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9 hours ago
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1 hr 11 min
Ich habe kürzlich auf einer Konferenz Dr. Patrick Schüffel kennengelernt, auf der er über Central Bank Digital Currencies gesprochen hat. Daraus hat sich diese Episode entwickelt, weil mir klar geworden ist, wie ich im Gespräch auch erwähne, dass ich das für unsere moderne Gesellschaft fundamentale Werkzeug »Geld« noch nie richtig thematisiert habe.
Dr. Patrick Schüffel ist Adjunct Professor an der Hochschule für Wirtschaft in Fribourg mit den Forschungsschwerpunkten Banking, Fintech und Krypto. Parallel dazu ist er als Berater und Gründer im Banken- und Fintech-Umfeld tätig. Zuvor war er viele Jahre im Bankwesen in Zürich und Liechtenstein beschäftigt, unter anderem auch als Chief Operating Officer der Saxo Bank (Schweiz).
Dieses Gespräch ist ein gutes Beispiel dafür, wie ich das Konzept dieses Podcasts verstehe. Ich versuche Themen aufzugreifen, die einen wesentlichen Anker in der Vergangenheit haben, aktuell bedeutsam sind und deren zukünftige Entwicklung für uns als Menschheit wesentlich ist.
All diese Aspekte sind in der heutigen Folge unbedingt gegeben.
Unterstützen Sie bitte auch dieses Projekt und kaufen Sie mein neues Buch Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise, das sich grundsätzlicher und mit vielen Beispielen mit der Krise auseinandersetzt, in die unsere Wissensgesellschaft geraten ist. Eine Krise, die — wie Sie auch an dieser Episode sehen werden — weitreichende und negative Auswirkungen haben kann.
Dieser Podcast ist explizit keine Vermögens- oder Anlageberatung. Wir sprechen über Szenarien und geben keinerlei Ratschläge, wie Sie Ihr eigenes Geld anlegen oder Ihr Vermögen handhaben sollten.
Warum habe ich in fast 160 Episoden eigentlich noch nie über Geld im engeren Sinne gesprochen? Was also war und ist Geld, und was wird es in der Zukunft sein? Ist Geld, obwohl alltäglich, doch ein blinder Fleck in der Gesellschaft?
Welche Funktionen und Charakteristika erfüllt »Geld«?
»Geld ist, worauf sich zwei Parteien verständigen, dass es Geld ist.«
Seit wann kann man in der menschlichen Geschichte von Geld sprechen? Was bedeutet der Übergang vom Metall- zum Token-Geld? Welche Folgen hatte das? Wann und wie sind Banknoten entstanden? Was repräsentierten Banknoten in der Vergangenheit und was repräsentieren sie heute?
Was bedeutete die Aufkündigung des Bretton-Woods-Abkommens ab den 1970er Jahren?
Was versteht man unter »Fiat-Geld«? Auf welchen realen Wert bezieht sich Fiat-Geld in der Praxis?
Ist Geld eine Serie von Abstraktionen und sind wir heute zu weit gegangen? Welche Rolle spielt heute die Digitalisierung in der Virtualisierung von Geld?
»Inflation ist so alt wie das Staatswesen.«
Inflation hatte aber nicht immer nur mit politischer Einflussnahme zu tun. Auch privates »Clipping« war eine Manipulation in der Vergangenheit — was den Rand von Münzen bis heute erklärt.
Was ist der Wirkradius, die Einflusssphäre von Fiat-Geld? Was hatte es mit den Company Towns in den Vereinigten Staaten auf sich, mit Geld in Besatzungszonen, mit Notgeldern?
Was haben heute Bits und Bytes als Repräsentation mit Geld zu tun? Sind aktuelle Entwicklungen wie etwa Krypto-Währungen eine neue Form von Abstraktion oder im Grunde nur alter Wein in neuen Schläuchen?
Was sind Smart Contracts? Warum handelt es sich dabei mit Sicherheit um eine neue »Fähigkeit« von digitalem Geld, die es in der Vergangenheit so nicht gab?
