>Episode 22: Biodiversität und komplexe Wechselwirkungen – Gespräch mit Prof. Franz Essl</a></li>
<li>Episode 13 und 14 – (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/013-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen/'>Teil 1</a> & <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/014-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen-teil-2/'>Teil 2</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episode 10: Komplizierte Komplexität</a></li>
<li>Episode <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/006-messen-was-messbar-ist/'>6: Messen, was messbar ist?</a></li>
</ul>
<p>fachliche Referenzen</p>
<ul><li>John Ioannidis
<ul><li><a href='https://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371/journal.pmed.0020124'>John Ioannidis, Why most published research finding are false, PLoS medicine (2005)</a></li>
<li><a href='https://www.statnews.com/2020/03/17/a-fiasco-in-the-making-as-the-coronavirus-pandemic-takes-hold-we-are-making-decisions-without-reliable-data/'>John Ioannidis, A fiasco in the making? As the coronavirus pandemic takes hold, we are making decisions without reliable data</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href='https://www.bbc.com/news/uk-england-37320399'>James Lind: The man who helped to cure scurvy with lemons, BBC</a></li>
<li>Florence Nightingale – Data Scientist
<ul><li>Florence Nightingale as Statistician, Edwin W. Kopf, Publications of the American Statistical Association, Vol. 15, No. 116 (Dec., 1916)</li>
<li><a href='https://www.theguardian.com/news/datablog/2010/aug/13/florence-nightingale-graphics'>Florence Nightingale, datajournalist: information has always been beautiful,  The Guardian (2010)</a></li>
<li><a href='https://www.gresham.ac.uk/lectures-and-events/florence-nightingale-and-her-crimean-war-statistics-lessons-for-hospital-safety-'>Presentation by Prof. Lynn McDonald at Gresham College. (30. Oct., 2014)</a></li>
</ul>
</li>
<li>Archie Cochrane
<ul><li>Archie Cochrane: - 1971 Rock Carling Fellowship monograph Effectiveness and Efficiency: Random Reflections on Health Services, first published in 1972 by the Nuffield Provincial Hospitals Trust</li>
<li><a href='https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2746659/pdf/nihms139759.pdf'>Archie Cochrane and his vision for evidence-based medicine, Hriday M. Shah, Kevin C. Chung (2009)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3gl0u0e'>Tim Harford, Trial and Error (2012)</a></li>
</ul>
</li>
<li>Flash Crash
<ul><li>Neil Johnson, Abrupt rise of new machine ecology beyond human response time, Nature Scientific Reports (2013)</li>
<li><a href='https://amzn.to/2LVw2f8'>Chris Clearfield, Meltdown: Why systems fail and what we can do about it (2018)</a></li>
<li><a href='http://waitbutwhy.com/2015/01/artificial-intelligence-revolution-1.html'>The Artificial Intelligence Revolution: Part 1 - Wait But Why (2015)</a></li>
</ul>
</li>
<li>Gerd Gigerenzer
<ul><li><a href='http://www.siaf.ch/files/gigerenzer2.pdf'>Gerd Gigerenzer, Wie trifft man gute Entscheidungen</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/3ga3o7I'>Gerd Gigerenzer, Bauchentscheidungen (2008)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2WVTNcZ'>Gerd Gigerenzer, Risiko (2014)</a></li>
</ul>
</li>
<li>Peter Kruse
<ul><li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=m3QqDOeSahU&feature=share'>Peter Kruse, Wie reagieren Menschen auf Komplexität? (YouTube)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2TvFpGm'>Peter Kruse, next practice. Erfolgreiches Management von Instabilität (2004)</a></li>
</ul>
</li>
<li>Nassim Taleb
<ul><li><a href='https://amzn.to/3d2j37a'>Nassim Taleb, Skin in the Game (2018)</a></li>
<li><a href='https://nassimtaleb.org/2020/03/uncertainty-certainty-systemic-risk/'>Nassim Taleb, Yaneer Bar-Yam, Uncertainty, Certainty and what to do when there is Systemic Risk(2020)</a></li>
<li><a href='https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0169207020301230'>Nassim Taleb, Yaneer Bar-Yam, Pasquale Cirillo, On single point forecasts for fat-tailed variables (2020)</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=bYgigNVjKA0'>Steve Jobs on Consulting</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Thema dieser Episode ist Entscheiden unter Unsicherheit oder etwas genauer, Unter welchen Voraussetzungen sind evidenzbasierte Entscheidungen angebracht, und wie ist unter Unsicherheit, also etwa bei komplexen Problemen zu entscheiden.



Auch dies ist wieder keine Corona-Episode im engeren Sinne, wenngleich die Corona-Krise ein gutes Beispiel für eine Situation ist, wo evidenzbasierte Entscheidung nur bedingt möglich ist.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episode>25</itunes:episode>
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            </item>
    <item>
        <title>024 – Hangover: Was wir vom Internet erwartet und was wir bekommen haben – Gespräch mit Peter Purgathofer</title>
        <itunes:title>024 – Hangover: Was wir vom Internet erwartet und was wir bekommen haben – Gespräch mit Peter Purgathofer</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/024-hangover-was_wir_vom_internet_erwartet_und_was_wir_bekommen_haben-peter_purgathofer/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/024-hangover-was_wir_vom_internet_erwartet_und_was_wir_bekommen_haben-peter_purgathofer/#comments</comments>        <pubDate>Sat, 09 May 2020 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>In der heutigen Episode spreche ich mit Prof. Peter Purgathofer über das Internet. Genauer gesagt über die letzten 25 Jahre: Wie haben wir in den 1990er Jahren das »Internet« (also die neuen technischen Möglichkeiten aber auch den stetig wachsenden Services) gesehen? Welche Umbrüche und Verbesserungen für Gesellschaft und Wirtschaft haben wir uns erwartet, was waren die Visionen, in welchen bunten Farben habe jedenfalls ich mir damals die neue (digitale) Zukunft ausgemalt.</p>
<p>Als historische Referenz dieser Vision ein Vergleich zum 19. Jahrhundert und dem Unternehmen Cyrus Field, der das erste Transatlantik-Kabel (1861) gelegt hat:</p>

<p>»Its value can hardly be estimated to the commerce, and even to the peace, of the world.«</p>

<p>Information sollte für jeden Menschen auf der Welt leicht zugänglich sein, die Schranken für den Austausch und die damit verbundenen Gatekeeper minimiert. Demokratisierung vieler gesellschaftlicher Systeme, neue Formen von Journalismus, Medien, Schule, Lehre und Forschung, waren die Ansprüche; aber auch: Durchbrechen der bestehenden Monopole in den Medien, der Telekommunikation und Unterhaltungsindustrie, um nur einige Aspekte zu nennen.</p>
<p>Was haben wir aus heutiger Sicht bekommen? </p>
<p>In Zeiten einer Corona-Krise erkennen wir einerseits, dass digitale Technologien uns Möglichkeiten geschaffen haben, die noch vor kurzem nicht denkbar gewesen wären, die eine solche Krise noch wesentlich schwieriger bewältigen ließen.</p>
<p>Wir müssen andererseits aber auch feststellen, dass wir an vielen Ecken aus unserer Sicht die falsche Abzweigungen genommen haben, die etwa zu fragwürdigen Geschäftsmodellen geführt haben: Eine Art von Monopol wurde durch neue Monopole abgelöst: Überwachungs- und Ausbeutungskapitalismus und persönliches Targeting und Manipulation kann man als Folge nennen.</p>
<p>Auch für Kunst, Kultur und Demokratie sieht es daher bei weitem nicht alles so rosig aus, wie wir uns das erhofft hatten. Das hat natürlich auch ökonomische Gründe:</p>

<p>»Eine solidarische Gesellschaft ist eine, mit der man weniger Geld machen kann als eine individualistische Gesellschaft, wo jeder für sich selber verantwortlich ist. «, Peter Purgathofer</p>

<p>Wo stehen wir heute und was sind wesentliche Richtungsentscheidungen vor denen wir heute stehen um das Boot wieder in eine bessere Richtung zu steuern? Die Möglichkeiten der neuen Technologie für die gesellschaftliche Zukunft sind nach wie vor enorm, leider auch die Risiken.</p>

<p>»We need a time-out from all this frantic digital innovation to reflect on what we think we’ve been doing.« ?, James Howard Kunstler</p>

<p>Anmerkungen zum Beginn des Gespräches</p>
<p>Peter erwähnt zwei Personen zu Beginn des Gespräches, wo uns die Referenzen nicht greifbar waren; es handelt sich um:</p>
<p>(1) Das Manifest von John Perry Barlow, A Declaration of the Independence of Cyberspace (1996), ein Zitat daraus:</p>

<p>»Governments of the Industrial World, you weary giants of flesh and steel, I come from Cyberspace, the new home of Mind. On behalf of the future, I ask you of the past to leave us alone. You are not welcome among us. You have no sovereignty where we gather.«</p>

<p>(2) Vinton Gray (»Vint«) Cerf (Zentrale versus verteilte Netzwerksteuerung) ist einer der TCP/IP-Ingenieur und gilt einer der »Begründer« des Internets. In der BBC-Dokumentation The Virtual Revolution (Folge 2) hat er 2010 folgendes gesagt:</p>

<p>»it became more and more apparent that the internet's style of operation was the antithesis of what most countries had been accustomed to. in fact in the early days telephony and telegraphy there was only one network and it was often managed by and operated by the government, giving it substantial control. So I rather liked the idea, that the internet didn't have that let me call it deficiency and therefore opened a platform up. it's probably the most democratic opportunity for people to express themselves and to get information that has ever existed.«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Peter Purgathofer ist Forscher und Universitätslehrer an der Forschungsgruppe Human Computer Interaction an der TU Wien sowie Koordinator des Masterstudiums Media and Human-Centered Computing.</p>
<ul><li><a href='http://peter.purgathofer.net'>Homepage von Peter Purgathofer</a></li>
<li><a href='https://twitter.com/peterpur'>Twitter: @peterpur</a></li>
</ul>
<p>Frühere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/019-offene-systeme-teil-1/'>Episode #019: Offene Systeme Teil 1</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/020-offene-systeme-teil-2-gesprach-mit-lukas-lang-und-christoph-derndorfer/'>Episode #020: Offene Systeme Teil 2: Gespräch mit Christoph Derndorfer und Lukas Lang</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/015-%E2%80%93-innovation-oder-fortschritt/'>Episode #015: Innovation oder Fortschritt?</a></li>
</ul>
<p>Weitere Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.eff.org/cyberspace-independence'> John Perry Barlow, A Declaration of the Independence of Cyberspace (1996)</a></li>
<li><a href='https://www.bbc.co.uk/programmes/p0067vwv'>BBC Doku über Vint Cerf</a></li>
<li><a href='https://www.theguardian.com/commentisfree/2020/apr/12/inequality-pandemic-lockdown'>Laura Spinney, Inequality doesn't just make pandemics worse – it could cause them, The Guardian (2020)</a></li>
<li><a href='http://www.lauraspinney.com/books/'>Laura Spinney, Pale Rider, The Spanish Flu of 1918 and How it Changed the World (2018)</a></li>
<li>James Howard Kunstler, Living in The Long Emergency (2020)</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=hdQhdJajQf8'>Harald Welzer und Richard David Precht in den Sternstunden Philosophie:</a> Precht über den Fortschritt der Gesellschaft durch Verlangsamung von Prozessen</li>
<li><a href='https://sichten.blogspot.com/2020/04/corona-app-wie-gute-absicht-den-weg-zu.html'>Corona App: Wie gute Absicht den Weg zu einer autoritären Gesellschaft öffnet</a></li>
<li><a href='https://www.ft.com/content/19d90308-6858-11ea-a3c9-1fe6fedcca75'>Yuval Noah Harari, The World after Corona Virus, Finincial Times (2020)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>In der heutigen Episode spreche ich mit Prof. Peter Purgathofer über das Internet. Genauer gesagt über die letzten 25 Jahre: Wie haben wir in den 1990er Jahren das »Internet« (also die neuen technischen Möglichkeiten aber auch den stetig wachsenden Services) gesehen? Welche Umbrüche und Verbesserungen für Gesellschaft und Wirtschaft haben wir uns erwartet, was waren die Visionen, in welchen bunten Farben habe jedenfalls ich mir damals die neue (digitale) Zukunft ausgemalt.</p>
<p>Als historische Referenz dieser Vision ein Vergleich zum 19. Jahrhundert und dem Unternehmen Cyrus Field, der das erste Transatlantik-Kabel (1861) gelegt hat:</p>

<p>»Its value can hardly be estimated to the commerce, and even to the peace, of the world.«</p>

<p>Information sollte für jeden Menschen auf der Welt leicht zugänglich sein, die Schranken für den Austausch und die damit verbundenen Gatekeeper minimiert. Demokratisierung vieler gesellschaftlicher Systeme, neue Formen von Journalismus, Medien, Schule, Lehre und Forschung, waren die Ansprüche; aber auch: Durchbrechen der bestehenden Monopole in den Medien, der Telekommunikation und Unterhaltungsindustrie, um nur einige Aspekte zu nennen.</p>
<p>Was haben wir aus heutiger Sicht bekommen? </p>
<p>In Zeiten einer Corona-Krise erkennen wir einerseits, dass digitale Technologien uns Möglichkeiten geschaffen haben, die noch vor kurzem nicht denkbar gewesen wären, die eine solche Krise noch wesentlich schwieriger bewältigen ließen.</p>
<p>Wir müssen andererseits aber auch feststellen, dass wir an vielen Ecken aus unserer Sicht die falsche Abzweigungen genommen haben, die etwa zu fragwürdigen Geschäftsmodellen geführt haben:<em> Eine Art</em> von Monopol wurde durch <em>neue Monopole</em> abgelöst: Überwachungs- und Ausbeutungskapitalismus und persönliches Targeting und Manipulation kann man als Folge nennen.</p>
<p>Auch für Kunst, Kultur und Demokratie sieht es daher bei weitem nicht alles so rosig aus, wie wir uns das erhofft hatten. Das hat natürlich auch ökonomische Gründe:</p>

<p>»Eine solidarische Gesellschaft ist eine, mit der man weniger Geld machen kann als eine individualistische Gesellschaft, wo jeder für sich selber verantwortlich ist. «, Peter Purgathofer</p>

<p>Wo stehen wir heute und was sind wesentliche Richtungsentscheidungen vor denen wir heute stehen um das Boot wieder in eine bessere Richtung zu steuern? Die Möglichkeiten der neuen Technologie für die gesellschaftliche Zukunft sind nach wie vor enorm, leider auch die Risiken.</p>

<p>»We need a time-out from all this frantic digital innovation to reflect on what we think we’ve been doing.« ?, James Howard Kunstler</p>

<p>Anmerkungen zum Beginn des Gespräches</p>
<p>Peter erwähnt zwei Personen zu Beginn des Gespräches, wo uns die Referenzen nicht greifbar waren; es handelt sich um:</p>
<p>(1) Das Manifest von John Perry Barlow, <em>A Declaration of the Independence of Cyberspace (1996)</em>, ein Zitat daraus:</p>

<p>»Governments of the Industrial World, you weary giants of flesh and steel, I come from Cyberspace, the new home of Mind. On behalf of the future, I ask you of the past to leave us alone. You are not welcome among us. You have no sovereignty where we gather.«</p>

<p>(2) Vinton Gray (»Vint«) Cerf (Zentrale versus verteilte Netzwerksteuerung) ist einer der TCP/IP-Ingenieur und gilt einer der »Begründer« des Internets. In der BBC-Dokumentation <em>The Virtual Revolution</em> (Folge 2) hat er 2010 folgendes gesagt:</p>

<p>»it became more and more apparent that the internet's style of operation was the antithesis of what most countries had been accustomed to. in fact in the early days telephony and telegraphy there was only one network and it was often managed by and operated by the government, giving it substantial control. So I rather liked the idea, that the internet didn't have that let me call it deficiency and therefore opened a platform up. it's probably the most democratic opportunity for people to express themselves and to get information that has ever existed.«</p>

<p>Referenzen</p>
<p>Peter Purgathofer ist Forscher und Universitätslehrer an der Forschungsgruppe Human Computer Interaction an der TU Wien sowie Koordinator des Masterstudiums <em>Media and Human-Centered Computing</em>.</p>
<ul><li><a href='http://peter.purgathofer.net'>Homepage von Peter Purgathofer</a></li>
<li><a href='https://twitter.com/peterpur'>Twitter: @peterpur</a></li>
</ul>
<p>Frühere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/019-offene-systeme-teil-1/'>Episode #019: Offene Systeme Teil 1</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/020-offene-systeme-teil-2-gesprach-mit-lukas-lang-und-christoph-derndorfer/'>Episode #020: Offene Systeme Teil 2: Gespräch mit Christoph Derndorfer und Lukas Lang</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/015-%E2%80%93-innovation-oder-fortschritt/'>Episode #015: Innovation oder Fortschritt?</a></li>
</ul>
<p>Weitere Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.eff.org/cyberspace-independence'> John Perry Barlow, A Declaration of the Independence of Cyberspace (1996)</a></li>
<li><a href='https://www.bbc.co.uk/programmes/p0067vwv'>BBC Doku über Vint Cerf</a></li>
<li><a href='https://www.theguardian.com/commentisfree/2020/apr/12/inequality-pandemic-lockdown'>Laura Spinney, Inequality doesn't just make pandemics worse – it could cause them, The Guardian (2020)</a></li>
<li><a href='http://www.lauraspinney.com/books/'>Laura Spinney, Pale Rider, The Spanish Flu of 1918 and How it Changed the World (2018)</a></li>
<li>James Howard Kunstler, Living in The Long Emergency (2020)</li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=hdQhdJajQf8'>Harald Welzer und Richard David Precht in den Sternstunden Philosophie:</a> Precht über den Fortschritt der Gesellschaft durch Verlangsamung von Prozessen</li>
<li><a href='https://sichten.blogspot.com/2020/04/corona-app-wie-gute-absicht-den-weg-zu.html'>Corona App: Wie gute Absicht den Weg zu einer autoritären Gesellschaft öffnet</a></li>
<li><a href='https://www.ft.com/content/19d90308-6858-11ea-a3c9-1fe6fedcca75'>Yuval Noah Harari, The World after Corona Virus, Finincial Times (2020)</a></li>
</ul>
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        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>023 – Frozen Accidents</title>
        <itunes:title>023 – Frozen Accidents</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/023-frozen-accidents/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/023-frozen-accidents/#comments</comments>        <pubDate>Fri, 17 Apr 2020 16:57:37 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Die Idee dieses Podcasts ist es nicht, Themen zu behandeln, die eine besonderen Bezug zu aktuellen Ereignissen haben, sondern Themen, die von grundsätzlicher Bedeutung sind und eine wesentliche Rolle für unsere Zukunft spielen. Daher gibt es auch keine Covid-19 Episode. Allerdings wurden und werden in diesem Podcast Themen besprochen, die für die Corona-Krise von zentraler Bedeutung sind. In der Vergangenheit waren das etwa folgende Episoden:</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/006-messen-was-messbar-ist/'>Episode 6: Messen was messbar ist</a>, über Daten und rationale Entscheidungen.</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episode 10: komplizierte Komplexität</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/011-ethik-oder-warum-wir-wissenschaft-nicht-den-wissenschaftern-uberlassen-sollten/'>Episode 11: Ethik und Wissenschaft</a>, warum es wichtig ist, ethische Entscheidungen nicht Wissenschafter zu überlassen.</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17: Kooperation oder Wettbewerb</a>, gerade in der aktuellen Krise sehen wir, welche Rolle Kooperation spielt.</li>
</ul>
<p>Und diese Episode behandelt ein, eigentlich zwei Themen, die ebenso fundamental für die Zeit einer Krise und notwendiger Veränderungen in der Zukunft sind.</p>
<p>Der erste Begriff ist Frozen Accidents, der auf <a href='https://www.nobelprize.org/prizes/physics/1969/gell-mann/biographical/'>Murray Gell-Mann</a> und <a href='https://sichten.blogspot.com/2012/11/watsoncrick.html'>Francis Crick</a> zurückgeht.</p>

<p>»Now, most single accidents make very little difference to the future, but others may have widespread ramifications, many diverse consequences all traceable to one chance event that could have turned out differently. Those we call frozen accidents.«, Murray Gell-Mann</p>

<p>In dieser Episode werde ich den Begriff zur Improvisation nutzen um einen zweiten, den der Status Dominanz einzuführen und zu erklären. </p>
<p>Wir sehen an zahlreichen Beispielen um uns herum, wie stark der Status Quo, teilweise von Frozen Accidents (mit)verursacht eine Anziehung entwickelt (durch Strukturen und Systeme), die wir kaum mehr in der Lage sind zu verändern.</p>
<p>Auch unsere Risikoeinschätzung wird dadurch stark beeinflusst. Wer würde etwa heute eine Technologie einführen, die jedes Jahr 1,5 Millionen Menschen das Leben kosten und eine Vielzahl davon schwer verletzt?</p>
<p>Und nicht zuletzt stellt sich die Frage für die Zukunft: was bedeutet dies für die dringen notwendigen und fundamentalen Veränderungen in unserer Gesellschaft?</p>
<p>Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://fs.blog/2016/11/frozen-accidents/'>Frozen Accidents: Why the Future Is So Unpredictable</a></li>
<li><a href='https://www.theguardian.com/news/2020/apr/10/world-health-organization-who-v-coronavirus-why-it-cant-handle-pandemic'>WHO, Why it can't handle the pandemic, The Guardian</a></li>
<li><a href='https://sichten.blogspot.com/2020/03/das-paradox-der-vermiedenen-katastrophe.html'>Das Paradox der vermiedenen Katastrophe, (an)sichten</a></li>
<li><a href='https://sichten.blogspot.com/2020/03/frozen-accidents-und-status-dominanz.html'>Frozen Accidents und Status Dominanz, (an)sichten</a></li>
</ul>
<p>Irakkrieg und Demokratie</p>
<ul><li><a href='https://www.theguardian.com/us-news/2015/jun/09/donald-rumsfeld-iraq-war-democracy-contradiction'>Donald Rumsfeld denies he thought democracy in Iraq was 'realistic' goal, The Guardian</a></li>
<li><a href='https://www.theguardian.com/us-news/2020/jan/08/iran-us-iraq-war-2003-bush-trump-media'>'Wrong then, wrong now': US clash with Iran echoes march to Iraq war, The Guardian</a></li>
<li><a href='https://www.brookings.edu/articles/the-seven-deadly-sins-of-failure-in-iraq-a-retrospective-analysis-of-the-reconstruction/'>Kenneth Pollack, The Seven Deadly Sins of Failure in Iraq: A Retrospective Analysis of the Reconstruction</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Die Idee dieses Podcasts ist es nicht, Themen zu behandeln, die eine besonderen Bezug zu aktuellen Ereignissen haben, sondern Themen, die von grundsätzlicher Bedeutung sind und eine wesentliche Rolle für unsere Zukunft spielen. Daher gibt es auch keine Covid-19 Episode. Allerdings wurden und werden in diesem Podcast Themen besprochen, die für die Corona-Krise von zentraler Bedeutung sind. In der Vergangenheit waren das etwa folgende Episoden:</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/006-messen-was-messbar-ist/'>Episode 6: Messen was messbar ist</a>, über Daten und rationale Entscheidungen.</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episode 10: komplizierte Komplexität</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/011-ethik-oder-warum-wir-wissenschaft-nicht-den-wissenschaftern-uberlassen-sollten/'>Episode 11: Ethik und Wissenschaft</a>, warum es wichtig ist, ethische Entscheidungen nicht Wissenschafter zu überlassen.</li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17: Kooperation oder Wettbewerb</a>, gerade in der aktuellen Krise sehen wir, welche Rolle Kooperation spielt.</li>
</ul>
<p>Und diese Episode behandelt ein, eigentlich zwei Themen, die ebenso fundamental für die Zeit einer Krise und notwendiger Veränderungen in der Zukunft sind.</p>
<p>Der erste Begriff ist Frozen Accidents, der auf <a href='https://www.nobelprize.org/prizes/physics/1969/gell-mann/biographical/'>Murray Gell-Mann</a> und <a href='https://sichten.blogspot.com/2012/11/watsoncrick.html'>Francis Crick</a> zurückgeht.</p>

<p>»Now, most single accidents make very little difference to the future, but others may have widespread ramifications, many diverse consequences all traceable to one chance event that could have turned out differently. Those we call frozen accidents.«, Murray Gell-Mann</p>

<p>In dieser Episode werde ich den Begriff zur <em>Improvisation</em> nutzen um einen zweiten, den der Status Dominanz einzuführen und zu erklären. </p>
<p>Wir sehen an zahlreichen Beispielen um uns herum, wie stark der Status Quo, teilweise von Frozen Accidents (mit)verursacht eine Anziehung entwickelt (durch Strukturen und Systeme), die wir kaum mehr in der Lage sind zu verändern.</p>
<p>Auch unsere Risikoeinschätzung wird dadurch stark beeinflusst. Wer würde etwa heute eine Technologie einführen, die jedes Jahr 1,5 Millionen Menschen das Leben kosten und eine Vielzahl davon schwer verletzt?</p>
<p>Und nicht zuletzt stellt sich die Frage für die Zukunft: was bedeutet dies für die dringen notwendigen und fundamentalen Veränderungen in unserer Gesellschaft?</p>
<p>Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://fs.blog/2016/11/frozen-accidents/'>Frozen Accidents: Why the Future Is So Unpredictable</a></li>
<li><a href='https://www.theguardian.com/news/2020/apr/10/world-health-organization-who-v-coronavirus-why-it-cant-handle-pandemic'>WHO, Why it can't handle the pandemic, The Guardian</a></li>
<li><a href='https://sichten.blogspot.com/2020/03/das-paradox-der-vermiedenen-katastrophe.html'>Das Paradox der vermiedenen Katastrophe, (an)sichten</a></li>
<li><a href='https://sichten.blogspot.com/2020/03/frozen-accidents-und-status-dominanz.html'>Frozen Accidents und Status Dominanz, (an)sichten</a></li>
</ul>
<p>Irakkrieg und Demokratie</p>
<ul><li><a href='https://www.theguardian.com/us-news/2015/jun/09/donald-rumsfeld-iraq-war-democracy-contradiction'>Donald Rumsfeld denies he thought democracy in Iraq was 'realistic' goal, The Guardian</a></li>
<li><a href='https://www.theguardian.com/us-news/2020/jan/08/iran-us-iraq-war-2003-bush-trump-media'>'Wrong then, wrong now': US clash with Iran echoes march to Iraq war, The Guardian</a></li>
<li><a href='https://www.brookings.edu/articles/the-seven-deadly-sins-of-failure-in-iraq-a-retrospective-analysis-of-the-reconstruction/'>Kenneth Pollack, The Seven Deadly Sins of Failure in Iraq: A Retrospective Analysis of the Reconstruction</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary><![CDATA[Die Idee dieses Podcasts ist es nicht, Themen zu behandeln, die eine besonderen Bezug zu aktuellen Ereignissen haben, sondern Themen, die von grundsätzlicher Bedeutung sind und eine wesentliche Rolle für unsere Zukunft spielen. Daher gibt es auch keine Covid-19 Episode. Allerdings wurden und werden in diesem Podcast Themen besprochen, die für die Corona-Krise von zentraler Bedeutung sind. In der Vergangenheit waren das etwa folgende Episoden:
Episode 6: Messen was messbar ist, über Daten und rationale Entscheidungen.
Episode 10: komplizierte Komplexität
Episode 11: Ethik und Wissenschaft, warum es wichtig ist, ethische Entscheidungen nicht Wissenschafter zu überlassen.
Episode 17: Kooperation oder Wettbewerb, gerade in der aktuellen Krise sehen wir, welche Rolle Kooperation spielt.
Und diese Episode behandelt ein, eigentlich zwei Themen, die ebenso fundamental für die Zeit einer Krise und notwendiger Veränderungen in der Zukunft sind.
Der erste Begriff ist Frozen Accidents, der auf Murray Gell-Mann und Francis Crick zurückgeht.

»Now, most single accidents make very little difference to the future, but others may have widespread ramifications, many diverse consequences all traceable to one chance event that could have turned out differently. Those we call frozen accidents.«, Murray Gell-Mann

In dieser Episode werde ich den Begriff zur Improvisation nutzen um einen zweiten, den der Status Dominanz einzuführen und zu erklären. 
Wir sehen an zahlreichen Beispielen um uns herum, wie stark der Status Quo, teilweise von Frozen Accidents (mit)verursacht eine Anziehung entwickelt (durch Strukturen und Systeme), die wir kaum mehr in der Lage sind zu verändern.
Auch unsere Risikoeinschätzung wird dadurch stark beeinflusst. Wer würde etwa heute eine Technologie einführen, die jedes Jahr 1,5 Millionen Menschen das Leben kosten und eine Vielzahl davon schwer verletzt?
Und nicht zuletzt stellt sich die Frage für die Zukunft: was bedeutet dies für die dringen notwendigen und fundamentalen Veränderungen in unserer Gesellschaft?
Referenzen
Frozen Accidents: Why the Future Is So Unpredictable
WHO, Why it can't handle the pandemic, The Guardian
Das Paradox der vermiedenen Katastrophe, (an)sichten
Frozen Accidents und Status Dominanz, (an)sichten
Irakkrieg und Demokratie
Donald Rumsfeld denies he thought democracy in Iraq was 'realistic' goal, The Guardian
'Wrong then, wrong now': US clash with Iran echoes march to Iraq war, The Guardian
Kenneth Pollack, The Seven Deadly Sins of Failure in Iraq: A Retrospective Analysis of the Reconstruction
]]></itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:duration>2009</itunes:duration>
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        <itunes:episode>23</itunes:episode>
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            </item>
    <item>
        <title>022 – Biodiversität und komplexe Wechselwirkungen – Gespräch mit Prof. Franz Essl</title>
        <itunes:title>022 – Biodiversität und komplexe Wechselwirkungen – Gespräch mit Prof. Franz Essl</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/022-biodiversitat-und-komplexe-wechselwirkungen-gesprach-mit-prof-franz-essl/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/022-biodiversitat-und-komplexe-wechselwirkungen-gesprach-mit-prof-franz-essl/#comments</comments>        <pubDate>Thu, 02 Apr 2020 06:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Wir stecken in einer globalen Biodiversitäts-Krise. Diese Tatsache scheint durch den Fokus auf das natürlich ebenfalls kritische Thema des Klimawandels etwas aus dem Blick zu geraten. </p>
<p>In dieser Episode führe ich ein Gespräch mit Prof. Franz Essl, Ökologe (und Biodiversitätsforscher) an der Universität Wien:</p>
<p>Zunächst steht Biodiversität selbst im Zentrum des Gespräches: was versteht man darunter, wie hat sich dieser Begriff entwickelt.</p>
<p>Aus der letzten Frage heraus ergibt sich ein zweites wesentliches Themenfeld: Biodiversität steht in komplexer Interaktion mit anderen globalen Phänomenen und Problemen wie der Klimakrise, Wissenschaft, Landnutzung, Landwirtschaft und vielen anderen.</p>
<p>Damit kommen wir zu grundsätzlichere systemische Fragen in natürlichen Systemen und warum diese besondere und sehr schwierig handzuhabende Eigenschaften, wie z.B. Tipping Points und  zeigen.</p>
<p>Am Ende diskutieren wir ethische Aspekte und im besonderen die Frage der Verantwortung von Wissenschaft und Wissenschaftern, beziehungsweise die Rolle jedes Einzelnen im Umgang mit derartig existentiellen Fragen unserer Zeit.</p>
<p>Dieses Gespräch ist auch darum von großem Interesse für mich, weil es zahlreiche Anknüpfungspunkte zu Themen früherer Episoden gibt, die durch die Expertise von Prof. Essl erweitert und vertieft werden können. Dazu zählen:</p>
<ul><li>Episode 10: Der Begriff der Komplexität, Denken in Systemen, komplexe Ursachen und Wirkungszusammenhänge, Skaleneffekte</li>
<li>Episode 3: Das Ozonloch als ein anderes prominentes Beispiel unerwarteter Konsequenzen, wenn wir in großem Ausmaß mit den globalen Systemen interagieren, aber auch eines, wo wir vergleichsweise schnell zu politischen und ökonomischen Handlungsoptionen gelangt sind.</li>
<li>Episode 7, 8: Wird »alles« besser, wie manche Autoren heute behaupten, oder laufen wir in kaum mehr kontrollierbare existentielle Risiken?</li>
<li>Episode 21: Nicht zuletzt möchte ich auf die unmittelbar vorherige Episode #21 hinweisen. In dieser Episode beschäftige ich mich mit der Frage des Naturbegriffes und der Rolle des Menschen in der Natur</li>
</ul>
<p>Referenzen</p>
<p>Prof. Franz Essl, Univ. Wien</p>
<ul><li><a href='http://cvl.univie.ac.at/department/'>Univ. Wien. Conservation Biology, Vegetation Ecology and Landscape Ecology</a></li>
<li><a href='https://medienportal.univie.ac.at/videos/uni-wien-forscht/detailansicht/artikel/franz-essl-die-menschheit-steht-an-einem-wendepunkt/'>Video: »Die Menschheit steht an einem Wendepunkt«, Medienportal der Univ. Wien, Video</a></li>
<li><a href='https://www.biodiversityaustria.at/biodiversitaetsrat'>Biodiversitätsrat Österreich</a></li>
</ul>
<p>Frühere Episoden:</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/003-das-ozonloch-oder-unerwartete-konsequenzen/'>Episode 3: Das Ozonloch, oder: unerwartete Konsequenzen</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/007-alles-wird-besser-oder-nicht-teil-1/'>Episode 7: Alles wird besser... oder nicht? Teil 1</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/008-alles-wird-besser-oder-nicht-teil-2/'>Episode 8: Alles wird besser... oder nicht? Teil 2</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episode 10: Komplizierte Komplexität</a></li>
<li>Episode 21: Der Begriff der Natur</li>
</ul>
<p>Weitere Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=FGVW9vJ773k'>Alexandra Occasio-Cortez asks former Exxon Scientists on climate change denial (YouTube Video)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Wir stecken in einer globalen Biodiversitäts-Krise. Diese Tatsache scheint durch den Fokus auf das natürlich ebenfalls kritische Thema des Klimawandels etwas aus dem Blick zu geraten. </p>
<p>In dieser Episode führe ich ein Gespräch mit Prof. Franz Essl, Ökologe (und Biodiversitätsforscher) an der Universität Wien:</p>
<p>Zunächst steht Biodiversität selbst im Zentrum des Gespräches: was versteht man darunter, wie hat sich dieser Begriff entwickelt.</p>
<p>Aus der letzten Frage heraus ergibt sich ein zweites wesentliches Themenfeld: Biodiversität steht in komplexer Interaktion mit anderen globalen Phänomenen und Problemen wie der Klimakrise, Wissenschaft, Landnutzung, Landwirtschaft und vielen anderen.</p>
<p>Damit kommen wir zu grundsätzlichere systemische Fragen in natürlichen Systemen und warum diese besondere und sehr schwierig handzuhabende Eigenschaften, wie z.B. Tipping Points und  zeigen.</p>
<p>Am Ende diskutieren wir ethische Aspekte und im besonderen die Frage der Verantwortung von Wissenschaft und Wissenschaftern, beziehungsweise die Rolle jedes Einzelnen im Umgang mit derartig existentiellen Fragen unserer Zeit.</p>
<p>Dieses Gespräch ist auch darum von großem Interesse für mich, weil es zahlreiche Anknüpfungspunkte zu Themen früherer Episoden gibt, die durch die Expertise von Prof. Essl erweitert und vertieft werden können. Dazu zählen:</p>
<ul><li>Episode 10: Der Begriff der Komplexität, Denken in Systemen, komplexe Ursachen und Wirkungszusammenhänge, Skaleneffekte</li>
<li>Episode 3: Das Ozonloch als ein anderes prominentes Beispiel unerwarteter Konsequenzen, wenn wir in großem Ausmaß mit den globalen Systemen interagieren, aber auch eines, wo wir vergleichsweise schnell zu politischen und ökonomischen Handlungsoptionen gelangt sind.</li>
<li>Episode 7, 8: Wird »alles« besser, wie manche Autoren heute behaupten, oder laufen wir in kaum mehr kontrollierbare existentielle Risiken?</li>
<li>Episode 21: Nicht zuletzt möchte ich auf die unmittelbar vorherige Episode #21 hinweisen. In dieser Episode beschäftige ich mich mit der Frage des Naturbegriffes und der Rolle des Menschen in der Natur</li>
</ul>
<p>Referenzen</p>
<p>Prof. Franz Essl, Univ. Wien</p>
<ul><li><a href='http://cvl.univie.ac.at/department/'>Univ. Wien. Conservation Biology, Vegetation Ecology and Landscape Ecology</a></li>
<li><a href='https://medienportal.univie.ac.at/videos/uni-wien-forscht/detailansicht/artikel/franz-essl-die-menschheit-steht-an-einem-wendepunkt/'>Video: »Die Menschheit steht an einem Wendepunkt«, Medienportal der Univ. Wien, Video</a></li>
<li><a href='https://www.biodiversityaustria.at/biodiversitaetsrat'>Biodiversitätsrat Österreich</a></li>
</ul>
<p>Frühere Episoden:</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/003-das-ozonloch-oder-unerwartete-konsequenzen/'>Episode 3: Das Ozonloch, oder: unerwartete Konsequenzen</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/007-alles-wird-besser-oder-nicht-teil-1/'>Episode 7: Alles wird besser... oder nicht? Teil 1</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/008-alles-wird-besser-oder-nicht-teil-2/'>Episode 8: Alles wird besser... oder nicht? Teil 2</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/'>Episode 10: Komplizierte Komplexität</a></li>
<li>Episode 21: Der Begriff der Natur</li>
</ul>
<p>Weitere Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=FGVW9vJ773k'>Alexandra Occasio-Cortez asks former Exxon Scientists on climate change denial (YouTube Video)</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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In dieser Episode führe ich ein Gespräch mit Prof. Franz Essl, Ökologe (und Biodiversitätsforscher) an der Universität Wien:



Zunächst steht Biodiversität selbst im Zentrum des Gespräches: was versteht man darunter, wie hat sich dieser Begriff entwickelt.



Aus der letzten Frage heraus ergibt sich ein zweites wesentliches Themenfeld: Biodiversität steht in komplexer Interaktion mit anderen globalen Phänomenen und Problemen wie der Klimakrise, Wissenschaft, Landnutzung, Landwirtschaft und vielen anderen.



Damit kommen wir zu grundsätzlichere systemische Fragen in natürlichen Systemen und warum diese besondere und sehr schwierig handzuhabende Eigenschaften, wie z.B. Tipping Points und  zeigen.



Am Ende diskutieren wir ethische Aspekte und im besonderen die Frage der Verantwortung von Wissenschaft und Wissenschaftern, beziehungsweise die Rolle jedes Einzelnen im Umgang mit derartig existentiellen Fragen unserer Zeit.



Dieses Gespräch ist auch darum von großem Interesse für mich, weil es zahlreiche Anknüpfungspunkte zu Themen früherer Episoden gibt, die durch die Expertise von Prof. Essl erweitert und vertieft werden können. Dazu zählen:



- Episode 10: Der Begriff der Komplexität, Denken in Systemen, komplexe Ursachen und Wirkungszusammenhänge, Skaleneffekte

- Episode 3: Das Ozonloch als ein anderes prominentes Beispiel unerwarteter Konsequenzen, wenn wir in großem Ausmaß mit den globalen Systemen interagieren, aber auch eines, wo wir vergleichsweise schnell zu politischen und ökonomischen Handlungsoptionen gelangt sind.

- Episode 7, 8: Wird »alles« besser, wie manche Autoren heute behaupten, oder laufen wir in kaum mehr kontrollierbare existentielle Risiken?

- Episode 21: Nicht zuletzt möchte ich auf die unmittelbar vorherige Episode #21 hinweisen. In dieser Episode beschäftige ich mich mit der Frage des Naturbegriffes und der Rolle des Menschen in der Natur



Referenzen



Prof. Franz Essl, Univ. Wien



- Univ. Wien. Conservation Biology, Vegetation Ecology and Landscape Ecology

- Video: »Die Menschheit steht an einem Wendepunkt«, Medienportal der Univ. Wien, Video

- Biodiversitätsrat Österreich



Frühere Episoden:



- Episode 3: Das Ozonloch, oder: unerwartete Konsequenzen

- Episode 7: Alles wird besser... oder nicht? Teil 1

- Episode 8: Alles wird besser... oder nicht? Teil 2

- Episode 10: Komplizierte Komplexität

- Episode 21: Der Begriff der Natur



Weitere Referenzen



- Alexandra Occasio-Cortez asks former Exxon Scientists on climate change denial (YouTube Video)</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>021 – Der Begriff der Natur – oder: Leben im Anthropozän</title>
        <itunes:title>021 – Der Begriff der Natur – oder: Leben im Anthropozän</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/021-der-begriff-der-natur-oder-leben-im-anthropozan/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/021-der-begriff-der-natur-oder-leben-im-anthropozan/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 16 Mar 2020 05:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Ich möchte mit dieser Episode anregen – vielleicht auch ein wenig provozierend – über Begriffe nachzudenken: </p>
<ul><li>Natur</li>
<li>Umwelt</li>
<li>Umweltschutz</li>
<li>Umwelt und Wirtschaft</li>
<li>Anthropozän</li>
</ul>
<p>In welcher Form wir diese Begriffe interpretieren, stellt sich als fundamentale Weichenstellung heraus, wie wir mit unserer Zukunft umgehen.</p>

<p>»Ich habe mich oft gefragt: 'Was sagte der letzte Bewohner der Osterinsel, der gerade dabei war, die letzte Palme zu fällen?' Schrie er wie moderne Holzfäller: 'Wir brauchen keine Bäume, sondern Arbeitsplätze!'? Oder sagte er: 'Die Technik wird unsere Probleme schon lösen, keine Angst, wir werden einen Ersatz für das Holz finden'? Oder vielleicht: 'Wir haben keinen Beweis, dass es nicht an anderen Stellen auf der Osterinsel noch Palmen gibt, wir brauchen mehr Forschung, der Vorschlag, das Abholzen zu verbieten, ist voreilig und reine Angstmacherei'?«, Jared Diamond</p>

<p>Es macht auf sehr anschauliche Weise deutlich, wie sehr wir als Individuen auf die Probleme fokussiert sein können, die aus unserem Job, unserer Rolle in der Gesellschaft oder Wirtschaft entspringen. So fokussiert, dass wir völlig übersehen, dass wir durch den immer angestrengteren Versuch, unser Unternehmen, unsere Familie, unseren Staat aufrecht zu erhalten gerade die dafür notwendigen Fundamente zerstören. </p>
<p>In dieser Episode werden wir von Alexander von Humboldt hören: »Alles ist Wechselwirkung« und über das Verhältnis von Wirtschaft und Natur:</p>

<p>»Naturmenschen und Menschen früher Zivilisationen lebten in der Vorstellung einer geradezu grenzenlosen Fläche. [...] Es gab immer einen anderen Platz, den man aufsuchen konnte, wenn die Dinge zu schwierig wurden; entweder weil die Umwelt oder die sozialen Strukturen im bisherigen Lebensraum zerstört wurden. […] Besonders Ökonomen sind größtenteils gescheitert mit den Konsequenzen dieses Übergangs von einer offenen zu einer geschlossenen Welt zurechtzukommen.«, Kenneth Boulding</p>

<p>Was ist dieses – von Boulding, McLuhan und anderen eingeführte – »Spaceship Earth« (Raumschiff Erde), und wie kann es uns diese Idee weiterhelfen?</p>
<p> </p>
<p>Die Erde photographiert von der Apollo 8 Mission (1968)</p>
<p>Dann ist der Begriff der »Umwelt« an der Reihe. Macht dieser Begriff (und die traditionelle Umweltbewegung) heute überhaupt noch Sinn, oder verstellte er den Blick auf die Tatsache, dass wir in ein neues Erdzeitalter, das Anthropozän eingetreten sind und damit völlig neu über unser Verhältnis zur Welt nachzudenken haben?</p>

<p>»Wir waren immer verrückt, aber wir hatten nicht die Fähigkeiten die Welt zu zerstören. Jetzt haben wir sie.«, Nassim Taleb</p>

<p>Was wir angerichtet haben, fällt auf uns zurück. Niemand wird uns dabei helfen.</p>

<p>»Die Natur ist nicht länger am Steuer des Planeten, wir sind es. Es liegt in unserer Hand, was passieren wird.«, Mark Lynas</p>

<p>Was folgt aus dieser Aussage? Zunächst die Erkenntnis, dass ich in dieser Episode viele Türen öffne, viele Fragen aufwerfe und hoffe, zum Nachdenken und zur Diskussion anzuregen. In späteren Folgen, werde ich versuchen, verschiedene dieser Themen wieder aufzunehmen, auch in Gesprächen mit Gästen.</p>
<p>Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/31SNZ5a'>Jared Diamond, Kollaps, Warum Gesellschaften überleben oder untergehen, Fischer (2012)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/38kdGOf'>Andrea Wulf, Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur, C. Bertelsmann (2016)</a></li>
<li>Kenneth E. Boulding, The Economics of the Coming Spaceship Earth; In H. Jarrett (ed.) 1966. Environmental Quality in a Growing Economy, pp. 3-14. Baltimore, MD: Resources for the Future/Johns Hopkins University Press.</li>
<li>US Botschafter Adlai Stevenson bei einer UN-Ansprache im Jahr 1965 {Chris C. Park, The Environment, Psychology Press (2001)}</li>
<li><a href='https://amzn.to/38jXjkT'>Buckminster Fuller, Operating Manual for Spaceship Earth</a></li>
<li>Club of Rom 1972: Grenzen des Wachstums</li>
<li>The Anthropocene is functionally and stratigraphically distinct from the Holocene, Colin N. Waters et al., 8. Jan 2016</li>
<li><a href='https://amzn.to/2utMHBp'>Nassim Taleb, Skin in the Game, Penguin (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2SvlB4w'>Klaus Kornwachs, Philosophie der Technik, C.H.Beck Wissen (2013)</a></li>
<li><a href='http://www.scilogs.de/fischblog/geoengineering-haben-wir-berhaupt-noch-eine-wahl/'>Lars Fischer, Geoengineering – haben wir überhaupt noch eine Wahl?, SciLogs</a> (2010)</li>
<li><a href='https://amzn.to/2uCQZGw'>Mark Lynas, The God Species: How Humand Really Can Save the Planet</a></li>
</ul>
 ]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Ich möchte mit dieser Episode anregen – vielleicht auch ein wenig provozierend – über Begriffe nachzudenken: </p>
<ul><li>Natur</li>
<li>Umwelt</li>
<li>Umweltschutz</li>
<li>Umwelt und Wirtschaft</li>
<li>Anthropozän</li>
</ul>
<p>In welcher Form wir diese Begriffe interpretieren, stellt sich als fundamentale Weichenstellung heraus, wie wir mit unserer Zukunft umgehen.</p>

<p>»Ich habe mich oft gefragt: 'Was sagte der letzte Bewohner der Osterinsel, der gerade dabei war, die letzte Palme zu fällen?' Schrie er wie moderne Holzfäller: 'Wir brauchen keine Bäume, sondern Arbeitsplätze!'? Oder sagte er: 'Die Technik wird unsere Probleme schon lösen, keine Angst, wir werden einen Ersatz für das Holz finden'? Oder vielleicht: 'Wir haben keinen Beweis, dass es nicht an anderen Stellen auf der Osterinsel noch Palmen gibt, wir brauchen mehr Forschung, der Vorschlag, das Abholzen zu verbieten, ist voreilig und reine Angstmacherei'?«, Jared Diamond</p>

<p>Es macht auf sehr anschauliche Weise deutlich, wie sehr wir als Individuen auf die Probleme fokussiert sein können, die aus unserem Job, unserer Rolle in der Gesellschaft oder Wirtschaft entspringen. So fokussiert, dass wir völlig übersehen, dass wir durch den immer angestrengteren Versuch, unser Unternehmen, unsere Familie, unseren Staat aufrecht zu erhalten gerade die dafür notwendigen Fundamente zerstören. </p>
<p>In dieser Episode werden wir von Alexander von Humboldt hören: »Alles ist Wechselwirkung« und über das Verhältnis von Wirtschaft und Natur:</p>

<p>»Naturmenschen und Menschen früher Zivilisationen lebten in der Vorstellung einer geradezu grenzenlosen Fläche. [...] Es gab immer einen anderen Platz, den man aufsuchen konnte, wenn die Dinge zu schwierig wurden; entweder weil die Umwelt oder die sozialen Strukturen im bisherigen Lebensraum zerstört wurden. […] Besonders Ökonomen sind größtenteils gescheitert mit den Konsequenzen dieses Übergangs von einer offenen zu einer geschlossenen Welt zurechtzukommen.«, Kenneth Boulding</p>

<p>Was ist dieses – von Boulding, McLuhan und anderen eingeführte – »Spaceship Earth« (Raumschiff Erde), und wie kann es uns diese Idee weiterhelfen?</p>
<p> </p>
<p><em>Die Erde photographiert von der Apollo 8 Mission (1968)</em></p>
<p>Dann ist der Begriff der »Umwelt« an der Reihe. Macht dieser Begriff (und die traditionelle Umweltbewegung) heute überhaupt noch Sinn, oder verstellte er den Blick auf die Tatsache, dass wir in ein neues Erdzeitalter, das Anthropozän eingetreten sind und damit völlig neu über unser Verhältnis zur Welt nachzudenken haben?</p>

<p>»Wir waren immer verrückt, aber wir hatten nicht die Fähigkeiten die Welt zu zerstören. Jetzt haben wir sie.«, Nassim Taleb</p>

<p>Was wir angerichtet haben, fällt auf uns zurück. Niemand wird uns dabei helfen.</p>

<p>»Die Natur ist nicht länger am Steuer des Planeten, wir sind es. Es liegt in unserer Hand, was passieren wird.«, Mark Lynas</p>

<p>Was folgt aus dieser Aussage? Zunächst die Erkenntnis, dass ich in dieser Episode viele Türen öffne, viele Fragen aufwerfe und hoffe, zum Nachdenken und zur Diskussion anzuregen. In späteren Folgen, werde ich versuchen, verschiedene dieser Themen wieder aufzunehmen, auch in Gesprächen mit Gästen.</p>
<p>Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/31SNZ5a'>Jared Diamond, Kollaps, Warum Gesellschaften überleben oder untergehen, Fischer (2012)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/38kdGOf'>Andrea Wulf, Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur, C. Bertelsmann (2016)</a></li>
<li>Kenneth E. Boulding, The Economics of the Coming Spaceship Earth; In H. Jarrett (ed.) 1966. Environmental Quality in a Growing Economy, pp. 3-14. Baltimore, MD: Resources for the Future/Johns Hopkins University Press.</li>
<li>US Botschafter Adlai Stevenson bei einer UN-Ansprache im Jahr 1965 {Chris C. Park, The Environment, Psychology Press (2001)}</li>
<li><a href='https://amzn.to/38jXjkT'>Buckminster Fuller, Operating Manual for Spaceship Earth</a></li>
<li>Club of Rom 1972: Grenzen des Wachstums</li>
<li>The Anthropocene is functionally and stratigraphically distinct from the Holocene, Colin N. Waters et al., 8. Jan 2016</li>
<li><a href='https://amzn.to/2utMHBp'>Nassim Taleb, Skin in the Game, Penguin (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2SvlB4w'>Klaus Kornwachs, Philosophie der Technik, C.H.Beck Wissen (2013)</a></li>
<li><a href='http://www.scilogs.de/fischblog/geoengineering-haben-wir-berhaupt-noch-eine-wahl/'>Lars Fischer, Geoengineering – haben wir überhaupt noch eine Wahl?, SciLogs</a> (2010)</li>
<li><a href='https://amzn.to/2uCQZGw'>Mark Lynas, The God Species: How Humand Really Can Save the Planet</a></li>
</ul>
 ]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Ich möchte mit dieser Episode anregen – vielleicht auch ein wenig provozierend – über Begriffe nachzudenken:  Natur, Umwelt, Umweltschutz, Umwelt und Wirtschaft, Anthropozän.



In welcher Form wir diese Begriffe interpretieren, stellt sich als fundamentale Weichenstellung heraus, wie wir mit unserer Zukunft umgehen.



»Ich habe mich oft gefragt: ’Was sagte der letzte Bewohner der Osterinsel, der gerade dabei war, die letzte Palme zu fällen?’ Schrie er wie moderne Holzfäller: ’Wir brauchen keine Bäume, sondern Arbeitsplätze!’? Oder sagte er: ’Die Technik wird unsere Probleme schon lösen, keine Angst, wir werden einen Ersatz für das Holz finden’? Oder vielleicht: ’Wir haben keinen Beweis, dass es nicht an anderen Stellen auf der Osterinsel noch Palmen gibt, wir brauchen mehr Forschung, der Vorschlag, das Abholzen zu verbieten, ist voreilig und reine Angstmacherei’?«, Jared Diamond



Es macht auf sehr anschauliche Weise deutlich, wie sehr wir als Individuen auf die Probleme fokussiert sein können, die aus unserem Job, unserer Rolle in der Gesellschaft oder Wirtschaft entspringen. So fokussiert, dass wir völlig übersehen, dass wir durch den immer angestrengteren Versuch, unser Unternehmen, unsere Familie, unseren Staat aufrecht zu erhalten gerade die dafür notwendigen Fundamente zerstören. 



In dieser Episode werden wir von Alexander von Humboldt hören: »Alles ist Wechselwirkung« und über das Verhältnis von Wirtschaft und Natur:



»Naturmenschen und Menschen früher Zivilisationen lebten in der Vorstellung einer geradezu grenzenlosen Fläche. [...] Es gab immer einen anderen Platz, den man aufsuchen konnte, wenn die Dinge zu schwierig wurden; entweder weil die Umwelt oder die sozialen Strukturen im bisherigen Lebensraum zerstört wurden. […] Besonders Ökonomen sind größtenteils gescheitert mit den Konsequenzen dieses Übergangs von einer offenen zu einer geschlossenen Welt zurechtzukommen.«, Kenneth Boulding



Was ist dieses – von Boulding, McLuhan und anderen eingeführte – »Spaceship Earth« (Raumschiff Erde), und wie kann es uns diese Idee weiterhelfen?

 

// Die Erde photographiert von der Apollo 8 Mission (1968)



Dann ist der Begriff der »Umwelt« an der Reihe. Macht dieser Begriff (und die traditionelle Umweltbewegung) heute überhaupt noch Sinn, oder verstellte er den Blick auf die Tatsache, dass wir in ein neues Erdzeitalter, das Anthropozän eingetreten sind und damit völlig neu über unser Verhältnis zur Welt nachzudenken haben?



»Wir waren immer verrückt, aber wir hatten nicht die Fähigkeiten die Welt zu zerstören. Jetzt haben wir sie.«, Nassim Taleb



Was wir angerichtet haben, fällt auf uns zurück. Niemand wird uns dabei helfen.



»Die Natur ist nicht länger am Steuer des Planeten, wir sind es. Es liegt in unserer Hand, was passieren wird.«, Mark Lynas



Was folgt aus dieser Aussage? Zunächst die Erkenntnis, dass ich in dieser Episode viele Türen öffne, viele Fragen aufwerfe und hoffe, zum Nachdenken und zur Diskussion anzuregen. In späteren Folgen, werde ich versuchen, verschiedene dieser Themen wieder aufzunehmen, auch in Gesprächen mit Gästen.



Referenzen



- Jared Diamond, Kollaps, Warum Gesellschaften überleben oder untergehen, Fischer (2012)

- Andrea Wulf, Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur, C. Bertelsmann (2016)

- Kenneth E. Boulding, The Economics of the Coming Spaceship Earth; In H. Jarrett (ed.) 1966. Environmental Quality in a Growing Economy, pp. 3-14. Baltimore, MD: Resources for the Future/Johns Hopkins University Press.

- US Botschafter Adlai Stevenson bei einer UN-Ansprache im Jahr 1965 {Chris C. Park, The Environment, Psychology Press (2001)}

- Buckminster Fuller, Operating Manual for Spaceship Earth

- Club of Rom 1972: Grenzen des Wachstums

- The Anthropocene is functionally and stratigraphically distinct from the Holocene, Colin N. Waters et al., 8. Jan 2016

- Nassim Taleb, Skin in the Game, Penguin (2018)

- Klaus Kornwachs, Philosophie der Technik, C.H.Beck Wissen (2</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>020 – Offene Systeme – Teil 2: Gespräch mit Lukas Lang und Christoph Derndorfer</title>
        <itunes:title>020 – Offene Systeme – Teil 2: Gespräch mit Lukas Lang und Christoph Derndorfer</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/020-offene-systeme-teil-2-gesprach-mit-lukas-lang-und-christoph-derndorfer/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/020-offene-systeme-teil-2-gesprach-mit-lukas-lang-und-christoph-derndorfer/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 02 Mar 2020 06:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Dies ist der zweite, und wichtigere Teil zum Thema »Offene vs. geschlossene Systeme« und deren Auswirkungen auf Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.</p>
<p>Ich formuliere zunächst die These, dass wir in einer Zeit leben, wo versucht wird, wirtschaftliche und politische Macht auch durch Daten und geschlossene Systeme zu erreichen. Daraus könnte der Schluss folgen, dass wir zahlreiche dieser Probleme durch offene Systeme (Software, Daten, Hardware, Transparenz) lösen können.</p>
<p>Stimmt das?</p>
<p>Im Gespräch mit Christoph Derndorfer und Lukas lang diskutieren wir Themen wie:</p>
<ul><li>Offenheit in der Wissenschaft: steckt die Wissenschaft in einer Krise mangelnder Reproduzierbarkeit?</li>
<li>Open Source</li>
<li>Open Data</li>
<li>Open Hardware</li>
<li>Sind Algorithmen »neutral« und »apolitisch«?</li>
<li>Hilft Transparenz dem politischen Prozess?</li>
<li>Gibt es konkrete ökonomische Vorteile offene Systeme einzusetzen?</li>
<li>Verstehen wir überhaupt noch, wie die Systeme, die wesentliche Bereiche unserer Gesellschaft steuern, funktionieren? Was ist hier die geopolitische Dimension?</li>
</ul>
<p>Und zum Abschluss stelle ich die Frage (aus dem Vortrag von Hannah Fry »ausgeborgt«):</p>

<p>Angenommen, ein Bekannter von Euch steht vor Gericht: wäre es euch lieber, das Urteil wird von einem menschlichen Richter oder einem Algorithmus (»KI«) gesprochen?</p>

<p>Wie würden Sie entscheiden?</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Lukas Lang</p>
<ul><li>persönliche Website: <a href='https://lukaslang.github.io'>https://lukaslang.github.io</a></li>
<li>Twitter: <a href='https://twitter.com/lukaslang'>https://twitter.com/lukaslang</a></li>
</ul>
<p>Christoph Derndorfer</p>
<ul><li>persönliche Website: <a href='https://derndorfer.eu/'>https://derndorfer.eu/</a></li>
<li>Twitter: <a href='https://www.twitter.com/random_musings'>https://www.twitter.com/random_musings</a></li>
</ul>
<p> Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/019-offene-systeme-teil-1/'>Teil 1 dieses Themas: siehe Episode 19</a></li>
<li><a href='https://free-and-open-technologies.github.io'>Website der LVA "Free and Open Technologies"</a></li>
<li><a href='http://reproducibility.cs.arizona.edu/tr.pdf'>Studie zur Reproduzierbarkeit in der Informatik: Collberg, C. et al (2014), “Measuring Reproducibility in Computer Systems Research”</a></li>
<li><a href='http://odimpact.org/case-denmarks-open-address-data-set.html'>Adressdaten-Beispiel aus Dänemark: GovLab (2016), "Denmark's Open Address Data Set"</a></li>
<li><a href='https://www.bloomberg.com/news/articles/2019-06-24/facebook-is-building-an-oversight-board-can-that-fix-its-problems'>Facebook und das »Oversight Bord«</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=Rzhpf1Ai7Z4'>Hannah Fry, Should Computers Run the World?</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2UGJKIb'>Byung Chul-Han, Im Schwarm</a></li>
<li><a href='https://newrepublic.com/article/70097/against-transparency'>Lawrence Lessig, Against Transparency</a></li>
<li><a href='https://www.elementsofai.com'>Online Kurs »Elements of AI«</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Dies ist der zweite, und wichtigere Teil zum Thema »Offene vs. geschlossene Systeme« und deren Auswirkungen auf Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.</p>
<p>Ich formuliere zunächst die These, dass wir in einer Zeit leben, wo versucht wird, wirtschaftliche und politische Macht auch durch Daten und geschlossene Systeme zu erreichen. Daraus könnte der Schluss folgen, dass wir zahlreiche dieser Probleme durch offene Systeme (Software, Daten, Hardware, Transparenz) lösen können.</p>
<p><em>Stimmt das?</em></p>
<p>Im Gespräch mit Christoph Derndorfer und Lukas lang diskutieren wir Themen wie:</p>
<ul><li>Offenheit in der Wissenschaft: steckt die Wissenschaft in einer Krise mangelnder Reproduzierbarkeit?</li>
<li>Open Source</li>
<li>Open Data</li>
<li>Open Hardware</li>
<li>Sind Algorithmen »neutral« und »apolitisch«?</li>
<li>Hilft Transparenz dem politischen Prozess?</li>
<li>Gibt es konkrete ökonomische Vorteile offene Systeme einzusetzen?</li>
<li>Verstehen wir überhaupt noch, wie die Systeme, die wesentliche Bereiche unserer Gesellschaft steuern, funktionieren? Was ist hier die geopolitische Dimension?</li>
</ul>
<p>Und zum Abschluss stelle ich die Frage (aus dem Vortrag von Hannah Fry »ausgeborgt«):</p>

<p>Angenommen, ein Bekannter von Euch steht vor Gericht: wäre es euch lieber, das Urteil wird von einem menschlichen Richter oder einem Algorithmus (»KI«) gesprochen?</p>

<p><em>Wie würden Sie entscheiden?</em></p>
<p>Referenzen</p>
<p>Lukas Lang</p>
<ul><li>persönliche Website: <a href='https://lukaslang.github.io'>https://lukaslang.github.io</a></li>
<li>Twitter: <a href='https://twitter.com/lukaslang'>https://twitter.com/lukaslang</a></li>
</ul>
<p>Christoph Derndorfer</p>
<ul><li>persönliche Website: <a href='https://derndorfer.eu/'>https://derndorfer.eu/</a></li>
<li>Twitter: <a href='https://www.twitter.com/random_musings'>https://www.twitter.com/random_musings</a></li>
</ul>
<p> Fachliche Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/019-offene-systeme-teil-1/'>Teil 1 dieses Themas: siehe Episode 19</a></li>
<li><a href='https://free-and-open-technologies.github.io'>Website der LVA "Free and Open Technologies"</a></li>
<li><a href='http://reproducibility.cs.arizona.edu/tr.pdf'>Studie zur Reproduzierbarkeit in der Informatik: Collberg, C. et al (2014), “Measuring Reproducibility in Computer Systems Research”</a></li>
<li><a href='http://odimpact.org/case-denmarks-open-address-data-set.html'>Adressdaten-Beispiel aus Dänemark: GovLab (2016), "Denmark's Open Address Data Set"</a></li>
<li><a href='https://www.bloomberg.com/news/articles/2019-06-24/facebook-is-building-an-oversight-board-can-that-fix-its-problems'>Facebook und das »Oversight Bord«</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=Rzhpf1Ai7Z4'>Hannah Fry, Should Computers Run the World?</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2UGJKIb'>Byung Chul-Han, Im Schwarm</a></li>
<li><a href='https://newrepublic.com/article/70097/against-transparency'>Lawrence Lessig, Against Transparency</a></li>
<li><a href='https://www.elementsofai.com'>Online Kurs »Elements of AI«</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Dies ist der zweite, und wichtigere Teil zum Thema »Offene vs. geschlossene Systeme« und deren Auswirkungen auf Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.



Ich formuliere zunächst die These, dass wir in einer Zeit leben, wo versucht wird, Wirtschafts- und politische Macht auch durch Daten, und geschlossene Systeme zu erreichen. Daraus könnte der Schluss folgen, dass wir zahlreiche dieser Probleme durch offene Systeme (Software, Daten, Hardware, Transparenz) lösen können.



Stimmt das?



Im Gespräch mit Christoph Derndorfer und Lukas lang diskutieren wir Themen wie:



- Offenheit in der Wissenschaft: steckt die Wissenschaft in einer Krise mangelnder Reproduzierbarkeit?

- Open Source

- Open Data

- Open Hardware

- Sind Algorithmen »neutral« und »apolitisch«?

- Hilft Transparenz dem politischen Prozess?

- Gibt es konkrete ökonomische Vorteile offene Systeme einzusetzen?

- Verstehen wir überhaupt noch, wie die Systeme, die wesentliche Bereiche unserer Gesellschaft steuern, funktionieren? Was ist hier die geopolitische Dimension?



Und zum Abschluss stelle ich die Frage (aus dem Vortrag von Hannah Fry »ausgeborgt«):



Angenommen, ein Bekannter von Euch steht vor Gericht: wäre es euch lieber, das Urteil wird von einem menschlichen Richter oder einem Algorithmus (»KI«) gesprochen?



Wie würden Sie entscheiden?



Referenzen



Lukas Lang



- persönliche Website: https://lukaslang.github.io

- Twitter: https://twitter.com/lukaslang



Christoph Derndorfer



- persönliche Website: https://derndorfer.eu/

- Twitter: https://www.twitter.com/random_musings



Fachliche Referenzen



- Teil 1 dieses Themas: siehe Episode 19

- Website der LVA ”Free and Open Technologies”

- Studie zur Reproduzierbarkeit in der Informatik: Collberg, C. et al (2014), “Measuring - Reproducibility in Computer Systems Research”

- Adressdaten-Beispiel aus Dänemark: GovLab (2016), ”Denmark’s Open Address Data Set”

- Facebook und das »Oversight Bord«

- Hannah Fry, Should Computers Run the World?