Ist jede Form von Geld dynamisch stabilisiert? Was bedeutet dies systemisch?
Ergänzung beziehungsweise Korrektur zum Aluminium-Beispiel, das ich in der Episode erwähne:
Die Geschichte mit dem Aluminium-Geschirr ist oft erzählt, aber schlecht belegt. Tatsächlich wurde Aluminium aber in der Mitte des 19. Jahrhunderts, etwa von Napoleon III., als Statussymbol verwendet, insofern ist die Geschichte im Kern korrekt. Mit der aufkommenden industriellen Produktion war die Zeit dieses »Wertmetalls« dann sehr schnell zu Ende.
Was gewinnen und was verlieren wir, wenn wir alleinstehende Artefakte wie Gold, Silber oder Bargeld gegen Zahlungsmittel tauschen, die auf eine große technische Infrastruktur angewiesen sind?
Was ist der Unterschied zwischen Eigentum und Besitz sowie Herrschaftsrecht bei verschiedenen Zahlungsmitteln? Was bedeutet diese Unterscheidung vor allem bei den gerade aufkommenden digitalen Zentralbankgeldern — Central Bank Digital Currency (CBDC)?
»Digitales Bargeld ist meiner Ansicht nach ein Oxymoron. Das gibt es nicht.«
Aber wurde Eigentum in unseren Gesellschaften nicht schon auf viel grundsätzlicherer Ebene beschränkt oder gar beschädigt — etwa bei Landbesitz?
Aber, aus der Lebenspraxis betrachtet, ist Bargeld nicht schlicht veraltet und stirbt ohnedies aus?
Was bedeutet Debanking? In Deutschland werden allerdings keine Statistiken geführt, in UK gab es 400.000 Personen, deren Konten gegen ihren Willen gekündigt wurden. Wir erinnern uns auch noch an die Fälle von Kontosperrungen, bei denen rund 8 Mio. CAD der friedlichen Trucker-Proteste in Kanada gesperrt wurden, sowie an den Fall des deutschen Journalisten Ulrich Heyden, der als Individuum wegen vermeintlicher Propaganda debanked wurde.
Aber es geht nicht nur um Konto-Kündigungen, sondern auch um die selektive Einflussnahme auf einzelne Transaktionen, die durch Programmierbarkeit von Geld entstehen kann. Daraus entsteht ein ungeheuer wirkmächtiger Werkzeugkasten für autoritär agierende Politik oder Verwaltung.
»Die EZB sagt, der digitale Euro wird nicht programmierbar sein. Er wird konditionierbar sein. […] Mit der Infrastruktur allerdings, die gebaut wird, kann man später auch das Geld programmieren.«
Mit digitaler Währung kann man prinzipiell in Zukunft Konsumentengruppen kleinteilig in ihrem Verhalten steuern. Manche Ökonomen beschreiben dies explizit als Vorteil. Ist dies ein weiteres Puzzlestück einer etatistischen, total kontrollierten und gesteuerten Wirtschaft und totaler politischer Überwachung? Was ist der Schleier des Unwissens?
»Was kann der schlimmstmögliche Herrscher, der uns mal zukünftig bestimmt, mit dieser Technologie machen? Wie kann er sie gegen uns einsetzen?«
Was könnte der Effekt solcher Technologien sein?
»Menschen werden versuchen, sich willfährig zu verhalten. […] Ein gewisser vorauseilender Gehorsam wird sich etablieren.«
Aber es gibt noch einen Hoffnungsschimmer — worin liegt dieser?
Ergänzend zum Thema Geld spielen auch Tokens, die Tokenisierung der Welt, eine immer größere Rolle.
»Ich kann jeden Gegenstand, der in der realen Welt existiert, als einen String von Bits und Bytes verbriefen, besitzen und übertragen.«
Stablecoins sind eine Technologie, die Token repräsentiert und die andere Werte verbrieft. Sogar Dienstleistungen können so verbrieft werden. Was bedeutet dies konkret? Ist dies eine positive oder negative Entwicklung? Könnten damit Alternativwährungen etabliert werden, die politischem Zugriff weitgehend entzogen und in der Realwirtschaft verankert sind? Werden bestehende Konzepte schlicht auf eine andere technische Plattform gehoben, oder ergeben sich hier völlig neue Möglichkeiten?