- Byung Chul-Han, Im Schwarm

- Lawrence Lessig, Against Transparency

- Online Kurs »Elements of AI«</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:episodeType>full</itunes:episodeType>
            </item>
    <item>
        <title>019 – Offene Systeme – Teil 1</title>
        <itunes:title>019 – Offene Systeme – Teil 1</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/019-offene-systeme-teil-1/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/019-offene-systeme-teil-1/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 17 Feb 2020 06:10:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Diese Episode weicht wieder etwas von den bisherigen ab. Sie ist so etwas wie eine »Brückenepisode«. Ich baue hier eine thematische Brücke über eine Reihe vergangener Episoden auf. Der thematische Faden ist »was bedeutet Offenheit in Wissenschaft, Technik und Politik/Gesellschaft«?</p>
<p>Ich blicke zurück auf die Episoden 2, 12, 11, 6 und 18 und bringe die Aspekte, die sich auf Offenheit beziehen in einen Zusammenhang:</p>
<ul><li>Wissenschaftlicher Fortschritt und Kommunikation</li>
<li>ein Konflikt zwischen Ökonomie und Wissenschaft?</li>
<li>Ethische Fragen: wie können wir als Gesellschaft entscheiden?</li>
<li>Empirie und Kritik</li>
<li>Ergebnisoffenheit von Forschung</li>
<li>Zusammenspiel von Disziplinen</li>
<li>Erkenntnis und Demokratie</li>
</ul>
<p>Diese Folge ist auch ein Teaser für die nächste Episode, in der ich mit zwei Experten dieses Thema diskutieren werde.</p>

<p>»Wer steuert Wissenschaft und Technologie in einer Demokratie, wenn die Menschen nicht die geringste Ahnung davon haben. […] Wissenschaft ist mehr als gesammeltes Wissen; es ist eine Art und Weise zu denken. Eine Art, skeptisch das Universum zu befragen – aber immer mit dem Bewusstsein der menschlichen Fehlbarkeit.«, Carl Sagan</p>

<p>Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/2tzKUdk'>Karl-Heinz Göttert, Als die Natur noch sprach</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/38CgFSh'>Carl Sagan, The Demon-Haunted World</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/002-was_wissen_wir/'>Episode 2: Was wissen wir</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/012-wie-wir-die-zukunft-entdeckt-und-wieder-verloren-haben/'>Episode 12: Wie wir die Zukunft entdeckt und wieder verloren haben</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/011-ethik-oder-warum-wir-wissenschaft-nicht-den-wissenschaftern-uberlassen-sollten/'>Episode 11: Ethik, warum wir Wissenschaft nicht den Wissenschaftern überlassen sollten</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/006-messen-was-messbar-ist/'>Episode 6: Messen, was messbar ist?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/018-%E2%80%93-gesprach-mit-andreas-windisch-physik-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 18: Gespräch mit Andreas Windisch: Physik, Fortschritt oder Stagnation</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Diese Episode weicht wieder etwas von den bisherigen ab. Sie ist so etwas wie eine »Brückenepisode«. Ich baue hier eine thematische Brücke über eine Reihe vergangener Episoden auf. Der thematische Faden ist »was bedeutet Offenheit in Wissenschaft, Technik und Politik/Gesellschaft«?</p>
<p>Ich blicke zurück auf die Episoden 2, 12, 11, 6 und 18 und bringe die Aspekte, die sich auf Offenheit beziehen in einen Zusammenhang:</p>
<ul><li>Wissenschaftlicher Fortschritt und Kommunikation</li>
<li>ein Konflikt zwischen Ökonomie und Wissenschaft?</li>
<li>Ethische Fragen: wie können wir als Gesellschaft entscheiden?</li>
<li>Empirie und Kritik</li>
<li>Ergebnisoffenheit von Forschung</li>
<li>Zusammenspiel von Disziplinen</li>
<li>Erkenntnis und Demokratie</li>
</ul>
<p>Diese Folge ist auch ein Teaser für die nächste Episode, in der ich mit zwei Experten dieses Thema diskutieren werde.</p>

<p>»Wer steuert Wissenschaft und Technologie in einer Demokratie, wenn die Menschen nicht die geringste Ahnung davon haben. […] Wissenschaft ist mehr als gesammeltes Wissen; es ist eine Art und Weise zu denken. Eine Art, skeptisch das Universum zu befragen – aber immer mit dem Bewusstsein der menschlichen Fehlbarkeit.«, Carl Sagan</p>

<p>Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/2tzKUdk'>Karl-Heinz Göttert, Als die Natur noch sprach</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/38CgFSh'>Carl Sagan, The Demon-Haunted World</a></li>
</ul>
<p>Andere Episoden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/002-was_wissen_wir/'>Episode 2: Was wissen wir</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/012-wie-wir-die-zukunft-entdeckt-und-wieder-verloren-haben/'>Episode 12: Wie wir die Zukunft entdeckt und wieder verloren haben</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/011-ethik-oder-warum-wir-wissenschaft-nicht-den-wissenschaftern-uberlassen-sollten/'>Episode 11: Ethik, warum wir Wissenschaft nicht den Wissenschaftern überlassen sollten</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/006-messen-was-messbar-ist/'>Episode 6: Messen, was messbar ist?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/018-%E2%80%93-gesprach-mit-andreas-windisch-physik-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 18: Gespräch mit Andreas Windisch: Physik, Fortschritt oder Stagnation</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary>Diese Episode weicht wieder etwas von den bisherigen ab. Sie ist so etwas wie eine »Brückenepisode« – ich möchte hier versuchen eine thematische Brücke über eine Reihe vergangener Episoden zu bauen, den thematischen Faden »was bedeutet Offenheit in Wissenschaft, Technik und Politik/Gesellschaft« über diese Episoden ziehen?

Ich blicke zurück auf die Episoden 2, 12, 11, 6 und 18 und bringe die Aspekte, die sich auf Offenheit beziehen in einen Zusammenhang:



Wissenschaftlicher Fortschritt und Kommunikation

ein Konflikt zwischen Ökonomie und Wissenschaft?

Ethische Fragen: wie können wir als Gesellschaft entscheiden?

Empirie und Kritik

Ergebnisoffenheit von Forschung

Zusammenspiel von Disziplinen

Erkenntnis und Demokratie

Diese Folge ist auch ein Teaser für die nächste Episode, in der ich mit zwei Experten dieses Thema diskutieren werde.



Referenzen



Karl-Heinz Göttert, Als die Natur noch sprach

Episode 2: Was wissen wir

Episode 12: Wie wir die Zukunft entdeckt und wieder verloren haben

Episode 11: Ethik, warum wir Wissenschaft nicht den Wissenschaftern überlassen sollten

Episode 6: Messen, was messbar ist?

Episode 18: Gespräch mit Andreas Windisch: Physik, Fortschritt oder Stagnation</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>018 – Gespräch mit Andreas Windisch: Physik, Fortschritt oder Stagnation</title>
        <itunes:title>018 – Gespräch mit Andreas Windisch: Physik, Fortschritt oder Stagnation</itunes:title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/018-%e2%80%93-gesprach-mit-andreas-windisch-physik-fortschritt-oder-stagnation/#comments</comments>        <pubDate>Thu, 30 Jan 2020 06:00:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Schon in der ersten Episode habe ich darauf aufmerksam gemacht, dass ich mit dem Format des Podcasts noch experimentieren möchte. Mit dieser Episode beginne ich neben Vorträgen/Monologen erstmals auch Gespräche in den Podcast einzuführen.</p>
<p>Die Monolog-Episoden (wie bisher) wird es auch in der Zukunft geben, vielen Dank für die vielen positiven Rückmeldungen.</p>
<p>Die konkrete Idee ist, Themen in Form von Monologen einzuführen, dann aber mit Gesprächen zu vertiefen oder verbreitern, je nachdem, sowie meine Aussagen einer kritischen Prüfung zu unterziehen.</p>
<p>In dieser ersten Gesprächs-Episode steht mir Dr. Andreas Windisch zur Seite, ein hervorragender Physiker und Mathematiker. Wir greifen ein Thema auf, dass ich in den Episoden 15, 16 und 17 eingeführt habe: erleben wir Fortschritt oder Stagnation?</p>
<p>Mit Andreas tauchen wir jetzt hier am Beispiel der Physik tiefer ein und diskutieren die Aspekte, die ich in den vorigen Episoden versucht habe einzuführen.</p>
<p>Wir sprechen über die wesentlichen Fortschritte der Physik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und was sich danach verändert hat, den Zusammenhang zwischen Mathematik, Theorie und Experiment. Anhand einiger Beispiele diskutieren wir die enormen Aufwänden, mit denen moderne Experimente in der Physik verbunden sind, und welche Konsequenz das für Wissenschaft und Technik hat.</p>
<p>Nicht zuletzt greifen wir die Frage auf, ob wir es nun mit einer Stagnation zu tun haben und was die Ursachen sein könnten, die auch über die Physik hinaus wirken. Was ist die Rolle der Gesellschaft, der Wissenschaft und wer entscheidet, in welche Richtung sich Forschung entwickelt.</p>
<p>Herzlichen Dank an Dr. Andreas Windisch für dieses Gespräch!</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Dr. Andreas Windisch</p>
<ul><li><a href='https://www.linkedin.com/in/andreas-windisch-physics/'>LinkedIn</a></li>
<li><a href='mailto:andreas.windisch@silicon-austria.com'>Email</a></li>
<li><a href='https://silicon-austria-labs.com/'>Silicon Austria Labs</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen: es gibt für diese Episode keine neuen fachlichen Referenzen, wir beziehen uns auf Themen und Referenzen, die in den folgenden Episoden eingeführt wurden</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/015-%E2%80%93-innovation-oder-fortschritt/'>Episode 15: Innovation oder Fortschritt?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/016-%E2%80%93-innovation-und-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 16: Innovation und Fortschritt oder Stagnation?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17: Kooperation</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Schon in der ersten Episode habe ich darauf aufmerksam gemacht, dass ich mit dem Format des Podcasts noch experimentieren möchte. Mit dieser Episode beginne ich neben Vorträgen/Monologen erstmals auch Gespräche in den Podcast einzuführen.</p>
<p><em>Die Monolog-Episoden (wie bisher) wird es auch in der Zukunft geben, vielen Dank für die vielen positiven Rückmeldungen.</em></p>
<p>Die konkrete Idee ist, Themen in Form von Monologen einzuführen, dann aber mit Gesprächen zu vertiefen oder verbreitern, je nachdem, sowie meine Aussagen einer kritischen Prüfung zu unterziehen.</p>
<p>In dieser ersten Gesprächs-Episode steht mir Dr. Andreas Windisch zur Seite, ein hervorragender Physiker und Mathematiker. Wir greifen ein Thema auf, dass ich in den Episoden 15, 16 und 17 eingeführt habe: erleben wir Fortschritt oder Stagnation?</p>
<p>Mit Andreas tauchen wir jetzt hier am Beispiel der Physik tiefer ein und diskutieren die Aspekte, die ich in den vorigen Episoden versucht habe einzuführen.</p>
<p>Wir sprechen über die wesentlichen Fortschritte der Physik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und was sich danach verändert hat, den Zusammenhang zwischen Mathematik, Theorie und Experiment. Anhand einiger Beispiele diskutieren wir die enormen Aufwänden, mit denen moderne Experimente in der Physik verbunden sind, und welche Konsequenz das für Wissenschaft und Technik hat.</p>
<p>Nicht zuletzt greifen wir die Frage auf, ob wir es nun mit einer Stagnation zu tun haben und was die Ursachen sein könnten, die auch über die Physik hinaus wirken. Was ist die Rolle der Gesellschaft, der Wissenschaft und wer entscheidet, in welche Richtung sich Forschung entwickelt.</p>
<p>Herzlichen Dank an Dr. Andreas Windisch für dieses Gespräch!</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Dr. Andreas Windisch</p>
<ul><li><a href='https://www.linkedin.com/in/andreas-windisch-physics/'>LinkedIn</a></li>
<li><a href='mailto:andreas.windisch@silicon-austria.com'>Email</a></li>
<li><a href='https://silicon-austria-labs.com/'>Silicon Austria Labs</a></li>
</ul>
<p>Fachliche Referenzen: <em>es gibt für diese Episode keine neuen fachlichen Referenzen, wir beziehen uns auf Themen und Referenzen, die in den folgenden Episoden eingeführt wurden</em></p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/015-%E2%80%93-innovation-oder-fortschritt/'>Episode 15: Innovation oder Fortschritt?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/016-%E2%80%93-innovation-und-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode 16: Innovation und Fortschritt oder Stagnation?</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%E2%80%93-kooperation/'>Episode 17: Kooperation</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Schon in der ersten Episode habe ich darauf aufmerksam gemacht, dass ich mit dem Format des Podcasts noch experimentieren möchte. Mit dieser Episode beginne ich neben Vorträgen/Monologen erstmals auch Gespräche in den Podcast einzuführen.



Die Monolog-Episoden (wie bisher) wird es auch in der Zukunft geben, vielen Dank für die vielen positiven Rückmeldungen.



Die konkrete Idee ist, Themen in Form von Monologen einzuführen, dann aber mit Gesprächen zu vertiefen oder verbreitern, je nachdem, sowie meine Aussagen einer kritischen Prüfung zu unterziehen.



In dieser ersten Gesprächs-Episode steht mir Dr. Andreas Windisch zur Seite, ein hervorragender Physiker und Mathematiker. Wir greifen ein Thema auf, dass ich in den Episoden 15, 16 und 17 eingeführt habe: erleben wir Fortschritt oder Stagnation?



Mit Andreas tauchen wir jetzt hier am Beispiel der Physik tiefer ein und diskutieren die Aspekte, die ich in den vorigen Episoden versucht habe einzuführen.



Wir sprechen über die wesentlichen Fortschritte der Physik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und was sich danach verändert hat, den Zusammenhang zwischen Mathematik, Theorie und Experiment. Anhand einiger Beispiele diskutieren wir die enormen Aufwänden, mit denen moderne Experimente in der Physik verbunden sind, und welche Konsequenz das für Wissenschaft und Technik hat.



Nicht zuletzt greifen wir die Frage auf, ob wir es nun mit einer Stagnation zu tun haben und was die Ursachen sein könnten, die auch über die Physik hinaus wirken. Was ist die Rolle der Gesellschaft, der Wissenschaft und wer entscheidet, in welche Richtung sich Forschung entwickelt.



Herzlichen Dank an Dr. Andreas Windisch für dieses Gespräch!



Referenzen



Dr. Andreas Windisch



LinkedIn

Email

Silicon Austria Labs

Fachliche Referenzen: es gibt für diese Episode keine neuen fachlichen Referenzen, wir beziehen uns auf Themen und Referenzen, die in den folgenden Episoden eingeführt wurden



Episode 15: Innovation oder Fortschritt?

Episode 16: Innovation und Fortschritt oder Stagnation?

Episode 17: Kooperation</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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    <item>
        <title>017 – Kooperation</title>
        <itunes:title>017 – Kooperation</itunes:title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/017-%e2%80%93-kooperation/#comments</comments>        <pubDate>Sun, 19 Jan 2020 22:04:27 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Essen oder gegessen werden – wir bereiten unsere Kinder, jungen Erwachsenen und Studenten auf eine Welt des Wettbewerbes vor. Homo Homini Lupus im modernen Gewande.</p>
<p>Aber passt dies überhaupt zu den Problemen der heutigen Zeit? Ist diese Ideologie die richtige um tatsächlich Fortschritt zu erzielen?</p>

<p>»Marx: alle Sinne reduzieren sich auf das Haben. Solidarität wird ersetzt durch egoistische Konkurrenz und Macht.«, Michael Quante</p>

<p>Zwei Seiten einer Medaille als Kontext: »Die Tragödie des Menschen und der Allmende«.</p>
<p>Eineseits sprechen wir, nach Arnold Gehlen, über den Mensch als Mängelwesen, das aber über die Fähigkeit der Kooperation zur dominierenden Spezies des Planeten geworden ist, andererseits Garrett Hardin, tragedy of the commons – wo das bisherige Ende dieser Kooperation zu erkennen war. Natürliche Ressourcen werden bis zum Kollaps zerstört.</p>
<p>Kooperation in modernem Gewande, nicht Wettbewerb, hat in der Vergangenheit zu enormen Leistungen verholfen, denken wir an die Mondlandung, das Manhatten Projekt, den Umgang mit SARS, AIDS oder dem <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/003-das-ozonloch-oder-unerwartete-konsequenzen/'>Ozonloch</a>.</p>
<p>Aber dort, wo es heute am wichtigsten ist, zum Beispiel dem Klimawandel, kommen wir nicht voran.</p>
<p>Wie kann eine kooperative Nutzung wesentlicher Ressourcen in der Zukunft aussehen? Welche Rolle spielen moderne Technologien wie die künstliche Intelligenz?</p>
<p>Andere Episoden:</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/003-das-ozonloch-oder-unerwartete-konsequenzen/'>Episode #3: Unerwartete Konsequenzen, das Ozonloch</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/006-messen-was-messbar-ist/'>Episode #6: Messen was messbar ist</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/016-%E2%80%93-innovation-und-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode #16: Innovation und Fortschritt oder Stagnation</a></li>
</ul>
<p>Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.wdr.de/programmvorschau/wdr5/sendung/2020-01-03/44160007/das-philosophische-radio.html'>Michael Quante, Das philosophische Radio, WDR5, 3.1.2020</a></li>
<li><a href='https://www.nzz.ch/article9C9U5-1.204811'>Der Mensch als Mängelwesen, NZZ 24.01.2004</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2G1wt4z'>Klaus Kornwachs, Philosophie der Technik (C.H.Beck Wissen) (2013)</a></li>
<li><a href='https://blogs.scientificamerican.com/cross-check/bethe-teller-trinity-and-the-end-of-earth/'>Teller und Oppenheimer, Das Ende der Welt?</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2udKrNZ'>Nassim Taleb, Skin in the Game (2018)</a></li>
<li>Keith Carlisle, Rebecca L. Gruby, Polycentric Systems of Governance: A Theoretical Model for the Commons, The Policy Studies Journal, Vol. 00, No. 00, 2017</li>
<li><a href='https://sustainability.asu.edu/news/archive/7-principles-for-building-resilience-illustrated/'>Seven principles of resilience, Stockholm Resilience Centre</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p><em>Essen oder gegessen werden</em> – wir bereiten unsere Kinder, jungen Erwachsenen und Studenten auf eine Welt des Wettbewerbes vor. Homo Homini Lupus im modernen Gewande.</p>
<p>Aber passt dies überhaupt zu den Problemen der heutigen Zeit? Ist diese Ideologie die richtige um tatsächlich Fortschritt zu erzielen?</p>

<p>»Marx: alle Sinne reduzieren sich auf das Haben. Solidarität wird ersetzt durch egoistische Konkurrenz und Macht.«, Michael Quante</p>

<p>Zwei Seiten einer Medaille als Kontext: »Die Tragödie des Menschen und der Allmende«.</p>
<p>Eineseits sprechen wir, nach Arnold Gehlen, über den Mensch als Mängelwesen, das aber über die Fähigkeit der Kooperation zur dominierenden Spezies des Planeten geworden ist, andererseits Garrett Hardin, tragedy of the commons – wo das bisherige Ende dieser Kooperation zu erkennen war. Natürliche Ressourcen werden bis zum Kollaps zerstört.</p>
<p>Kooperation in modernem Gewande, nicht Wettbewerb, hat in der Vergangenheit zu enormen Leistungen verholfen, denken wir an die <em>Mondlandung</em>, das <em>Manhatten Projekt</em>, den Umgang mit <em>SARS, AIDS</em> oder dem <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/003-das-ozonloch-oder-unerwartete-konsequenzen/'><em>Ozonloch</em></a>.</p>
<p>Aber dort, wo es heute am wichtigsten ist, zum Beispiel dem Klimawandel, kommen wir nicht voran.</p>
<p>Wie kann eine kooperative Nutzung wesentlicher Ressourcen in der Zukunft aussehen? Welche Rolle spielen moderne Technologien wie die künstliche Intelligenz?</p>
<p>Andere Episoden:</p>
<ul><li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/003-das-ozonloch-oder-unerwartete-konsequenzen/'>Episode #3: Unerwartete Konsequenzen, das Ozonloch</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/006-messen-was-messbar-ist/'>Episode #6: Messen was messbar ist</a></li>
<li><a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/016-%E2%80%93-innovation-und-fortschritt-oder-stagnation/'>Episode #16: Innovation und Fortschritt oder Stagnation</a></li>
</ul>
<p>Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.wdr.de/programmvorschau/wdr5/sendung/2020-01-03/44160007/das-philosophische-radio.html'>Michael Quante, Das philosophische Radio, WDR5, 3.1.2020</a></li>
<li><a href='https://www.nzz.ch/article9C9U5-1.204811'>Der Mensch als Mängelwesen, NZZ 24.01.2004</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2G1wt4z'>Klaus Kornwachs, Philosophie der Technik (C.H.Beck Wissen) (2013)</a></li>
<li><a href='https://blogs.scientificamerican.com/cross-check/bethe-teller-trinity-and-the-end-of-earth/'>Teller und Oppenheimer, Das Ende der Welt?</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2udKrNZ'>Nassim Taleb, Skin in the Game (2018)</a></li>
<li>Keith Carlisle, Rebecca L. Gruby, Polycentric Systems of Governance: A Theoretical Model for the Commons, The Policy Studies Journal, Vol. 00, No. 00, 2017</li>
<li><a href='https://sustainability.asu.edu/news/archive/7-principles-for-building-resilience-illustrated/'>Seven principles of resilience, Stockholm Resilience Centre</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary>Essen oder gegessen werden – wir bereiten unsere Kinder, jungen Erwachsenen und Studenten auf eine Welt des Wettbewerbes vor. Homo Homini Lupus im modernen Gewande.



Aber passt dies überhaupt zu den Problemen der heutigen Zeit? Ist diese Ideologie die richtige um tatsächlich Fortschritt zu erzielen?



»Marx: alle Sinne reduzieren sich auf das Haben. Solidarität wird ersetzt durch egoistische Konkurrenz und Macht.«, Michael Quante



Zwei Seiten einer Medaille als Kontext: »Die Tragödie des Menschen und der Allmende«.



Eineseits sprechen wir, nach Arnold Gehlen, über den Mensch als Mängelwesen, das aber über die Fähigkeit der Kooperation zur dominierenden Spezies des Planeten geworden ist, andererseits Garrett Hardin, tragedy of the commons – wo das bisherige Ende dieser Kooperation zu erkennen war. Natürliche Ressourcen werden bis zum Kollaps zerstört.



Kooperation in modernem Gewande, nicht Wettbewerb, hat in der Vergangenheit zu enormen Leistungen verholfen, denken wir an die Mondlandung, das Manhatten Projekt, den Umgang mit SARS, AIDS oder dem Ozonloch.



Aber dort, wo es heute am wichtigsten ist, zum Beispiel dem Klimawandel, kommen wir nicht voran.



Wie kann eine kooperative Nutzung wesentlicher Ressourcen in der Zukunft aussehen? Welche Rolle spielen moderne Technologien wie die künstliche Intelligenz?



Andere Episoden:



Episode #3: Unerwartete Konsequenzen, das Ozonloch

Episode #6: Messen was messbar ist

Episode #16: Innovation und Fortschritt oder Stagnation



Referenzen



- Michael Quante, Das philosophische Radio, WDR5, 3.1.2020

- Der Mensch als Mängelwesen, NZZ 24.01.2004

- Klaus Kornwachs, Philosophie der Technik (C.H.Beck Wissen) (2013)

- Teller und Oppenheimer, Das Ende der Welt?

- Nassim Taleb, Skin in the Game (2018)

- Keith Carlisle, Rebecca L. Gruby, Polycentric Systems of Governance: A Theoretical Model for the -Commons, The Policy Studies Journal, Vol. 00, No. 00, 2017

- Seven principles of resilience, Stockholm Resilience Centre</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:block>No</itunes:block>
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        <itunes:episode>17</itunes:episode>
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            </item>
    <item>
        <title>016 – Innovation und Fortschritt oder Stagnation?</title>
        <itunes:title>016 – Innovation und Fortschritt oder Stagnation?</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/016-%e2%80%93-innovation-und-fortschritt-oder-stagnation/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/016-%e2%80%93-innovation-und-fortschritt-oder-stagnation/#comments</comments>        <pubDate>Fri, 03 Jan 2020 17:51:29 +0100</pubDate>
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<p>»Überhaupt hat der Fortschritt das an sich, daß er viel größer ausschaut, als er wirklich ist.«, Johann Nestroy</p>

<p>In der vorigen Episode habe ich versucht das Zusammenspiel von Innovation und Fortschritt unter die Lupe zu nehmen. Ziel war es zum Nachdenken und vor allem auch zum Widerspruch anzuregen. Ich freue mich auch weiterhin über Anregungen und Kommentare.</p>
<p>In dieser Episode gehe ich einen – etwas spekulativen – Schritt oder Frage weiter. Scheitern wir vielleicht nicht nur daran zwischen Innovation und Fortschritt zu unterscheiden, sondern ist das Problem vielleicht wesentlich tiefer liegend: leben wir in einem Zeitalter der Stagnation, wo zwar viel Lärm gemacht wird, sich tatsächlich aber recht wenig bewegt?</p>
<p>Ein Blick zurück. Philipp Blom beschreibt die tatsächlich enormen Umwälzungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Als bemerkenswertes Beispiel greife ich die Neurasthenie heraus, die zeigt, als wie schnell und überwältigend diese Entwicklungen wahrgenommen wurden. Blom zitiert einen George Miller Beard, Art der Zeit:</p>

<p>»Es gibt eine große Familie von funktionellen nervösen Störungen, die unter den hinter verschlossenen Türen arbeitende Klassen der zivilisierten Länder immer häufiger werden. In diesem Land beträgt die Anzahl der Menschen, die an dieser Krankheit leiden, Hunderttausende«</p>

<p>In der Tat ist auch objektiv eine enorme Entwicklung in Wissenschaft, Technik und Gesellschaft zwischen 1900 und 1960 zu beobachten. </p>
<p>In einem Gespräch kommen Peter Thiel, Eric Weinstein zu der Erkenntnis, dass wir in einem Zeitalter der Stagnation (seit den 1970er Jahren) leben; mit wenigen Ausnahmen (vor allem Informationstechnologie uns Software). Stagnation in der Wissenschaft, der Technologie aber auch kaum Wirtschaftswachstum. Volatität wird als Dynamik missverstanden.</p>
<p>Der absolut überwiegende Teil der wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen auch der heutigen Zeit wurden vor den 1970er Jahren gelegt.</p>
<p>Haben wir ein Problem in der Wissenschaft (ist es ein fundamentales Erkenntnisproblem, oder eines der wissenschaftlichen Praxis)? in der Umsetzung in die Technologie? In unseren Organisationen?</p>

<p>»Wir leben in einer Art von intellektuellen Truman-Show, wo alles um uns herum falsch ist und etwas super-aufregendes passieren wird.«, Eric Weinstein</p>

<p>Thiel und Weinstein sind nicht die einzigen, die derartige Ideen vertreten: Artikel von Frank Schirrmacher und David Graeber sowie ökonomische Aspekte durch Robert Gordon: keine nennenswerte Zunahme an Produktivität, Innovation und Wachstum in den letzten Jahrzehnten.</p>
<p>Zuletzt werfen wir einen Blick auf die sehr interessanten Beobachtungen der Physikerin Sabine Hossenfelder, die ähnliche Beobachtungen aus der Innensicht der modernen (theoretischen) Physik macht.</p>

<p>»Meine Generation ist bemerkenswert erfolglos – in mehr als 30 Jahren ist es uns nicht gelungen, die Grundlagen der Physik zu verbessern«</p>

<p>Aber so erfolglos können wir gar nicht sein, dass wir die Lautstärke des Marketings nicht ständig aufdrehen.</p>
<p>Stimmt es also, dass wir – entgegen dem lautstarken Marketing – tatsächlich eher in einer Welt der wissenschaftlichen und technologischen Stagnation leben?</p>
<p>Und falls das so ist: warum ist das für unsere Gesellschaft und Zukunft von größter Bedeutung!?</p>
<p>Wie immer: schicken Sie mir Ihre Meinungen, Kritikpunkte, Ergänzungen, z.B. über <a href='https://twitter.com/alex_buzz'>Twitter</a>, und über dieses <a href='https://forms.gle/xuV4GKYSvA7hG5af9'>Feedback-Formular</a>.</p>
<p>Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/37BLy8L'>Philipp Blom, Der taumelnde Kontinent: Europa 1900–1914 (2011)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=nM9f0W2KD5s'>The Portal: Eric Weinstein, Peter Thiel (im besonderen die ersten 30–40 Minuten)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=eF0cz9OmCGw'>David Graeber im Gespräch mit Peter Thiel, Where did the future go?</a></li>
<li><a href='https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/neil-armstrongs-epoche-das-drama-einer-enttaeuschung-11869090.html'>Frank Schirrmacher, Neil Armstrongs Epoche: Das Drama einer Enttäuschung (FAZ) (ca. 2012)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2YVPpKE'>Klaus Kornwachs, Philosophie der Technik (C.H.Beck Wissen) (2013)</a></li>
<li><a href='http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/201411/antibiotika-keime-resistenz-bakterien'>Antibiotika: Das Wundermittel wirkt nicht mehr, ZEIT Online</a></li>
<li><a href='https://www.heise.de/newsticker/meldung/Missing-Link-Der-3D-Drucker-oder-die-industrielle-Revolution-die-nicht-stattfand-4480733.html'>Missing Link: Der 3D-Drucker, oder: die industrielle Revolution, die nicht stattfand</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/36nXvym'>David Graeber, Bürokratie, Die Utopie der Regeln (2017)</a></li>
<li><a href='https://www.ted.com/talks/robert_gordon_the_death_of_innovation_the_end_of_growth'>Robert Gordon, The death of innovation, the end of growth (TED-Talk)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/36nXs5E'>Sabine Hossenfelder, Lost in Math</a></li>
<li><a href='https://www.derstandard.at/story/1562602/dienst-ohne-vorschrift'>Konrad Paul Liessmann, Dienst ohne Vorschrift – 200 Jahre nach seinem Tod wäre Immanuel Kant, einer der größten Denker der Moderne, chancenlos, sich im heutigen Wissenschaftsbetrieb durchzusetzen. Der Standard, 6. Februar 2004</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2QkOh0e'>Edward Snowden, Permanent Record (2019)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/35ppLPP'>Tim Jackson, Prosperity without Growth (2009, 2016)</a> </li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[
<p>»Überhaupt hat der Fortschritt das an sich, daß er viel größer ausschaut, als er wirklich ist.«, Johann Nestroy</p>

<p>In der vorigen Episode habe ich versucht das Zusammenspiel von Innovation und Fortschritt unter die Lupe zu nehmen. Ziel war es zum Nachdenken und vor allem auch zum Widerspruch anzuregen. Ich freue mich auch weiterhin über Anregungen und Kommentare.</p>
<p>In dieser Episode gehe ich einen – etwas spekulativen – Schritt oder Frage weiter. Scheitern wir vielleicht nicht nur daran zwischen Innovation und Fortschritt zu unterscheiden, sondern ist das Problem vielleicht wesentlich tiefer liegend: leben wir in einem Zeitalter der Stagnation, wo zwar viel Lärm gemacht wird, sich tatsächlich aber recht wenig bewegt?</p>
<p>Ein Blick zurück. Philipp Blom beschreibt die tatsächlich enormen Umwälzungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Als bemerkenswertes Beispiel greife ich die <em>Neurasthenie </em>heraus, die zeigt, als wie schnell und überwältigend diese Entwicklungen wahrgenommen wurden. Blom zitiert einen George Miller Beard, Art der Zeit:</p>

<p>»Es gibt eine große Familie von funktionellen nervösen Störungen, die unter den hinter verschlossenen Türen arbeitende Klassen der zivilisierten Länder immer häufiger werden. In diesem Land beträgt die Anzahl der Menschen, die an dieser Krankheit leiden, Hunderttausende«</p>

<p>In der Tat ist auch objektiv eine enorme Entwicklung in Wissenschaft, Technik und Gesellschaft zwischen 1900 und 1960 zu beobachten. </p>
<p>In einem Gespräch kommen Peter Thiel, Eric Weinstein zu der Erkenntnis, dass wir in einem Zeitalter der Stagnation (seit den 1970er Jahren) leben; mit wenigen Ausnahmen (vor allem Informationstechnologie uns Software). Stagnation in der Wissenschaft, der Technologie aber auch kaum Wirtschaftswachstum. Volatität wird als Dynamik missverstanden.</p>
<p>Der absolut überwiegende Teil der wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen auch der heutigen Zeit wurden vor den 1970er Jahren gelegt.</p>
<p>Haben wir ein Problem in der Wissenschaft (ist es ein fundamentales Erkenntnisproblem, oder eines der wissenschaftlichen Praxis)? in der Umsetzung in die Technologie? In unseren Organisationen?</p>

<p>»Wir leben in einer Art von intellektuellen Truman-Show, wo alles um uns herum falsch ist und etwas super-aufregendes passieren wird.«, Eric Weinstein</p>

<p>Thiel und Weinstein sind nicht die einzigen, die derartige Ideen vertreten: Artikel von Frank Schirrmacher und David Graeber sowie ökonomische Aspekte durch Robert Gordon: keine nennenswerte Zunahme an Produktivität, Innovation und Wachstum in den letzten Jahrzehnten.</p>
<p>Zuletzt werfen wir einen Blick auf die sehr interessanten Beobachtungen der Physikerin Sabine Hossenfelder, die ähnliche Beobachtungen aus der Innensicht der modernen (theoretischen) Physik macht.</p>

<p>»Meine Generation ist bemerkenswert erfolglos – in mehr als 30 Jahren ist es uns nicht gelungen, die Grundlagen der Physik zu verbessern«</p>

<p>Aber so erfolglos können wir gar nicht sein, dass wir die Lautstärke des Marketings nicht ständig aufdrehen.</p>
<p>Stimmt es also, dass wir – entgegen dem lautstarken Marketing – tatsächlich eher in einer Welt der wissenschaftlichen und technologischen Stagnation leben?</p>
<p>Und falls das so ist: warum ist das für unsere Gesellschaft und Zukunft von größter Bedeutung!?</p>
<p>Wie immer: schicken Sie mir Ihre Meinungen, Kritikpunkte, Ergänzungen, z.B. über <a href='https://twitter.com/alex_buzz'>Twitter</a>, und über dieses <a href='https://forms.gle/xuV4GKYSvA7hG5af9'>Feedback-Formular</a>.</p>
<p>Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/37BLy8L'>Philipp Blom, Der taumelnde Kontinent: Europa 1900–1914 (2011)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=nM9f0W2KD5s'>The Portal: Eric Weinstein, Peter Thiel (im besonderen die ersten 30–40 Minuten)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=eF0cz9OmCGw'>David Graeber im Gespräch mit Peter Thiel, Where did the future go?</a></li>
<li><a href='https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/neil-armstrongs-epoche-das-drama-einer-enttaeuschung-11869090.html'>Frank Schirrmacher, Neil Armstrongs Epoche: Das Drama einer Enttäuschung (FAZ) (ca. 2012)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2YVPpKE'>Klaus Kornwachs, Philosophie der Technik (C.H.Beck Wissen) (2013)</a></li>
<li><a href='http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/201411/antibiotika-keime-resistenz-bakterien'>Antibiotika: Das Wundermittel wirkt nicht mehr, ZEIT Online</a></li>
<li><a href='https://www.heise.de/newsticker/meldung/Missing-Link-Der-3D-Drucker-oder-die-industrielle-Revolution-die-nicht-stattfand-4480733.html'>Missing Link: Der 3D-Drucker, oder: die industrielle Revolution, die nicht stattfand</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/36nXvym'>David Graeber, Bürokratie, Die Utopie der Regeln (2017)</a></li>
<li><a href='https://www.ted.com/talks/robert_gordon_the_death_of_innovation_the_end_of_growth'>Robert Gordon, The death of innovation, the end of growth (TED-Talk)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/36nXs5E'>Sabine Hossenfelder, Lost in Math</a></li>
<li><a href='https://www.derstandard.at/story/1562602/dienst-ohne-vorschrift'>Konrad Paul Liessmann, Dienst ohne Vorschrift – 200 Jahre nach seinem Tod wäre Immanuel Kant, einer der größten Denker der Moderne, chancenlos, sich im heutigen Wissenschaftsbetrieb durchzusetzen. Der Standard, 6. Februar 2004</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2QkOh0e'>Edward Snowden, Permanent Record (2019)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/35ppLPP'>Tim Jackson, Prosperity without Growth (2009, 2016)</a> </li>
</ul>
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        <itunes:summary>»Überhaupt hat der Fortschritt das an sich, daß er viel größer ausschaut, als er wirklich ist.«, Johann Nestroy



In der vorigen Episode habe ich versucht das Zusammenspiel von Innovation und Fortschritt unter die Lupe zu nehmen. Ziel war es zum Nachdenken und vor allem auch zum Widerspruch anzuregen. Ich freue mich auch weiterhin über Anregungen und Kommentare.



In dieser Episode gehe ich einen – etwas spekulativen – Schritt oder Frage weiter. Scheitern wir vielleicht nicht nur daran zwischen Innovation und Fortschritt zu unterscheiden, sondern ist das Problem vielleicht wesentlich tiefer liegend: leben wir in einem Zeitalter der Stagnation, wo zwar viel Lärm gemacht wird, sich tatsächlich aber recht wenig bewegt?



Ein Blick zurück. Philipp Blom beschreibt die tatsächlich enormen Umwälzungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Als bemerkenswertes Beispiel greife ich die Neurasthenie heraus, die zeigt, als wie schnell und überwältigend diese Entwicklungen wahrgenommen wurden. Blom zitiert einen George Miller Beard, Art der Zeit:



»Es gibt eine große Familie von funktionellen nervösen Störungen, die unter den hinter verschlossenen Türen arbeitende Klassen der zivilisierten Länder immer häufiger werden. In diesem Land beträgt die Anzahl der Menschen, die an dieser Krankheit leiden, Hunderttausende«



In der Tat ist auch objektiv eine enorme Entwicklung in Wissenschaft, Technik und Gesellschaft zwischen 1900 und 1960 zu beobachten. 



In einem Gespräch kommen Peter Thiel, Erik Weinstein zu der Erkenntnis, dass wir in einem Zeitalter der Stagnation (seit den 1970er Jahren) leben; mit wenigen Ausnahmen (vor allem Informationstechnologie uns Software). Stagnation in der Wissenschaft, der Technologie aber auch kaum Wirtschaftswachstum. Volatität wird als Dynamik missverstanden.



Der absolut überwiegende Teil der wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen auch der heutigen Zeit wurden vor den 1970er Jahren gelegt.



Haben wir ein Problem in der Wissenschaft (ist es ein fundamentales Erkenntnisproblem, oder eines der wissenschaftlichen Praxis)? in der Umsetzung in die Technologie? In unseren Organisationen?



»Wir leben in einer Art von intellektuellen Truman-Show, wo alles um uns herum falsch ist und etwas super-aufregendes passieren wird.«, Erik Weinstein



Thiel und Weinstein sind nicht die einzigen, die derartige Ideen vertreten: Artikel von Frank Schirrmacher und David Graeber sowie ökonomische Aspekte durch Robert Gordon: keine nennenswerte Zunahme an Produktivität, Innovation und Wachstum in den letzten Jahrzehnten.



Zuletzt werfen wir einen Blick auf die sehr interessanten Beobachtungen der Physikerin Sabine Hossenfelder, die ähnliche Beobachtungen aus der Innensicht der modernen (theoretischen) Physik macht.



»Meine Generation ist bemerkenswert erfolglos – in mehr als 30 Jahren ist es uns nicht gelungen, die Grundlagen der Physik zu verbessern«



Aber so erfolglos können wir gar nicht sein, dass wir die Lautstärke des Marketings nicht ständig aufdrehen.



Stimmt es also, dass wir – entgegen dem lautstarken Marketing – tatsächlich eher in einer Welt der wissenschaftlichen und technologischen Stagnation leben?



Und falls das so ist: warum ist das für unsere Gesellschaft und Zukunft von größter Bedeutung!?



Wie immer: schicken Sie mir Ihre Meinungen, Kritikpunkte, Ergänzungen, z.B. über Twitter, und über dieses Feedback-Formular.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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    <item>
        <title>015 – Innovation oder Fortschritt?</title>
        <itunes:title>015 – Innovation oder Fortschritt?</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/015-%e2%80%93-innovation-oder-fortschritt/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/015-%e2%80%93-innovation-oder-fortschritt/#comments</comments>        <pubDate>Tue, 17 Dec 2019 23:50:12 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Wir sprechen in der Öffentlichkeit, in der Wissenschaft, der Industrie ständig von Innovation, so als wäre Innovation per se sinnvoll und wichtig für unsere Gesellschaft, aber stimmt das? Was ist überhaupt Innovation? Und was ist der Unterschied oder Zusammenhang zwischen Innovation und Fortschritt?</p>
<p>Warum sprechen wir davon in letzter Zeit immer weniger von Fortschritt? Es gab mehr als ein Anzeichen in der Vergangenheit, dass Innovation und Fortschritt nicht immer Hand in Hand gehen müssen, und in der heutigen Zeit und damit auch in der nahen Zukunft ist die Situation noch komplizierter geworden.</p>

<p>»Mit dem 18. und 19. Jahrhundert wird der Begriff des Fortschritts fester Bestandteil des europäischen Weltbildes.«, Klaus Kornwachs</p>

<p>Wir hat sich der Fortschrittsbegriff des 19. Jahrhunderts immer mehr auf Innovation reduziert?</p>
<p>Wir werfen einen Blick in die Vergangenheit, unter anderem auf den »Atommoment« der Physiker, den Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki und stellen uns die Frage, ob wir heute nicht einen »Atommoment« der Informatik erleben.</p>
<p>War das alles unvorhersehbar?</p>
<p>Was hat die Technikkritik der Nachkriegszeit bewirkt, denken wir etwa an Günther Anders:</p>

<p>»Wir sind die Herren der Apokalypse, das Unendliche sind wir. Alle Wechselfälle der (bisherigen) Geschichte werden angesichts der neuen Möglichkeiten zur reinen “Vorgeschichte”«</p>

<p>Es herrscht nach dem zweiten Weltkrieg wohl eher das Motte »Machen was machbar ist«. Seit damals scheinen wir die Frage nach dem Fortschritt immer weniger zu stellen und heute werden wir mit Innovationen auf allen Ebenen überflutet.</p>

<p>»In den letzten vierzig Jahren hat sich das Pro-Kopf-Einkommen der US-Amerikaner mehr als verdoppelt. Bedeutet dies, dass wir mehr glückliche Menschen haben? Keineswegs. Noch deutlicher ist des in Japan, wo sich das Pro-Kopf-Einkommen in den letzten vierzig Jahren verfünffacht hat, wieder: mit keinem messbaren Zuwachs an individuellem Glück«, Barry Schwartz</p>

<p>Also doch eher Ablenkung und Nebelkerzen um uns von den tatsächlichen Problemen der Zeit abzulenken?</p>

<p>»Wir verwechseln systematisch Innovation mit Fortschritt«, Harald Welzer</p>

<p>Es mangelt nicht an Herausforderungen. Sollten wir »Innovation« nicht eher als Ablenkung begreifen, ad acta legen und uns dem Begriff des Fortschrittes wieder annähern um die Probleme der Zeit handhaben zu können?</p>
<p>Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/34tm775'>Richard von Schirach, Die Nacht der Physiker, Rowohlt (2012)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/34wqUF1'>Armin Hermann, Die Jahrhundertwissenschaft, Werner Heisenberg und die Geschichte der Atomphysik, Rowohlt (1977)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2YVPpKE'>Klaus Kornwachs, Philosophie der Technik (C.H.Beck Wissen) (2013)</a></li>
<li><a href='https://doi.org/10.1007/s11229-009-9602-0'>Ludwig Fahrbach, How the growth of science ends theory change, Synthese (2011) 180: 139.</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2Etd7Vi'>Günther Anders, Die Antiquiertheit des Menschen Buch 1 und 2, Beck (2010)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2PVuG5v'>Edward Snowden, Permanent Record, Macmillan (2019)</a></li>
<li><a href='https://onbeing.org/programs/atul-gawande-what-matters-in-the-end/'>Atul Gawande, What matters in the end?, On Being Podcast</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2PwkdOX'>Sabine Hossenfelder, Lost in Math (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2PS4NUa'>Barry Schwartz, The Paradox of Choice, HarperCollins (2016)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=hdQhdJajQf8'>Der Philosophische Stammtisch: Schöne neue digitale Welt? (mit Precht, Welzer & Gentinetta) (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2PvIm89'>Shoshanna Zuboff, Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/38P7zSL'>Rushkoff, Douglas. Present Shock: When Everything Happens Now, Penguin Publishing Group (2014)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2tveEb5'>Thomas Bauer, Die Vereindeutigung der Welt, Reclam (2018)</a></li>
</ul>
 
 ]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Wir sprechen in der Öffentlichkeit, in der Wissenschaft, der Industrie ständig von Innovation, so als wäre Innovation per se sinnvoll und wichtig für unsere Gesellschaft, aber stimmt das? Was ist überhaupt Innovation? Und was ist der Unterschied oder Zusammenhang zwischen Innovation und Fortschritt?</p>
<p>Warum sprechen wir davon in letzter Zeit immer weniger von Fortschritt? Es gab mehr als ein Anzeichen in der Vergangenheit, dass Innovation und Fortschritt nicht immer Hand in Hand gehen müssen, und in der heutigen Zeit und damit auch in der nahen Zukunft ist die Situation noch komplizierter geworden.</p>

<p>»Mit dem 18. und 19. Jahrhundert wird der Begriff des Fortschritts fester Bestandteil des europäischen Weltbildes.«, Klaus Kornwachs</p>

<p>Wir hat sich der Fortschrittsbegriff des 19. Jahrhunderts immer mehr auf Innovation reduziert?</p>
<p>Wir werfen einen Blick in die Vergangenheit, unter anderem auf den »Atommoment« der Physiker, den Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki und stellen uns die Frage, ob wir heute nicht einen »Atommoment« der Informatik erleben.</p>
<p>War das alles unvorhersehbar?</p>
<p>Was hat die Technikkritik der Nachkriegszeit bewirkt, denken wir etwa an Günther Anders:</p>

<p>»Wir sind die Herren der Apokalypse, das Unendliche sind wir. Alle Wechselfälle der (bisherigen) Geschichte werden angesichts der neuen Möglichkeiten zur reinen “Vorgeschichte”«</p>

<p>Es herrscht nach dem zweiten Weltkrieg wohl eher das Motte »Machen was machbar ist«. Seit damals scheinen wir die Frage nach dem Fortschritt immer weniger zu stellen und heute werden wir mit Innovationen auf allen Ebenen überflutet.</p>

<p>»In den letzten vierzig Jahren hat sich das Pro-Kopf-Einkommen der US-Amerikaner mehr als verdoppelt. Bedeutet dies, dass wir mehr glückliche Menschen haben? Keineswegs. Noch deutlicher ist des in Japan, wo sich das Pro-Kopf-Einkommen in den letzten vierzig Jahren verfünffacht hat, wieder: mit keinem messbaren Zuwachs an individuellem Glück«, Barry Schwartz</p>

<p>Also doch eher Ablenkung und Nebelkerzen um uns von den tatsächlichen Problemen der Zeit abzulenken?</p>

<p>»Wir verwechseln systematisch Innovation mit Fortschritt«, Harald Welzer</p>

<p>Es mangelt nicht an Herausforderungen. Sollten wir »Innovation« nicht eher als Ablenkung begreifen, ad acta legen und uns dem Begriff des Fortschrittes wieder annähern um die Probleme der Zeit handhaben zu können?</p>
<p>Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/34tm775'>Richard von Schirach, Die Nacht der Physiker, Rowohlt (2012)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/34wqUF1'>Armin Hermann, Die Jahrhundertwissenschaft, Werner Heisenberg und die Geschichte der Atomphysik, Rowohlt (1977)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2YVPpKE'>Klaus Kornwachs, Philosophie der Technik (C.H.Beck Wissen) (2013)</a></li>
<li><a href='https://doi.org/10.1007/s11229-009-9602-0'>Ludwig Fahrbach, How the growth of science ends theory change, Synthese (2011) 180: 139.</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2Etd7Vi'>Günther Anders, Die Antiquiertheit des Menschen Buch 1 und 2, Beck (2010)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2PVuG5v'>Edward Snowden, Permanent Record, Macmillan (2019)</a></li>
<li><a href='https://onbeing.org/programs/atul-gawande-what-matters-in-the-end/'>Atul Gawande, What matters in the end?, On Being Podcast</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2PwkdOX'>Sabine Hossenfelder, Lost in Math (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2PS4NUa'>Barry Schwartz, The Paradox of Choice, HarperCollins (2016)</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=hdQhdJajQf8'>Der Philosophische Stammtisch: Schöne neue digitale Welt? (mit Precht, Welzer & Gentinetta) (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2PvIm89'>Shoshanna Zuboff, Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus (2018)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/38P7zSL'>Rushkoff, Douglas. Present Shock: When Everything Happens Now, Penguin Publishing Group (2014)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2tveEb5'>Thomas Bauer, Die Vereindeutigung der Welt, Reclam (2018)</a></li>
</ul>
 
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Warum sprechen wir davon in letzter Zeit immer weniger von Fortschritt? Es gab mehr als ein Anzeichen in der Vergangenheit, dass Innovation und Fortschritt nicht immer Hand in Hand gehen müssen, und in der heutigen Zeit und damit auch in der nahen Zukunft ist die Situation noch komplizierter geworden.



»Mit dem 18. und 19. Jahrhundert wird der Begriff des Fortschritts fester Bestandteil des europäischen Weltbildes.«, Klaus Kornwachs



Wir hat sich der Fortschrittsbegriff des 19. Jahrhunderts immer mehr auf Innovation reduziert?



Wir werfen einen Blick in die Vergangenheit, unter anderem auf den »Atommoment« der Physiker, den Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki und stellen uns die Frage, ob wir heute nicht einen »Atommoment« der Informatik erleben.



War das alles unvorhersehbar?



Was hat die Technikkritik der Nachkriegszeit bewirkt, denken wir etwa an Günther Anders:



»Wir sind die Herren der Apokalypse, das Unendliche sind wir. Alle Wechselfälle der (bisherigen) Geschichte werden angesichts der neuen Möglichkeiten zur reinen “Vorgeschichte”«



Es herrscht nach dem zweiten Weltkrieg wohl eher das Motte »Machen was machbar ist«. Seit damals scheinen wir die Frage nach dem Fortschritt immer weniger zu stellen und heute werden wir mit Innovationen auf allen Ebenen überflutet.



»In den letzten vierzig Jahren hat sich das Pro-Kopf-Einkommen der US-Amerikaner mehr als verdoppelt. Bedeutet dies, dass wir mehr glückliche Menschen haben? Keineswegs. Noch deutlicher ist des in Japan, wo sich das Pro-Kopf-Einkommen in den letzten vierzig Jahren verfünffacht hat, wieder: mit keinem messbaren Zuwachs an individuellem Glück«, Barry Schwartz



Also doch eher Ablenkung und Nebelkerzen um uns von den tatsächlichen Problemen der Zeit abzulenken?



»Wir verwechseln systematisch Innovation mit Fortschritt«, Harald Welzer



Es mangelt nicht an Herausforderungen. Sollten wir »Innovation« nicht eher als Ablenkung begreifen, ad acta legen und uns dem Begriff des Fortschrittes wieder annähern um die Probleme der Zeit handhaben zu können?</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
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        <title>014 - (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 2</title>
        <itunes:title>014 - (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 2</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/014-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen-teil-2/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/014-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen-teil-2/#comments</comments>        <pubDate>Tue, 26 Nov 2019 22:28:00 +0100</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Zweiter Teil der Fragestellung: Was ist Pseudowissenschaft und wie grenzt sie sich von »richtiger« Wissenschaft ab. Und außerdem: warum ist das überhaupt wichtig? Wem und welcher Aussage können wir vertrauen?</p>
<p>Eine Abgrenzung ist aus philosophischer Sicht interessant, aus wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Sicht wichtig. Ohne eine einigermaßen saubere Trennung besteht die Gefahr dass wir</p>
<ul><li>unsere Aufmerksamkeit und Zeit verschwenden</li>
<li>sachliche falsche politische Entscheidungen treffen</li>
<li>viel Geld verschwendet und Leid angerichtet wird</li>
<li>Menschen werden betrogen oder getäuscht werden</li>
</ul>
<p>Anhand einiger Beispiele wie Astronomie im Vergleich zu Astrologie, Anthroposophie, Homöopathie, Kreationismus und anderen werden die Prinzipien erklärt.</p>
<p>Die Abgrenzung ist aber alles andere als einfach. Zunächst werden elementare Prinzipien moderner Naturwissenschaften angesprochen, wie die Idee des Naturalismus aber auch die Frage, wo die Grenzen der wissenschaftlichen Erkenntnis liegen können. Dann gehen wir auf einige fundamentale philosophische Kriterien wissenschaftlicher Aussagen ein, wie:</p>
<ul><li>Ockhams Rasiermesser</li>
<li>Gültigkeit von wissenschaftlichen Aussagen</li>
<li>Induktion und Deduktion (oder: wie kommen wir zu Gesetzmäßigkeiten und wie wenden wir diese an?)</li>
<li>Nachvollziehbarkeit und Prüfbarkeit (auch mit der Idee des Falsifikationsimsus)</li>
<li>und nicht zuletzt: wie prüfen wir Behauptungen?</li>
</ul>

<p>»In früheren Zeiten wurde der Träger der Theorie ausgeschieden. Jetzt können wir unsere Theorien an unserer Statt für uns sterben lassen.«, Karl Popper</p>

<p>Wir werden aber auch feststellen, dass in den modernen, komplexen und stark vernetzten Wissenschaften, einfache Ansätze nicht mehr ohne weiteres gültig sind – wie kommen wir hier voran? Eine wesentliche Indikation hat der Philosoph Betrand Russel schon vor längerer Zeit gegeben:</p>

<p>»Wissenschaft hat, seit der Zeit der arabischen Wissenschaft zwei Funktionen, sie ermöglicht uns Dinge zu wissen und sie ermöglicht uns Dinge zu tun«, Betrand Russel</p>

<p>Nach diesen sehr prinzipiellen Fragen kommen wir zu ganz konkreten und praktischen Anhaltspunkten, wie es uns auch als »normalen« Menschen ganz praktisch gelingen kann, glaubwürdige Aussagen und Systeme von unglaubwürdigen Pseudowissenschaften zu unterscheiden. Angesichts der anstehenden Herausforderungen und Probleme scheint dies von größter Bedeutung zu sein um unsere Kräfte in die richtige Richtung zu lenken.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Philosophische Betrachtungen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/2C8UEfj'>Alan Chalmers, What is this thing called science, Open University Press (2013)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/326QpLS'>Adam Morton, A Guide Through the Theory of Knowledge</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/34sPYNz'>Carol Tavris, Elliot Aronson, Mistakes Were Made (But Not by Me): Why We Justify Foolish Beliefs, Bad Decisions, and Hurtful Acts</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/36w6JsU'>Massimo Pigliucci, Nonsense on Stilts</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2C5XH84'>Karl Popper, Alles Leben ist Problemlösen</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/328ClBv'>Karl Popper, Auf der Suche nach einer besseren Welt</a></li>
<li><a href='https://ia800300.us.archive.org/0/items/TheImpactOfScienceOnSociety-B.Russell/TheImpactOfScienceOnSociety-B.Russell.pdf'>Bertrand Russell, The Impact of Science on Society</a></li>
<li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/pseudo-science/'>Stanford Encyclopaedia on Philosophy, Pseudoscience</a></li>
<li>Mario Bunge, Finding Philosophy in Social Science. New Haven, CT: Yale University Press (1996)</li>
</ul>
<p>Skeptische Literatur</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/36x6JsA'>Carl Sagan, The Demon Haunted World</a></li>
<li><a href='https://www.nytimes.com/2007/02/12/science/12geologist.html'>Believing Scripture but Playing by Science’s Rules, New York Times, Feb. 12, 2007</a></li>
<li><a href='https://www.theatlantic.com/science/archive/2015/08/psychology-studies-reliability-reproducability-nosek/402466/'>How Reliable are Psychological Studies?, The Atlantic (2015)</a></li>
<li><a href='https://osf.io'>Reproducibility Project: Psychology</a></li>
<li>Astrologie
<ul><li>Peter Hartmann, Martin Reuter, Helmuth Nyborg, The relationship between date of birth and individual diﬀerences in personality and general intelligence: A large-scale study, Personality and Individual Diﬀerences 40 (2006) 1349–1362</li>
<li><a href='https://www.psiram.com/de/index.php/Astrologie'>PSIRAM Wiki zu Astrologie</a></li>
</ul>
</li>
</ul>
<p>Medizin</p>
<ul><li><a href='https://www.sciencedirect.com/topics/medicine-and-dentistry/ethnic-difference'>Ethnic difference</a></li>
<li>Autismus und Impfung (Wakefield Studie)
<ul><li><a href='https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/zurueckgezogene-studie-das-offizielle-ende-eines-forschungsskandals-a-675592.html'>Artikel in Spiegel Online</a></li>
<li><a href='https://www.psiram.com/de/index.php/Andrew_Wakefield'>PSIRAM Wiki zu Andrew Wakefield</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href='https://amzn.to/2NWuuTZ'>Johan Hari, Lost Connection. Uncovering the Real Causes of Depression and the Unexpected Solutions</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Zweiter Teil der Fragestellung: Was ist Pseudowissenschaft und wie grenzt sie sich von »richtiger« Wissenschaft ab. Und außerdem: warum ist das überhaupt wichtig? Wem und welcher Aussage können wir vertrauen?</p>
<p>Eine Abgrenzung ist aus philosophischer Sicht interessant, aus wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Sicht wichtig. Ohne eine einigermaßen saubere Trennung besteht die Gefahr dass wir</p>
<ul><li>unsere Aufmerksamkeit und Zeit verschwenden</li>
<li>sachliche falsche politische Entscheidungen treffen</li>
<li>viel Geld verschwendet und Leid angerichtet wird</li>
<li>Menschen werden betrogen oder getäuscht werden</li>
</ul>
<p>Anhand einiger Beispiele wie <em>Astronomie im Vergleich zu Astrologie</em>, <em>Anthroposophie</em>, <em>Homöopathie</em>, <em>Kreationismus</em> und anderen werden die Prinzipien erklärt.</p>
<p>Die Abgrenzung ist aber alles andere als einfach. Zunächst werden elementare Prinzipien moderner Naturwissenschaften angesprochen, wie die Idee des Naturalismus aber auch die Frage, wo die Grenzen der wissenschaftlichen Erkenntnis liegen können. Dann gehen wir auf einige fundamentale philosophische Kriterien wissenschaftlicher Aussagen ein, wie:</p>
<ul><li>Ockhams Rasiermesser</li>
<li>Gültigkeit von wissenschaftlichen Aussagen</li>
<li>Induktion und Deduktion (oder: wie kommen wir zu Gesetzmäßigkeiten und wie wenden wir diese an?)</li>
<li>Nachvollziehbarkeit und Prüfbarkeit (auch mit der Idee des Falsifikationsimsus)</li>
<li>und nicht zuletzt: wie prüfen wir Behauptungen?</li>
</ul>

<p>»In früheren Zeiten wurde der Träger der Theorie ausgeschieden. Jetzt können wir unsere Theorien an unserer Statt für uns sterben lassen.«, Karl Popper</p>

<p>Wir werden aber auch feststellen, dass in den modernen, komplexen und stark vernetzten Wissenschaften, einfache Ansätze nicht mehr ohne weiteres gültig sind – wie kommen wir hier voran? Eine wesentliche Indikation hat der Philosoph Betrand Russel schon vor längerer Zeit gegeben:</p>

<p>»Wissenschaft hat, seit der Zeit der arabischen Wissenschaft zwei Funktionen, sie ermöglicht uns Dinge zu wissen und sie ermöglicht uns Dinge zu tun«, Betrand Russel</p>

<p>Nach diesen sehr prinzipiellen Fragen kommen wir zu ganz konkreten und praktischen Anhaltspunkten, wie es uns auch als »normalen« Menschen ganz praktisch gelingen kann, glaubwürdige Aussagen und Systeme von unglaubwürdigen Pseudowissenschaften zu unterscheiden. Angesichts der anstehenden Herausforderungen und Probleme scheint dies von größter Bedeutung zu sein um unsere Kräfte in die richtige Richtung zu lenken.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Philosophische Betrachtungen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/2C8UEfj'>Alan Chalmers, What is this thing called science, Open University Press (2013)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/326QpLS'>Adam Morton, A Guide Through the Theory of Knowledge</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/34sPYNz'>Carol Tavris, Elliot Aronson, Mistakes Were Made (But Not by Me): Why We Justify Foolish Beliefs, Bad Decisions, and Hurtful Acts</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/36w6JsU'>Massimo Pigliucci, Nonsense on Stilts</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2C5XH84'>Karl Popper, Alles Leben ist Problemlösen</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/328ClBv'>Karl Popper, Auf der Suche nach einer besseren Welt</a></li>
<li><a href='https://ia800300.us.archive.org/0/items/TheImpactOfScienceOnSociety-B.Russell/TheImpactOfScienceOnSociety-B.Russell.pdf'>Bertrand Russell, The Impact of Science on Society</a></li>
<li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/pseudo-science/'>Stanford Encyclopaedia on Philosophy, Pseudoscience</a></li>
<li>Mario Bunge, Finding Philosophy in Social Science. New Haven, CT: Yale University Press (1996)</li>
</ul>
<p>Skeptische Literatur</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/36x6JsA'>Carl Sagan, The Demon Haunted World</a></li>
<li><a href='https://www.nytimes.com/2007/02/12/science/12geologist.html'>Believing Scripture but Playing by Science’s Rules, New York Times, Feb. 12, 2007</a></li>
<li><a href='https://www.theatlantic.com/science/archive/2015/08/psychology-studies-reliability-reproducability-nosek/402466/'>How Reliable are Psychological Studies?, The Atlantic (2015)</a></li>
<li><a href='https://osf.io'>Reproducibility Project: Psychology</a></li>
<li>Astrologie
<ul><li>Peter Hartmann, Martin Reuter, Helmuth Nyborg, The relationship between date of birth and individual diﬀerences in personality and general intelligence: A large-scale study, Personality and Individual Diﬀerences 40 (2006) 1349–1362</li>
<li><a href='https://www.psiram.com/de/index.php/Astrologie'>PSIRAM Wiki zu Astrologie</a></li>
</ul>
</li>
</ul>
<p>Medizin</p>
<ul><li><a href='https://www.sciencedirect.com/topics/medicine-and-dentistry/ethnic-difference'>Ethnic difference</a></li>
<li>Autismus und Impfung (Wakefield Studie)
<ul><li><a href='https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/zurueckgezogene-studie-das-offizielle-ende-eines-forschungsskandals-a-675592.html'>Artikel in Spiegel Online</a></li>
<li><a href='https://www.psiram.com/de/index.php/Andrew_Wakefield'>PSIRAM Wiki zu Andrew Wakefield</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href='https://amzn.to/2NWuuTZ'>Johan Hari, Lost Connection. Uncovering the Real Causes of Depression and the Unexpected Solutions</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Zweiter Teil der Fragestellung: Was ist Pseudowissenschaft und wie grenzt sie sich von »richtiger« Wissenschaft ab. Und außerdem: warum ist das überhaupt wichtig? Wem und welcher Aussage können wir vertrauen?



Eine Abgrenzung ist aus philosophischer Sicht interessant, aus wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Sicht wichtig. Ohne eine einigermaßen saubere Trennung besteht die Gefahr dass wir



- unsere Aufmerksamkeit und Zeit verschwenden

- sachliche falsche politische Entscheidungen treffen

- viel Geld verschwendet und Leid angerichtet wird

- Menschen werden betrogen oder getäuscht werden



Anhand einiger Beispiele wie Astronomie im Vergleich zu Astrologie, Anthroposophie, Homöopathie, Kreationismus und anderen werden die Prinzipien erklärt.



Die Abgrenzung ist aber alles andere als einfach. Zunächst werden elementare Prinzipien moderner Naturwissenschaften angesprochen, wie die Idee des Naturalismus aber auch die Frage, wo die Grenzen der wissenschaftlichen Erkenntnis liegen können. Dann gehen wir auf einige fundamentale philosophische Kriterien wissenschaftlicher Aussagen ein, wie:



- Ockhams Rasiermesser

- Gültigkeit von wissenschaftlichen Aussagen

- Induktion und Deduktion (oder: wie kommen wir zu Gesetzmäßigkeiten und wie wenden wir diese an?)

- Nachvollziehbarkeit und Prüfbarkeit (auch mit der Idee des Falsifikationsimsus)

- und nicht zuletzt: wie prüfen wir Behauptungen?



»In früheren Zeiten wurde der Träger der Theorie ausgeschieden. Jetzt können wir unsere Theorien an unserer Statt für uns sterben lassen.«, Karl Popper



Wir werden aber auch feststellen, dass in den modernen, komplexen und stark vernetzten Wissenschaften, einfache Ansätze nicht mehr ohne weiteres gültig sind – wie kommen wir hier voran? Eine wesentliche Indikation hat der Philosoph Betrand Russel schon vor längerer Zeit gegeben:



»Wissenschaft hat, seit der Zeit der arabischen Wissenschaft zwei Funktionen, sie ermöglicht uns Dinge zu wissen und sie ermöglicht uns Dinge zu tun«, Betrand Russel



Nach diesen sehr prinzipiellen Fragen kommen wir zu ganz konkreten und praktischen Anhaltspunkten, wie es uns auch als »normalen« Menschen ganz praktisch gelingen kann, glaubwürdige Aussagen und Systeme von unglaubwürdigen Pseudowissenschaften zu unterscheiden. Angesichts der anstehenden Herausforderungen und Probleme scheint dies von größter Bedeutung zu sein um unsere Kräfte in die richtige Richtung zu lenken.