Wie kann es sein, dass Geldwertstabilität gar nicht mehr eine Priorität von Notenbanken ist, sondern Entwertung zum Standard erklärt wird? Kann es einen Wettbewerb um das beste Geld geben, damit diese Manipulationen zum Schaden der Bürger ein Ende finden? Friedrich Hayek forderte schon eine Entnationalisierung des Geldes.
»Es ist höchst ungerecht, vor allem auch gegenüber Menschen mit geringerem Einkommen.«
Welche Rolle spielt KI als neue Technologie, die in ungleichem Umfang die Wirtschaft in der Zukunft beeinflussen könnte? Was ist die Währung der KI?
»In Zukunft wird es im Geldwesen fundamentale Änderungen geben, die komplett dem entgegengehen, was wir heute als Geld verstehen.«
Kommt es hier zu einer neuen Ressourcenbindung zu Energie und Infrastruktur? Eine Ressourcenbindung, die viele Staaten nicht werden bereitstellen können?
Was können wir konkret noch tun, um die Situation zu verbessern?
Andere Episoden
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Episode 157: Kollektivismus oder Freiheit? Ein Gespräch mit Oliver Gorus
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Episode 155: Freiheit oder Sicherheit? Ein Gespräch mit Prof. Konrad Paul Liessmann
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Episode 144: Was ist Fortschritt? Ein Gespräch mit Dr. Daniel Stelter aus ökonomischer Perspektive
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Episode 141: Passagier oder Steuermann? Ein Gespräch mit Markus Raunig
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Episode 138: Im Windschatten der Narrative, ein Gespräch mit Ralf M. Ruthardt
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Episode 135: Friedrich Hayek und die Beschränktheit der menschlichen Vernunft. Ein Gespräch mit Nickolas Emrich
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Episode 133: Desinformiere Dich! Ein Gespräch mit Jakob Schirrmacher
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Episode 131: Wot Se Fack, Deutschland? Ein Gespräch mit Vince Ebert
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Episode 130: Populismus und (Ordo)liberalismus, ein Gespräch mit Nils Hesse
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Episode 117: Der humpelnde Staat, ein Gespräch mit Prof. Christoph Kletzer
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Episode 107: How to Organise Complex Societies? A Conversation with Johan Norberg
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Episode 88: Liberalismus und Freiheitsgrade, ein Gespräch mit Prof. Christoph Möllers
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Episode 77: Freie Privatstädte, ein Gespräch mit Dr. Titus Gebel
Referenzen
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- Patrick Schueffel, Schneller als gedacht: Die Einführung des Digitalen Euro im Turbo-Modus (2023)
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Napoleon III. verwendet Aluminium als Statussymbol (ca. 1850er Jahre): Thierry Renaux, »La naissance de l’industrie de l’aluminium sous le Second Empire«, in: Éric Anceau und Pierre Branda (Hrsg.), Napoléon III et l’économie, CNRS Éditions (2024), S. 131–147
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Friedrich A. von Hayek, Entnationalisierung des Geldes. Eine Analyse der Theorie und Praxis konkurrierender Umlaufsmittel, J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen (1977); englisches Original: Denationalisation of Money, Institute of Economic Affairs, London (1976)
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Schleier des Unwissens: John Rawls, A Theory of Justice, Harvard University Press (1971)
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Alexander Schatten, Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise, Seifert Verlag (2025), ISBN 978-3-903583-10-8
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Beispiel Porno-Darstellerin, der Kreditkartenzahlung verweigert wurde, zahlreiche Fälle, Rolling Stone (2023)
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Journalistische Äußerung, die zum digitalen Zahlungs-Boykott führt, der Fall Ulrich Heyden: ND-Aktuell (2026) und European Conservative (2026)
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