Referenzen siehe Webseite / Shownotes</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <itunes:block>No</itunes:block>
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            </item>
    <item>
        <title>013 - (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 1</title>
        <itunes:title>013 - (Pseudo)wissenschaft? Welcher Aussage können wir trauen? Teil 1</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/013-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/013-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen/#comments</comments>        <pubDate>Tue, 12 Nov 2019 08:00:00 +0100</pubDate>
        <guid isPermaLink="false">zukunftdenken.podbean.com/013-pseudowissenschaft-welcher-aussage-konnen-wir-trauen-f46b896f65119542e83d322cd9d77d85</guid>
                                    <description><![CDATA[<p>Erster Teil der Fragestellung: Was ist Pseudowissenschaft und wie grenzt sie sich von »richtiger« Wissenschaft ab. Und außerdem: warum ist das überhaupt wichtig? Wem und welcher Aussage können wir vertrauen?</p>
<p>Eine Abgrenzung ist aus philosophischer Sicht interessant, aus wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Sicht wichtig. Ohne eine einigermaßen saubere Trennung besteht die Gefahr dass wir</p>
<ul><li>unsere Aufmerksamkeit und Zeit verschwenden</li>
<li>sachliche falsche politische Entscheidungen treffen</li>
<li>viel Geld verschwendet und Leid angerichtet wird</li>
<li>Menschen werden betrogen oder getäuscht werden</li>
</ul>
<p>Anhand einiger Beispiele wie Astronomie im Vergleich zu Astrologie, Anthroposophie, Homöopathie, Kreationismus und anderen werden die Prinzipien erklärt.</p>
<p>Die Abgrenzung ist aber alles andere als einfach. Zunächst werden elementare Prinzipien moderner Naturwissenschaften angesprochen, wie die Idee des Naturalismus aber auch die Frage, wo die Grenzen der wissenschaftlichen Erkenntnis liegen können. Dann gehen wir auf einige fundamentale philosophische Kriterien wissenschaftlicher Aussagen ein, wie:</p>
<ul><li>Ockhams Rasiermesser</li>
<li>Gültigkeit von wissenschaftlichen Aussagen</li>
<li>Induktion und Deduktion (oder: wie kommen wir zu Gesetzmäßigkeiten und wie wenden wir diese an?)</li>
<li>Nachvollziehbarkeit und Prüfbarkeit (auch mit der Idee des Falsifikationsimsus)</li>
<li>und nicht zuletzt: wie prüfen wir Behauptungen?</li>
</ul>

<p>»In früheren Zeiten wurde der Träger der Theorie ausgeschieden. Jetzt können wir unsere Theorien an unserer Statt für uns sterben lassen.«, Karl Popper</p>

<p>Wir werden aber auch feststellen, dass in den modernen, komplexen und stark vernetzten Wissenschaften, einfache Ansätze nicht mehr ohne weiteres gültig sind – wie kommen wir hier voran? Eine wesentliche Indikation hat der Philosoph Betrand Russel schon vor längerer Zeit gegeben:</p>

<p>»Wissenschaft hat, seit der Zeit der arabischen Wissenschaft zwei Funktionen, sie ermöglicht uns Dinge zu wissen und sie ermöglicht uns Dinge zu tun«, Betrand Russel</p>

<p>Nach diesen sehr prinzipiellen Fragen kommen wir zu ganz konkreten und praktischen Anhaltspunkten, wie es uns auch als »normalen« Menschen ganz praktisch gelingen kann, glaubwürdige Aussagen und Systeme von unglaubwürdigen Pseudowissenschaften zu unterscheiden. Angesichts der anstehenden Herausforderungen und Probleme scheint dies von größter Bedeutung zu sein um unsere Kräfte in die richtige Richtung zu lenken.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Philosophische Betrachtungen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/2C8UEfj'>Alan Chalmers, What is this thing called science, Open University Press (2013)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/326QpLS'>Adam Morton, A Guide Through the Theory of Knowledge</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/34sPYNz'>Carol Tavris, Elliot Aronson, Mistakes Were Made (But Not by Me): Why We Justify Foolish Beliefs, Bad Decisions, and Hurtful Acts</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/36w6JsU'>Massimo Pigliucci, Nonsense on Stilts</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2C5XH84'>Karl Popper, Alles Leben ist Problemlösen</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/328ClBv'>Karl Popper, Auf der Suche nach einer besseren Welt</a></li>
<li><a href='https://ia800300.us.archive.org/0/items/TheImpactOfScienceOnSociety-B.Russell/TheImpactOfScienceOnSociety-B.Russell.pdf'>Bertrand Russell, The Impact of Science on Society</a></li>
<li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/pseudo-science/'>Stanford Encyclopaedia on Philosophy, Pseudoscience</a></li>
<li>Mario Bunge, Finding Philosophy in Social Science. New Haven, CT: Yale University Press (1996)</li>
</ul>
<p>Skeptische Literatur</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/36x6JsA'>Carl Sagan, The Demon Haunted World</a></li>
<li><a href='https://www.nytimes.com/2007/02/12/science/12geologist.html'>Believing Scripture but Playing by Science’s Rules, New York Times, Feb. 12, 2007</a></li>
<li><a href='https://www.theatlantic.com/science/archive/2015/08/psychology-studies-reliability-reproducability-nosek/402466/'>How Reliable are Psychological Studies?, The Atlantic (2015)</a></li>
<li><a href='https://osf.io'>Reproducibility Project: Psychology</a></li>
<li>Astrologie
<ul><li>Peter Hartmann, Martin Reuter, Helmuth Nyborg, The relationship between date of birth and individual diﬀerences in personality and general intelligence: A large-scale study, Personality and Individual Diﬀerences 40 (2006) 1349–1362</li>
<li><a href='https://www.psiram.com/de/index.php/Astrologie'>PSIRAM Wiki zu Astrologie</a></li>
</ul>
</li>
</ul>
<p>Medizin</p>
<ul><li><a href='https://www.sciencedirect.com/topics/medicine-and-dentistry/ethnic-difference'>Ethnic difference</a></li>
<li>Autismus und Impfung (Wakefield Studie)
<ul><li><a href='https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/zurueckgezogene-studie-das-offizielle-ende-eines-forschungsskandals-a-675592.html'>Artikel in Spiegel Online</a></li>
<li><a href='https://www.psiram.com/de/index.php/Andrew_Wakefield'>PSIRAM Wiki zu Andrew Wakefield</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href='https://amzn.to/2NWuuTZ'>Johan Hari, Lost Connection. Uncovering the Real Causes of Depression and the Unexpected Solutions</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Erster Teil der Fragestellung: Was ist Pseudowissenschaft und wie grenzt sie sich von »richtiger« Wissenschaft ab. Und außerdem: warum ist das überhaupt wichtig? Wem und welcher Aussage können wir vertrauen?</p>
<p>Eine Abgrenzung ist aus philosophischer Sicht interessant, aus wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Sicht wichtig. Ohne eine einigermaßen saubere Trennung besteht die Gefahr dass wir</p>
<ul><li>unsere Aufmerksamkeit und Zeit verschwenden</li>
<li>sachliche falsche politische Entscheidungen treffen</li>
<li>viel Geld verschwendet und Leid angerichtet wird</li>
<li>Menschen werden betrogen oder getäuscht werden</li>
</ul>
<p>Anhand einiger Beispiele wie <em>Astronomie im Vergleich zu Astrologie</em>, <em>Anthroposophie</em>, <em>Homöopathie</em>, <em>Kreationismus</em> und anderen werden die Prinzipien erklärt.</p>
<p>Die Abgrenzung ist aber alles andere als einfach. Zunächst werden elementare Prinzipien moderner Naturwissenschaften angesprochen, wie die Idee des Naturalismus aber auch die Frage, wo die Grenzen der wissenschaftlichen Erkenntnis liegen können. Dann gehen wir auf einige fundamentale philosophische Kriterien wissenschaftlicher Aussagen ein, wie:</p>
<ul><li>Ockhams Rasiermesser</li>
<li>Gültigkeit von wissenschaftlichen Aussagen</li>
<li>Induktion und Deduktion (oder: wie kommen wir zu Gesetzmäßigkeiten und wie wenden wir diese an?)</li>
<li>Nachvollziehbarkeit und Prüfbarkeit (auch mit der Idee des Falsifikationsimsus)</li>
<li>und nicht zuletzt: wie prüfen wir Behauptungen?</li>
</ul>

<p>»In früheren Zeiten wurde der Träger der Theorie ausgeschieden. Jetzt können wir unsere Theorien an unserer Statt für uns sterben lassen.«, Karl Popper</p>

<p>Wir werden aber auch feststellen, dass in den modernen, komplexen und stark vernetzten Wissenschaften, einfache Ansätze nicht mehr ohne weiteres gültig sind – wie kommen wir hier voran? Eine wesentliche Indikation hat der Philosoph Betrand Russel schon vor längerer Zeit gegeben:</p>

<p>»Wissenschaft hat, seit der Zeit der arabischen Wissenschaft zwei Funktionen, sie ermöglicht uns Dinge zu wissen und sie ermöglicht uns Dinge zu tun«, Betrand Russel</p>

<p>Nach diesen sehr prinzipiellen Fragen kommen wir zu ganz konkreten und praktischen Anhaltspunkten, wie es uns auch als »normalen« Menschen ganz praktisch gelingen kann, glaubwürdige Aussagen und Systeme von unglaubwürdigen Pseudowissenschaften zu unterscheiden. Angesichts der anstehenden Herausforderungen und Probleme scheint dies von größter Bedeutung zu sein um unsere Kräfte in die richtige Richtung zu lenken.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Philosophische Betrachtungen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/2C8UEfj'>Alan Chalmers, What is this thing called science, Open University Press (2013)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/326QpLS'>Adam Morton, A Guide Through the Theory of Knowledge</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/34sPYNz'>Carol Tavris, Elliot Aronson, Mistakes Were Made (But Not by Me): Why We Justify Foolish Beliefs, Bad Decisions, and Hurtful Acts</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/36w6JsU'>Massimo Pigliucci, Nonsense on Stilts</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2C5XH84'>Karl Popper, Alles Leben ist Problemlösen</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/328ClBv'>Karl Popper, Auf der Suche nach einer besseren Welt</a></li>
<li><a href='https://ia800300.us.archive.org/0/items/TheImpactOfScienceOnSociety-B.Russell/TheImpactOfScienceOnSociety-B.Russell.pdf'>Bertrand Russell, The Impact of Science on Society</a></li>
<li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/pseudo-science/'>Stanford Encyclopaedia on Philosophy, Pseudoscience</a></li>
<li>Mario Bunge, Finding Philosophy in Social Science. New Haven, CT: Yale University Press (1996)</li>
</ul>
<p>Skeptische Literatur</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/36x6JsA'>Carl Sagan, The Demon Haunted World</a></li>
<li><a href='https://www.nytimes.com/2007/02/12/science/12geologist.html'>Believing Scripture but Playing by Science’s Rules, New York Times, Feb. 12, 2007</a></li>
<li><a href='https://www.theatlantic.com/science/archive/2015/08/psychology-studies-reliability-reproducability-nosek/402466/'>How Reliable are Psychological Studies?, The Atlantic (2015)</a></li>
<li><a href='https://osf.io'>Reproducibility Project: Psychology</a></li>
<li>Astrologie
<ul><li>Peter Hartmann, Martin Reuter, Helmuth Nyborg, The relationship between date of birth and individual diﬀerences in personality and general intelligence: A large-scale study, Personality and Individual Diﬀerences 40 (2006) 1349–1362</li>
<li><a href='https://www.psiram.com/de/index.php/Astrologie'>PSIRAM Wiki zu Astrologie</a></li>
</ul>
</li>
</ul>
<p>Medizin</p>
<ul><li><a href='https://www.sciencedirect.com/topics/medicine-and-dentistry/ethnic-difference'>Ethnic difference</a></li>
<li>Autismus und Impfung (Wakefield Studie)
<ul><li><a href='https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/zurueckgezogene-studie-das-offizielle-ende-eines-forschungsskandals-a-675592.html'>Artikel in Spiegel Online</a></li>
<li><a href='https://www.psiram.com/de/index.php/Andrew_Wakefield'>PSIRAM Wiki zu Andrew Wakefield</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href='https://amzn.to/2NWuuTZ'>Johan Hari, Lost Connection. Uncovering the Real Causes of Depression and the Unexpected Solutions</a></li>
</ul>
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Eine Abgrenzung ist aus philosophischer Sicht interessant, aus wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Sicht wichtig. Ohne eine einigermaßen saubere Trennung besteht die Gefahr dass wir



- unsere Aufmerksamkeit und Zeit verschwenden

- sachliche falsche politische Entscheidungen treffen

- viel Geld verschwendet und Leid angerichtet wird

- Menschen werden betrogen oder getäuscht werden



Anhand einiger Beispiele wie Astronomie im Vergleich zu Astrologie, Anthroposophie, Homöopathie, Kreationismus und anderen werden die Prinzipien erklärt.



Die Abgrenzung ist aber alles andere als einfach. Zunächst werden elementare Prinzipien moderner Naturwissenschaften angesprochen, wie die Idee des Naturalismus aber auch die Frage, wo die Grenzen der wissenschaftlichen Erkenntnis liegen können. Dann gehen wir auf einige fundamentale philosophische Kriterien wissenschaftlicher Aussagen ein, wie:



- Ockhams Rasiermesser

- Gültigkeit von wissenschaftlichen Aussagen

- Induktion und Deduktion (oder: wie kommen wir zu Gesetzmäßigkeiten und wie wenden wir diese an?)

- Nachvollziehbarkeit und Prüfbarkeit (auch mit der Idee des Falsifikationsimsus)

- und nicht zuletzt: wie prüfen wir Behauptungen?



»In früheren Zeiten wurde der Träger der Theorie ausgeschieden. Jetzt können wir unsere Theorien an unserer Statt für uns sterben lassen.«, Karl Popper



Wir werden aber auch feststellen, dass in den modernen, komplexen und stark vernetzten Wissenschaften, einfache Ansätze nicht mehr ohne weiteres gültig sind – wie kommen wir hier voran? Eine wesentliche Indikation hat der Philosoph Betrand Russel schon vor längerer Zeit gegeben:



»Wissenschaft hat, seit der Zeit der arabischen Wissenschaft zwei Funktionen, sie ermöglicht uns Dinge zu wissen und sie ermöglicht uns Dinge zu tun«, Betrand Russel



Nach diesen sehr prinzipiellen Fragen kommen wir zu ganz konkreten und praktischen Anhaltspunkten, wie es uns auch als »normalen« Menschen ganz praktisch gelingen kann, glaubwürdige Aussagen und Systeme von unglaubwürdigen Pseudowissenschaften zu unterscheiden. Angesichts der anstehenden Herausforderungen und Probleme scheint dies von größter Bedeutung zu sein um unsere Kräfte in die richtige Richtung zu lenken.



Referenzen siehe Webseite / Shownotes</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>012 - Wie wir die Zukunft entdeckt und wieder verloren haben</title>
        <itunes:title>012 - Wie wir die Zukunft entdeckt und wieder verloren haben</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/012-wie-wir-die-zukunft-entdeckt-und-wieder-verloren-haben/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/012-wie-wir-die-zukunft-entdeckt-und-wieder-verloren-haben/#comments</comments>        <pubDate>Thu, 17 Oct 2019 08:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>In welcher Vorstellung von Zeit leben wir, beziehungsweise lebten wir? Die Vorstellung von Zeit, Geschichte, Vergangenheit und Zukunft einer Gesellschaft oder einer Kultur ist eine wesentliche Frage für den Umgang mit Erkenntnis, Technologie und Politik. Dies ist historisch interessant hat aber ebenso erhebliche Auswirkungen auf die Art und Weise wie sich technischer und wirtschaftlicher Fortschritt entwickelt und unsere heutige Kultur gestaltet hat. Wie gehen wir mit unserer Zukunft um? Das hängt in starkem Maße von unserem Bild der Zeit ab. </p>
<p>Eine lineare Zeit mit Vergangenheit und offener Zukunft, die vor allem auch von Menschen beeinflussbar und gestaltbar ist eher eine moderne, zeitgemäße Vorstellung von Zeit, die wir nicht in allen Epochen der menschlichen Entwicklung finden. Vor der Aufklärung war etwa die europäische Kultur sehr an der Antike sowie an religiösen Mythen orientiert:</p>

<p>»Früher war nicht einfach nur alles besser, sehr viel früher war sogar nahezu alles perfekt.«, Achim Landwehr</p>

<p>Also ein Leben in der Orientierung einer vermeintlich perfekten Vergangenheit:</p>

<p>»Der Fortschritt musste also immer ein Rückschritt sein zu den Alten, den Antiken, den Vorfahren«, Achim Landwehr</p>

<p>Philip Blom schreibt, Ende 16. Jahrhundert sah man die »ruina mundi« kommen, den Untergang der Welt. Natürliche Beobachtungen wurden durch Zitate Bibel begründet, Naturkatastrophen theologisch interpretiert.</p>

<p>»Seit der Antike gilt: es ist egal wann sie geboren sind oder sterben, es läuft immer dasselbe Stück – Dies stimmt seit 200 Jahren nun nicht mehr.«, Peter Sloterdijk</p>

<p>Erst ab 1700 wird es für die Menschen erst langsam zur Möglichkeit, dass sich die Zukunft durch eigenes Handeln beeinflussen lässt. Moderne Wissenschaft beginnt sich somit in etwa ab der Neuzeit zu entwickeln und die empirischen Wissenschaften, wie Physik und Chemie beginnen langsam Form anzunehmen und nehmen ab dem 18. und 19. Jahrhundert enorm an Fahrt auf.</p>
<p>Heute leben wir in zahlreichen Widersprüchen, zwischen der Alternativlosigkeit politischer und wirtschaftlicher Entscheidungen, der Hilflosigkeit bei ethisch schwierigen Fragen und einem neuen Hyper-Individualismus. Welche Rolle kann der Einzelne überhaupt noch wahrnehmen?</p>

<p>»Tatsächlich glauben die meisten Menschen in den reichen Ländern, daß es ihren Kindern schlechter gehen wird als ihnen.« Rutger Bregman, Zygmunt Bauman</p>

<p>Der Philosoph Byung-Chul Han beobachtet:</p>

<p>»Wir leben in einer besonderen historische Phase, in der die Freiheit selbst Zwänge hervorruft. Die Freiheit des Könnens erzeugt sogar mehr Zwänge als das disziplinarische Sollen, das Gebote und Verbote ausspricht. Das Soll hat eine Grenze. Das Kann hat dagegen keine.«</p>

<p>Wir leben, so hat es den Anschein, zwischen Verwirrung, vermeintlichem Zwang und fragwürdigen Retropien.</p>
<p>Aber ist das alles überhaupt begründet? Gibt es einen Ausweg aus diesem Dilemma? </p>
<p>Referenzen</p>
Zeitvorstellung
<ul><li>Thomas Maissen, Vom Werden der Zukunft, Spektrum der Wissenschaft, September 2010</li>
<li><a href='https://amzn.to/35zWJyo'>Achim Landwehr, Geburt der Gegenwart: Eine Geschichte der Zeit im 17. Jahrhundert</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2IWklUm'>Philip Blom, Die Welt aus den Angeln</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2ISKtiR'> Zygmunt Bauman, Retrotopia</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2pm2zD2'>Rushkoff, Douglas. Present Shock: When Everything Happens Now </a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=DHu2qzoZacg'>Peter Sloterdijk, Gespräch in den Sternstunden Philosophie</a></li>
</ul>
<p>Weitere Referenzen</p>
<ul><li>Carl Becker, die Welt von Morgen</li>
<li><a href='https://amzn.to/2VPK3ir'>Byung-Chul Han, Psychopolitik</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2MIG7Mj'>Yuval Harari, Homo Deus</a></li>
<li><a href='https://www.nationalgeographic.org/media/jared-diamond-lessons-hunter-gatherers/educator/'>Jared Diamond: Lessons from Hunter-Gatherers</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2VHuWHS'>Shoshana Zuboff, Surveillance Capitalism</a></li>
<li>Pierre Casse, Leadership without concessions (2015)</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>In welcher Vorstellung von Zeit leben wir, beziehungsweise lebten wir? Die Vorstellung von Zeit, Geschichte, Vergangenheit und Zukunft einer Gesellschaft oder einer Kultur ist eine wesentliche Frage für den Umgang mit Erkenntnis, Technologie und Politik. Dies ist historisch interessant hat aber ebenso erhebliche Auswirkungen auf die Art und Weise wie sich technischer und wirtschaftlicher Fortschritt entwickelt und unsere heutige Kultur gestaltet hat. Wie gehen wir mit unserer Zukunft um? Das hängt in starkem Maße von unserem Bild der Zeit ab. </p>
<p>Eine lineare Zeit mit Vergangenheit und offener Zukunft, die vor allem auch von Menschen beeinflussbar und gestaltbar ist eher eine moderne, zeitgemäße Vorstellung von Zeit, die wir nicht in allen Epochen der menschlichen Entwicklung finden. Vor der Aufklärung war etwa die europäische Kultur sehr an der Antike sowie an religiösen Mythen orientiert:</p>

<p>»Früher war nicht einfach nur alles besser, sehr viel früher war sogar nahezu alles perfekt.«, Achim Landwehr</p>

<p>Also ein Leben in der Orientierung einer vermeintlich perfekten Vergangenheit:</p>

<p>»Der Fortschritt musste also immer ein Rückschritt sein zu den Alten, den Antiken, den Vorfahren«, Achim Landwehr</p>

<p>Philip Blom schreibt, Ende 16. Jahrhundert sah man die »ruina mundi« kommen, den Untergang der Welt. Natürliche Beobachtungen wurden durch Zitate Bibel begründet, Naturkatastrophen theologisch interpretiert.</p>

<p>»Seit der Antike gilt: es ist egal wann sie geboren sind oder sterben, es läuft immer dasselbe Stück – Dies stimmt seit 200 Jahren nun nicht mehr.«, Peter Sloterdijk</p>

<p>Erst ab 1700 wird es für die Menschen erst langsam zur Möglichkeit, dass sich die Zukunft durch eigenes Handeln beeinflussen lässt. Moderne Wissenschaft beginnt sich somit in etwa ab der Neuzeit zu entwickeln und die empirischen Wissenschaften, wie Physik und Chemie beginnen langsam Form anzunehmen und nehmen ab dem 18. und 19. Jahrhundert enorm an Fahrt auf.</p>
<p>Heute leben wir in zahlreichen Widersprüchen, zwischen der Alternativlosigkeit politischer und wirtschaftlicher Entscheidungen, der Hilflosigkeit bei ethisch schwierigen Fragen und einem neuen Hyper-Individualismus. Welche Rolle kann der Einzelne überhaupt noch wahrnehmen?</p>

<p>»Tatsächlich glauben die meisten Menschen in den reichen Ländern, daß es ihren Kindern schlechter gehen wird als ihnen.« Rutger Bregman, Zygmunt Bauman</p>

<p>Der Philosoph Byung-Chul Han beobachtet:</p>

<p>»Wir leben in einer besonderen historische Phase, in der die Freiheit selbst Zwänge hervorruft. Die Freiheit des Könnens erzeugt sogar mehr Zwänge als das disziplinarische Sollen, das Gebote und Verbote ausspricht. Das Soll hat eine Grenze. Das Kann hat dagegen keine.«</p>

<p>Wir leben, so hat es den Anschein, zwischen Verwirrung, vermeintlichem Zwang und fragwürdigen Retropien.</p>
<p>Aber ist das alles überhaupt begründet? Gibt es einen Ausweg aus diesem Dilemma? </p>
<p>Referenzen</p>
Zeitvorstellung
<ul><li>Thomas Maissen, Vom Werden der Zukunft, Spektrum der Wissenschaft, September 2010</li>
<li><a href='https://amzn.to/35zWJyo'>Achim Landwehr, Geburt der Gegenwart: Eine Geschichte der Zeit im 17. Jahrhundert</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2IWklUm'>Philip Blom, Die Welt aus den Angeln</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2ISKtiR'> Zygmunt Bauman, Retrotopia</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2pm2zD2'>Rushkoff, Douglas. Present Shock: When Everything Happens Now </a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=DHu2qzoZacg'>Peter Sloterdijk, Gespräch in den Sternstunden Philosophie</a></li>
</ul>
<p>Weitere Referenzen</p>
<ul><li>Carl Becker, die Welt von Morgen</li>
<li><a href='https://amzn.to/2VPK3ir'>Byung-Chul Han, Psychopolitik</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2MIG7Mj'>Yuval Harari, Homo Deus</a></li>
<li><a href='https://www.nationalgeographic.org/media/jared-diamond-lessons-hunter-gatherers/educator/'>Jared Diamond: Lessons from Hunter-Gatherers</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2VHuWHS'>Shoshana Zuboff, Surveillance Capitalism</a></li>
<li>Pierre Casse, Leadership without concessions (2015)</li>
</ul>
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Eine lineare Zeit mit Vergangenheit und offener Zukunft, die vor allem auch von Menschen beeinflussbar und gestaltbar ist eher eine moderne, zeitgemäße Vorstellung von Zeit, die wir nicht in allen Epochen der menschlichen Entwicklung finden. Vor der Aufklärung war etwa die europäische Kultur sehr an der Antike sowie an religiösen Mythen orientiert:



»Früher war nicht einfach nur alles besser, sehr viel früher war sogar nahezu alles perfekt.«, Achim Landwehr



Also ein Leben in der Orientierung einer vermeintlich perfekten Vergangenheit:



»Der Fortschritt musste also immer ein Rückschritt sein zu den Alten, den Antiken, den Vorfahren«, Achim Landwehr



Philip Blom schreibt, Ende 16. Jahrhundert sah man die »ruina mundi« kommen, den Untergang der Welt. Natürliche Beobachtungen wurden durch Zitate Bibel begründet, Naturkatastrophen theologisch interpretiert.



»Seit der Antike gilt: es ist egal wann sie geboren sind oder sterben, es läuft immer dasselbe Stück – Dies stimmt seit 200 Jahren nun nicht mehr.«, Peter Sloterdijk



Erst ab 1700 wird es für die Menschen erst langsam zur Möglichkeit, dass sich die Zukunft durch eigenes Handeln beeinflussen lässt. Moderne Wissenschaft beginnt sich somit in etwa ab der Neuzeit zu entwickeln und die empirischen Wissenschaften, wie Physik und Chemie beginnen langsam Form anzunehmen und nehmen ab dem 18. und 19. Jahrhundert enorm an Fahrt auf.



Heute leben wir in zahlreichen Widersprüchen, zwischen der Alternativlosigkeit politischer und wirtschaftlicher Entscheidungen, der Hilflosigkeit bei ethisch schwierigen Fragen und einem neuen Hyper-Individualismus. Welche Rolle kann der Einzelne überhaupt noch wahrnehmen?



»Tatsächlich glauben die meisten Menschen in den reichen Ländern, daß es ihren Kindern schlechter gehen wird als ihnen.« Rutger Bregman, Zygmunt Bauman



Der Philosoph Byung-Chul Han beobachtet:



»Wir leben in einer besonderen historische Phase, in der die Freiheit selbst Zwänge hervorruft. Die Freiheit des Könnens erzeugt sogar mehr Zwänge als das disziplinarische Sollen, das Gebote und Verbote ausspricht. Das Soll hat eine Grenze. Das Kann hat dagegen keine.«



Wir leben, so hat es den Anschein, zwischen Verwirrung, vermeintlichem Zwang und fragwürdigen Retropien.



Aber ist das alles überhaupt begründet? Gibt es einen Ausweg aus diesem Dilemma? </itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>011 - Ethik, oder: Warum wir Wissenschaft nicht den Wissenschaftern überlassen sollten!</title>
        <itunes:title>011 - Ethik, oder: Warum wir Wissenschaft nicht den Wissenschaftern überlassen sollten!</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/011-ethik-oder-warum-wir-wissenschaft-nicht-den-wissenschaftern-uberlassen-sollten/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/011-ethik-oder-warum-wir-wissenschaft-nicht-den-wissenschaftern-uberlassen-sollten/#comments</comments>        <pubDate>Wed, 11 Sep 2019 20:44:29 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Ethik und Wissenschaft – eine überflüssige Episode?</p>
<p>Es gibt Wissenschafter, die sich auf die Position zurückziehen: Wissenschaft wäre nur Erkenntnisgewinn, Ethik beginnt bestenfalls mit der Anwendung. Ethik und Philosophie wären recht überflüssige Tätigkeiten, lästig und nicht hilfreich.</p>
<p>Ich teile diese Ansicht nicht – ich hoffe auch Sie nicht, nachdem Sie diese Episode gehört haben.</p>
<p>Zwei Thesen zu Beginn:</p>
<ul><li>Nassim Taleb: »Wissenschaft ist großartig, aber einzelne Wissenschafter sind gefährlich« </li>
<li>Daraus folgt aus meiner Sicht: wir dürfen Wissenschaft als Gesellschaft keinesfalls den Wissenschaftern alleine überlassen sondern müssen uns energisch einbringen</li>
</ul>
<p>Warum ist das so?</p>
<p>Wir beginnen mit einem kurzen Blick in die jüngere Vergangenheit bevor wir uns in die Gegenwart und Zukunft begeben. Dazu drei wesentliche Aspekte:</p>
<ol><li>Erkenntnisse die unter ethisch sehr fragwürdigen Rahmenbedingungen entstanden sind (»Nazi« Forschung, Experimente an Menschen in den 1960er und 1970er Jahren!) – wie gehen wir damit um?</li>
<li>Wissenschafter mit problematischen politischen oder ethischen Ansichten (wie Martin Heidegger, Johannes Stark und Philipp Lenard, die Agitatoren einer deutschen versus »jüdischen« Physik)</li>
<li>Und der Blick in Gegenwart und Zukunft: wie gehen wir mit dem enormen Potential wissenschaftlicher Möglichkeiten um, die aber ethisch umstritten sind, z.B. die Stammzellenforschung, aber auch mit ethischen Herausforderungen, die sich aus unserem kapitalistischen System ergeben. Dies betrifft etwa die Pharma-Industrie, aber auch sehr stark die Digitalisierung und Innovationen im Bereich der Informatik.</li>
</ol><p>In 20 Minuten wie immer, ein erster Gedankengang, den wir später noch vertiefen können.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Eduard Pernkopf und der medizinische Atlas</p>
<ul><li><a href='https://www.doew.at/cms/download/3of0q/spann_jb_1999.pdf'>Gustav Spann, Untersuchungen zur Anatomischen Wissenschaft in Wien 19381945, Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes, Jahrbuch 1999</a></li>
<li>Chris Hubbard, Eduard Pernkopf’s atlas of topographical and applied human anatomy: The continuing ethical controversy, The Anatomical Record, Volume 265, Issue 5, pages 207–211, 15 October 2001</li>
<li><a href='http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/Holocaust/medmurder.html'>William E. Seidelman, Medicine and Murder in the Third Reich, Jewish Virtual Library</a></li>
<li><a href='http://www.doew.at/erkennen/ausstellung/1938/die-gleichschaltung-der-universitaeten#pernkopf'>Eduard Pernkopf in SA Uniform und Hitlergruß vor der Vorlesung (Dokumentationsarchiv des österr. Widerstands)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2N2CF1B'>Mary Roach, Stiff: The Curious Lives of Human Cadavers, W. W. Norton & Company (May 2004)</a></li>
</ul>
<p>Tuskegee Syphillis Studie</p>
<ul><li><a href='https://www.cdc.gov/tuskegee/index.html'>CDC Zusammenfassung (inkl. Entschuldigung des US Präsidenten Bill Clinton 1997)</a></li>
<li><a href='http://scienceblogs.de/frischer-wind/2010/12/20/das-tuskegeeexperiment-und-die-grenzen-medizinischer-forschung/'>Christian Reinboth, Das Tuskegee-Experiment und die Grenzen medizinischer Forschung</a></li>
</ul>
<p>Jüdische Physik und »Nazi-Wissenschafter«</p>
<ul><li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/heidegger/'>SEP: Martin Heidegger</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2A0xEy5'>Armin Hermann, die Jahrhundertwissenschaft; Werner Heisenberg und die Geschichte der Atomphysik, rororo (1993)</a></li>
<li><a href='https://www.nobelprize.org/prizes/physics/1905/lenard/biographical/'>Nobel Prize: Philipp Lenard</a></li>
<li><a href='https://www.nobelprize.org/prizes/physics/1919/stark/biographical/'>Nobel Prize: Johannes Stark</a></li>
<li>beachten Sie die nur minimale Erwähnung der Thematik in der Vorstellung der Wissenschafter auf den Seiten des Nobelpreises.</li>
</ul>
<p>Digitalisierung</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/2N9XYOG'>Shoshana Zuboff, Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus (2018)</a></li>
<li><a href='https://cacm.acm.org/magazines/2019/7/237701-to-serve-humanity/fulltext'>Moshe Y. Vardi, To Serve, Communications of the ACM, July 2019, Vol. 62 No. 7, Page 7</a></li>
</ul>
<p>Verschiedenes</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3015sWc'>Nassim Taleb, Fooled by Randomness, Penguin (2007)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Ethik und Wissenschaft – eine überflüssige Episode?</p>
<p>Es gibt Wissenschafter, die sich auf die Position zurückziehen: Wissenschaft wäre nur Erkenntnisgewinn, Ethik beginnt bestenfalls mit der Anwendung. Ethik und Philosophie wären recht überflüssige Tätigkeiten, lästig und nicht hilfreich.</p>
<p>Ich teile diese Ansicht nicht – ich hoffe auch Sie nicht, nachdem Sie diese Episode gehört haben.</p>
<p>Zwei Thesen zu Beginn:</p>
<ul><li>Nassim Taleb: <em>»Wissenschaft ist großartig, aber einzelne Wissenschafter sind gefährlich« </em></li>
<li>Daraus folgt aus meiner Sicht: wir dürfen Wissenschaft als Gesellschaft keinesfalls den Wissenschaftern alleine überlassen sondern müssen uns energisch einbringen</li>
</ul>
<p><em>Warum ist das so?</em></p>
<p>Wir beginnen mit einem kurzen Blick in die jüngere Vergangenheit bevor wir uns in die Gegenwart und Zukunft begeben. Dazu drei wesentliche Aspekte:</p>
<ol><li>Erkenntnisse die unter ethisch sehr fragwürdigen Rahmenbedingungen entstanden sind (»Nazi« Forschung, Experimente an Menschen in den 1960er und 1970er Jahren!) – wie gehen wir damit um?</li>
<li>Wissenschafter mit problematischen politischen oder ethischen Ansichten (wie Martin Heidegger, Johannes Stark und Philipp Lenard, die Agitatoren einer deutschen versus »jüdischen« Physik)</li>
<li>Und der Blick in Gegenwart und Zukunft: wie gehen wir mit dem enormen Potential wissenschaftlicher Möglichkeiten um, die aber ethisch umstritten sind, z.B. die Stammzellenforschung, aber auch mit ethischen Herausforderungen, die sich aus unserem kapitalistischen System ergeben. Dies betrifft etwa die Pharma-Industrie, aber auch sehr stark die Digitalisierung und Innovationen im Bereich der Informatik.</li>
</ol><p>In 20 Minuten wie immer, ein erster Gedankengang, den wir später noch vertiefen können.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Eduard Pernkopf und der medizinische Atlas</p>
<ul><li><a href='https://www.doew.at/cms/download/3of0q/spann_jb_1999.pdf'>Gustav Spann, Untersuchungen zur Anatomischen Wissenschaft in Wien 19381945, Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes, Jahrbuch 1999</a></li>
<li>Chris Hubbard, Eduard Pernkopf’s atlas of topographical and applied human anatomy: The continuing ethical controversy, The Anatomical Record, Volume 265, Issue 5, pages 207–211, 15 October 2001</li>
<li><a href='http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/Holocaust/medmurder.html'>William E. Seidelman, Medicine and Murder in the Third Reich, Jewish Virtual Library</a></li>
<li><a href='http://www.doew.at/erkennen/ausstellung/1938/die-gleichschaltung-der-universitaeten#pernkopf'>Eduard Pernkopf in SA Uniform und Hitlergruß vor der Vorlesung (Dokumentationsarchiv des österr. Widerstands)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2N2CF1B'>Mary Roach, Stiff: The Curious Lives of Human Cadavers, W. W. Norton & Company (May 2004)</a></li>
</ul>
<p>Tuskegee Syphillis Studie</p>
<ul><li><a href='https://www.cdc.gov/tuskegee/index.html'>CDC Zusammenfassung (inkl. Entschuldigung des US Präsidenten Bill Clinton 1997)</a></li>
<li><a href='http://scienceblogs.de/frischer-wind/2010/12/20/das-tuskegeeexperiment-und-die-grenzen-medizinischer-forschung/'>Christian Reinboth, Das Tuskegee-Experiment und die Grenzen medizinischer Forschung</a></li>
</ul>
<p>Jüdische Physik und »Nazi-Wissenschafter«</p>
<ul><li><a href='https://plato.stanford.edu/entries/heidegger/'>SEP: Martin Heidegger</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2A0xEy5'>Armin Hermann, die Jahrhundertwissenschaft; Werner Heisenberg und die Geschichte der Atomphysik, rororo (1993)</a></li>
<li><a href='https://www.nobelprize.org/prizes/physics/1905/lenard/biographical/'>Nobel Prize: Philipp Lenard</a></li>
<li><a href='https://www.nobelprize.org/prizes/physics/1919/stark/biographical/'>Nobel Prize: Johannes Stark</a></li>
<li><em>beachten Sie die nur minimale Erwähnung der Thematik in der Vorstellung der Wissenschafter auf den Seiten des Nobelpreises.</em></li>
</ul>
<p>Digitalisierung</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/2N9XYOG'>Shoshana Zuboff, Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus (2018)</a></li>
<li><a href='https://cacm.acm.org/magazines/2019/7/237701-to-serve-humanity/fulltext'>Moshe Y. Vardi, To Serve, Communications of the ACM, July 2019, Vol. 62 No. 7, Page 7</a></li>
</ul>
<p>Verschiedenes</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/3015sWc'>Nassim Taleb, Fooled by Randomness, Penguin (2007)</a></li>
</ul>
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Es gibt Wissenschafter, die sich auf die Position zurückziehen: Wissenschaft wäre nur Erkenntnisgewinn, Ethik beginnt bestenfalls mit der Anwendung. Ethik und Philosophie wären recht überflüssige Tätigkeiten, lästig und nicht hilfreich.



Ich teile diese Ansicht nicht – ich hoffe auch Sie nicht, nachdem Sie diese Episode gehört haben.



Zwei Thesen zu Beginn:



- Nassim Taleb: »Wissenschaft ist großartig, aber einzelne Wissenschafter sind gefährlich« 

- Daraus folgt aus meiner Sicht: wir dürfen Wissenschaft als Gesellschaft keinesfalls den Wissenschaftern alleine überlassen sondern müssen uns energisch einbringen



Warum ist das so?



Wir beginnen mit einem kurzen Blick in die jüngere Vergangenheit bevor wir uns in die Gegenwart und Zukunft begeben. Dazu drei wesentliche Aspekte:



(1) Erkenntnisse die unter ethisch sehr fragwürdigen Rahmenbedingungen entstanden sind (»Nazi« Forschung, Experimente an Menschen in den 1960er und 1970er Jahren!) – wie gehen wir damit um?



(2) Wissenschafter mit problematischen politischen oder ethischen Ansichten (wie Martin Heidegger, Johannes Stark und Philipp Lenard, die Agitatoren einer deutschen versus »jüdischen« Physik)



(3) Und der Blick in Gegenwart und Zukunft: wie gehen wir mit dem enormen Potential wissenschaftlicher Möglichkeiten um, die aber ethisch umstritten sind, z.B. die Stammzellenforschung, aber auch mit ethischen Herausforderungen, die sich aus unserem kapitalistischen System ergeben. Dies betrifft etwa die Pharma-Industrie, aber auch sehr stark die Digitalisierung und Innovationen im Bereich der Informatik.



In 20 Minuten wie immer, ein erster Gedankengang, den wir später noch vertiefen können.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>010 - Komplizierte Komplexität</title>
        <itunes:title>010 - Komplizierte Komplexität</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/010-komplizierte-komplexitat/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 26 Aug 2019 07:00:00 +0200</pubDate>
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”Wie alles sich zum Ganzen webt, Eins in dem andern wirkt und lebt“, Goethe, Faust, erste Szene 

<p>Ich habe in vorigen Episoden immer wieder den Begriff der »Komplexität« verwendet. Es ist daher höchst an der Zeit dass wir uns eine erste Episode mit diesem Begriff auseinandersetzen.</p>
<p>In dieser Episode stelle ich drei Fragen:</p>
<ol><li>Ist Komplexität und Kompliziertheit dasselbe?</li>
<li>Was ist Komplexität, genauer: wo finden wir komplexe Systeme und wie verhalten sie sich</li>
<li>Was bedeutet das für die wissenschaftliche und rationale Betrachtung der Welt, vor allem auch für die Herausforderungen der Zukunft?</li>
</ol><p>Am Anfang steht die Frage: wie verhalten sich eigentlich die wichtigen Systeme, die unser Leben ermöglichen?</p>

<p>»Die Natur macht keine Sprünge«, Carl von Linné</p>

<p>Ist das so? Einfache mechanische und simple Systeme zeigen einfache Ursachen/Wirkungszusammenhänge – im Gegensatz zu komplexen Systemen:</p>
<ul><li>Wieso wird die Sahara nach langer Zeit mit stabilem Bewuchs in kurzer Zeit zu einer Wüste? </li>
<li>Warum kollabieren Seen oder Korallenriffe </li>
<li>Wie sieht es mit der Vorhersagekraft von technischen und sozialen Systemen aus? </li>
<li>Wer hat den Fall der Berliner Mauer, Flash-Crashs an der Börse oder Donald Trump als Präsidenten korrekt vorhergesagt?</li>
</ul>

”In der großen Verkettung der Ursachen und Wirkungen darf kein Stoff, keine Thätigkeit, isoliert betrachtet werden.“, Alexander von Humboldt im 18. Jahrhundert 

<p>Wir leben also nicht in einer Welt der simplen, sondern der wicked problems. Wie kommt das? Fragen wir konkreter nach</p>
<ol><li>Was ist ein System?</li>
<li>Was sind Systemgrenzen?</li>
<li>…und dann noch Skaleneffekte?</li>
</ol><p>Kompliziert oder komplex? Fassen wir einfach nochmals zusammen: was ist jetzt der Unterschied?</p>
<p>Warum interessiert uns das alles? Heute und in der Zukunft?</p>
<p>Wir kämpfen nicht nur mit dem drohenden Kollaps lebenswichtiger natürlicher Systeme, heute werden auch die »künstlichen«, die technischen und sozialen Systeme immer komplexer. So ist es extrem wichtig zu unterscheiden ob wir es mit komplexen Systemen, komplexen Problemen zu tun haben denn sie</p>
<ul><li>verhalten sich sehr unterschiedlich</li>
<li>müssen mit unterschiedlichen Methoden untersucht werden</li>
<li>Management, Kontrolle und Fehlersuche in solchen Systeme erfordert ebenfalls sehr unterschiedliche Strategien </li>
</ul>
<p>Was ist daher das größte Problem unserer Zeit? Das größte Problem ist es, wenn Menschen fragen, welches das größte Problem unserer Zeit ist. </p>
<p>Denn fast alle Herausforderungen die unsere Zukunft bestimmen sind in komplexer Weise miteinander verbunden. Wir lösen sie also mehr oder weniger gemeinsam, oder gar nicht</p>
<p>Und wie immer, sehen wir nach dieser Episode betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen.</p>
<p>Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.infoq.com/presentations/Simple-Made-Easy/'>Rich Hickey: Simple made easy</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2LdNcUz'>Donella Meadows, Thinking in Systems, Chelsea Green Publishing (2008)</a></li>
<li>Warren Weaver, Science and Complexity, American Scientist, 36: 536 (1948)</li>
<li><a href='https://amzn.to/2NjwnKt'>Andrea Wulf, Alexander Humboldt</a></li>
<li>G. Cumming, Unifying Research on Social-Ecological Resilience and Collapse (2017)</li>
<li><a href='https://amzn.to/2MtF3yj'>Chris Clearfield, Meltdown: Why our systems fail and what we can do about it</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2MvulXR'>Charles Perrow, Normale Katastrophen</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2KYlVW0'>Rupert Riedl, Strukturen der Komplexität (2000)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2Zmdv3Y'>Nassim Taleb, Skin in the Game</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2KOhoGM'>Peter Kruse, next practice. Erfolgreiches Management von Instabilität</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[
 
”Wie alles sich zum Ganzen webt, Eins in dem andern wirkt und lebt“, Goethe, Faust, erste Szene 

<p>Ich habe in vorigen Episoden immer wieder den Begriff der »Komplexität« verwendet. Es ist daher höchst an der Zeit dass wir uns eine erste Episode mit diesem Begriff auseinandersetzen.</p>
<p>In dieser Episode stelle ich drei Fragen:</p>
<ol><li>Ist Komplexität und Kompliziertheit dasselbe?</li>
<li>Was ist Komplexität, genauer: wo finden wir komplexe Systeme und wie verhalten sie sich</li>
<li>Was bedeutet das für die wissenschaftliche und rationale Betrachtung der Welt, vor allem auch für die Herausforderungen der Zukunft?</li>
</ol><p>Am Anfang steht die Frage: wie verhalten sich eigentlich die wichtigen Systeme, die unser Leben ermöglichen?</p>

<p>»Die Natur macht keine Sprünge«, Carl von Linné</p>

<p>Ist das so? Einfache mechanische und simple Systeme zeigen einfache Ursachen/Wirkungszusammenhänge – im Gegensatz zu komplexen Systemen:</p>
<ul><li>Wieso wird die Sahara nach langer Zeit mit stabilem Bewuchs in kurzer Zeit zu einer Wüste? </li>
<li>Warum kollabieren Seen oder Korallenriffe </li>
<li>Wie sieht es mit der Vorhersagekraft von technischen und sozialen Systemen aus? </li>
<li>Wer hat den Fall der Berliner Mauer, Flash-Crashs an der Börse oder Donald Trump als Präsidenten korrekt vorhergesagt?</li>
</ul>

”In der großen Verkettung der Ursachen und Wirkungen darf kein Stoff, keine Thätigkeit, isoliert betrachtet werden.“, Alexander von Humboldt im 18. Jahrhundert 

<p>Wir leben also nicht in einer Welt der <em>simplen</em>, sondern der <em>wicked problems</em>. Wie kommt das? Fragen wir konkreter nach</p>
<ol><li>Was ist ein System?</li>
<li>Was sind Systemgrenzen?</li>
<li>…und dann noch Skaleneffekte?</li>
</ol><p><em>Kompliziert</em> oder <em>komplex</em>? Fassen wir einfach nochmals zusammen: was ist jetzt der Unterschied?</p>
<p>Warum interessiert uns das alles? Heute und in der Zukunft?</p>
<p>Wir kämpfen nicht nur mit dem drohenden Kollaps lebenswichtiger natürlicher Systeme, heute werden auch die »künstlichen«, die technischen und sozialen Systeme immer komplexer. So ist es extrem wichtig zu unterscheiden ob wir es mit komplexen Systemen, komplexen Problemen zu tun haben denn sie</p>
<ul><li>verhalten sich sehr unterschiedlich</li>
<li>müssen mit unterschiedlichen Methoden untersucht werden</li>
<li>Management, Kontrolle und Fehlersuche in solchen Systeme erfordert ebenfalls sehr unterschiedliche Strategien </li>
</ul>
<p><em>Was ist daher das größte Problem unserer Zeit? Das größte Problem ist es, wenn Menschen fragen, welches das größte Problem unserer Zeit ist. </em></p>
<p>Denn fast alle Herausforderungen die unsere Zukunft bestimmen sind in komplexer Weise miteinander verbunden. Wir lösen sie also mehr oder weniger gemeinsam, oder gar nicht</p>
<p><em>Und wie immer, sehen wir nach dieser Episode betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen.</em></p>
<p>Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.infoq.com/presentations/Simple-Made-Easy/'>Rich Hickey: Simple made easy</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2LdNcUz'>Donella Meadows, Thinking in Systems, Chelsea Green Publishing (2008)</a></li>
<li>Warren Weaver, Science and Complexity, American Scientist, 36: 536 (1948)</li>
<li><a href='https://amzn.to/2NjwnKt'>Andrea Wulf, Alexander Humboldt</a></li>
<li>G. Cumming, Unifying Research on Social-Ecological Resilience and Collapse (2017)</li>
<li><a href='https://amzn.to/2MtF3yj'>Chris Clearfield, Meltdown: Why our systems fail and what we can do about it</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2MvulXR'>Charles Perrow, Normale Katastrophen</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2KYlVW0'>Rupert Riedl, Strukturen der Komplexität (2000)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2Zmdv3Y'>Nassim Taleb, Skin in the Game</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2KOhoGM'>Peter Kruse, next practice. Erfolgreiches Management von Instabilität</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>”Wie alles sich zum Ganzen webt, Eins in dem andern wirkt und lebt“, Goethe, Faust, erste Szene 

Ich habe in vorigen Episoden immer wieder den Begriff der »Komplexität« verwendet. Es ist daher höchst an der Zeit dass wir uns eine erste Episode mit diesem Begriff auseinandersetzen.



In dieser Episode stelle ich drei Fragen:



- Ist Komplexität und Kompliziertheit dasselbe?

- Was ist Komplexität, genauer: wo finden wir komplexe Systeme und wie verhalten sie sich

- Was bedeutet das für die wissenschaftliche und rationale Betrachtung der Welt, vor allem auch für die Herausforderungen der Zukunft?



Am Anfang steht die Frage: wie verhalten sich eigentlich die wichtigen Systeme, die unser Leben ermöglichen?



Carl von Linné: »Die Natur macht keine Sprünge« – Ist das so?



Einfache mechanische und simple Systeme zeigen einfache Ursachen/Wirkungszusammenhänge – im Gegensatz zu komplexen Systemen:



- Wieso wird die Sahara nach langer Zeit mit stabilem Bewuchs in kurzer Zeit zu einer Wüste? 

- Warum kollabieren Seen oder Korallenriffe 

- Wie sieht es mit der Vorhersagekraft von technischen und sozialen Systemen aus? 

- Wer hat den Fall der Berliner Mauer, Flash-Crashs an der Börse oder Donald Trump als Präsidenten korrekt vorhergesagt?



”In der großen Verkettung der Ursachen und Wirkungen darf kein Stoff, keine Thätigkeit, isoliert betrachtet werden.“, Alexander von Humboldt im 18. Jahrhundert 



Wir leben also nicht in einer Welt der simplen, sondern der wicked problems. Wie kommt das? Fragen wir konkreter nach



- Was ist ein System?

- Was sind Systemgrenzen?

- …und dann noch Skaleneffekte?



Kompliziert oder komplex? Fassen wir einfach nochmals zusammen: was ist jetzt der Unterschied?



Warum interessiert uns das alles? Heute und in der Zukunft?



Wir kämpfen nicht nur mit dem drohenden Kollaps lebenswichtiger natürlicher Systeme, heute werden auch die »künstlichen«, die technischen und sozialen Systeme immer komplexer. So ist es extrem wichtig zu unterscheiden ob wir es mit komplexen Systemen, komplexen Problemen zu tun haben denn sie



- verhalten sich sehr unterschiedlich

- müssen mit unterschiedlichen Methoden untersucht werden

- Management, Kontrolle und Fehlersuche in solchen Systeme erfordert ebenfalls sehr unterschiedliche Strategien 



Was ist daher größte Problem unserer Zeit? Das größte Problem ist es, wenn Menschen fragen, welches das größte Problem unserer Zeit ist.



Denn fast alle Herausforderungen die unsere Zukunft bestimmen sind in komplexer Weise miteinander verbunden. Wir lösen sie also mehr oder weniger gemeinsam, oder gar nicht



Und wie immer, sehen wir nach dieser Episode betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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    <item>
        <title>009 - Abstraktion: Platos Idee, Kommunismus und die Zukunft</title>
        <itunes:title>009 - Abstraktion: Platos Idee, Kommunismus und die Zukunft</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/009-abstraktion-platos-idee-kommunismus-und-die-zukunft/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/009-abstraktion-platos-idee-kommunismus-und-die-zukunft/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 12 Aug 2019 07:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Eine nächste »Guerilla-Attacke« auf die Festung Wissenschaft, mit Blick in die Zukunft:</p>
<p>Welche Rolle spielt Abstraktion für das moderne, wissenschaftliche Denken?</p>
<p>(1) Wir beginnen mit der Frage, wie sich das Denken vom Speziellen zum Allgemeinen, oder vom »Mythos« zum »Logos« entwickelt hat, besuchen dazu das antike Griechenland, Plato, Aristoteles und die Pythagoräer.</p>
<p>(2) Dann machen wir einen Zwischenstopp während der kommunistischen Revolution in Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Entfernte Regionen der Sowjetunion wurden durch radikale soziale und ökonomische Änderungen gezwungen. Dazu gehört auch ein Bildungsprogramm, das die entferntesten russischen Regionen mit einschließt. Der russische Psychologe Alexander Luria begleitet diese Entwicklung und sieht dies als »natürliches Experiment«. Er fragt sich wenn man die Arbeit der Menschen verändert und ihnen mehr Abstraktion beibringt: welchen Einfluss wird das auf ihr Denken und ihren Geist haben?</p>

»Vormoderne Menschen sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht, moderne Menschen die Bäume nicht im Wald.« 

<p>(3) Wir kehren dann in die Gegenwart um zu sehen, warum Abstraktion fundamental für einen erfolgreichen Umgang mit unserer Zukunft ist</p>
<ul><li>John Dewey: Über das Lösen von Problemen</li>
<li>Flynn Effekt – und unser Lernen von der komplexen Umgebung in der wir uns bewegen</li>
<li>Wie reagieren Schule und Universität?</li>
</ul>
<p>Und zuletzt stellt Franz Wuketits die These in den Raum, dass Abstraktion für unseren Umgang mit der Zukunft fundamental ist.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Griechenland</p>
<ul><li><a href='/zukunftdenken/episode/%20https:/amzn.to/2SsL1PU'>David C. Lindberg, The Beginnings of Western Science, Univ. of Chicago Press (1992)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2SsuR9o'>Luciano de Crescenco, Geschichte der griechischen Philosophie, Diogenes (2016)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/31xvn9s'>Günter Küppers (Hrsg.), Chaos und Ordnung, Formen der Selbstorganisation in Natur und Gesellschaft, Reclam (1996)</a></li>
</ul>
<p>Die sozialistische Revolution und die soziologische Beobachtung</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/2XZzGwX'>David J. Epstein, Range, Penguin (2019)</a></li>
<li><a href='https://psycnet.apa.org/record/1984-11828-001'>J. R. Flynn, The Mean IQ of Americans: Massive Gains 1932 to 1978, Psychological Bulletin 95, no. 1 (1984)</a></li>
<li>Alexander Luria, Cognitive Development. Its Cultural and Social Foundations, Harvard University Press (1976)</li>
</ul>
<p>Lernen, Gesellschaft und Zukunft</p>
<ul><li><a href='https://archive.org/stream/JohnDeweyLogicTheTheoryOfInquiry/%5BJohn_Dewey%5D_Logic_-_The_Theory_of_Inquiry_djvu.txt'>John Dewey, Theory of Inquiry (1938)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2Obu3Hx'>Franz M. Wuketits, Animal irrationale. Eine kurze (Natur-)Geschichte der Unvernunft, edition unseld (2013)</a></li>
</ul>
<p>Weiteres</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/2GnhhPR'>Nassim Taleb, Fooled by Randomness, Penguin (2007)</a></li>
<li>Alfred North Whitehead, The Education of an Englishman, The Atlantic Monthly, Vol. 138 (1926), p. 192.</li>
</ul>
<p> </p>
<p> </p>
<p> </p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Eine nächste »Guerilla-Attacke« auf die Festung Wissenschaft, mit Blick in die Zukunft:</p>
<p>Welche Rolle spielt Abstraktion für das moderne, wissenschaftliche Denken?</p>
<p>(1) Wir beginnen mit der Frage, wie sich das Denken vom Speziellen zum Allgemeinen, oder vom »Mythos« zum »Logos« entwickelt hat, besuchen dazu das antike Griechenland, Plato, Aristoteles und die Pythagoräer.</p>
<p>(2) Dann machen wir einen Zwischenstopp während der kommunistischen Revolution in Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Entfernte Regionen der Sowjetunion wurden durch radikale soziale und ökonomische Änderungen gezwungen. Dazu gehört auch ein Bildungsprogramm, das die entferntesten russischen Regionen mit einschließt. Der russische Psychologe Alexander Luria begleitet diese Entwicklung und sieht dies als »natürliches Experiment«. Er fragt sich wenn man die Arbeit der Menschen verändert und ihnen mehr Abstraktion beibringt: welchen Einfluss wird das auf ihr Denken und ihren Geist haben?</p>

»Vormoderne Menschen sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht, moderne Menschen die Bäume nicht im Wald.« 

<p>(3) Wir kehren dann in die Gegenwart um zu sehen, warum Abstraktion fundamental für einen erfolgreichen Umgang mit unserer Zukunft ist</p>
<ul><li>John Dewey: Über das Lösen von Problemen</li>
<li>Flynn Effekt – und unser Lernen von der komplexen Umgebung in der wir uns bewegen</li>
<li>Wie reagieren Schule und Universität?</li>
</ul>
<p>Und zuletzt stellt Franz Wuketits die These in den Raum, dass Abstraktion für unseren Umgang mit der Zukunft fundamental ist.</p>
<p>Referenzen</p>
<p>Griechenland</p>
<ul><li><a href='/zukunftdenken/episode/%20https:/amzn.to/2SsL1PU'>David C. Lindberg, The Beginnings of Western Science, Univ. of Chicago Press (1992)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2SsuR9o'>Luciano de Crescenco, Geschichte der griechischen Philosophie, Diogenes (2016)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/31xvn9s'>Günter Küppers (Hrsg.), Chaos und Ordnung, Formen der Selbstorganisation in Natur und Gesellschaft, Reclam (1996)</a></li>
</ul>
<p>Die sozialistische Revolution und die soziologische Beobachtung</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/2XZzGwX'>David J. Epstein, Range, Penguin (2019)</a></li>
<li><a href='https://psycnet.apa.org/record/1984-11828-001'>J. R. Flynn, The Mean IQ of Americans: Massive Gains 1932 to 1978, Psychological Bulletin 95, no. 1 (1984)</a></li>
<li>Alexander Luria, Cognitive Development. Its Cultural and Social Foundations, Harvard University Press (1976)</li>
</ul>
<p>Lernen, Gesellschaft und Zukunft</p>
<ul><li><a href='https://archive.org/stream/JohnDeweyLogicTheTheoryOfInquiry/%5BJohn_Dewey%5D_Logic_-_The_Theory_of_Inquiry_djvu.txt'>John Dewey, Theory of Inquiry (1938)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2Obu3Hx'>Franz M. Wuketits, Animal irrationale. Eine kurze (Natur-)Geschichte der Unvernunft, edition unseld (2013)</a></li>
</ul>
<p>Weiteres</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/2GnhhPR'>Nassim Taleb, Fooled by Randomness, Penguin (2007)</a></li>
<li>Alfred North Whitehead, The Education of an Englishman, The Atlantic Monthly, Vol. 138 (1926), p. 192.</li>
</ul>
<p> </p>
<p> </p>
<p> </p>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Eine nächste »Guerilla-Attacke« auf die Festung Wissenschaft, mit Blick in die Zukunft:



Welche Rolle spielt Abstraktion für das moderne, wissenschaftliche Denken?



(1) Wir beginnen mit der Frage, wie sich das Denken vom Speziellen zum Allgemeinen, oder vom »Mythos« zum »Logos« entwickelt hat, besuchen dazu das antike Griechenland, Plato, Aristoteles und die Pythagoräer.



(2) Dann machen wir einen Zwischenstopp während der kommunistischen Revolution in Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Entfernte Regionen der Sowjetunion wurden durch radikale soziale und ökonomische Änderungen gezwungen. Dazu gehört auch ein Bildungsprogramm, das die entferntesten russischen Regionen mit einschließt. Der russische Psychologe Alexander Luria begleitet diese Entwicklung und sieht dies als »natürliches Experiment«. Er fragt sich wenn man die Arbeit der Menschen verändert und ihnen mehr Abstraktion beibringt: welchen Einfluss wird das auf ihr Denken und ihren Geist haben?



»Vormoderne Menschen sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht, moderne Menschen die Bäume nicht im Wald.« 



(3) Wir kehren dann in die Gegenwart um zu sehen, warum Abstraktion fundamental für einen erfolgreichen Umgang mit unserer Zukunft ist



- John Dewey: Über das Lösen von Problemen

- Flynn Effekt – und unser Lernen von der komplexen Umgebung in der wir uns bewegen

- Wie reagieren Schule und Universität?



Und zuletzt stellt Franz Wuketits die These in den Raum, dass Abstraktion für unseren Umgang mit der Zukunft fundamental ist.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>008 - Alles wird besser... oder nicht? Teil 2</title>
        <itunes:title>007 - Alles wird besser... oder nicht? Teil 1</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/008-alles-wird-besser-oder-nicht-teil-2/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/008-alles-wird-besser-oder-nicht-teil-2/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 29 Jul 2019 07:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[Ist die Menschheit auf dem richtigen, oder wenigstens auf einem guten Weg? Wird alles im wesentlichen immer besser? Oder das Gegenteil: sind wir gerade dabei uns systematisch zu zerstören?
 
Diese Frage schließt einerseits unmittelbar an unsere <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/006-messen-was-messbar-ist/'>Episode über Fakten, Daten und Wissenschaft</a> an. Eigentlich sollte sie also einfach zu beantworten sein. Es stellt sich heraus: es ist alles gar nicht so einfach und es gibt lautstarke unterschiedlichen Lager.
 
Wir werden erkennen, dass, selbst wenn alle Seiten in einer Diskussion sich tatsächlich auf Fakten berufen, der Schluss, der daraus gezogen werden kann, in vielen Fällen alles andere als trivial ist.
 

»Keine Lüge, die etwas auf sich hält, enthält Unwahres. Was letztlich präpariert wird, ist vielmehr das Weltbild als Ganzes […] Dieses Ganze ist dann weniger wahr, als die Summe der Wahrheiten seiner Teile […] Die Aufgabe derer, die uns das Weltbild liefern, besteht also darin, aus vielen Wahrheiten ein Ganzes für uns zusammenzulügen.«, Günther Anders

Lassen wir den Begriff der »Lüge« weg und transformieren wir das Zitat zu: selbst wenn alle Fakten in einer Argumentationskette korrekt sind, kann die Summe, das Ganze irreführend oder gar falsch sein. Und dies muss nicht notwendigerweise aus bösem Willen geschehen.
 
Die Frage, die wir an den Anfang gestellt haben, hat aber eine zweite wichtige Komponente: Narrative.
 

»Menschen sind die Produkte der Geschichten, die sie über sich selbst erzählen, die ihre Gemeinschaft über sich erzählt. Fakten spielen dabei höchstens eine untergeordnete Rolle.«, Philipp Blom
 


»Bewegungen, welche die Welt zu verändern suchen, beginnen oft damit, dass sie die Geschichte umschreiben und die Menschen damit in die Lage versetzen, sich die Zukunft neu auszumalen.«, Yuval Noah Harari

Ich denke nicht, dass Fakten in der öffentlichen Diskussion nutzlos oder wirkungslos sind, sie haben nur nicht die Wirkung, wie es sich manche wünschen würden – und das durchaus auch aus guten Gründen, wie wir sehen werden.
 
Es ist daher von großer Bedeutung für gesellschaftlich zentrale Fragen nicht nur die Daten und Fakten kritisch zu hinterfragen, sondern dann auch deren Interpretation und Deutung konstruktiv zu diskutieren. Allzu leicht fällt man hier in zu einfache ideologische Raster.
 
In den beiden Teilen dieser Episode werden wir uns etwas genauer mit den Argumenten »beider Seiten« auseinandersetzen. Denn es erscheint mir wichtig, diesen intellektuellen Konflikt einmal durchzuspielen, da wir einige Prinzipien typischer Probleme des 21. Jahrhunderts erkennen können. 
 
Außerdem sind diese Aspekte sind eine wesentliche Motivation für diesen Podcast. Ein paar Thesen, die in späteren Episoden vertieft werden, können vorweggenommen werden:
 
<ul><li>Ohne Wissenschaft und Technologie kann es keine Zukunft für 9-11 Milliarden Menschen geben.</li>
<li>Wir haben natürliche Ressourcen weit überstrapaziert und müssen hier dramatisch gegensteuern</li>
<li>Auch die menschlichen Systeme haben eine Komplexität erreicht, die wir teilweise nicht mehr im Griff haben. (Komplexität ist nicht dasselbe wie Kompliziertheit – was ist der Unterschied?)</li>
<li>Die Kernfrage der nächsten Jahrzehnte wird also wahrscheinlich lauten: Wie können wir die wesentlichen ökologischen wie gesellschaftlichen Systeme gesund halten wesentlich mehr Resilienz ins System bringen und dabei die Fortschritte, die die Menschheit unbestritten erreicht hat nicht zu einem Einsturz bringen.</li>
</ul>
Dies ist eine gewaltige Herausforderung.
 
Ich hoffe, ich werde in diesem Podcast einige Anregungen zum Weiterdenken und eine Brücke für zukünftige Episoden liefern können.
 
 
Referenzen
 
<ul><li><a href='https://amzn.to/2LqLctO'>Hans Rosling, Factfulness</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2XEwFkw'>Steven Pinker, Gewalt: Eine neue Geschichte der Menschheit</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2XfCN3b'>Gregg Easterbrook, It's Better Than It Looks: Reasons for Optimism in an Age of Fear</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/301orkd'>George Monbiot, Out of the Wreckage</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2FFbgh7'>Philipp Blom, Was auf dem Spiel steht</a></li>
<li>Günther Anders, Die Antiquiertheit des Menschen (<a href='https://amzn.to/2XfXRXD'>Teil 1</a> und <a href='https://amzn.to/2FFd8Xb'>Teil 2</a>)</li>
<li><a href='https://amzn.to/2XB04wa'>Kate Raworth, Doughnut Economics</a></li>
<li>Johan Rockström et al, Planetary Boundaries (e.g. <a href='https://www.nature.com/articles/461472a'>Nature: A safe operating space for humanity</a>)</li>
<li><a href='https://amzn.to/2IWswjW'>Big World Small Planet, Johan Rockström, Matthias Klum</a></li>
<li><a href='https://www.ted.com/talks/johan_rockstrom_let_the_environment_guide_our_development'>Johan Rockström, TED Talk: Let the environment guide our development</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2ZOzdKq'>Yuval Noah Harari, Homo Deus</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2LtAlPB'>Yuval Noah Harari, 21 Lessons for the 21st Century</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2JuRFls'>Michael Specter, Denialism</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2FFPcTv'>Jared Diamond, Kollaps</a></li>
<li><a href='https://www.nobelprize.org/prizes/peace/1970/borlaug/acceptance-speech/'>Norman Borlaug, Nobelpreise Acceptance Speech</a></li>
<li><a href='http://www.spektrum.de/artikel/1018694&z=798888'>Jeffrey D. Sachs, Kommentar: Es ist nicht genug, einfach mehr Nahrung zu produzieren, Spektrum der Wissenschaft, 11.01.2010</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2FBWuYs'>Andrea Wulf, Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2XD4p1N'>Robert B. Reich, Rettet den Kapitalismus</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2LokDoZ'>Tim Jackson, Prosperity without Growth</a></li>
</ul>
<p> </p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[Ist die Menschheit auf dem richtigen, oder wenigstens auf einem guten Weg? <em>Wird alles im wesentlichen immer besser?</em> Oder das Gegenteil: <em>sind wir gerade dabei uns systematisch zu zerstören?</em>
 
Diese Frage schließt einerseits unmittelbar an unsere <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/006-messen-was-messbar-ist/'>Episode über Fakten, Daten und Wissenschaft</a> an. Eigentlich sollte sie also einfach zu beantworten sein. Es stellt sich heraus: es ist alles gar nicht so einfach und es gibt lautstarke unterschiedlichen Lager.
 
Wir werden erkennen, dass, selbst wenn alle Seiten in einer Diskussion sich tatsächlich auf Fakten berufen, der Schluss, der daraus gezogen werden kann, in vielen Fällen alles andere als trivial ist.
 

<em>»Keine Lüge, die etwas auf sich hält, enthält Unwahres. Was letztlich präpariert wird, ist vielmehr das Weltbild als Ganzes […] Dieses Ganze ist dann weniger wahr, als die Summe der Wahrheiten seiner Teile […] Die Aufgabe derer, die uns das Weltbild liefern, besteht also darin, aus vielen Wahrheiten ein Ganzes für uns zusammenzulügen.«</em>, Günther Anders

Lassen wir den Begriff der »Lüge« weg und transformieren wir das Zitat zu: selbst wenn alle Fakten in einer Argumentationskette korrekt sind, kann die Summe, das Ganze irreführend oder gar falsch sein. Und dies muss nicht notwendigerweise aus bösem Willen geschehen.
 
Die Frage, die wir an den Anfang gestellt haben, hat aber eine zweite wichtige Komponente: <em>Narrative</em>.
 

<em>»Menschen sind die Produkte der Geschichten, die sie über sich selbst erzählen, die ihre Gemeinschaft über sich erzählt. Fakten spielen dabei höchstens eine untergeordnete Rolle.«</em>, Philipp Blom
 


<em>»Bewegungen, welche die Welt zu verändern suchen, beginnen oft damit, dass sie die Geschichte umschreiben und die Menschen damit in die Lage versetzen, sich die Zukunft neu auszumalen.«</em>, Yuval Noah Harari

Ich denke nicht, dass Fakten in der öffentlichen Diskussion nutzlos oder wirkungslos sind, sie haben nur nicht die Wirkung, wie es sich manche wünschen würden – und das durchaus auch aus guten Gründen, wie wir sehen werden.
 
Es ist daher von großer Bedeutung für gesellschaftlich zentrale Fragen nicht nur die Daten und Fakten kritisch zu hinterfragen, sondern dann auch deren Interpretation und Deutung konstruktiv zu diskutieren. Allzu leicht fällt man hier in zu einfache ideologische Raster.
 
In den beiden Teilen dieser Episode werden wir uns etwas genauer mit den Argumenten »beider Seiten« auseinandersetzen. Denn es erscheint mir wichtig, diesen intellektuellen Konflikt einmal durchzuspielen, da wir einige Prinzipien typischer Probleme des 21. Jahrhunderts erkennen können. 
 
Außerdem sind diese Aspekte sind eine wesentliche Motivation für diesen Podcast. Ein paar Thesen, die in späteren Episoden vertieft werden, können vorweggenommen werden:
 
<ul><li>Ohne Wissenschaft und Technologie kann es keine Zukunft für 9-11 Milliarden Menschen geben.</li>
<li>Wir haben natürliche Ressourcen weit überstrapaziert und müssen hier dramatisch gegensteuern</li>
<li>Auch die menschlichen Systeme haben eine Komplexität erreicht, die wir teilweise nicht mehr im Griff haben. (Komplexität ist nicht dasselbe wie Kompliziertheit – was ist der Unterschied?)</li>
<li>Die Kernfrage der nächsten Jahrzehnte wird also wahrscheinlich lauten: Wie können wir die wesentlichen ökologischen wie gesellschaftlichen Systeme gesund halten wesentlich mehr Resilienz ins System bringen und dabei die Fortschritte, die die Menschheit unbestritten erreicht hat nicht zu einem Einsturz bringen.</li>
</ul>
Dies ist eine gewaltige Herausforderung.
 
Ich hoffe, ich werde in diesem Podcast einige Anregungen zum Weiterdenken und eine Brücke für zukünftige Episoden liefern können.
 
 
Referenzen
 
<ul><li><a href='https://amzn.to/2LqLctO'>Hans Rosling, Factfulness</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2XEwFkw'>Steven Pinker, Gewalt: Eine neue Geschichte der Menschheit</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2XfCN3b'>Gregg Easterbrook, It's Better Than It Looks: Reasons for Optimism in an Age of Fear</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/301orkd'>George Monbiot, Out of the Wreckage</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2FFbgh7'>Philipp Blom, Was auf dem Spiel steht</a></li>
<li>Günther Anders, Die Antiquiertheit des Menschen (<a href='https://amzn.to/2XfXRXD'>Teil 1</a> und <a href='https://amzn.to/2FFd8Xb'>Teil 2</a>)</li>
<li><a href='https://amzn.to/2XB04wa'>Kate Raworth, Doughnut Economics</a></li>
<li>Johan Rockström et al, Planetary Boundaries (e.g. <a href='https://www.nature.com/articles/461472a'>Nature: A safe operating space for humanity</a>)</li>
<li><a href='https://amzn.to/2IWswjW'>Big World Small Planet, Johan Rockström, Matthias Klum</a></li>
<li><a href='https://www.ted.com/talks/johan_rockstrom_let_the_environment_guide_our_development'>Johan Rockström, TED Talk: Let the environment guide our development</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2ZOzdKq'>Yuval Noah Harari, Homo Deus</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2LtAlPB'>Yuval Noah Harari, 21 Lessons for the 21st Century</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2JuRFls'>Michael Specter, Denialism</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2FFPcTv'>Jared Diamond, Kollaps</a></li>
<li><a href='https://www.nobelprize.org/prizes/peace/1970/borlaug/acceptance-speech/'>Norman Borlaug, Nobelpreise Acceptance Speech</a></li>
<li><a href='http://www.spektrum.de/artikel/1018694&z=798888'>Jeffrey D. Sachs, Kommentar: Es ist nicht genug, einfach mehr Nahrung zu produzieren, Spektrum der Wissenschaft, 11.01.2010</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2FBWuYs'>Andrea Wulf, Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2XD4p1N'>Robert B. Reich, Rettet den Kapitalismus</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2LokDoZ'>Tim Jackson, Prosperity without Growth</a></li>
</ul>
<p> </p>
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        <itunes:summary>Ist die Menschheit auf dem richtigen, oder wenigstens auf einem guten Weg? Wird alles im wesentlichen immer besser? Oder das Gegenteil: sind wir gerade dabei uns systematisch zu zerstören?



Diese Frage schließt einerseits unmittelbar an unsere Episode über Fakten, Daten und Wissenschaft an. Eigentlich sollte sie also einfach zu beantworten sein. Es stellt sich heraus: es ist alles gar nicht so einfach und es gibt lautstarke unterschiedlichen Lager.

 

Wir werden erkennen, dass, selbst wenn alle Seiten in einer Diskussion sich tatsächlich auf Fakten berufen, der Schluss, der daraus gezogen werden kann, in vielen Fällen alles andere als trivial ist.

»Keine Lüge, die etwas auf sich hält, enthält Unwahres. Was letztlich präpariert wird, ist vielmehr das Weltbild als Ganzes […] Dieses Ganze ist dann weniger wahr, als die Summe der Wahrheiten seiner Teile […] Die Aufgabe derer, die uns das Weltbild liefern, besteht also darin, aus vielen Wahrheiten ein Ganzes für uns zusammenzulügen.«, Günther Anders

Lassen wir den Begriff der »Lüge« weg und transformieren wir das Zitat zu: selbst wenn alle Fakten in einer Argumentationskette korrekt sind, kann die Summe, das Ganze irreführend oder gar falsch sein. Und dies muss nicht notwendigerweise aus bösem Willen geschehen.



Die Frage, die wir an den Anfang gestellt haben, hat aber eine zweite wichtige Komponente: Narrative.

»Menschen sind die Produkte der Geschichten, die sie über sich selbst erzählen, die ihre Gemeinschaft über sich erzählt. Fakten spielen dabei höchstens eine untergeordnete Rolle.«, Philipp Blom

»Bewegungen, welche die Welt zu verändern suchen, beginnen oft damit, dass sie die Geschichte umschreiben und die Menschen damit in die Lage versetzen, sich die Zukunft neu auszumalen.«, Yuval Noah Harari

Ich denke nicht, dass Fakten in der öffentlichen Diskussion nutzlos oder wirkungslos sind, sie haben nur nicht die Wirkung, wie es sich manche wünschen würden – und das durchaus auch aus guten Gründen, wie wir sehen werden.



Es ist daher von großer Bedeutung für gesellschaftlich zentrale Fragen nicht nur die Daten und Fakten kritisch zu hinterfragen, sondern dann auch deren Interpretation und Deutung konstruktiv zu diskutieren. Allzu leicht fällt man hier in zu einfache ideologische Raster.



In den beiden Teilen dieser Episode werden wir uns etwas genauer mit den Argumenten »beider Seiten« auseinandersetzen. Denn es erscheint mir wichtig, diesen intellektuellen Konflikt einmal durchzuspielen, da wir einige Prinzipien typischer Probleme des 21. Jahrhunderts erkennen können. 



Außerdem sind diese Aspekte sind eine wesentliche Motivation für diesen Podcast. Ein paar Thesen, die in späteren Episoden vertieft werden, können vorweggenommen werden:



Ohne Wissenschaft und Technologie kann es keine Zukunft für 9-11 Milliarden Menschen geben.

Wir haben natürliche Ressourcen weit überstrapaziert und müssen hier dramatisch gegensteuern

Auch die menschlichen Systeme haben eine Komplexität erreicht, die wir teilweise nicht mehr im Griff haben. (Komplexität ist nicht dasselbe wie Kompliziertheit – was ist der Unterschied?)

Die Kernfrage der nächsten Jahrzehnte wird also wahrscheinlich lauten: Wie können wir die wesentlichen ökologischen wie gesellschaftlichen Systeme gesund halten wesentlich mehr Resilienz ins System bringen und dabei die Fortschritte, die die Menschheit unbestritten erreicht hat nicht zu einem Einsturz bringen.

Dies ist eine gewaltige Herausforderung.



Ich hoffe, ich werde in diesem Podcast einige Anregungen zum Weiterdenken und eine Brücke für zukünftige Episoden liefern können.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>007 - Alles wird besser... oder nicht? Teil 1</title>
        <itunes:title>007 - Alles wird besser... oder nicht? Teil 1</itunes:title>
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                                    <description><![CDATA[Ist die Menschheit auf dem richtigen, oder wenigstens auf einem guten Weg? Wird alles im wesentlichen immer besser? Oder das Gegenteil: sind wir gerade dabei uns systematisch zu zerstören?
 
Diese Frage schließt einerseits unmittelbar an unsere <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/006-messen-was-messbar-ist/'>Episode über Fakten, Daten und Wissenschaft</a> an. Eigentlich sollte sie also einfach zu beantworten sein. Es stellt sich heraus: es ist alles gar nicht so einfach und es gibt lautstarke unterschiedlichen Lager.
 
Wir werden erkennen, dass, selbst wenn alle Seiten in einer Diskussion sich tatsächlich auf Fakten berufen, der Schluss, der daraus gezogen werden kann, in vielen Fällen alles andere als trivial ist.
 

»Keine Lüge, die etwas auf sich hält, enthält Unwahres. Was letztlich präpariert wird, ist vielmehr das Weltbild als Ganzes […] Dieses Ganze ist dann weniger wahr, als die Summe der Wahrheiten seiner Teile […] Die Aufgabe derer, die uns das Weltbild liefern, besteht also darin, aus vielen Wahrheiten ein Ganzes für uns zusammenzulügen.«, Günther Anders

Lassen wir den Begriff der »Lüge« weg und transformieren wir das Zitat zu: selbst wenn alle Fakten in einer Argumentationskette korrekt sind, kann die Summe, das Ganze irreführend oder gar falsch sein. Und dies muss nicht notwendigerweise aus bösem Willen geschehen.
 
Die Frage, die wir an den Anfang gestellt haben, hat aber eine zweite wichtige Komponente: Narrative.
 

»Menschen sind die Produkte der Geschichten, die sie über sich selbst erzählen, die ihre Gemeinschaft über sich erzählt. Fakten spielen dabei höchstens eine untergeordnete Rolle.«, Philipp Blom
 


»Bewegungen, welche die Welt zu verändern suchen, beginnen oft damit, dass sie die Geschichte umschreiben und die Menschen damit in die Lage versetzen, sich die Zukunft neu auszumalen.«, Yuval Noah Harari

Ich denke nicht, dass Fakten in der öffentlichen Diskussion nutzlos oder wirkungslos sind, sie haben nur nicht die Wirkung, wie es sich manche wünschen würden – und das durchaus auch aus guten Gründen, wie wir sehen werden.
 
Es ist daher von großer Bedeutung für gesellschaftlich zentrale Fragen nicht nur die Daten und Fakten kritisch zu hinterfragen, sondern dann auch deren Interpretation und Deutung konstruktiv zu diskutieren. Allzu leicht fällt man hier in zu einfache ideologische Raster.
 
In den beiden Teilen dieser Episode werden wir uns etwas genauer mit den Argumenten »beider Seiten« auseinandersetzen. Denn es erscheint mir wichtig, diesen intellektuellen Konflikt einmal durchzuspielen, da wir einige Prinzipien typischer Probleme des 21. Jahrhunderts erkennen können. 
 
Außerdem sind diese Aspekte sind eine wesentliche Motivation für diesen Podcast. Ein paar Thesen, die in späteren Episoden vertieft werden, können vorweggenommen werden:
 
<ul><li>Ohne Wissenschaft und Technologie kann es keine Zukunft für 9-11 Milliarden Menschen geben.</li>
<li>Wir haben natürliche Ressourcen weit überstrapaziert und müssen hier dramatisch gegensteuern</li>
<li>Auch die menschlichen Systeme haben eine Komplexität erreicht, die wir teilweise nicht mehr im Griff haben. (Komplexität ist nicht dasselbe wie Kompliziertheit – was ist der Unterschied?)</li>
<li>Die Kernfrage der nächsten Jahrzehnte wird also wahrscheinlich lauten: Wie können wir die wesentlichen ökologischen wie gesellschaftlichen Systeme gesund halten wesentlich mehr Resilienz ins System bringen und dabei die Fortschritte, die die Menschheit unbestritten erreicht hat nicht zu einem Einsturz bringen.</li>
</ul>
Dies ist eine gewaltige Herausforderung.
 
Ich hoffe, ich werde in diesem Podcast einige Anregungen zum Weiterdenken und eine Brücke für zukünftige Episoden liefern können.
 
 
Referenzen
 
<ul><li><a href='https://amzn.to/2LqLctO'>Hans Rosling, Factfulness</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2XEwFkw'>Steven Pinker, Gewalt: Eine neue Geschichte der Menschheit</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2XfCN3b'>Gregg Easterbrook, It's Better Than It Looks: Reasons for Optimism in an Age of Fear</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/301orkd'>George Monbiot, Out of the Wreckage</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2FFbgh7'>Philipp Blom, Was auf dem Spiel steht</a></li>
<li>Günther Anders, Die Antiquiertheit des Menschen (<a href='https://amzn.to/2XfXRXD'>Teil 1</a> und <a href='https://amzn.to/2FFd8Xb'>Teil 2</a>)</li>
<li><a href='https://amzn.to/2XB04wa'>Kate Raworth, Doughnut Economics</a></li>
<li>Johan Rockström et al, Planetary Boundaries (e.g. <a href='https://www.nature.com/articles/461472a'>Nature: A safe operating space for humanity</a>)</li>
<li><a href='https://amzn.to/2IWswjW'>Big World Small Planet, Johan Rockström, Matthias Klum</a></li>
<li><a href='https://www.ted.com/talks/johan_rockstrom_let_the_environment_guide_our_development'>Johan Rockström, TED Talk: Let the environment guide our development</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2ZOzdKq'>Yuval Noah Harari, Homo Deus</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2LtAlPB'>Yuval Noah Harari, 21 Lessons for the 21st Century</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2JuRFls'>Michael Specter, Denialism</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2FFPcTv'>Jared Diamond, Kollaps</a></li>
<li><a href='https://www.nobelprize.org/prizes/peace/1970/borlaug/acceptance-speech/'>Norman Borlaug, Nobelpreise Acceptance Speech</a></li>
<li><a href='http://www.spektrum.de/artikel/1018694&z=798888'>Jeffrey D. Sachs, Kommentar: Es ist nicht genug, einfach mehr Nahrung zu produzieren, Spektrum der Wissenschaft, 11.01.2010</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2FBWuYs'>Andrea Wulf, Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2XD4p1N'>Robert B. Reich, Rettet den Kapitalismus</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2LokDoZ'>Tim Jackson, Prosperity without Growth</a></li>
</ul>
<p> </p>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[Ist die Menschheit auf dem richtigen, oder wenigstens auf einem guten Weg? <em>Wird alles im wesentlichen immer besser?</em> Oder das Gegenteil: <em>sind wir gerade dabei uns systematisch zu zerstören?</em>
 
Diese Frage schließt einerseits unmittelbar an unsere <a href='https://podcast.zukunft-denken.eu/e/006-messen-was-messbar-ist/'>Episode über Fakten, Daten und Wissenschaft</a> an. Eigentlich sollte sie also einfach zu beantworten sein. Es stellt sich heraus: es ist alles gar nicht so einfach und es gibt lautstarke unterschiedlichen Lager.
 
Wir werden erkennen, dass, selbst wenn alle Seiten in einer Diskussion sich tatsächlich auf Fakten berufen, der Schluss, der daraus gezogen werden kann, in vielen Fällen alles andere als trivial ist.
 

<em>»Keine Lüge, die etwas auf sich hält, enthält Unwahres. Was letztlich präpariert wird, ist vielmehr das Weltbild als Ganzes […] Dieses Ganze ist dann weniger wahr, als die Summe der Wahrheiten seiner Teile […] Die Aufgabe derer, die uns das Weltbild liefern, besteht also darin, aus vielen Wahrheiten ein Ganzes für uns zusammenzulügen.«</em>, Günther Anders

Lassen wir den Begriff der »Lüge« weg und transformieren wir das Zitat zu: selbst wenn alle Fakten in einer Argumentationskette korrekt sind, kann die Summe, das Ganze irreführend oder gar falsch sein. Und dies muss nicht notwendigerweise aus bösem Willen geschehen.
 
Die Frage, die wir an den Anfang gestellt haben, hat aber eine zweite wichtige Komponente: <em>Narrative</em>.
 

<em>»Menschen sind die Produkte der Geschichten, die sie über sich selbst erzählen, die ihre Gemeinschaft über sich erzählt. Fakten spielen dabei höchstens eine untergeordnete Rolle.«</em>, Philipp Blom
 


<em>»Bewegungen, welche die Welt zu verändern suchen, beginnen oft damit, dass sie die Geschichte umschreiben und die Menschen damit in die Lage versetzen, sich die Zukunft neu auszumalen.«</em>, Yuval Noah Harari

Ich denke nicht, dass Fakten in der öffentlichen Diskussion nutzlos oder wirkungslos sind, sie haben nur nicht die Wirkung, wie es sich manche wünschen würden – und das durchaus auch aus guten Gründen, wie wir sehen werden.
 
Es ist daher von großer Bedeutung für gesellschaftlich zentrale Fragen nicht nur die Daten und Fakten kritisch zu hinterfragen, sondern dann auch deren Interpretation und Deutung konstruktiv zu diskutieren. Allzu leicht fällt man hier in zu einfache ideologische Raster.
 
In den beiden Teilen dieser Episode werden wir uns etwas genauer mit den Argumenten »beider Seiten« auseinandersetzen. Denn es erscheint mir wichtig, diesen intellektuellen Konflikt einmal durchzuspielen, da wir einige Prinzipien typischer Probleme des 21. Jahrhunderts erkennen können. 
 
Außerdem sind diese Aspekte sind eine wesentliche Motivation für diesen Podcast. Ein paar Thesen, die in späteren Episoden vertieft werden, können vorweggenommen werden:
 
<ul><li>Ohne Wissenschaft und Technologie kann es keine Zukunft für 9-11 Milliarden Menschen geben.</li>
<li>Wir haben natürliche Ressourcen weit überstrapaziert und müssen hier dramatisch gegensteuern</li>
<li>Auch die menschlichen Systeme haben eine Komplexität erreicht, die wir teilweise nicht mehr im Griff haben. (Komplexität ist nicht dasselbe wie Kompliziertheit – was ist der Unterschied?)</li>
<li>Die Kernfrage der nächsten Jahrzehnte wird also wahrscheinlich lauten: Wie können wir die wesentlichen ökologischen wie gesellschaftlichen Systeme gesund halten wesentlich mehr Resilienz ins System bringen und dabei die Fortschritte, die die Menschheit unbestritten erreicht hat nicht zu einem Einsturz bringen.</li>
</ul>
Dies ist eine gewaltige Herausforderung.
 
Ich hoffe, ich werde in diesem Podcast einige Anregungen zum Weiterdenken und eine Brücke für zukünftige Episoden liefern können.
 
 
Referenzen
 
<ul><li><a href='https://amzn.to/2LqLctO'>Hans Rosling, Factfulness</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2XEwFkw'>Steven Pinker, Gewalt: Eine neue Geschichte der Menschheit</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2XfCN3b'>Gregg Easterbrook, It's Better Than It Looks: Reasons for Optimism in an Age of Fear</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/301orkd'>George Monbiot, Out of the Wreckage</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2FFbgh7'>Philipp Blom, Was auf dem Spiel steht</a></li>
<li>Günther Anders, Die Antiquiertheit des Menschen (<a href='https://amzn.to/2XfXRXD'>Teil 1</a> und <a href='https://amzn.to/2FFd8Xb'>Teil 2</a>)</li>
<li><a href='https://amzn.to/2XB04wa'>Kate Raworth, Doughnut Economics</a></li>
<li>Johan Rockström et al, Planetary Boundaries (e.g. <a href='https://www.nature.com/articles/461472a'>Nature: A safe operating space for humanity</a>)</li>
<li><a href='https://amzn.to/2IWswjW'>Big World Small Planet, Johan Rockström, Matthias Klum</a></li>
<li><a href='https://www.ted.com/talks/johan_rockstrom_let_the_environment_guide_our_development'>Johan Rockström, TED Talk: Let the environment guide our development</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2ZOzdKq'>Yuval Noah Harari, Homo Deus</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2LtAlPB'>Yuval Noah Harari, 21 Lessons for the 21st Century</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2JuRFls'>Michael Specter, Denialism</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2FFPcTv'>Jared Diamond, Kollaps</a></li>
<li><a href='https://www.nobelprize.org/prizes/peace/1970/borlaug/acceptance-speech/'>Norman Borlaug, Nobelpreise Acceptance Speech</a></li>
<li><a href='http://www.spektrum.de/artikel/1018694&z=798888'>Jeffrey D. Sachs, Kommentar: Es ist nicht genug, einfach mehr Nahrung zu produzieren, Spektrum der Wissenschaft, 11.01.2010</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2FBWuYs'>Andrea Wulf, Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2XD4p1N'>Robert B. Reich, Rettet den Kapitalismus</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2LokDoZ'>Tim Jackson, Prosperity without Growth</a></li>
</ul>
<p> </p>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>Ist die Menschheit auf dem richtigen, oder wenigstens auf einem guten Weg? Wird alles im wesentlichen immer besser? Oder das Gegenteil: sind wir gerade dabei uns systematisch zu zerstören?



Diese Frage schließt einerseits unmittelbar an unsere Episode über Fakten, Daten und Wissenschaft an. Eigentlich sollte sie also einfach zu beantworten sein. Es stellt sich heraus: es ist alles gar nicht so einfach und es gibt lautstarke unterschiedlichen Lager.

 

Wir werden erkennen, dass, selbst wenn alle Seiten in einer Diskussion sich tatsächlich auf Fakten berufen, der Schluss, der daraus gezogen werden kann, in vielen Fällen alles andere als trivial ist.

»Keine Lüge, die etwas auf sich hält, enthält Unwahres. Was letztlich präpariert wird, ist vielmehr das Weltbild als Ganzes […] Dieses Ganze ist dann weniger wahr, als die Summe der Wahrheiten seiner Teile […] Die Aufgabe derer, die uns das Weltbild liefern, besteht also darin, aus vielen Wahrheiten ein Ganzes für uns zusammenzulügen.«, Günther Anders

Lassen wir den Begriff der »Lüge« weg und transformieren wir das Zitat zu: selbst wenn alle Fakten in einer Argumentationskette korrekt sind, kann die Summe, das Ganze irreführend oder gar falsch sein. Und dies muss nicht notwendigerweise aus bösem Willen geschehen.



Die Frage, die wir an den Anfang gestellt haben, hat aber eine zweite wichtige Komponente: Narrative.

»Menschen sind die Produkte der Geschichten, die sie über sich selbst erzählen, die ihre Gemeinschaft über sich erzählt. Fakten spielen dabei höchstens eine untergeordnete Rolle.«, Philipp Blom

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Ich denke nicht, dass Fakten in der öffentlichen Diskussion nutzlos oder wirkungslos sind, sie haben nur nicht die Wirkung, wie es sich manche wünschen würden – und das durchaus auch aus guten Gründen, wie wir sehen werden.



Es ist daher von großer Bedeutung für gesellschaftlich zentrale Fragen nicht nur die Daten und Fakten kritisch zu hinterfragen, sondern dann auch deren Interpretation und Deutung konstruktiv zu diskutieren. Allzu leicht fällt man hier in zu einfache ideologische Raster.



In den beiden Teilen dieser Episode werden wir uns etwas genauer mit den Argumenten »beider Seiten« auseinandersetzen. Denn es erscheint mir wichtig, diesen intellektuellen Konflikt einmal durchzuspielen, da wir einige Prinzipien typischer Probleme des 21. Jahrhunderts erkennen können. 



Außerdem sind diese Aspekte sind eine wesentliche Motivation für diesen Podcast. Ein paar Thesen, die in späteren Episoden vertieft werden, können vorweggenommen werden:



Ohne Wissenschaft und Technologie kann es keine Zukunft für 9-11 Milliarden Menschen geben.

Wir haben natürliche Ressourcen weit überstrapaziert und müssen hier dramatisch gegensteuern

Auch die menschlichen Systeme haben eine Komplexität erreicht, die wir teilweise nicht mehr im Griff haben. (Komplexität ist nicht dasselbe wie Kompliziertheit – was ist der Unterschied?)

Die Kernfrage der nächsten Jahrzehnte wird also wahrscheinlich lauten: Wie können wir die wesentlichen ökologischen wie gesellschaftlichen Systeme gesund halten wesentlich mehr Resilienz ins System bringen und dabei die Fortschritte, die die Menschheit unbestritten erreicht hat nicht zu einem Einsturz bringen.

Dies ist eine gewaltige Herausforderung.



Ich hoffe, ich werde in diesem Podcast einige Anregungen zum Weiterdenken und eine Brücke für zukünftige Episoden liefern können.</itunes:summary>
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        <title>006 - Messen, was messbar ist?</title>
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                                    <description><![CDATA[<p>Was ist Wissenschaft?</p>
<p>Diese Frage ist erstaunlich schwierig zu beantworten und wir werden uns aus dem Hinterhalt nähern und das Ziel von mehreren Seiten angreifen. Als Basis von empirischen Wissenschaften, also etwa den Naturwissenschaften, gelten Experimente, Daten und messbare Fakten. Versuchen wir unser Glück einmal an dieser Stelle.</p>
<p>In dieser Episode ist die ergänzende Frage, die für unsere Zukunft von großer Bedeutung ist: wie hilft sie uns in der Entscheidungsfindung? Denn wir wollen uns nicht alleine in der Theorie verlieren.</p>
<p>»Messen was messbar ist, messbar machen was nicht messbar ist« – fälschlich Galileo zugeschrieben – gilt als eines der traditionellen Prinzipien empirischer Wissenschaft.</p>
<p>Schon in der Antike wurde fallweise empirisch gearbeitet, wir sehen das am Beispiel von Hippokrates und der Beschreibung der Malaria. Eine wirklich systematische, über verschiedene Disziplinen gehende empirische und statistische Betrachtung der Welt ist allerdings eher der Neuzeit zuzuschreiben.</p>
<p>Wir werfen in dieser Episode beispielhaft den Blick auf Erklärungen der Pest im Mittelalter sowie auf Cholera und medizinische Versorgung im 19. Jahrhundert, am Beispiel von Dr. John Snow und Florence Nightingale.</p>
<p style="text-align:center;"></p>
<p>Zuletzt reißen wir die wichtige Frage an: wie sieht das Thema Daten und Entscheidungen eigentlich heute aus? Stichwort: Datenüberfluss, Big Data, künstliche Intelligenz? Diese Fragen werden uns noch weiter beschäftigen müssen.</p>
<p> </p>
<p>Referenzen</p>
<ul><li>Hippokrates und die Malaria
<ul><li><a href='https://www.ncbi.nlm.nih.gov/m/pubmed/18807375/'>Cunha CB, et al. J Vector Borne, Brief history of the clinical diagnosis of malaria: from Hippocrates to Osler.</a></li>
<li><a href='https://www.malariasite.com/history-literature/'>Malariasite</a></li>
<li><a href='http://ocw.jhsph.edu/courses/Malariology/PDFs/lecture1.pdf'>Johns Hopkins Lecture on Malaria</a></li>
<li><a href='https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1201971207002123'>Georgios Pappas et al, Insights into infectious disease in the era of Hippocrates, International Journal of Infectious Diseases Vol 12, Issue 4, (2008)</a></li>
</ul>
</li>
<li>Pest und Erklärungen der Zeit
<ul><li><a href='https://amzn.to/2KDd90U'>Rosemary Horrox, The Black Death, Manchester University Press (1994)</a></li>
</ul>
</li>
<li>Florence Nightingale
<ul><li><a href='https://commons.m.wikimedia.org/wiki/File:Coloured_mezzotint;_Florence_Nightingale,_Wellcome_L0019661.jpg'>The Lady with the Lamp (Wikipedia)</a></li>
<li><a href='https://www.florence-nightingale.co.uk'>Florence Nightingale Museum London</a></li>
<li>Presentation by Prof. Lynn McDonald at Gresham College. (30. Oct., 2014)</li>
<li><a href='https://www.theguardian.com/news/datablog/2010/aug/13/florence-nightingale-graphics'>Florence Nightingale, datajournalist: information has always been beautiful</a></li>
</ul>
</li>
<li>Dr. John Snow (no, not Game of Thrones!)
<ul><li><a href='http://news.bbc.co.uk/2/hi/health/3632856.stm'>In the time of cholera (BBC)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2KMHqdA'>Sandra Hempel, The Medical Detective, Granta Books, London (2006)</a></li>
<li><a href='https://en.m.wikipedia.org/wiki/John_Snow#/media/File%3ASnow-cholera-map-1.jpg'>John Snows Cholera Karte (Wikipedia)</a></li>
</ul>
</li>
<li>Gerd Gigerenzer über Risiko, Bauchentscheidungen und anderes
<ul><li><a href='https://forschergeist.de/podcast/fg068-risikoforschung/'>Gerd Gigerenzer im Interview mit Tim Pritlove (Podcast: Forschergeist)</a></li>
<li><a href='http://www.siaf.ch/files/gigerenzer2.pdf'>Gerd Gigerenzer, Wie trifft man gute Entscheidungen? (Präsentation)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2WuD6Sz'>Gerd Gigerenzer, Risiko: Wir man richtige Entscheidungen trifft (Buch)</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href='https://amzn.to/2WuPMsy'>Nassim Taleb, Black Swan</a></li>
<li><a href='https://gutenberg.spiegel.de/buch/nikomachische-ethik-2361/3'>Aristoteles: Nikomachische Ethik: Genauigkeit</a></li>
<li><a href='https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6294916/'>Steven Chu über Forschung</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2MEOX0Z'>Byung-Chul Han, Psychopolitik</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p><em>Was ist Wissenschaft?</em></p>
<p>Diese Frage ist erstaunlich schwierig zu beantworten und wir werden uns aus dem Hinterhalt nähern und das Ziel von mehreren Seiten angreifen. Als Basis von empirischen Wissenschaften, also etwa den Naturwissenschaften, gelten Experimente, Daten und messbare Fakten. Versuchen wir unser Glück einmal an dieser Stelle.</p>
<p>In dieser Episode ist die ergänzende Frage, die für unsere Zukunft von großer Bedeutung ist: wie hilft sie uns in der Entscheidungsfindung? Denn wir wollen uns nicht alleine in der Theorie verlieren.</p>
<p><em>»Messen was messbar ist, messbar machen was nicht messbar ist«</em> – fälschlich Galileo zugeschrieben – gilt als eines der traditionellen Prinzipien empirischer Wissenschaft.</p>
<p>Schon in der Antike wurde fallweise empirisch gearbeitet, wir sehen das am Beispiel von <em>Hippokrates</em> und der Beschreibung der Malaria. Eine wirklich systematische, über verschiedene Disziplinen gehende empirische und statistische Betrachtung der Welt ist allerdings eher der Neuzeit zuzuschreiben.</p>
<p>Wir werfen in dieser Episode beispielhaft den Blick auf Erklärungen der Pest im Mittelalter sowie auf Cholera und medizinische Versorgung im 19. Jahrhundert, am Beispiel von <em>Dr. John Snow</em> und <em>Florence Nightingale</em>.</p>
<p style="text-align:center;"></p>
<p>Zuletzt reißen wir die wichtige Frage an: wie sieht das Thema Daten und Entscheidungen eigentlich heute aus? Stichwort: Datenüberfluss, Big Data, künstliche Intelligenz? Diese Fragen werden uns noch weiter beschäftigen müssen.</p>
<p> </p>
<p>Referenzen</p>
<ul><li>Hippokrates und die Malaria
<ul><li><a href='https://www.ncbi.nlm.nih.gov/m/pubmed/18807375/'>Cunha CB, et al. J Vector Borne, Brief history of the clinical diagnosis of malaria: from Hippocrates to Osler.</a></li>
<li><a href='https://www.malariasite.com/history-literature/'>Malariasite</a></li>
<li><a href='http://ocw.jhsph.edu/courses/Malariology/PDFs/lecture1.pdf'>Johns Hopkins Lecture on Malaria</a></li>
<li><a href='https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1201971207002123'>Georgios Pappas et al, Insights into infectious disease in the era of Hippocrates, International Journal of Infectious Diseases Vol 12, Issue 4, (2008)</a></li>
</ul>
</li>
<li>Pest und Erklärungen der Zeit
<ul><li><a href='https://amzn.to/2KDd90U'>Rosemary Horrox, The Black Death, Manchester University Press (1994)</a></li>
</ul>
</li>
<li>Florence Nightingale
<ul><li><a href='https://commons.m.wikimedia.org/wiki/File:Coloured_mezzotint;_Florence_Nightingale,_Wellcome_L0019661.jpg'>The Lady with the Lamp (Wikipedia)</a></li>
<li><a href='https://www.florence-nightingale.co.uk'>Florence Nightingale Museum London</a></li>
<li>Presentation by Prof. Lynn McDonald at Gresham College. (30. Oct., 2014)</li>
<li><a href='https://www.theguardian.com/news/datablog/2010/aug/13/florence-nightingale-graphics'>Florence Nightingale, datajournalist: information has always been beautiful</a></li>
</ul>
</li>
<li>Dr. John Snow (no, not Game of Thrones!)
<ul><li><a href='http://news.bbc.co.uk/2/hi/health/3632856.stm'>In the time of cholera (BBC)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2KMHqdA'>Sandra Hempel, The Medical Detective, Granta Books, London (2006)</a></li>
<li><a href='https://en.m.wikipedia.org/wiki/John_Snow#/media/File%3ASnow-cholera-map-1.jpg'>John Snows Cholera Karte (Wikipedia)</a></li>
</ul>
</li>
<li>Gerd Gigerenzer über Risiko, Bauchentscheidungen und anderes
<ul><li><a href='https://forschergeist.de/podcast/fg068-risikoforschung/'>Gerd Gigerenzer im Interview mit Tim Pritlove (Podcast: Forschergeist)</a></li>
<li><a href='http://www.siaf.ch/files/gigerenzer2.pdf'>Gerd Gigerenzer, Wie trifft man gute Entscheidungen? (Präsentation)</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2WuD6Sz'>Gerd Gigerenzer, Risiko: Wir man richtige Entscheidungen trifft (Buch)</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href='https://amzn.to/2WuPMsy'>Nassim Taleb, Black Swan</a></li>
<li><a href='https://gutenberg.spiegel.de/buch/nikomachische-ethik-2361/3'>Aristoteles: Nikomachische Ethik: Genauigkeit</a></li>
<li><a href='https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6294916/'>Steven Chu über Forschung</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2MEOX0Z'>Byung-Chul Han, Psychopolitik</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary>Was ist Wissenschaft?



Diese Frage ist erstaunlich schwierig zu beantworten und wir werden uns aus dem Hinterhalt nähern und das Ziel von mehreren Seiten angreifen. Als Basis von empirischen Wissenschaften, also etwa den Naturwissenschaften, gelten Experimente, Daten und messbare Fakten. Versuchen wir unser Glück einmal an dieser Stelle.



In dieser Episode ist die ergänzende Frage, die für unsere Zukunft von großer Bedeutung ist: wie hilft sie uns in der Entscheidungsfindung? Denn wir wollen uns nicht alleine in der Theorie verlieren.



»Messen was messbar ist, messbar machen was nicht messbar ist« – fälschlich Galileo zugeschrieben – gilt als eines der traditionellen Prinzipien empirischer Wissenschaft.



Schon in der Antike wurde fallweise empirisch gearbeitet, wir sehen das am Beispiel von Hippokrates und der Beschreibung der Malaria. Eine wirklich systematische, über verschiedene Disziplinen gehende empirische und statistische Betrachtung der Welt ist allerdings eher der Neuzeit zuzuschreiben.



Wir werfen in dieser Episode beispielhaft den Blick auf Erklärungen der Pest im Mittelalter sowie auf Cholera und medizinische Versorgung im 19. Jahrhundert, am Beispiel von Dr. John Snow und Florence Nightingale.



Zuletzt reißen wir die wichtige Frage an: wie sieht das Thema Daten und Entscheidungen eigentlich heute aus? Stichwort: Datenüberfluss, Big Data, künstliche Intelligenz? Diese Fragen werden uns noch weiter beschäftigen müssen.



Referenzen siehe Podcast Website mit Links!</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>005 - Was will Technologie? Teil 2</title>
        <itunes:title>005 - Was will Technologie? Teil 2</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/005-was-will-technologie-2/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/005-was-will-technologie-2/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 17 Jun 2019 07:00:00 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[Thema dieser Episode ist, wenn man so möchte, eine erste »Iteration«, der Frage, wie sich das Zusammenspiel zwischen Menschen und Technik gestaltet, vor allem hinsichtlich der Formung neuer Technologien in der Zukunft. Leben wir in Symbiose mit Technik? Treibt uns die Technik oder treiben wir die Technik?
 
Wer hat die Kontrolle?
 
Ein Buch, auf das ich dabei immer wieder zurückkomme ist »What Technology Wants« von Kevin Kelly.
 
Dabei ist ein Buch ist nicht unbedingt deshalb wertvoll, weil man den Thesen zustimmt. Ein Buch ist wertvoll, wenn man einen neuen Blickwinkel, neue Argumente bekommt, an die man selbst zuvor in dieser Form nicht gedacht hat, weil es einen originellen Blick auf Technologie und unsere Gesellschaft wirft. Das trifft auf dieses Buch zu.
 
Drei Thesen von Kelly werden diskutiert:
<ol><li>»Vor etwa 10.000 Jahren haben die Menschen einen Wendepunkt überschritten, an dem unsere Fähigkeit, die Biosphäre zu verändern, die Fähigkeit des Planeten, uns zu verändern, überstieg.«</li>
<li>Technik und Menschheit leben in einer Symbiose</li>
<li>»Wir sind an einem zweiten Wendepunkt, an dem die Fähigkeit der Technik, uns zu verändern, unsere Fähigkeit, die Technik zu ändern, übersteigt.«</li>
</ol>Am Beispiel von radikalen Technologiekritikern (der Vergangenheit wie Jean Jacques Rosseau, dem Ludismus, sowie dem »Una Bomber« Ted Kaczynski) aber auch Techno-Optimisten (des 17. Jahrhunderts, bis zu den Singularisten der Gegenwart) bespreche ich Technik-Kritik, die Rolle die Technik für unsere Gesellschaft spielt und was wir überhaupt noch beeinflussen können.
 
<p>Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/2U6erqj'>Kevin Kelly, What Technology Wants</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2CAwN97'>Kevin Kelly, Inevitable</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2TVW5ZK'>Manfred Geier, Aufklärung, das europäische Projekt</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2CAZwud'>Andrea Wulf, Alexander Humboldt und die Erfindung der Natur</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2TVCNE9'>Douglas Ruskoff, Team Human</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=hdQhdJajQf8'>Sternstunde Philosophie 16.9.2018, Der Philosophische Stammtisch: Schöne neue digitale Welt? (mit Richard David Precht, Harald Welzer & Katja Gentinetta)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[Thema dieser Episode ist, wenn man so möchte, eine erste »Iteration«, der Frage, wie sich das Zusammenspiel zwischen Menschen und Technik gestaltet, vor allem hinsichtlich der Formung neuer Technologien in der Zukunft. Leben wir in <em>Symbiose</em> mit Technik? Treibt uns die Technik oder treiben wir die Technik?
 
Wer hat die Kontrolle?
 
Ein Buch, auf das ich dabei immer wieder zurückkomme ist »What Technology Wants« von Kevin Kelly.
 
Dabei ist ein Buch ist nicht unbedingt deshalb wertvoll, weil man den Thesen zustimmt. Ein Buch ist wertvoll, wenn man einen neuen Blickwinkel, neue Argumente bekommt, an die man selbst zuvor in dieser Form nicht gedacht hat, weil es einen originellen Blick auf Technologie und unsere Gesellschaft wirft. Das trifft auf dieses Buch zu.
 
Drei Thesen von Kelly werden diskutiert:
<ol><li>»Vor etwa 10.000 Jahren haben die Menschen einen Wendepunkt überschritten, an dem unsere Fähigkeit, die Biosphäre zu verändern, die Fähigkeit des Planeten, uns zu verändern, überstieg.«</li>
<li>Technik und Menschheit leben in einer Symbiose</li>
<li>»Wir sind an einem zweiten Wendepunkt, an dem die Fähigkeit der Technik, uns zu verändern, unsere Fähigkeit, die Technik zu ändern, übersteigt.«</li>
</ol>Am Beispiel von radikalen Technologiekritikern (der Vergangenheit wie Jean Jacques Rosseau, dem Ludismus, sowie dem »Una Bomber« Ted Kaczynski) aber auch Techno-Optimisten (des 17. Jahrhunderts, bis zu den Singularisten der Gegenwart) bespreche ich Technik-Kritik, die Rolle die Technik für unsere Gesellschaft spielt und was wir überhaupt noch beeinflussen können.
 
<p>Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/2U6erqj'>Kevin Kelly, What Technology Wants</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2CAwN97'>Kevin Kelly, Inevitable</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2TVW5ZK'>Manfred Geier, Aufklärung, das europäische Projekt</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2CAZwud'>Andrea Wulf, Alexander Humboldt und die Erfindung der Natur</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2TVCNE9'>Douglas Ruskoff, Team Human</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=hdQhdJajQf8'>Sternstunde Philosophie 16.9.2018, Der Philosophische Stammtisch: Schöne neue digitale Welt? (mit Richard David Precht, Harald Welzer & Katja Gentinetta)</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary>Thema dieser Episode ist, wenn man so möchte, eine erste »Iteration«, der Frage, wie sich das Zusammenspiel zwischen Menschen und Technik gestaltet, vor allem hinsichtlich der Formung neuer Technologien in der Zukunft. Leben wir in Symbiose mit Technik? Treibt uns die Technik oder treiben wir die Technik?



Wir hat die Kontrolle?



Ein Buch, auf das ich dabei immer wieder zurückkomme ist »What Technology Wants« von Kevin Kelly.



Dabei ist ein Buch ist nicht unbedingt deshalb wertvoll, weil man den Thesen zustimmt. Ein Buch ist wertvoll, wenn man einen neuen Blickwinkel, neue Argumente bekommt, an die man selbst zuvor in dieser Form nicht gedacht hat, weil es einen originellen Blick auf Technologie und unsere Gesellschaft wirft. Das trifft auf dieses Buch zu.

 

Drei Thesen von Kelly werden diskutiert:



1. »Vor etwa 10.000 Jahren haben die Menschen einen Wendepunkt überschritten, an dem unsere Fähigkeit, die Biosphäre zu verändern, die Fähigkeit des Planeten, uns zu verändern, überstieg.«

2. Technik und Menschheit leben in einer Symbiose

3. »Wir sind an einem zweiten Wendepunkt, an dem die Fähigkeit der Technik, uns zu verändern, unsere Fähigkeit, die Technik zu ändern, übersteigt.«



Am Beispiel von radikalen Technologiekritikern (der Vergangenheit wie Jean Jacques Rosseau, dem Ludismus, sowie dem »Una Bomber« Ted Kaczynski) aber auch Techno-Optimisten (des 17. Jahrhunderts, bis zu den Singularisten der Gegenwart) bespreche ich Technik-Kritik, die Rolle die Technik für unsere Gesellschaft spielt und was wir überhaupt noch beeinflussen können.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>004 - Was will Technologie? Teil 1</title>
        <itunes:title>004 - Was will Technologie? Teil 1</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/004-was-will-technologie-1/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/004-was-will-technologie-1/#comments</comments>        <pubDate>Mon, 10 Jun 2019 09:50:13 +0200</pubDate>
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Wer hat die Kontrolle?
 
Ein Buch, auf das ich dabei immer wieder zurückkomme ist »What Technology Wants« von Kevin Kelly.
 
Dabei ist ein Buch ist nicht unbedingt deshalb wertvoll, weil man den Thesen zustimmt. Ein Buch ist wertvoll, wenn man einen neuen Blickwinkel, neue Argumente bekommt, an die man selbst zuvor in dieser Form nicht gedacht hat, weil es einen originellen Blick auf Technologie und unsere Gesellschaft wirft. Das trifft auf dieses Buch zu.
 
Drei Thesen von Kelly werden diskutiert:
<ol><li>»Vor etwa 10.000 Jahren haben die Menschen einen Wendepunkt überschritten, an dem unsere Fähigkeit, die Biosphäre zu verändern, die Fähigkeit des Planeten, uns zu verändern, überstieg.«</li>
<li>Technik und Menschheit leben in einer Symbiose</li>
<li>»Wir sind an einem zweiten Wendepunkt, an dem die Fähigkeit der Technik, uns zu verändern, unsere Fähigkeit, die Technik zu ändern, übersteigt.«</li>
</ol>Am Beispiel von radikalen Technologiekritikern (der Vergangenheit wie Jean Jacques Rosseau, dem Ludismus, sowie dem »Una Bomber« Ted Kaczynski) aber auch Techno-Optimisten (des 17. Jahrhunderts, bis zu den Singularisten der Gegenwart) bespreche ich Technik-Kritik, die Rolle die Technik für unsere Gesellschaft spielt und was wir überhaupt noch beeinflussen können.
 
<p>Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/2U6erqj'>Kevin Kelly, What Technology Wants</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2CAwN97'>Kevin Kelly, Inevitable</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2TVW5ZK'>Manfred Geier, Aufklärung, das europäische Projekt</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2CAZwud'>Andrea Wulf, Alexander Humboldt und die Erfindung der Natur</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2TVCNE9'>Douglas Ruskoff, Team Human</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=hdQhdJajQf8'>Sternstunde Philosophie 16.9.2018, Der Philosophische Stammtisch: Schöne neue digitale Welt? (mit Richard David Precht, Harald Welzer & Katja Gentinetta)</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[Thema dieser Episode ist, wenn man so möchte, eine erste »Iteration«, der Frage, wie sich das Zusammenspiel zwischen Menschen und Technik gestaltet, vor allem hinsichtlich der Formung neuer Technologien in der Zukunft. Leben wir in <em>Symbiose</em> mit Technik? Treibt uns die Technik oder treiben wir die Technik?
 
Wer hat die Kontrolle?
 
Ein Buch, auf das ich dabei immer wieder zurückkomme ist »What Technology Wants« von Kevin Kelly.
 
Dabei ist ein Buch ist nicht unbedingt deshalb wertvoll, weil man den Thesen zustimmt. Ein Buch ist wertvoll, wenn man einen neuen Blickwinkel, neue Argumente bekommt, an die man selbst zuvor in dieser Form nicht gedacht hat, weil es einen originellen Blick auf Technologie und unsere Gesellschaft wirft. Das trifft auf dieses Buch zu.
 
Drei Thesen von Kelly werden diskutiert:
<ol><li>»Vor etwa 10.000 Jahren haben die Menschen einen Wendepunkt überschritten, an dem unsere Fähigkeit, die Biosphäre zu verändern, die Fähigkeit des Planeten, uns zu verändern, überstieg.«</li>
<li>Technik und Menschheit leben in einer Symbiose</li>
<li>»Wir sind an einem zweiten Wendepunkt, an dem die Fähigkeit der Technik, uns zu verändern, unsere Fähigkeit, die Technik zu ändern, übersteigt.«</li>
</ol>Am Beispiel von radikalen Technologiekritikern (der Vergangenheit wie Jean Jacques Rosseau, dem Ludismus, sowie dem »Una Bomber« Ted Kaczynski) aber auch Techno-Optimisten (des 17. Jahrhunderts, bis zu den Singularisten der Gegenwart) bespreche ich Technik-Kritik, die Rolle die Technik für unsere Gesellschaft spielt und was wir überhaupt noch beeinflussen können.
 
<p>Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://amzn.to/2U6erqj'>Kevin Kelly, What Technology Wants</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2CAwN97'>Kevin Kelly, Inevitable</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2TVW5ZK'>Manfred Geier, Aufklärung, das europäische Projekt</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2CAZwud'>Andrea Wulf, Alexander Humboldt und die Erfindung der Natur</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2TVCNE9'>Douglas Ruskoff, Team Human</a></li>
<li><a href='https://www.youtube.com/watch?v=hdQhdJajQf8'>Sternstunde Philosophie 16.9.2018, Der Philosophische Stammtisch: Schöne neue digitale Welt? (mit Richard David Precht, Harald Welzer & Katja Gentinetta)</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary>Thema dieser Episode ist, wenn man so möchte, eine erste »Iteration«, der Frage, wie sich das Zusammenspiel zwischen Menschen und Technik gestaltet, vor allem hinsichtlich der Formung neuer Technologien in der Zukunft. Leben wir in Symbiose mit Technik? Treibt uns die Technik oder treiben wir die Technik?



Wir hat die Kontrolle?



Ein Buch, auf das ich dabei immer wieder zurückkomme ist »What Technology Wants« von Kevin Kelly.



Dabei ist ein Buch ist nicht unbedingt deshalb wertvoll, weil man den Thesen zustimmt. Ein Buch ist wertvoll, wenn man einen neuen Blickwinkel, neue Argumente bekommt, an die man selbst zuvor in dieser Form nicht gedacht hat, weil es einen originellen Blick auf Technologie und unsere Gesellschaft wirft. Das trifft auf dieses Buch zu.

 

Drei Thesen von Kelly werden diskutiert:



1. »Vor etwa 10.000 Jahren haben die Menschen einen Wendepunkt überschritten, an dem unsere Fähigkeit, die Biosphäre zu verändern, die Fähigkeit des Planeten, uns zu verändern, überstieg.«

2. Technik und Menschheit leben in einer Symbiose

3. »Wir sind an einem zweiten Wendepunkt, an dem die Fähigkeit der Technik, uns zu verändern, unsere Fähigkeit, die Technik zu ändern, übersteigt.«



Am Beispiel von radikalen Technologiekritikern (der Vergangenheit wie Jean Jacques Rosseau, dem Ludismus, sowie dem »Una Bomber« Ted Kaczynski) aber auch Techno-Optimisten (des 17. Jahrhunderts, bis zu den Singularisten der Gegenwart) bespreche ich Technik-Kritik, die Rolle die Technik für unsere Gesellschaft spielt und was wir überhaupt noch beeinflussen können.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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            </item>
    <item>
        <title>003 - Das Ozonloch, oder: Unerwartete Konsequenzen</title>
        <itunes:title>003 - Das Ozonloch, oder: Unerwartete Konsequenzen</itunes:title>
        <link>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/003-das-ozonloch-oder-unerwartete-konsequenzen/</link>
                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/003-das-ozonloch-oder-unerwartete-konsequenzen/#comments</comments>        <pubDate>Wed, 15 May 2019 17:52:59 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>In dieser Episode werfen wir zunächst wieder einen Blick in die Vergangenheit – allerdings in die jüngere Vergangenheit.</p>
<p>Die Entdeckung des Ozonlochs in den 1980er Jahren als Anhaltspunkt für unerwartete Konsequenzen wissenschaftlicher und technischer Errungenschaften aber auch als Beispiel für den politischen und gesellschaftlichen Umgang mit globalen Problemen.</p>
<p>Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.smithsonianmag.com/smart-news/one-man-two-deadly-substances-20th-century-180963269/'>Smithsonian Magazin: »Ein Mann erfindet zwei der tödlichsten Substanzen des 20. Jahrhunderts«</a></li>
<li>James Lovelock, Paul Crutzen, F. Sherwood Rowland, Mario Molina entdecken, dass FCKWs die Ozonschicht abbauen können und warnen vor dem weiteren Einsatz: <a href='https://www.nature.com/articles/252292a0'>Nature</a>, <a href='https://undsci.berkeley.edu/lessons/pdfs/ozone_depletion_complex.pdf'>Artikel Univ. Berkeley</a></li>
<li><a href='https://www.nobelprize.org/prizes/chemistry/1995/summary/'>Nobelpreis 1995 für Crutzen, Rowland und Molina</a> </li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>In dieser Episode werfen wir zunächst wieder einen Blick in die Vergangenheit – allerdings in die jüngere Vergangenheit.</p>
<p>Die Entdeckung des Ozonlochs in den 1980er Jahren als Anhaltspunkt für unerwartete Konsequenzen wissenschaftlicher und technischer Errungenschaften aber auch als Beispiel für den politischen und gesellschaftlichen Umgang mit globalen Problemen.</p>
<p>Referenzen</p>
<ul><li><a href='https://www.smithsonianmag.com/smart-news/one-man-two-deadly-substances-20th-century-180963269/'>Smithsonian Magazin: »Ein Mann erfindet zwei der tödlichsten Substanzen des 20. Jahrhunderts«</a></li>
<li>James Lovelock, Paul Crutzen, F. Sherwood Rowland, Mario Molina entdecken, dass FCKWs die Ozonschicht abbauen können und warnen vor dem weiteren Einsatz: <a href='https://www.nature.com/articles/252292a0'>Nature</a>, <a href='https://undsci.berkeley.edu/lessons/pdfs/ozone_depletion_complex.pdf'>Artikel Univ. Berkeley</a></li>
<li><a href='https://www.nobelprize.org/prizes/chemistry/1995/summary/'>Nobelpreis 1995 für Crutzen, Rowland und Molina</a> </li>
</ul>
]]></content:encoded>
                                    
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        <itunes:summary>In dieser Episode werfen wir zunächst wieder einen Blick in die Vergangenheit – allerdings in die jüngere Vergangenheit.



Die Entdeckung des Ozonlochs in den 1980er Jahren als Anhaltspunkt für unerwartete Konsequenzen wissenschaftlicher und technischer Errungenschaften aber auch als Beispiel für den politischen und gesellschaftlichen Umgang mit globalen Problemen.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>002 - Was wissen wir?</title>
        <itunes:title>002 - Was wissen wir?</itunes:title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/002-was_wissen_wir/#comments</comments>        <pubDate>Wed, 15 May 2019 17:44:16 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[In der ersten »regulären« Episode werfen wir einen Blick auf die Frage: was wissen wir? Wenn wir den Stand des Wissens verstehen möchten – wo blicken wir hin? Und warum ist diese Frage nicht nur geschichtlich von großer Bedeutung?
 
Zur Zeit mündlicher Überlieferungen war eine Entwicklung komplizierterer Ideen über längere Zeiträume noch nicht möglich. Dies beginnt mit den ersten Hochkulturen. Mit der Entwicklung von Schrift, Zahlensystemen und letztlich Büchern.
 
Die Enzyklopädien nehmen in der Geschichte der Darstellung des aktuellen Wissenstandes eine wichtige Rolle ein, beginnend mit Plinius dem Älteren und dann vor allem die bahnbrechende Ezyklopädie des Diderot in der Zeit der französischen Aufklärung.
 
In der heutigen Zeit hat die <a href='https://de.wikipedia.org'>Wikipedia</a> diese Rolle weitgehend übernommen, und dies mit positiven aber auch problematischen Aspekten.
 
Der Umgang mit Wissen, oder besser gesagt, der Frage, wie der aktuelle Stand des Wissens repräsentiert wird ist ein wesentlicher Faktor sein, wie unsere gesellschaftliche Zukunft aussehen wird.
 
In dieser Episode ein erste Wurf über unseren Umgang mit der Vergangenheit, weitere werden folgen.
 
Referenzen
<ul><li><a href='https://amzn.to/2CAmqSL'>David C. Lindberg, The Beginnings of Western Science</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2HClWiX'>Philipp Blom, Böse Philosophen</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2TVW5ZK'>Manfred Geier, Aufklärung, das europäische Projekt</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2V0mnqc'>Hans Joachim Störig, Kleine Weltgeschichte der Wissenschaft</a></li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[In der ersten »regulären« Episode werfen wir einen Blick auf die Frage: was wissen wir? Wenn wir den Stand des Wissens verstehen möchten – wo blicken wir hin? Und warum ist diese Frage nicht nur geschichtlich von großer Bedeutung?
 
Zur Zeit mündlicher Überlieferungen war eine Entwicklung komplizierterer Ideen über längere Zeiträume noch nicht möglich. Dies beginnt mit den ersten Hochkulturen. Mit der Entwicklung von Schrift, Zahlensystemen und letztlich Büchern.
 
Die Enzyklopädien nehmen in der Geschichte der Darstellung des aktuellen Wissenstandes eine wichtige Rolle ein, beginnend mit Plinius dem Älteren und dann vor allem die bahnbrechende Ezyklopädie des Diderot in der Zeit der französischen Aufklärung.
 
In der heutigen Zeit hat die <a href='https://de.wikipedia.org'>Wikipedia</a> diese Rolle weitgehend übernommen, und dies mit positiven aber auch problematischen Aspekten.
 
Der Umgang mit Wissen, oder besser gesagt, der Frage, wie der aktuelle Stand des Wissens repräsentiert wird ist ein wesentlicher Faktor sein, wie unsere gesellschaftliche Zukunft aussehen wird.
 
In dieser Episode ein erste Wurf über unseren Umgang mit der Vergangenheit, weitere werden folgen.
 
Referenzen
<ul><li><a href='https://amzn.to/2CAmqSL'>David C. Lindberg, The Beginnings of Western Science</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2HClWiX'>Philipp Blom, Böse Philosophen</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2TVW5ZK'>Manfred Geier, Aufklärung, das europäische Projekt</a></li>
<li><a href='https://amzn.to/2V0mnqc'>Hans Joachim Störig, Kleine Weltgeschichte der Wissenschaft</a></li>
</ul>
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        <itunes:summary>In der ersten »regulären« Episode werfen wir einen Blick auf die Frage: was wissen wir? Wenn wir den Stand des Wissens verstehen möchten – wo blicken wir hin? Und warum ist diese Frage nicht nur geschichtlich von großer Bedeutung?



Zur Zeit mündlicher Überlieferungen war eine Entwicklung komplizierterer Ideen über längere Zeiträume noch nicht möglich. Dies beginnt mit den ersten Hochkulturen. Mit der Entwicklung von Schrift, Zahlensystemen und letztlich Büchern.



Die Enzyklopädien nehmen in der Geschichte der Darstellung des aktuellen Wissenstandes eine wichtige Rolle ein, beginnend mit Plinius dem Älteren und dann vor allem die bahnbrechende Ezyklopädie des Diderot in der Zeit der französischen Aufklärung.



In der heutigen Zeit hat die Wikipedia diese Rolle weitgehend übernommen, und dies mit positiven aber auch problematischen Aspekten.



Der Umgang mit Wissen, oder besser gesagt, der Frage, wie der aktuelle Stand des Wissens repräsentiert wird ist ein wesentlicher Faktor sein, wie unsere gesellschaftliche Zukunft aussehen wird.



In dieser Episode ein erste Wurf über unseren Umgang mit der Vergangenheit, weitere werden folgen.</itunes:summary>
        <itunes:author>Alexander Schatten</itunes:author>
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        <title>001 - Zukunft Denken – eine gemeinsame Reise</title>
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                    <comments>https://podcast.zukunft-denken.eu/e/001-einleitung/#comments</comments>        <pubDate>Fri, 10 May 2019 17:20:33 +0200</pubDate>
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                                    <description><![CDATA[<p>Willkommen zur Ersten Episode von Zukunft Denken. </p>
<p>Wer mehr über mich wissen möchte, besucht bitte meine Homepage unter <a href='http://www.schatten.info'>www.schatten.info</a>.</p>
<p>Worum geht es?</p>
<p>Fortschritt oder Untergang. Nie in der Geschichte der Menschheit lagen diese beiden Möglichkeiten danke Wissenschaft und Technik so nahe beieinander.</p>
<p>In diesem Podcast beschäftige ich mich mit beiden Seiten dieser Medaille. Wie sind wir an den Punkt gelangt, an dem wir heute stehen? Welche Rolle hat Wissenschaft gespielt und vor allem: warum ist das für uns als »normale« Bürger wichtig?</p>
<p>Wo stehen wir heute? Was sind die Herausforderungen der Zeit, aber noch wichtiger: was sind die Ursachen und Zusammenhänge?</p>
<p>Und zuletzt das wichtigste: Was können wir daraus für unsere Zukunft lernen, können wir Zukunft wieder positiv denken?</p>
<p>Es wird keine einfachen Antworten, aber interessante Fragen und Anregungen geben.</p>
<p>Die nächsten Episoden beschäftigen sich mit folgenden Fragen:</p>
<ul><li>Was wissen wir? Wenn wir den Stand des Wissens verstehen möchten – wo blick(t)en wir hin? Warum ist diese Frage nicht nur geschichtlich von großer Bedeutung?</li>
<li>Unerwartete Konsequenzen: Die 1980er Jahre, das Ozonloch und was wir daraus aus dem Umgang mit Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft lernen können.</li>
</ul>
]]></description>
                                                            <content:encoded><![CDATA[<p>Willkommen zur Ersten Episode von Zukunft Denken. </p>
<p>Wer mehr über mich wissen möchte, besucht bitte meine Homepage unter <a href='http://www.schatten.info'>www.schatten.info</a>.</p>
<p>Worum geht es?</p>
<p><em>Fortschritt oder Untergang.</em> Nie in der Geschichte der Menschheit lagen diese beiden Möglichkeiten danke Wissenschaft und Technik so nahe beieinander.</p>
<p>In diesem Podcast beschäftige ich mich mit beiden Seiten dieser Medaille. Wie sind wir an den Punkt gelangt, an dem wir heute stehen? Welche Rolle hat Wissenschaft gespielt und vor allem: warum ist das für uns als »normale« Bürger wichtig?</p>
<p>Wo stehen wir heute? Was sind die Herausforderungen der Zeit, aber noch wichtiger: was sind die Ursachen und Zusammenhänge?</p>
<p>Und zuletzt das wichtigste: Was können wir daraus für unsere Zukunft lernen, können wir Zukunft wieder positiv denken?</p>
<p>Es wird keine einfachen Antworten, aber interessante Fragen und Anregungen geben.</p>
<p>Die nächsten Episoden beschäftigen sich mit folgenden Fragen:</p>
<ul><li><em>Was wissen wir?</em> Wenn wir den Stand des Wissens verstehen möchten – wo blick(t)en wir hin? Warum ist diese Frage nicht nur geschichtlich von großer Bedeutung?</li>
<li><em>Unerwartete Konsequenzen:</em> Die 1980er Jahre, das Ozonloch und was wir daraus aus dem Umgang mit Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft lernen können.</li>
</ul>
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